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trtf dem Krcisblatt für bett Kreis Marburg

Tageszeitung für (das früher kurhessische) Oberhesien

Der Anzeigenpreis beträgt für die Sg«ip. Zeile 60 4, «mtlicfce und «uewet- « ttge 60 , Reklamezeile 1.50 Zu ollen Preisen in»!, Aufschlag. Jeder Aaratt gilr' v""®*

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MA 4 »J Bezugspreis beträgt monoklich 2,60 Jl. frei mS Haus; /IX- i'D 2.5,0 *. ohne Besrellgeld Verlag boh- Dr. T. Hitzer»

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Univ - Buchdr. von I' o h. A u g. K o ch. Markt 21/23. Fernsprecher 55.

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Der Oberste Rat hat noch einem Londoner Tele­gramm den franzSfischen Antrag, wonach dem Deutsche» K/nser und dem Kronprinzen die Rückkehr nach Deutsch­land ihr Lebe» lang verboten sein soll, ein­stimmig angenommen, >

Aus Pari» wird gemeldet: Rach einem Bericht von englischer Seite hat der Oberst« Rat zugegeben, daß e» nicht möglich sei, Holland zur Auslieferung de» Kaiser» zu zwingen. Die Verbündete« werden jetzt da» grösste Gewicht darauf lege«, daß Holland die Kontrolle, welche über den Kaiser auSgeübt wird, verschärfe» soll. Lloyd George bat dorgeschlagen, die lleberwochang de» Kaiser» der holländischen Regierung zu übertragen und zwar im Auftrage de» Völkerbünde», nachdem Hol­land ebenfalls Mitglied des Völkerbundes ist und damit sich verpflichtet, die Beschlüsse de» Völkerbünde? durch­zuführen.

,Oderheis>!Äe Zeitung" erscheint sechsmal wöchentlich. Der " r " "; durch dir Post

märts" den Gegnern in die-Hnnd, indem er Objektivität der Richter am Reichsgericht Zweifelt.

Die Gegner haben sich die VerfolgungSchul­diger", deren sie habhaft werden können, ausdrück­lich vorbehalten.

wüch* trrckt, n zu« ,rima 'tilge* r-aud Intet* den»: HCU» 240, 270, 110, 350,

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Holland unb die Jnternienmq des Kallers.

wb. London, 19. Febr. Der Äsrtcfpoebed derDaily Mail" i» Amsterdam erfährt, daß jede! Versuch, Holland einen Aufenthaltsort für bei Kaiser vorzuschreiben, als feindselig« Haltung aufgefatzt «erden würde. Dl« holländische Negierung sei bereit, jede vernünftig« Forderung zu prüfen, um einen Ort zu finden, bet als sicherer Aufenthaltsort für den früheren Jtaifal anzusehen ist.

ht. Basel. 19. Febr. Sie Pariser Blätter» *Ä Holland gemeldet wird, hat die »weite Note der tte* bündeten an Holland über die Auslieferung de» Exkaiser« die Regierung in Verlegenheit gebracht. I» Hollarck bat* man einen versöhnlichen Ton erwartet. In Regierung»- kreisen wird die Insel Cnraeao nordwestlich eee Venezuela al» Verbannungsort de» Kaiser» vorgeschlogr«, wenn er da» holländische Feülanb durchaus verlasse» mühte. Da» Verbringen deS Kaiser» nach Riedrrländikch- Jndirn ist der holländischen Regierung nicht toünf<6a* wert. E» ist *> beachten, daß diese MeLung ft«x< , «fischen Ursprung» ist und französische Zwecke der* folgt.

als Barrabatk. He Auskunft durch die Ee>chäftsstelle u. Vermittlung der Sn- geböte 25 4 Sondergebühr. -»Postscheckkonto: Nr. 5C15 Amt Frankfurt a. M.

Die frlltt^öslsche Herrschaft in Oberschlesien.

Wie bereit» gemeldet, ist in Gleiwitz ein französisches Kriegsgericht in Tätigkeit, nicht etwa um Soldaten der Besatzungstruppen abzuurteilen, sondern deutsche Staatsbürger, und das obwohl, wie der Verteidi­ger vergeblich gelwnd machte, die französischen Gerichte ni ch t zulässig sind zur Aburteilung deutscher Zivilisten, insbesondere nicht französisches materielles Recht onge« wendet werden kann. Der bett. Artikel des französischen Gesetzes bezieht sich nur auf den Kriegszustand. Dieser aber besteht nicht mehr. Außerdem ist die deutsche Staats- und Gerichtshoheit in Oberschlesien nicht auf­gehoben; die Desatzungstruppen sollen nur vor und während der Abstimmung die Ordnung aufrecht er­halten. Jedoch: die Angeklagten wurden wegen angeb­licher Bel *nng und Bedrohung der französischen Truppen zu Gefängnis von 2 bi» 4 Wochen ver­urteilt, darunter auch der Sicherheitspolizeiwachtmeister Ordon, dessen Verurteilung die Deamtenschast mit dem Ausstand zu beantworten angelünbigt hat.

TescklUtkls Botschaft.

»Frankreichs Politik ist Willens- unb Tatkraft."

wb. Part«, 19. Febr. In einer Botschaft an Senat und Rbmmer sagte Präsident Deschanel: In der Vereinigung aller siegreichen Völker liege die erste Sicherheit für den Frieden unb bie Be­gründung 6#s Völkerbundes. Frankreich wolle die Erfüllung des Versailler Vertrages durch Deutsch­land. Seine Politik sei Willenskraft, Tat­raft und der Glaub«. Auch im Orient müsie te fichergestellt werden. Die Friedensaufgabe fei im Januar nicht weniger schwierig als diejenige des Krieges. Sie verlange fortgesetzte Arbeit. Der Bevölkerung der besetzten Gebiete habe die wär»st« Fürsorge z« gelten. Der Präsident be­grübe Elsaß-Lothringen und die Kolonien,

Die Kattowitzer Polizei gibt im Auftrage der mili­tärischen Behörden bekannt, daß die Lieder .Heil dir im Siegerkranz", .Deutschland, Deutschland", »Boze cos Polska" undZdymam Pazarow" öffentlich nicht ge­spielt. nationale Abzeichen nicht getragen werden dürfen und Waffen abgeliefert werden müssen.

DieO"velner Nachrichten" zeigen zum ersten Male Zensurlücken, danach muß bereits eine Kontrolle der Zeitungen ein getreten fein.

Im südlichen Oberschlesien sind die ersten italie­nischen Truppen eingetwfsen. Der Kreis Ratibor wird von rund 2000 Mann besetzt.

DieArbeiterpost". da- Blatt betUnabhängigen" in Oberschlesien, hat wegen Leser mangels ihr Er- fdeinen eingestellt.

Marburg

Freitag, 20. Februar (§ormg)

Wilson und die Berbiindetku.

wb. London, 19. Febr. Im Unterhaus fragte Earfon, ob bie scharfe unb wenig entgegenkommende Antwort auf WilfonS Depesche von vornherein abgefaßtv oder ob sie erst infolge der Vorstellungen von llkry. Cecil unb Chamberlain später abgeändert worben sei. Bonar Low erwiderte, e» heftete nicht bet geringste An­laß für eint berartige Vermutung, unb fuhr fort: J<h glaube tatsächlich, eS ist kaum nötig zu sagen, baß e» keinen Vertreter irgendeiner verbündeten Macht auf ter Konferenz gibt, der nicht die außerordenlsiche Mckkfe* teü eines guten SinvetnebmenS mit bet Regie­rung unb btt Bevölkerung bet Vereinigten Staate« ertennt

wb. Markant», 19. Febr. DemPopolo b'Jtolia" wirb auS Venebig telegraphiert, daß das amerikam'fche Mmiralsschiff Venedig unb die Adria verlassen bat. Man glaubt, daß auch die beim Abschluß de» Waste». Mstandes in Venedig besiudlichen TorpedobootszcrstSrer die Adria verlassen werden.

wb. Lo ndon, 19. Febr. Reuter meldet an» Washington: Payue teilte im Ausschuß be« SchlsfahrtS- amtes mit, daß bereit» 188 Schiifr verkauft seien, bawm 18 ehe malige deutsche Frachldamoset. Der Preis betrag« 93 545 000 Dollars. Die Schiffe find sämtlich $u Fahrten unter amerikanischer Flagge bestimmt. Ma» gl-ni^ daß die Säufer nicht imstande seien, bie Schisst ohne 6> lanbnis des Schisfahrt Samtes an die Engländer «b ea* laufe«. ..._____ ______

Unter polnischer Herrschaft.

wb. Breslau, 19. Febr. Aus Ortschaften des Ab­trennungsgebietes in den Kreisen Namslau unb Groß- Wartenberg kommen schwer« Klagen über Be­drückungen durch die Polen. Im Kreise Namslau verhängten sie den verschärften Belagerungs­zustand. Weitet schritten sie unter der Beschuldigung der Spionage in früherer Zeit zu Verhaftungen von deutschen Beamten und Führern, um dadurch bie Ab- sendung von Abordnungen der Bewohner an die Grenz- festsetzungskommisstvn unmöglich zu machen. Die Be­schuldigung in früheren Jahren angeblich begangener Spionage ist auf Grund des polnisch-deutschen Amnestie­abkommens hinfällig geworden.

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Eine deutsche Antwort in Aussicht.

Berlin, 19. Febr. Die deutsche Regierung wird die Rote der Verbündeten über die Bestra­fung der Kriegsbeschuldigten in einer ausführ­lichen Rote beantworten. Die Antwortnote dürfte aber, wie dasBerl. Tagebl." hört, erst abgesandt werden, wenn sich die Nationalversammlung mit den Vorlagen, bie ihr zu dieser Frage zugeben werden, befaßt hat. Wahrscheinlich wird die Ein­leitung des Verfahrens vor dem Reichsgericht die Nationalversammlung gleich bei ihrem Zusammen­tritt am 24. Februar beschäftigen und dann ohne Aufschub erledigt werden.

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Roch ehe die Antwort der Londoner Minister- ; Konferenz auf die deutsche Note in der Ausliefe- ' rungsfiag« vorlag, bestand keine Ungewißheit mehr übet den wesentlichen Inhalt dieses Schrift­stückes. Auch die Frage, ob die Note für uns eine glatte und befriedigende Lösung der Auslieferung »nthiekt, kieß sich bis zu einem gewissen Grade schon »hne nähere Kenntnis der Londoner Antwort be­urteilen. Es konnte nur eine Kompromißlösung in Frag« kommen; denn Milleland hatte sich in der französischen Kammer auf seinen extremen Stand- ' punkt so seht festgelegt, und Lloyd George war so scharf nach der anderen Seite abgeschwenkt, daß ein Zusammengehen auf der mittleren Linie der ein­zige Shtsroeg blieb. Hier hat man sich denn auch jusofern zusammengefunden, als der formale An­spruch auf die Auslieferung laut Artikel 228 des Friedensvertrages aufrecht erhalten wird, .während die Gegner die Durchführung des Straf- »ersahvens in die Hand Deutschlands legen.

Für den weiteren. Gang der Dinge kommt alles darauf an, wie diese Deutschland auferlegte Ver­pflichtung praktisch verwirklicht werden soll. -Es kann unter Umständen demütigender sein, «en» wir auf Geheiß der Gegner unsere mili äri- scheu Führer mit Hindenburg an der Spitze und unfeee U-Voot-Heldon aburteilen sollen, als wenn wir st« infolge unserer Wehrlosigkeit dem gewalt­samen Zugriff der Gegner überlasten Müssen. Des­halb Ht die erste Voraussetzung einer befrie­digenden Lösung der Frage, daß Deutschland sich nicht avf die Auslieferungsliste der Verbündeten unb bas dort gesammelte, außerordentlich durstige Lnktatzematerial gewisse-Maßen als Straf- b ü t *< I der Verbündeten verpflichten läßt, swi- bem, daß unsere Rechtspflege in v o l l st ü >t - diKe» Unabhängigkeit und Freiheit j^hres Amtes waltet. Da die Gegner auf i gend ;«ine Beteiligung an dem Verfahren verzichtet i.ihabs», »dwohl sie ihnen die deutsche Reg'erung in f -ihrer Jimuar-Note sogar angeboten hat, wirb man damit rechnen können, daß sich die Westmäch'e eines Eingriffes zunächst enthalten werden. Mit der ringe störten Durchführung des Verfahrens in L Leipzig ist es aber nicht getan. Das e n t s ch s i - deude L'.vment ist die Frage, ob sich die Gegner mit den Urteilen des Reichsgerichts zufn den geb-a und sie anerkennen werden, Urteile, die doch allein auf Grund der deutschen S ra> techtsbestimmungen gefällt werden können. Das aber wird man jetzt schon für so gut wie aus- Leschlnssen erklären können; denn die Liften smag sie bie in Frage kommende interalliierte gemischte Kommission kurzen oder nicht) sind ja nur auf- - ««stellt worden, damit die auf ihnen Stehenden verurteilt werden. Itnb die Gegner behalten sich «s Recht vor,den guten Willen Deutschlands nach MaßgaSe der Verurteilung der begangenen Ver­brechen zu bewerten, sowie nach dem Verlangen, bas Deutschland trägt, die Bestrafung durchzu- führen" ferner feftzustellen,ob das von Deutsch­land »orgeschlagene Gerichtsverfahren nicht schließ­lich veranlassen wird, daß die Beschuldigten ihrer gerechten Strafe entzogen werden. In diesem Fall werbe» die Verbündeten ihr volles Recht ausüben, mdem ste bie Beschuldigten vor ihren eigenen Gerichtshof laben. Das ist deutlich genug, um »hne weiteres die Lage beurteilen zu können. «>eiln bie Urteil« nicht nach Wunsch ausfallen, dann wird das Auslieferungsverlangen aufrecht­erhalten, und wir sind so weit, wie wir soeben und ,1R 3«nt v. I. waren.

Zweifellos stellt der jetzige Verzicht auf die Auslieferung einen Erfolg dar, der der Festigkeit «r Haltung Deutschlands zu verdanken ist. Es ist «der nn, ein vorläufiger und ein Teil- «Uolg. Der schließliche und volle Erfolg wird da­von abhängen, ob das deutsche Volk und die matz- vebenden Stellen fest bleiben und sich ohne Wanken auf den Boden bet nationalen Ehren, wfiigieit und vollen Unabhängigkeit der deutschen "echtst,rechung stellen. Beide würden aber verletzt, Mknn sich das deutsche Volk damit abfinden würde, ?e Urteil« des Reichsgerichtes bet Anfechtung utd) bie Gegner zu unterwerfen und die Ange- toulbigte*» vor eine feindliche Revisionsinstanz in varis tber London oder Köln oder sonstwo zu *nnge», und wenn ferner Deutschland an den Pranger Festellt'werden soll, indem seineKriegs- - kbrocher" einseitig abgeurteilt werden, die vorhandenen Schandtaten der Gegner J^r unberücksichtigt und ungesühnt bleiben. Des- Deutschland allein darf über $er= £^en und Verbrechen seiner Bürger urteilen, und verzllgSch muß die deutsche Regierung ihre ^Znerkfsix präsentieren, mit einer lückenlosen

Die deutschen Reblenliefernngtn a« Frankreich.

wb. Paris, 20. Febr. der gestrigen Äanroe». sihung brachte der Abgeordnete Bartho« ein« Inte» pellation über die auswärtige Politik ter Regierung dx Ministerpräsident Millerand erklärte, daß konuaente Woche der Tag ter Behandlung der Interpellation «ech, gesetzt werde. Bei ter Aussprache über die ftohleitftng» erklärte der Minister für öffentliche Arbeiten, Deutsch» land habe tm Januar nur 497 000 Tonnen geliefert, ü» Februar durchschnittlich nur 23 000 Tonnen tLgkich. Deutschland achte bie Verpflichtungen nickt, die e» etmje» gangell sei. ES schuld« Frankreich monatlich 1839 CO« Tonnen. Er erklärte, daß er mit der» MinisterprLK- benten einig sei, daß man in dieser Frage Deulscklantz nichts nachgebeu werde. <H tourte eine Tage»« orbnung, die verlangt, daß Deutschland ferne DerpflicktuW, gen hinsichtlich der Kohlenliefersngen reftlo» erfülle, an­genommen.

Dte französische Angst.

tu. G e n f, 19. Febr. Der französisch« SrtegSmhrfftet j berichtete in der Kammer für auswärtige Angelegenteit über die vielen Versuche Deutschlands, bie vesnmmunge» bei FriedenSvertrage» zu umgeben. Deutsche Krieg»* Materialfabriken feien tn Schweden und Norwegen ent* standen. Die französifche Unterfnchungskonrmiffion habe in der Gegend von Köln ei« Fabrik enftetft, in bet Dynamit, angeblich für landwirtschaftliche Zwecke, berge* stellt werde, Deutschland hab« soviel al» möglich 8enN de» alten Heeres in Diensten. In der Reichswehr feie» BOOOOO Mann eingestellt, obwohl eS nur 200 000 bäte» bürste . Deutschland fahre fett das anzuwenden. <ee» vor 100 Jahren Preußen noch Jena angcwenbet habe,

Aufzählung der Verbrechen und Greuel der Gegner an die Oessentlichkeit treten und deren Aburtei­lung fordern. Die Taten einesBaralong und King Stephan, die Quälereien brutschet Kriegz- grfangener, die sadistischen Folterei^n W Kolo- nialdeutschen in Dahomey usw. fordern Sühne.

Die ^nffe.

In der Presse hat sich, wie das in Deutschland üblich ist .sofort ein Streit erhoben, inwi: . M: gegnerische Note einErfolg Deutsthla ds ist' und auf wessen Konto er zu buchen ist. Es ist verständ­lich, daß die Regierung und ihre Presie in der Zeit völliger Ersolglosigkeih mit Nachdruck und E fer alles für sich in Anspruch nimmt, was irg nd als einEifolg angesprochen werden könnte, so auch den vorläufigen Verricht der Gegner, der in der Freude nun aber erheblich überschätzt wird. Daß die Forderung sofortiger Ausliefe uug nicht auf- rechterhalten worden ist, wird von der Regierungs- preffe als Beweis dafür genommen, daß diedemo­kratisch-parlamentarische Regierung sich bas ver­lorene Ansehen zurückzuerobern beginn/', während die Presse der Rechten auf das Erstarken des natio­nalen Gedankens hinweist, das die erfreuliche Festigkeit erst bewirkt habe. So schreibt Gra' R^.- ventlow in derDeutschen Tageszei- t u n g":

Es ist eine grobe Irreführung des deutschen Voiles, wenn jetzt behauptet wird, die Regierung habe «inen Er­folg errungen. In Wirklichkeit liegt die Sache ganz aill<rs. Die national gerichteten Elemente tm deutschen Volke heben eine Haltung angenommen und eine Werbe­kraft gezeigt, inelche dec deutschen Regierung das Wag­nis, gegep diesen Strom anzuschwimmen, als zu groß erscheinen ließen."

Er wendet sich werter dagegen, daß links­stehende Dtätter denErfolg bejrrb ln unb sa en, dieses sei die erste Etappe auf dem Wege zur Re­vision des F tedsnsvertrages. Es fei kurzsich ig u sagen: einmal haben sie nckchg«geben, der erste Schritt ist getan, weitere werben folgen.

DieDeutsche Z e i u n g" nennt die Hal­tung der Gegner eineSchamlosigkeit und Prosti­tuierung des Reichsgerichts" und meint:

Einen! nationalen Deutschland hätte die Entente ähnliches nicht anznbietcn gewagt. Ebensowenig wie den Waffenstillsiand und die sich anschließenden tausend Entbehrung«:^ drnfotoemg wie den Versailler Schand­frieden usto. Kein monarchisches Deutschland wäre in dieser Weise gemißhandelt worden, schon aus dem ein­fachen Grunde, weil cs sich nicht derart hätte mißhandeln lassen." ' -

Deutsche Z e t t u n g, ,.K r e u z z e it u n g undP o st lehnen die Note als unannehmbar ab, währendDeutsche Tageszeitun g,B e r» liner Lokalanz« iger" undTägliche R u n d s ch a u" nicht so weit gehen, aber die freu­dige Hoffnung der Regierungsmehrheit nicht teilen. Eine wertvolle Waffe gibt derVor -

Kein deutscher Verzicht für dasEntgegen­kommen".

wb. B e r l i n, 19. Febr. Die Meldung des New Pork Herold", daß die deutsche Regierung beabsichtige, für das Entgegenkommen der Ver­bündeten in der Auslieferungsf age auf bie zu­gesicherten Vergünstigungen zu verzichten, wonach, ihr die Mengen der an Frankreich zu liefernden Kohlen 3 Monate vorher mitzuteilen sind, ist u n - richtig.

Eine frivole Erfindung.

Berlin, 19. Febr. Die Blätter erklären bie aus Holland verbreitete Nachricht für falsch, daß' Deutschland in einer demnächst abgehenden Note zur Abwehrung te* tinunter Forderungen den Staatsbankerott erklären werde. Es handelt sich hier um eine frivole Erfindung.

tob. Hamburg, 19. Febr. Die Südamerikanisch« Daw.pischifsahrts-Gefellschaft nahm btt erste Verbindung ür eigene Rechnung noch Südamerika mit dem schwedi-1 'chen DampferFaxon" wieder ans, der heute nach deni La Plata suslief. |

Nerdaftunqkn tu brr Pfalz.

wb. Mannheim, 19. Febr. DiePfalz- zentrale" meldet: Trotzdem die französische Regie­rung in der Anslieferungsfrage sich damit einver­standen erklärt hal^, die Aburteilung der sogenann­ten Kriegsverbrecher vor dem Reichsgericht in Leipzig vornehmen zu lassen, wurde am 17. Fe­bruar der Ingenieur der Badischen Anilin- und (7 ' asabrik o. Imhoff wegen angeblicher Kriegsverbrechen von französischen Gendarmen verhqftet. Er wird ebenso wie der Schutzmann Burger aus Oggersheim, der am 11. Februar aus demselben Grunde von den Franzosen ver­haftet wurde, nach Lille abtranspor­tiert. Aus demselben Grunde sind vorher schon verhaftet worden: der Fabrikarbeiter Vögel in Speyer, der Hilfsschutzmann Schneider in Lud­wigshafen, der Hüttenarbeiter Welsch in Weck­lingen (Bezirksamt St. Ingbert), der Gruben­arbeiter Braun aus Bebelsheim unb der Kauf­mann Bender. Damit ist jeder frühere An­gehörige der deutschen Armes im besetzten Gebiet trotz des eingetretenen Friedenszustandes dauernd in Gefahr, wegen sogenannter Kriegsve:brechen vor ein französisches Gericht gestellt zu werden.

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