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ntli dcm KrelSblatt für den Kreis Marburg

Tageszeitung für (das früher kiirhrsiische) Oberhessen

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DieOberhess >iche Zeitung" erfd-eint sechsmal wöchentlich. Der Bezugspreis beträot monatlich 2,50 Jt. frei /n« Haus; durch die Post 2.50 *. ohne Bestellgeld Berlag von l)r T. Hitzeroth. Druck der Uni» . Buchdr. von I o h. A u g. Koch. Markt 21/23. Fernsprecher 55.

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55 Iatzrg.

1920

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tu. Skewyork, 18. Febr. WieNcwvork Hcrald" «fährt, wird die deutsche Regierung von dem Bestreben geleitet, für das Entgegenkommen der Verbündeten in ter AuslieferungLfrage auf die im Friedensvertrage ihr gugesichcrten Vergünstigung zu verzichten, wonach Ihr die Menge der an Frankreich zu liefernden Kohlen einen Manat vorher anzugeben ist. Deutschland werde J|W) außerdem große Mühe geben, seine Kohlenförderung Ml vermehren.

Wen» die Meldung richtig ist, so fühlt sich die Reichs- egifnmg veranlaßt, sich den Gegnern dafür, daß sie gnnächK auf die Auslieferung verzichtet haben, er« kenntlich zu zeigen, indem sie den Wünschen Frankreichs in der Kohlenlieserungsfrage nachzukommen erklärt. .DasEntgegenkommen" der Verbündeten ist aber von fchr fragwürdiger' Art, worauf wir bereits hinge- tznesen haben und noch zurückkommen w erden. Jetzt sei Mur festgestellt, daß dasEntgegenkommen" kaum etwas «ndcres tarstellt als ein neues Ervreffu-'gsverfahren Unser ter Maske tvrsölnilichcr Nachgiebigkeit. Die Gc- s»hr ist lediglich vertagt, nicht beseitigt.

Der Oberreichsanwalt über das Leipziger Verfahren.

Berlin, 19. Febr. Der OberrciwSanwalt Zwe i - h rrt äußerte einem Mitarbeiter derB. Z." gegenüber, Awisse Richtlinien für das Leipziger Verfahren ständen schon fett Sie seien durch das Gesetz vom 18. 12. 1919 gegeben. Im Nahmen dieses vielleicht durch eine Novelle zu erweiternden Gesetzes, das eigentlich nur für In­kan >sbeschuldigle bestimmt war und übrigens eine Ab- Inbttintfl des Gerichtsverfassungsgesetzes notwendig Mache, «erde technisch die Durchführung der bevorstehen­den '.?r»zesse erfolgen. Es schwebten bereits Ermittlungs- derfechren.

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Die Nkkmiüdcrnitg des dcnischen Heeres

-i Tie Oerabseyung ans 190 000 Mann bis zum Juli i- verschoben.

to& E » ndotl, 19. Febr. Auf die Schritte des deut­schen Geschäftsträgers in London wurde b«r bentschrn «egkenen, erlaubt, bis zum 19. April 296 800 Manu Anter be* Waffen ZU Tinltcit. Bis zum 10. Sitli lttuh kr Bestmid des deutschen HeereS auf 100 600 Mann sherabgefetzi werden. Diese Verringerung sollte urspriing-

bis zum 31. März dieses Jahres erfolgen.

I Die Anqst.

tob. Paris, 18. Febr. In der Kammerkommission ifä£ auswärtige Angelegenheiten machte Andre Lefebre 'Aussührungen über den gegenwärtigen Stand der Arbeiten '»er Kommission ,die die deutschen Bestände an Kriegs - ttotemt nachzuprüfen hat. Aus den» Bericht deS Miui- Hers geht, wie derMatiu" meldet, hervor, daß Dentich- kand dir im Friedensvertrag übernommenen Verpslichtuu- hm zu umgehen versucht, vor allem hinsichtlich der mili- «r-ßhe» Bervflichtungen, in der Hoffnung, die Auwen- .Uüug der politischen und wirtschaftlichen Klauseln ver­hindern zu können. Er erklärte, daß die Verbündeten mit her größten Entschiedenheit auf dem Verschwinden aller Militärischen Streitkräfte bestehen müßten, die int Vertrag Aich! vorgesehen find. Deutschland verheimliche KriegS- Maieriak, mit dem es eine Armee ausrüsten könne. Der Minster schloß feine Ausführungen mit der Versicherung, 6 die strenge Durchführung von Artikel 221 des Frie« «nsve»t»ages über die Entwaffnung geforderttver- iten tot*#.

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Beikin, 19. Febr. Im Obersten Rat für Elsaß- wurde verschiedenen Blättern zufolge ein eingebracht, daß die Regierung den als Fran- DoseN «»Inralisierten Deutschen Ikdes öffentlich« Amt der weigere. Der stellvertretende Generalkom.missar wr Elsast-Lothringen antwortete darauf, die Verwaltung ichakre sich ihre volle Beschlußfreiheit vor. Ein weiterer «utrag geht dahin, Frankreich möge überhaupt keinem «atnraVkalionsgesuch Folg« geben, bevor Deutschland »icht b:n Friedens-Vertrag erfüllt hätte.

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j Die Sicherheitspolizei in Oberschicht«.

Die offene p-lnische Grenze.

Wb. Berlin, 18. Febr. Bon zuständiger SeUe wird fcitgdtiSi Die in Oberschlesien verbliebene Sicherheits- Nüiei wird gelegentlich an ausländischen Stellen, die ein Bokreffe daran haben, dem Deutschen Reich Zuwider» -Wvnr-lunge» gegen die Bedingungen des Friedensvertrages f* unterstellen, als militärische Truvv« bezeichnet. Da fAeuisckirS Militär nach den Friedensbedingungen in den tta ,räumenden Gebieten nicht zurückbleiben darf, liegt die f^-ehatiptung auf der Hand, obwohl sie für jeden Kenner

Verhältnisse keines Beweises mehr bedarf, daß die in '-Arrsr^esien stationierte Sicherheitspolizei genau so wie im mrbesevten Gebiet arbeitende nicht da- mindeste Mrt^ der militärischen Organisation zu tun hat. Es sei K^chnrakS ausdrücklich sestgesiellt, daß sie eine reine *«lizrsrruppe ist, die ausschließlich und cin-is poli-

,etliche Aufgaben zu erfüllen hat. Wenn an verschiedenen stellen in Oberschlesien die Enrentetruvpen in Unkenntnis Der Struktur der Sicherheitspolizei ober in übergroßer Aengstlichkeit ihre Angehörigen entroafmeten, so muß dgs einen geordneten Volizeidienst unmöglich machen und ist vom Standpunkt der rukigen und anständigen Be­völkerung als ein unverzeihlicher Fehler zu betrachten, umsomehr, als die Ententetruvpen die Grenze nach Polen offen l a s s e n, sodaß verdächtige Elemente und Schmuggler andauernd in Massen herüberkommen.

Vaterländische ^nndqebunqen in Saarbrücken

wb Berlin, 18. Febr. Wie diePol. Pari. Rachr." melden, traf die deutsche Abordnung zur Grenzregulierung unerwartet am 14. Febrrtar tn Saar­brücken ein. Als sie unter Führung des bayerischen Oberstleutnants v. 3Et)Iytber nach dem Hotel «Hr, sammelte sich eine nach Hunderten zählende Menschen­menge an, die nach und nach auf Zehntausende an­schwoll. Den Offizieren wurde aus allen Kreisen der Bevölkerung Blumenspenden gesandt, und die Menge fang ununterbrochen vaterländische Lieder. An den folgenden Tagen iviederhoiten sich diese Kundgebungen, zu denen eine gewaltige Volksmenge aus dem ganzen Saargebiet ^nach Saarbrücken zusammenströmte.

wb. Koblenz, 18. Febr. Die interalliierte Rhein­land kommission erhob gegen die Anwendung folgender Ge­setze im besetzten Gebiet keine Einwendungen: ReichSnot- opsergefetz vom 31. Dezember, Umiatzsteuergesetz vom 24. Dezember unb Reichsabgabenord n ung nebst Ausfüh­rungsverordnung vom 13. und 18. Dezember. *

Alls dcn Abstiii'mililMkbiktkll.

wb .Flensburg, 18. Febr. , DasFlensburger Lageblatt" wurde auf Anordnung der internationalen Kommission bis zum 26. Februar einschließlich wegen einer gegen die Dänen sich richtenden Lokalnotiz ver­boten.

wb. Allenstein, 18. Febr. Die internationale Bee- waltungskommission gibt bekannt, daß der Kreis Oletzkv vom Regierungsbezirk Gumbinnen abgetrennt und den- Regierungsbezirk Allenstein $ »geteilt wird. Eine weitere Verordnung stellt di« volle Gleichberechtigung der beut- 'chen und dec polnischen Nation und Sprache im Ab­stimmungsgebiet fest und hebt alle diesbezüglichen etwa rum Nachteile einer der beiden Nationen getroffenen Be- schGnkimgen auf. Durch eine dritte Verordnung tvhb ab 25.2. der Paßzwang für Ein- und Ausreisen aus dem AbstimmMgsgebiet eingesührt.

Amtsantritt Tes-banels.

wb. Paris, 18. Febr. Hm le nachmittag sand int Elysee die sogenannte Transmission des Pouvoirs statt. Präsident Des chanel wurde vom Minister­präsidenten M i l l e r a n d in dem Palais des Kammer­präsidenten aügeholt und nach dem Elysee begleitet, wo er von dem bisherigen Präsidenten P o i n e a r e, fäntlichen Ministern und Präsidenten der Kammer und deS Senats empfangen wurde. Poincare be­grüßte seinen Nachfolger und erklärte: Während der 7 Jahre seiner Präsidentenschast müßte Deschanel ohne Unterlaß die Ausführung des Friedensvertrages sicher stellen, dessen Verpflichtungen auszusühren, sich Deutschland schon jetzt nicht sehr geneigt zeige. Es werde auch seine Aufgabe sein, die Kontinuität der französischen Außenpolitik sicherzustellen, die Bünd­nisse aufrecht zu erhalten, den Völkerbund zu befestigen, um ans dem Frieden, der heule nur eine Hoffnung und eine Name sei, etwas zu machen. Präsident Teschanel erwiderte kurz. Während dieser Reden wurden 21 Kanonenschüsse abgeseuert. Präsident Teöchanel, begleitet von seinem Vorgänger, begab sich dann nach dem Rathaus^ wo er in Anwesenheit der ehemaligen Präjidenten Loubet und Falli- ere5 vom Munizipal at feierlich empfangen wurde.

wb. Paris, 18. Febr. Der Präsident der Republik hat beschloffen, anläßlich seines Amtsantrittes eine große Zahl von Begnadigungen sowohl für militärische wie für zivile Vergehen, zu gewähren. 2Xr Entwurf eines Am­nestiegesetzes, der nur Vergehen gegen das Vaterland nicht berührt, soll demnächst der Kammer vorgelegt werden.

Millerand begab sich heute in daS Präsidium der Kammer und bot dem Präsidenten der Republik den Rücktritt des Kabinett» an. Präsident Deschanel hat ihn nicht angenommen unb daS Kabinett gebeten, im Amte zu bleiben.

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$>et Rücktritt JsnnsrtS.

wb. Paris, 18. Febr. In seinem Rücktrittsgesuch alS Präsident der Wiedergnttnachungskrmnnission erllärt Senator Ionnart, es habe sich gezeigt, daß er die ungeheure Aufgabe, die das von ihm übernommene Amt nrit sich bringe, nur unter Aufbietung oller Kraft, die seine Gesundheit ihm nicht gestatte, längere Zett auszu- wenden, erfüllen könne. Unter diesen Umständen sei es feine Pflicht, auf da» Mandat g« verzichten.

Wilson und die Verbündeten.

wb. Washington, 18. Febr. Reuter meldet amtlich: Wilson hat den Verbündeten mitgeteift, daß die Vereinigten Staaten möglicherweise die Zurück­ziehung des Versailler Vertrages aus dem Senat er­wägen müßten, wenn die Verbündeten bei der Ver­folgung ihrer Pläne weiterhin ohne Zustimmung der Vereinigten Staaten handeln. Eine andere Reuler- meldung stellt da« wieder in Abrede.

wb Ponton, 18. Febr. Die Friedenskonferenz be­endete beute die Prüfung der ganzen türkischen Frage. Die Antwort an Wilson ward« heute abend dem nmerkrnischen Botschafter eingebändtt.

wb. London, 18. Febr.Daily Mail" schreibt, es verlaute, daß die Antwort an Wilson besagt, der Oberste Rat sei gezwungen gewesen, während der freiwilligen Abv'esenhett de« amerikaischen Vertreters Beschlüsse zu kaffen. Die Antwort sehe vorher auseinander, daß die Vorschläae vom Dezember in Kraft gesetzt werden sollen, wenn Wilson sagen wolle, wie sie ausgeführt wer­den sollen.

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Die Versteigerung der deutschen Schiffe.

wb. Washington, 18. Febr. (Reuter.) Di« gestrige Versteigerung der deutschen Schiff« ergab 52 350 000 Dollar» für 21 Schiffe. D-r Verkauf ist nur unter der Bedingung gültig, daß die Ausschüffe des Se­nat» und be» Repräsentantenhauses ihre Zustimmung geben.

tob. Newyork, 17. Febr. Bei der Wiederaufnahme der Versteigerungen der deutschen Handelsschiffe erhielt da» SchiKahriSamt nur ein Gebot für ein Schift. Der Verkauf wurde daraufhin geschlossen. Schiffe wie Leviathan",Agamemnon" undGeorge Washington" erhielten kein einziges Gebot.

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Amcrikanis-se Ausbeute der rumänischen Petrolenmquellen?

wb. Pari», 18. Febr. Der Genf- Korrespon­dent betDaily Mail" will erfahren, Amerika hab« Rumänien eine Anleihe von 800000 Pfund Sterling gegen Ne Ausbeutung seiner Petroleumquellen für die Zeit von 60 Jahren angeboten.

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Cnaland.

Der Handel mit Deutschland. Die Deutschen in Groß Britannien.

wb. Amsterdam, 18. Febr. Wie derTelegraaf" meldet, beträgt die englische Ausfuhr nach Deutsch­land im vergangenen Jahr 14 150 000 000, die deutsche Einfuhr nach England 1 Million Pfund. Der Staats­sekretär des Aeußern teilte mit, daß 22 440 frühere Feinde, darunter 13 766 Deutsche, sich gegenwärtig in dem vereinigten Königreiche beiänden und daß keine Auslveisungen stattgefunden haben.

Das englische Heer.

wb. London, 18. Febr. Der Voranschlag für da» Heer für 1920/21 beträgt 125 Millionen Pfund. Der Vorgesehene Höchstpersonalbestand ist 525 000 Mann, der im Laufe des Finanzjahres auf 280 000 verringert tver- ben soll.

Die Orientsorgen Englands. --

tob. Amsterdam, 18. Febr. Wie die englischen Blätter vom 16. Februar melden, sagte Churchill in seiner Rede in Dundee: Unser Interesse 'rar es, in Ruß­land ein» Regierung zu sichern, die sich nicht in die Hände der Deutschen begeben würde. Tas versuchen mir. Es liegt auch im Interesse Englands, daß Deutschland nicht in die Arme Rußlands getrieben wird. Deshalb muß England alles tint, um bet gegenwärtigen deutschen Regierung weiterzuhelfen. Churchill fährt dann fort: Es muffe sobald wie möglich Friede mit der Türkei ge­schloffen werden, der nicht die Gefühle aller Mohamme­daner auf der Welt gegen England vereinigen dürfe. Die Verzögerung des Friedensschlusses hatte eine beson­der» ungünstig« Wirkung für England infolge der da­durch verursachten Erregung in Indien und im nahen Osten.

Die Strafexpedition im Somaliland.

mb. London. 18. Febr. fifieuter.) In einer ausführlichen Erklärung über die Lage in Somaliland sagte Amarh, daS Ergebnis der dreiwöchigen Operation, die von Flugzeugen unterstützt wurde, fei, daß die Mackit der Derwifche in Britifch-Somaliland völlig gebrochen sei. Ter Mullah, der mehrmals mit knavpet Not ent­kam, befinde sich als Flüchtling in dec Wüste und könne nicht mehr den Frieden und die Sicherheit in Somali- land gefährden. Alles Kriegsmaterial seiner Streit­kräfte und sein persönliches Eigentum seien erbeutet worden.

Wie aus London gemeldet wirb, ist ein groß angelegter Plan aufgesteltt worden, um serbische, polnische unb öster­reichische Kinder in England unterzubringen, die teils von Gemeinden, teils von Privatpersonen übernommen werden sollen.

wb. Pari», 18. Febr. Nach einer Meldung ans Marseille verlassen nach und nach die deutschen

Türkischer Vormarsch aus Bagdad»

wb. Haag, 19. Febr DemNieuwe £mrant* zufolge sind in London Meldungen eingetroffen. totM nach btt türkischen Streitkräfte Mustafa Kemal« in bet Gegend von Zeitum die Armeniet angegrifse» haben und jetzt gegen Bagdad Vordringen. Unter der- Bevölkerung herrsche große Bestürzung. Bisher feien 7000 Tote und Verwundete ja »ey zeichnen."'

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Tie Festsetzung der türkischen Grenze».

wb. London, 19. Febr. Der Oberst« Rat Be« schäftigte sich mit der Festsetzung der türkilchea Grenzen. Unterkommiffar« bearbeiten di« fteaxgU eilen Klauseln und werden morgen die Srnymafrage anschneiden.

Kerenski in Baku verhaftet.

< wb. Kop enhagen, 18. Frbr.Berlingskie Td« id-ndr" veröffentlicht Meldungen ausländischer g* hingen, wonach Kerenski sich an Bord eine« englischen Dampfers nach dem Kaukasus begeben habe, rnn mit den dortigen Bewohnern wegen einer Unterstützung der demokratischen Partei in Rußland zu verhandeln. Kerensft fei aber feindlich ausgenommen wordcr und zuletzt inBakuverhaftet worden.

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230 Milliarde» Rubelnoten.

tu. Stockhom, 18. Febr. Die Sowjettrupven find in Nordrußland in stetem Vordringen. In Rußland sind jetzt 230 Milliarden Rubelnoten im Umlauf. Di« Zeitungen kündigen eine baldige Einziehung de» Papiergelde» an.

Mililt LundtMrWÄmg.

Sitzung vom 18. Februar.

Auf der Tagesordnung steht die 1. Beratung brt He- ] setzes über steuerliche Vorrechte in eingemrinbeten Cttt- teilen. Ein Zentrumsantrag will bem Gesetz rückwirkende Kraft vom 1.4.18 ab geben und die Anwendung de« Gesetzes in das Ermessen bet Gemeinde stellen.

Ein Regierungsvertreter erklärt sich gegen den Antrag Die Vorlage geht nach kürzet Aussprach« an bat Qfe» meindeausschuß.

ES folgt die Beratung eine« AnttogeS sämtlich« bürgerlichen Parteien, der die Wahl füt btt Eltern- bei täte vorläufig ausgesetzt wissen unb ben Erlaß für diesen Beirat dem verstärkten UnterrichtSonSschuß zur Prüfung überweisen will

"Ein Regierungsvertreter bittet, bem Minister Frei­heit zu lassen, um ben Erlaß durchzusühren. Er solle bett Zusammenhang zwischen bem Elternhaus unb bet Sdtule festigen. Es handele sich um einen ersten Versuch. Soweit es notwendig fein wirb, wird der Mrmsterialetlaß ge­ändert ,sobaü> Erfahrung votliegt.

Abg. Lend (Deutschnat.): Der Einrichtung von Elternbeiräten stehen wir an sich durchaus sympathisch' gegenüber, wir sehen darin eine Mich lag-zahl ung: dena unser Ideal ist die große Schulgemeinde. Wir wolkea auch nicht, baß bie Elternbeiräte etwa im Sinne der Un­abhängigen bie Gesinnungsschmikfelei an den Lehrern ausübt. Der Minister sollte daher bk Durchführung des Erlasse» bis zur eudgültigen Regelung bet ganzen SchnErage binausschieben.

Ministerialdirektor Jahnke: Es handelt sich nicht nm parteipolitische Dinge, sondern um Schulftaqen. Nut mit diesen sollen bie Elreinbeiräte besaßt werben. Dir Wabl kann schon jetzt Überall hinau«gesch»beU werden, wo es wünschenswert ist.

- Abg. Böhlitz (D. Vpt.): ES ist sehr wertvoll, daß künftig viele Fragen, bit bisher nur im Lehrerkollegium beraten wurden, in Gemeinschaft mit den Eltern be­sprochen werden, a®tt es wäre notwendig, daß Einzel- hiiten vor Herausgabe des Erlasses im ErzftbungSbeirat zu verhandeln sind. Wir besürchten sonst eine Politi­sierung der Wahlen.

Abg. Otto (Dem.): Ich begrüße die Erklärung de» RegietungSvertreters und kann mit Rücksicht darauf immens meiner Partei auf den Antrag verzichten.

Die Beratung wird abgebrochen.

Nächste Sitzung Donnerstag. 12 Uhr: Eisenbahnzüi.r- tariszufchläge.' Schluß 7<G Uhr.

Kurze ^nslandsnachriMn.

Montenegro gegen Serbien.

wb. A m st e r d a m , 18. Febr. Wie englisch« Blätter melden, ist der Ministerpräsident von Montenegro und, frühere Befehlshaber der montenegrinischen Armee Johann Plamenatz in London eingeireffen. Einem Berichterstatter derTailp New«" gegenüber erklärt« et: Di« Montenegriner verlangten dir Räumung MorV tenegros durch die Serben und die Rückkehr de», KönigsRikolaus. !

Tie südslawische Kabinettskrise. DerCorriere dell» Sera" meldet, daß Prinzregent Alexander von ©erbte» dem Vertreter Serbiens auf der Friedenskonferenz, Vesnick, mit der Bildung des neuen Minift-rimn» betraut und dabei den Wunsch aosgefprochen habe, t»j möchkl ein KvnzcrttnttionsraHiaett geliikbtl B*rbea,