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mit dem Kreisblatt für den KrelS Marburg

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Tageszeitung für (Las früher kurhessische) Oberhessen

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DieOderhessische Zeitung- erscheint sechsmal wSchen1lich. Der Bezugspreis beträgt monatlich 2,50 X. frei in« Haus; durch die Post 2.50 «. ohne Bestellgeld Verlag von Dr C. Hitzeroth. Druck der Uni» Buchdr. von I o h. A u g. Koch. Markt 21/23. Fernsprecher 55.

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ilmißfig, 17. Februar Worss»,)

Der Anzeigenpreis beträgt fit die «ges» Zeile 50 4, amtliche und «usmär- tig« 60 , Reklamezeile 1.50 X. Zu allen Preisen 10«!, Aufschlag. Jeder Rabatt gili al» Barrabatt. Be Auskunft durch dir Eeschsitsstellr u. Bermittluu« »er An. gebot« 25 4 Sondergebühr. Postscheckkonto: Rr. 5015 Amt Frankfurt o. M.

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Kf wh. Essen, 17. Febr. Eine bedeutungsvolle Be- »fpvechung vereinigte gestern hier Mitglieder der RrichS- tznrd Staatsrcgicrung mit Vertretern der Unternehmer, grbeiter und Angestellten des Bergbaus und der Eisen- tndnstrie. Es handelte sich um die Frage, wie die Ver­wehrung der Kohlenförderung herbeigefühtt werden kann. Reichskanzler Bauer legte in eindringlicher Weise dar, daß vermehrte Arbeit das einzige Mittel sei» das Volk puS Armut und Eleird zu retten. Es müsse die oberste ßbffgabe der Regierung sein, baß die Friedenserzeugung Wieder erreicht werde . Das lasse sich nicht anders er« peickei», als indem länger als 7 Stunden gearbeitet werde. Bon einschneidender Bedeutung sei es, dah es Zelinge ,die jährliche Kohlenerzeugnng um 4050 Millio- «n Tonnen zu steigern. Nach dem Reichskanzler legte 'Herr Stinnes dar, dah die Mebrförderung von 30 sVkillionen Tonnen Kohlen eine tägliche Mehrarbeit von IVs Stunden beanspruche. Diese müßten sich an die regu- Ute Schicht anschließen. Die Ueberarbeiten sollten nicht Iürit 25, sondern mit 100 Prozent Zuschlag auf die bis­herigen Sätze bezahlt werden. In der Brotversorgung feien die Untertagarbeiter mit den Selbstversorgern gleich- zustellen. Die Vertreter der Gewerkschaften forderten bes- sere Ernährung für den Bergmann und erklärten, daß die Durchführung der geforderten Ueberstundcn gegenwärtig «ine zu große Belastungsprobe für die Orgausiationen darfteNe. Der Reichswirtschaftsminister ließ erklären, rr sei sofort zu Verhandlungen bereit, wie eine bessere Ernährung herbeigesührt werden könne. Bei der weiteren Erörterung, an der sich auch Reichsarbeitsminister Schlicke beteiligte, wurde oas Für und Wider eingehend besprochen sput dem schließlichen Ergebnis, daß über die Frage der Neberarbeit sofort Verhandlungen in der Arbeitsgcinein- schast ftattfinden sollen. Die Verhandlungen über die tzorm und das Maß der notwendigen Mehrarbeit tver- den bereits am Mittwoch ausgenommen.

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, Die Neugestaltung ber Ernähruugs- Wirtscha-t.

Beiträge zwischen Erzeugerorgnnisaiiouen und Städten.

Berkin, 16. Febr. Zwischen Vertretern der Deut- -fcheu Städtetages fand heute eine, mehrstündige Be-- Crechnug über die Gestaltung der Ernährungswirtschaft r das' Wirtschaftsjahr 1920/21 statt. Die Mängel r bisherigen Zwangsbetoirtschastung wurden cinge- Jend erörtert und Maßnahmen für bereit Abstellung in den Grundzügen besprochen, insbesondere der Ab- fchlutz von Verträgen zwischen Erzeugerorga- Oisationen und den Städten zur Deckung des notwen- higsteii Nahrungsbedarfes. Zur weiteren Prüfung ttorbe eine Komission, zu gleichen Teilen aus Vertre­tern der Landwirtschaft und des Städtetages bestehend, ringefetzt, die bereits morgen ihre Verhandlungen auf- nehmen und mit Rücksicht auf die Dringlichkeit der Sache mit äußerster Beschleunigung beenden wird. Hedenfalls wollen Städte und Landwirtschaft den ern­ten Versuch machen, in dieser das ganze Land be­rührenden Ernährungssrage Hand in Hand zu ar­beiten. ' ;

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Die Lage in Oberschlesien

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scheint nach allem, was man in der Presse lieft, keines­wegs unbedenklich und ein polnischer Putsch nicht ausgeschlossen zu sein. Das teilweise schroffe Vorgehen der französischen Besatzungstruppen ist vielfach als die Kolge polnischer Hetzereien und rachsüchtiger Angebereien «nzusehen.

Di« meisten Blätter besprechen die bemerkenswerten Neurente in der Lage Oberschlesiens. Eine namhafte Persönlichkeit in Oberschlesien schreibt demB. T.", Man erwarte von der deukschen Regierung und dem deut­schen Besetzungskommissar, daß sie die Rechte und be- spechtiüten Forderungen der Deutschen mit größtem Nach­druck vertreten. Man sei nicht gewilll, sich widerstands- ter polnischer WUlkür auszuliefern.

- Die Deutschnationale Volkspattei und die Demo- stasische Partei in Kattowitz erklären: Tie unterzeichneten Parteien haben durch eine gemeinsame' Aussprache mit xn Vorstandsmitgliedern die bestehenden Unstimmigkeiten itfeitigt und sich bereit erklätt, für die gemeinsame »rutsche Sache zu arbeiten.

DieSchlesische Zeitung "berichtet: Die interalliierte Kommission für die Abstimmung in Oberschlesien hat tengeortznek, tmß die Verteidigung der Beamten auf ,Nt Reichsverfassung unterbleiben solle.

In Mosenberg gab die Polizeiverwaltung bekannt, terß bei Strafandrohung für Unterlassungen der uni« -formierten Beamten die französischen Offiziere -«grüßt werden müssen.

Wb. Berlin, 16. Febr. Während das Verbot an die Leitungen, in den besetzten westlichen Gebieten- die An- Migen für di«Grenzsvende" zu veröffentlichen, zum Teil »nttts zurückgezogen ist, hat die französische Besatzungs- .»ehörde in Bouthen (Oberschlesien) die Anzeigen durch Lersügnng vom 12. 2. untersagt.

1 Wb Pari», 18. Febr. Ministerpräsident SRille« »ar. d stattete heute dem deutschen Geschäftsträger Mi- ^Aist-r Dr, M -r g t s seinen Gegenbesuch ab.

At AntlVg-l-'ölk

Wb. Paris, 16. Febr. Die der deutschen Regie­rung zur Frage der Auslieferung der Schuldigen über­gebene Note hat folgenden Wottlaut:

Die Verbündeten haben mit Aufmerksamkeit die Mit­teilung verfolgt, die von der deutschen Regierung am 25. Januar an sie gerichtet wurde und in der die schweren Folgen sowohl wirtschaftlicher wie politischer Natur bar- aelegt werden, bi« bei der Durchführung der in Artikel 228 bis 230 über 'die Auslieferung der mitgeteilten Deutschen enthaltenen Bestimmungen eintraten würden. Die Mächte stellen fest,: Deutschland erklätt sich außer Stande, die iür es aus dem oben erwähnten Artikel des von ibm unter» zeichneten Vertrags sich ergehende Verpflichtung einzu­halten. Sie behalten sich vor, das ihnen aus'dem Vertrag zustehende Recht in dem Maße und in der Form zur Anwendung zu bringen, wie es ihren Zwecken dienlich erscheint. Unter dieser Voraussetzung nehmen die Verbündeten Kenntnis von der durch die deutsche Regie­rung abgegebenen Erklärung, daß sie bereit ist, vor dem Obersten Reichsgericht in Leipzig ein-Straf­verfahren gegen alle Deutschen einzuleiten, deren Aus­lieferung die Verbündeten zu verlangen beabsichtigen. Die Verbündeten haben gleichzeitig beschlossen, um bet Wahr­heit und Gerechtigkeit zum Durchbruch zu verhelfen, eine internationale gemischte Kommission zu beauftragen, eingehend und im einzelnen die Straftat eines jeden, dessen Schuld durch die Verbündeten fest- gestellt wurde, gesammelt zu veröffentlichen und der deutschen Regierung mitzuteilen. Endlich halten die Verbündeten darauf, in förmlicher Weise zu erflären, daß das Verfahren vor einer Gerichtsbarkeit, wie sie vorge­schlagen wurde, in keinem Falle die Bestimmung des Artikels 22? bis 230 des Friedensvertrages beheben kann Die Mächte behalten sich das Recht vor zu prüfen, ob das durch Deutschland vvrgeschlagene Verfahren, daS nach Deutschlands Versicherung den Angeklagten alle Rechts­garantien sichern soll, nicht schließlich darauf hinauskäust die Schuldigen der gerechtlichen Bestrafung zu entziehen Die Verbündeten werden in einem solchen Falle ganz ihr Recht ausüben und die Schuldigen vor ihr eigenes Gettcht stellen.

Die Note enthält also das Zugeständnis, daß die An­geschuldigten vor dem Reichsgericht in Leipzig abgeurteilt toerben sollen, nachdem ein gemischter internationaler Aus­schuß die ihnen vorgeworsenen Straftaten^zusainmengestellt ttnb der deutschen Regierung mitgeteilt'hall Von einer Verkürzung der Listen ist nichts gesagt. Die Gegner be- fxilteu sich und das ist wesentlich alle Rechte üus dem Friedensvertrag vor, d. h. auch die,Auslieferungsforderung, etwa wenn nach ihrer Ansicht die Angeschuldigten zu Unrecht freige- ssprochen würden. Man sieht, daß, wenn auch das ent­ehrende und schmachvolle Auslieserungsverlangen vor­läufig nicht ausrechterhalten wird, die Gegner auf keines ihrer angeblichen Rechte verzichten. Millerand ist sogar der Ansicht, daß dies« Note ihnen neue Macht in die Hände gibt, eine Ansicht, die auch in folgender Meuter» Meldung vertreten wird:

Wb. Amsterdam, 16. Febr. (Reuter.) Tie Ber- bündeteu haben beschlossen, dass die Kriegsverbrecher von deutschen Gerichtshöfen abgenrteilt werden dürfen. Wenn die Nrteilsfprüche unbefriedigend seien, behielten sich die Berbündeten das Recht vor, Deutschland wegen Richterfüllung des FriedenSpertrages Strafen aufa«erlegen. X

Der Hebel zu neuen Zwangsmaßnahmen ist also an­gesetzt. Die Frage bleibt nur, ob nick» wann er in Bewe­gung gesetzt werden wird.

Polnischer Vertragsbruch.

Wb. Berlin, 16. Febr. Bekanntlich beteiligte sich an der Aufstellung der Auslieferungsliste auch Polen, daS bann 51 Personen des Kriegsverbrechens beschuldigt. Daß Polen einen derartigen Schritt tun würde, wurde in der polnischen Presse in letzter Zeit schon verschiedentlich angekündigt. Diese Nachrichten erschienen aber zunächst kaum glaubhaft, da Polen in aller Form auf seine sich auS den Artikeln 228 bis 230 des Friedensvettrags ergebenden Rechte verzichtete. Ter deutsch-polnische Amnestievettrag vom 1. Oktober 1919 bestimmt im Artikel 6, daß jeder vertragschließende Telle volle Straffrei­beit für all« vor Inkrafttreten dieses Vertrags gerichtlich oder disziplinarisch strafbaren Handlungen gewähtt, bte auf militärische, politische oder nationale Betätigung zugunsten deS anderen Teiles »urückzuführen sind. MS Beispiel deS Amnestiesalles wurde der Fall des jetzt auf der AuslieferungSliste stehenden früheren Verwaltung^ chess v. KrieS erwähnt. An sich wären zwar Fälle von gemeinen Verbrechen denkbar, die durch den Amnestiever­trag nicht gedeckt sein würden. Obwohl die polnische AuS- lieferungsliste die von der polnischen Regierung erhobenen Beschuldigungen nur ganz oberflächlich mit summarischen Schlagworten bezeichnet, geht daraus doch mit aller Deutlichkeit hervor, daß sich zum mindest« die Mehr»

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Keine Bresche in den Vertrag gelegt. Reue Macht in die Hände der Westmäche.

Wb. P ojc i <, 16. Febr. Ministerpräsident Millerand hat gestern abend nach seiner Rückkeh» einem Vertreter desPetit Journal" Mitteilungen über die Londoner Berbandlungen gemacht. Er erklärte, die Unterredungen hätten zu befttedigendem Ergebnis geführt. Die Note, die der deutschen Regierung in der Auslieserungsfrage über­reicht wird, hatteden Grundsatz, der in Artikel 228 aus­gesprochen worden sei, formell auftecht, nur die Aus­führungsmethode werde geändert. Wenn Deutschland die Beschustsigten vor seinen eigenen Gettchten erscheinen lasse, würden die Verbündeten über seinen guten Willen urteilen und im negativen Falle die M a-ß n a b m e n in Erwägung ziehen, die die Nicht- aussübrung der Klauseln erfordern würde. Es sei also unrichtig, zu sagen, daß eine Bresche in den Ver­trag gelegt worden sei, und daß der französische Minister­präsident kapitnliett habe vor der Aussöhnungspolitik, die in England und Italien von Hundetten von Personen gepredigt toerbe. Die Londoner Note könne inDeutsch- land Enttäuschungen Hervorrufen, denn sie gebe den Verbündeten eine neue^ Macht in die Härü»e, um von der deutschen Regierung und dem deut­schen Volke die Ausführung aller Klauseln, die auf die Wiedergutmachungen Bezug haben, zu verlangen.

Die Rote noch nicht überreicht.

Berlin, 17. gebt. Wie dieDeutsche Allg. Ztg." hött, ist bie in London fertiggestellte Note in der Aus­lieferungsfrage bi» in die gestrigen Abendstunden der deutschen Regierung noch nicht überreicht worden. Da die Note am Sonnabend von London durch Kurier abge­sandt worden sei, dürfte ihre Ueberreichnng durch den englischen Geschäftsträger wahrscheinlich erst heut« er­folgen.

Ritti über bas geknebelte Deutschland.

tob. Pari», 16. Febr. Ministerpräsident Nitti er­klärte dem Berichterstatter desMasin" in London, die Verbündeten hätten bis jetzt gelebt, ohne Rücksicht auf die 300 Millionen Deutschen, Oesterreicher, Ungarn und Türken zu nehmen, die durch ihre Arbeit und ihre Bodenerzeugniffe notlvendige Mitarbeiter an der Wie­deraufrichtung Europas seien. Man müffe mit her Politik rechnen, die man fett 15 Monaten befolge, 300 Millionen Menschen als Feinde zu betrachten. Nitti sagte. Deutschland, von dem sie Wiedergutmachungen verlangen, ist zur Unfähigkeit zu produzieren ver­urteilt. Sie haben nichts von Deutschland zu befürchten, es ist vollständig in ihren Händen. Es hat weder Flotte noch Nohmatettal. Es bedeutet keine Gefahr mehr.

Ans Versehen auf der Liste.

tob. Paris, 16. Febr. Wie derTempS" meldet, soll der Näme de» ehemaligen GrotzherzogS von Hessen ans Versehen auf die Auslieferungsliste gekommen fein. Es sei möglich, daß auf Grund einer Nachprüfung der gegen ihn vorliegenden Beschuldigungen die Ver­bündeten veranlaßt werden, chn von der Liste zu streichen.

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Die Note an Holland.

wb. Haag, 16. Febr. Wie das Korr.-Büro hört, ist ein neues Schreiben bei ber niederländischen Re­gierung bezüglich der am 21. 1. von der niederlän­dischen Negierung dem Obersten Rat gegebenen Ant- wott aus das Ersuchen um Auslieferung deS vorma­ligen Deutschen Kaisers eingegangen. Entsprechend den internationalen Gepflogenheiten kann die Ver­öffentlichung des Schreibens vorläusig noch nicht erwatttt werden.

zahl der Beschuldigungen nicht aus gemeine Straf­taten »sondern auf politische oder militärische Maßnahmen bezieht. Es braucht nur darauf hingewiesen zu werden, daß auf der Liste z. B. General v. B e f e l e r und der erwähnte frühere Verwaltungschef v. Kries erscheinen, denen Plünderung, Erpressung und Zerstörung von Fabtt- len vorgeworfen werden. Die deutsche Regierung sieht sich hier also einem krassen Vertragsbruch gegen­über. Ob und inwieweit Polen hierbei unter dem Druck der Verbündeten handelte, kann dahingestellt bleiben. Sollt« es sich soweit in die Abhängigkeit von seinen Ver­bündeten gegeben haben, daß es den Gehorsam vor deren Meldungen über die Pflicht der Bettragstreue stellt, so hätte e« sich damit selbst von der Liste der Staaten ge­strichen, mit denen Vetträge geschlossen werden können.

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nck. Leipzig, 16. Febr. Der Zentralvortz.and des Gustav Adolf-Vereins ging bie Mitteilung zu, daß bie polnisch« Regierung sofort nach bem Vollzug ber An­nexion u. a. auch bie Einfuhr von Andachtsbüchern verbot. Das Verbot stelle eine starke Beeinträchtigung der evangelischen Kirche dar, bie auf ben Bezug ihrer AndachlSbücher auf Deuffchlanb angewiesen sei.

tob. Amsterdam m, 17. Febr. Der Warschauer Berichterstatter derTimes' hatte eine Unterredung mit General Pilsndski. Der General bezeichnete es al»

sehr wahrscheinlich, daß die Bolschewisten eine -Cffenft#« liegen Polen planen. Sie verstärkten Tag für Tag ihr« Streitkräfte. Der General ettlürte jedoch, man braudx nicht besorgt zu fein. Die Bolschewisten seien schlecht« Soldaten. Es sei ausgeschlossen, daß Polen in Mefem Kampfe unterliegen könne, selbst wenn e» den Boffche« misten gelinge, einen beschränften Erfolg zu erzielen.

ttebergefe des Memelgebiete».

Berlin, 17. Febr. DieDeutsche Allg. Ztg.' be. richtet au» Memel, daß dott gestern im Rathaussaal« die feierliche Uebergabe deS Memelgebiete» durch tat Reichskommissar Grafen Lambsdorff an den Cbee» kommissar der Westmächte General O d r h erfolgt fd. Der General teilte mit, daß der gefchäflSführend« Aus­schuß für daS Memelgebiet mit feinem Vorsitzende«, dem Bürgermeister Altenberg, bi» auf wettere» bw Re# gierungsgefchäfte weiter führe« werde, während di« oberste Gewalt in Odry» Händen liege. Französisch« und englische Truppen hatten auf dem Platze vor be« Nationaldenkmal Aufstellung genommen». Nach bet Uebergabe -wurde eine Parade übet sie abgeh alten.

Rußland.

Bolschewistische Riederlage gegen die Rumänen.

.wb. Bukarest, 16. Febr. Die Bolschewisten 6dhe» bei Mohilew bie rumänischen Truppen angegriffen, wurden aber blusig zurückgeschlagen. Die Hauptstreitkräfte der Bolschewisten nähern sich dem Dnjestr. DaS große Haupt« Mattier hat umfassende Maßnahmen zur Sicherung der Grenzen getroffen.

Der Vormarsch gegen Archangelsk.

tob. Amsterdam, 16. Febr. Den englische» Blätter zufolge besagt der Kriegsbericht der Bolschewist«» vom 12. Februar: Die roten Armeen setzten den Vor­marsch gegen Archangelsk fort. Di« sind noch 160M) Meilen von der Stadt entfernt.

Sowjetrußland gegen da» Dvihbergeu-Abkommen.

wb. Haag, 15. Febr. Wie derNteuwe Eournnt" auS Moskau meßet, hat ber Sowietkornrniffar für «nute wättige Angelegenheiten Tschitscherin an die Regierunge» Norwegens, Englanbs, Frankreichs, Italien», Japans unb der Vereinigten Staaten eine Note gerichtet, in bet er gegen das Spitzbergenabkommen, wonach Spitz- bergen fin Norwegen abgetreten wirb, Einspruch erhob. Tschitscherin erklärte, Rußland babe wichtige Interessen in Spitzbergen und denke nicht daran, eine Regelung anzunehmen, an deren Zustandekommen e8 nicht Mit­wirken konnte. *

Avrrika.

Jede Aussicht auf Ratifizierung geschwunden.

wb. Haag, 16. gebt.Nieuwe Emtrant* werdet aug Washington, die unmittelbare Erfolg« der Ange« legenheit Wilson-Lansing werde wahrscheinlich die sein, daß jede Aussicht auf Ratifikatton deS Friedensverttr^ geschwunden ist. Ermutigt durch di« neuen B«S Wicklungen haben di« Anhänger von Senator Lodg« bat Antrag HitchcockS verworfen, von dem man gerade et« wartet hatte, daß er zur schleunigen Ratifizierung über­leiten werde. Nun ist man soweit, wie man im Roe vember trat. z ;

Amerikanische Steinkohle für Deuffchlanb.

- tob. Hamburg. 16. gebt. Der japanische Dampfer Tschifu Marn" mit 8200 Tonnen amerikanischer Stein­kohle ist auf der Elbe eingetroffen. Ein Teil der Lad«, ist für Bersin, der andere für Hamburg bestimmt, ,

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Türkische Armemmnorde.

tob. Berlin. 18. Febr. LautBack. Lokal««-.' meldet der britisch« Geistlich« Buxton, der in Armenien die Hilfsaktion be» Londoner Lord-Mahot» leitet, die Ermordung von 1600 Armenier durch die Türken. Nach amerikanischen Meldungen beträgt die Zahl ber Ermor­deten 2000.

Frankreich.

wb. Paris, 15. Febr. Der französische Senat hat bie Erhöhung ber Eisenbahntarife angenommen. Die Erhöhungen können erreichen für Reisen in 3. 8t, 45, in 2 Kl. 50. und in 1. SL 55 Prozent. Bei ben Gütertarifen ist eine Erhöhung bis zu 116 Prozent gestattet, . .

Herzog Johann Albrecht zu Meckkenburq f»

Schwerin, 16. Febr. DieMecklenburgische Ztg." melbet aus Wiligrab: Herzog Johann Albrecht z» Mecklenburg ist heute nachmittag 6 Uhr sauft enffchlafen«

Der$ctL Lok-^Anz." erinnert baran, baß sich bas Wirken bes Enffchlasenen weit herauShob aui all« Kirchturmpolitik. Er sei ein fleißiger Förderer unser« Kolonial- und Flottenbestrebungen ge­wesen, ber sich in Seereisen au» eigenen Anschauungen mit ben Verhältnissen Asiens und »Afrikas vertraut ge­macht hatte. In berDeutschen Allg. Zeitg." wird ge­sagt: Johann Albrecht war all Vorsitzender der Deut­schen Kvlonialgesellschaft für die kolonialen Bestrebungag außerordenllich tätig, bat aber auch sonst mehr all «ttbtfl nicht regierenbe Mitglieder der deutschen gürftenbiajtS ei« Roll« gespielt. r?