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Tageszeitung für (das früher knrhesiische) Oberhessen

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DieD b e t b e I f' i 6 e Setteng" erscheint kA»wt«! wüchentttch. Der 1eiu«8»tef« betrict w»netli4i ?/O Jl. frei ml Hauk; burch bie Weil 2.50 e. ebne «eRelgel» - «erleg »ee Dr C. HitzeretK. Druck »er Uni» . i'uchbr. »»n I »k>. « - Merkt 21/22. §eres»recher 66.

Marburg

Fre tag. 13- Febmar

Der Anjeigen»rei» bettlet fir bte Igel». Zeile 80 J, ewtlttle «nb ev«wet- tine M , Reklamezeile 1.60 Jt. Zu atlrn Tre'frn b tfufftbleg. ?e»er Kebett gilt eie lerrebett. Le Wwefwnft »ur<b eie GeichliteKelle ». Veimtttlvna let«- gebe» 26 J Leebergeblbr. Postscheckkonto: Ät. 6C16 Iwt Frankl ort a. M.

1.55 3iNr|« I 1920

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5u bet schlimmen Lage, in der wir uns zur Zei' befinden, E es menschlich begreiflich, wenn da? Ohr fick besonders bereitwillig tröstlichen Nachrichten öffnet. Ge tobe beShakb aber besteht die Pflicht, sich die unumstöst - Kchen Tatfachen tot Augen zu halten. Nur so ge- [Rnmtt men bk nötige Klarheit, und nur so vermag man sich durch bk verwirrenden Fäden hindurchzufinden, die L«g sSr Tag von Neuem durch die Nachrichten-Ueber- imittlung kreuz und auer gesponnen werden. Deshalb ist zunächst <ra einer grundlegenden Tatsache festzuhalten: Die Botsch,ifter-Konserenz in Paris hat die Ansliefe- tunflefiBe nnd die dazugehörige Note unverändert kn Derlru durch den französischen tzleschäftsträger über­reichen fassen Diese Feststellung ist deshalb wichtig, «veil

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kn der voransgegangenen Sitzung der Botschafter-Konfe­renz bk Vertrauensmänner Llovd Georges ihre Ansicht wie versichert wurde, in nachdrücklicher und ausführlicher Rebe zur Geltung gebracht haben. Tie Botschaster- Lonfereng. das ausführende Organ der Verbündeten, ha' sich datzvrch nicht veranlasst gesellen, an der beschlosse­nen Liste und der Begleitnote auch nur das Geringste gbzuändem. Und wenn schließlich dieser ober jener Name gestrichen worden wäre, so würde sich die Lage für Teutsch- fottb mn nichts ändern. Maßgebend kann und darf für Regierung und Volk nur fein, daß die Auslieferung b«itschet Bürger verlangt wird, sei es nun .Hindenburg Avvitankentnant Jeß ober ber Gefreite Schräder in Ost­afrika, und daß dieses Verlangen einfach abzulehuen ist. Auf derselben Linie steht bie Frage eventuellerMilde tnngen" in Bezug auf das Verfahren, etwa bie Aburtei­lung vorunparteilichen Gerichten". Es bleibe dahinge­stellt, was man sich darunter int einzelnen rarstellt. Wenn «n neutrale Gerichtshöfe gedacht wird, so muß man mit

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Graf Reveutlow (Deutsche Tagesztg.") bezweifeln abgeselMN MH der Frage, ob Neutrale zu der Uebernghme dieser Aufgabe bereit wären, daß es überhaupt' diese Dinqe ein unparteiliches tstericht gibt, augesickt einer Weltlage, wo Deutschland am Boden liegt und enf Herr betreffenden Neutralen der ungeheure Druck der Europa beherrschenden Mächte leisten würde

Immerhin darf nicht unbeachtet gelassen werden, daß »tc englische Presse in gewissem Sinne gegen die kraffeu Ausliekrunassorderungen der Botschafter-Konferenz Lärm schlägt. Auch Lloyd George soll die französische Am svssung nicht ganz teilen, worüber jedoch nicht klar gesehen werden kann. Es ist möglich, daß es sich um die Ab­neigung Englands handelt, einen neuen Zug der fran­zösischen Revanchepolitik mitzutun ober zu unterstützen. Nach Mikterands Reden in der französischen Kammer nwchte Krnnkreich die deutsche Verweigerung der Aus litseruug gern als Anlatz benutzen, um sich dauernd auf dem linken Rheinufer festzufetzen. Vielleicht be­zweckt der englische Zeitunzslärm nichts anderes, als Frankreich etwas einzuschüchtern und es von diesem Wege «bzubringen. Soviel scheint jedenfalls sicher zu sein, daß die englischen und französischen Meinungen übet das

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taktische Verhalten dem deutschenNein" gegenüber etwas auSeinandergehen. Die Hauptsache bleibt allo nach wie bot, daß wir in unserem Widerstände festbleiben. Die angekündigle Note ber Gegner wird deutlicher er­kennen kaffen, ob die Vernunft auf ber Gegenseite die Rachsuch? und den Vernichtungswillen im Zaum zu halten sich anschickt. Ist es ber Fall, so hätte der geschlossene deutsche Widerstand damit bereits einen sichtbaren Erfolg da von getragen. Bis aber der volle Erfolg errungen ist, gibt'-es tya#n»ber allen Drohungen nut eine Parole: H^fichLoiikreD und nicht wankend wcrbenl

r Aväuberungsautrag im englischen Unterhaus.

wb. Amsterdam, 12. Febr. LautAlgemeen haudrlsbkad" hat ber Führer der Liberalen im eng­lischen V c kaufe Sir Mae Lean ang kündigt, daß er einen ÄHimderungSitntrag betreffend die Revision bee grieben8tiertrage§ einbringen werde. Mac Lean sagche. auch der franzöfisch-englisch-amerikanische Kcrtrag nrfiffc abgeäirdert werden.

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wb. Bern, 12. Febr. Der Pariser Korrespondent ►erdostet Rationalzeitung" saßt das Ergebnis der fetzigen Londoner Beschlüsse dahin zusammen, man sei stch in Poris durchaus darüber klar, daß nunmehr in ßonbotr bk Brücken zur bisherigen auswärtigen Politik ber Weltmächte abgebrochen werde« seien. Die Züricher Post" erfährt aus Paris, es verlaute, daß der französische Finanzminister Millerand nach London be­gleite, um zusammen mit den englischen Kabiülttsmit- «lieberit darüber zu beraten, wie man aus Deutschland «in Höchstmaß an Leistungen erzielen könnte, 5ue Deutschland zu vernichten und seine wirtschaftliche Erholung lnnnöglich zu machen.

wb. London, 12. Febr. Millerand ist in Be­gleitung Marschall Jochs gestern hier eingetroften und von Lkotch George am Bahnhof empfangen worden. Die erste Konferenz ber Minister findet heute statt.

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Die neue Note an Holland.

tu. Rotterdam, 12. Febr. Die neue Kote der BerW»tbe*n et Holland in der Frage ber Auslieferung k» Soifer» ist gestern von dem Ptemiermnn^er fertig- stellrll« und otzgesandt worden.

KIMM« itt Wisiiil»?ks«mm'«m.

wb. Berlin, 12. Febr. Wie dieDeutsche Allg. 7tg." hört, beabsichtigt Präsident Fehreubach die Aationelversammlnng am 24. Februar einzuberufen. Tollte bis dabin daS Material zue Auslieferungsfrage noch nickt völlig vorliegen, daß eS zum Gegenstand der Aerbandlungen gemacht werden kann, f, wird die Nationalversammlung in die Verhandlung der laufenden Sachen ein treten.

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DieWMeM StKtMttNM.'

Zu der Note Millerands, in ber wegen ungenü­gender Kohlenlieferung wirtschaftliche und finanzielle Verg?ltungsinatz"eaeln angekündigt werden, wird von zuständiger deutscher Seite erklärt:

Die Kohlennote vom 8.2.1920 geht aus vom fran- tosischen Ministervräsidenten und ist gerichtet an den deutschen Geschäftsträger. .Sie beschwert sich über mangel­hafte Kvl'lenl'eferungen Deutschlands gegenüber den über­nommenen Vervflichtuugen. Für die Behandlung der stobsenlieferungen ans dem Friedensvertrag ist lediglich 'ter Wiedekgutmachunasausschuß zuständig. Er allein hat das Recht, bie deutschen Kohlenliefernngen festznsetzen. Er allein bat bie Ausführung ber deutschen Verblich- hingen zu überwachen, und er hat Maßnahmen zu treffen, «alls Deutschland feinen Vervflichtuugen nicht nachkommt Der ffanrösische Ministerpräsident hat fich in seiner Note Befugnisse angematzt, die ihm nicht zustehen. Daher ist. es auch nicht verwunderlich, daß seine Note von unzutreffenden Voraussetzungen ausgeht und zu falschen Schlußfolgerungen gelangt. Die Verpflich­tungen der deutschen Regierung aus dem Versailler Protokoll vom 29.8.1919 sind in bet Note sachlich unrichtig toiebergearbeu. Deutschland bat in dem Proto­koll lediglich erklärt, mit ber Lieferung von Kohlen an die alliierten und assoziierten Machte sogleich beginnen zu wollen. Bestimmte Mengen- Kohlen vorzuliefern, bat Denlfchland in dem Protokoll nicht versprochen. Als Gegenleistung für bie durchaus freiwilligen Vorliese ruugen von Kohlen hat das damalige Orgauifations- - Komitee in Aussicht gestellt, dem Wiederqutmachungs- ansschuß nach seinem Zusammentritt, allo nach Inkraft­treten des Friedensvertrags, vorzufchlagen, daß Deutsch­land aus der Grundlage seiner gesamten deutschen Er zeuaung von 9 Millionen Tonnen Steinkohlen im Monat t 660 000 Tonnen monatlich an die Entente liefern solle und zwar bis .zum 30. 4.1920. Ter Wiederautmachungs- ausschntz hat diese Erklärung ber deutschen Regierung Gegenüber erst durch die Note vom 30.1.1920 bestätigt. Da nach § 10 des Anhangs 5 zu Teil 8 des Friedensver- trags die Anforderung seitens des Wiederautmachungs- ausschnsses und eine bestimmte vertragsmäßig festgesetzte Aiikündiaungssrist für den Beginn der Psiichtliefernn- gen entscheidend sind, folgt aus Vorstehendem, daß eine Verpflichtung Deutschlands zur Lieferung bestimmter Mengen bisher nicht besteht. Die bisherigen Kohlen- (iefentngen sind als durchaus freiwillig zu betrachten, und es kann deshalb auch teiu Vorwurf gegen Deutsch land daraus hergeleitet werden, daß bestimmte Mengen nicht erreicht worden sind. Im übrigen ist von deutscher Seite in dem Protokoll die während des ganzen Verlaufs der Verhandlungen stets nachdrücklichst abgegebene Er­klärung wiederholt worden, daß Deutschland ohne schwere Schädigung seines wirtschaftlichen Lebens vorläufig ü ber­bau p t micht imstande sei, bedeutende Lieferungen zu machen. Wirtschaftlich betrachtet, liegt in der Tat­sache ber freiwilligen Kohlenlieferungen vor Ablauf ber im Friedensvertrag vorgesehenen Ankündigungssrist ein gewaltiges Opfer Deutschlands und zugleich ein schlagender Beweis für die Bereitwilligkeit Deutsch­lands, seine Verpflichtung zur Wiedergutmachung nach besten Kräften zu erfüllen. Hätte Deutschland diese freiwillige Lieferung nicht übernommen, so hätte es die bisher an die Entente gelieferten Kohlen seinem eigenen schwer erschütterten Wirtschaftsleben zuführen können Statt dessen hat es sich dieser sehr erheblichen Kohlen­mengen entblößt, um sie zur Wiedergutmachung zu ver­wenden. Diese freiwillige Leistung, gegen die sich die alkercrnstesten Bedenken aus den Kreisen der deutschen Volkswirtschaft erhoben haben, hatte eigentlich volle Anerkennung ber Verbündeten verdient. Schließ­lich ist noch hervorzuheben, daß der Hinweis auf Vergel- tnngsmaßregelu, die nach dem Vertrag nur im Falle vorsätzlicher Nichterfüllung der Verpflichtungen in Frage kommen, sowie aus eine Aeuderung des Artikels 429 des Friedensvertrages, der die Ränmungsfristen für die besetzten Gebiete regelt, nicht verständlich er scheint. Auck für die Beurteilung biefer Frage ist yicht bie französische Regierung, sondern der Wicbergutmachungs- auSschuß zuständig. Es ist nicht einzusehen, wie bei Wiedergutmachungsausschuß Anlaß finden könnte, der artige Maßregeln in Erwägung zu ziehen.

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Der Völkerbund hat z« eutscheideu.

tu. Bern, 12. Febr. Professor Rosstet teilt in der Tribüne be Lausanne" zu den von Frankreich in Er­wägung gezogenen militärischen Maßnahmen zur Er­zwingung seiner Forderungen mit, daß der Artikel 376 des Versailler Vertrages lediglich der Bölkerbund über etwaige Differenzen zwischen den Berlragsteil- nehmer zu entscheiden habe.

Wie derReichsanz." meldet, werben bie türkischen Interessen in Deutschland von der schweizerischen Ge­sandtschaft wahrgenommen.

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Wegen Vergehens gegen bk Krieasgesetze unb die Kriegsaebränche anläßlich des U-Bootkrieoes sieben mit ber englischen Liste außer ben bereits genannten Admi­ralen unter der Beschuldigung die bezeichneten Fahrzeuge mit außergewöhnlicher Unmenschlichkeit ohne Warnung angegriffen oder torpediert m baben:

Kapitänleutnant b.Res. Kiesewetter. UC.56 leng- lffches Hospitalschiff Glenart Castle). Oberleutnant zin See Patzig U 86 (norwegisches Schiss Ealcmtine, eng» l-'ckes Hospitalschiff Llandoverh Castle). Kapitänleut­nant Mar Valentins^, U.38 (englisches Schiff Klenbv, norwegisches Schiff Magba, spanffches Schiss Vena Castillo, englisches Schiff Persia, italienisches Schiff Aneona). Kapitänleutnant Werner, U.55 (englische Sckifse Clearfielb, Artist, Trevonc, Torrinaton und Hospi- talschifse Rewa, Guildford Castle). Kapitänleutnant Jeß, U. 96 (englische Schiffe Apapa, Destro, Jnkosi). Kavitän- leutnant Kolb e, U. 152 (portugiesisches Schiff Neptuns, italienische Schiffe Gastano Costanzo, Luigi, amerikani­sches Schiss Whyland, englische Schisse Elsie Birdett, Ella- ston). Kapitänleutnant Neureuther, UC. 55 (nor- ivegischcs Schiff Afters, englische Schiffe Clan Murrav, Fernlatz, norwegisches Schiff Clara). Kapitänleutnant Aust, UC. 45 (norwegisches Schiss Teie, englisches Schiff Golden Hope). Kapitänleutnant Waßner, UC 69 (englisches Schiff Addah, französisches Schiss Jeanne Eon- feil). Kapitänleutnant Drüscher, U.20 (englische Sckifse Tokomaru, Jkaria). Kapitänleutmint Bothmer, U 66 (englisches Schiss Mariston). Oberleutnant zur See Neumann, UC. 67 (englisches Hospitalschiff Dover Castle). Kapitänleutnant Rücker, U.34 (englisches Schiss Vietvria). Kapitänleutnant Gansser, U. 33 und U. 466 (englische Schiffe Clan Mr. Clevd, Belle os France, Me. Katz, Artesia, griechisches Schiff Cheriton, italieni­sches Schiff Atlantide). Kapitänleutnant v. Glasenapv U 91 (englische Schisse Havleuburtz, Birchleas, Landonia, Baron Herrie, Ethel). Kapitänleutnant v. Georg, U 57 und U 101 (englische Schisse Resugiv, Arlington Court, Jersey City, Teal, Richard de Larrinaga, Glen- forb, Trinidad, John G. Walter, Lough Fisher). Kor­vettenkapitän v. Nostiz und Jänckendorf U. 151 Englisches Schiss Twinsk-, Kapitänleutnant v. Schra - ber, U. 50 (englisches Schiss Dartmoor). Kapiiänleut- nant Hans Adam, U. 82 (englisches Schiss Galwcch Castle). Kapitänleutnant Steinbrinck, UB 18 (iran- zösisches Schiff Sussex).

Als verantwortlich sür das Bombardement auf offene Städte stehen auf der Liste Großadmiral vo u Tirpitz, Vizeadmiral Paul Behacke, Admiral von Müller, Admiral v. Jngenobl (14. Dezember 1914 Beschießung von West Hartlepool, Scarborough und Whitby) und Konteradmiral Tapken.

Wegen Legens von automatischen Kontakt­minen zum Zweck Handelsschiffe znzerstören, stehen aus bet Lifte Großadmiral v. Tirpih, Admiral v. Cavelle, Vizeadmiral Behacke, Admiral Scheer, Admiral v. Müller, Fregattenkapitän Nerger (Kommandant des Wolf), und Korvettenkapitän Biermann (Kom­mandant der Königin Luise, August 1914). ,

Unter der Beschuldigung, am 17. Oktober 1917 einen skandinavischen Convoi ohne Warnung beschossen zu haben und keinen Versuch gemacht zu baben, Ueberlcbende zu retten, stehen auf der Liste: Kapitän zur See Otto v.Bülow, Kapitän zur Sce Leonhardi.

Wegen Luftangriffe stehen auf der englischen Liste: Hauptmann Linnorz (Kommandant L. 3 38, Bombardement der Gegend von London 31. Mai 1916) Kapitänleutnant Böcker (Kommandant 2. Z. 14, Bom bardement von Hüll 5. März 1916 unb Edinburg 3. April 1916).

Ferner alle Personen ,bie für bie Luftbombardements auf die Grafschaften Kent und Essex 5. und 6. Dezember 1917 und die Gegend'von London 19. und 20. Mai 1918 verantwortlich waren, einschließlich der Kommandanten aller daran beteiligten Luftfahrzeuge, insbesondere Haupt­mann Brandenburg.

Wegen der Erschießung des Kapitäns Fryatt wird die Auslieferung verlangt von Admiral ».Schröder, Kriegsgerichtsrat Zäpfel.

Aus ber englischen Liste werden ferner angefordert wegen Miß Handlung von Kriegsgefangenen: Ein Feldwebel als Kommandant des Lagers Einswarden (AprilJuni 16) (Mißhandlungen, ungesetzliche Bestra­fungen, verschiedene Grausamkeiten). Dr. Schilling, Arzt ht Nordenham (ebenso). Gefreiter Haase oder Huase als Kommandant des Lagers Elbingerode (Miß­handlungen, unsaubere Quartiere, ungenügende Ernäh­rung nick Kleidung, übermäßige Arbeit, Mangel an Medikamenten, der den Tod mehrerer Geiaugener ver­schuldete). Dr. Spiegerberg (Mißdünolungen im Lager von Porta). Gesr. Donnermann (ebenso). Feldwebel DollSseld (Btißhandlungen im Lager Natz- winkel). Unteroffizier Schmidt, 14. Regiment, 7 A - Korps (Mißhandlungen im Lager von Rhein-Preußen, Schacht 5, Beschäftigung kranker Gesungener, Unterschla­gung von Geld, das ben Gefangenen gehörte, nach dem Waffenstillstand). Unteroffizier Trinks (Mitzhandlun- gen hn Lager von Pommereusdorf). Soldat Neumann (ebenso). Unteroffizier Rei 4 ert, 101. Landsturmregi- ment (Mißhandlungen Gefangener 1917/18 im Lager Deu^u bei Cbemnitz). Unteroffizier Heinze oder Hei­mann (Mißhandlungen 1916 im Saget von Herne). Ein Sergeant als Kommandant des Lagers Liesches Grube im So armer 1918 (hatte ein Glasauge), (Mitz- harckllmseu, Grausamkeiten aller Art unb Verweigerung

brr nötigen Medikamente, wodurch der Tod mehrerer Gefangenen verschuldet wurde). Unteroffizier Wolk« -MißhaMung im Lager Wester holt, ungesetzliche Beftra« hing). Feldwebel Brinkmann (ober ein anberer Rom»> Mandant des Lagers von Ehmen von 1916/18 (Mißhand­lungen) Gefreiter Habner (ebenso). Feldwebel Vata- Io8 (Mißhandlungen im Lager bei Bergwerks be Man- tiers). Feldwebel Verse oder Warser (Mißhanblunaen 1916/17 int Lager Huls). Karl Levis Müller, Päch­ter des Salzbergwerks Sömmerda (Mißhandlungen jeder Art). Nicholas, Geschäftsführer des Bergwerks (ebenso). Ein Feldwebel als Kommandant des Lagers Sodingen 1918 (Mißhandlungen). Unteroffizier Wetze oder Wiese (Mord am 25. September 1917 ant Soldaten - Richardson im Lager Schwelm III). Gefreiter Schwam- bon, 8.Reg. 3.A.-K. (ebenso).

An ber Westfront.

Die fommanbierenben Offiziere unb andere Personen, denen der Dienst der Gefangenen an der Westfront von Weihnachten 1917 bi» November 1918 unterstand, »nr- besondere die Generäle v. Arnim, v. Trotha, Koch und v. Below (verantwortlich, unter anderem die Ge­fangenen des öfteren in der Feuerlinie »nr Arbeit ge­braucht zu haben, wodurch der Tod einer großen Anzahl verschuldet wurde, weitere Mißhandlung).

Die Kommandanten des Lagers Fort Macdonald 1917/18, Oberst Heinrich, Hauptmann ESwei», Hauptmann Weimann, Oberleutnant Schmidt, Oberleutnant Zander, Leutnant Berle, Leutnant Georgi, Chef ber militärischen brutschen Polizei tw Lille (ebenso). Leutnant Tittner ober Tipvner, Kommanbant bes Lagers Tanney, Juni bis Oktober 1918 , /ebenso). Hauptmann bes Lanbsturms Müller, Gel- Zeukirchen?, Kommandant beS Lagers Flavv (e Märtel, Weihnachten 1917 bis November 1918 (ebenso). Haupt» mann Go tz, Kommarckant des Lagers Billers-de-Cagnt- court .Weihnachten 1917 bis November 1918 (ebenso). Die Kommandanten der folgenden Lager von Weih­nachten 1917 bis November 1918, wo die schlimmsten Zustände herrschten: Saint-Amand, Denain. Ecoust. Fort Flitws (der Kommandant gehörte zum 29. württembergi­schen Jnf.-Regt.), Laventie. Marchienne», MarquilleS, Marquiqzb Orchies, Salome.

A» der russischen Front.

Diejenige oder diejenigen Personen, die für ben Be­fehl verantwortlich flick, wonach 500 britische Gefangene, angeblich als Vergeltungsmaßnahme, im Februar 1917 an ber russischen Front zu arbeiten hatten. (Den Ge­fangenen würbe mitgeteilt, baß sie nach den Schützen- gräben zwischen Riga und Mi tau geschickt werben würden. Sie wurden mißhandelt, mußten übermäßig arbeiten unt wurden schlecht genährt, so daß nach zwei Monaten von 500 Gesungenen nur noch 77 im Lager waren, vo» denen 47 vollkommen arbeitsunfähig geworden waren, während 23 aus Hunger ober vor Kälte umkamen. Bnvere wurden infolge Mißhandlung, durch Beschießung oder durch Frostschäden dauernd invalide.) Der kommandie­rende Offizier ober diejenige Person, bem ber Gefangenen« bienst an bet russischen Front von Februar bis Mai 1917 unkrftanb. La nbwehrhauptmann Förster, Komman­dant der Lager, in denen sich 1916 und 1917 die briti­schen Gefangenen an der russischen Front befanden. Ober­leutnant der Reserve-Artillerie Prahl (vielleicht der­selbe wie Krahl), Kommandant des Lagers. Stabt (vielleicht derselbe wie Prahl), Leutnant im 2. Säget» "fgintrnt und Lagerkommandant. Mietcke (oder Mielke), Feldwebelleutnaut (Gefangenenmißhandlungen a» ber russischen Front 1916). Kiel (ober Seit), Unter» osflzier. ,

I n Deutsch-Ostasrika.

Gefreiter Schröder (Mißhandlungen von Gefange­nen, von Viten ein großer Teil starb).

I» der Türkei.

Enver' Pascha (für ben Fall ,daß er sich in Dentscklatck aufhält), früherer türkischer Kriegsministet (verantwortlich für Mißhandlungen von Gefangene« in Lagern, Gefängnissen unb Lazaretten). Ingenieur Nirgebauer (ober Niemeyer), (verantwortlich für Ge» fangenenmißhanbiungen). Jngeuieur Fögel (verant­wortlich für Mißhanblungen, lleberanftrengung und Unterernähruitg von Gefangenen). Lagerkommandant FÖlner (MißhaMung unb Aushungerung von Ge- fangencn, von denen ein großer Teil verschied). Ingenieur Gallus (Mißhandlung, Aushungerung und Utberan# strengung ber Gefangenen sowie bet Kranken). General» inspektor des Etappendienstes v. Back Pascha (verant­wortlich für die Mißhandlung des Majors Brett im November 1915).

Wegen Arineniermassaker:

Enver Pascha, früherer Kriegsminister: er unb dir folgenden in ihrer Eigenschaft als Mitglieder der türki­schen Regierung bezw .als einflußreiche Milglieder vet Komitees sür Einheit und Fortschritt (wegen der Nieder« metzlung von Armeniern). Talaat Pascha, ftüherrr Gwßwcsir. Djemal Pascha, srüderer Marineminister und während des Kriegs 'Generalgouverneur in Syrien, Nazim, Dr. und früherer Generalsekretär deS^Komiteet Tür Einheit unb Fortschritt. Be haebdi« Sbattr, -Dr. unb Mitglied des Komitee» für Einheit unb Fort­schritt. «itti Bey, Dr., früherer Polizetcbef unb G.'neralgouverneur von Beyrnt. Bedri Bey, Dr. unb früherer Pvllteichej. feelti