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TagesZeitung für (das früher kurheffifche) Oberheffm
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Die OberhtHiiAe Zeitung' erscheint sechsmal xv-chentlich. — Der Seitte.Vrei. fce iict m.n.tli« 3,50 X. frei in« Heu«; durch die Pa« 3 W * eine »eKelgel» - Ker leg «en vr. L. Hitz.rat». - Druck »er Unie'.* u=$»r »en 3 sh. Au«. Noch. Markt 21/23. - Fernsprecher 55.
Marburg
Mittwoch, 11. Februar
Der Anzeigen»»!« betritt fit »ie Sgel». Zeile 60 amtliche und «u.roär tige vO , Reklamezeile 1.50 X. Zu allen Preisen 5'1, Aufschlag. fielet gilt eis Tarradatt. Be Auskunft durch die Geschäftsstelle u. Vermittlung der An- gedete 25 j kandergedttzr. — Postscheikkento: Mr. 5016 Amt Frankfurt a. M.
55. Jahr-.
1920
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Die WlikfemBltt.
Sie nttt noment!it6 MtlWeo.
Ein Marburger Jäger Kommandeur auf der Ausiiefrrungsliste.
Außer den namentlich aufgesührten Personen ent« Hiklt die Auslieferungsliste eine große Anzahl von !Personen, deren Namen den Gegnern nicht bekannt Daren und die deshalb nach dem Kommando oder der Dienststelle bezeichnet sind. Die Angaben sind nicht ifivmer ohne weiteres klar, wenigstens nicht in der 'pachsolgcnden uns vom Wolfs-Büro übermittelten Mel- Itemg: .
i wb. Berlin, 10. Febr. Die von den Verbündeten Überreichte Liste der Angeschuldigten beginnt mit einem ^alphabetischen Verzeichnis, und zwar werden zunächst Per- jfenen unter Angabe des Landes, von dem sie nngefordert jtoerden, angeführt. Tie Listen enthalten die bereits begannt gegebenen Personen. Dann folgen die nicht ,namentlich aufgeführten Angcschuldigten. Hieran schließen M die von den einzelnen Ländern anfgestellten Listen, die s^phabetisch geordnet sind und bei jedem Namen da» angebliche Vergehen näher bezeichnen.
; In der Liste 6er nicht namentlich Aufgesührten heißt N:
Tie verantwortlichen Person oder die verantwortlichen Personen der Regierungen und des preußischen KnegS- »inisleriums und die Vertreter der Behörden mit bc- fchränller Zuständigkeit für die von der 1., 3. und 5. Armee nnd anderen HeereSteilen besetzten Gebiete von Frankreich (franz. Liste Nr. 292), die Person oder Personen der Regierung und des Generalstabes, die verantwortlich sind für Ne planmäßigen Plünderungen und Zerstörungen aller K)rie sowie alle verbrecherische Deportationen in dem CC- fetzien Kordfranlreich, besonders i» den Tepartemenis Cifc, Somme und Miene seit der Zurücknahme der deutschen Armee auf die Hindenburglinie im Februar und «ärz 1917 (franz. Liste Nr. 263); ferner die Person •her Personen der Regierung und des Großen Gencral- ftxbs, die verantwortlich sind für die damals gegebenen Befehle (franz. Liste Nr. 257), der verantwortliche «eneralstabschef des Generalstabs des Großen Hanpl- gnattier von MeziereS-Charleville (Armee T-sutschcr Oronprinz) Generalfeldmarschall v. Hindenburg Und General Lude n do r ff (franz. Liste Nr. 256), ferner Kosten oder Köster (franz. Liste Nr. 243), »5(ter (franz. Lifte Nr. 246), Schubert (franz. Liste Nr. 244).
„Oeuvre" beginnen schon die ersten Angriffe gegen die Regierung wegen dieser unüberlegten Handlungsweise, die das französische Volk in eine ernste schwere Lage gebracht habe. Das Blatt bestätigt, daß die Liste nicht von Marschall Fach, sondern von dem Advokaten Jgnace ausgearbeitet worden sei. Auch fragt es, waS der Name Bethmann Holl weg, aus der Lifte von Personen zu fnit habe, die sich vor einem Kriegsgerichtshof wegen Verbrechen gegen die Kriegsgesetze zu verantworten haben. Das Gefühl, daß sich die Verbündeten mit der Liste a u f das schwerste blamiert haben, ist allgemein, nnd in dieser Verlegenheit sucht man nach Trost.
Bor langwierigen Verhandlungen.
wb. Vern, 10. Febr. Der Korrespondent der „Basler Nationalzeitung" meldet: Unter dem Etnvruck der Londoner Nachrichten macht man sich darauf gefaßt, daß langwierige Verhandlungen mit Deutschland bevorftehen.
Der Pariser Korrespondent der „Gazette de Lau- anne" erwartet ebenfalls umfangreiche Verhandlungen und bezeichnet es in diesem Zusammenhang als wichtig, daß die Note der Verbündeten keinerlei Frist für eine Antwort Deutschlands verlangt.
/ Ein Umschwung in Berlin?
tu. Paris, 10. Febr. Der „Watin" läßt sich aus Berlin berichten, daß dort ein plötzlicher Umschwung eingetreten sei. Die deutsche Regierung habe eingesehen, daß sie sich der Ausführung der §§ 228, 229 und 230 nicht entziehen könne. Sie werde aber versuchen, über die Modalität der Auslieferung zu verhandeln. Auch „Petit Journal" meldet aus Berlin von ausgetauchten Kompromißvorschlägen, der die Regierung schließlich nachgeben werde.
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Es scheint sich um ein französisches Manöver zu handeln, um die Stimmung in Deutschland zu verwirren: denn es kann unmöglich angenommen werden, daß die deutsche Regierung sich foirfiidj zur Ausführung der Äus- lieferungsparagraphen grundsätzlich bereit erklärt.
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Neuorientierung der englischen Politik?
Eine Politik der Beruhigung.
Wb. Wien, 10. Febr. Ter „Neue Tag" erfährt von maßgebender Eulentescide, daß sich das britische Kabmett entschlossen habe, eine Politik der Beruhigung Europas zu treiben. Auch die englische Kaufmannschaft dränge darauf, daß endlich eine Zeit der Beruhigung eintrete. Aus dieser Reuorientieruig der englischen Politik erkläre sich sowohl die Haltung der britischen Regierung Sowjet-Rußland gegenüber, als auch ihre
schwersten inneren Kämpfe tief gebeugtes Vaterland einer neuen Krisis gegenübergestellt, wie sie bisher noch nicht dagewesen sei. Es sei ausgeschlossen, daß in Deutschland überhaubt eine Regierung zu finden ei, die die geforberte Auslieferung durchführen werde. Für Europa seien die Folgen einer gewaltsam erzwungenen Ausliefemng unabsehbar. Haß und Rache würden dadurch verewigt. Als ehemaliger Thronfolger "eines geliebten Vaterlandes wolle er in dieser verhängnisvollen Stunde für seine Landsleute einspringen. Wenn die alliierten und assoziierten Regierungen "chlachlopfcr nötig hätten, sollten sie ihn an Stelle der 900 Deutschen nehmen, die kein anderes Verbrechen begangen hätten, als ihrem Vaterland im Krieg gedient zu hlchen.
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Ter Rücktransport der KritMtfarlgeueu.
wb. B o r d e u a x, 9. Febr. (Havas.) Die Dampfer „Lisboa" und „Gstenhos" haben am Montag eine größere Anzahl deutsche Kriegsgefangene an Bord genommen. , ,
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Ans dem besetzten Gebiet.
Mainz, 9. Febr. Die französische Verwaltung verbot den Zeitungen den Protest gegen das Aus- licferungsbegehren der Entente.
Koblenz, 9. Febr. Die Zeitung „Amaroc" meldet, daß in dieser Woche französische Truppen den nördlichen Abschnitt de« amerikanisch besetzten Gebietes einschließlich Bonn und den südlichen Teil des Brückenkopfes gegenüber Bonn besetzen werden. Ein französisches Bataillon des 33. Armeekorps wird morgen in Bonn entrücken und das dortige englische Bataillon ablöscn.
wb. Paris, 10. Febr. Aus Saarbrücken wird gemeldet ,daß General Wirbel bestimmte, daß niemand, der im Saargebiet nicht ansässig ist, in einer öffentlichen Versammlung das Wort ergreifen oder sich an der Aussprache beteiligen darf. i
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wb. PariS, 10. Febr. Der französische Botschafter in Madrid Alapetin ist als Nachsolger^Millerands zum Oberkommissar von Elsaß-Lothringen ansersehen.
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Die Mumm li MWeM.
Ferner- die für das Bombardement der Grafschaften FHcmsc nnd Essex und der Umgebung von London am II und 6. Dezember 1917 und der Umgebung von Sollten cm 19. und 20. Mai 1918 verantwortlichen Personen einschl. der Kommandeure daran beteiligter Flug- gtuge (britische Liste Nr. 44). Die Person oder Personen, die verantwortlich sind oder die lehw Steve, Cie ten Befehl gegeben hat, britische Gefangene an Cie russische. Front im Februar 1917 cm die Arbeit zu schicken als sogen. Gegenmaßregcln (britische Liste 75),4 ter Oberbefehlshaber der Armeegruppe von Camvrai 191S (franz. Liste 293), der kommandierende i ... •; oder andere Personen, denen an letzter Stelle der Tieuft der 'Gefangenen an der russischen Front Dmterflar.den' (britische Liste 76), 6 kommandierte Offi- tzicee oder andere Personen, denen an letzter Stelle ter Dienst der Gefangenen an der Westfront von 1917 bis November 1918 unterstanden (britische Liste Nr. 68), btr Kommandeur des 11. JägerbataUlonS Marburg vom «.—25. August 1914 (belgische Lifte 289). O
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Stallte rliMuteng Ml Sranl der M.
wü. Berlin, 16. Febr. Der Reichsjustizminitzer hat dcu Oberreichsanwalt angkwiesen, in jedem mög Üchrn Fall gegen eines KriegSverbrechenS beschuldigte Personen ans Grund der Liste oder auch anderer Mit wilungen eine Untersuchung einzuleiten. Außerdem teBcn schon von uns geführte Untersuchungen, z. B. in Fragen vsrgeworsener Gefangenenmißhandlimgen, even- teeff wieder ausgenommen werden. Der ReichSlustiz- Ninifter läßt außerdem Material sammeln von solchen Fällen, in denen von uns während deS Krieges und des NevokntionsjahreS Berurteilungen erfolgt sind wegen Vergehen, die denen ähnlich sind, wie sie in der Lifte Hrgeiuurfcn werden. Auch dieses Material soll vrr Iffentlicht werden.
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Französische Bedenken.
tu Paris, 10. Febr. Tie öffentliche Aussprache Aber die Auslieserungssrage wird von Tag zu Tag ruhiger, ie sic verschwindet immer mehr aus den Spalten der Seitungen. Blätter ,die zuerst die Anwendung strengster Maßnahmen gegen Deutschland forderten, erkennen jetzt, daß man zu weit gegangen sei. Im „Journal", bas nm vorigen Freitag als einziges Blatt die Zurück- tehiuig der Gesungenen empfohlen hatte, schreibt fetzt €>t. Briee: Jcdi andere Nation hätte ebenso gehandelt . Wie Deutschland. Das nationalistische „Echo de Puris" 'tibt zu, daß die übermittelte'Liste allzu eilfertig «nsgearbeitet worden sei und in mancher Hinsicht «bgr ändert und gemildert werden müsse. Im
Haltung in der AnSlieferungSfrage. e e
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Die Thronrede zur Parlamentserösfnung.
wb. London, 10. Febr. Der König eröffnete heute das Parlament mit einer Thronrede, in der er Bezug nahm auf die Ratifikation des Friedcnsvcrtrags mit Deutschland und die Hoffnung auf einen baldigen Frie- denöschluß mit Ungarn und der Türkei ausdrückte. Die Beziehungen mit den Verbündeten seien ausgezeichnet. In der adriatischen Frage werde hoffentlich bald eine Lösung erreicht werden. Wesentlich sei, daß der Frieden und normale Zustände in Europa wieder hergestellt Würden. Großbritannien nnd Frankreich würden sich der Stabilität und Wohlfahrt erfreuen und müßten am Wiederaufbau mitheffen. Die Vorlage für eine bessere Regierung Irlands werde unverzüglich eingebracht loer- den. Zinn Schluß kündigte die Rede Maßnahmen gegen die Erwerblosigkeit und Regelung der Arbeitszeit und Mindestlöhne an.
Lloyd George fit Auflösung deS Parlaments»
wb. Amsterdam, 10. Febr. Der Parkamenksbe- richterstattec der „Westminster Gazette" ist der Ansicht, daß Lloyd George nach einer günstigen Gelegenheit auS- schaut, um daS Parlament a u f z u l ö s e n und emen neuen Ruf an das Land zu richten. Die Meinungsverschiedenheiten zwischen. Lloyd George und der konservativen Partei vergiüßerten.sich dauernd.
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Die neue an Holland.
wb. Amsterdam, 10. Febr. Die „Times" berichtet, bay der Oberste Rat in Paris eine neue Note über die Auslieferung des vormaligen Deutschen Kaisers verfaßt habe, die der niederländischen Regierung überreicht werden soll. Diese Note werde in London bei der Zuscrmmenkunst der Minister besprochen werden.
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Ter Kronprinz an die Staatsoberhäupter der Gegner.
wb. A m st e.r d a m, 10. Febr. Der Adjutant des vormaligen Deutschen Kronprinzen richtete ein Schreiben an das hiesige „Alg. Handelsblad", in dem er das Blatt ersucht, den Text des Telegramms zu veröfient- lichen, das der Kronprinz an die Könige von England, Belgien und Italien, an die Präsidenten der französischen Republik und der Bereinigten Staaten und an den Kaiser von Japan gerichtet hat. Der Kronprinz erklärte darin, die Fockerung nach der Ante lieferung deutsch« Männer aus alle» verussklasseu habe fein durch vier Krie§Sjchtze M ex Iah, der
wb. Kiel, 11. Febr. Bis gegen 3 Nhr morgeuS mürben für Deutschland 26 924 Stimmen, für Dänemark 55279 Stimmen abgegeben. Eine Anzahl Landgemeinden stehen noch aus.
In Toudern (Stadt unb Laub) würben abgegeben: 8407 Deutsche, 6109 Düne«, in Sonberbnrg (Laub) 2281 Deutsche, 13 332 Tauen. "
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Danach ist mit dem Verlust der 1., nördlichen Zone sicher zu rechnen. Die Abstimmung in der 2. Zone, die ge- meiicheweise vorgenommen wird, findet am 7. März statt.
Wie die Dänen arbeiten, zeigen Meldungen der „Deutschen Tagesztg.". Danach scheuen die Dänen keinerlei Geldkosten, um die nötige Sfimmenzahl aufzubringen. Zahlreiche Fülle sind bekannt geworden, wo sie eine Bestechung begingen. So verteilte ein gewisser None Naungaard auf Sylt allein 30000 Mark, die nicht nur an unbemittelte, sondern auch an wohlhabende Bauern ausgezahlt wurden. Auf die Person wurden,4—500 Mark ausgezahlt. In einem Dorfe in der Nähe von Niebüll, das etwa 3— 600 Eintvohner hat, wurden 13000 Mark verteilt. An btt Züge der Abstimmungsberechtigten machten sich ferner «wie festgeftellt wurde, schon auf deutschem Gebiet, besonders auf dem Hauptbahnhof in Hamburg, dänische Agenten heran und versuchten, den Zureisenden ihre Pässckmit 500 bis 1000 Mark, in einem Falle wurden sogar 1200 Mark geboten, und freier Rückfahrt abznkaufen.
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Amerika.
Amerika unb bet Friede »svkrtrag.
wb. Washington, 10. Febr. Der Senat nahm mit 66? gegen 10 Stimmen einen Antrag Lodge an, der von den Führern der republikanischen »nd demokratischen Partei eingebracht worden war und der die baldige Wiederaufnahme der Aussprache über den Friedensvertrag im Senat zum Gegenstand hat. Einzelne unv«söhnliche Republikaner der Partei nahmen gegen den Antrag Stellung. Diese forderten Rückverweisung des Friedensvertrages an die Kommission für auswärtige Angelegenheiten mit dem Auftrag, die vom Senat beschlossenen Vorbehalte wieder einzubringen. Die Kommission wird morgen zusammenlccten.
wb. Rewtznrk, 9.Febr. (Havas.) Ter Marine- sekrrtär StanieH bereitet ein großes Flottenpro« gr«mm für Mc Bereinigten Staaten vor, baS 16 UdataeabnottaW mid 10 Panzerkreuzer umfaßt.
MliM SitiWhimotii für 6e$ SWter.
Das Reichswehrministerium teilt die Dienstbedingun» gen mit, die für das künftige Reichshcer in Aussicht genommen sind. Ihre Gültigkeit ist davon abhängig, m welcher Fassung die darauf bezüglichen Gesetze berate 'chicdct werden. Tie wichtigsten Bestimmungen lauten: Das Reichshcer wird aus Freiwilligen gebildet, die sich zu einer ununterbrochenen zwölfjährigen Dienstzeit verpflichten, die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen, das 17. Lebensjahr vollendet, das 23. aber noch nicht überschritten haben, körperlich und seelisch reif, für Infanterie tauglich, unbescholten und unverheiratet find. Für die aus der vorläufigen Reichswehr oder Reichte marine, von den Abwicklungsstäben oder -stellen übernommenen Unteroffizieren und Mannschaften wird die rühere Dienstzeit angerechnet. Bewerber, die diesen An- 'orderungen entsprechen und sich den Dienftbedingungen unterwerfen, können verpflichtet werden. Nach Aushändigung einer Ausfertigung des Verpflichtungsscheines we'ben sie auf die Reichsverfassung vereidigt.
Die Unteroffiziere und Mannschaften haben vom Tage der Einstellung an Anspruch auf freie ärzüiche Behandlung für sich und ihre Familienangehörigen. Die Gesamtbezüge werden so hoch sein, daß sie ohne Zuschuß aus eigenen Mitteln auskömmlich leben unb vom sechsten Dicnstjahr an eine Familie ernähre« können; die Bezüge der Unteroffiziere so hoch, daß sie , außerdem ein angcmeftencs Entgelt darstellen für die • hochgesteigerten Anforderungen, die an sie gestellt werben ; muffen. Die Unteroffiziere unb Mannschaften habe« alljährlich Anspruch auf Erholungsurlaub, dessen Dauer nach dem Dienstgrad und der Dienstzeit verschieden tft ’ Sporturlaich in mäßigen Grenzen soll außerdem gewährt ; werden. Innerhalb des Rcichsheeres ist eine Versetzung sowohl auf Wunsch als in dienstlichem Jntereffe statthaft.
Rach Maßgabe ihrer Kenntnis^ und der in besonderen Prüfungen nachzuweisenden Fähigkeiten können die Unteroffiziere und Mannschaften gemäß den Be» förderuugsbestimniungen zu den höchsten Stellen gelangen. Für die Beförderung zum Offizier toer« den besondere Vorschriften erlaßen. Sic ist nach etwa / vierjährig« Ausbildung des Offizierauwärter» — darunter zwei Jahre auf einer Waffenschule — möglich; Voraussetzung für die Beförderung zum Offizier ist Geeignetheit, Würdigkeit, allgemeine Bildung sowie wäh« rend der Dienstzeit erworbene Fachkenntnis. ,
Die Unteroffiziere und Mannschaften bedürfen der. Genehmigung ihres Vorgesetzten zur Verheiratung, zu» , Betriebe eines Gewerbes und zur Uebernahme deS . Amtes eines Vormundes sowie einer ehrenamtliche« . Tätigkeit im Reichs-, Landes- oder Gemeindedienst. Zur ‘ Erleichterung des UebertrittS in einen bürgerlichen Be« ' ruf erhalten die Unteroffiziere und Mannschaften auf ( Grund besonderer Bestimmungen je nach ihrer Bor« . bildung, Ausbildung und Neigung nach ihrer Wahl eine , sachgemäße Weiterbildung entweder für die Angestellten« ( oder Bcamtenlaufbuhn oder für einen gewerblichen, . kc ufmännischen oder landwirtschaftlichen Beruf.
Unteroffiziere und Mannschaften haben nach Hier . Entlc ffung Anspruch auf Berufsfürsorge und auf <6e« . Währung von Versorgungsgebührniffen für sich unb ihre , Hinlcrbilcvenen nach Moßgcbe besonderer Gesetze. De» ; Aus'cheidcnden kann b*e ß-cnehrnigung zum Trage« ; einer Uniform mit einem besonderen Abzeichen für Bet« adschi-.lcic Ividcrruflich erteilt werden.
Weitere Bcstinimungen r-.ccln eine vorzeifigc Lösung des DicnstverhältniffeS.
Die aus dein Reichshecr usw. übernommene« Offiziere muffen sich zu einer ununterbrochene« Dienstzeit bis zum vollendeten 45. Lebensjahr verpflichten. Die Offiziere, die das 45. Lebensjahr vollendet ober überschritten haben, verpflichten sich nur auf ein • iocitercs Tienftjahr. Bon diesem Zeitpunkt an läuft der Beitrag von Jahr zu Jahr Mschwcigcnd weiter. Die Gesamtbe^üge der Offiziere' werden ausreichen, den Lcbcnsumerhrklt für sich und ihre Familie auch bann zu bestreiten, ivcnn Privateinkünfte nicht vorhanden sind. Uebcr die Beförderung der Offiziere ergehen besondere Best'.mmungcn. Sofern nicht eine vorzeitige Lösung de» Berti ages erfolgt, erhält der Offizier beim Ausscheiden nach zehnjähriger Gesamtdienstzeit ein Ruhegehalt, bete gleichen bei früherem -Ausscheiden, wenn Dienstbcschädt« gung vorliegt. Außerdem wird eine Hinterbliebenen« Versorgung gewährt.
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Deutsch-Oestemich.
WaS Oesterreich an die Tschechen liefern muß.
wb. Wien, 10. Febr. W« Pariser Blätter erfahren, hat die Beratung über Oesterreich zu dem Ergebnis geführt, daß Oesterreich für Slh Millionen tschccho-slowakische Kronen DcmobilmachungSgüter, 11 Millionen Roheisen und Eisenprodukte an die Tschechoslowakei zu liefern hat.
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wb. Haag, 10.. Febr. Der „Nieuwe Courant" meldet drahtlos aus London, daß die brttischen und österreichischen Kaufleute neue Pläne für den Wiederaufbau Oesterreichs und anderer Teile des früheren öfterveichisch-ungarifchen Staates besprachen. Es wurden Vorschläge gemacht, eine Organisation einzurichtcn, die Rohstoffe nach Oesterreich sendet und den Vcrkaiif sowie die Ausfuhr der österreichisch-ungarischen Fabrikate regelt. Zu diesem Zweck soll eine Gesellschaft von Bankier», «auflente» unb Fabrikanten gebildet werben,