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trit dem Kretsblatt für den KrelS Marburg

Tageszeitung für (das früher kurhessische) Oberhessen

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Die bicherkqen Leistnnqen DeAlschlauds

In einer Unterredung mir

Berlin, 9.

über den Gefechten Geschütze,

dem Berliner Vertreter derChicago Tribüne" ver­wahrte sich Rcichsmir.'ster Müller mit großer Ent schiedenheit gegen die von der Presse der Verbündeten ausgestellten Behauptung, daß Deutschland den Frie­densvertrag nicht erfüllen wolle. Der Minister stellte die Leistungen Frankreichs von 1870/71 in Vergleich za den jetzigen deutschen. Frankreich fei damals von der Welt angestaunt worden, daß es innerhalb vdn drei Fahren die Kriegsschuld von 5 Milliarden Mark ab­getragen hätte. Und was hat Deutschkand bis jetzt ge­liefert? Tie gesamte Leistung Deutschlands betragt 36 722 Millionen Goldmark. Dieser Betrag ergibt sich aus deu Saargruben, dem gelieferten Eisenbahnmate­rial, Kohle usw. Dazu kommen noch unsere Forde­rungen von unseren ehemaligen Verbündeten Oester­reich-Ungarn, Bulgarien und der Türkei, sowie die be­gonnene, aber noch nicht abgeschlossene Lieferung im Werte von 590 Millionen Goldmark. Nichr einge- schlossen sind die zurückgegebenen Werte von deu ehe­malig beseht gewesenen Gebiete von Belgien usw. im Betrage von 4800 Millionen Goldmark. Ter Minister erklärte, daß diese Zahlen mit größter Vorsicht mif- gestellt seien. Er schloß, daß man an diesen hohen Zahlen nur feststellen könne, daß Deutschland bis an die Grenze seiner Leistungsfähigkeit ge­gangen sei. Es weiche es auch weiter tun, v o r au s - gesetzt, daß feine Volkswirtschaft durch Kredite ge­stärkt »verde.

Detungtn, die einen Schlag gegen das Rechtsempfinden der Kulturwelt sind, zu erheben. Der Rcichsarbeiiec-

D-r Anzeiqenvret» betriflt fit Ne »fiel». Zeile 50 J e-tLAe inb «»««. 55 ttQe60 , Reklame,eile 1.50*. Zu all.» Vteif.n 5>.«uffdjleo. Je»«Rabatt»«!'

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Marburq

DitNMq, 10 Februar

el» Setrabett »e «nakunft durch Ne «e,chäit»K.lle m. »ermittln»« b«t *»- gebet« 25 4 danbergediibr. Postscheckkant«: Rr, 5015 Rmt Frankiert a. H.

Rußland.

Odessa wieder in der Hand der Rätetruppen.

tob. Amsterdam, 9. Fcbr. Nach einer Reuter« Meldung berichten die Bolschewisten drahtlos die Ein« nähme Odessas.

Bolschewistische «ißersotge an der Ton-Linie.

Sie MstlNWi'kM

EnqlMd.

tob. London, 9. Febr. (HavaS.f Da» Parla­ment wird am Dienstag mit großer Feierlichkeit et« öffnet werden. Zum erstenmal seit 1914 werden der König, die Königin und der Prinz von Wale» an ver Sitzung teilnehmcn. Der König wird die T tz r o u r e v e verlesen. Die stark belastete Sitzung sieht namentlich die Behandlung der Homerulefrage, dec Herstellung de» Bergbaus, der englischen Handelspolitik und einer Reihe von roblemcn der sozialen Gesetzgebung vor.

Frankreich.

tob. Paris, 9.Febr. Der drohende Eisenbahner­ausstand ist vereitelt worden . Die Regierung wird de» Eisenbahnern eine jährliche Vergütung zahlen, bi» W Preise ver Lebensmittel gesunken sind. Auch der drohende Vergarbeiterausstand ist durch ein Entgegenkommen der, ReHierunq vermieden worden. !

tob. Kairo, 9.Febr. (Havas.) Tl^meneean ist - im Sonderzug hier eingetrofsen.

Sämtliche Marineoffiziere werden von England benannt mit Ausnahme von acht U-Bootkommandante«, die aus Italien entfalle«.

kg. Berlin, 10. Febr. Wie von zuständiger Stelle verlautet, wird die amtliche Veröffentlich- ung der Auslieferungsliste morgen früh beginnen.

Auslieferung jetziger Bundesbrüder?

tu. Wien, 9. Febr. Die Auslieferungsverhand­lungen für Oesterreich-Ungarn sind noch nicht abge- chlassen. Es erwachsen für die Verbündeten Schwie­rigkeiten, da das Oesterreich-Ungarn, das den Krieg geführt hat, nicht mehr besteht. Die Ausführbarkeit der Auslieferung ist schon deshhalb in Frage gestellt, weil dir meisten Auszuliefernden Staatsangehörige der Nationen sind, die mit den Verbündeten in bestem Bundesverhältnis stehen. Von Oesterreich kommt noch General Conrad v. Hötzendorff in Frage.

TU Haltlmq der Heerführer»

Me bereit- kurz gemeldet, haben »ich im Kriege bewährte FSpW des Heeres utzd dH-Marine zusam­mengetan. um eine endgültige LtänAg über die Aus tiefentng deutscher ReichsangeWAetzzur Aburteilung vor feindlichen sogenannten Gepichte« herbeizuführen. In dem Beschluß, der unterzeichnet ist von den Gene­ralobersten v. Heeringen, v. Kluck, v.Boehn und den Generalen der Inf. v. Eberhard und v. Falkenhayn, heißt es in der Hauptsache:

ES bandel» sich nicht um ein Verfahren nach Rechts- grnudsätzen, sondern um Au-üben roher Gewalt mit dem Zweck, die Schmach unseres Volkes vor der ganzen Welt noch zu vergrößern. Wie der einzelne sich in der grausamen Lage verhält ,muß er mit seinem Gewissen und seiner Ehre »war selbst abmachen. Im dringenden vaterländischen Interesse liegt es jedoch, daß bie Be­teiligten nach einheitlichen Gesichtspunkten dabei ver­fahren. Die Unterzeichnete« haben sich deshalb an eine große Zahl ehemaliger Heerführer, älterer Generale und Äldmirale gewendet, um hierfür gewisse Richtlinien anfzu- stellkn . Es bestand Einigkeit übe« folgende Punkte: Wir Generale und Admirale sind der Auffassung, daß cs nicht gegen die Ehre eines Ofsiziers geht, sich dem Zugriff der deutschen Regierung oder der Entente zu entziehen . Wir dürfen uns keinesfalls freiwillig stellen . Jetzt würde dies eine Anerkennung der feind­lichen Gerichte bedeuten, die unter allen Umständen aus das bestimmteste abgelehnt werden müssen. Gegen jeden etwaigen Haftbefehl ist alsbald Rechtsbeschwerde bei einem deutschen GViicbt einzureicheu. Gegenüber verschiedenen Kundgebungen in der deutschen Oeffentlichkeit tveisen wir nachdrücklich darauf hin, daß ztÄschek^ der Gestellung der aus»«liefernden Ofsiziere und bet ' unserer Kriegsgefangene» nach dem FkiedcuWe nicht der geringste Zusammenhang besteht: SoHti Feind die- gewaltsam verquicken, so würde nach dem bisherigen Ver- halten unserer Gegner auch unsere sreiwilligc Gestellung noch lange keine unbedingte Sicherheit für die Rück- kchr unserer iwch in feindlicher Sklaverei schmachtenden Laichsleute liegen. Ihre Rücksendung läge nach wie vor int Belieben unserer Feinde, unb könnte von jeder anderen unerfüllbaren Bedingung abhängig gemacht werden, deren der Versailler Vertrag genug enthält. Eine persönliche Berlechigung vor dem sei tlichen Gericht ist zn unterlassen. Einmal würde auch hierin eine An­erkennung zu erblicken fein, und zweitens liefe man Ge­fahr. durch juristische Spitzfiichigkeit hineingelegt zu werden. Denken wir immer daran, daß unsere Verurteilung ja doch sicher ist und daß es dem Feinde nur varanf an- kommt, in uns das deutsche Ansehen herabzusetzen. , Er cmpsteblt sich eine Erklärung, natürlich in deutscher Sprache, dem Sinne nach: Ich habe nichts getan als meine Pflicht als deutscher Soldat. Als solcher erkenne ich euch nicht «m und verweigere jede weitere Aussage. Mit Rücksicht auf die feindlichen Kinovhotographen, atr die jet«ufaNs zu erwartenden Beschimpfnugeu pp, ist keine Uniform, sondern Zivil (einfacher Straßeuauzug ohne Ehrenzeichen) zu tragen.

Kundgebungen und Proteste.'

Berlin, 9.Febr. Die Technische Hochschule nahm Inte in einer Kundgebung gegen das Änslieseruugsbe- gehre« eine Entschließung an, in der es u. a. heißt: Pro­fessoren uut: Studentenschaft der Technischen Hochschule Berlm-Charlottenburg wenden sich in aller Schärfe gegen das Auslicserungsbegehrcu der feindlichen Mächte. Wer bereit ist, Schergetwienstc bei der Auslieferung deutscher Männer zu tun, deren Pflichtgefühl und Ehrlichkeit dem der keindlichen Hezststchrcr in allem Stand hält, ist ein Volksverräter! Die Regierung, die solches duldet, zer­tritt ihrem eigenen Volke vor der Welt das Letzte seine Ehre. , .

Der Reichsarbeiter-Ausschuß der deutsch uud natioiun gesinnten Arbeiterschaft erhebt Protest gegen die schamlo'. und brutale Forderuua der Gance bezüglich der Ausliefe­rung des Kaisers, dec o--.,>en Heeriührer sowie zahl reicher Kriegsteilnehmer. Er spricht den Enlenleeölkern. die die Hungerblockade über das deutsche Volk verhäng!, den Karlsruher Kindcrmvrb veranstaltet und zahlrnchc sonstige Grausamkeiten gegen wehrlow Deutsche verübt wir derBaralong"-Fall,Kina Stephan" und andere Vorkommnisse zeigen, das sittliche Recht ab, diese For-

' Di« Bedeutung, die den gestrigen Meldungen über llne Meinungsverschiedenheit unter den Verbündeten bt Bezug au fdie Auslieferungsfrage vielfach beige- E»esfen worden ist, scheint etwas zu hoch gegriffen zu Wtt' sofern man etwa an ein Sondervorgehen Eng- (ettbs zugunsten Deutschlands gedacht hat, dem dann Frankreich durch weitgehende Zugeständnisse Rechnung tragen würde. Tatsache ist, wie aus den heute vor­liegenden Nachrichten hervorgeht, daß England von de- von Frankreich ausgestellten Auslieferungslistr «eine Kenntnis batte, also für die in dieser enthaltenen Kamen nicht in Anspruch zu nehmen ist. DaS soll offenbar heißen, daß England diesen oder jenen Namen »icht ans die Liste gesetzt habe« würde. Im übrigen «der sind, wie betont wird, die Verbündeten einig. Man braucht nur die Namen der englischen Liste zu lesen und zu bedenken, was Präsident PoincarS neuer­dings über die Ausführung des Friedensvertrages ge­sagt hat. Daß den Gegnern angesichts der festen Stint« Kundin Deutschland Bedenken über di- Ausführbarkeit ihrer Forderungen kommen, ist nür-natürlich. Deshalb wird ein E ed anKe n a>istausch zwischen den Ber- düudeten und Deutschland in Aussicht gestellt, dessen Erfolg wejentlich von der Haltung der deutschen Rc- gietuug und des deutschen Volkes abhängeu wird. Man wird die Erwartungen hinsichtlich des Nach- gebenS der Gegner freilich nicht allzu hoch schrauben dürfen. Der Geist, der aus folgenden Meldungen spricht, gebietet das:

Der Zeitpunkt bet ersten Verhandlung bereits festgesetzt.

kg. Rotterdam, 16. Febr. DieTimes" meldet a»s Paris: Dcrhohe Rat der Verbündeten bat der Fest­setzung des ersten deutsche» Prozesses auf de» 1. Mai gugestimmt. In Paris wird sich atu 2. Mai der Stab »er r. ttttb S. Armee zu verantworten habe«.

.Die geforderte Ansliefernng der bentschen Kriegsakten.

kg. B e r l i n, 10. Febr. Tie Lage wird erschwert durch Ne in der Begl-itnote ausgesprochene Forde, ung, -Deutschland müsse Urtunden uud Dokumente, daS lteisft Idas Material der deutschen Kriegsakte«, anS- liefetn. Minister Müller bezeichisKte gestern in der Sitzung der Fraktionen diese Forderung als u » un - »eh mbar. ,* .

Ein Gedankeliaustausch mit Deutschland.

wb. London, 9. Febr. (Reuter.) Die durch die stluslieferungsliste entstandene Lage beruht auf einem Mißverständnis. England Hal keine Einsicht in die französische» und belgische» Listen. Bon einer plötzlichen Aenderung dec briti­schen Ansicht könnte keine Rede sein. Es 'Handelte sich jedoch darum, daß England im Zu ; sammenhmtg mit den Listen gebracht ivurde, die es nicht ! gesehen hatte. Der Bestich des Lordkimzlers, des Kanz­lers und des Attorney General in. Paris hatte zur Folge, daß die Angelegenheit vollständig geklärt wurde. Ein* Abänderung der britischen Liste sand nicht statt. Die Listen werden Gegenstand ciucs Gedanken- »iu statisches zwischen den Verbündeten und den Deutschen sein müssen.

Dee Friedensvertrag muß auSgcstihrt werde».

Wb. P a r i §, 9. Febr. Präsident Poincar 6 hat Gestern Bienne-la-Villc besucht. Er sagte bei der Bc- Grlißung, Frankreich müsse fordern, daß das besiegte Deutschland den Friedensvertrag, deu es unterzeichnet hak, ausführe. Im Augenblick sei dieser Vertrag Gegenstand einer seltsamen Erörterung. Was nutet« tzeichnet sei, müsse für alle Fälle geheiligt sein für die Siege« und die Besiegten. Frankreich wäre an die Ausführung der abgeschlossenen Klauseln yhiseHinter- Gedanken herangegangeu. Das französische Sott 'fei Großmütig und wolle keinen Mißbrauch mit dem Siege treiben, jedoch aus ihm Nutzen ziehen. Der pi unternehmende Aufbau tonne nicht zu Frankreichs Lasten bleibenA Tie Nation, die die Katastrophe ver- sthuldet habe, müsse auch die Folgen tragen.

> Die Sackgasse.

' wb. P ariZ, 9. Fcbr. Oedipus in derLanterne" prüft die Möglichkeit, aus der Sackgasse, in die mau geraten sei, herauszukommen. Er ist der Ansicht, ßaß die Artikel über die Strafverfolgungen schlecht Winacht sind. Die Militärgerichte hätten ja selbst in Frankreich Feinde gefunden. Das Gericht, das die deutschen Feldmarsch5": aburteile» solle, müsse doch eigentlich aus Oberbefehlshabern der verbündeten Armeen zusammengesetzt fein, also darunter auch Mar­schall Fach. Das sei aber ein s e l t s a m e r P « o z e ß, in dem der Sieger das Urteil über seinen Gegner sal­ben sollte, es sei denn, man habe die Absicht gehabt, Hindenhurg von jungen Unterleutnants aburteilen zu lassen. Der Oberste Rar beging einen schweren Irr­tum, als er diese Artikel redigierte,' vielleicht wäre eS besser, das loyal und spontan anzuerkrnne«.

tob. London, 9. A«br. (Reuter.) Die britische Militärmisiion in Südrußlaud meldet, daß bie Bolsche­wisten die T-m-Manitsch Linie zu erMngen versuchten, aber unter schwere« Verlusten zurückgetrieben worden seien. Da» Eis auf dem Flusse sei gebrochen. Biele Bolschewisten ertranken. Die Nebrigbletben- den seien gezwungen geioesen, eiligst in nördlicher Rich­tung sich zurückzuzichcn, nrobet viele Geschütze und Dransportwagcu von ihnen im Stiche gelassen worden seien. Eine bolschewistische Trippe, die den Don östlich von Rostow überschreiten wollte, sei nach schwerem Kamps Fluß zurückgcworfen worden. In diesen seien 8100 Mann zu Gefangenen gemacht, 171 739 Maschinengeivebre sind erbeutet worden.

.Qnr>c Auslaudsnstchrichlkn.

Wiener Kundgebungen zur Anschlußfrage. Am 8. d. Mts. fanden in mehreren Wiener Bezirken von der national-demokratischen Partei abgebalicne Bersamm-» hingen für den Anschluß an Deutschland statt, bie überall stark besucht locreu. Die Redner und Red­nerinnen erörterten unter stürmischer Zustimmung der Teilnehmer oor allem die wirtschaftlichen Seiten der An­schlußfrage. In allen Versammlungen wurde eine gleich­

er die Ablehnung der Foroerum- in bezug au' die Aus- ürferung des Kaiser», und er dankt dem deutschen Ge­sandten v.Lersnet im Namen der deutsch gesinnt« Arbeiterschaft für sei« mannhafte» Verhalten in Paris bei der Aushändigung der Auslieferungslistr. Von bet Rutschen Regierung erwartet bet Reichsarbeiterausschuß eine gleiche beständige Haltung in dieser nationalen (Sbrew fraqe und hofft, daß in diesem Punkte die Mehrheit bei deutschen Volkes geschlossen hinter der Regierung stehe« wird. . -

In Hannover hat eine gewaltige Betvegung eingesetzt, die sich gegen die Auslieftrungsliste richtet. Zahlreiche Vereine und Verbände haben sich zusammengeschloffen, und in Versammlungen ist erflärt worden, daß man Generalfeldmarschall v.Hindenburg unter teiltenUm« ständen herausgeben werde. Ganz Hannover werde sich schützend vor seinen Ehrenbürger stellen. Die Be­wegung bteilet sich über die ganze Provinz Hannover; aus. »

tu. Magdeburg, 9.Febr. Di« sächsische Je Eumsiraktion erhob durch ihren geschästssührenden Aus« 'chuß Pwtest gegen die Auslieferung an die Feinde« Ebenso protestieren in einer an den preußischen Minister­präsidenten gerichteten telegraphischen Erklärung, die Be­amten und Angestellten deS Magdeburger Oberpräsi- diums gegen die Auslieferung und erfiärtett, sich unter feinen Umständen dazu bergeben zu wollen, in irgend einer Weise bei der Auslieferung mitzutoirken. , |

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Die Räumung Danzigs beendet.

wb. D a n z i g, 9. Febr. Gestern und heute träfe« Vorkommandos des englischen Be'a ungsba' o«s hier ein. Morgen ist der Rest des Bataillons zu erwarte«. Nachmittags verließen die letzttn deutschen Trupve« der Rest des Infanterie-Regiments 128, Tanzkg. Imh sende von Menschen begleiteten die Truppen nach Lantz- fuhr zur Trainkaserne^ wo sie übernachteten. Worze« reisen sie nach Pommern. W-...

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wb. Paris, 9. Febr. General L e Rand', der Okerkommisiar der Verbündeten in Oberschlesien ttijj nach demPetit Parisien" heute abend dotthin ab. . ,

laufend« Entschließung angeuontmen. _

Ein Spivbergen-Bertrag. Au? Paris wird gemeldet, daß Sonntag "..'.chmittag im Urnenfaa! ein Vertrag zwischen Amerika, England, Dänemark. F rankte ich, ansfchnß dankt döc Regierung der Königin der Niederlande Italien, Japan, den Niederlanden, ^Notwese»

Die Beratungen über die AnSlieferungS- ^ordernng.

wb. Berlin, 9. Febr. Der Ausschuß für aus­wärtige Angelegenheiten faßte das Ergebnis seiner Beratungen in der Auslieferun-s'rage dabin zusam­men, daß er sich mit dem bisherigen Verhalten und den vorgesehenen Schritten der Regierung in dieser Frage einverstanden erklärt. Die Besprechungen waren treng vertraulich.

Berlin, 9. Febr. Die sozialdemokratische Frak­tion der Nationalversammlung beriet gestern über die Auslieferungsfrage. Beschlüsse wurden nicht gefaßt. Als Ergebnis der Besprechung kann, lautVorwärts" estgestellt werden, daß die Fraktion mit der grund­sätzlichen Haltung der Regierung einverstanden ist. Es wurde der Wunsch ausgesprochen, die Regierung mög? in nüchtenier Sachlichkeit an dem Standpunkt fest- halten, daß die Verbündeten nicht Unmögliches von uns fordern und daß zugleich alles vermiede» werde, was zur Auspeitschung der nationale» Leidenschaften auf beiden Seiten geeignet sei.

Erzberger über die Undurchfützrbarkeit der Auslieferung.

mb. Berlin, 9. Fcbr. Reichsminister Erz­berger äußerte sich dem amerikanischen Journalisten Karl v. Wi-gand gegenüber hinsichtlich der Ansliefe- rmigsfrage dahingehend, daß er sich von vornherein darin klar gewesen sei, daß manche Bestimmungen des Friedensvertrages auch bei dem denkbar besten Willen dcutschersefts nicht durchführbar sein würden. Trotz­dem habe er es für feine Pflicht gehalten im Jntercffe -Deutschlands so zu handeln, tote er es getan habe. Der Versuch, die Anslieferungsbestimmungen des Versailler Vertrags zu verwirklichen, würde sehr schwere Verwicke­lungen in Deutschland nach sich ziehen, deren Folgen auch für das gesamte Europa unberechenbar ernst wären.

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Die AuslieferunstsWen.

tu. Amsterdam, 9. Febr. Reuter meldet, daß die Verbündeten sich über die Uebergabe der Liste voll­kommen einig seien, daß aber jedes Land seine eigene List« aufgestellt hätte, die mit de« Litzen der anderen Länder nichts zn tun habe.

Berlin, 9. Febr. Die Admiralität hat die Namen folgender Marineoffiziere festgestellt:

Es befinden sich unter den Auszuliefernden 29 U- Bootskommandanten und zwar: Hans Adam, Arnauld de la Perrierc, Herbert. Aust. Franz Becker, Tbeovald Bothmer» Otto Dröfcher, v. Fisckcl, v. Glasenapp, Hartwig, Heinrich Jeß- Wilhelm Kiesewetter, Kolbe, Marschall, v. MeMenthin, Robert Morath, Karl Neumann, Netnrenther, Heinrich v. Nostitz, Hevmut Patzig, Klaus Rückert, Otto v. Schrader, Steinbauer, Otto Steinbrinck, Max Valentiner, Erwm Waßner und Wilh. Werner. Es werden ferner die Namen der drei überlebende« Chefs des Admiralstabes, der Admträle Bachmann, Koch und Behncke genannt Die beiden Staatssekretäre v. Capelle und v. Tirp! tz sind ebenfalls auf der Liste, wie di« drei Flottenchefs, die Admirale Jngenohl, v. Scheer imb v. Hip­per, ferner der Ches des Stabes der Hochseeflotte, Admiral v. Trotha, der ehemalig« Chef des 'Ma- rinekabincttS ».Müller, der kommandierende Ad­miral v. Schröder, ein KreuzerkommandMit Otto v. Bülow, Max Leonhardt, sowieder Koytman- dant des, HUfskreuzer«Wolf" Kapitän Rerger und der' z^stfchiffkommandcmt Aaxitä« S. Böcke«,