Deutschland und Rußland.
Berlin, 28. Jan. Die „Germania" fegt, die deutsche Regierung toetbe bald de» Versuch der Ordnung der deutsch-russischen Verhältnisse unternehmen. Wir dürfen damit nicht warten, bi# am Ende sich Engländer und Franzosen vor uns festgesetzt haben, wohin einst der deutsch« Handel seine Aare« lieferte.
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Lettische Ersatz« gegen He Rötetrnvven.
tob. Paris. 28. Jan. (HavaS.) Die lettische Armee hat die bolschewistische Front an zwei Stellen durchbrochen und ist 20 Kilometer vorgedrungen.
Die Lage in Sibirien.
wb. Amsterdam, 28. Jan. Laut .Telegraaf" meldet die .Times" au» Wladiwostok, daß H o r w a <f kick in Ehardin zum Oberbefehlshaber auSge- rufen bat. Koltschak wurde ins Gefängnis geworfen. Die Eifenbahnladung mit Gold, die sich bei ihm befand, haben die Tschechen in Hände«.
sel auf die Zukunft einstweilen noch im Mond« steht, soll aber keineswegs so gedacht sein, wie die von den deutschen Bergleuten so nachdrücklich verlangte Sechsstundenschicht. Tie Englättder nehmen in Aussicht, daß die Kohlenförderzeit von 1921 ab 6 Stunden betragen soll. Tie Prrsonenförderung ist also in die Schichtzeit nicht einbegriffen. Bei den englischen Förderverhältnissen dauert die Personenfördecung (b. h. der eine Weg) im Durchschnitt je Schicht rd. $/< Stunde. Demnach toücbe also, wenn wirklich von 1921 ab die Schichtverkürzung im englischen Bergbau Platz griffe, der englische Bergmann bei der gleichen Reihenfolge für Ein- und Ausfahrt durchschnittlich G3/e Stunden unter Tage sein. Er würde sich dann also nur wenig besser stehen als der deutsche Bergmann sich schon jetzt bei der Siebenstundenschicht steht, und dabei ist England der Sieger, hat die weitaus vorteilhafteren wirtschaftlichen Lckensbedingungen und in feinem Bergbau Abbauverhältnisfe, die wesentlich günstig er sind als die deutsche».
tob. Annapolis. 28. Jan. (Funkspruch.) Siner Meldung aus Tokio zufolge, sagte Premierminister Hara, die japanischen Verstärkungen für Sibirien seien notwendig, um den Tschechen Beistand zu leisten, die Eisenbahnen zu bewachen und die japanischen Besatzungs- Gruppen zu sicher«.
Das Hinsterben der Gefangene« (tt Turkestan.
leb. London, 28. Jan. (Reuter.) Die .Westminster Kazctte" meldet, daß es einem Ausschuß de« Roten KrenzeS erlaubt tvurde, sich nach Odessa zu begeben, um die Rot unter den Kriegsgekanaene« in Türkest.,n zu linder». 60 000 gingen »« Grunde an Hunger und Krankheit, der Rest von 40 000 stirbt schnell dahin.
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Die »«Mischen WM».
tob. Budapest, 28. Jan. Die Sountttz und Montag abgehaltencu Mahlen zur Nationalversammlung sind im ganzen Lande ruhig verlaufe«. In 108 Wahlbezirken wurden 52 Christlich-Soziale, 39 „kleine Landwirte", 4 Demokraten und 2 Parteilose gewähft. 11 Stichwahlen sind noch erforderlich. In dem Budapester Wahlkreis siegte der Kriegsminister Friedrich über den ehemaligen Ministerpräsidenten Wekerle.
Ministerpräsident Huszar sagte in einer Versammlung, die erste Aufgabe der Nutimialversammlung werde die Wahl des Staatsoberhauptes sein. Es sei klar, daß Ungarn toidxr einKöuigreich tDerbe; doch wäre es verfrüht, diese« volkstümlichen Namen hervorzuheben.
Arbeitswillige für btt Eistttbahmverkstiitteu.
Jet Wn Ml Krzbemr.
Der Anschlag gegen den Reichsfinanzministcr E' ; - berger hat erklärlicherweise ein lebhaftes Echo in der politischen Presse geweckt. Daß ein Teil der der Regierungsmehrheit nabestehenden Blätter die unbesonnene Tat eines jugendlichen Hitzkopfes, dem vermutlich Gras Arco als Vorbild vorschwebte, den Parteien und Zeitungen der Rechten zur Last legen würde, war zu erwarten. So tut cs der „Vorwärts", das „Berliner Tageblatt", die „Frankfurter Zeitung", die offiziöse „Deutsche Allgemeine Zeitung" und in vorsichtigerer Form auch ine „Germania". Rechtsstehende Blätter haben bereits im VonauS in Erwartung der Angriffe diese Dtzrückgewiesen und geben ihrer Verurteilung der Tat aus ^Mlchlichen und politischen Gründen rückhaltlos Ausdruck. Sr nennt die „Deutsche Zeitung" den Anschlag „mcht nur ein Verbrechen, sondern vor allen Dingen eine groÜe politische Dummheit". „Berliner Lokalauzeiger" Mrd „Deutsche Tageszeitung" stellen fest, daß die rechtsstehenden Parteien zu jeder Zeit die Gewaltanwendung aegeu politische Gegner entschieden verurteilt haben. Positische Anschläge widersprächet aufs schroffste der aanzen nationalen Gedankenrichtuna gerade im deutschen Volk-, „Wir bekämpfen die Politck des Reichsfinanz- minisiers Erzberger auf das entschiedenste und werden es auch loeiterhin tun, insbesondere auch in der Richtung der Vermischung von Politik und Geschäft; und wir halten Sxrrn Erzbergers Tätigkeit in den letzten Jahren für ein schweres nationales Unglück. Mer wir führen unseren Kamps aus streng g e s e tz l i ch e m W e g e, mit reinen Händen und reinem Gewissen" sagt die „Deutsche Tageszeitung". Daß der Täter überhauvt den Gedanken des posittschen Mordes gegen einen ihm verhaßte« Minister fassen konnte, bezeichnet
tob. Berlin, 28. Jan. Nach der Schließung der EisenbahnwerkstStten boten sich dem Eisenbahnmini- sterium von verschiedenen Seiten Arbeitsgemeinschaften nach dem Muster der von Hauptmann. Schmude gegründeten an, um die Arbeit in den geschlossenen Werkstätten zu übernehmen. Den Arbeitsgemeinschaften stehen sachverständige Führer und in den Angehörigen der früheren technischen und Eisenbahntruppen auch geeignete Arbeitskräfte in ausreichender Zahl zur Verfügung. Das Eisenbahnministerium ist diesen Angeboten noch nicht näher getreten.
Bis Mittag haben sich in den geschlossenen Eisen- bahnwerkstätren von Berlin, Breslau und Nied bereits mehr als 100 Arbeiter gemeldet. Radikale Elemente hatten teilweise Vorkehrungen getroffen, um die Arbeitswilligen an der Meldung zu verhindern. Für ausreichenden Schutz der Arbcitswlllige« ist gesorgt.
Die Erhölmng der Eisenbahntarife.
Um 100 Prozent.
Berlin, 28. Jan. Tie deutschen Eiscubabnen be> schloffen, vom L März ab eine allgemeine Erhöhung der Güter- und Personentarife um 100 Prozent eintreten zu lasten.—Wir deuteten den Prozentsatz bereits gestern an.
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Arbeitszeit im deutschen unb englischen Bergbau.
Die Arbeitszeit im englischen Bergbau wird in den Kreisen der Bergarbeiter gern als Vergleich herangezogen zur Arbeitszeit in deutschen Bergbaubetrieben. Dabei wird allerdings in der Regel schon mit der Arbeitszeit als einer gegebenen Tatsache gerechnet, deren Einführung die englischen Bergarbeiter erst von 1921 unter gewissen Voraussetzungen anstreben. Zur Zeit arbeiten die englischen Bergleute ’/« Stunde länger als die deutschen. Der englische Bergmann ist 71/« Stunden unter Tage, der Ruhrbergmann nach den z. 3t. geltenden Bestimmungen 7 Stunden. Bor Anfang 1921 ab will die englische Bergarbeiterschaft die Sechsstundenschicht eingesühjst wissen, vorausgesetzt, daß die internationale Wirtschaftslage es gestattet. Tie englische Sechsstundenschicht, die als Wech
das Blatt als „eine echte Frucht vom Baum der Revolu tio n":
„Die Sozialdemokratie hat ja ein Menschenalter hindurch in ihrem Parteikalender die politischen Attentate zugunsten ihrer Richtung als Heldentaten verzeichnet. Die Revolution bat die Gewalttat auf breitester Grundlage in das politische Leben Deutschlands eingeführt. Wir haben seit dem 9. November immer und immer wieder den Regierenden die Mahnung zugerufen, vor allem die Majestät des Rechts in Deutschland wieder anszurichten; wir haben tauben Ohren oder doch schwache» Herzen gepredigt. Noch heute fi v greuelvolle revolutionäre Morde, wie der an dem Kavitän Heine in Kiel, ungesühnt. Aus der blutigen Atmosphäre der Revolution ist auch dieses Attentat, ebenso wie die blutigen Getvalttaten des 13. Januar, hervorgewachsen."
Die demokratische „V o s s i s ch e Zeitung" wendet sich nachdrücklich gegen die „unheilvolle Verwechslung zwischen Person und politischer Tätigkeit", die ein typisches Kennzeichen für das Niveau der gegenwärtigen Partei- und Regierungspolitik sei. Auch die Regierung habe sich in mehreren Fällen nicht damit begnügt, sachlich gegen unbequeme Auffassungen Andersdenkender öffentlich Stellung zu nehnien, sondern habe die Motive einzelner Politiker und Journalisten in der Opposition in halbamtlichen oder gar amtlichen Kundgebungen verdächtigt. Weiter schreibt das Blatt:
„Das mag vielleicht dadurch erklärlich sein daß die Männer, die augenblicklich in der Regierung sitzen, aus ihrer alten überlieferten Oppositionshaut noch immer nicht herauskönnen. Sie haben früher in ganz ähnlicher Weise die Opposition gegen die alte Regierung getrieben und führen die ererbten Gewohnheiten auch als Regierung gegen die Opposition fort. Solche Erklärung ist aber keine Entschuldigung, und die Regierung ist nicht ganz ohne Antell daran, daß in Deutschland augenblicklich fast allgemein nicht sachlich für oder gegen Anschauungen, sondern mit den Mitteln persönlicher Verdächtigungen gegen Personen gekämpft wird."
Die liberale „Kölnische Zeitung" weist die Versuche von Blättern der Regierungsmehrheit, die Verantwortung für den Anschlag den Rechtsparteien zu- zuschieben, zurück. Wenn die „Germania" von „nationalistischer Hetze" rede, so scheine sie zu glauben, daß jede Gegnerschaft gegen den Reichsfinanzminister, der doch nicht nur nach der politischen, sondern auch nach der persönlichen Seite hin eine recht umstrittene Figur >«, als nationalistische Hetze bewertet werden müsse. Die „Kölnische Seitung" verweist auf die Mißstimmung in weiten Volkskreisen gegen Erzberger hin, deren instinktivem Empfinden die ganze Art des Erzbergerfchen Wir
kens sowohl nach der persönsichen als auch nach bet posittschen Seite bin undeutsch und dem Gemei«- wohl abttäglich dünkt. Von Verbetzung zu rede«, H lächerliche Hilflosigkeit: „Eiu Manu, der sich mit dem 'auattscheu Eifer eint» Erzberger der Aufwiegelung der einzelnen Volksschichten gegeneinander gewidmet hat, dem wir die würdelose Untersuchung übet die Friedenspolitik und ihre agitatorisch« Ausnutzung verdanken, der darf sich nicht wunder«, wenn die schmutzigen Wellen, die er aufgewühlt bah, gegen ihn selbst zurückschlagen." Das Blatt legt de» amtlichen Stellen nahe, zu erwägen, ob sie es noch länger dem deutschen Volke zumuten wollen, sich Tag für Tag mit der Persönlichkeit ErzbergerS zu beschäftigen, obet ob es nicht vielleicht"besser sei, für die Beruhigung des Volkes, die doch nun einmal für den Wiederaufbau Deutschlands nötig sei, dir Persa« ErzbergerS aus dem öffentliche« Leben ausscheibe« |t lasse». Minister gegen bie allgemeine BolkSab-- fHmmung zu halten, nötigenfalls burch Polizeigewalt, sei sicher teilte Verbesserung gegen bie früheren Zustände,
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Das Befinden Erzberger». '
tob. Berlin, 28. Jan. Di« heutige Untersuchung ErzbergerS ergab, daß Schwellungen und Schmerzhaftigkeit der Schußwunde noch unverändert ist. Tine Ber-. schlimmerung ist nicht eingetteten., Temperatur normal,1 Puls 120. Der Patient ist erschöpft und sehr schonungS-, bedürftig; jedoch besteht keine Lebensgefahr.
Berlin, 29. Jan. Dem Neichsfinauzminister Erz- berget gehen dauernd Beileibskundgebnngen au» dem Ausland zu. Zahlreiche Abgeordnete der Nationalvet« ‘ sammlung und der Landesparlamente drücken ihre @m«‘ pörung über den Anschlag aus und wünschen baldige Gesundung. Dasselbe gilt von den großen deutschen Zeitungen und Verlagen sowie von einer Anzahl sozial«, politischer und gemeinnütziger Gesellschaften.
Die preußische Regierung sandte ein Telegramm, tat, dem sie ihr Bedauern und ihre Empörung über ben Anschlag ausdrückt.
tob. München, 28. Jan. I« der heutigen Boll-, sitzung des bayrischen Landtages ergriff Präsident Schmidt das Wort zu einer Kundgebung anläßlich bet’ Mordanschlags auf Neichsfinauzminister Erzberger. E», wurden ihm die besten Wünsche ber Volksvertretung Bayerns zu einer baldigen und bauernden Genesung übermittelt. * <j
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Die Mert der DE» MsoerteL-
Aus die Werberede des demokratischen Reichsmini«, stecs des Innern Koch, bie er in Bremen die! Adresse der Deutschen Volkspartei gehalten hat, erwidert nach dem Abgeordneten Stresemann fetzt auch bcc ,^ressedieust der Deutschen Volkspartei". St; schreibt:
„Die Regierung steht vor großen Eriiährungsschwie- rkgkeiten. Sie steht vor einer Zuspitzung ber finanzielle« Krisis, und sie wird wahrscheinlich in schwerer Sorge fein, • wie sie die kommenden Moimte überwinden soll. Aber die Schwierigkeiten haben sich doch nicht ohne ihre Schuld in so beängstigender Fülle gehäuft. Ihre Wirtschaftspolitik, ihre Finanzpolitik, ihre ErnährungspoliÄ ist feit Monaten von einer solchen Kurzsichtigkeit« Vou einer so dilettantischen und unsachliche« Leichtfertigkeit, daß die Entwicklung einen verhängnisvollen Laus nehmen mußte."
Aus den Samntlungsrus Kochs, der erklärte, bie Lage fei zu ernst für Verfechtung parteipolitischer Jw> teresse, antwortet das voltzparteiliche Organ:
„Wer hat denn, so möchten wir de» Herrn Minister Koch fragen, die Parteipolitik in allen Zweigen unsere» össentlichen und wirtschaftlichen Lebens bis in die äußersten Konsequenzen verfolgt? Wer hat die Verwaltung parteipolitisch „gesäubert"? Wer hat Parteipoli-, liker tat diejenigen Aemter gesetzt chie in ersten Linie und heute mehr als je sachgemäße un*> fachmännisch erfahrene Verwaltung erfordern? Wer treibt in der Steuergesetzgebung Patteipolitik, d. h. eine Politik, die auf die Schlagworte abgeftimmt ist, die man ben sozialdemokratischen Massen seit Jahrzehnten gepredigt hat? Wer hat unsere Wirtschaftspolitik parteipolitisch durchseucht, d. h. sie einer Gesetzgebung unter- ivorfen, die ebenfalls von sozialistischen Schlagworten diktiert ist unb alle lsksetze einer vernünftigen wirtschaftlichen Entwickelung ausschaltet? Ist es nicht immer unb immer wieder die demokratische Pattei gewesen, die in vielen Fällen trotz der besseren Einsicht einzelner ihrer Mitglieder diesen verhängnisvollen parteipolitischen Sur» mit steuern half, der schließlich ,um Sckiifibruch führen muß und nach den besorgten Ministcrworten zu schließe» nicht mehr weit ab von diesem Ziel zu sein scheint."
Es wirb bann an die vergeblich warnenden Rebeft der volksparteilichen Abgeordnete» und bie Anträge der Partei erinnert, die von der Regierungsmehrheit rücksichtslos niedergestimmt seien und gefragt, warum Herr Koch damals noch nicht das Btt>ürfniS gehabt habe, zur Sachlichkeit und zur Abkehr vom Götzen dse !Varteipolitik zu mahnen. Nachdem das Unhell nahezu vollendet sei, erhalte die Deutsche Volkspartei die freundliche Einlcümng, die Regierungsbasis zu verbreitern, d. h. doch wohl die Verantwortung für all den ungeheueren Schaden mit zu übernehmen, den bie Regierungsmehrheit durch ihre parteipolitische Verblendung angerichiet habe. Den von der fetzigen Regie-
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mit dem Kreisblatt für den Kreis Marburg
Tageszeitung für (bas früher kurhessische) Oberhessen
Die „Dberbelf’l&e Zeitung" erscheint fechomal «»chenttich. — Ter
Ot Bezugspreis bettäri Monatlich 2/0 X. frei m» Hau»; burch die Post Vi* 64 3.50 e. eine »efteleelb — «ettea »eit ve L. chitzerottz. — ttu< bet
Unie . Buchbr. »en I » h. « « ,. Kock. Marit 21/23. — 5**tawe*ec 65.
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Donnerstag, 29 Jannar
strftks Blatt.
Der »«zeioenorei, betritt fit bie 8gelt. Zeile 50 4, ewtlidw inb •«•mir« ttae 00 , Pektin,ereil» 1.50 X. Z« allen Preisen 5 «I, Aufschlag. Jebet Rabatt etil elf Daerabatt. Bei Auskunft burch bie Getchättosielle u. Betmittlnne bet Angebote 25 4 Sonbergebiht. — Postscheckkonto: Mr. 5015 Imt Frankfurt a. M.
55.
1920 !
M BllMkW dtt FMmvtttkWr.
t»b. Flensburg, 28. Jan. Gestern nachmittag Itm hier an Bord des Dampfers „Eduard Moetmann" ber zweite Teil der für Flensburg bestimmten eng- tischen Besatzungs truppen an.
j j wb. Trupp an, 28. Jan. Die Besetzung beS Hult- fchinet Ländchens durch die Tschechen wird am 4. Februar erfolgen.
tob. Madrid, 28. Jan. Die Nachricht, daß die ! spanische Regierung Dr. Rosen als deutschen Geschäftsträger in P.c>d,id abgelehnt hat, wird amtlich bestätigt.
Brrfahren gegen deutsche Baltikum-Truppe».
tob. Berlin, 28. Jan. Tie Reichsregierung Hal - »egen der gegen Offiziere der interalliietten Baltikum- \ kommission durch aus dem Baltikum zurückgekehrte deutsche Truppen bcgangencir Beleidigungen und Tät- Lchkeiten eine strenge Untersuchung angeorduet. Die Vergeben fallen nicht unter die den Baltikum-Truppen X l zugesagte Amnestie. Sämtliche Schuldige tverben nach Berlin kommandiert und beschleunigt durch das Gericht . in Berlin stationierten TruppeuverbandeS abge- : j er fein.
Ter NüStrausport der KrieaSstklanattttn.
wb. Offenburg, 28. Jan. Heute nacht ist über i e- Erraßburg der erste GksangenentranSport ringeftoffen, der in Stärke von 1025 Manu nach dem Durchgangslager Rastatt weitergeleitet wurde. Die Gefangenen kamen aus den zerstörten Gebieten in Nord- plan krrich.
iob. Wilhelmshaven, 28. Jan. Der Ehes der Admiralität v. T r 0 t h a ist zur Begrüßung^x Jnier- «tarien von ber vor Scala Flow versenkten Flotte hier ringet rossen.
Die Anslikfmmgssrage.
Ivb. Paris, 28. Jan. Laut „Journal" steht bie Hn ttoort der Verbündeten auf die deutsch« Rott wegen ber Auslieferung der Schuldigen bevor.
ta6. London, 28. Jan. (HavaS.) In offiziellen ■ I Kreisen Londons besteht die Absicht keinerlei wir t- ~ fch östlichen Druck auf Holland wegen der Aus- Bepning Wilhelms II. auszuüben. Es soll beschlossen toftben, den Kaiser in contumaciam zu verurteilen.
1 \ Lansing etNäric in einer Versammlung in Boston, Anterika werde sich in der Frage der Ausliefenlng ; des Kaisers niemals den Verbündeten anschließen. : S>.tr mit Gewalt sei die Auslieferung zu erzwingen.
wb. Rom, 28. Jan. Ter „Osservatorc Romano" : schreibt, daß die Auslieferung des früheren Deutschen Kaisers unb ein Prozeß gegen ihn, im Lichte der : klcmentarsten, modernen Strafrechlswissensch rft gesehen, i eine Ungeheuerlichkeit wäre. Hofsentlich hatte : sich die italienische Regierung an der Stellung dieses Antrages nicht beteiligt. Ein Schiedsgericht deS Völ- ■ Verbundes würde die Anfrage Hollands, ob es zur Auslieferung verpftichtet sei, sicherlich mit nein beantworten. Am besten würde die Angelegenheit überhaupt nicht mehr erörtert, da ein Prozeß gegen ben Kaiser und andere deutsche Persöulichkeittu nur beu internationalen Haß, sowie die Gesahr einer milirarisrisch-bolschewistischen R e v 0 l u i i 0 « in Dentschtand verstärken könnte.
Aus dem besetzte» Gebiet.
wb. Berlin, 28. Ja». Ein erst vor einigen Jtagen «ms englischer Gefangenschaft zurückgekehrter iBeamter wurde in Jülich auf einer Promenade ohne jeglichen Wortwechsel von einem schwarzen französischen s i Kolonialsoldaten erschossen. Die Arbeiter und Angestellten der städtische» und privaten Betriebe stell- tm daraufhin bie Arbeit ein unb zogen unter zahlreicher Beteiligung der Bevölkerung vor bie franzüsi- jtoe Kommandantur. Der französische General ver- hwach die Bestrafung des Schuldige«.
Ü Mainz, 27. Jan. Zur Frage der bevorstehenden Seihtet{teOung meldet das „Echo du Rhin", daß vom 1.
[ stebruar ab im Zivilleben die Uhr um eine Stunde tm besetzten Gebiet vorgerückt werden soll, ebenso bei den Eisenbahnen im Rheinland.
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England.
Ll Silben, 28. Jan. Der Premierminister hat jbe» Rücktrittsgesuch von Barnes genehmigt.
wb. London, 28. Jan. „Daily News" melden. Daß 2000 amerikanische Gewehre nach Jr- lenb eingeschmuggelt worden sind.
3«bi«e auf 5 Jahre für Deutschland gesperrt.
j tob. Delhi, 28. Jan. (HavaS.) Die indische Rc- > Hierung verbietet feindlichen Ausländern -den Aufenthalt N Indien <ntf die Dauer von fünf Jahren vom " ber Einsiellung der Feindseligkeiten an,