Einzelbild herunterladen
 

trii dem Krctsblatt für den LrclS Marburg

Tageszeitung für fdas früher kurheWche) Overhessen

Die Arbeitszeit int Derqban«

der

unberechtigt.

Fortsetzung folgt.

^staatssekretär Mösle mit seiner Vertretung beauftragt.

in steigender

Es komme Bedarfs­kaufen könne.

könne keine dauernde Besserung erreicht die Preise des Lebensbedarss den Löhnen Richtung auf dem Fuße folgten, vielmehr auf eine Vermehrung der

Die betreffende Bekanntmachung des Kreisaus- schusseS Marburg ist gestern veröffentlicht worden.

to6. Berlin, 26. Jan. Der deutsche Städtetag berief auf der» 28. Januar eine Sitzung M Haupt-

Erzbergers.

Erzberger hat den Unter

ausschusses ein, in der die Sruährungsjrage berate« werden soll.

Ter NtiStrattSpsrt der KrikstSstkfanqkNkN.

wb. Berlin, 2d. Jan. Die Reichz-eutralsielle für Kriegs- und Zivilgesangene teilt mit: Am 27. 1. wird der Abtransport zu Lande der linksrheinisch beheima­teten Kriegsgefangenen, dir in der französischen Kampf­zone uirtergebracht waren, beendet sein. Der Abtrans­port der Gefangenen, die im unbesetzten Deutsch­land zu Hause sind, setzte am 25. 1. auf der LinieI (AachenKölnDüsseldorf) mit täglich drei Zügen bereits ein. Im ganzen waren 28 Züge erforderlich, um die linksrheinischen Gefangenen auS der Kampf­zone in die Heimat zu bringen. Davon wurden 15 vom 20. bis 21. 1. auf der Linie I abgelssfen, toäh>

Marburg

Dienstag, 27 Januar

Verwirklichung der Sechsstundenschicht so lange zu war­ten, bis die Lage des deutschen Volkes sie ermögliche. Gegenwärtig sei die La^ so, daß wir uns das Experiment der Sechsstundenschicht nicht erlauben könnten. Aus Grund der Erhebungen der seinerzeit eingesetzten Kom­mission sei man zu der Ueberzeugung gelangt, daß die Frage international geregell werden müsse. Reichs- orbeitsminister Schlicke hab- erneut versprochen"'.^ Inan­griffnahme des Problems au? internationalem Wege ein-

rend 13 Züge den südlichen drei Eisenbahnlinien zu- fielen.

wb. Cuxhaven, 26. Jan. Der DampferRügen" trifft heute aus Rouen mit 551 Heeresangehörigen, darunter drei Schwerkranken und neun Leichtverletzten hier ein.

wb. Pari«, 26. Jan. Die Heimschaffung der deutschen Kriegsgefangenen vollzieht sich planmäßig. 30000 in den befreiten Gebieten interniert gewesene Gefangene sind mit der Eisenbahn abtransportiert worden.

{ wb. Berlin, 26. Jan. In einem Erlaß der Reichsregierung an das deutsche Volk heißt es: Die Regierung ist empört über diese verbrecherische Aus­schreitung des politischen Kampfes. Sie stellr fest, daß die politische Tat unmöglich gewesen wäre, wenn die sinnlose und unverantwortliche Hetze, die seit Monaten gegen den Reichssinanzministcr getrieben wurde, unter» >blieben wäre. Sic hat die Hoffnung, daß die Schüsse in Moabit eine allgemeine Aufrüttelung bewirken Möchten, damit klar werde, vor tvclchem Abgrund wir stehen. Die Reichsregierung wird nicht nur ihre Mit­glieder, sondern jeden Volksgenossen gegen Gewalttätig- zkiten schützen.

, tob. Berlin, 26. Jan. Um allen bestehenden demonstrativen Absichten rechtzeitig entgegentreten zu ^können, sind umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen ge- i troffen worden.

' Die Mitglieder der Reichsregierung habe« Erzberger ! ihr Brauern über das Verbrechen ausgedrückt.

i ' ----------------------

Wie man auch zu Erzberger und seiner Politi! i stehen mag und man auch die Beweggründe deS Täters i einschätzen mag, die Tat als solche ist unbedingt zu verurteilen. Pulver und Blei sind in einem Kultur- staat nicht die Mittel, mit denen Politiker, und mag Man sie für noch so schädlich halten, zu bekämpfen sind.

Gefängnis gebracht.

Ter Vertreter wb. Berlin, 26. Jan.

Rtin'tnmq und Dtvlsche Nollspartei.

Di» Bedinsun-e« der Teutfibe» «olksv-rrtei für einen Eintritt in Vie Regierung.

In einer Rede in Bremen hatte sich der dem»« kratische Reichsminister des Innern Koch auch mit der Frage beschäftigt, ob nicht die Zeiten in Deutschland so schwer seien, daß man unter Vertagung aller par­teipolitischer Erörterungen die Basis der Regierung verbreitern müsse. Ein Zusammengehen mit bex Unabhängigen und den Deutschnationalen lehnte er ab. Die Gegnerschaft der Deutschnationalen sei keine par­lamentarische, sondern eine solch« gegen die Staat»« form. Nicht ganz so liege die Sache bei btt Deutschen Volkspartei. Der Abgeordnete Rießer habe in der Nationalversammlung erklärt, er sei zwar liberal, aber nicht demokratisch» und ähnlich habe sich in Bremen Herr Stresemann geäußert, obwohl da» Par­teiprogramm von einem Wiederaufbau btt Staate« auf demokratischer Grundlage rede. Ein Trennung«^ punkt sei weiter btt Bekenntnis bet Deutschen Volks-« partei zur Monarchie. Stresemana hab« tut« neuerdings im Gegensatz zum Grasen Westarp erklärt, daß er vor einer Koalition mit der Sozialdemokratie nicht zurückschrecke. Da» sei ein bemerkenswerte» Be« kenntnis; wenp aber Stresemann ernstlich an eine solche Koalition denke, so müsse er sich klar machet^ daß innerhalb einer derartigen Verbindung Opfer M bringen seien, in der Art, wie sie heute die Demokratie bringe.

Zu diesen Ausführungen nahm jetzt Abg. Sirese» mann in einer Versammlung bet Deutschen BolÄo partei in Frankfurt a. M. Stellung und stellte folgende Forderung seiner Partei für den Eintritt in die Re« gierung aus: Entpolitisierung des Beamtentums, Schaf« fung einer Kammer der Arbeit und unbeortpgttt Ausschluß Erzberger» aus der Regie* rung. Unser Wirtschaftsorganismu» sei nicht tot. Wir hätten ausländische Aufträge in Hülle und Füll« aber es fehle an Kohl« und geocdneteü Verkehrsver- hältnissen und einer zielbewußten Politik btt Regierung in Fragen der Rohstosfbeschaffung. SchlieS- lich wurde eine Entschließung angenommen, die sich scharf gegen die Auslieferung Reichsangehöriger an di« Verbündeten wendet.

Ta» Malsensterben der Sfterrelchischen KrlesSgefangenen in Sibirien.

Berlin, 26. Jan. Wie demLok.-Anz." berichtet wird, erhielt der HauptauSschuß de» internationalen Roten Kreuze» in Wladiwostok die Nachricht, daß von den mehr al» eine halbe Million betragenden Ssterretchi- schen Kriegsgefangenen nur noch der 4. Teil am Leben ist. Die übrigen sind di« Opfer von Ent­behrungen und Erkrankungen geworden.

al» «arradatt. Be« Wvetnnft" durck, »i« «eichäitostelle termittlnn« »er «n- gehet« » 4 Sonder,ediidr. - Postscheckkonto: Ar. 6016 «mt Franksort a. ».

♦tut. Nach Südekums Eindruck verschloß sich Er»- Perger seinen Argumenten nicht, daß eine gesetzliche Wlunn mit Rücklicht auf dir Neutralen abzulehnen tei, aber Maßnahmen auf dem Verwaltungswege ge- ♦ro'lfen werden könnten. Er glaube sagen zu können, daß dielet Standvunkt von Erzberger geteilt wurde. Aul s;e Tratte des Vorsitzenden, ob er den Eindruck hatte, daß ^t-berget ein materielles Interesse an dieser Frage batte und sich durch seine Stellung als Aufsichtsratsmitgli-d :n seiner Haltung bestimmen ließ, erklärt Südeknm. das -r diesen Eindruck keinen Augenblick batte. Der Zeuge -ileibt dabei .daß die damaligen scharfen Angriffe Erz- beraers mit seinem Ausscheiden aus der Schwerindustrie 'n keiner Weise zusammendängen konnten. Erzberger ♦mbe 1916 im wesentlichen bereit» denselben Standpunkt -inaenommen wie später. n

Dem Zeugen vnt-rstaatssekretär M Ü l l e r, der damals mit dem von Heffserich bearbeiteten Gesetzentwurf über die -llbaabe von Ausfuhrzöllen mit verschiedenen Barte«- fibrern Fühlung zu nehmen hatte, erklärte Er-Herqer. daß der Gesetzentwurf nicht ohne Debatte von allen Parteien angenommen werden würde. Er batte aber den Eindruck, daß Erzberger sich von keinen anderen il8 sachlichen Gründen in dieser Frage leiten ließ. Den Vorstoß Erzbergers verstand er nicht, weil eS ihm unerklärlich war. wie ein Mitglied btt Reichstags.

erst den Gesetzentwurf für nicht annehmbar bezeich­net batte, plötzlich die Regierunng in derselben Sache ,unreifen konnte. Er verstand nicht, tote Erzberger, bei ♦rüber die Jndirstrie nicht belasten wollte, jetzt plötzlich mit aller Schärfe für eine Belastung eintrat. Welche Gründe für dieles Vorgehen Erzbergers vorlagen, dafür tzabe er keinen Anhalt. Er betrachte auch beut« noch die späteren Borwürfe Erzbergers gegen die Regierung als

Der Anzeiaenorei« betritt flr bte »geb. Zeile 60 J, .wtl-Aennb nratr« 55 tige«)^, Reklame,eil« i.6v^k. Zu ollen Preisen 6 «nfschlog. ^e»er Ro»ott oili > v * - ----------------------------------- 1920

Die Ernährnnllslnstt.

Borläufig keine Herabsetzung der Brotration.

tob. Berlin, 26. Jan. Wie zuständigerfeits mit­geteilt wird, wird der Ausmahlungssatz für Brotgetreide vom 1. 2. von 84 Prozent auf 90 Prozent hqsausge­setzt. (Der frühere Ausmahlungssatz betrug 96 Pro­zent.) Gleichzeitig ist, um die Anlieferung von Brot­getreide zu verbessern, eine große Druschaktion in Angriff genommen, für die bereitliegende Kohlen zur Verfügung gestellt sind. Die Kohlen sind bereits im Rollen nach den BSertoenbi« ngsgebitten. Ein kleines Ansteigen der Anlieferung ist bereits zu -verzeichnen. Ein« Herabsetzung der Brotration findet nicht stall und ist auch vorläufig nicht beabsichtigt.

guter an, damit jeder in erhöhtem Maße

Das bedinge aber eine Vermehrung vor allem der Koh­lenproduktion. Auch der Vertreter der Generallommissiov. der Gewerkschaften mahnte die Versammlunq dringend.

Bochum, 26. Jan. Bei bett Verhandlungen außerordentlichen Generalversammlung btt alten Berg­arbeiterverbandes gab der Vertreter des Reichsarbeits- mintsters eine längere Erklärung ab ,in der er zunächst nachdrücklich betonte, baß tt der ernste Wille btt Mini­sters sei. den Bergarbeitern zu einer Besserung ihrer Lage tu verhelfen. Auch zur baldigen Erreichung der Sechs­stundenschicht toerbe er Mitwirken. Nur bittet et, mit der

UM auf WkM.

WB. Berlin, 26. Jan. «U Minister Erzberger heute nachmittag gegen Nhr daS GerichtSgeböude in Moabit verließ und seinen Kraftwagen besteigen wollte, feuert« ein junger^Mann 2 Revolverschiiffe auf ibn ab. Der Minister mirde durch einen Schulterschuß leicht ver­letzt. Ti« zweite Kugel, die ihn in der Bauckgegend traf, prallte an einem metallenen Gegenstand in der Lasche deS Ministers ab. Der Täter wurde verhaftet.

Der Minister verließ in Begleitung des Rechtsan- kvalts Dr. Friedländer das KriminalgeciÄt in Moabit und begab sich mit diesem zu seinem Kraft­wagen. Bevor Erzberqer einftieg, unterhielt er sich noch mit dem Rechtsanwalt, als plötzlich ein junger, gut gelleideter Mann an die Beiden hcranrrat und r'nen Schuß abfeuerte. Friedländer drehte sich um und sprang auf den Attentäter zu. In demselben Augenblick feuerte dieser einen zweiten Schuß auf Erz­berger ab. Erzberger fiel darauf, wie einige Zeugen gesehen haben, in seinen Kraftwagen hinein, und der Chauffeur fuhr davon. Der Attentäter wurde von Sicherhritsbeamten festgenommen und auf der Wache als der am 24. November 1899 zu Berlin geborene frühere Fähnrich und jetzige Schüler Oltwig v. Hirschfeld, der in Steglitz bei seinen Eltern wohnt, ftstgestellt. Der Vater ist Bankbeamter.

Erklärungen des Täters.

Berlin, 27. Jan. Der Attentäter v. Hirschfeld sagte bei seiner gestern Abend stattgesundenen ersten Vernehmung aus: Er hätte keine NAttäter, die Ta' sei seinem eigenen und alleinigen Plan entsprungen Erzberger habe schon bei Abschluß des Wa'senstill- stanbtt so unwahr berichtet und alle irregesührt. Er habe damals gegen die Wahrheit behauptet und ver- tzrriten lassen, die Besetzung des Rhrinlandes höre un­bedingt mit Friedensschluß auf, das Saargebiet würde ui« an Frankreich verpsändet und anderes mehr. Im inseitigen und kritischen Augenblick sei Erzberger mit Frau und Kindern nach der Schweiz ausgerückt. Er habe Erzberger als Verräter und Urheber der natio­nalen Not mit Absicht und Vorbedacht töten tool- len und bedauere nur, wenn es ihm nicht geglückt sein sollte. Der Verhaftete wurde in das Moabiter

wleiten. Durch das ständige Hinausschraubcn bet Löhne werden, weil

sich ihrer ungeheuren Verantwortung bewußt zu sein. Einzig und allein das Gefühl der Pflicht gelte jetzt tmb nur Arbeit könne noch helfen. Bon der Ovpo- sition tourbe erklärt: Maßgebend für die Bergleute sei die sofortige Einführung der ScchsstuR>enschicht, >--cht ihre bloße grundsätzliche Anerkennung. Rokemann -'los; seine Aussührunaen mit der Versicherung, daß die Opposition von ihrer Stellungnahme in der Schichtzeit­frage nicht abgehen werde. Äue stellte in seinem Schluß­wort fest, daß die sofortige Einführung btt Sechssinnden- tzmes eine große Gefahr für die Volkswirtschaft in >"ch schlöffe. Besonders verderblich sei es, daß man die Schichtzritftage in die Arena des politischen Kam- vses gezerrt habe. Hu6 hält die internationale Regelung der Schichtzeitsrage für unumaänglich, weil die Entente die gesetzliche Einführung der Sechsstundenschicht hier in Deutschland einfach nicht zu lassen und dagegen mit Zwangsmitteln einschreiten würde. Jedenfalls wäre es verhängnisvoll .heute die Arbeiterfchaft in einen Taumel hinein,ureden und ihr Versprechungen zu machen die erst Erfüllung finden können ,wenn unser Wirtschaftsleben wieder in Ordnung sei.

Bei der Einzelabstimmung sprach sich die General­versammlung für die Verkürzung der regelmäßigen unter­irdischen Arbeitszeit bis auf sechs Stunben aus. Bei namentlicher Abstimmung wurde die Erzwingung der Sechsstundenfchicht ab 1. Februar durch Ausstand oder Arbeitsverweigerung mit 182 gegen 36 Stimmen abge­lt- h n t bei einer Stimmenthaltung. In der Nachmittags- sitznng wurden bte beiden (mitgeteilten) Entschließungen des Vorstandes mit überwältigender Mehrheit ange­nommen. ebenso mit allen gegen zwei Stimmen der An­trag auf Einlegung einer zweiten Förderschicht.

IDi» Oherdrssilch« Zeitvn«" erfckelnt sechsmal döchtttllch. Der «ezug.vrei, betret wonatli* 2/0 X. ffrei «tt $«»; J«*

»50 «bne Bestellgeld «erleg »oe Dr. C. fttMerete. »tue »er »3,6.«««.»,». 21»

, Ser Mzri Wem oeoen WM.

* Bet lin, 26. Jan. Im Prozeß Erzberger-HelfseriL itourbe «ute der preußische Finanzminister Südeknm ! als Zeuge darüber vernommen .weshalb der Gesetzentwurf, "ber Ausfuhrzölle für die Industrie betraf und der ftir.erieit gemacht wurde, als Helfferich Staatssekretär des Innern war, nicht verwirklicht wurde. Südekum erklärt- dazu, tt sei damals bei ihm als Vertreter der soziawemokratischen Fraktion sondiert worden, ob er ge­neigt fein würde, bei feiner Partei Ausfuhrzölle für Jnbusrriearrikek zu befürworten. Er habe die gesetzliche Einführung von Einsuhrzöllcu nicht für opportun gehal­ten, weil die Neutralen mit Repressalien antworteti wür­den, et wolle aber dafür eintreten ,daß aus dem Ver­waltungswege hohe Abgaben eingeführt wurden. Der Borfipende erklärt ,daß es ihn hauptsächlich interessiere, Weiche (Steilung Erzberger damals dazu eingenommen habe. ES toerbe ihm vorgeworfen, daß et den Regie- runasplan zu Fall gebracht habe, während er später, als tt nicht mehr int Aufsichtstat war, f ü r Zölle cin-

---4----

Sie flnsWnw 6ts Usdem'limtt.

Breslau, 26. Jan. Das Generalkommando des 6. Armeekorps teilt mit, daß bte Räumung btt ober- "chleffschen Abstimmungsgebiets fünf Tage sp äteratt vorgesehen beginnt. Tie erste Zone muß somit am 31. 1., und die letzte Jone am 10. 2. um 7 Uhr vor­mittags von allen deutschen Truppen geräumt sein-

tob. Flensburg, 25. Jan. Tie kommissarischen Ortsvorsteher Reß in Toftl'tnd und Rafalsky in Ri ding sind ans dem nordschleswigschen Abstimmungs­gebiet anSgewiesen tvorben.

tob. Flensburg, 26. Jan. Bei bet gestrigen Ankunft bet Kommission bet Verbündeten kam es nach den offiziellen Feierlichkeiten zu Ausschreitun­gen gegen die demonstrierenden Dänen.

ein Weichsel KriegSbafen.

wb. Warschau. 26. Jan. (SavaS.l Der lewe Ministcrrat beratschlagte übet den Bau eines Kriegs- Hafens auf dem linken Weichselnfer; anßerb-m wurde eine Vertiefung der Weichsel ins Auge gefaßt.

Eia brasilianisch deutsches Kreditabkommen.

wb. Zürich, 26. Jan. Wie derZüricher Zig." gemetbet wird, haben in Zürich Besprechungen von Ver­tretern einer brasilianisch-portugiesischen Finanzkom- ntifiton und Vertretern Deutschlands über ein brasilia­nisch-deutsches Kreditabkommen sialtgefunden. Das Ab­kommen, dessen Zustandekommen gesichert ist, bezweckt eine großzüige Versorgung Dcuifchlands mit brasiliani­schen Rohstoffen und Lebensmitteln

Kiautschou.

tob. Peking. 26. Jan. (dientet.) Japan teilte China mit, daß ihm gemäß Friedens-Vertrag die deut­schen Rechte in Kiautschou übertragen seien und daß cs bereit sei, über die Wiederabtretung deS Pacht- landeS zu verhandeln. ES würde dann seine Be- wachungsrruppcu von der Schantungbahn zurückziehen. Finnischer Protest gegen die AnLlieferung des Kaisers.

wb. tzelsingfors, 26. Jan. Alle finnländischen Zeitungen veröffentlichen einen Protest gegen das Verlangen cur Auslicfernng Kaiser Wilhelms, den 70 der hcrvorragetrdstcn Finnländer unterzeichnet haben. In dem Aufruf wird ausgeführt, daß das AuSlicfe- rnngSverlangen juristisch und moralisch verwerflich ist.

T«r Kaiserbriek erfunden.

Köln, 26. Jan. Generalleutnant v. Gontard drahtet derKöln. Zig." auS «nterorgen; der In bet ..Köln. Ztg." abacdruckte und dem damaligen Deutschen Kaiser zugeschricbene Brief sei von Anfang bis Ende cts nn den. Zweifel an der Echtheit äußerten wir bereits gestern.

' Tie Heuchklkft

Wir haben kürzlich schon darauf hingewiesen, wie wenig die Taten bet heute Regierenden ihren Theorie» entsprechen. Früher konnten sie denZwang" nicht ge« nug verurteilen, nicht genug nachFreiheit" rufen, heute wissen wir. tote dieseFreiheit" ausschen mutz, tvenit sie Gnade finden will. DieFreiheit" de» Um# vcrsiiätSlchtetS zeigte das kürzlich bei dem Erlaß im FalleLcmmet". Da hat nun kürzlich tn »etD. Tagesztg." jemand einen deutsch-nationalen Hauslehrer gesucht; das kann er, sollte man denken, machen tote et will. Nein, große Entrüstung darob zuerst imVor#, roärtß, dann in der sozialistischen und ähnlichen Preffe, da sah man's mal wieder, wie dieReaktion" arbeitet. Immerhin war diese Anzapfung etwas unvorsichtig, denn die allzeit streitbareD. Tagesztg." wartet nun- mit Gegenbeispielen auf, die nicht so harmlos sind, weil es sich nicht um Privatpersonen sonder» offenbar um Behörden handelt, die die Ge# sinnung vorschreibcn. In der sozialistischen Zeitschrcst Der frei« Lehrer" findet sich folgende Anzeige:Tat* kräftige organisierte sozialistische Lehrer wollen zwecks Anstellung ihre Adressen usw. mrttellen. TurchscknittSpensen angeben." Und der heuchleruch« Vorwärts" hatte in Nr. 579 folgendes Gesuch:RekO torstelle in Berlin-Niederschöneweide (soz. Mehrhert) zum 1. April 1920. Meldungen von Genossen m. bef. pädagogischen Leistungen oder guten Zeugnissen rRek# tot) bis 21. November a. d. Gemeii.dcvorstand. Pc tönjitfic Zuschriften an Schöffe Gcuosse Gutschmidt In Nr. 24 der ZeitschriftTer freie Lehrer W li. Tezcmber 1919 st-ht folgende Anze,ge:Wehtete evangelische und kathol'sch« Lehrer, welch« sich zur Me h t h e, tSs0z, alde m 0 #, kratie bekennen, werden bald per Ostern gesucht. Meldungen umgehend an Gemeinde-Vorsteher in Gerbler bei Bochum." Sehr richtig bemerkt da» Blatt dazu., Schlimmer kann die Parteiinzucht kaum getrieben wer# den Und solche Leute wollen b in alten System Bor- würfe machen, daß unter ihm Bevorzugungen nach der Parteiangehörigkeit stattgefunden hätten. Elend« Heuchelei!" Wir meinen.In der Tat sollten all« dies« Fälle, wo die Parteigruppen ihre Gesinnungsgenosse» in staatliche ober kommunale Stellen bringen wollen, wohlvermerkt werden. Es geschieht sicher, um de» staatlichen Apparat, der doch der Allgemeinheit gehört, für die Parteimaschine auszunntzm, dann aber will tn-ent sich auch für Wahlen usw. gefügige Werkreuae schaffei^- Dcr Zusanimsnbrnch des alten SystcmS beruht ja nach der Aussage der Sozialdemokratie im wesentlichen da­rauf, daß man das Volk über der damalsnationalen Gesinnung nicht habe zu seinem Recht kommen lasses Wollen die Genossen denselben Fehler machen? Odtt sind sie der Ansicht, daß eS gelte, möglichst schnell allerhand zu retten, ehe es zu spät ist!