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M NMmg des grifitasDürhes«.

Sie Marinekommission der Westmächte in Kiel.

? wb. Siel, 23. Jan. Die Marinekommisston W heute Abend an Bord des englischen Kreuzers ^»eeetn,*^tfcer von zwei französischen Terpedo- toote« iegfeitei ist, in den hiesigen Hafen einge- Mufen.

Die Vusweisungen stimmberechtigter Deutscher in Schleswig.

wb. Sonderburg, 23. Jan. DerSonder- torger Zeitg." zufolge ist der Bürgermeister a. D. NU Rorburg, Hardesvogt Klinker, von der dteralliierten Kommission mit der Frist bis zum II. Jansar ausgewiesen worden. Klinker ist gebotener Flensburger und seit über 40 Jahren in Mrbnrg ansässig, daher auch sttmmberech- W.

Sie Wiederherstellung der Kathedrale von Reims.

kg. Wiens, 24. Jan. Wie derTemps" meldet «thält der französische Nachtragshaushalt eine Lorschntzforderung von 980 Millionen Franken zu Lasten Deutschlands zur Wiederherstellung der Ka- tzedral« we Reims.

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Kreditabkommen auch mit Schweden u. Dänemark.

kg. Berlin, 24. Jan. Wie verlautet, sind Hnlich dem deutsch-holländischen Kreditabkommen Ifeitbe Verhandlungen mit Dänemark und Schwe­den ausNuonnnen worden.

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- Itonis WlehMg.

wb. Haag, 23. Jan. In der Antwortnote auf -dos Echuchea der Verbündeten um Auslieferung des vormaligen Kaisers weist die niederländische iXegtenrRg darauf hin, daß Verpflichtungen, die jßch für Deutschland aus dem Artikel 228 des Frie- tensvertrages ergeben können, nicht geltend ge­macht werden können, um Pflichten der Riede c- dnde zu bestimmen, die an diesem Vertrage nicht tvlhabe». Die niederländische Regierung könne 'M durch die Forderung der Mächte aufgeworfene Irage ns» vom Standpunkte ihrer eigenen Pflich- ;i»n betrachten. Im vorliegenden Falle könne sie feine andere Pflicht gelten kaffen als die, die ihr Je Gesetze des Königreichs und die nationale Tra­ktion auserlegen. Weder die konstituierender Ersetze des Königreichs noch die hundertjährige Tradition» die von jeher die Niederlande zur Zu- Mcht aller derjenigen machten, die in internatio- Men Konflikten unterlagen, gestalteten der nie- krlmrdifHen Regierung, dem Wunsche der Mächte M willfahren und dem vormaligen Kaiser die Bohltat dieser Ersetze und dieser Tradition zu bchmen. Recht und nationale Ehre, deren Achtung Mlige Pflicht sei, widersetzten sich dem. Das Arderländifche Volk dürfe das Vertrauen derjeni- M nicht »erraten, die sich seinen freien Einrich- stdngen armertraut hätten.

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Die ablehnende Haltung Hollands ging bereits -»ns unsren gestrigen Meldungen^ hervor.

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Aufrechterhaltung der Auslieferungsforderung.

- kg. Rotterdam, 24. Jan. Lloyd George Mlt n» Paris eine Ansprache an die Preffevertre- i« bei der Premierminister davon Kenntnis Ab, daß die Verbündeten beschlossen haben, ihre «»rderung nach Auslieferung Wilhelms II. nicht Kllen zu lassen. Die veibündeten Mächte seien ^nig. datz dem Kaiser gegenüber alle völkerrecht­lichen Zrvangsmaßnahmen anzuwenden seien.

I kg. Rotterdam, 24. Jan. DieTimes" Meldet- De« englischen Königshaus sind Bittbriefe «r deutschen Kaiserin, der früheren Kronprinzessin

der KSnigin von Dänemark zugegangen wegen Auslieferung des Kaisers. Einem weiteren Wunsch der Kaiserin, den Kaiser nach England be- tkkiter! 3ti dstrsen, wurde nicht entsprochen.

NScktransport der KrieqS.qtfstiiWen.

^tvb. I« i fi n, 23. Jan. Die Reichszentralstelle für w«b Zivilgefangene teilt mit: Der auf vier Abtransport der links-rhelnisch be- "naiciea Kriegsgefangenen ans dein französischen ^^tzfgebiet W sc« dem 20. 1. im vollen Gange. Aus ' $ srs:.zössfchen Hinterlande werden Heimkehrerzüge E« 23. L tat adgelassrn und zwar alle zwei Tage ein Mamrschasteu und alle vier Tage Änrr für

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mit dem Krcisblatt für den KrelS Marburg

Tageszeitung für (das früher kurhessische) Oberhessen

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Die »Oberbessische Zetteng* erscheint sechsmal »Schentlich. Ter Bezugspreis heträet monatlich 2,60 X. frei >n< Haus; durch die Seit 2.50 ». »tzne Bestellgeld Berlag »ex Dr. kitzeratd. Druck der Uni» -Buchde. von Iah. *«(. fi» <6. 87>ortt 21/22. tzerusprecher 65.

Marbnra

Connabknd. 24 Januar

Der »nzeiaeuprei« detriqt fit die 8geb. Zeile SO 4, amtliche und «««wer* tiae 00 , Reklame,eile 1.50 X. Zu allen Vreife* 6 Aufschlag. Jeder Kadett atlr al« Larradatt. Bei Auskunft durch die Geschäftsstelle u. Bermittluna der An. gedate 26 j kaudergedübr. Basischeckksnt«: Mr. 5015 Amt Frankfurt <u M.

55. Jahr-.

1920

F Srstes Blatt.

Offiziere. Da die linksrheinischen Gefangenen, die 'm französischen Hinterland interniert sind, mit vier Zügen restlos abbefördert werden können, beginnt der Abtransport der Uuterosf'.ziere und Mannschaften, die ans dem französischen Hinterland in das unbesetzte Deutschland heimzubefördern sind, am 29. 1., der der Offiziere am 1. 2.

wb. Köln, 23. Jan. Wie die Reichs^ntralstelle für Kriegs- und Zirilgefangeue in Köln meldet, sind bis heute Abend täglich drei Züge mit Krieasgeianaenen in den Durchgangslagern von Jülich, Düren und Esch* weiter eingetroffen. Tie Züge kamen aus Lille, Noyon, Albert, Cambrai, St. Quentin, Chaulnes, Laon und Rohe. Heute begann auch der Abtransport auf den südlichen Linien mit täglich einem Zug nach den Durchgangslagern von Worms und Griesheim.

wb. Bern, 23. Jan. In den nächsten Tagen iverden die Rücktransparte deutscher Kriegsgefangenen aus Frankreich durch die Schweiz beginnen. Es wird sich um folgende Transporte handeln: Auf der Strecke GenfKonstanz verkehren etwa 10 Offizierstransporte, auf der Strecke DelleBasel 12 Mannschaftszügr. Die Transporte befördern im Ganzen etwa 16 000 Mann, je nach den Verhältnissen wird die Zahl erhöht wer­den. Ferner werden 1700 Schwerverwundete und Kranke aus der Strecke GenfKonstanz transportiert.

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LllttWr LmdSMksWAlW.

Sitzung r r rr 23 Januar.

Bei Beantwortung kleiner Anfragen teilt die Regie* rnng mit, sie sei bereit, dabin zu wirken, dos; die Reichs* regierunq für solche Naturalien, die für unseren Handel und unser Handwerk unentbehrlich seien. Ausfuhrverbote erlasse: daß das neue Feucrbeslattunqsgesetz mangels genügenden Materials noch nicht eingebracht werben konnte, daß bei der Reichsregierung Schritte getan seien, um eine ausreichende Versorgung der Imker mit Zucker sicher zu stellen und daß Borüereitungen getroffen feien, nm den Ansiedlern aus den abzutretenden östlichen Ge­bieten nötigenfalls Siedlungsland zuzuweifen.

Auf eine förmliche Anfrage von Zentrumsmitgliedern bez. der Preisfestsetzung für die an die Verbündeten ab* ruliefernden Milchkühe, antwortet die Regienmg, daß kein Anlaß vorliege, bei der Reichsregierung eine Preis­erhöhung zu beantragen.

Abg. Oehler (Dem.): Die Antwort der Regierung ist zu bedauern. Die Landwirtschaft ist wegen des niedri­gen Abgabepreises nicht in der Lage, auch nur annähernd genug Milchkühe zu beschaffen. Die Volkswirtschaft wird dadurch schwer geschädigt werden.

Abg. ti.be r Osten (Deusschn.): Auch wir find mit der Antwort der Regierung in keiner Weise einverstanden.

Abg. Peters-Hochdor« (Soz.): Die Richtpreise für die Milchkühe müssen erhöht werden. Man sollte einen Teil der Kühe freihändig an zu kaufen versuchen.

Abg. Klanßner (U.Soz): Bei der Enteignung sollte sich die Regierung hüten, etwa gerade solchen Leuten die Kühe wegzunehmen, die sich politisch mißliebig gemacht haben.

Abg. Stendel (D. Dpt.): Das Vieh muß vom Stand­ort abgenommen werden damit 4>ie Landwirtschaft nicht auch noch die Transportkosten zu tragen hat.

Damit schließt die Aussprache. Es folgt die erste Beratung des Gesetzentwurfs zur Beseitigung der Senflift« erhcbung bei GerichtSversvlgung der Beamten wegen Amtsmißbrauchs. Die Vorlage geht an den Rechts- ansickuß.

Hieraus wird die gestern abgebrochene gemeinsame Besprechung der förmlichen Anfragen über die Versorgung der Landwirtschaft mit Kali und Stickstoff und über die Zwangswirtschaftsanträge fortgesetzt.

Abg. Herbert (Soz.): Wenn wir die Ämngswirt- sHost Lusheben. werden die Preise völlig unerschwinglich.

Abg. Schreiber (Dem.): Die Ernährungswirtschaft macht Bankerott, wenn keine Aenderung des Zwangs- spstems eintritt. Wir müssen zu einer vernünftigen Plan­wirtschaft kommen, die die Steigerung der Erzeugung erhöbt. Für den Anttag Kanitz, der die Aushebung der Zwangswirtschaft in Ost« und Westpreußen verlangt, können wir nicht eintreten.

Abg. v. Kessel (Deutschnarl?: Die Zwangswirtschaft muß, ausgenommen für Brotgetreide und Mehl, aufgehoben werden. flaue ausreichende Zuckerpro­duktion ist ohne Aushebung bet Zwangswirtschaft un­denkbar

Abg. Mehrhos (U.S.): Die verrückte Politik der Regierung steigert nur die Gewinnsucht bet Landwirte. ES bebatf der Festsetzung einer festen Planwirtschaft und des ernsten Willens ihrer Durchführung.

Abg Streu del (D. Bpt.): Wer heute noch nicht ein« sicht, daß man die Landwirte nicht zwingen kann, an dem ist Hopftn und Malz verloren.

Abg. Gras Kanitz (Deutsch«.): Die Regierung bat leidet nichts getan, um die Stimmung in Ostpreußen zu verbessern. Das Prämien-ystem ist ein Schlag ins Wasser. Tie Brotpreiserhöhung wird durch die Prämie nicht gerechtfertigt. Die Reichsgetteidestelle macht mit dem Prämieustzstem ein sehr gutes Geschäft.

Unterjtflfi'-iefretär Ramm ^:ilt mit, daß die lieber« schuss« des BiehhandeVverdandeS größtenteils der FSr- ö;: sing ter Viehzucht zu Gute kommen.

Unterstaatssekretär Peters: Ob wir die Zwangs­wirtschaft M!sheben können, wird wesentlich von der nächsten E t n Le abhängen.

Der Kommissar des Eisenbabnministers tritt der An nähme entgegen, daß Ostpreußen von Oberschlesien in bet Kohlenverforgung abhängen wird. Die Beratung wird abgebrochen.

Dienstag 12 Uhr: Fortsetzung. Schluß 7 Uhr.

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Der ÜlehWeto Des Zentrum.

Der vierte Tag wurde durch drei Referate et«» geleitet. Es sprach der münsterische Universitäts­professor Dr. M a u s b a ch über die Kultur­politik des Zei trums im Reich und äußerte sich dabei im wesentlichen über die kulturpolitischen Errungenschaften der neuen Verfassung: Das Zen­trum habe wesentlich durch eigne Kraft und lleber- legung, wenn auch vielfach von den Parteien der Rechten unterstützt, seine alten Grundsätze über Religion und Kirche, Bildung und Schule in die Wirklichkeit umsetzen müssen. Die volle Elauben--- und Gewissensfreiheit sei tatsächlich vom Reich je­dem einzelnen gewährleistet. Der vollen Ilnter- richtsfreiheit hätten sich die Demokraten und So­zialdemokraten entgegengestellt. Die Znkunftsaul- gabe des Kulturpolitik bestehe in der Erhaltung des Rechts des Christentums im öffentlichen Volksleben. Wenn der Staat nicht mehr die christliche Schule verbürge, so müsse sie durch den organisierten El­ternwillen gehalten werden. Du ch die Koalition würden die Grundfragen der Kulturpolitik des Zentrums nicht berührt, doch sei auch in einzelnen sozialen und weltlich-kulturellen Fragen eine prak­tische Zusammenarbeit mit den Mehrbeitssozirli- ften möglich und notwendig. Der Kampf gegen den Sozialismus solle fortdauern, aber er werde in verschiedener Form geführt werden, je nachdem seine Vertreter Verständnis und ehrlichen Willen zeigten für eine Politik, die dem Eesamtwohl diene und den Interessen der christlichen Mehrheit des Volkes gerecht werde.

Das Mitglied der Nationalversammlung Kaas legte dar, daß es wohl möglich gewesen wäre die Frage des Verhältnisses von Kirche und Staat aus den Nerfassungsbera^ungen auszufchrl- ten. Damit habe man aber angesichts des Sieges­zuges des Trennungsgedankens nur eine kurze Frist gewonnen. Daher fei es eine schmerzliche, aber unentrinnbare Notwendigkeit gewesen, drs erhältnis von Staat und Kirche neu zu regeln, und zwar solange man als Koalitionspartei ruf seine Forderungen mehr Rachdruck legen konnte als in der Opposition. Was die neue Verfassung enthalte, decke sich nicht mit den Idealen drs Zentrums, sei aber dar Matimum dessen, was unter den gegenwärtigen politischen Machtverhält- nissen überhaupt zu erreichen gewesen sei. Die Trennung von Staat und Kirche sei in der Ver­fassung angebahnt, aber keineswegs durchgeführt. Alles hänge davon ab, wie die Ausführungsgesetze gestaltet würden. Bliebe das Zentrum stark, dann werd« die Durchführung der Grundsätze für Reli­gion und Kirche sich auch weiterhin in friedlichen Bahnen bewegen.

Die Abgeordnete der Nationalversammlung Frau Schmitz gab ihrer Freude darüber Aus­druck, daß es gelungen sei, für die konfessionellen höheren Privatschulen möglichste Freiheit in der Verfassung zu verbingen.

Eine lebhafte Aussprache schloß sich an: Der Abgeordnete Dr. Spahn bat die Partei, sich rechtzeitig mit dem neuen Reichstagswahlgesetz vertraut zu machen. Wenn das Zentrum in der Politik auch einmal i r r e, so fände es doch immer in der Lehre der Kirche eine Orientierung, die es immer wieder auf den rechten Weg zurückführe. Es wurde angeregt, an den Universitäten, an denen keine katholisch-theologischen Fakultäten be­stehen, Vorlesungen katholischer Professoren über Relgionsphilosophie und -Wissenschaft abznhalten.

Rach der Aussprache ergriff der Reichspost­minister Eiesber^s das Wort zu einer beson­deren Erklärung an die Arbeiter im Lande und hauptsächlich an die Bergarbeiter: Ohne Steige­rung der Kohlenproduktion würden wir im Mai und Juni die größte finanzielle und wirtschaftliche Katastrophe erleben. Der Minister richtete an die Bergbauindustrie die dringende Bitte, alles zu tun, nm die Produktion zu steigern. Zu­nächst müsse auf die Sechsstundenschicht verzichtet werden. Die Reichsregierung stehe geschlossen auf dem Standpunkt, daß tin Augenblick die Einführung der Sechsstundenschicht den Ruin des Wirtschaftslebens und die Hungerkata­strophe für Deutschland bedeuten würde. Es müsse nicht nur die Siebeustundenschicht keibehal- teu werden, sondern darüber hinaus müsse durch Ueberschicht-en und Leber stunden eine erhöhte Förderung erzielt werden, bis durch Seß- chastmachung neuer Bergwerkssamilien die Beleg­

schaften verstä:kt seien. Die Bergleute könnte« die Retter unseres Volkes und »Wres Lande« sein. Für die vermehrte Arbeit mutzten die Berg­leute selbstverständlich eine ausreichende Ernäh­rung erhalten. Gleichzeitig mützten die Berg- werksbesttzer ohne Eewinnrücksichten alle tech­nischen Möglichkeiten zur Steigerung der Kohlen­förderung ausnutzeu. Der Minister sprach in seiner Erklärung, die offenbar im Auftrage der Regie­rung erfolgte, die Ueberzeugung aus, datz di« Bergleute Deutschland vor dem Untergang retten würden, weil sie ebenso verantwortungsvolle Staatsbürger wie freie Arbeiter feien.

Nachdem der Präsident Fehrenbach bte Bitte des Ministers unterstrichen und Dr. P o r s ch Kohlensendungen in das rheinische Ueberschwem» mungsgebiet gefordert hatte, gab Pfarrer U l i tz k a ein Treugelöbnis für die Deut­schen in den abzutretenden und von der Abstim­mung betroffenen Gebieten ab.

In der Abstimmung über die Anträge billigt« der Parteitag dte Trimbornschen Darlegungen, er­klärte ausdrücklich sein Einverständnis mit der Beteiligung des Zentrums an der Koalitions­regierung und sprach der Zentrumsfraklion der Nationalversammlung fein volles Vertrauen aus. Zur Förderung der bäuerlichen Interessen wurde ein Antrag angenommen, der u. a. die Erwartung ausfpricht, datz alsbald Neuwahlen vorgenom- men würden, datz eine baldige planmäßige, dem Gesamtin'eresse gerecht werdende, ober schließlich restlose Aufhebung bet Zwangswirt­schaft erforderlich ist und datz endlich Land- und Forstwirtschaft in dem zu bildenden Reichswirt-, schaftsrat besser vertreten sind. Ein weiterer 8n» trag betrifft die Ausgestaltung des Reiches auf landsmannschaftlicher Grundlage. Es sollen eine Anzahl gleichberechtigter und gleichwertiger Län­der gebildet werden.

In den Reichsparteivorstand wurden gewählt: als Vorsitzender Geh. Justizrat Trimborn, ah Ehrenvorsitzende Präsident Fehrenbach unt di« Abgeordneten Herold, Dr. Hitze und Dr. Spahn, als stellvertretende Vorsitzende die Ab­geordneten Bu rla ge und Frau Dransfeld, der Präsident der Preußischen Landesversamm­lung Dr. P o r s ch und Staatsminister S t e g e r « w a l d. In seiner Echlußansprache hob Präsident Fehrenbach als Ergebnis des Parteitages hervor, daß man nach wie vor mit einer geschlossenen ein» beitlichen Zentrumspartei zu tun habe. Als ein­heitlich« Auffassung der Partei stellte et folgende zwei Punkte fest: 1. die Zustimmung des Partei- lageg zur Mitarbeit in der Kvalitionsregirrung in der Vergangenheit, wobei ihr selbstverständlich für die Zukunft alle Türen offen bleiben, 2. das Vertrauen zur parlamentarischen Vertretung der Partei.

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Tie Eniichruilsislagk

Kürzung der Brotration nicht zu umgehen?

Berlin, 23. Jan. Die Morgenblätter mel­den aus Stettin: Der frühere llnterstaatssekretär v. Braun erklärte in einem Vortrag, die Reichs- getreidestelle habe der Regierung mitgeteilt, daß es so wie bisher nicht weiter gehen könne. Sie werde in den nächsten Tagen bekannt geben, daß zunächst die Heraufsetzung der Ausmahlung des Brotgetreides vorgesehen sei. Voraussichtlich werde aber auch eine Kürzung der Brotration nicht M umgehen sein.

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Die koiiimutiistiscl'e BewtiMg in Bnlqaritn.

Verhaftung der bolschewistischen ftührer.

wb. Sofia, 23. Jan. Der bulgarische Mi­nisterpräsident hat die Verhaftung aller Bolsche­wistenführer angeordnet. Bis heute wurden 55 Personen verhaftet. Die Ausstandsbewegung in Bulgarien dauert fort. Die Ausständigen werden von russischen Kommunisten mit Geld unterstützt.

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Knrze An-landsnachrichlkn,

Di« nordische« Staaten und der Bölkerdunb. Wie ein Nordisk-Telegramm meldet, wirb wahrscheinlich in den ersten Tagen des Februar in Kristiania eine nor­dische Ministerkonferenz abgebalten werden, die sich mit dem Beitritt der nordischen Mächte gum Völkerbund be­schäftigen wird.

Ter Schweizer Bundesrat Kalander hat den» Bundesrat mitgeteilt, datz er mit Rücksicht auf feine« erschütterten Gesundheitszustand gezwungen sei. un­verzüglich seinen Rücktritt als Mitglied des Bundesrats einzureichen.