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tnit dem Kreisblatt für den KrclS Marburg

Tageszeitung für (das früher knrhefsische) Oberhessett

Der «nxtigeneieti betrigt fit He Sgel». Sette 50 J. «mtlicbe mb e « r.K <bflfcre tiaeOO , Rettemezeile 1.50>k. Zn allen Preisen 5«!. Anfschlea. Jeder Kadett »itt du «O«W18«

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Irr Nückirftnsport der KneqSqkfmisikiiku.

tob. Paris, 22. Jan. Nach demJournal" wird über Limburg, Mannheim und Offenburg täglich je ein Zug mit deutschen Kriegsgefangenen zurückbesSr- dert. Auf der Linie Lyon Konstanz werde vom 25. b§. Mts. ab alle vier Tage ein Zug mit kriegsgefange­nen Offizieren aögeheu und ans der Linie Basel vom 26. ab ein Zug alle zwei Tage. Von Le Havre und St. Nazaire werden in den nächsten Tagen die ersten Transporte aus dem Seewege beginnen. Zwei deutsche Schiffe sind gestern in Le Havre erwartet worden.

Paris, 22. Jan. Rach einer Havas-Meldnng aus Nancy wird der erste Kriegsgefangenentransport

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al» Barrabatt. Bei Auskunft durch bie Geichiitrstelle e. Bermittlrna btt An. gebet* 25 j eanbergeblhr. Peftscheckksuts: Ar. 5615 M*t Franksart a. ®t.

Der Plan eines oberfchleflfchen Freistaates gescheitert.

tu. Eleiwitz, 22. Jan. LautTaruowitzer Stadtblatt" sollte in Oberschlesien vor dem Ein­treffen der Besatzung ein neutraler oberschlcsischer Freistaat unter dem Schuh des Völkerbundes pro­klamiert werden. Die Bemühungen des Zentrums- pfarrers Ulitzka - Ratibor in Paris sind fedoch röntg gefchei'ert. Die Bildung eines Freistaates könne nur in Anlehnung an eines der beiden Län­der erfolgen.

Marburg

Freitag, 23. Januar

Die folgen der Eechsstttlkdenschicht.

Wb. Essen, 22. Jan. Die Lage im Ruhrgebiet ist wieder in ein äußerst kritisches Stadium getreten. Alle Notrufe der Arbeiterschaft sämtlicher Kohlen ver­brauchenden Industriezweige haben die Bergarbeiter nicht zu bewege» vermocht, von ihrer Forderung nach Einführung der 6 Stundenschicht abzusehen. Es ist damit zu rechnen, daß ein großer Teil der Bergarbeiter unter dem Einfluß der radikalen Agitation, die die Einführung der 7 Stundenschicht ab lehnt, nur noch 6 Stunden arbeiten wird, wenn die Regierung ihre schwache Haltung nicht ausgibt und zweifelsfrei erklärt, daß eine weitere Verkürzung der Arbeilszeil einfach nicht möglich ifc wenn nicht die ganze Wirt­schaft zu Grunde gehen und selbst die Ausführung des Bergarbeiter-Siedlungsgesetzes unmöglich werden soll, weil eS an Kohle zur Herstellung de» erforder­lichen Baustoffes fehle.

Maffenkündigunge« in Berlin.

kg. Berlin, 23. Jan. In Berlin ist wegen Kohlen- mangels nach Mitteilung von Arbeitnehmer-Seite 23 000 Arbeitern gekündigt worden.

Wiedereinführung de« 9 Stuudeniages?

kg. Berlin, 23. Jan. In der gestrigen Sitzung beb Zentrumsparteitages gab Minister GiesbertS die wichtige Erklärung ab, daß die Arbeiter vor dem 6 Stundentag zu warnen seien. Es sei unter Umständen notwendig dir 9 stündige rirbeitezeir wieder eiuzuführen.

Tie AnsliesernnMage.

Hollands Standpunkt.

wb. L o 7! d o n , 22. Jan.Evening News" zu- 'olge berichtet ein in London eingetroffenes offi- ielles Telegramm aus dem Haag, daß es Holland unmöglich lei. Kaffer Wilhelm TT. auf das Er- 'uchen einer dritten Macht auszuliefern, solange ^e"ttchland selbst diese Auslieferung nicht ver­langt.

kg. Rotterdam, 23. Jan. Der Ausschuß der »''ederländischrn Kammer hat die Erklärung der nieder­ländischen Regierung mit e/3 Mehrheit gebilligt zur Auf rechterholt,inq des Asylrechts.

wb. Stockholm, 22. 3un. ..Svenska Dag» bladet" erfährt daß die holländische Regierung an alle übrigen neutralen Staaten einen Appell rich­ten werde, um einen allgemeinen Protest gegen die Auslieferungssorderuug und die erzwungene Ver­letzung des international anerkannten Asplrechts zu veranlasien. Ein solcher Schritt, bei dem auch mobl Schweden zur Teilnabme aufgefordert wird, -rr^o'ne woblüberlegt: er könne vielleicht die Ein­leitung zu einem gemeinsamen Boraehen der Neu­tralen auch in anderen Fragen werden.

Ti* Westmächte und Rnterußland.

wb. Amsterdam, 22. Jan. (Reuter.) . Der in London befindliche Sekretär des Ausschußes der russi- sch.'n kooperativen Vereinigung erhielt die Mit­teilung, datz der Oberste Rat die Absendung drahtloser Meldungen nach Moskau gestatte. Der russischen koope­rativen Vereinigung wurde erlaubt, sich nach Moskau zu begeben. Die Abordnung reist sofort ab. Der Präsi­dent und Vizepräsident fahren nach Paris, um mit den Verbündeten über Handelsbedingungen zu beraten.

wb. Haag, 22. Jan. Laut9Hcutoe Courant" er­suchte Litwinow die russische Sowjetregierung drahtlos, megen der Schwierigkeiten, die ihm von den dänischen Behörden in den Weg gelegt worden, die Verhandlungen zwischen ihm und O'Grady nach einem anderen Land zu verlegen.

wb. Paris, 22. Jan. DemMatin" wird aus dem Haag gemeldet» der ehemalige Staatssekretär v. K ü b l m a n n sei im Haag angek^mmen. Das Bl">t dringt diese Re-se mit der Frage der Auslieferung des Kaisers in Be^bindung.

wb. Berlin, 22. Jan. Der Berliner Be-ichter- statter der Stockh^mer J >' 'ugAston Tidingen" drahtet sein-m Watte unter Bezug auf eine ungenannte Schweizer Quelle d'e angebliche Aus'ieserunasliste, wa­nn eine gröst-ere Zabl dents,her Persönlichkeiten, haupt­sächlich Militärs, aber auch Journalisten, na­mentlich au^Kefühtt wird. Der Urheber der Meldung, der offenbar es für angängig hält, ohne die Zuver- äffigeit seiner Mitteilung auch nur im geringsten zu prüfen, eine Reihe von Deutschen durch eine derartige Denunziation bei den früheren Gegnern einer leicht­fertigen gewifsenlofen Sensation zu opfern, ist bedauer­licherweise Reichsdeutscher und hnßt Hans v. Hülsen.

Frankreich.

Mtüeranb vor der Sammer.

P a r i S, 22. Jan. Rach der ministerielkn Erlläruug die heute Nachmittag in der Kammer verlesen wurde, sagte Millerand noch der Ehrung für Clemenceau, daß die Epoche der Opfer und Einschränkungen noch nicht vorüber sei. Die Bürgerpflicht ließ sich zum größten Tell in bie vier Worte zusammenfassen:Mehr hervorbringen, weniger verbrauchen." In Bezug auf den Völkerbund er- klätte der Ministerpräsident ^> man das Vertrauen zu dem Völkerbund haben könne, daß er die Wiederkehr eines solchen Krieges vermeiden werde. Die Ausführung des Versailler Vertrages ist für uns ein Gesetz, und wir werden ihn ohne Gewalttätigkeit, aber doch ohne Schwäche und mit Entschlosienheit vertreten.

Die Kammer hat Millerand ihr Vertrauen mit 272 Stimmen gegen 23 bd 800 Enthaltungen ausge­sprochen.

Ans dem besetzten Gebiet.

wb. B r ü s se l, 22. Ja,t. Der Kommandant der belgischen Vesatzungsarmee Generalleutnant Michel bestimmte, daß von nun ab in der belgischen Zone des besetzten Gebietes niemand Geschäfte machen darf, der nicht in seinem Heimatland richtig etabliert ist und dort die gleiche Tätigkeit ausüüt, die er im besetzten Seite* auszuüben gedenkt. Jeder, der im besetzten Rheinland Geschäfte machen will, muß die sogenannte Handelserlaubnis besitzen, die die wirischaft- lichen Sektionen in Aachen oder Krefeld auszustellen haben. , j

England.

mb. London, 22. Jan . Der Hiffskommissar der Dubliner Polizei-wurde in einer im Mittelpunkt von Dublin gelegenen Straße heute Abend erschossen.

wb. Rio de Janeiro, 22. Ja» (Havas.) Der Marineminister teilt mit, daß Admiral Jeltieoe. der an Bord des KreuzersNeuseeland" in Rio de Janeiro erwartet werde, den Befehl erhalten habe, sofort nach England zurückzukehren.

wb. Amsterdam, 22. Jan. Einer Blättermeldung zufolge iand am 15.1. die feierliche Eröffnung der Bahn­strecke BagdadBassora statt.

9er Mspoiteitiio d» Btnttms.

Berlin, 21. Jan. Den heutigen dritten Ta« leitete em Referat des Abgeordneten in der Nationalver­sammlung Dr. Brauns über Parteiorganisation und Parteipresse ein. Er betonte chaß das Zentrum keine konfessionelle Partei sei. Es mache keine allgemeine Politik aus kirchenvolitischen Rücksichten, sondern ihrer selbst wegen. Gegen bie Absplitterung nach rechts sand der Redner scharfe Worte. Tie Linke erweise sich als unfähig, die neuen Aufgaben zu meistern. Wenn man aus dem innerpolitischen Cbaos einen Ausweg lin­den wolle, dann brauche man eine breite, große Wabl- massen erfassende Mittelpartei, bie religiös-sittlich iunda- mentiert und bereit sei. aus diesem Fundament den demo­kratischen und sozialen Wiederaufbau Deutschlands durch« zusübren. Zum Schlüsse seiner Ausführungen bekannte sich Dr. Brauns als Anhänger der bisherigen nach link» geachteten Ottentierung der Zentrumspartei. vornehmlich mit Rücksicht auf die, starke Arbeiterbewegung in bec Partei.

In der Aussprache bezeichnete Rechtsanwalt Stocktz (Düsseldorf die Werbearbeit des Zentrums als völlig un­zureichend. Der Stadtverordnete Rebbinder (Berlin) behauptete als evangelisches Mitglied, daß das Zen­trum keine rein katholische Partei sei, sondern auch den evangelischen Interessen gerecht werde. Abg. Gra­nowski (Dortmund) bedauerte, daß immer noch kein iesteS Zentrumsprogramm geschaffen sei. Der Verleger L e n s i n g (Dortmund) machte der Zentrumspartei schwere Vorwürfe, well sie durch ihre Zustim­mung zur Anzeigensteuer und »um Be- triebsrätegesetz die schon ohnehin schlimme Lag« der Presse noch verschlechtert habe. Durch die Anzeigensteuer seien die Zeitungen mit einer Sonder­st e u e r, einer Luxussteuer bis zu 10 v. H . belegt worden, als bie geistige Nahrung der Zeitungen mit LuruS- gegenständen «u-r Art auf eine Linie zu stellen wäre. Damit sei der ganzen Pv-ssx eine Sonderbelastung von 300 Millionen Mark aufgebürvu Die Belast­

ung würde nicht nur den Ruin zahlrei^-r Zei- tungsunternehmer herbeiführen, sondern aus zur Folge haben, daß die Anzeigen noch mehr als bisher au» den politischen Zeitungen in sogenannte Generalan­zeiger abwandern. Wenn nicht auf Grund der vom Abgeordneten Waldstein in der Nationalversammlung eingebrachten Entschließung in allerkürzester Zeit Maß- nahmen getroffen werden, durch bie, .tote es im Kriege be­züglich des Papierpreises geschehen sei, den Zeitungen geholfen würde, dann toürben alle politischen Parteien in allernächster Zeit eine Katastrophe auf dem Ge­biete des Zeitungswesens erleben. Der Redner gab ferner dem lebhaften Bedauern Ausdruck, daß die Partei keine entschiedenen Schritte getan habe, um die Presse vom Vetriebsrätegcsetz zu befreien. Der 8 35 a des Gesetze» sei ein schwacher und ungenügenderSchutz, der sich in der Praxis als völlig unwirksam erweisen toerbe. Es seien schon Fälle zu verzeichnen, daß Arbeiterausschüss« ihren Verlegern Vorhaltungen gemacht hätten, dieser oder jener Redakteur arbeite nicht genug. Er solle ihn entlasfen und das ersparte Gehalt den Arbeitern geben. Ebenso gut könnten Inhalt und Fassung eine» Artikels beanstandet werden. Dann wäre es mit der Geistesfreiheit der Presse vorbei. Die Press« könne eine bessere Wahrnehmung ihrer Interessen durch bie Fraktion verlangen, zum mindesten, daß die Fraktion vor solchen Gesetzen die Preßvertreter al» Fachleute heranziehe. Parteisekretär S ch a e v e n (Köln) schlug vor, statt des NamensZentrum" die Parteibezeichnun, Christliche Volkspartei" wieder anzunehmen, bamit der Zug in» Evangelische mehr Erfolg verspreche. Ein kleiner Streit tourte durch die Mahnung entfacht, bie Parteisekretäre sollten keine eigene Politik machen und Mandate für sich erstreben, sondern sich aus Organisations­fragen beschränken.

In der Nachmittagssitzung sprach Fran DranSselt über bie Fran in der Politik. Die überraschende Ein- führung des Frauenstimmrechts habe weder übergroße Freude noch übergroße Proteste gezeitigt . Die Frauen hätten sich ohne Schwierigkeit in der Mahlzeit in bie vev- schiedenen Parteien eingegliedert. Die Gefahr einet be­sonderen Frauenpartei sei überwunden. Allerdings werde bei Vertretung der Fraueninteressen bi« Geschlechtssolidarität zuweilen über die Parteimauern Hin­wegfluten und die Frauen aller Parteien zu gemeinsamem Vorgehen zusammenführen. Durch diese Solidarität könn­en die Frauen vielleicht einmal das Antisonewort vev- körpern:Nicht mit zu hassen, mit zu lieben bin ich da." Die Rednerin bebmterte chaß die Gleichberechtigung der Frauen in der Partei noch nicht grundsätzlich durchge- lührt sei .denn bei der prozentualen Vertretung der Frauen in den verschiedenen Parteien der Nationalversammlung marschiere das Zentrum an zweitletzter Stelle. In der Erziehung der Frau über die staatsbürgerliche Pflichte» dürfe eS nicht zu einer Nachahmung des Mannes kommen, da dadurch die Eigenart der Frau verwischt' würde. Die Frau müsse ans der tosenden Brandung der persönlichen Angriffe herausgebalten werden. Die Sch wung der Frau gehöre auch in bie Hände der Frau. In bet folgenden Aussprache wurde besonders aus die Notwendigkeit einer eingehenden Schulung der Frau hingewiesen und ihre Gleichberechtigung im öffent­lichen Leben verlangt.

In später Abendstunde wurde über daS Organisations­statut der Zentrumspartei abgestimmt und dieses im wesentlichen nach den Ausschußvorschlägen angenommen.

Trimborn Parteivorsitzender.

Berlin, 22. Zan. In der Schlußsitzung des Zentrumspartsrtages wurde der Abg. Trim«

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Di« Wicdergutmachungskommission.

wb. Paris, 22. Jan. Zum Vorsitzenden der Wiedergutmachungskommission ist der Senator Zonnart ernannt worden. Der Sitz der Wte- bcrgutmachungskommisston in Paris ist das Hotel Astoria. Wie einzelne Morgenblä'ter Mitteilen, beanspruchte Amerika den Vorsitz in der Wieder­gutmachungskommission. Jedoch ist anläßlich der Reise Clömenceaus nach London zwischen Lloyd George und Clömenceau ausgemacht worden, daß den Vorsitz Frankreich erhalten soll. Einzelne Blätter behaupten, die Wiedergutmachungskom- ' Mission sei Im Grunde genommen ein Ministerium des Auswärtigen der Verbündeten.

kg. Berlin, 23. Jan. Die Mitglieder der fran- zösischen Wiedergutmachungskommission sind zu Jn- formatisnszwecken gestern in Berlin ei »getroffen. Ver­handlungen mit der Reich sregierung sind nicht brab-

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Nach einer Havas-Meldung auS Se Havre kam es dort zwischen Dockarbeitern und afrikanischen Arbeitern zu einer Schlägerei. 15 Personen würbet verletzt, dar­unter ztvei Araber schwer.

wb. Paris, 22. Jan. Pertinax erklärt im Echo de Paris", Präsident Wilson habe nur ein- gewilligt, den ausführenden Rat des'kerbun- des für den 16. d. M. nach Paris einznberufen un­ter Hinzufügung, daß die Ernennung der Dorwal- tungskommifsion für das Saargebiet noch.um einige Wochen hinausgeschoben werde, offenbar, weil er glaube, daß der amerikanische Senat noch ratifiziere und Amerika,, die Teilnahme an der Kommission gestatten werde. Aus diesem Grunoe findet die nächste Sitzung des Rates des Völker­bundes erst in einem Monat statt.

Tirschtiegel bleibt von teutfchen Truppe« besetzt.

wb. Berlin, 22. Jan. Tie von dem Führet her in Tirschtiegel cingctroffenen Ententekommis- ston gestellte Forderung auf Räumung von Alt- Tirschtiegel erfolgte, wie von zuständiger Seite fest- gestellt wird, zu Unrecht. Nach ^em mit Polen in Paris abgeschlossenen Vertrag gehört Alt- und Neu-Tirschtiegel bis zur endgültigen Erenzfest- fttzung durch die Ententekommission zum deut­schen Gebiet. Nur der Bahnhof gehört zu Polen. Das Städtchen wurde nicht geräumt und bleibt von deutschen Reichswehrtruppen besetzt. Entfchei- benbi Schritte sind eingeleitet.

Aus de» Abstimmnnqssitbieten.

Rur französische Besatzung?

wb. Paris, 22. Zan. (Reuter.) England hat dem Obersten Rat mitgeteilt, daß es nicht imstande sei, seinen Anteil an den Truppen für die Abstimmungsgebiete in Schlesien, Schleswig, Allen- ftei» ufw. zu stellen. Es wird berichtet, daß Ita­lien den gleichen Schritt getan hat. Die Aufgabe, den Pslizeidrenst in den Abstimwungsgebieten zu versehen, wird aus Frankreich allein fal­len. Wie serlauiei, war England um die Stellung »on 25 Bataillonen ersucht worden.

wb. Paris, 22. Jan. Zu der von zwei in er.fl- Lscher Sprache erscheinenden Blättern gebrachten Sen- saiionsnachricht, England werde größere TruppeniranZ- porte nach Kaukasien schicken, um den Uebrrgriff de? Bolfchetvismus auf Armenien, Persien, Türkei, Meso­potamien und Indien zu verhindern und daß die französische Regierung genötigt sein werde, starke Trrtp- pcnbestände nach dem der Volksabstimmung unter­liegenden deutschen Gebiet zu entsenden, um die eng» »schert Truppen abzulöfen, ist betTemps" berechtigt |u erklären, daß es sich hier nur um einige Bataillone und Instrukteure handelt, die England nur mit Kriegs-- walrrial nach Kaukasien sende. Infolge der dadurch °tlotwendig werdenden Abänderiing bei der Fnsammcu- stellung der Besatzungstruppen für die Volksabstim- Muugsgebictr werdm in einigen Kreisen Ablösungen Nsolgen. /

1 Das verhüllte Kaiser Wilhelm-Denkmal.

wb. Hadersleben, 22. Zan. DieGrenz- Post" Hieltet: Bei dem vorgestrigen Einzug der französischen Truppen war das Denkmal Kaiser Wilhelms I. auf dem Siidermarkt auf Veran­lassung des eingettosfenen französischen Fourier- «ffiziers mit Leinwand verhüllt. Nach dem Einzug der Franzosen wurde die Leinwand öurch drei deutsche Arbeiter wieder Entfernt. Diese drei Arbeiter wurden nunmehr ^urch die internationale Polizei verhaftet.

wb. Flensburg, 22. Jan. Zu der Ange­legenheit der drei Arbeiter, die in Hadersleben die Hülle des Kaiser Wilhelm-Denkmals beseitigten,, wird aus zuverlässiger Quelle noch mitgeteilt, daß

Arbeiter, die in Nordschleswig nicht heimats- Eerechtigt sind und sich als Kommunisten be- E^ch"eteu, von ter internationalen Polizei au- tem Abstimmungsgebiet ausgew lesen worden

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Die sozialistische Partei veranstaltet am Samstag br-i große Volksversammlungen, in benen bie führenden Männer her Kammerfraktion sprechen werden Es han- detl sich um einen Protest gegen die zunehmende Gegen­revolution in der Welt und auch um einen Einspruch gegen das Vorgehen der deutschen Regierung gegen die unabhängigen Manisestanten vor dem Reichs- tagsgebäude. Es wird auch gegen die ungarische Regierung Urotefriert werden und gegen Amerika, bas Sozialisten und Gewerkschaftler deportiere.

Di«Säuberung" Elsatz-Lothringens.

B e r l i n.22. Jan. Nach demVorwärts" sind bereits 90 000 deutsche Elsaß-Lothringer ausge­wandert. Davon sind 20 ÖOO ausgewiesen.Echo te Paris" fordert die Auswanderung der übrigen 400 000.

Foch wird in Warschau erwartet.

tob. London, 22. Jan. (Havas.) DerSRorning Post" wird auS Warschau gemeldet, daß Marschall Foch in vierzehn Tagen dort erwartet werde. Die Nachricht von seinem bevorstehendem Eintreffen habe bie Gefühle der Entmutigung beseitigt, bie durch die drohende bolschewistische Gefahr hervorgerufen worden waren. Man glaube, daß die unmittelbare Leitung der Angelegenheit General Pilsuki übertragen bleiben wird.

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