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irU dem Krelsblatt für den Kreis Marburg
Tageszeitung für (das früher kurhessische) Oberhessen
Die „Dberäeftiftie Bettung" erscheint sechsmal wichentlich. — Der
M 47 Bezugspreis beträgt monatlich 2,r,0 X. frei in« (»au«; e/l£ 1 * 2.50 *. ebne «efteReell - Serie* een Dr C. Hitzer,
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Der Warenaustausch soll also Ruhland nur mit
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abgetrennt von der bolschetvistischen Minderheit zu füllen und ist auch ein Mittel zum Wiederaufbau englischen Handel«.
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gebotenen Posten als dcuisll-er Ecsandtcr in Belgrad ab- »lehnt.
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tri Setlin, 20. Jan. Infolge der liebernahme ün tJwwafhnig des postnschen Ostbiets durch Polen, toirf» m« 20. Januar ab der gesamte Personen- und Bfttaeksrfe&t auf der Strecke Schneidemühle—Bromberg— ttom - Schönsee bis ans weiteres gesperrt.
Sie Besetzung des Gesandtenpostcns In Belgrad.
verbündeten und mit neutralen Ländern gestattet werden, Deutschland soll von diesem Verkehr ausgeschlossen bleiben. Die Aufhebung der Blockade Rußland» verfolgt also den Zweck, die Erbschaft des deutsche» Handels in Rußland anzntrrte«.
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Breki«. 20. Jan. Wie die Blätter melden, ter bewefretifcbe Abgeordnete Dr. Haa 8 den ihm
Ausschreitungen der Ukrainer.
tob. Rotterdam, 20. Jan. Eine polnische düng besagt, daß die Stadt Nowgorod-Wolhvnsk
Drr NiiSiranspott der Krieirsgesangelltn. k »8. Paris, 20. Jan. Der erste Abtransport Deutscher Kriegsgefangener hat aus dem Gebiet ;■•» Lille stattgefunden. Drei Transporte, von N»«i jeder 3000 Gefangene umfaßt, find bereits ^«gongen.
e« zu einem Ergebnis kam. Es gelang nicht, einen Ausgleich in der Frage des Vorbehaltes zu Artikel 10 zu finden, und außerdem entstanden verschiedene andere Schwierigkeiten. Die Republikaner zeigten sich ent- schloflen, die Entschließung des Senators Lodge unverändert aufrecht zu erhalten. Die Blätter, die noch vor wenigen Tagen überzeugt waren, daß der Ausgleich bevorstehe, erklären jetzt, daß bis dahin viel Zeit vergehen werde.
Der Zrenführer Devalera Ehrenbürger von New York.
®b. Rotterdam, 20. Jan. „Nieurve Courant" meldet: Devalera ist im Rathause von New Port zum Ehrenbürger der Stadt New Pork ernannt worden. Der Bürgermeister nannte Devalera den „Präsidenten der irischen Republik". Devalera dankte im Namen des schwer geprüften irischen Volkes. *■
2. panamerikanische Konferenz.
tob. Anapolis, 20. Jan. Die zweite panamerikanische Konferenz wurde heute in Washington eröffnet. Der Vorsitzende. Schatzsekretär Glaß, verlaß ein Schreiben Wilsons. Lansing erklärte in einer Rede, die Konferenz sei ein neuer Beweis der gegenseitigen Jnter- eflen und Freundschaft der Nation.
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• ■— v—; durch die Post - E. Sitzer,tk. — Druck der Uni, -Buchdr. von I , h. «« j. Koch. Markt 21/23. — Ferusurecher SS.
„PrE Parifien" erfährt aus diplomatischen Kreisen, öoß nr Ankunft der Oberste Rat mehr in London als in Berts fegen wird.
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Amerika.
Noch kein Ausgleich im Senat.
wb. Amsterdam, 20. Fan. Die „Times" meldet aus Washington, daß die zweite Konferenz der republikanischen und demokratischen Führer im Senat über ixu Friedensvertrag zu Ende gegangen ist, ohne daß
Aus dem besetzten
Die Einreisebedingungen.
Rußland.
Koltschak und Denikin.
tu. Rotterdam, 20. Jan. Aus Tokio wird gemeldet, daß Koltschak mit seinem Goldschatz und einem Heer von 25 000 Mann Tschecho-Slowaken sich zwischen Tomft und Irkutsk auf?ält. In und um Irkutsk im weiteren Sinne herrscht Aufstand. Es werden überall Sowjets gebildet, die sich zu einem Zentralsowset zusammenschließen. Die Japaner haben erklärt, daß sie die Ausländer in Irkutsk schützen iuerben, falls es dort zu einer Katastrophe kommen sollte.
wb. Paris, 20. Jan. (HavaS.) Es ist" nicht richtig, daß die Bolschewisten Krasnswodsk eingenommen haben. In den letzten Tagen hat Denikin seine Stellung befestigt. Die Kriegsschiffe der Verbündeten beherrschen das Schwarze Meer. Die roten Truppen sind noch toeit von Odessa entfernt.
_ wb. Berlin ,20. Jan. Wie aus Moskau gemeldet wird, hat die Rote Armee auf der Wolga einen Dampier Denikins aufgebracht. An wichtigen Papieren wurde' ein Schreiben Denikins an Koltschak bl'schlagnahmt, durch das der General Frankreich wegen ungenügender Hilfeleistung aus da? Schwerste r.ngreift. Denikin macht darin Koltschak den Vorschlag, sich an Deutschlaich z» wenden, da man in Frankreich niemals für die Wiederaufrichtuirg Rußlands zu haben sei.
ständig zerstört Ivurde. Die Truppen PetljuraS veranstalteten Pogrome. Später wurde die Stadt von den Polen beseht. Die Truppen PetljuraS setzten die Stadt in Brand und zogen ab. 20 Häuser blieben verschont und nur 200 Menschen am Leben.
Tie Wiederaufnahme der Handelsbeziehungen der West- möchte zu Rußland.
wb. Rotterdam, 19. Jan. „Evening Standard" teilt mit, daß das Departement für de» Außenhandel einen wichtigen Plan für den Handel mit Rußland aus- gearbeitet hat. Nach diesem Plan wird die englisckie Negierung die englischen Kausleute gegen die Gefahren des Handels mit Rußland versichern. Das englische Schatzamt hat für diesen Zweck 17 Millionen Pfund Sterling bereitgestellt. Nötigenfalls wird die Genehmigung des Unterhauses für einen weiteren Kredit von 25 Millionen Pfund nachgesucht werden. Der Plan, so heißt es weiter, ermöglicht es England, seine Verpflichtungen gegenüber dem russischen Volke in seiner Gesamtheit
Hb Lir.MWnU irr Wm.
Die Auslieferung wird von Deutschland verlangt.
kg. Genf, 21. Jan. (Havas.) Eine zweite Note an Holland teilt mit, daß das Mandat g-r Uebernahms der Auslieferung des Deutschen Kaisers an Deutschland übertragen worden ist.
Marburg
Mittwoch, 21. Januar
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Deutsch-Oesterreich.
Ein, amerikanisch« Anleihe gegen Verpfandung der öffentlichen Auftakten?
wb. B a s e l, 21. Jan. Der Vertreter der „Nationalztg." in Paris erfährt aus zuverlässiger amerikanischer Quelle, daß gegenwärtig Verhandlungen stalfinden, wonach 100 amerikanische Multi-Millionäre je 1 Million Dollars der österreichischen Regierung zur Verfügung stellen wollen, um die Ernährung in Wien sicherzustellen. Die österreichische Regierung ist bereit, alles zu geben, was sie an Schlößern und Kunstwerken usw. des ehemaligen Herrscherhauses und anderer fürstlichen Familien besitzt. Weiter ist Oesterreich bereit, seine gesamten öffentlichen Anstalten bis zur Einlösung dieser Anleihe zu verpfänden.
Der Anzeiaennrei» beträgt fit diellgei». Zetir 60 4, am«'»« unb «uewer- -e ttqeOO , Reklamezeile 1.60 ^k. Zu allen Prellen 6 Aufschlag. Feder Rabatt gilt 02. OflSlg« <lf Serrebett Be, Auskunft durch die Seichäiisstelle u. Bermittl», »er An. gebot. 26 4 Londergebtztzr. — Postscheckkonto: Ar. 6616 Amt Frankfurt a. «
M 1 unb ! über» t jitm . oder 45» kob,
Nach Ordonnanz 3 Ziffer 1 bedürfen ■rtfartfe W "w unbesetzten ins besetzte Gebiet einrei- ” tee6*fl. eines von der deutschen Behörde
'<i»S’yeijc4, der mit Photographie versehen «mch. Hebet diesen Ausweis find weitere Bestim« nicht getroffeit ES genügt also der Reisepaß etn 4«, bei heimischen Aimsbehörbe ausgestelltes mit Photographie. Alle weitergehenden #eDsi weg; insbesondere bedarf eS nicht T*8-* aeet reifee rfeu&tiii durch di« Besatzungsbe-
Dl. Lösung der abriatifchcu Krage.
Nb Anapolis, 19. Jan. (Funkspruch.) Wie ■ WP-- --k *8rcf5 erfährt, hat Italien den Abmachungen ii-. >, avriatische Frage zugestimmt. Ein amerikani- tS>» .»ncflSid)iff ist mit anderen Schiffen auf dem Wege tat, ftimne, um dort Truppen zu landen, die die Jialie- *tt bMBNu sollen.
itt Paris. 20. Jan. Wie „Echo de Paris" »elbet, hat Nitti folgende wichtige Erklärung abge- tzkben: Die südstawische Regierung hat noch nicht Vpe Ixmtüche und endgültig« Annahme des Kompro- chisvorschlsgeS erklärt. Die diesbezügliche von Italien Zustimmung ist für null und nichtig zu be-
5er $nw6 Grtferoer Gegen SeWS.
Eine Auklagerede Helfferichs.
Berlin ,20. Jan. Im Beleidigungsprozrß Erzber« aer—Heliferich bat Hekfferich, einige erläuternde Aeuße- rnngen geben zu dürfen über den Zweck, den er verfolgt lrabe Er gebe ohne weitere» »n. daß, wenn die Bev- handlungen ergeben sollten, daß die Anschuldigungen nicht begründet sind, dann in der Tat eine Beleidigung vorliege, nicht nur im Sinne deS Strafgesetzbuches, sonder» mehr im Sinne des ungeschriebenen Ehrenkodex. Helfftrich sagte u. a.: Mein Vorgehen gegen Erzberger hat seine Begründung in meiner Uebcrzengung, daß dieser Manu et» Verhängnis für das Deutsche Reich und für bat deutsche Volk ist, der «ms dem öfsentlichen Leben sch ei» den muß, wenn eine Gesundung für unS noch möglich sein soll. Seine verhängnisvolle Politik sieht im Zusammenhang mit seinen verhänanisvollen Charaktcreigm« lchasten. Erzberger hat es 1904*05 während deS schwären Aufstandes in Südwestafrika für richtig ge< halten, ebenso wie er es irn Weltkrieg getan bat. der deutschen Regierung in den Rücken zu fallen durch Angriffe wegen Etatsüberschreitungen bei der Ausrüstung der Expeditionstruvven und durch Aufbauschung der sogenannten Kolonialskaiwale zu einem Zeitpunkte, alt wir auf die Neutralität deS benachbarten Britisch-Süb« ofrika angewiesen waren. Arn 4. März 1907 hat der damalige Chef der Reichskanzlei v. Löbell sich genötigt gesehen, in ösfentlicher ReichstagSlitzung den beeidigten vich »nbeeidigten Erzberger zu konftontieren. Erzberger Hal sich damals von einem Beamten der Kolonialverwaltung sämtliches Material ausliefern lasten, das er für feine» Angriff im Reichstag verwandt hat Der Beamte ist deshalb später zu einer Gefängnisstrafe vernrtM Woche». Erzberger wurde in diesem Prozeß als Zeuge vernommen, doch auf Grund eines gerichtlichen BeschlusteS nicht vereidigt mit der Begründung, daß er der Teilnahme an der Straftat dringend verdächtig sei. Helsft- rich berührte dann den Fall des AkteudiebstahlS im Flotte uverein, wo Erzberger als Zeuge die AuSfage verweigerte mit der Begründung, daß er sich dadurch der Gefahr seiner strafgerichtlichcn Verfolgung onssetzen würde. Er führte bann weiter den Fall an, wo Erzberger Kenntnis von dem Inhalt eines vertraulichen Schreibens rinel zu den Verhandlungen in Spaa kommandierten Offiziers sich verschasst hat und eine darauf bezügliche Aenße- rung des Offiziers, „daß ein solches Verfahren bisher unter anständigen Menschen nicht üblich sei", ruhig ein- siecken mußte. Ebenso verhiell es sich mit der Erklärung des bayerischen JuftizminisierS Müller- Meiningen, er empfinde die Zusammenstellung mit Erzberger al^ eine persönliche Kränkung. Heber den politischen Einfluß Erzbergers sagte Helfferich, er habe durch Bedenkenlosigkeit es zu einer Machtstellung gebracht nicht nur innerhalb des Zentrums und des Reichstags, sonder» gegenüber Behörden, in denen man in Furcht vor dem ein«, flußreichen, angrisssbereiten Abgeordneten lebte, Nach, Kriegsausbruch sei Erzberger die Organisation der Aus- landspropaganda überlassen worden. Helsferich glaubt, daß die Propagandatätigkeit Erzbergers durch Auswahl der Vertrauensleute, Unkenntnis der Verhältnisse und durch Schlimmeres gewaltigen Schaden gemacht hat. Am verhängnisvollsirn sei aber gewesen, daß Erzberger hinter dem Rücken der verantwortlichen Staatsmänner seine Politik trieb im Kielwasser der Wiener Negierung. Erzberger hat geleugnet, den Vorstoß im Hauptansschuß des Reichstages im Juli 1917 auf Oesterreich» Einfluß hin getan zu haben. Hclfferich bittet, darüber Seite 211 des Buches von Czernin nachzulesen. Erzberger hat mit seinem Vorstoß die bei unfern Feinden aufkommende Friedensgeneigtheit z e r si ö r t. Er hat dieses verhängnisvolle Werk fortgesetzt durch Verlesen des geheimen Jmmediatberich- tes Czrrni'ns an den Kaiser im Reichsausschuß der Zen- trumsparlei. Gras Wedel unb Czeruin hätten diese Handlungsweise als schwerste Indiskretion bezeichnet. Er (Helfserich -nenne sie Landesverrat. Nach Schluß des Waffensiillsianbes habe ihm gegenüber Erz« berget geäußert, er habe mit Fach gesprochen, wir müßten nur sehen, einen Bvrsrieden zu schließen, bann würden die besetzten Gebiete bis aus Elsaß-Lothringen wieder geräumt. Ec hat sich seiner vergewissert, daß wir unsere direkten und inbirlten Kriegsschäden aufrechnen könnten. Damit blieben für unS keine sehr großen Differenzen zu begleichen übrig. Helfserich be« Haupt, !. Erzberger durch einen Vertrag mit Belgien über di. Einlösung der umlaufeuden Noten zu ihrem Gold« inerte statt 67- Milliarden 65 Milliarden an Belgien und an Schieber, die rechtzellig Markiwten nach Belgien brachten, gelangen ließ. Er habe in seiner amtlichen Tätigkeit die Wahrnehmung gemacht, daß Erzberger in der Ausübung seines großen politischen Einflusses sich vielfach bestimmen liefe von seinem oder seiner Freunde finanziellen f?reife. Damit beginnt nach seiner Anschauung die politische 57 0 r r u p t i 0 n. Sein Vermögen sei inner« halb der vier KriegSjohre entstanden. Da» Vermögen sei nich t envorben durch ordnungsgemäße geschästliche Bv- tetigung, sondern durch Ausnutzung seiner politisch-parlamentarischen Stellung. Zu» Schluß seiner zweistündigen Rede erklärte Helsferich, et habe sich bemüht, einen Einblick in die Motive zu geben, die ihn zu seinem Vorgehen bestimmt hätten.
Die Verteidiger Erzbergers behielten sich Gegenbeweisanträge vor. Der Oberstaatsanwalt führte aus. daß ata» sich hauptsächlich mit den Artikeln zu beschästigeu habe, soweit Erzberger als Mensch angegriffen werde. Darauf erhielt Reichs ft nanzminister Erzberger ba5 33on «nfc führte u. a. ans, et sei mit Helskrtich zum et situ MaA während des KufstaudeS in Sübwestastika prsommeug»
Auf diese Weise glauben die Westmächte um die Verwickelungen mit Holland hetumzukommen, das fich seinerseits nun mit Deutschland auseinandet- setzen soll. Man erzielt eine für die eigenen Zwecke nicht unangenehme Spannung zwischen Deutschland und Holland und hofft, seine Abficht doch zu erreichen. Zugleich wäre die Demütigung für Deutschland noch größer, wenn es erstens die Rückkehr des Kaisers erzwingen und ihn dann den Feinden ausliefern würde. Würde es fich weigern, das zu tun, wäre ein neuer Anlaß zu Erpressungen gegeben. Daß fich die deutsche Regifung zu diesem Schmach- und Bütteldienst hergeben wird, kann als ausgeschloffen gelten.
Königin Wilhelmina gegen die Auslieferung be» Kaisers.
Basel, 19. Jan. Die „Preß-Inform." meldet auS Amsterdam: In gut unterrichteten politischen Kreisen verlautet, die Königin von Holland werde die Initiative ergreifen, um der Welt in einer Erklärung darzutun, daß daS Begehren der Auslieferung des KaiferS Holland gegenüber ungerechtfertigt fei und daß man Holland nicht zwingen dürfe, daS Asylrecht zu verletzen.
Jnttrnieruug des KaiferS?
Berlin, 20. Jan. Wie das „Berk. Tagebl." aus dem Haag mitteilt, erfährt „Petit Parisicn" von diplomatischer Seite, daß es für sicher gelte, daß die Holländer die Auslieferung «blehnen werden; jedenfalls finden Verhandlungeu statt. Es ist nicht unwahrscheinlich. daß man zur Lösung der schwierigen Frage ein Abkommen treffen wird, nach dem der Kaiser unter Bedingungen interniert wird, die den Verbündeten Bürgschaft geben, daß seine Bewegungsfreiheit wesentlich beschränkt wird.
Holländische Pressesttmme«.
wb. Amsterdam, 21. Jan. „Telegraaf" meldet, daß an maßgebender niederländischer Stelle die Ansicht voiherrscht, daß die Auslieferung des vormaligen Deutschen Kaisers nicht stattfinden dürfte. Der „Nieuwe Rotterdamsche Courant" schreibt in einem bemerkenswerten Leitaufsatz u. a.: Man habe stark den Eindruck, daß das Vorgehe» gegen den Kaiser mehr auf Volkshaß und auf den Einfluß von Hintermännern zurück,zuführen sei, die man einst rief und jetzt nicht wieder los werde aus Erwägung über die Menschenrechte. Das Blatt weist darauf hin, daß der Prozeß auf die Menschheit eine äußerst verwerfliche Wirk«ng ausüben werde und daß er vielleicht Monate, ja sogar Jahre dauern könne, wenn er ehrlich geführt werde und daß dabei die gesamte schmerzliche europäische Politik von 1914 zum Vorschein kommen werde und Fluten des Hasses hochschlagrn werden. Unb dies in einer Zeit, in der vor allem an den Wiederaufbau gedacht und die Annäherung zwischen den Völkern gesucht werden müffe, "wenn nicht das gesamte Zusammenleben im Chaos untergehen soll. „Nieuwe Rotterd. Cour." kommt zu dem Schluß, daß Holland daher dem allgemeinen Zusammenleben keinen größere» Dienst erweisen könne, als wenn es sich weigere, den Kaiser auszuliefern.
wb. Amsterdam, 19. Jan. Zu der Note über die Auslieferung des vormaligen Deutschen Kaisers schreibt die katholische „Tyb": Tie Aittwort unserer- Regierung kann nach unserem Erachten nicht zweifelhaft sein. Das AuÄicfcrungsbegehren fauu nach unserer Meinung mit Recht abgewiesen Iverden auf Grund des wichtigen, von allen gesitteten Staaten anerkannten Rechtsgrundsatzes, daß keine H«ndlnng strafbar ist. die zur Zeit ihrer Begehung nicht schon unter Strafe gestellt wurde. Gefühle von Sympathie ober Antipathie für den Deutschen Kaiser oder das deutsche Volk haben hier nicht mitzu- sprechcn. Wenn man fich auf eine Art Weltrecht berufen will, auf Grund dessen der Kaiser ausgeliefert oder abgeurteilt werden könnte, so muß doch bemerkt Iverden, daß von einem Weltrecht bisher lediglich Ansätze vorhanden find, die in der lleberzeugung der Völker selbst in Jahren noch nicht Wurzel geschlagen haben, werden. Möge deshalb unsere Regierung selbst auf dic Gefahr hm, in den Entrnteländern unfreundlich« Gefühle zu erwecken, die -Bürgschaft der Rechtssicherheit schützen. Sie wird nicht allein unserm Land«, fonberu bet ganzen Meusckbeit einen Dienst damit erweisen, wenn sie selbst unter beit schwierigsten Umständen mit Festigkeit für di« Forderung der Gerechtigkeit eintritt
Ile Avsihim des MedermkikWs.
Einzug der Franzosen in Haberßlrbe«.
Kick, 20. Jan. Wie die „Kieler Ztg." aus- Hadcrs- fcfie« meldet, zogen heute nachmittag 3 Uhr 250 Manu französische Truppen dort ein.
Ter Uebersall von Argeuau.
tost. SSe'Wt’tn, 20. Jan. Ter polnische Divisions- Ipmmanbeur hat dem Gouverneur von Thorn fein Bedauern über die Vorfälle bei Strgenau am 17. Januar ausgesprochen und diese durch die schwierige Bcfehls- Lbermittluug über Warschau erklärt. Er hat für alle ßchädes Ersah zugesagt.
Die Besetzung von Soldau.
W6. Berlin, 20. Jan. Die Meldungen über pol- »ische Ausschreitungen in den Gebieten Soldau und stcustadt erscheinen, wie von zuständiger Stelle festgestellt Ivird, stark Übertrieben. Dem Regierungspräsidenten in illlllen stein ist von irgendwelchen polnischen ©reueltatcn Dicht» bekannt geworden. Tie Besetzung von Soldau ging am 17. Januar glatt unb ohne jede Ruhestörung d« sich. Bon den Polen wurde ein Kommissur eingesetzt, der die Leitung übernommen hat.
Zeestdrung milttäriscker Anlagen in Thorn vor der Räumung?
wb. L » n h 0 n , 20. Jan. Die „Times" meldet aus Darschsu Einzelheiten über die Einäscherung einer Kaserne trab anderer militärischer Anlagen in Thorn, deren Zerstörmog den deutschen Truppen zur Last gelegt werde».
Dir Brrgewattigung bcr deutschen Grenzgebiet«.
tu. Meseritz, 20. Jan. Wie der „Deutsche VolkS- Me" mitteikt, ereigneten sich anläßlich der Ueberuahmc der teiet deutschen Grenzgebiete in Posen längs bqu gange« neuen Front ebenso erhebende wie erschütterndes tunbgefrengen der auszuliefernden deulschcrr Bevölkerung. Stadt unb Land bezeugten in immer erneutem Trcufchtvrrr ihr dauerndes Festhalten nm Teuischtum. Bk gegan V# felsenfeste Hoffnung, daß der unmögliche I •raaßfraebc durch Recht unb Selbstbestimmung erseht IHrt «ui die kerndeutschen Gebiete ber Ostmark durch br ieacbfettbe Einsicht in den Reihen der bisherigen griehe schnellstciir dem Mutterlande znrückgegebcn tonte».
tot. Koblenz. 19. Jan. Die von der iHueta'B Rbeinlandkoinrnission veröffcntlicbrcn Ordow fettbas u. «t. auch die Aenderung der Patzbestiut!
ji : N^tra, Italien wird von Frankreich und England 5er, । ktiaege», einzig den Londoner Vertrag von 1914 •____ ^erchxiiksh-oen.
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