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mit dem Kreisblatt für bat Kreis Marburg

Tageszeitung für (das früher kurhessische) Oberhessen

DieOb erb »Hit die Zeitung" erscheint sechs««! wöchentlich.

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LS 1 4 Vezug»»rei, bettlet wenatli* 2,50 X. frei in» Hau«; tznrch bie Pest «/!<£ 2.50 *. ebne Bestellgeld »er!«« ««« vr. L. Hitzerstk. Ttuet bet

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Die Austtefmmgsliste

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nicht auf bet Liste.

^t kteB. Paris, 16. Jan.Daily Mail" schreibt, bbnb, 5 man sichj Sn gewissen Kreisen frage, warum die

Eatnarvon, 16. Jan. (Fnnkspruch.) Der

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Frage der deutschen Kriegsverbrecher sei jetzt endgültig geregelt. Man sei darauf bedacht» nur die Namen bet« jenigen auf die Liste zu setzen, die so furchtbarer Ber-, brechen schuldig seien, daß e« jeder zivilisierte« Nation unmöglich sei, ihnen Unterschlupf zu gewähren. Es würden Schritte unternommen, um dem Verzeichnis der Auszuliefernden sowie den ihnen zur Last gelegten Verbrechen in Deuschland weiteste Verbreitung zu sichern. Es bestehe nicht die geringste Absicht einer Auslieferung von Männern tote Hindenburg und Lndendor ff, die den Krieg führten, sogar rück­sichtslos führten, sonder« nur» derjenigen, die die er­laubten Grenzen überschritten hätten. Die britische Liste enthalte natürlich auch eine Anzahl von Per­sonen, die zum Unterseebootkrieg in Beziehung stan­den. Desgleichen toetbe die Auslieferung derjenigen gefordert, die chren Mannschaften befahlen, auf briti­sche Matrosen zu feuern, die nach der Torpedierung ihrer Schiffe im Wasser um ihr Leben kämpften. Auch de: Fall des Kapitäns Fryatt werde eine Auslieferung zur Folge haben. Es sei wahrscheinlich, daß auch Tirpitz, dem anS schriftlichen Befehlen die -ersön- liche Verantwortung für die barbarische Führung de-' U-Bootkrieges nachgewiescn sei, auf der Liste stehe. Der Fall des Kaisers toetbe mit äußerster Strenge durchgeführt toerben.

täte nnb Betriebsausschüsse zu ber Forderung ermächtigt, ihnen eine Betriebsbilan, und eine Betriebs-Gewinn- und Berlustrechnung spätestens 6 Monate nach Ablauf des Geschäftsjahres vorzulegen und zu erläutern. Die Aende- rungs- und StreichungSanträge werden abgelebnt. |70 wird darauf in namentlicher Abstimmung mit 228 gegen 73 Stimmen angenommen.

Die Abschnitte über bie Aufgaben und Befugnisse ber Arbeiter- unb Angestelltrn-Räte (Mitbestimmungs- recht )und 8? 7895$ werden zusammen beraten und nach kurzer Aussprache im wesentlichen unverändert ange­nommen.

Nächste Sitzung Sonnabend, vorm. 10 Uhr: Kleine An­fragen, Kinogesetz, Beamtenteuetungszn-- lagen, Rheinlandinterpellation und etwa 3.Beratung des Betriebsrätegesetze».

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Gestern abend 10 Uhr stellte nach 12stündiget Sitzung die Presse die Berichterstattung rin. Die Sitzung wurde um 11 Uhr nachts vertagt.

ES dürste schwer fein, nachzuweisen, daß auf Schiff­brüchige geschossen worden ist. Wir haben aber Be- weise im Fall deSBaralong" undSing Stephan." Tirpitz war nicht mehr für de« U-Bootkrieg verant­wortlich.

Die Auslieferung be8 Kaisers soll vom holländischen Parlament abhängig gemacht werden.

Wb. Nottetdam, 174. Ja«. DieTimes" mel­det, bie holländische Regierung erwarte, daß Schritte der Verbündeten für Auslieferung des Deutschen Kai­sers und de? Kronprinzen noch für bie kommende Woche. Tie Regierung sei entschlossen, bie Ausliefe­rung, wenn sie nicht zu umgehen sei, nur von ber Zustimmung des Parlaments abhängig zu machen. Eine Mehrheit in ben Generalstaaten für die Auslieferung ist vorhanden.

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Graf Arco znm Tode öenirftilt

München, 16. Jan. DaS Urteil gegen den Mör­der Eigners, Graf Arco lautet auf Todesstrafe ohne Aberkennung ber bürgerlichen Ehrenrechte. Graf Arco rrllärte bei bet Vernehmung, et habe Eisner getötet, weil et in ihm einen Führer des Bolschewis­mus erblickt habe, der ben ebenerstandenen Freistaat Bayern an den Bolschewismus verrate« wollte.

Wb. BreSla«, 16. Ja». Wie disBreslauer Zig." meldet. Sötte eine heute in einzelnen Eisenbahnwerk» statten Breslaus vorgenommene Abstimmung folgendes Ergebnis: 4860 für Aufnahme der Arbeit, 3657 für den Ausstand und 271 Stimmen zersplittert. Die Arbeit luirb also wieder ausgenommen.

wb. Beuthen, 16. Jan. In der gestrigen Ver­sammlung der Angestellten der oberschlefischen Klein­bahnen wurde beschloss«!, heute in ben Ausstand zu tre­te«, Es bandelt sich um einen wilden Ausstand, da da»

Unpolitische La-oonachrichten.

Großfeuer. Berlin, 16. Jan. Heute nach­mittag entstand in der Lackiererei der Bergmann-Elek­trizitätswerke infolge einer Benzinexplofion «Stoß- feuer. Mehrere Personen wurden getötet, andere schwer verletzt.

«erbrechen an Kindern. Münster, 15. Jan. Die beiden 12- und Sjährigen Kinder Marie und Hildegard des OberwachtnreisterS Hecklau wurden seit gestern ver­misst. Nach längerem Suchen fand man die Kinder auf dem Borboden des HauseS in einer grossen Tonne, deren Deckel fest zugemacht war, e r st i ck t vor. Wie das Ver­brechen zustande kam, ist bisher nicht aufgeklärt.

Einsturz einer Mofelbrücke. Trier, 16. Jan. DK im Jahre 1915 erbaute Mofelbrücke bei Widel ist gestern früh unter dem Druck deS Hochwassers eingestützt. Die ganzen Pfeiler mit Ausnahme der beiden Land»

Der Berlust der Ostmark.

Berlin, 16. Jan. Bei der AbschiedSversamwluny iet Beamten- und Lehrerschaft der Provinz Posen, die vor einigen Tagen in BrPibcrg stattfand, hielt der Re- rstmngSvräsident v. Bülow eine Ansprache, in der et iagte: .Yreusten hat seinen polnischen Staatsangehöri- V» alle Voraussetzungen geschaffen, unter denen sie M» Tunenden und Vorzüge entfalten können. Die deutsche« Beamten und Lehrer sind nach bestem Wissen Wb Gewissen bis zuletzt treue Hüter und Pfleger dieses sande« gewesen. Die Beamten» die dauernd hier zu- türfbfeiben, mögen die Führer und Berater deS Deutsch­tum« fein und da« Beispiel loyaler Einordnung in das teue Staatswesen geben.' In einem Telegramm Hin­denburgs an die Versammlung heißt es nach ver­schiedenen Blättern: Die nach Deutschland zurückkehren, Wögen jeder an seinem Platze helfen, unser armes zer­schlagenes Vaterland wieder aufzurichten; die aber, die tetr zurücklassen, mögen zusammenhalten und nicht «blassen vom deutschen Wesen.

Reue Besprechungen in Paris.

wb. London, 16. Jan. Dem Vernehmen nach Aussen in Paris ein« Reihe militärischer und marine- üchnischer Fragen besprochen werden. Demzufolge hrben sich Kriegsminister Churchill, Marschall Vilson, Walter Long und Admiral Beatty am Donnerstag Abend nach Pari? begeben, wo sie mit dem ihr.^ ierniinister und den übrigen englischen Delegierten, dort befinden, zusammentreffen werden.

Merttifis »mmMe Lm.

tob. Wien, 16. Dez. Da durch ben Eisenbahner- und Kohlenarbeiterstreik im Oberschlesien- und Ost­rauer-Revier nunmehr eine vollständige Behindemntz in der Kohlenlieferung eingetreten ist, erfolgt bie Ein­stellung bes gesamten Personen« unb Paketverkehrll auf den österreichischen Eisenbahnen für bie Zeit Vo«l 19. bis einschließlich 25. Januar.

tob. Wien, 16. Ja«.Kort. Büro": Die heutige Beschränkung beS gesamten Wirtschaftsverkehr- infolge der Kohlennot, bie Einstellung ber elektrischen Straßen­bahn, bie Schließung bet Geschäfte um 4 Uhr nach­mittags mangels jeglicher Beleuchtung unb bie Still­legung ber Industriebetriebe tief hier eine Stimmung verzweifelter Resignation hervor. Besonder- stark ist bie Erregung über baS Versage« ber Ver­bündeten. Infolge dieser Stimmung tritt in be« Blättern der Anschlußgeb ante wieder hervor. DerWiener Mittagsztg." wirb auS politischen Krei­sen bestätigt, daß die verzweifelte Lage Oesterreichs die Eventualität einer Revision des Frieden-Ver­trages mit sich bringt. Hoovers bemerkenswerte Aeußc- rungen für ben Anschluß an Süddeutschland eröffnet bie Möglichkeit einer politischen Ueberraschung.

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Sti.

Marburg

Connabend, 17. Januar

e1' wb. Haag, 16. Jan. WieRicuwe Courant" meb ;let, teilte das amerikanische Staatsdepartement mit, dass Dresel im Auftrage des Departements nach Berlin .geht, tun dort die amerikanischen Interessen wahrzu- gehmen. Die diplomatischen Beziehungen t»erden jedoch -licht eher wieder ausgenommen werden, bevor der Friede zwischen den Vereinigten Staaten und Deutsch- rchtnd zeichnet isi. .

Oie deutschen Geschästsk'tkgtr im Ausland.

wb. Berlin, 16. Jan. Zu deutschen Geschäfts- Wägern sind folgende Herren ernannt worden: London: Senator Sthamer-Hamburg; Paris: Reichsminister > D. Dr. Ma her-Kaufbeuern; Brüssel: Reichs- Wniftet a.D. Landsberg; Madrid: Dr. Rosen: :®fen: v. Rosenber g; Tokio: Staatssekretära.D.

®»If; Rom: Freiherr v. LuciuS; Prag: Gros. Wenger. In Stockholm wird der Gesandte * 8 u e l« 8 durch ben Gesandten Nadolny ersetzt. i®1*Gesandte Müller verbleibt auf seinem Posten in

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bie die Kriegsoperationen offensichtlich nach den E^sgesetzen leiteten, nicht zur Verantwortung ge-- werden bürsten. Daher befinden sich der Kron- Hindenburg, Ludendorff und Mackensen nicht d« Liste der Schuldigen.

«tzun, »bericht.

138. Sitzung vom 16. Januar.

Zunächst stehe« 34 kurze Anfragen zur Erörte­rung, von denen eine große Anzahl nicht erledigt werben kann, ba bie bett. Hbgeorbraten ober bie zuständige« Ver­treter ber Regierung nicht antoefenb sind.

Auf eine Anfrage des Abg. Dr. Mittelmann (D. Vpt.) über die Zurückhaltung des Admiral- v.Reu­ter und anderer Offiziere nnb Mannschaften der Scava Flow-Mannschaften erklärt Legationsrat Dr. Martins es werde damit gerechnet, daß, nachdem England die Versen­kung ber Flotte nicht als Kriegsverbrechen aufehen, die Heimsendung nunmehr in kürzester Frist erfolgen werde. Von einem erneuten Notenwechsel glaubt die Regierung absehen zu können.

In Beantwortung weiterer kleiner Anfragen erllärt die Regierung «.«., baß unsere Kriegsakademie und Kadettenanstalten in Zivilinstitute umgewandelt werden. Nach Aushebung ber Institute, für bie alle Vor­bereitungen getroffen seien, würden die Gebäude vermutlich zu Schulzwecken Verwendung finiten.

Die Abgabe bet in ben Harburger Oelfabriken vorhan­denen Mengen von Oelkuchen an die Landwirtschaft lei in die Wege geleitet. Sie stehen infolge ber teuren Rohstoffe in bedenklich hohem Preise.

Die 2.Beratung des Betriebsrätegesetzes wird Herauf fortgesetzt. Zunächst wird die namentliche Abstim­mung über ben Antrag bet Deutfchuationalen Volkspartei « 8 20 vor genommen, das Wahlalter von 18 auf 80 Jahve und di» Dauer ber Beschäftigung im Betrieb, welche die Wahlberechtigung verleiht, von 6 Monaten aus 2Jahre heraufzusetzen. Die Abstimmung ergab bie Ab­lehnung des Antrages mit 237 gegen 58 Stimmen, bei 2 Stimmenthaltungen.

Die §§ 20 unb 81 werden mit lediglich formellen 'lenderungen ber Ausschußvorlage angenommen. Des­gleichen §§ 45 unb 46, bie von bet Zusammensetzung 'Hb der Einberufung ber Betriebsvertretnng handeln, so­wie §47, nachdem in den Betriebsversammlungen eine Ver­tretung ber Arbeitnehmer mit beratender Stimme teil« nehmen kann.

Der nächste Abschnitt behandelt die Aufgaben nnb Befugnisse der Betriebsräte. Zu ben Aufgaben ber Betriebsräte gehören noch §66 unb anderer Paragraphen die Beratung der Betriebsleitung zur Herbeiführung hoher wirtschaftlicher Betriebsleistung, Förderung neuer Arbeits- rnttbeben, Anrufung des Schlichtungsausschusses, Bei­legung von Streitigkeiten. Wahrung ber Vereinigungs- fr ei beit ber Arbeitnehmer, Einwirkung auf Beschwerden, Mitwirkung bei bet Verwaltung bet Pension-kaffen unb anderer Wohlstchrtseinrichtungen.

Abg. Koene« (U.S.) befürwortet in zweistündiger Rede fernen Abänberungsantrag, wodurch die Betriebs­räte gemeinsam mit bet Betriebsleitung die Entscheidung über Gehalts- unb Lohnsragen. Arbeitsbedingungen, Ent­lassungen unb Kündigungen von Arbeitern haben sollen. Die Vorlage in ihrer jetzigen Fassung sei ein Gesetz gegen bie Arbeiter. Die Verantwortung treffe das blutbeladene Haopi dieses Hauses. (Ordnungsruf.)

Der Abänderungsantrag irirb abgelehnt unb §46 h ber Ai.Sschußfassung angenommen.

Rach § 70 werden für die Unternehmungen, für bie ein Aussichtsrat besteht, ein ober zwei Mitglieder in ben Aufsichtsrat entsandt, um di« Interessen der Arbeiter zu Vertaten. Sie haben Stimmrecht in den Aussichtsrats- sttzungen. erhalten, ater Alsiwandseutschädigung.

Abg Most (D. Vpt.) beantragt eine Aeuderung dahin, 8 bie Pflicht-Beteiligung der Beiriebsräte-Bertretung an allen Sitzungen zu erfttzen ist durch die Einführung von besonderen Aussichtsratssitznngen zur Entgegennahme von Arbeiterwünschen.

Abg. Schiele (Deutschn.) beantragt die Streichung bes § 70. Selbst «ach der Auffassung von aufgeklärten Sozialisten müsse ein Wirrwarr von Vorstellungen in den Köpfen der Räte vorhanden sein, die solche Bestim­mungen aussteckten. ES sei ganz unmöglich, bei den Arbritndelegationen das notwendige Verständnis für bie Bufsichtsmt-Tagung vorausznsetzen. Die Abstimmung wird dis zur Erlediguug der dazu gehörigen Paragraphen ausgesetzt, ßn ihnen gehört u,a. j 72, der die Betriebs-

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i« 2. Lesung.

tob. Berlin, 16. Jan. Die Nationalversamm­lung beendete heute nach mehr als 13 stündiger Sitz­ung gegen */Jl Uhr nachts die 2. Lesung bei Be- triebSrStegesetzeS. Die 3. Lesung erfolgt SamStag ober

Personal ohne Anhörung bei SchlichtungsauSschuffeL die «rbeit niedrgelegt hat.

Jet Stiebt.

Verwahrung gegen die Verordnungen der Rheinland- kommifsion.

tob. Berlin, 16. Jan. Der Reichsminister des itkeusscrn beauftragte in einem Erlaß an Herrn v. LerS- !ner t» Paris diesen, dem Vertreter' der Verbündeten ^Mächte eine Note über die Verordnungsentwürfe ver : interalliierten Rheinlandskommission zu überreichen. Diese Stete, in der die Siegicrung feierlich Ver­wahrung gegen die von den verbündeten Regierun­gen geplanten Verordnungen «inlegt, die dem Rhein- tandabkommen zuwiderlauf«, wurde inzwischen len Herrn v. Lersner überreicht.

Seine schwarzen Besatzungstruppen.

kg. Senf, 17. Jan. Dem Kammerausschuß teilte ilenicnrcau mit, daß keine schwarzen Truppen an der Besetzung Oberschlesiens und WestpreußenS tellnehmen werde«.

Dee englische Geschäftsträger überreicht sein Be­glaubigungsschreiben.

wb. B e r li n, 16. Jan. Der neuernannte großbritan- msche Geschäftsträger Loft» Kilmarnock hat dem kcichsminister des Auswärtigen sein Beglaubi­gungsschreiben übergeben.

Amerika und Deutschland.

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kg. Ser lin, 17. Jan. Man rechnet hier noch tttit keinem Nachlassen der spartakistischen Versuche, die Herrschaft an sich zu reißen. Auf dem Wasser­wege nach Berlin sind in be» letzten Tagen zahlreiche Wasseiitranstoporte beschlagnahmt worden. Auch in Berlin selbst konnte eine Anzahl Geheimwafsenlager bei spartakisttschen Funktionären aufgehoben werben.

Die Kommunisten unb Unabhängigen bereiten für nächsten Sonntag große Massenkundgebungen bes Pro­letariats auf ben Straßen vor. In be« Fabriken werden Tausende von Handzetteln vertritt, bie zur Be­teiligung auffordern.

tu. Berlin, IG. Jan. In der 9tadjt' zum Don­nerstag wurde ein Waffenlager der Kommunisten aus- gehoben. Auf dem Gelände der Laubenkolonien in der Ostenderstraße 32 wurden 4 schwere und 2 leichte Ma­schinengewehre, 112 Jnfanteriegewehre Modell 98 und 2 Kisten mit Munition ausgegraben. Die Sicherheits­polizei vermutet, daß noch mehrere solcher geheimer Lager bestehen und ist eifrig dabei, diesen auf die Spur zu kommen.

Die Demenslrationsausstände.

Berlin ,16. Jan. Nach Feststellungen ber großen Arbritneb nierverbände beteiligten sich lautB. 3 " an dem gestrigen Demonsirationsausstand höchstens 25 Prozent der Arbeit«. SBegen Beteiligung an diesem wurden gestern unb heute rund 1200 Arbeit« entlassen, zumeist solche, die der Arbeitsstätte f er »geblieben sind, ohne auch nur ihre Betriebsausschüsse zu fragen ob« gegen den Willen der Mehrheit streikten. Die Arbeiter b« Char­lottenburger Gaswerke, bie Fahr« nnb Schaffner b« stDlsschen Straßenbahnen haben heute morgen die Tätig­keit wieder aufgerwmme«.

wb. Königsberg i. $t 15. I«. Der mili­tärische Befehlshaber Generalleutnant v. E st o rff for­derte die Arbeiter, die heute in den lebenswichtigen Be­trieben die Arbeit niederlcgten, auf, unter warnendem Hinweis auf den K 6 der Verordnung bei Reichspräsi­denten, die Arbeit umgehend wieder anfzunehmen. Im Elektrizitätswerk wurde die technische Rothilfe einge­setzt, sodaß ei m ben Mittagsstunden wieder Licht gab.

Dßutschor Mchh

Berlin, 15. Jan. Ter Abgeordnete Bader hat die Leitung beiVorwärts'' trieb« an Friedrich Stam­pfer abgetreten. Wie derVorwärts" mitteilt, hängt ber Wechsel damit zusammen, daß Bad« sich nur auf sechs Monate verpflichtet hat und jetzt nach Magdeburg znrückkchrt.

Der Reichsverband der Kriegsbeschädigten, Krieg-- tellnehmer unb Hinterbliebenen erläßt einen Aufruf co­di« Eisenbahner, in dem es u. a. heißt: Ihr tobet tnu beschreiblichen und unauslöschlichen Bolkszorn auf Euer Haupt, wenn Ihr durch einen Streik verhindert, daß unsere Brüder zurückkehren können. Ihr erwerbt Euch die Sympathie, bie Dankbarkeit de» ganzen Volke», wenn Ihr jetzt arbeitet, damit bie Heimkehrer bald toic«, der bei uni find.

bet von Deutschland auszuliefcrnden Personen 800 Namen umfaßt. Es scheine, daß die Streich- *g vopgeuommen wurde auf Grund einer peinlichen «g der Liste durch bie juristische« Sachverstän- Jv«, denen sie unterbreitet wurde. Diese waren ber i*6<6t, daß bie Prinzen, Marschälle unb andere Per-

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Xsscn).

3« W i Nr. 1 1611.

Deutschnationale Anfragen.

Wegen der Unterschleife auf dem Schießplatz Jüterbog haben die deuffchnattonalen Abg. Beh­rens und Mumm eine Anfrage an die Regierung gerichtet. Sie verlangen ferner Auskunft übet bie Aus­sichten zur Rückbeförderung ber ht Sibirien, Jnnerruß- land und Japan befindlichen «Befangenen.

Der deutschnationale Abgeordnete Dr. Oberfoh« re« stellt in der Nationalversammlung folgende An­frage: Während der Revoluttonstage (in bet Nacht vom 5. zum 6. November 1918) wurde der Kapitän z. 8. Heine, Stadtkommandant von Kiel, im Flur fein« Wohnung erschossen, lieber die Einzelheiten d« Mordtat und die Ergebnisse bet Untersuchung ist bisher nichts ber Oeffentlichkeit mitgeteilt worben. Ist bie Reichsregierung bereit, jetzt, 14 Monate nach dem angegebenen Vorgang, eine Mitteilung übet ba» bis­herige Ergebnis ber Untersuchung zu machen!

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