ftnf dem Lande gehabt, fo wären wir längst verloren.
Damit schließt die Aussprache über bett Jl. Die Abstimmung erfolgt morgen.
Abg. Fran Zieh (U.S.) persönlich: Minister Heine hat mich der Aufreizung beschuldigt. Das ist eine schäm» lose Verleumdung. (Ordnungsruf.) Ich habe kein Wort m einem Demonstranten gesagt. („Ihr Erscheinen genügt." Große Heiterkeit.)
Abg. Zubeil (U. ©.): Ich bestreite ebenfalls das mir Vorgeworsene.
Abg. Braß (U S.): Die Schießerei war grundlos, denn die Straße war fast frei.
Minister Heine: D-.rS verdreht die Wahrheit. Meine Beugen sind mir glaubwürdiger als Braß.
Hierauf wird die Weilerberatung aus Donnerstag 10 Uhr vertagt. Schluß 872 Uhr.
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Strenge Absperr« ng-matznahme».
tob. Berlin. 14. Jan. Wegen der gestrigen Vorgänge wurden heute die AbsperrungSmaßnahmen am Sieichstage besonders streng gehandhabt. Alle fünf Portale waren mit Maschinengewehren besetzt. In der Sommerstratze wurde ein große- Plakat aufgerichtet mit der Aufschrift: .Wer weiter geht, wird erschossen!" Die Wilhelmstraße ist durch Drahtverhaue abgefperrt.
Aufruf der Sozialdemokratische« Partei.
tob. B e r l i n. 14. Jan. Der Vorstand der sozialdemokratischen Partei richtet im .Vorwärts" einen Ausruf an die Arbeiter und Parteigenossen, der zunächst schildert, wie gestern verbrecherische Elemente den Angriff auf die Mannschaften der Sicherheitspolizei machten und die Abwehr erzloangen. Die unabhängigen und kommunistischen Drahtzieher treffe furchtbar schwere Mitschuld da sie gewußt hätten, daß die Demonstration vor dem Gebäude der Nationalversammlung ein gewissenloses Spiel mit Menschenleben gewesen sei. Ter Aufruf appelliert an das Rcchtsgesühl der Arbeiterschaft und fragt: „Ist es Recht, wenn Abgeordnete auf dem Wege zur Sitzung angeholten und bespien werden, wenn die Volksvertretung unter den Druck des Terrors gestellt wird und wenn die Organe der republikanischen Staatsgewalt beschimpft, entwaffnet unb mißhandelt werden?" Schließlich werden die Arbeiter aufgefordert, sich nicht durch erlogene Darstellungen in eine neue Torheit hineinhetzen zu lasten.
Nur eine „Generalprobe"?
Berlin, 13. Jan. Dem „8 Uhr-Abendblatt" wird von unterrichteter Seite gemeldet: Die heutigen Demonstrationen bedeuten nichts weiter, als ein Vorpostengefecht, das die nachfolgenden Kämpfe, die sich zweifellos noch zwischen den Linksradikalen und der Regierung abfpielen werden, anzeigt. Es ist bekannt, daß die Unabhängigen und Kommunisten gemeinsam zu einer Feier für die Januar-Gefallenen und für Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht rüsten. Die Feiern für die beiden letztgenannten Opfer der Januar-Unruhen sollen am 15. Januar stattfinden. Für diesen Tag haben die extremen Radikalen große Vorderei- tungen getroffen und die heutige Demonstration ist nur als die G e n e r a l p r 0 b e für diesen Tag anzusehen. Es find Aufforderungen an die Groß- Berliner Arbeiterschaft ergangen, flch auch morgen und übermorgen zu Demonstratiourzügen zu formieren.
Berlin, 14. Jon. In Reukölln ist in der stacht eht Wachtmeister der Sicherheitspolizei vor seinem Hause von einem Baltikumgesrciten erstochen worden. (Er fiel Aber den Mann her, den er „NoSkebruder" und .Lump' schimpfte, nick stieß ihm einen Dolch in die Brust. Der Offizierstellvertreter und der Täter wurden verhaftet. — Im Nocken Berlins wurde in der Nacht ein Nnterwacht- meister der Sicherheitspolizei von halbwüchsigen Burschen von dem Straßenbahnwagen, aus dem er fuhr, hermiter- geholt, blutig geschlagen und beraubt.
StraßenkSmpfe in Hamburg?
Eassel, 13. Jan. Wie die „Hessische Post" meldet, find in Hamburg StraßenkSmpfe im Gange, wie fie noch nicht stattgefunden haben.
Sn AimSn'rMtl».
In der Verordnung deS Reichspräsidenten über die Verhängung des Ausnahmezustandes werden Beschränkungen der persönlichen Freiheit, de» Rechte» der freien Meinungsäußerung einschließlich der Pressefreiheit, de» Vereins- und Versammlungsrechte», Eingriffe in die Brief-, Post-, Telegraphen- und Fernsprechgeheimniffe, Anordnung von Haussuchungen, Beschlagnahmungen, sowie Beschränkungen de» Eigentums auch außerhalb der sonst hierfür bestimmten gesetzlichen Grenzen für zulässig erklärt. Mit der Bekanntmachung der Verordnung geht die vollziehende Gewalt aus den Reichswckrminister über. Anordnungen des Militärbefehlshabers, die die erwähnten Beschränkungen enthalten, bedürft» zu ihrer Rechtswirkfamkeit der Zustimmung des ReichSkommis- fars (Polizeipräsident Ernst). Gegen die Anordnungen deS Militärbefehlshabers im Einzelfalle steht die Beschwerde an den Reichswehrminister offen. Jede Betätigung durch Wort, Schrift oder andere Maßnahmen, die darauf gerichtet ist, lebenswichtige Betriebe pillzulegcn, wird verboten. Als lebenswichtige Betriebe gelten die äff entlüden Verkehrsmittel fotoie alle Anlagen und Einrichtungen zur Erzeugung von Sa», kaffer, Elektrizität und Kohle.
In einer Bekanntmachung im Anzeigenteil gibt der Kommandeur der Reichswehr-Brigade 11, Generralleutnant v. Stolzmann, bekannt, daß er. im Bereich der Reichswehr-Brigade 11 die vollziehende Gewalt übernommen habe. Regierungs- kommiflar ist Oberprafident v. Schmauder. Die Zivilbehörden bleiben in Tätigkeit.
Italien.
Ausstand des Poftperfouals.
tob. SRailanb, 14. Jan. D« Blätter melden, baß das Personal der Post-, Telegraphen- und Tele- phonverwaltnng von ganz Italien den Allgemeinaus- pand erklärt hat. Der Ausstand iff in Rom beschlossen und von allen Sektionen der Provinz aufgenommen toockeu. Die Ausständigen verlangen Erhöhung aller jetzigen Besoldungen um 1000 Lire, eine Entschädigung von 2,75 Live für jede Ueberstunde für die Beamten und von 2 Lire für die Angestellten und außerdem eine Erhöhung der Teuerungszulagen. Der „Popolo d' iBtafia" hebt hervor, daß der Ausstand gerade in dem
Augenblick anSgebrochen sei, in dem die Pariser Verhandlungen ihren Höhepunft erreicht haben und Italien von seinen Verbündeten an der Gurgel gepackt wird.
Sie MnWMWWg.
Teilweise Beendigung des Ausstaude» im Westen.
wb. Essen (Ruhr), 13. Jan. Die Lage im rheinisch-westfälischen Industriegebiet ist äußerst ernst. Der Ausstand der Eisenbahnarbeiter im hie- fiögen Industriegebiet, der von Duisburg bis Dortmund reicht, ist allgemein. Die Beamten verhalten fich neutral. Nur die Gelsenkirchener Beamten streiken trotz bewilligter Forderungen weiter. Die Belieferung mit Kohle ist nicht ausreichend, so daß auch im übrigen Reiche der Verkehr der Personen-, Güter- und Lebensmittelzüge in Mitleidenschaft gezogen werden wird. Die Lebensmittelversorgung im Industriegebiet, besonders in Esten, ist zur Zeit nur mit außerordentlichen Mitteln und Automobilen aufrecht zu erhalten.
wb. Düsseldorf, 13. Jan. Die Eisenbahndirektion Elberfeld hat folgende Verfügung erlassen: Der Reichskommistar Senering ist zum Eisen- bahnkommiffar für die Regierungsbezirke Düsseldorf, Minden, Münster und Arnsberg ernannt worden. Entsprechend seinen Anordnungen werden die die im Ausstand befindlichen Arbeiter aufgefordert, die Arbeit spätestens innerhalb 24 Stunden nach Bckanntwerden des Befehls wieder aufzunehmen. Wer dieser Anforderung nicht Folge leistet, ist als entlassen zu betrachten. Die Lohnzahlung erfolgt vom Tage der Arbeitsaufnahme ab.
Militärischer Bahnschutz für den ganzen Bezirk ist angeordnet worden. Rach einer Mitteilung des Militärbefehlshabers sind die Zeitungen „5)ie Freiheit" in Duisburg und „Der Kommunist" in Düsseldorf bis auf weiteres verboten.
Düsseldorf, 13. Jan. Der Ausstand der Eisenbahner in Düsteldorf ist beendet.
wb. Düsseldorf, 15. Jan. Der Eisenbahnverkehr ist heute in der Richtung Duisburg teilweise wieder hergestellt.
wb. E l b e r f e l d, 14. Jan. Der Personen- und Schnellzugsverkehr im Direktionsbezirk Elberfeld ist im großen und ganzen wieder ausgenommen. Der Güterzugverkehr kommt ebenfalls langsam in Gang.
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Berlin, 14. Jan. Wie dem ,Lok.-Anz." gemeldet wird, find in Esten und anderen Orten des Jndustriereviers zahlreiche Führer der Unabhängigen und Kommunisten fe st genommen worden und das Erscheinen der unabhängigen und kommunistischen Blätter verboten worden.
wb. Hamborn, 13. Jan. Die gestrigen Ruhestörungen find im Laufe des Abends durch das Eingreifen der Arbeitersicherheils- und Einwohnerwehr beigelegt worden. Die öffentliche Ruhe ist wieder hergestellt. 208 Verhaftungen find vorgenommen worden. Heute morgen ist hier Militär eingerückt. *
Zuspitzung der Lage im Frankfurter Bezirk.
tob. Frankfurt a. M., 14. Jan. Di« Lage in der Eisenbahner-Bewegung spitzt fich auch im Frankfurter Eisenbahndirektionsbezirk zu. Die Eisenbahner der Bahnämter Betzdorf, Dillenburg, Wetzlar, Limburg und Gießen find von der gegenwärtig in Berlin tagenden Kommisfion t« di« dritte Lohnklaste «ingereiht worden, während die Eisenbahndirektion eine Einreihung in die erste Lohnklaste als dringend erachtet hatte. Mit diesem Entscheid geben fich die Eisenbahner der Aemter nicht zufrieden und drohen, falls die Beschlüsse der Berliner Kommisfion nicht ztrrück redigiert werden, mit dem Ausstand. Dadurch wurde der Verkehr mit dem rheinisch-westfalischen Industriegebiet vollständig unterbunden. Auch die Handarbeiter der Frankfurter Werkstätteu werden unruhig, da fie über ihre Einkommensverhältniste völlig im Unklaren find, während man den Handwerkern bereits vor 8 Tagen einen Stundenlohn von 3,55 «M. zugestanden hat.
Sachsen.
wb. Leipzig, 14. Jan. Die Arbeiter der Eisenbahnwerkstatten in Leipzlg-Engelsdorf traten heute vormittag in den Ausstand. Rach den vorliegenden Meldungen streiken seit Vormittag auch die Tisenbahnwerkstätten in Zwickau.
Oberschlesten.
wb. Kattowitz, 14. Jan. Obwohl in dem hiesigen Direktionsbezirk der Eisenbahnerausstand fortdauert, wird durch Einsatz der technischen Rot- Hilfe der Personenverkehr ganz, der Güterverkehr größtenteils aufrecht erhalten.
Der Minister an die Eisenbahndirektionen
wb. Berlin, 14. Ja«. Der Minister der öffentlichen Arbeiten hat gestern folgende Weisung an alle Eisenbahndirektionen gegeben:
Die letzten Ereignisse lasten keinen Zweifel mehr, daß die Eifenbahnerbewegung nur ein T e i l einer umfassenden politischen vewegnng zum Sturz der Regierung ist snt> von langer Hand von den Kommunisten und Syndikalisten vorbereitet ist. Die Aufrechterhaltung des Betriebe, zur Durchführung der Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln und Kohlen ist unbedingte Notwendigkeit. Ich ermatte, daß die Beamten in Erkenntnis dessen fich gegenfettig bei der Ausübung der filr di« Aufrechterhaltung des Betriebes sowie besonders der Rebenarbeiten des Lokomottvdienste, unterstützen. All« Anordnungen zu diesem Zwecke find ohne «den Ztttverlust an Aemter und Dienststellen zu erlassen. Die Amtsvorstände und di« Dienststellerk- vorsteher haben fich persönlich für die glatte Durch- ührung dieser Anordnungen einzusetzen. Die De- amtenverbände haben ihre Mitglieder in gleichem Sinne auMrufen, um di« staatliche Ordnung und die Lebensmittelversorgung aufrecht zu erhalten. Es darf nicht geduldet werden, Hatz ungezügelte
Elemente das Vettehrswefen zerrütten und damit namenloses Elend über die breitesten Dolksmasten bringen.
Das Ergebnis der TÄrisverhandlungen.
Reue erhebliche Erhöhung der Personen« und Gütertarife.
Frankfurt a. M., 14. Jan. Die Tarifvertragsoerhandlungen find nunmehr für das westlich« Industriegebiet zum Abschluß gelangt Ls ist ein Etundenlohn von 3,60 «M für die Handwerker über 24 Jahre, gestaffelt nach unten bei den weniger teuren Orten bis zu 2,70 <*, vereinbart worden. 3,60 M Spezialstundenlohn wird gezahlt Ur-Groß-Berlin, 3,50 <M. für den Bezirk um Essen, ferner für die Stadtkreise Saarbrücken, Frankfurt a. M., Hamburg und Altona. Die Lohnklasse 3,30 c* erstreckt sich auf die Stadlbezitte Elberfeld, Krefeld und Eassel. Es find insgesamt fünf Lohnklassen durchgestafselt. Allein die Ausgaben für die Erhöhung der Arbeiterlöhn e werden auf mindestens 1% Milliarden jährlich geschätzt. Dazu kommen die Teuerungszulagen von 150 Prozent für die Beamten. Das Defizit war ohne diese Erhöhung von dem Eisenbahnminister im laufenden Detriebsjahr auf 4 Milliarden geschätzt worden. Die Mehrkosten sollen durch sehr erhebliche Erhöhung der Tarife sowohl im Personenverkehr wie im Güterverkehr wieder ausgeglichen werden. Etreiktage sollen nicht bezahlt werden.
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Die Höchstmietenverorduung.
T«r Mieterverband Groß-Berlin trat «n Sonntag zu eiuerautzerordentlichen Sitzung girfammex, um zu den Forderungen der Hausbesitzer, die eine 50« bi» 75pro- zentige Erhöhung der Mieten fordern, Stellung zu nehmen. Der Berbandssyndiku» Dr. Meyer hart diesem Verlangen der Hauswirte auf» schärfste entgegen. An Hand von Zusammenstellungen wie» er nach, daß man in zahlreichen Städten des Reiche», in München, Feint- furt a. M., Wiesbaden, HildeÄheim, mit einer Mietssteigerung von 10 bi» 15 v. H. auttomme. Diese Zuschläge feien al» ausreichend auch fir Berlin anzusehen. Die Hauswirte hätten in Wahrheft keine erhöhten Unkosten. Kraft, Elektrizität und Ga» feien stark eingeschränkt. E» lasse sich durchaus Nachweisen, daß die Hauswirte in den verflossenen Jahren aus Grund ter Ersparnisse Rücklagen gemacht hätten, die fie jetzt für He Reparaturen verwenden könnten. In der Aussprache stellten fich die TH werten b *r einzelnen Bezirke cuf den Standpunkt, daß dft Mie-or Berlin» de» Betspitt Hamburgs, wo der M»cter 1 ntstand bereit» -in- getreten fei, folgen n isten, wenn de« nnerfüllba:en 'Forderungen der Han«wirte nrchgegeben wecke. <Sr Mieterstreik müsse so durchsesührt werden, daß dft fälligen Mieten bei den Mieterverbänden fichergestellt würden. bamti die auf dem Häuft liegenden Be pslichtnn gen wie Zin»- und Steurr^hlmi^n ufto., erfüllt werden könnten.
Nachdem der BerbanbSauSschuß de» WohnnngSverban- be» Groß-Berfin am Freitag den SachverstSckigen-Au»- schuß gehört und mft den Vorsitzenden der Groß-Berliner MicteinigungSämter beraten halft, beschloß er über die |u erlassende Verbands Verordnung. Al» Löchstsrenze für MictszinSsteigerungeu soll «ach dieser Verordnung allgemein ein Zuschlag von SO v. H zur Mitte de» Jahre» 1914 erlaubt fein. Nur für Fabrikräume und GeschSft»- und Industriehäuser utib ferner für Läden mit über 2400 Mark Mietwert wird ein doppelt so hoher Zuschlag, also 40 v. £>., zugttassen. Al» Beteiligung be» Mieter» nn den Kosten der JufiandsetzungSarbeften sowohl am Häuft al» an den Wohnungen wird ferner bm Vermieter ein Reparaturen»*schlag von 15 *.& nckbei Mitts räumen mft Sammelheizung «in solcher von 20 v. H. der Mitte von 1914 zugesprocheu. Der Sonderzu- schLrg kann jedoch vom Mieter ganz oder teilweise »u riickgefordert wecken, fall» der Vermieter feinen Pflichten in bezug ans Instandsetzung nicht in angemessener Weise nachkommt.
DMsch-S Reich.
— Ser Äidtrut be» VeichSschatzminister» genehmigt. Rach dem .Lok.-Anz." ist da» NücktrtttSgesuch de» Reichsschatzministers Mayer- Äaufbenem vom Kabinett genehmigt werden.
— Der frühere nckrtiemdergische SriegSminister Generaloberst d. Marchtaler ist an den tziÄgen eine» Schlagansalle» gestorben.
— Weitere Erhöhung der Postgebühren in AnSstcht. Reichspostmtnister GieSbert» hat bei seinem Auf enthalt in Dortmund, wie die .Tremonia" mitteilt, u. <l erklärt: Der vierjährige Posthaushalt habe mft einem Fehlbetrag von 150 Millionen Mark abgeschlossen, im nächsten Jahre tourte er eine viertelmiHiarde betragen. Um diesen gewaltigen Ausfall durch eigene Einnahmen zu decken, müßten dft Postgebühren erheblich erhöht werden. ES fei eigentlich erforderlich, daß das Porto für einen Brief aus 50 Pfennig und für eine Postkarte auf 35 Pfennig erhöht würde. Die Telegrammgebichren müßftn auf Z <ck, die Kernsprechanschlußgebühren auf etwa 1000 -ck festgesetzt werden. Eine solche Erhöhung ter Gebühren würde aber mft der Erdrosselung de» Verkehrs gleichbedeutend sein. Gleichwohl sei aber eine Erhöhung ter wichtigsten Gebühren bei der fortlaufenden Teuerung unausbleiblich.
— Dentschnationale und Deutsche SoMtzartei. Auf dem sächsischen deutschnationalen Parteitag erörterte der Parteivorfitzende Staat »Minister a. D. Hergt auch dft Krage bei Zusammenarbeitens ter Deutschnationalen Volk Spartet mft anderen Parteien, für dft er al» Voraussetzung rückhaltsloses Bekennen zum nationalen Gedanken betörte. Mft der Deutschen DolkSpartei wolle man Seite an Seift al» gute Freunde und Nachbarn gern arbeiten.
— Tie NreiSta,»wählen in der Vroviuz Sachsen. Wft dft „itögl. Rundschau" meldet, haben dft Wahlen zu den Kreistagen in der Provinz Sachsen eine erhebliche Verschiebung der Parteiverhälkniffe herteigeführt. Au» 16 Wahlkreisen liegen dft Ergebnisse vor. Gewühlt wurden 285 Bürgrliche und 244 Sozialisten. Unter den Bürgerlichen haben die Deutschnationalen 113 Mandate erlangt und damit start gewonnen; unter L'n Sozialdemokraten erlangten dft Unabhängigen 203 Sitze unb dft MehrheftSsozialifftn nur 41 Mandate.
Shuagogeugang fite israelitische verneinte.
Sonnabend, den 17. Januar: Vorabend 4,45 Uhr: Bonn. 8,30 Uhr; Nachm. 3,30 Uhv: Ausg. 5,45 Uhr.
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61 jgtii selb dich«- tzvrch 5n®' Itzortr W-
Deutsch-Oesterreich.
Ausnahme ter diplomatischen Beziehungen zur < Tschecho-Slowakei. -
tob. Praag, 13. Ian-. Die tschecho-slowakiA und bi« österreichische Regierung haben vereinbart den geordneten diplomatischen Verkehr Jofert auL zunehmen und die in den beiden Hauptstädten reits bestehenden Vettretungen in ordentliche (gy sandtschaften umzuwanbeln. Zu Geschäftsträger wurden bestellt: in Wien Fiedler, in Prag D? Marek.
Das lebensunfähige Oesterreich.
wb. Haag, 14. Jan. „Rienwe Eourant" metz bet aus Washington: Hoover erklärte vor bej Ausschuß bes Repräsentantenhauses, die eur»' päischen Mächte seien verantwortlich'für bi» Lage in Oesterreich, denn fie zwängen Oesterrei, einen Berttag zu unterzeichnen, der ihm da ganze Ackerbaugeb i e t, aus dem es frühes zusammengesetzt gewesen ist, raubt. Hoover schlägt vor, die Schwireigkeit dadurch zu lösen, da Oesterreich sich an Bayern «»schließe
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lebenden Bilder, di« Mitglieder des Vereins und Jäger in glänzender Weise ausführisn, ttuge» mit
tob. Haag, 14. Jan. Der „Nftuioe Courant" meldet, aus Washington, daß die Vereinigte» Staaten die Absicht« haben, in ©an Diego in Kalifornien eine große Marin» Ration zu errichten.
«rbcki die tznach Herren- Snmen <xe$e>
wcgei awrd Siödc W A- Mei Tage- Fall 1
A Stiftungsfest und Standarten« meiha. In einfacher, aber doch würdiger Weist beging am vergangenen Sonntag nachmittag ber Kavallette-Verttn Marburg in den StadtMen sein Sttftungsfest, womit auch gleichzeitig die Weih« der Bereinsstandarte verbunden war. Die Feier nmrde «öffnet mit einem wohlgelungenen Fanfarenmarsch von Mitgliedern der Jägerkapelle, ein« Begrüßungsansprache bes Vorsitzenden Herr« EifenbahnoteraMstent Trostmann, einem sehr ansprechend von Frl. Sahr vorgetragenen Prolog und einem Gesangsvottrag des ,^Liedrrkranz" unter Leitung des Chorleiters Herrn Lehrer Kraus. Die Fest- und Wciherebe hielt der Vorsitzende des Kreiskriegerverbandes, Herr Prof. Dr. Bredt und hieran schloß fich der Weiheatt, bei welchem eine Anzahl Kriegervereine mit Fahnen vertreten waren und 9 Fahnennägel gestiftet wurden. Weitere Gesänge des Liederkranz, Fanfarenmärsch« und sonstige Darbietungen der Ingerkapelle, sowie
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um 50 Pwzent gegen die znfttzt perösfentlichten Dreist heraufzusetzen. Dos Kilo Toyl-Leder kostete bei der letzten Verösteiftlichung der Preise 72—75 Mark, hrulr kostet es 84 bis 96 Mott, je noch Güte. Dft Löhne 'M wieder um 20 Prozent, die Zutaten um 100 Prozeß
v Universität. Das Belegen bet Bor»! lesungen muß in ter Zeit vom 13. bis 26. Januar: im Erdgeschoß des Kugelherrngcböudes, Kugelgasse'
zur Verschönerung der Feier bei, die nur ab unb z» durch das aussetzende Licht beinträchtigt wurde.
• Die Acrztekammer. Zu MtglftLeeu i® Wahckezirt Kurheffen, Waldeck und Schaumburg-Lwp» tourten gewählt: Sanitätsrat Dr. Gaibeinann. Rae- bürg, Medizinalrat Dr. Borner, Esci)locge, Dr. -ned. Flchrhau», Eschtocge, Dr. med. Keding, Cassel, Guui* tütSrat Dr. Seligmann, Hanau, Geh. Medizinalrat Prof. Dr. Duczek, Marburg, Sanitätsrat Dr. Hillebcechtz Hersfelb, Dr. med. Linse, Rodenbcrg, Geh. SauttätZrat Dr. Ohlendorff, Mcngeriughauftn, Sanitätsrat $r. «• Wild, Cassel, Geh. Sanirätsrat Dr. Fey, Cassel, g# Stellvertretern: Prof. Dr. Justi, Marburg, Srei-iarji Dr. Malcu», Hofgeismar, Sanitätsrat Dr. Marguardi- Großenlüber, Sanitätsrat Dr. Rotfuchs, Wabern, Sani« tätSrat Dr. Schorndorff, Barchfeld, Medizinalrat Dr. - Vahle, Franken berg, SanitätSrat Dr. Zuschlag, Hanack, Dr. med. Barth, HerSfeld, Mcdizinalrat^Dr. Burchhard, Bückeburg, SanitätSrat Dr. Gedarbt, Eschwege, Geh, SanitätSrat Dr. Hustragel, Bad Orb, Geb. Sanftät-r^ Dr. Marcu», Bad Pyrmont.
* Preise für Schuhwa r«n-Reparatu re» Wie au» dem Anzeigenteil hervvrgeht, hat sich dft bft''S^ Schuhmack, ^Zwangsinnung gezwungen gesehen, die Preift
Kmze Anslandsnachrichten.
Holland und fc r BAlerbund. Ten Blättern folge hat die nftberiändrschc N.gieruug im Parlament einen Gesetzentwurf 'iiigvb rächt betr. den Beitritt der Stetedanie zum Völkrttmaö.
D«r franzksiiche Senat wählte im dritten Wahlgang Bourgeois mit 145 stimmen zum Präsidenten.
Eine Gttwimverfammlm«» evn 60 Syndikalisten wlieft
unb mehr gestiegen. Im Herbst kostete ein« Rolle St-vp" selbe 12 Matt, heute 40 Mark. - So ungern dft mrng an eine Erhöhung der Preise heeangetreten ist, müsse« die Schuhmacher jedoch auch leben. Die ls>nrtigck Verhältnisse fi:;b stärker, als der best. Ailft.
Auch heute «och war die Gaszufuhr so um «geb; haft, daß ter Betrieb mit großen Störungen uer«! bunden war.
Aorerika.
tob. Washington, 13. Ian. (Havas.) Die Vev einigten Staaten werden an der ersten Sitzung des Bölker- hunbrates, die am 16: d. Mts. stattfinden wirb, nicht teilnehmen. — Weiter wirb berichtet, die Vereinigteii Staaten wohl auf ihren Anteil an der Tonnage der aöge. lieferten deutschen Schifft verzichten würden, baß sie aber ihren Anteil an ber deutschen Tonnage beanspruchen, der als Wiedergutmachung für die bei Scova Wow versenkten bentfdten Schiffe abzulieftru ist.
tob. Haag, 14. Jan. Wie der „Rieutoe konrantt aus Washington meldet, eillärte Schotzstkretär Glast, dal die gesamten Kriegsschulden der Vereinigten Siaa-i ten in wenigen Jahren getilgt fein werden. Die Zu»' kunft sehe glänzend aus.
die von den Herren Ruppel und Sahr eb:geübten
in Barcelona von der Polizei entdeckt. Zwei tourbm- auf eine Festung gebracht.
Denikin» Rükzug. „Daily Expreß" meldtt, daß bie' Truppen Denikin» Odessa geräumt haben. '