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vüt dem Krelsblaü für den KrelS Marburg
Tageszeitung für (das früher kurheffifche) Oberhessen
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Die .Oberhessische Zeitung" erscheint sechsmnl »Schentlich. — Der Bezugspreis bettest monatlich 2,50 X. frei inJ Haut; durch die Psft 1.50 »hne »eftelgeld — «erleg een Dr. €. Sitzerath. — Druck bet Uni» . Buchdr. von I » h. lug. Koch. Merkt 21/23. — Fern sprechet 55.
Marburg
Mittwoch, 14 Januar
Der »njeigenprei, beträgt fit die 8geb. Zeile 50 4> Amtliche inb enewei- e e tiae 60 *, Ketlemejeile 1.50 X. Zu allen Preisen 5 •)« Aufschlag. Jeder Mebett gilt vBylg« elf Barrabatt. Set Sustunft durch die cheschiifttftelle ». Vermittlung der An. inan geböte 25 4 kendergebühr. — Peftscheckkent»: Skr. 5C15 Amt Frankfurt a. M. l»4v
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p Ser Friede.
880 Pegsone« aus der Aoslieserungsliste.
M*. Peri», 13. Jan. (Havas.) Der englichc Lordkangßer Jgnace und die Delegation der Berbün- teten hießt Dienstag eine Sitzung ab uud stellte die Iiste der Auszuliefernden fertig. Sie umfaßt 880 Personen, von denen Frankreich 330 für sich bean- i spracht. Die Liste und der sie begleitende Bericht be» finden fich gegenwärtig im Druck.
<fnpen und MaUnedy immer deutsch.
Berlin, 13. Jan.^siach der „Deutschen Allg. Zeitung* haben die Vereinigten Landsmannschaften bo.i Eupen mrd Malmedy in Berlin einen Ausruf „An alle!" erlasse», in dem sie gegen die Vergewaltigung des L«ch«S protestieren und eine unbeeinffutzle Leitung verlang«. Man werde in Eupen und Malmedy immer deulsch dteibeu.
Das abgetretene Memelgebiet.
tob. Königsberg, 12. Jan. Der Reichs- und EtaatSksmmiffar für das Memelgebiet, Graf Lambsdorff. erläßt eine Bekanntmachung, wonach im Memelgebiet die Souveränität an die verbündeten Hauptmächte Lbergegangen ist. Alle militärischen und Zivilbehärden, Beamten und Dienststellen verwalten ihr Amt «ach den bisherigen Gesetzen weiter. Das Memelgebiet ist ans der Zoll wirtschaft Deutschlands ausge- schiedeu. Sine Zollgrenze mit Deutschland wird zunächst nicht eingerichtet. Die russischen Zollgrenzen bleiben anfrechterhalten.
Die Seregung über die Auslieferung der 5 kleinen Kreuzer.
tob. Berlin, 12. Jan. Gegenüber Nachrichten auS ■ tief, daß >ie Mannschaft der fünf abzüliefernden ; ,fTciii.ii Kreuzer diese in die Luft zu sprengen beabsich- tigteu, toirb, wie die Abendblätter melden, amtlnver- t seit- lvioirt. daß in Seeosfizierskreisrn in solcher Plan Niemals bestand. Im Gegenteil sind die Offiziere seit langem bemüht, mäßigend auf die Besatzungen ein- guwirkc«, deren Erregung über die Enteuteforderungen unbestreitbar ist. Wenn bei der Versenkungstat von Lcapa Flow von einer deutschen „Schuld" auch gar keine Stebe sein kann, so wäre demgegenüber nach dem Standpunkte der Regierung das Sabotieren der fünf kleinen Kreuzer ziveisellos ein verbrecherischer Akt, da i sich die Regierung zu ihrer Auslieferung verpflichtete.
Die »sterreich's«(ren Kriegsschiffe in Cattaro.
Wh. Toulon, 13. Jan. (Havas.) Wie berichtet tvird, haben die Schlepper, die nach Ca'taro entsandt Worbt« waren, nm die österreichischen Schiffe nach Bi- serta;u bringen, diese in einem schlechten Zustand ge- firnt-*«. Er handelt sich nm drei Kreuzer, zwölf Tor- .pedoho^e und vier Torpcdojäger, die berat tige Beschädigung« aufweisen, daß ihre Wiederherstellung iHr sehr schwer sein dürfte.
tob. Paris, 13. Jan. Wie die Pariser Morgen- ' presse mitteilt, wird der zum sranzösischen Geschäftsträger i« Berlin ernannte Generalkonsul de M a r c i l l y «n 17. Januar nach Berlin abreiseu.
tob. Paris, 12. Jan. Wie der „Temps" mitteilt, sei die bratsche Regierung verpsiichtet, für den Rücktransport der deutschen Kriegsgefangenen zu Wasser und zu Lande die erforderlichen Transportmittel zur Verfügung p fiel« und die Kosten für die Heimsendung zu trage«.
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Amerika.
Senat und Frievensvertrag.
wh. Annapolis, 13. Jan. Die New Ns»ker .Times* meldet, daß sich 30 Demokraten und 50 repu- dlila.nsche Senatoren bereit erklärten, in der Fragt der des Friedensoertrages zu Gunsten eines Eergleich» zu stimmen.
। Die itusMsW.
tob. Berlin, 13. Jan. Der Eisenbahnerausstand !flaut etwas ab. In Oöerschlesten ist er beigelegt. I 3m Bezirk BreSlau ist die Gefahr vorläufig beseitigt.
3m Elberfelder Bezirk wurde die Arbeit überall wie- Itr ausgenommen.
tob. Berlin. 12. Jan. Mehr als eine halbe ttißii'n Tonnen Kohlen, die für die Industrie und als Haus-and bestimmt sind, sind im Essener Bezirk be» iaden können aber wegen des Ausstands nicht abgc- sah r e n werden.
rn. Magdeburg, 13. Jan. Eine nichtöffentliche Ito fit Versammlung der Eisenbahner verlief außerordent- M stürmisch. Von vielen Rednern wurde sofort der diniritt in den Ausstand gefordert. ES wurde 6t» ichloss-n, eine lirabsiimmuiig über der Ausstand in allen i Getriebe« und Dienststellen dss DirektionSbesirkeS Mag-
•thtrg soiznnchmen. Die Abstimmung muß bis zum ' b. P;i8. beendet sein. Mit de» anderen Dicnstbe- jstte« fall sofort zur Herbeiführrtng einer Einheiis- *’iion in ganz Mitteldeutschland Fützlu.ig ge- ^-r-u-nr« wKOtx.
Ctrchtukttpft w )fiH NtiDtassgkbaüSk.
Gestern sollte die Nationalversammlung wieder zu- fammentreten, um daS BetriebSrätegesetz weiterznberaten. Nach chen Kundgebungen der letzten Tage von radikaler Leite war zu erwarten, daß die Beratungen nicht reibungslos verlaufe» würden. Die schlimmsten Erwar- tungen sind aber noch übertroffen worden. Eine Beratung ist überhaupt nicht möglich gewesen. Vor dem ReichStagSgebäude haben sich blutige Kämpfe abgespielt. Wir verzeichnen darüber folgende Meldung«:
Kulldgkbnngtn vor dein Reichstag:
Wb. Berlin, 13. Jan. Die »Freiheit* veröffentlicht einer vom BezirkSverband Berlin-Brandenburg der U. S. P. D., dem Deutsche« Metallarbeiterverband und einer Reihe anderer Verbände unterzeichneten Aufruf an die Arbeiter, Arbeiterinnen und Angestellten, heute mittag um 12 Uhr die Betriebe zu verlassen und in Mas- len vor dem Reichstag gegen daS Betrie^srätag.-feh zu demonstrieren. Der Aufforderung wurde in erheblichem Maße Folge geleistet. Zahlreiche DetuonstrationSzüge bewegten sich unter Vorantragung von roten Fahnen und Schilde:» mit Aufschriften gegen das BetriebSräte- gefetz nach dem Reichstagsgebäude, dessen Eingänge von Sicherheitspolizei stark bewacht waren, während die Straßen um das ReichStagSgebäude herum für den Verkehr freigehalten wurden. Von der Rampe des ReichS- tagsgebändeS wtrrden zahlreiche Reden gehalten, in denen scharf gegen daS BetriebSrätegesetz in der vorliegenden Form Stellung genommen wurde.
Die Zusammenstöße.
u>!\ Berlin, f3. Jan. Gegen 3 und $ Uhr nachmittags versuchte die vor dem Reichstagsze- bänbe demonstrierende ZHenge in den Reichstag einzudringen. Die Sicherheitspolizei pflanzte hierauf die Bajonette auf und suchte die ZHenge zu zerstreuen. Da dies jedoch nicht gelang, machte die Sicherheitspolizei von ihren Waffen Gebrauch und es kam zu einer lebhaften Schießerei, namentlich vor dem Gingang in der Simsonstraße. Der vor diesem Eingang befindliche Rasenplatz ist von einer großen Zlnzahl von Toten und Schwerverletzten bedeckt. Die Sicherheitswehr soll 2 Tote haben und 2 Beamte werden vermißt, die verschleppt worden sein sollen.
Berlin, s3. )an. Der ,,kok.-Anz." meldet, daß bisher 3( Tote festgestellt sind. Die Zahl der verwundeten ist erheblich höher. Allein von den Beamten der Sicherheitspolizei und Grdnungs- polizei wurden weit über 60 verwundet. Die Zahl der verwundeten Demonstranten wird auf weit über 400 geschätzt.
Berlin, sh. Jan. Nach den bisherigen Fest stellungen sind etwa 33 Tote rmd (80 verwundete bei den gestrigen Zusammenstößen in Berlin vor dem Reichstagsgebäude zu beklagen. Im keichen- schauhause wurden bis gestern abend 6 Uhr y Tote eingeliefert, in der Eharitü (6, in der Universitätsklinik 8 Tote, von verwundeten fanden Aufnahme in der Eharitä |3o keicht- und Schwer verwund eie, in der Utnverfitätsklittik 30—40. Einige wurden
nach dem Virchow- und ZHoabiter Krankenhaus gebracht.
kg. Berlin, 14. Jan. Der größte Teil der Demonstranten sind Arbeitslose. Unter den von der Sicherheitspolizei festgenommenen Personen befinde« sich drei Arbeitslosenräte. Mit der Waffe wurde erst bann
wb. Düsseldorf, 12. Jan. Die AuSstandslei- tung in Elberfeld hat die Parole ausgegeben: Nachdem die Regierung hinsichtlich der Forderungen der Arbeiter Garantien gegeben hat, toirb den Arbeitern empfohlen, die Arbeit wieder anfznnebmen. Nach Anweisung der Elberfelder Ei'enbahnbirektion toirb den Arbeitern der geforderte Vorschuß von 100 Mark gezahlt werden.
tob. Düsseldorf. 12. Jan. Rach einer Veeord- nttng des militärischen Befehlshabers iverden Kabarets, jlinos, Bars sowie Konzcrtlokale gesperrt. Diese Maßnahme ist notwendig, weil nur unter dieser Bedingung die Ausstandsleitung Kohlen liefert. Die Bedirrgung der Ausstandsleitung erfordert auch weiter die Absperrung der gewerblichen Betriebe vom Strombezug. Dadurch werden über 10 009 Arbeiter, die ohnehin nur sechs Stunden arbeiten, arbeitslos. Milderungen zu erreichen, war unmöglich,
tob. Düsseldorf, 13. Jan. Heute wurde in Tüffeldorf die Post, da» Fernsprechamt und das Xtk- graphenamt militärisch besetzt.
gegen die Demonstranten vorgegangen, als sie versuchten daS ReichStagSgebäude zu stürmen.
In der NlltionnlversammllW.
Dor Eintrstt in die Tagesordnung erhebt Abg. Geyer (U. Soz.) Einspruch gegen die Besttzung des Hause- mit Maschinengewehren. Es sei des Parlaments unwürdig, unter solchen Maßnahmen zu tagen. Das bedxnte die Wiederanftichtimg der Militärherrschaft. (Lachen bei der Mehrheit.)
Präsident Fehrenbach: Ich hatte weder das Recht noch den Anlaß, die von der Regierung für notwendig erachteten Sicherheitsmaßnahmen zu unterbind in.
Hierauf wird in die Tagesordnung eingetreten: die zweite Lesung des BetriebSrätegefetzeS. Während der Bericht vom Abg. Schneider -Sachsen (Dem. > erstattet toirb, werden im Saale Gerüchte über die vor dem Hause stattfiudenden Kämpfe laut, worauf die Unabhängigen, von Tribünenbefuchern unterstützt, mit wilden Lärmrufen die Schließung der Sitzung zu erzwingen suchen.
Präsident Fehrenbach verläßt, als der Lärm die Fortsetzung der Berichterstattung unmöglich macht, um 3 Uhr 45 Min. ben Präsidenten sitz.
Schluß 4 Uhr.
Verhängung de» Aiisnahmtznstsndes.
Berlin, 14. Jan. Auf Grund ve» Artikels 48 der ReichSverfasiung betr. die zur Wiederherstellung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung notwendiger Maßnahmen bat der Reichspräsident für das Reichsgebiet mit Ausnahme von Bayern, Sachsen, Württemberg und Baden den Ausnahmezustand verhängt. Auf Grund des Ausnahmezustandes übernahm Reich stoehr- minister RoSke die vollziehende Gewalt für Berlin und die Maik Brandenburg. Als Zivil-Kommissar rottrbe der Berliner Polizeipräsident Ernst bestellt. Umzüge unb Versammlungen unter freiem Himmel wurden verboten. Erneute Versuche, die Tagung der National- rerfammlung zu stören, werden rücksichtslos mit Waffengewalt verhindert werden.
wb. Berlin, 13. Jan. Es ist dafür gesorgt, daß außer dem Reichstag auch die übrigen öffentlichen Ge- bältde hinlänglich gegen Belästigung geschützt sind. Ebenso ist veranlaßt, daß der öffentliche Verkehr unter keinen Umständen gestört toirb.
„Freiheit * unb ,Rote Fahne' verboten
wb. Berlin, s3. Jan. Der Reichswehr- Minister erließ folgende Bekanntmachung.' e
Als Znhaber der vollziehenden-Gewalt in Berlin und Brandenburg verbiete ich auf Grund der Verfügung des Herrn Reichspräsidenten gemäß Ztr Hf el §8 der Reichsverfassung vom 13. f. |g20 Druck und verkauf der beiden Zeitungen „Freiheit" und „Rote Fahne" im Gebiet des Ausnahmezustandes.
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Die Lag- in Leipzig.
wb. Leipzig, 13. Jan. Bis in die ZTlittag- stunden Herrscble in Leipzig Ruhe, und der Straßenbahnverkehr wickelte sich in normaler Weife ab. Dis öffentlichen Gebäude und die großen Hotels sind militärisch besetzt. Zlm Hauptbahnhof und anderen öffentlichen Plätzen sind Maschinen - gewehre in Stellung gebracht. Durch die Straßen ziehen starke Patrouillen von Reichswehrtruppen, die durch das Zeitfreiwilligenregiment verstärkt sind. Die gestrigen Versammlungen der Unabhängigen und Kommunisten sind ohne Zwischenfälle verlaufen. Soweit bekannt ist, wird bisher überall gearbeitet.
wb. (feffrn, 13. Jan. Die streikenden Eisenbahner baten in einer fpät abends abgehobenen Versammlung beschlossen, im Ausstand weiter zu verharren.
tob. Münster, 13. Januar. Der „Westfälische Merkur" berichtet, daß die Eisenbahnarbeiter im Eisen- bahnbechk Münster mit großer Mehrheit beschlossen, in den Ausstand zu treten.
tu. Dresden, 14. Ian. Nach der gestern hier eingetroffenen Nachricht haben Abstimmungen in den ver- schiedenen Eisendahnbelriebswerkstätten eine sehr große Mehrheit für den sofortigen Ans stand ergeben. Aus diesem Grund w rh für heute früh voraussichtlich mit dem Ausbruch des Russlands z» rechnen sein.
D'e Nnrnhen in Hamborn.
»b. Oderhau eu, 13. Jan. Die „Oberhausener Zeitung" meldet: Die Plünderer stürmten ba8 Rat- ans, bemach Igten sich der Akten und warfen sie aut ^ie Straße. Die Geschäfte der Jägerstraße wurden a n S- aerSumr. Die Unruhiu behüten sich^Mer aus Maxloh
unb Bruckhausen aut. Am Abend war die Orbnmtß, noch nicht wieder hergestellt. '
wb. Hamborn, IS. Jan. Ein stärket Drnp- Dena uf gebot ist zur Unterdrückung der Unruhe» «ach hier abgegangen.
Zur Mobilisierung des ländlichen Grnud- besitzes.
Die Mobilisierung des ländliche« Grundbesitzes hatte vor dem Kriege in Preußen und auch anderen Bundesstaaten vielfach einen bedenklichen Umfang angenommen und zwar nicht nur beim Großgrundbesitz, sondern auch beim bäuerlichen Besitz. Nach Kriegsausbruch war die VesitztvechselbPvegung stark gehemmt derart, daß während 1913 insgesamt 143 467 ländliche Besitzungen mit mehr als 2 Hektar und 1914 noch 79 701 den Besitzer wechselten, 1915 nur 36 379 Fälle verzeichnet worden inb. In den folgenden Jahren 1916 und 1917 nahmen die Besitzwechselfäll« wieder zu und bezifferten sich auf 42 656 bezw. 56 764. Für 1918 liegen noch keine Ziffer» vor. Es unterliegt aber kaum einem Zweifel, daß die Bewegung roeitere erhebliche Forffchritte gemacht hat.
Die jetzt vom Preußischen Statistischen LandeSamt veröffentlichten Zahlen lassen leider nicht erkennen, welche Besitzesgrößen jeweils ihren Besitzer gewechseü haben, dagegen wird unterschieden zwischen Grundtücken, die durch Erbgang, Vermächtnis usw. und solchen, die durch Kauf, Tausch, Zwangsversteigerung und Enteignung in andere Hände übergegangen sind. Mehr als Dreiviertel aller in jedem der fünf Jahve 1913 bis 1917 vom Eigentumswechsel betroffenen Besitzungen ind durch Kauf und noch nicht Einviertel durch Erb- ;ang in anderen Besitz gelangt. Man könnt« geneigt ein, hieraus auf eine geringe Seßhaftigkeit der preußi- chen Grundbesitzer zu schließen, wenn hierbei nicht der häufige Verkauf abgezweigter Parzellen zu berücksichtigen wäre, z. B. an industrielle Unternehmungen zweck? Eriveiterung der Betriebe, für Eisenbahn- und Wegebauten, Avecks Arrondierung ländlicher Besitzungen u. a. m. Nach der Mitteilung der Statistischen Landeramts find bei dem Uebergang de» Besitzes auch viele Kauffälle nachgewiesen worden, bei denen Verwandt« oder direkte Nachkommen de» Besitzers daS ländlich« Grundstück durch einen gewöhnlichen Kaufvertrag übernehmen. Dieser Besitzwechsel erscheint nur statistisch als Kauf durch Fremde, während die Besitzung in Wirklichkeit in derselben Familie geblieben ist.
Mit großer Spannung wird man der Besitztvechsel- statistik für die Jahre 1919 und 1920 entgegensehen, di« insbesondere darüber Auskunft geben muß, welche Wirkungen die neuzeitliche Gesetzgebung im Hinblick auf den ländlichen. Besitzwechsel zeitigt. Zn l»erncksichtigen wär« dabei auch da» Reichssiedlungsgesetz vom 11. August 1919, das nicht zuletzt auch dem Zwecke dienen sollte, die Zwergbesttzer durch Landznkaus vom Großgrundbesitz zu selbständigen Landwirte« zu machen. Vermutlich wird da» großzügige Siedl nngSgesetz vorerst wohl ziemlich wirkrmgkloS für die Grundbesihverteilung bleiben. Dagegen ist mit Sicherheit anzunehmen, daß der Strundbesih erheblichen Veränderungen unterworfen werde» toirb. Auch die Steuergesetzgebung dürfte vielen Besitzern die Freude am Besitz und an der Prodlckfton verleiden. Hierüber möglichst ausführliche Auskunft zu geben sollte eine der vornehmsten Aufgaben der statistischen Aemter sein.
Dmtsch« Mfc
— Austritte au» der Trmokratischen Partei. M« der Pressedienst der Deutschen Volkspartei meldet, ist Archivrat Dr. Heinemann, ein früherer National- liberaler, aus dem benn'Trntifdhen Parteivorstand in Magdeburg ausgetreten, hauptsächlich wegen der Haltung der Schul- und BelriebSrätegesehfcage. Mehrere ander« Herren find ihm gefolgt, und von weiteren wird der Rücktritt erwartet.
Unpolitisch« ra-ssnachrlchien.
Dammrutsch. Wüstegiersdorf (Schles.f, 12. Jan. Laut „Grenzboten'' ereignet« sich heut« früh vor dem KönigSwalder Tunnel auf der Streck« Dittersbach Glatz ein Dammrutsch. Zioei Häuser wurden zerstört. Die Fahrgäste müssen den Tunnel zu Fuß umgehen.
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Turne«, Spiel urrd Sport,
Die nächste Prüfung für Turn-, Schwimm- rigid Ruderlehrerinnearän der Landrsturnansialt in Spanda« beginnt am DoMerstag, den 11. März 1920. Di« an bat Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung tu richtenden Meldungen sind von den tn einem Lehramt siebenden B^'werberinnen c ' ■ vorgesetzten Tsensibel,öred, von sonstigen Svt’Kc' i bei derjenigen Regierung ,in deren Bazirt fit nn ins zum 25. Januar >920. anzubringen. ■
Die vom Deutschen Rod. tbunb dem WintersPortverein Ilmenau in Thüringen zur Austragung überwiesene Deutsche Rodelmeisterschaft 1919/1920 wird am Sonntag, 1. Februar, ausgesahren werden. Die Ausschreibung verösfentiicht der Winiersportverein Simenon# deh auch jede gewünschte Auskunft erteilt, 1