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mit dem Kreisblatt für den KrelS Marburg

Tageszeitung für (das früher kurhessische) Oberhessen

M 10

DieOberhessische Zeitung" erscheint sechsmal »Schentlich. Der Hernsrprris beträgt menet»* 2,50 X. frei IN» Heus; durch die Pest 2.50£. ebne BefteSgeld Strlag »on Dr. L. Hitzereth. Druck der llnie . ?uchdr. von Joh. A u g. Noch. Markt 21/23. Fernsprecher 55.

Marburg

Tikuswg. 13* 3ammr

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55. Jahr-» 1920

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Nutz FMmWnh.

Di< Wiederaufnahme der diplomatische« Be­ziehungen.

wi. Berlin, 12. Jan. Zu Geschäftsträgern i« Berlin wurden ernannt: Von England Lord Ailmanock, von Frankreich de M a r c i l l Y, früher Generalkonsul in Genua, von Italien Graf A l - d r o v » n d i Barescetti. Die Beglaubi­gungsschreiben sind bereits in Berlin eingegangen. Die deutsckcn Vertreter in den drei Ländern sind noch nicht ernannt.

t»6 Paris, 12. Ian. (Havas.) DerMa- tin" berichtet bezüglich der diplomatischen Ver­tretung Frankreichs in Berlin, das; die französische Regierung bereits durch den spanischen Botschafter der Wilhelmstraße die Ernennung von de M a r - cillH als französischen Geschäftsträger notifi­ziere« ließ, de Marcilly wird nächsten Samstag nach Berlin abreisen.

Die Auslieserungsfordenurg.

... rvb. Paris, 12. Ian. (Havas.) DemMatin" Mfslge haben die Verbündeten wegen der an die Westmächte Auszuliefernden eine Frist von 15 Tage« festgesetzt.

Verurteilung Kaiser Wilhelms in contumaciam? -

M>i. Amsterdam, 11. Jan. Zur Meldung des »Echo de Paris", daß Clemcnceau die Perurteilung Wührckms II. in contumaciam vorgcschlagen und das euglrsche Kabinett seinen Vorschlag uiOerstützt habe, schreibt der LondonerEvening Standard", in London fei van einer Unterstützung des Clewenceauschen Vor­schlags nichts bekannt. Er würde jedocki dem bereits früher von England gemachten Vorschläge entsprechen.

EnglHche Dockarbeitcr gegen die deutsche Flagge.

wb. Amsterdam, 12. Ian. DieTimes" meldet vom 10., das; der deutsche Dampfer$>. Fischer" immer noch im Häsin von Barry liegt, da sich die DoSarbeiter trotz der von der Leitung des DoSarbeiter-Verbandes erfolgrsn Anweisung eni- schisden weigern, 10 000 Kisten Fleischkonserven zu toben. Auch die deutsche Flagge mußte auf Ersuchen der Dockarbeiter entfernt werden.

*

DieNibelungentreue".

B'e r l i n, 12. Jan. Graf Czernin ver- össeutlicht, wie verschiedene Blätter melden, eine Erklärung, der zufolge die österreichisch-ungarische Regierung niemals die Absicht gehabt habe, Deutschland zu verraten, sondern Mr mit großer Bewegungsfreiheit für einen aügWejDen Frieden jti wirken.

Der Berliist der Ostmark.

B c r l i n , 12. Jan. DerBerk. Lok.-Anzeiger" meldet aus Warschau, daß die Polen nach dem Ein­rücke« der polnischen Truppen in Westpreußen den Belagerungszustand verhängen werden. Die für Westpommern bestimmten Beamten sind zur Abreise bereit.

Berlin, 12. Jan. Der evangelische Pfarrer in twtfiegcii (nördlich von Memel) mußte, wie dieV. Z." an» Königsberg berichtet, 5000 M. Geldbuße zahlen, »veil er deutsche Offiziere beherbergte. Als er erfuhr, daß « verkästet werden solle, floh er nach Deutschland. Tas Pfarrhaus wurde zu einer Kaserne eingerichtet. Der evan- ßelstche Gottesdienst wird überwacht.

Polen.

«iitfttmnberung von 60 006 Polen anS Amerika.

tu. Le m berg, 12. Jan. Wie hiesige Möller be­richten, haben sich beim polnischen Konsulat in Ame rika 60 000 Polen gemeldet, welche die Absicht haben, k ihre Heimat zurückzukehren. Da fast >eder Pole in Amerika mindestens 2000 Dollars Ersparnisse besitzt, würden die 60 000 Polen 120 Millionen Dollars nach Polen bringen, was einen entscheidenden Einfluß auf

Lösung der Valutafrage in Polen hätte.

Die Randftaaten und die bolschewistische Gefahr.'

Ivb. Wien, 13. Jan. Rach einem Fnnkspruch aus Barschau berief die polnische Regierung eine Konferenz Cer Randstaaten ein. welche eine gemeinsame Verteidi- Bmg gegen die Bolschewisten organisieren sollen.

nut.

Im besetzten Gebiet.

wb. Baris, 11. Jan. (Havas.) Havas meldet Koblenz, daß die Hohe Jnternattz»nale Rheinland- MRiniffton gestern bekannt gegeben hat, daß sic vom Januar ab die oberste Vertretung der verbündeten Mgierungcn in den besetzten Gebirwn übernimmt.

interalliierte Rhciula.rdkommission veröffentlicht Aufruf, wonach sie in den Tagen des FrickenSschlus- r "X oberste Bertrrrnng der verbündeten Regierungen in k": bcsetzwu Gebiet Sbernimmt. In dem Aufruf heißt

es, daß die Kommission bestrebt sein werde, der rheinischen Bevölkerung die Lasten der Besetzung so leicht wie möglich zu machen unter der einzigen ausdrücklichen Bedingung, daß es der deutschen Regierung ernst sei, den Völkern die ein Opfer des Krieges geworden seien, die ihnen zuständige Entschädigung zu leisten.

Wb. Koblenz, 12. Jan. Die internationale Rhein­land-Kommission hat grurcksätzlich die Anwendung der deutschen Vorschriften über die Einfuhr von rationierten Lete,i«mittcln ix die besetzten Gebiete genehmigt.

Aus den Verordnungen der hohen internationalen Rheinlandkommission sind folgende Bestimmungen her- oorzuheben: Die Verordnung der Kommission haben Gesetzeskraft mit ihrer Veröffentlichung. Deutsche Be­amte, die den Verordnungen zuwider wandeln, kön­nen ihres Amtes zeitweilig oder dauernd enthoben wer­den. Jederviann muß den Befehlen der militärischen Besatzungbehörden gehorchen. Die deutschen Gesetze sind von der Hohen Kommission darauf zu prüfen, ob sie der Sicherheit dem Unterhalt oder den Bedürfnissen der Bcsatzungstruppen abträglich sind, und können ge- gegebenenfalls abgcänbert werden. Wer ein Ver­brechen gegen Person ober Eigentum der bewaffneten Sireitkräfte der Verbündet«» begeht, kann der verbün­deten Militärgerichtsbarkeit unterworfen werden. Die Mitglieder der Kommission und ihre Familien und das Personal sind immun. Die deutschen Behörden haben in dem besetzten und unbesetzten Gebiet auf Wunsch jedes hierzu ermächtigten Offiziers der BesatzungSarmee diejenigen Personen zu verhaften, die eines Ber- bccchcns angeklagt sind, welches der verbündeten Mili- lärgerichtsbarkeit untersteht. Alle Beamten sind zu der Vollstreckung der Verordnung«, verpflichtet. Freiheits­strafen iverden grundsätzlich in deutschen Gefängnissen vollstreckt. Die deutschen Gerichte bleiben in Tätig­keit, doch kann die >ivm Mission Sachen oder Kreise von Sachen bestimmen, die besonderen Gerichten dcr Hohen Kommission zu überweisen sind. Gegen Urteile deutscher Gerichte ist Berufung an das Gericht ter Hohen Kommission möglich. Besondere Strafen sind vorgesehen für Gewalttätigkeiten, Auflehnung gegen die Ausführung der Befehle gegenüber Angehörigen der verbündeten Sürmeefi, für materielle, den Verbündeten nachteilige Schäden und für Beleidigungen durch Worte ober Gebärden und Haltung gegenüber von Mitgliedern der Kommission oder der ihr zugekeilten Personen oder gegenüber den BesatzungStruppen, deren Fahnen und Emblems. Alle Deutschen in Uniform, auch der Polizei, des FeuertvehrkorpS, Zoll- und Forstbeamte müssen dic Fahnen der verbündeten Mächte grü­ßen. Jedermann über 14 Jahre muß mit einer Aus- weiskarie versehen fein. Die Einreise ans dem unbesetzten Deutschland ist nur mit einer Answeiskartc gestattet. Alle verdächtigen Briefsendungen oder Mittei­lungen können der Hohen Kommission ausgeliefcrt wer­den. Die Telegraphen- und Telephonverbindungen mit beut unbesetzten Deutschland dürfen nur durch dic Aemter vermittelt werden, deren Liste der Kommission mitgetcilt worden sind. Politische Versammlun­gen nuqfen 48 Stunden vor dem anteraumttn Termin angezeigk werden.

Ter RiickttiMSport der KrirMtfauMen.

Wb. Varis, 11. Jan. (Savas.) Die deutsche Ab­ordnung, bestehend aus Major Drandt, v. Lers - ner und zwei technischen Sachverständigen, wohnte am Sonntag einer Sitzung in dem Ministerium brr öffentlichen Arbeiten bei, zu der unter dem Vorsitz von Cassouin hie französischen Delegierten von der Kommission für die Heimschgsfung der Kriegsgefangenen zugegen waren. Cas­souin machte den deutschen Delegierten Mitteilung über die Einzelheiten des HeimschaffunpSplanes, der ausgeführt wird, sobald die deutsche Regierung dem Friedensvertrag gemäß das erforderliche Material geliefert hat. Die Henmchaffung erfolgt auf sechs verschiedenen Linien: über Düsseldorf, Limburg, Mannheim, Offenburg, Basel und Konstanz. Außerdem sind auch Heimfchasftingcn aus dem Seeweg in Aussicht genommen und zwar von Havre. La Rochelle-La Palkice und Bordeau; auL Die Heimbcförberung wird aus allen genannten Linien 24 Stunden nach der Ankunft des nötigen Materials be­ginnen. Man nimmt an, daß täglich 67000 deutsche Kriegsgefangen« nach Deutschland zurückbefördert wer­den können.

Die Heimschaffung soll ihren Anfang nehmen, so­bald die nötigen Wagen aus Deutschland eingetroffen sind.

Nack demMatin" haben die ersten Züge mit deut­schen Kriegsgefangenen die französische Grenze noch nicht passiert, weil dar von Deutschland erwartete Wagenmalerial iwch nicht eingetroffen ist. ,

ImEcho bc Varis" erklärt General Caffouiu, daß die Transporte der deutschen Kriegsgefangenen mit dem Rest des deutfchen Materials in Zügen erfolgt, die zur Häffte aus Personen- zur anderen Hälfte aus Güter­wagen bestehen. Die Züge weichen von französischem Loko- motivpcrsonal geführt werden, da kein deutsches Personal auf den französischen Linien geduldet wird. Die Züge iverden bis an den Abgabeort geführt werden. Immerhin wird man, wenn sich das Bedürfnis geltend macht, auch bie belgischen Linien benutzen.

wb. Freiburg i.Sh:.. 12. Jan. Die beutschen Bischöse haben sich im Interesse einer baldigen Heimkebr her deutschen Kriegsgesangeiwu aus Frankreich direkt an den Kardinal 91 weite in Paris gewandt und um seine Vermittlung bei der fmnzösischcn Regierung gebeten. Von Kardinal Amrkte ist, wie MeFreiburg« TageSpE" *

berichtet, ein eigenhändiges Schreiben eingetroffen, mit der Nachricht, cr hab« sich bei einem Besuch bei dem Minister­präsidenten Clemenceau wärmstens für die deutschen Kriegsgefangenen verwandt.

Ivb. Berlin, 12. Jan. Die Reichszentralstelle für Kriegs- und Zivilgefangene teilt mit, daß der Ab­transport der deutschert Gefangenen aus Frankreich nunmehr sofort beginnt und mit möglichster Beschleu­nigung durchgesührt wird. Die französische Regierung beabsichtigt täglich 67000 Kriegsgefangene heraus­zugeben. Das Eisenbahnmaterial wird in jeder not­wendigen Höhe von deutscher Seite zur Verfügung ge­stellt werden.

wb. Berlin, 12. Jan. Der dritte Heimschaffungs- transport deutscher Kriegsgefangener hat Japan am 5. 1. 20 auf dem DampferHimalaya Marn" verlassen.

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Der Völkerbund.

wb. Paris, 11. Jan . (HavaS. ) In lieberem» stimmung mit Artikel 1 in der Beilage zum ersten Test des Friedensvertrages von Versailles wecken die nachge- nanntcn Staaten eingeladen, innerhalb der zwei der Inkraftsetzung des Friedensvertrages folgenden Monate dem Völkerbund beizutrete». Es sind: Argentinien, Chile, Columbien, Dänemark, Spanien, Norwegen, Per­sien, bie Nickerlande, Paraguay, Labrador, Schweden, die Schiveiz und Venezuela. Der Präsident her Friedens­konferenz hat deshalb gestern an die Regierungschefs der obengenannten Länder ein Telegramm gerichtet und ihnen eröffnet, daß der Frickensvertrag mit diesem Zeitpunkt in Kraft gesetzt worden ist.

wb. H o r se a , 12. Jan. (Funsipruch.) Eine Mel­dung aus Paris besagt, daß die erste Zusammenkunft des Völkerbund-Rates auf ben 16. Januar festgesetzt wurde. Dcr Völkerbund wird mit ober ohne bie Ver­einigten Staaten in sehr kurzer Zeit in Kraft treten.

9it MÄMLNWW.

33 cv (in, 12. Jan. Nach einer Meldung drs Berl. Lok. Anz." ans Breslau hat die Eisenbahner- bewegung, dic am Sonnabend aus Oberschlesic» Über­griff, nun auch Mittel- und Niederschlesien erfaßt.

wb. Benthen, 12. Jan. In Kattowitz begann die Nothilfe ihre Tätigkeit. Der Schnellzugsveckehr wird aufrechtcrhalten, ebenso der Personenzugsverkehr. Tor Hauptheck der Bewegung liegt im Beuthcner Bezirk.

wb. Essen, 12. Jan. Die Eisenbahndirektion Essen veröffentlicht eine Auffockerttng an sämtliche Eiscnbahnvedienstete ihres Bezirkes, wonach ent­lassen wird, wer seine Arbeit bis spätestens Mitt­woch nicht planmäßig ivicder aufnimmt.

wb. Berlin, 13. Jan. Zum MilitärbefehlShabec für die Regierungsbezirke Düsseldorf, Arnsberg, Münster und Minden ist vom Reichswehrminister Generalleut. v. W a t t e r (Befehlshaber des Wehrkreiskommandos VI) ernannt worden. Zum Regierungskommissar tvird der Reichs- und Staatskommissar Srvering ernannt.

Neue Forderungen.

wb. Essen 11. Jan. Gestern abend übernahmen die Leiter der drei E^nverkschajten die Leitung des ?(u5- standes der Eiscnbahnarbeiter im hiesigen Direltions- bezirk. Die Rotstandsarbeiten werden verrichtet. Heute früh ist eine besondere Kommission nach Berlin ge­fahren, die mit der Regierung über die neuen Forde­rungen ter Eisenbahner beraten soll. Die Gewerkschaf­ten fordern: 1. Der gesamte Industrielle,zick von Duis­burg bis Dortmund soll der WirrschaftSklaff- 1 zngctcilt Werten. 2. Entsprechend der Lohnregelung der Honte locrfer sollen auch die S^6ne ter übrigen Arbeiter und ungelernten Arbeiter geregelt werten. Ein Teil der Auusständigev fordert ferner Auszahlung der neuen Löhne mit rückwirkender Kraft vom 1. 10. 1919 und Ge­währung einer Beschaffungsbeihit fe an sämt­liche Eisenbahnbebienstcde. Die Beamtenschaft tut in ben meisten Orten Dienst.

Richteinberusung der Landesversammlung.

Berlin, 12. Jan. (Köln. Ztg") Die Preu­ßische Landesversammlung wird wegen der Eisen­bahnerbewegung von dem Präsidenten im Ein­vernehmen mit den Fraktionsvorständcn nicht einberufen werden Die Mehrheit?Parteien stehen mit den Führern der Bewegung in enger Fühlung.

Auch Zecheubelegschaflen im Ausstand.

wb. Essen, 13. Jan. Im Ruhrgebiet find die Belegschaften von drei Zechen in den Ausstand ge­treten. Trotzdem von radikaler Seite zum All- gemeinausstand im Ruhrgebiet uufgehetzt wird, glaubt man eine Stillegung der Betriebe vermeiden zu können, wenn es gelingt, die zahl­reichen Arbeitswilligen zu schützen. Im westlichen Industriegebiet ist durch Sabotage der Telegraphen- und Telephonverkebr erheblich gerschädigt worden. Rach einwandfreier Feststellung handelt cs sich hierbei um einen vorbereiteten Plan zur St3nina d«S Kräht verkehr».

Wiederaufnahme der Arbeit im Berficherungs, wesen.

Berlin, 12. Jan. Den Abendblättern ju» folge sind die Angestellten der Berliner Verficht« rungsunternehmuwgen heute früh vollzählig an ihrer Arbeitsstelle erschienen.

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Was will die Technische Nothilfe?

Man schreibt uns:

Die großen innerpolitischen und wirtschaftlichen Kämpfe nach der Revolution haben immer mehr Folge- erfcheiuungen gezeitigt, bie bie wirtschaftliche Existenz bet Volksgemeinschaft ernstlich gefährden. Besonder« ist das Mittel des Streiks, das früher nur für wirt­schaftliche Zwecke gebraucht wurde, zu einem politi­schen Machtmittel geworden, mit dem terroristische Minderheiten auf Kosten bet Mehrzahl her Arbeiter­schaft unb ter Allgemeinheit überhaupt ihre politifcheu Einzelforbcruugen burchzusetzen versuchen. Am schnell­sten unb sichersten konnte dabei ter Wille der Allge­meinheit durch Lahmlegung ter lebenswichtigen Be­triebe, die die Versorgung mit Licht, Kraft, Wärme, Wasser unb Lebensmittel gewährleisten, gebeugt werten. Ungeschickt verkündeten unverantwortliche Agitatoren, gerade diese Sabotage der Allgemeinheit fei die wirk­samste Waffe im Kampfe um die eigenen Ziele. So ist bet Mißbrauch des Streikrechts das Mittel einer Min­derheit geworden, mit dem sie ben Weg zur Diktatur frei zu machen hofft. Bedenkenlos nimmt sie es dabei in ten Kauf, daß dadurch die Lebenshaltung unb bie Arteiismöglichkeit Huntertkausenter Volksgenossen aufs schwerste gefährdet wird. Das ist die innere Not unserer Tage. Aus ihr ergibt sich mit zwingender Notwendig­keit bas Gebot der Stunde: unser wirtschaft­liches Leben vor der Erdrosselung, bie Volksgefamtheit vor schivcrstcn körperlichen Schädigungen und Vernich­tung ihrer Arbcitsmöglichkeit zu schützen. Diese Aufgabe soll die Technische 3k o t h i l f e erfüllen, indem sie sich verpflichtet, alle NotstandSatbeften zu leisten, bie zur Erhaltung der für bie gegenwärtige und zukünftige Existenz unserer Volksgenossen notwendigen Betriebe erforderlich sind. Sic will damit in den immer rück- sichtslofcr latenten inneren Kämpfen rein neutrale A'c beit leisten, wie sie etwa das Rote Kreuz während der Kämpfe an ter äußersten Front segensreich oerrichtele. Wie diese Aufgabe neutraler Natur ist, so ist auch der innere Aufbau ihrer Organisation frei von jeder Scheidung ihrer Glieder nach politischer Rang­ordnung. Jeter findet den Platz, für ten er geeignet ist. Freiwillige Kräfte aus allen Volkskreisen finden sich zur gemeinschaftlichen Arbeit für da? Wohl bet Gesamtheit. Die Entlohnung während teS Einsatzes ist ausreichend, auch lairb freie Verpflegung, Unterkunft und Arteitskkeidiiug gewährt. Für nfall, Verwundung oder Erkrankung während des Einsatzes besteht ein Ver- forgungsanspruch, desgleichen wcrteu die Hinterbliebe­nen des Mitgliedes versorgt, wenn dessen Tod durch Unfall ober Verwundung beim Einsatz erfolgen sollte. Alle Deutschen, die an einem Wiederaufbau unsere» Vaterlandes glauben, gehören in bie Reihen biefer für das Wahl der Allgemeinheit kämpfenbeu Nathelfer. Je stärker damit baS deutsche Volk ben Glauben an sich selbst bekundet und je mehr e» lernt, bas Wahl ter Gesamiheit ten eigenen unb parteiischen Interessen bar». anzustellen, um so eher wirb es wieder besseren Zeiten cnlgegeiigehcn.

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Die Offiziere im nencH Heere.

Für viele junge Leute, dic i'ctzt vor dcr Bcrusswahl stehen, dürfte die Frage nach der Znbl, Besetzung und Beförderung der Ossiziere im zukünftigen deutschen 100 000-Mann-Heere von betonterer Wichtigkeit sein.

Rach dem FrichenSvcrtrag dürfen wir nur 4000 Offi­ziere hakten einschließlich von 217 Sanitäts- und 142 Vctennärossizieren, so daß nur 3641 eigentliche Osiizicr- ftcflrn übrig Weiten. Davon entfallen auf die Gene­ralität 56, aus Stabsoffiziere 740, auf Hauptleute 1058 und auf Oberleutnants und Leutnants 1787 Stellen. Die Generalität setzt sich auS fünf Generalen, 15 General- Imtnaulä und 36 Generalmajoren zulammen. Unter ben Stabsoffizieren befinden sich 123 Obersten, die übrigen 617 verteilen sich auf Oberstleutnants und Majore. Bei der Bildung des neuen HeereS, das planmäßig am 1. April ausgestellt werden soll (Vermiuderung von 200000 Mann auf 100 000 Maun ssollen bie Kontingente von Preu­ßen, Bayern, Sachfen nsw an der Osfiziersaestcllung entsprechend ihrem bisherigen Anteil am OffizierkorpS beteiligt inerten.

ES sind drei Hauhftvaffen vorhanden: Infanterie, Ar­tillerie unb Kavallerie. Die Osfiziers'ekken ber Infanterie werten besitzt durch Offiziere ter Infanterie, Pioniere, Eiscnbahntruppen. Dazu rechnen auch bie Minenwerfcr. Bei ter Artillerie werden eingestellt die Offiziere ter bisherigen Feld- und Fußartillerie sowie dcr Flakverbärite und Luftschiffer. Zu jedem Regiment tritt ein Feuerwerks- oksizier. Reben diesen drei Hauptwafsen gibt eS noch Offiziere der Rachrichtentrupte, dec Kraftfalwtruppe unb ter Fahrtruppe (früher Train). Die Flicgerwaffe wird aufgelöst, bie bisherigen Kli.geroft'izicre sind bei ihren Muttcrwassen einzustellen. Ein besonbereS Zeug- und FruerwcrkSkorps gibt es nicht mehr. Dic bisherigen Offi­ziere dieser Kategorien werden als Beamte bei den Zeug­häusern und als Wasfnwffiziere bei Artillerie-Regimen­tern und in Divisionsstäben verwendet. Der Gencralftab Wick aulgelSÜ. Die bisberiscu SeuerMabSoAriere fet»