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■' (irr Steuerhoheit). tfS der Aussprache beteiligten sich Vuchvärchler Brann, Prof. Löhlein und Senats- ; Präsident Dr. Heldmann-Frankfurt a.M. von der 'Gegenseite, Prof. Deutschbein (der Dr. Helfferich einen „ganz verlogenen Menschen" nannte und eine Lanz« #6t die „Franks. Ztg." einlegte), Prof .Rade und ktudienrat Weichelt von der Demokratischen Partei, lernet dir Herren Schelleuberg und ».der Lide r n. Im ganzen gewann man erneut den Eindruck, daß nichts so sehr geeignet ist, daS deutsche Volk weiter parteipolitisch zu zerklüsten und »n entzweien, aU «och
- «ehr solche Volks -und Wahlversammlungen.
! * Der Jugendverei« de» BolkSkirchen-
-mudes hielt Freitag Abend im PhilippShanS seine Monatsversammlnng ab. Der Vorsitzende dankte in bewegten Worten unter warmem Beifall dem verdienstvollen bisherigen Leiter, Herrn Euler, der jetzt ganz in den kvienst der Universität übergegangen ist, und gab der Hoffnung Ausdruck, daß der edle Jugendfreund seine Sympathien auch weiterhin dem Verein erhalten möge. Es wurden dann Ausflüge nach dem Frauenberg, Ehristen- berg usw. verabredet. In Aussicht genommen wurden Kurse für Stenographie, fremd« Sprachen, Gesundheitspflege (Herr Stabsarzt Viereck) und für deutsch« Erzähler wie Rosegger, E. F. Meyer, Hesse, Reuter. Dir Turnabende finden jeden Freitag im PhilippshauS statt.
* Polizeiliches. Festgenommen wurde ein junger Fürsorgczögking, der sich schon einige Zeit bettelnd und stehlend hier umhertreibt.
• Strafkammer. Drei Eisenbahn bedienstet« aus dem Kreise Biedenkopf standen unter der Beschuldigung, einen jungen Hilfsgendarmen, der «ine Wagenrevision vornehmen wollte, daran gehindert zu haben. Das Gericht kam nach langer Verhandlung zu dem Ergebnis, daß der Hauptangeklagte zu 300 * Geldstrafe verurteilt wurde. Die beiden Mitangeklagten erzielten Freisprechung, weil fie im Austrage des ersteren handelten. — Gegen einen Gendarmeriewachtmeister im Kreise Kirchhain Ivar eine anonyme Anzeige erfolgt, in der er beschuldigt wurde, schwnrzgeschlachtet zu haben. Die Sache erwies sich als unwahr und bei den Nachforschungen nach dem Urheber der Anzeige fiel der Verdacht mtf «in« Frau in Wolferode, deren noch schulpflichtiges Mädchen diese geschrieben haben sollte. Bei einer Schriftprobe stellte sich auch di« Aehnlichkeit der Schrift mit derjenigen in der Anzeige heraus und so wurde bom Schöffengericht in Rauschenberg die Frau zu einer Geldstrafe und das Kind zu einem Verweis verurteilt. Durch Einziehung weiterer Schulhefte stellte sich in der gestrigen Derufungsverhandlung heraus, daß in Wolferode die Schüler eine ziemlich gleichmäßige Schrift schreiben. Ter Schriftsachverständige stellte fest, daß ihm diese merkwürdige Sache noch nicht vorgekommen sei. Die Verhandlung endete auch mit kostenloser Freisprechung, weil die Sache nicht aufgeklärt werden konnte. — Wegen Jagdvergehens wurde dann noch ein Mann zu 150 «X Geldstrafe verurteilt. — Bei den weiteren Fällen handelte es sich meist um Schleichhandel, Geheimfchlach- tungen und unerlaubte Fleischausfuhr, bei welchen die deshalb mit erheblichen Geldstrafen Bedachten gerichtlichen Entscheid beantragt hatte Die Verhandkungenn dauerten gestern von früh VilO bis 11 Uhr abends.
* Ein Verlust. In der Elifabcffistraße zerbrach gestern einen Mann eine Kanne mit etwa 10 Liter RübSl. Die kostbare Flüsiigkeit wurde vom Straßenpflaster auf teilweise in einen Tops gerettet.
Theater, Konzerte, eh».
* Der hiesige Kavallerie- Verein feiert, wie er uns mitteilt, nächsten Sonntag sein Stiftnngssist u Junten mit Standartenwethe in den Räumen der Stadtfäie. Das Militär-Jubiläirmsiahr 1913, wo so viel alte stolze Reiterregimenter auf eine 100jährige ruhm- tenb ehrenreiche Vergangenheit zurückblicken konnte», ist vielen alten und jungen Kavalleristen, die seiner Zeit aftiv dienten, noch in lebhafter Erinnerung. So wurde im Herbst 1913 von Husaren, Dragonern, Kürassieren, Ula- 'nen, Jägern zu Pferd und Angehörigen des Train der Verein gegründet. Mft den schönsten Hoffnungen gingen wir ins Jahr 1914 hinein, als am 1. August der schrecklichste aller bisherigen Kriege losbrach gegen eine Uebermacht von Feinden. 42 Kameraden folgten dem Ruf zur Fahne: auf allen Kriegsschauvlätzen, bis nach Kleinasien, haben sich unsere Kameraden hervorgetan. Bis auk drei kehrten die Kameraden zurück. Einer starb den .Heldentod, zwei starben an den Folgen der Kriegs- strapazen, und einige wurden schwer bezw. leicht verwundet. Unsere groß« starke Militärmacht ist zi'san>m«nge- broch-,.!, und mit ihr finb die alten stolzen Reiterregimenter auch verschwunden. Abfinden müssen wir uns hiermit, indem uns einstweilen nur die schöne Erinnernug übrig bleibt. So haben sich nach dem Kriege eine Anzahl gedienter Kavalleristen, die aus dem Krieg zurückgekehrt sind, dem Verein neu angeschloffen, um gemeinschaftlich in Treue fest güte ehrlich deutsche Gesinnung und Kameradschaft zu pflegen. Die neue Standarte, die in einer Müudener Fahiienfabrik «»gefertigt ist, ist im Schaufenster des Herrn Gottschalk (Neustadt) ausgestellt.
■* Ruhestandsbeamten. Eine Anzeige ladet die Ruliestandsbeainten und Witwen von Beamten zum Freitag Nachmittag 4 Uhr in den Saal bei Freidhof, wo auch neue Mitglieder sich dann melden könne».
• Tie L ichtspiele. Bahnhofstraße, schreiben: Ma rin Widal spielt ab heute in ihrem 3. Film bet neuesten Saison „Entfesselte Leidenschaften" die Hauptrolle. Dieses überaus spannende Filmwerk schildert das Schicksal eines Mädchens <ni6 dem Volke. Herrliche Szenen. tnSbesondere großartig« Aufnahmen aus der Katur, bringt diese Schöpfung in großer Fülle.
*DasZentral-Theat«r bringt, wie es mitteilt, *6 heute den zweiten Teil d«S „Galeerensträflings". Gerade dieser Teil ist noch spannender wie der erste Teil. Der Film behandelt „Colins letzte Verkörperung".
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:: K i rch Hain, 5. Jan. Der Obsterlös im Kreis Kirchlein im vergaugenen Herbst ergab die Summe von 189 257130 Mark. Im Herbst 1918 wurden 120281,05 Mark erlöst, und der Mehrerlös im letzten Herbst beträgt ■ 68 998.25 Mark. Den Höchstbetrag erzielte die Stadt : Kirchhain mit 28 920,40 Mark, Anzefahr 18 694,40 Ml., Großsrelheim 14 771,20 Mark, Neustadt 11291,60 Mk., Kleinseelheim 9752,40 Mark, Amöneburg 8653,60 Mark, Momberg 8637 Mark. De« geringsten Erlös hatte die G. uieinde Hertingshausen mit 169 Mark.
Kirchhain. 6. Jan. Hier hat sich eine Ortsgruppe de» dcurfchen Beamtenbundes gebildet, vorfihenber
wurde Amtsgerichtssekretär John. M
~ Neustadt, 3. Jan Im Saaw des Deutsch«« Hauses hatten sich gestern di« Mitglieder der hiesigen Ortsgruppe des Hessischen Bauernvereins zu einer zahlreich besuchten Versammlung eingefunden. Rach einer Bc- Vüfsu’üi durch den Vorsitzenden, Oekonom Carl Huber wer, nahm das Wort der Geschäftsführer des Heffischen Voueruvereins Herr Fürst aus Marburg über das Thema »Was hat der Hessische Bauernverein bisher erreicht". Der Reimer sprach in ruhiger, sachlicher Weise über die viele der Organisation unb die Zwangswirtschaft mit ,wrrn ungesunden Höchstpreisen, die den Bauer vielsach Mn lleberfchrciten veranlaffen müßten im Hinblick auf ^wc berc-ßhende Teuerung aller notwendigen Lebens- und
Wirtschafisbedürfnisf«. Die Festsetzung von Höchstpreisen müsse stets im Einverständnis bei Erzeugers mit dem Verbraucher erfolgen, da» fei der allein übetrte und gerechte Ausgleich. Auch die verschiede«« Regier« ngtvev- orbmmgen über Preis- für Frucht, Leder, Häute usw. trat* ben ehtet eingehende« Kritik unterzogen. Sei« Appell ging an die Landwirte, alle entbehrliche« Landes Produkte ab- zu liefern im Inter« ff« der Ernährung unserer Bevölkerung. Auch über die Beteiligung bei den kommenden Wahlen zum Reichstag wurde referiert und betont, daß der Bauernverein eigene Kandidaten den bürgerlichen Parteien präsentieren werd«, die die StarcheSintereffen der Bauern ohne Rücksicht der Konfession wahren solle«. I» der anschließenden Aussprache beklagte sich ein Arbeiter der Großstadt, daß die notwendigen Lebensmittel durch die Kommunalderbände dadurch sehr verteuert würden, daß der« Angestellte und Geschäftsleiter hohe Gehälter unb Provisionen bezögen Neben ihre« Gehältern mb Teuerungszulage« als Festbesoldete, auch fei« für die festgesetzten Höchstpreise ferne Lebensmittel pt haben. Pfarrer Ebel von hier steht im Bauernverein dn Sprengpulver des Zentrums und will die Sache der Bauet* auch im Zentrum als gut vertreten wissen. Herr Fürst wie» darauf hi«, daß ein Mann von der Scholle, bet die Freuden und Lestwn deS Landwirts von Jugend auf kenne, seine Stan- desinteressen am besten vertreten könne ohne Rücksicht auf die Stonfeffüm. Bon dem Vorsitzenden wurde noch mit- geteilt, daß die Stadtverordneten eine Kommiffion gewählt habe, welche die LebenSmittelvorräte demnächst feststell« dllte. Die Versammlung war mit der Zusammensetzung hab«, welche die LebenSmittelvorräte demnächst feststellen Neuwahl vor. Unter DankeSworten für den Redner, der reich« Beifall gesunden, schloß der Vorsitzende die anregende Versammlung.
Battenberg, 6. Ja«. Forstmeister «. D. Steinmetz ist im hohen Alter von 81 Jahr« gestorben.
:: AuS dem Wittgensteiner Land, 4.San. Wie dem „Wittg. KreiSbl." geschrieben wird, hat ebenso wie die Gemeinde Hemschlar, die Gemeinde Womelsdorf mit deni Fürsten Richard zu Sayn-Witt gen stein-Berle- burg notarielle endgültige Verträge abgeschloffen. Dabei wurde neben der Besitzregelung einer alte« Gemeindetrift mit Wald bestandenes Gelände, welches zurn Teil für Parzellierung an fteine Besitzer, zum Teil zur Erhaltung von Gemeindewaü» geeignet ist, zu außerordentlich billigem Preis durch die Gemeinde erworben.
Ziegenhain, 6. Jan. Die am Sonnabend abend von Herrn Bürgermeister Kleine einberufene Versammlung, in der die Gründung einer Bürgerwehr beschlossen wurde, brachte durch die zahlreiche Beteiligung den Beweis des allgemeinen Verständnisses für dies« Organt- sation. Etwa 70 der anwesenden Herren erllärten sich sofort zum Eintritt in die Wehr bereit..
• Riedergrenzebach, 6. Jan. Hier unb in den umliegenden Ortschaften de» Schwalmtale» find laut .Ziegenh. Ztg." die Knecht« und Mägde in den Streik getreten. Sie verlangen erheblich höhe« Löhne als im Vorjahr.
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-essen-Nafsau und Nachbargebirte.
Frankfurt a. M., 6. Jan. Infolge der Kohlennot darf elektrisches Licht in Privathaushaltung« nur von 6 Uhr morgens bis 10 Uhr abend- gebrannt werden; von Mittwoch an ist Entnahme von Strom für Kraftzwecke, mit gewissen Ausnahmen, nur von 9 bis 12 Uhr vormittags gestattet; von heute ab wird nur noch reines Koksgas abgegeben, und zwar nicht mehr mittags, sondern nur noch von 6 bis 8 Uhr morgens und von 5 bis 10 Uhr abends. „Die Durchführung der Verordnung", so heißt es, in einer Mitteilung der städtischen Nachrichtenstelle „mit allen zu Gebote stehenden Mitteln kontrolliert werden."
Witzenhausen, 6. Jan. Zum kommissarischen Bürgermeister der Gemeinde Uengfterobe würbe der Maschinist Reinhard Heinemann ernannt
Siegen, 5. Jan. Nach einem gestern hier «inge- gaugenen Telegramm des Oberpräsibenten in Münster ist die Stadt Siegen mit Vororten Weidenau, Kaan- Marienborn, Klafeld-GeiSweib in TeueruugSklafse A ausgenommen.
Arnsberg, 3 Jan. Die Wohnungsnot hat in Arnsberg solch kritische Form angenommen, daß schon rine Familie ihre Vcöbel auf dem Rathaussaale unterstellen mußte. Die Stadtverwaltung hat sich daher veranlaßt gesehen, das Kurhotcl für die Unterbringung von Familien zur Verfügung zu stellen. Die Bereitstellung des Kurhotcls zu Wohnzwecken ist jedoch nur als eine vorübergehende Maßnahme beabsichtigt. Das Kurhotel soll sobald es sich ermöglichen läßt, seiner ursprünglichen Bestimmung wieder zugeführt werden. Im ganzen habe« im Kurhotel neun Familien Wohnung erhalten. Um zu vermeiden, daß bei dieser großen Zahl von Familien Differenzen und Streitigkeiten entstehen, ist auch ein Polizeibeamter (!) dort untergebracht, der für Ordnung ju sorgen hat.
Koburg, 5. Jan. In Sonneberg wurde der Re- batteur des sozialistischen .Volk-freund". Staatsrat Knauer, zum Ersten Bürgermeister gewählt
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MlsriMsetn • Sitzung
vom 6. Jnnuat.
Auch zum Jahresbeginn «ortete man deu Stadtverordnete« mit einer «ich« Tagesordnung auf. denn sie zrigte 20 Nummern. Meistens handette es sich jebodj um kleinere Vorlagen.
Stadtverordneten-Vorstcher Rohde verband mit feinen Glückwünschen ben Wunsch, daß das neue Jahr sich segensreich gestakten möge. Er wi«S auch darauf hin, daß dieses viele tiefgreifende Aenderung«, besoickers auf dem Gebiete des städtischen Finanzwesens bringen würde. Oberbürgermeister T r o j« schloß sich diesen Ausführungen an, er gab der Hoffnung Ausdruck, daß sich doch noch alles zum Besten wenden würde.
Unter Mitteilungen wudeu Eingabe« der Lehrer an den städtischen höheren Schulen unb der Kindergärtnerinnen wegen Teuerungsziifagen vorgelescn unb dann weiter gegeben. Weiter wurde mit geteilt, daß am 1. April mit dem Abbau der Vorschule begonnen werden soll. Der Herr, der an Stelle des Herr« Dietrich Stadtverordneter werd« soll, hat aus Gesundheitsrücksichten abgetehnt
Es folgen einige kleine Vorlagen. An Stelle deS als Schiebsmann gewählten Herrn Gg. Brauer, der abgelehnt hat, wurde Herr Bauer und in den Waffenrat an Stelle des verstorbenen Herrn Brau« Herr Direktor Eysel gewählt. Ferner sanden noch eine Anzahl Ersatzwahlen für mehre« Ausschüsse statt. Es folgte die Dahl des Ausschusses für Feststellung einer Höchstgrenze für Mietzinsen. Gewähll wurden ans den Kreist« der Hausbesitzer die Herren Kaufmann C. Schneider, Bauunternehmer W. Münscher, Bauunternehmer H. Weis Haupt, Malermeister Fr. Wick und Töpfermeister 6. Eckhardt; an? ben Kreisen der Mieter bte Herren Oberpostsekretär Ursprung, Bau- techniker Enners, Schriftsetzer Wröcr, Gärtner Thiele und
I Rechlsamvalk T Tri Tcc Wahl der Beisitzer des WluS- eimgungsamtes wurde ab gesetzt
Ferner besprach man bte Zusammensetzung bet Stadtschnl-Deputation. ES wurde bcschloffen, diest vorläufig m belassen, weil «ine Neuregelung in Sicht ist. Dann beschäftigte man sich mit der vorläufigen Feststellung der Straße 98 südlich bei Südbahnboss. Di« Vorlage wurde mit einer Aenderung bezüglich der Breite, die 7 Meter betrag« soll, angenommen.
Weg« der Schützenpfuhlstraße und der verlängerten Haspelstraße hat eine Ortsbesichtigung stattgefuichen. Es tourtet auch die gesetzlichen Vorschrift« bezüglich der Bebauung zur Berstsung gebracht. Die Vorlage, eine zu betet Seit« bebaute Straße ,« mach«, wurde von verschieden« Seiten bekämpft. Eine einseitig bebaute Strohe mit Gärt« verschöne« das Stadtbild. Vielleicht könne auch die Bücking-Promenade « einer schönen breiten Straße eingerichtet werden. Demgegenüber wurde bemerkt daß eS sich darum handle, möglichst billige- Baugelände zu schafstu, der Ausbau der Bücking-Prvme- nabe würde sehr teuer werden; auch die groß« Vorgärt« dürften sich auS vielen Gründ« erübrig«. ES wurde schließlich beschlosst«, tet Borgarten vou 88 auf 12 Meter pi verringern, »wisch« Werderstraße unb Gisselberger- straße die Straße 21/, Meter «ach West« »u biegen, die Vorgärten an der östlichen Seite fortfallen »u lassen unb die Breite auf 9 Meter (5 Meter Fahrbahn und je 2 Meter Bürger steigi testzusetzen.
Der Beitritt der Stadt Marburg »u einem Städte- verband beschäftigte daun dst Stadtverordneten. Aus ter zur Verlesung gebrachten Bestimmungen war ersichtlich, daß es sich bri der Organisation um gemeinsame Regelung der Beamten-, Angestellt«-, Arbeiter- und sonstigen Angelegenheiten handelt Bürgermeister Mueller trat in längerer Begründung für dst Vorlage rin. Heute stehe alles int Zeichen der Organisation, nur die Städte mit ihren großen Betrieben ständ« noch »urück. In dststr Hinsicht fei dst einseitige Behandlung der verschiedensten Fragen, besonders auf dem Gebiete der Tarif» Verhältnisse sehr wünschenswert. Auch der Oberbürgermeister war der Ansicht, daß man sich bet Bewegung nicht mehr «tzirhen könne. Es liege im Interesse da Stadt brizutret«. Dst Stadtv. Euker, Troeltsch, Eon- nenscheiu, Weber, Bock und Eymer befürworteten dst Vorlage, dst augenomm« wurde.
Weiter handelte eS sich um dst Zustimmung »u dem mit dem Staate über Licstmng von eleftrischer Kraft « schließenden Vertrage. Der Stadtverordneten- Vorsteher bemerkte nach Verstsmig der einzeln« Bestimmung« des Vertrags, daß der Ausschuß bezw. Bür- germeista Mueller sthr geschickt im Interesse der Stabt gearbeitet hätte. Er könne die Vorlage mit empsehlen. Auch Bürgernteister Mueller gab noch einige Erläuterungen »u der Vorlage, deren Grundlage darin besteht, baß die Wertalsperre dauernd Elektrizität liefert und dst Buderuswerk« im Falle einer Aushilfe auch nicht «ehr tote bet Staat berechnen kann. Dst Vorlage wurde angenommen, eb«so wurde dst nachträgliche Zustimmung zu der notwendig geworbenen Erhöhung da Kost« des elektrisch« Lichts auf 1 Statt Ne Kilowattstunde gegeben.
Die Erhöhung be» Zuschufst» »u ben Theatervorstellungen auf 180 Mark pro Wbenb wurde dann verhandelt. Oberbürgermeister T r o j e gab dazu dst Begründung und fügte hinzu, da ßbei ben «orm gestiegen« Unkost« jede Vorstellung mit einem Defizit abgeschlossen hätte. Frau Stadtv. Weichelt beantragte, nichts mehr zu bewillig«, es fei dn andere- Theater ix Sicht Der Oberbürgermeister 8*5 den Vorstoß zurück, dies hätte erst einmal im TheateranSschuß dorgebracht werden soll«, man fei jahrelang mit dem Steingoetter- scheu Theater gut gefahren, ein neue» Theater hätte auch nicht ioeniger Unkosten. Sstcktv. Schüler bedauerte, daß da TheateranSschuß «inen Tanzabend zngekaff« hätte, e- fei« Tanzabende genug hier. Da Kinogefohr müsst rin gutes Theater gegenübrrgestellt »erben chaS mehr ben ernsthaft literarisch« Bestrebung« bet Gegenwart Rechnung trage. Stadtv. Fra« Weichelt bfitb bet ihr« Behauptung« steh«, bte Theaterkommisfion sei eine unglückselige Sach«, da würbe immer trat du Meinung ge- 65rt, deshalb habe sie sich hia gemeldet Stadtv. Iahw märker meinte, ob bei ablehnendem Verhalten nicht die Angestellt« des Theater« lest« würden. Da Oberbürgermeister bemerkte, daß leibet Ne guten Vorstellung« schlecht besucht gewesen feien, be« fd doch nicht Schuld be» Direktors. Daß so viele Tanzabende statt- gefunden, fei eb«sallS nicht die Schuld de« Theater«. Stadtv. Fra« Weichelt war gegenteiliger Ansicht die erste Vorstellung habe abgeschreckt Stadtv .Fran Dr«S- l«r wünschte neue Dekoration«, Ne jetzig« seien längst veraltet. Stadtv. Wolf betont, daß er gegen affe Bet- flünfiiguugen sei.weil sie den Minderbemittelten nicht »u Gute kämen. Die Vorlage wurde abgelehnt, es bleibt bei dem früheren Zuschuß.
Die Instandsetzung der Afföllerftraße ist schon oft Gegensdnck der Verhandlung« gewesen. Heute lag ein Kostrnvorltnschlag vor. Dieser lautet bri vollständigem ordnungsmäßigem Ausbau «tt Pflasterung, Bürgersteigen usw. auk 276 600 Mark» 6d einfacherer Herstellung auf 61 800 Mark. Stadtv. Weber meinte, die Anlieger treffe doch nicht die Schnst, baß Ne Straße so fange lieg« gelassen und jetzt fo teuer fomtne. ES sei zu erwäg«, ob nicht ein Test da Kost« auf da« Konto Rot- standsarbeiten übernommen werden Birne. Da Oberbürgermeister bemerkte, die« fei nur angängig, wenn weg« Arbeitslos« solche RotstandSarbetten gemacht wat'« müßten. Stadtv. Münscher bezweifelte, daß Ne erwähnte Summe ausreiche, man könne eher mit rinn halb« Million rechn«. Auf Antrag bei Stadtvaord. Troeltsch wurde da Beschluß «Sgesetzt dem» t« müsse sich zuvor mit dem Hauptanüega, dem Spar- und Bau- variu, den man mit einer solchen Ausgabe p» Grunde richte, Rücksprache genommen werden.
Es kam dann bet Antrag auf Erklärung bet städtisch« Sparkasse als Hinterlegungsstelle für Wertpapiere. Da Oberbürgermeister war da Ansicht, daß die Einrichtung, die Räume und da« Arbeitspersonal dazu nicht auSrciche ,cs gebe ja Privatbanken genug. Stadtv. E v m c r wat gegenteiliger Meinung. Schließlich wurde beschlossen, dir Sache bet Finanzkommiffion zu kbenveisen.
Zum Schluß kam eine Auslage wegen her Schließung des Fronhosgäßchen«. Eine eite Geschichte, die wie die Schivanallee alte paar Jahre einmal als Neuheit auftaucht und in da selbstredend auch dieselbeu Gründe die dafür und bagegra sprechen, in neuer Auslage vorgetragen toedicn. Man war schließlich daunt rinoerstand«, baß di« Polizei sich mtt dem Gäßchen beschäftigt unb dieses gegebenen falls zur Rachtzett schließt Dasselbe ist schon vor Jahr« einmal angeregt, aber nicht ausge- sührt worden. Trotzdem da krisgSwirilchattliche Baicht unb eine Anzahl anderer Punkte zurückgefiellt tourbtn, «ahm die Sitzung doch beinahe »Stund« d» Anspruch.
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Turne«, Spiel «ud Sport.
Da« vergangene Jahr hat ben Marburger Turnvereinen manch schönen Erfolg gebracht Di« Ergebntff« de» Bezirk»- und Gauwettu««S bewiesen, daß untere Turnet immer noch an der Spitze des Gaue» marfchic.
rcn. -2.25- :*t ser trrMg eine» rainm« uuerulu^c.cye» Vorwärtsftrcb«» der Vereinsleitungen. Leider spielt' sich chr« Tätigkeit hauptsächlich im Verborgenen, in der Hall«, ab. Vielleicht kommt enblidj einmal die Zeit, daß die Stadt Marburg einen Sportplatz zur Verfügung stellt, der außer den üblichen Einrichtungen auch Turngeräte zeigt. Dann werden unsere Tumer, getreu bem; Vorbild« de» Turnvaters Jahn, ihre Arbeit mehr in» Freie, an die Öffentlichkeit, verlegen. Um nun dem' Marburger Publikum Gelegenheit zu geb«, den Betrieb der Leibesübungen m einem Turnverein kennen zu lern«, hat e» zunächst der »Turnverein Marburg von 1866" unternommen, mit seinen Abteilungen am 25. Januar öffentliche Vorführungen zu veranstalt«. Welche Leistung« durch jahrelanges Neben erzielt wer», den können, da» soll an dem Tage u. a. da« Kunstturnen ! zeig«.
Wetterbericht de» SkUIub» Sauerlaud. Schneehöhe 10—40 Zentimeter, Rauhfrost, Temperatur — 6 Celsius, j Skibahn brauchbar, in Höhenlagen gut.
________ ; ■ * ’ ■ l a -T-r* i — | ' r.;
UermlfchLZs»
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Kunst in di« Schulen. Das Londoner Victoria- und Albert-Museum hat den englisch« Schulen lange Listen von Kunstwerk« unb Photographien zugänglich gemacht,! aus den« fte sich Werke, di« fie zwn Anschauung»- , unterricht haben wollen, auswählen könn«. ES han-, delt sich dabei um Original-Radierungen unb -Zeich- ■ nungen, Meisterwerke alten und modernen Kunstge- - werbes. Gemälde, Plastiken, Möbel unb einzelne Archi-, tekturteile.
Humor und Satire.
Die Silvesterbowle der Entente-StaatSmänner. Elt« menceau (mit begeisterter Stimm«): .Also wir wollen Deutschland gegenüber auch im neuen Jahr treu unb fest halten an der alten bewährt« Richtung de» Er« pr«ffiont»mu»!" (.Kladderadatsch".)
Literarisches.
** „Im Zeichen des Krieges" nennt sich ein kleines Büchlein. Tagebuchblätter eines Kriegsfreiwilligen! 24cr3 sind es. die uns von liebender Elte«Hand «18 Erinnerung an b« einzigen in Flanderns Erde rahenden Sohn geboten werden. Es ist ja im Zeichen der Zett,! möglichst w«ig vom Kriege, mit dem ja unser aller, Schicksal verknüpft war, zu lesen. Ittib doch glaube ich, wird dies Büchlein gerade in Marburg, das so eng mit i den 24c« verbunden war, seine Leser find«. Dmn da« Schicksal deS Verfassers ist eigentlich typisch zu nenne« für unsere Kriegsfreiwilligen. Rach bestandener Rod- prüfung kommt Karl Weber Ende Oktober 1914 zum Wintersemester nach Marburg und lernt hier, toran auch * in Keinem Kreise, noch bie ganze Schönheit eines Mar« j burger Semesters kennen. Doch die Not des Vaterland«« läßt ihn nicht «hen, er meldet sich nach Ueberwindung mancher Schwierigkeit« bri den Jägern als Krieg»« sreiwiffiger. Er wird 24er und kommt mit nach Flandern unb Galizien und 1917 im April wieder nach Flandern, wo er dann im August den Heldentod findet. Was da« Buch so an»iehend macht ist der Stempel de« Persönlichen, beim wo» der jung« Held erzählt, ist erfebt unb tief empfunden. Und durch da« Ganze zieht sich bie Erinnerung an das eine Marburger Semester, da« ihm unaussprechlichen Eindrack hinterlassen hat. Einzel« Skizzen, tote «Novembersturm", sowie He aus Galizien teigen besonder» feine» Empfinden. Und doch Ningt bisweilen erschütternd hindurch die Frage: wie lange noch? DaS Heimweh erfaßt ihn zuwriten, mn et allein auf einsamer Wacht steht ober sich dem Zauber bet stachen flandrischen Landschaft hingibt. — Wenn spätere Zeiten einst toi ff« wollen, was unfett Kriegsfreiwilligen empfang« unb wie fie da» große Erleben, in sich verarbeiteten, fo wird man an diesen Tagebuch« blättern nicht vorübergeh« könn«. Al» Anhang sind noch beigefügt einige Gedichte an» bet Schülerzett, bie goldene FriedenStage auch für bie älter« Leser erstehen fassen. Der Erlös be» Büchleins ist für das Marburg« Jägerheim bestimmt. ES ist für 4,40 Mark in alten hiesig« Buchhandlung« zu hab« Dr. F.Gutfche.
Haudelsnachttchte«.
Berkin, S. Jan. (Ptoduktenbericht) fer blieb infolge be« beschränken Angebots sehr fest. Der Absatz gn yutterzweckrn verringerte sich infolge bei: hohen Preise. Für gute Erbs« erhielt sich die Nach« frage, während geringe Sorten schwer Abnehmer fi* ben. Peluschken waren mehr beachtet. In AckerbohneT nnb Wicken war bad Geschäft ruhig. Seradelka mal auS den unbesetzt« Trilen Posen» verhältnismäßig billig angeboten, während märkische Ware viel höh« , bewertet wird. Lupinen behaupteten bm Preisstand. . H«n und Stroh waren andauernd sehr fest. Box Möhren und Rüb« ist viel angefrorene Ware ringe« , troffen und muß zu jebem Preise untergebracht werden» !
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