Die erste Gruppe brr ungarischen FrirdenSakord-
5.
Kurze AMaiidsntichrichten
I 9
wb. Dresden, 6. Jan. Wie Wolffs Sächsischer Landesdienst meldet, sind die Reichstvehrtruppen in Stärke von ungefähr 4 Kompagnien in Zittau einge- röckt. Der Führer der Truppen hat das Kommando über daS Durchgangslager Groß-Porritsch übernommen. Die dort untergebrachten Osttruppen, annähernd 300 Mann und 12 Offiziere sind im allgemeinen ohne Zwischenfall entwaffnet worden.
Reisende verletzt wurden, darunter fünf schwer.
Feuer «ef einem früher deutschen Dampfer. R e w - York, 6. Jan. Eine Feuersbrunst, deren Ursache noch unbekannt ist, brach am Montag morgen an Bord des früheren deutschen Dampfers »Pretoria' aus, der kürzlich an Großbritannien «^getreten wurde. Der Schaden wird auf 100000 Dollar» beziffert.
be- die
gemein
Der sandten
Die Wiener Sitzung
„Darf ich nun fragen, mit wem ich daS Vergnügen habe?"
rät der Kaiser dem Zaren, die Vermittlungsvorschläge Roosevelts anzunehmen, da sie für Rußland chrenvoll seien.
Die Unruhen in Aulsarien. Di« Genfer „Suffft" meldet: Iln den ätzten könlgsftindlichen Unruhen in Sofia nahmen ungefähr 40000 Personen teil Eingreifende Truppen wurden mit Revolverschgssen und Steinwürfen empfangen. Zahlreiche Personen wurden verletzt; die Zahl der Toten ist noch nicht bekannt.
„Beruhigen Sie sich, meine Liebe. Hier wird sie keinen mehr bezaubern. Sie kommt fort."
„Ah! Was Sie nicht sagen!! Ist es Ihnen end- sich gelungen, dem Spitolskommandantrn die Augen zu öffnen?"
„Das weiß ich nicht. Aber ich stelle ihn einfach vor die Wahl: Die Person oder ich! Ich erklärte ihm rundweg, neben jemand, der sich scheut seinen Namen zu neuen und mir so arrogant zu begegnen, wie Schwester Elisabeth, bleibe ich nicht länger."
„Bravo, das haben Sie gut gemacht! And der General war gleich bereit, fie fortzuschicken?"
„Daß er gerade bereit dazu ist, will ich nicht behaupten. Aber ich bitte Sie, meine Liebe, waS sollte « denn machen? Das Spital bekommt von mir monatlich bare 5000 Kronen, glauben Sie, daß er die nur so einsahren lassen kann und — darf?"
„Es ist also ganz bestimmt, daß sie entlassen fotd>?"
„Daß sie mindestens von hier fortkommt. Sie zn entlassen wird der General Wohl nicht übers Herz bringen. Man wird sie eben and-rswo befchästigen."
„Nun, das kann uns gleich sein, wenn sie nur fortkommt!"
Schwester Elisabeth saß immer noch bei dem stark fiebernden Zugführer Heimann, als Schwester Monika endlich nach zlvei Stunden ans ihren Posten zurück« kehrte.
Leise, mit niedergeschlagenen Augen trat sie heran.
Verzeihen Sie, daß ich' so lange blieb. Aber die Operation war sehr schwer, und nachher wurde ich noch in die Kanari zum Herrn General beschieden.
„Das tut ja nichts, liebe Schwester Monika."
„Sie sollen übrigens auch zu Sr. Exzellenz kommen, läßt er Ihnen durch mich sagen."
„Ick'? Was kann er von mir wollend
„Ich glaube. Sie sollen mit den; nächsten RekeN- valeszententranZvort fort von uns", murmelte Schwester Monika gedrückt. Und als sie Annelieses erschrockenes Gesicht sah, fügte sie rasch hinzu: „Es wird
nuug unter Führung des Grafen Apponhi ist am Januar nmh Paris abgereist.
Wie der Briefwechsel zwischen Kaiser Wilhelm wb de« Zaren au dir Leffentlichkeit kam.
Zu den Veröffentlichungen aus den Briefen Kaiser Wilhelms an den Zaren Nikolaus'wird ans Kopenhagen gemeldet, daß ein russisch-amerikanischer Journalist, Legin, ein Freund Lenin», bei seinem letzten Aufenthalt in Kopenhagen der dortigen Presse eine große Anzahl au» den Archiven in Moskau gestohlener Schriftstück« feilbot. Ein Teil dieser Schriftstücke bestand aus dem Briefwechsel der beiden Monarchen, im ganzen waren es 73 Briefe, die sich namentlich mit der politischen Entwicklung der letzten 20 Jahre vor dem Kriege beschäftigten, der andere Teil betraf eine Anzahl von Briefen der Zarin an den Zaren. Sie waren aüer- tntimster Art, beschäftigten sich nur mit Familienangelegenheiten und waren niemals für die Oeffentlichkeit bestimmt. Legin aber nahm keine Rücksicht hierauf, sondern leitet« ihre Veröffentlichung ein, um Geld damit zu verdienen. Als er in Kopenhagen weilt«, fürchtete er, daß ihm die Schriftstücke wieder geraubt werden könnten, da er wohl wußte, daß er nicht imstande war, auf gerichtlichem Weoe sich wieder in den Besitz des Raubes zu setzen. Merkwürdigerweise vergaß er einmal . bi« Mappe mit den Schriftstücken in einer Automoöil- droschke. Er durchsucht« in großer Aufregung die ganze Stadt, bis er di« Mappe auf dem polizeilichen Fundbüro wieder erlangte.
Nnanrn.
Der Oberste Rat sept sich für die verurteilten Kommunisten ein.
wb. Paris, 0. Jan. Der Oberste Rat hat schlossen, die ungarische Regierung aufzufordern.
gegen ungarische Kommunisten ausgesprochenen Strafen ilmzuwaudeln.
— Da» wieder erstarkende Nativnalgefiihl. Das Orchester der Berliner Staatsoper hat beschlossen, nicht mehr unter Weingartners Leitung zu spi«!-n. Der Beschluß wurde Weingartner durch den Jnt-ndan- ten v. Schillings mitgeteilt; er ist hervorgerufen durch die Aeußerung Weingartners gegen übe i einem französischen Journalisten, m der Wnngartner b - - dauerte, 1914 die bekannte Erklärung deutscher Künstler und Gelehrter mit unterzeichnrt zu haben und hinzufügte, daß man den Amerikanern Dank schulde, weil sie den deutschen Militarismus zertrümmert hätten. — Als .seich:n wieder erstarkenden Nationalgefühls ist dieser Entschluß deö Orchesters zu begrüßen.
— Tie kritisch« Eruahruusslaze. Im Auftrage der Großberliner Gemeinden begab sich eine Abordnung unter Führung des Oberbürgermeisters Wermuth zum ReichÄanzler, um auf die äußerst kritische Lage hinzu- wcisen, in der sich zur Zeit die gesamte Lebensmittelversorgung Großberlins befinde und die nunmehr durch die Stockung der Getrcidezufuhren noch weiter bedenkliche Verschärfungen erfahre. Den Befürchtungen der städtischen Vertreter gegenüber ver-sicherten der Reichskanzler und die anwesenden anderen Vertreter der Regierung, daß für die nächsten Wochen kein Grund zur Besorgnis vorlieg«. Sie könnten bei der gegenwärfigen Sachlage die Gewähr dafür übernehmen, daß die Versorgung mit Brot und Nährmitteln und mit Kartoffelersatz bis Mitte Februar völlig gesichert sei.
— Zur Notlage der Beamten schreibt der .Köln. Ztg." ein Gcrichtsbeamter: Eine schwere Erkrcrnkung meiner Frau zwang mich zu besonderen Aufwendungen von insgesamt 1000 bis 2000 <M. Die ganze sogenannte Deschaffungsbeihilfe von 1200 M ging drauf, nicht einmal ein Hosenknopf konnte .beschafft" werden. Ich schrieb an da? Oberlandesgericht — ich erhielt 100 M. Ich schrieb ausführlich an den Minister; das Gesuch durchlief den vorgeschriebenen Weg mit der immer noch üblichen, hochnotpeinlichen Darstellung der Familienchronik. Das war um die Mitte des Novembers. Und siehe, nach sechs Wochen, vorgestern, ward die Entscheidung deS Herrn Ministers in dieser schwierigen und verwickelten Sache bekannt. Und siehe, ich erhielt noch einmal 100 <.#, zusammen also 200 M — 200:1200 JK! Also bei weitem nicht einmal die berühmten „50 v. H.", die di« Regierung der Beamtenschaft heute al» ausreichenden TeurungSausgleich anbietetk Nur wer die ganze trostlose und elende Lag« eines BeanrtrnhanSyalts kennt, doppelt verzweifelt unter einer derartigen Belastung. kann ermessen, welche Hoffnungen und Erwartungen sich in diesen Weihnachtswochen an einen derartigen Schritt knüpften, wird aber auch begreift«, welches Raß von Siroll und Empörung die almoftnhaft« Abftrfigung auslösen muß. Nun ja, di« Beamtenschaft weiß jetzt genau, waS sie überhaupt von dieser Regierung zu erwarten hat.
Marburg «nd Ümgeg^ch.
Marburg, 7. Januar.
** Di« Fettversvrguug der Dörfer. Die Kreissetistelle schreibt: Die Fettversorgung der Dörfer rmseres Kreises hat in den letzten Wochen hauptsächlich in der Belieferung mit Speiseöl bestanden. Es fiich nun einzelne Wünsche nach der Versorgung mit Schmal; aufgetaucht, um auch etwas für den Brotaufstrich zu haben. Der Kommunalverband könnt« vielleicht Schmalz beschafftn; was aber zu Bedenken Veranlassung gibt, das ist der hohe Preis. Der Staat zahlt gegenwärtig keine Zuschüsse mehr zu solchen Lebensmitteln, und so würde möglichenfalls mit einem Preise bis zu 20 Mark je Pfund zu rechnen sein. ES ist aber ftaglich, ob die
Unpolitische Lags«iachrichte«.
Ein Riesen-BrotkarOuschwindel. Berlin, «.Jan. Der größt« Brotkartenschwindel, den «S j« gegeben hat,' ist jefct von der Kriminalpolizei aufgedeckt und mit Un- terMtzung der Brottartenkomiuisfion Groh-BerlinS unterdrückt worden. Den Magistrat hat et Tausende © a Mehl gekostet. Eine Anzahl bet jetzt massenhaft 'n Berlin hausenden Galizier verschaffte sich von ungetreuen und Hilfsangestellten de» Magistrats gegen Entgelt tercits abgelieferte Brotkarten, die sie mit Hilfe des früheren Bäcker» Nassau bei den Bäckern in Weißensee je 100 Stück gegen 80 gültige umtaufchten. An dem Stichtage, an de» eine Nachprüfung dorgenom- men wurde, kamen für bk betreffenden Bäcker 178 Sack Mehl mehr heraus, al» st« zu bekommen hatten. Die von den Bäckermeistern in Tausch gegebenen je 80 gul- tige Karten kamen von den Großschiebern an einen Perser Mirsa, der sie wiederum an Kleinhändler und Kneipen verkaufte. Staffan, der Hauptvermittler, verdiente sovftl, daß er mehrere Hausgrundstücke und eine V i l l a erwerben und Mttinhaber einer Ra-! schinenfabrik werden konnte. Bäckermeister wurden bisher sieben festgestellt. [
15 000 Postpakete au» Amerika durch Dampftrunter- ,a«g verloren. Berlin. 5. Ja«. Der amerikanisch« Dampfer .Kerwood", der am 13. November mit Ladung von Newport nach Hamburg abgegangen ist. ist am 1. Dezember tarnt. 11,30 auf der Höhe von Terschelling auf eine unsichtbare Mine gelaufen und etwa eine Stund« später gesunken. Schiff und Ladung gelten als verloren. Mit dem Dampft r wurden etwa 15 000 Postpakete befördert, für deren Verlust weder bk deutsche noch die amerikanisch« Postverwaltung Schadenersatz leistet.
Explosion. Magdeburg, «. Jan. In der Eisen- I Panzergießerei de» hiesigen KruppwerkeS, wo schwere Geschütze «ingeschmolzen werden, erfolgt« heut« Nachmittag eine schwere Explosion, durch bk 3 Arbeiter getötet und 2 tödlich verletzt wurden.
Hanbgrauateuanschlag gegen eia« Zeituag. Unna, 6. Jan. Heute Nacht wurde gegen den „Hellweger An-1 zeiger und Boten" ein Handgranatenstreich verübt. Von I zwei gegen den Maschinensaal geworfenen Handgranaten I explodierte eine im Gang. Durch den Luftdruck tour« I den drei Fensterscheiben zertrümmert, verletzt tourbe 1 niemand, trotzdem sämtliche Angestellteit fich in der I Setzerei befanden Die Polizei fahndet nach dem Täter. I
Eisenbahnunfall »ei Paris. Pari», 6. Jan. Am I Montag abend um 6 Uhr ereignete sich auf der Brücke von St. Cloud auf her Linie Paris—Versailles ein I Unglücksfall. Ein tarn Jnvalidenbahnhof kommender I Zug stieß mit einem von Versailles «intreffenden Zug I an einer Stelle zusammen, too infolge bet lieber- I schwemmungen gegenwärtig nur eine Linie in Gebrauch | ist. Vier Wagen wurden zertrümmert, wobei 301
„Ich glaube nämlich nicht, Hatz Sie im Privatleben stets in so allerersten Geschäften einkaufen toie eine Frau in meiner Stellung!" sagt« sie bissig. „Mein . Mann ist Fabrikant. Ich heiße Ada Berrenbaum, der Rente dürfte Ihnen doch wohl bekennt sein?"
Anneliese verbeugte sich schweigend. Da sie dem öffentlichen Leben stets fern gestanden mck» fich für ^Aufwand treibende Fabrikantenfrauen nie interessiert ,batte, war ihr der Name völlig.fremdi. i._
Elsaß-Lothringen.
vb. Berlin, 6. Jan. In Kehl hat die Kom Mission ihren Sitz aufgeschlagen, die den Abtransport des beweglichen Besitzes Deutscher au« Elsaß- Lothringen unter möglichst günstigen Bedingungen erwirken soll. Um Verzögerungen zu vermeiden, sind alle Gesuche und Fragen dorthin mit der Anschrift zu senden: Deutsch« und französische Möbelausfuhr- Kommission, Hoiel zum „Samen" in Kehl.
ES lag dabei Anneliese unbewußt etwas so vornehm Zurückhaltendes in ihrem Gesicht, daß selbst Fron Berrenbaurn nicht wagte, weiter zu drängen.
Wer von da mi war sie Annelieses erbitt-wte Feindin, erklärte, sie werde nicht eh:r ruhen, bis sie da? „hochnäsige Ding" aus dem Spital entfernt hab", und hetzte gegen sie, tofl sie konnte.
Bisher allerdings ziemlich erfolglos, denn an maß oebender Stelle erkannte man vollauf an, was man an Anneliese hatte. „Die beste Pflegerin außer den geistlichen Schwestern, die wir je hatten! Denn sie ist äußerst geschickt, unermüdlich, völlig selbstlos und tut alles aus wahrer Nächstenliebe, lautete daS Urteil der Aerzte. „Dabei hat sie eine stille, vornehme Art, di« auf alle nur wohltuend wirken kann.
„Die Person — Schwester Elisabeth — geht mir nachgerade auf die Nerven", sagte Schwester Rosa zu ihrer Freundin Berrenbaurn nun, als sie an? Anne fieses ffrcnfrnMmmer kam. „Stellen Sie sich vor, sie lfttt neben Fähnrich Holler, legt ihm die Hände an die Stirn wie eine tmtnbertoirfenbe Madonna und kokettiert dabei mit Hauptmann Hörn es! Dabei tut sie immer fo scheinheilig, und die albernen Männer glauben wunderweist, was für eine unschuldige Taube da zu ihnen vom Kimmel herabgc»logen kam! Wissen Sie, was bet Chefarzt gestern sagte?"
„ffhnt?"
„Dass wir mt* alle ein Beispiel an Schwester Elisabeth nehmen sollten! Met ich danke dafür! Die bat's ja sicher faustdick hinter den Ohren und wird schon wissen, warum sie ihren wahren Namen gegen nnS so ängstlich verschweigt! Wer weiß, waS für ein Vorleben sie hat? Wer so sind Me Männer: Hat eine nur em hübsches Gesicht, wird' ihr nur Gutes und Schöne* zugetrauk. Den Chefarzt hat sie ja nun auch glücklich bezaubert — trotz' seiner grauen Haare."
der Vertreter sämtlicher nationalen deutschen Parteien unter dem Vorsitz Lodgeman» ein Entschließung angenommen des Inhalts, daß bk Deutschen jebe Verfassung ablehnen, die ohne ihre Mitwirkung zustande kommt.
Di« Präsidentenwahl itt Frankreich. Der französisch« Rinisterrat beschäfttgt sich mit der Festsetzung des Wahltermins für die Präfidentenwahl. Man spricht all- ---- vom 17. Januar.
Deutsches Reich.
— Hauptmann v. K«ss«l, gegen den bei den Berichten der Garde-Auflösungsstelle 1 ein Verfahren wegen Meineids, Anstiftung zur unetlontien Entfernung und Herausforderung ginn Zweikampf, schwebt, wurde laut „Berk. Tagbl." erneut in Untersuchungshaft genommen.
— Die Deutsch« VslkSpartei VatzrrnS. Auf dem Vertret« rtog der sich neuerdings Deuffche Volkspartei nennenden Rationafliberalen Partei Bayern» wurde UniverfitätSprofessor Freiherr v. B i s s i n g zum Lande »Vorsitzenden gewählt. Eine nach längeren Vorträgen angenommene Entschließung fordert der Zurückdrängung und Wftderausweisung der dem deuffchen Volkstum fo schädlich gewordenen Ostjudeii und bekämpft insbesondere bk seit her Revolution eingetretene Ueberflutung her leitenden Stellen durch fremdländische Elemente. AuS der Pfalz wurde berichtet, daß die dortigen Wahlvorbereitungen große Erfolge erwarten ließen. Die Nafionalliberalen würden aus den nächsten Wahlen als stärkste bürgerliche Parfti und wohl gleich stark mit den
Deutschen ArbeiftrbundrS wohnte ein Bast aus Essen den Verhandlungen bei.
— Prozeß gegen einen VokdateuratSführer. Laut „Berk. Lokalanz." hat vor dem Kriegsgericht in Hall« der Prozeß gegen den ehemaligen MUrtärbevollmächtig- ten der Halleschen Soldatenrafts, Perchlandt, wegen Mißbrauch der Dienstgewalt, unbefugter Bildung von bewaffneten Haufen, Freiheitsberaubung, Mißhandlung ^Intergebeuer und von Zivflpersonen, sowie Aufwieglung und Ungehorsam begonnen. Der Prozeß wird ungefähr 14 Tage dauern.
3n München wurden zwei langgesuchte Mitglk- der des Vollzugsrats aus der Zett der Räterepublik, der damalige Vorfitzende und Finanzkommissar Schmied und der Inspektor Kellner wegen Verdachts de» Hochverrats verhaftet.
— Em „behelfsmäßiges" Ltcuerjahr. Diese» ©teuer« fahr, wo alles noch im Fluß ist, wird dem „Berl. Lokalanz." zufolge, möglicherweift, soweit di« Einkommensteuer in Betracht kommt, ein .behelfsmäßiges" sein. Das heißt, man wird vielleicht von einer Neuveranlagung überhaupt a b s e h « n und erhöhte Sätze, die auf dem ReichSeinkommensteuergrsetz beruhen, erheben.
I die £nte, nicht fettende Zuckoab Creme, weitaus das I Beste gegen raube Haut der Hände and des Gesicht", Ist jetzt wieder 3ber all in alter, vorzüglicher Friedensqualität zu haben Nea: Zackooh-Creme fetthaltig (für trockne und spröde Haut) and Zuckoob-Elite- Cretne, die Königin aller Schönheitscremes (für ganz verwöhnten Geschmack).
I Venorgunesderechtigten der Dörfer gewillt sind', w ch, I kreise anzulegen: zumal bei ihnen die Fettnot wohl n:Af - groß wie in der Stadt ist: haben doch die Sgerf^. ; I aungsberrchfigten mehrerer Gemeinden die Wnahme de, : I kürzlich gelieferten Margarine abgelehnt. Um nun einew , I fieberblick über das wirklich vorhandene Bedürfnis noch
I Schmal; zu bekommen, sind die Versorgungsberechtigieu I Dörfer aufgcfordert worden, ihr« Forderungen nach Schmal; bei den Herren Bürgermeistern anzumelden.
I— Bemerkt muß hierbei noch werden, daß der Kommunal, i vierband eine Garantie für die regelmäßige zukünftige Belieferung mit Del oder Margarine nicht übernehmet, kann. Eine weitere Verschlechterung unserer Lebens-!
I mittelversorgung ist nicht ausgeschlossen) auch werden! k dm Preise weiter in bif Höhe gehen. Jetzt gibt r3 noch I Sckmalz zu kaufen: ob das in einigen Monaten auch noch der Fall fein wird, tarnt zur Zeit niemand sagen,
1 Darum sollten die Bersorgungsberechtigteu, wie auch die I Gemeinden sich die Angelegenheit recht reiflich überlegen.
I * Der Gemeindeobst-ErlöS im Kreise I Marburg. Ter Erlös des Gcmeindeobstes im Kreist I Marburg, ausschließlich der Stadt Marburg, betrug im I Jahre 1919 224 053,41 'M. Au dieser außerordentlich lhohen Summe find mit besonders großen Beträgen die I nachverzeichneten Gemeinden beteiligt: Beltershausen i mit 20 671 M bei 397 Zentner Aepftl und 23 Zentner lBirnen, Fronhausen mit 18940,30 M bei 388 Zentner 1 Aepfel und 56 Zentner Birnen, Caldern mit 16 581.10 s-F bei 222 Zentner Aepftl und 93 Zentner Birnen.
Bauerbach mit 13 893,10 M bei 276 Zentner Aepftl und 174 Zentner Birnen, Wetter mit 11531 M bei 295
I Zentner Aepftl und 80 Zentner Birnen, Niederasphe I mit 7715,70 M bei 109 Zentner Aepftl und 41 Zentner Birnen, Wehrda mit 7266,50 M bei 168 Zentner Aepftl
I und 64 Zentner Birnen, Schröck mit 6677,50 M bei 222 Zentner Aepftl und 38 Zentner Birnen. Bellnhausen
I mit 6217,48 M bei 120 Zentner Aepfel und 48 Zentner Birnen, Wittelsberg mit 6007 M bei 262 Zentner Aepfel und 13 Zentner Birnen.
I * Staatsarchiv. Dem Archwhilfsarbeiter Tr, «Spieß wurde der Amtstitel Archivasfistent beigelegt.
I * In ben hiesigen Bürgerschulen be- I ginnt der Unterricht erst am Dienstag, den 13.
IIanuar.
I * Vortrag Schücking. Am Moniag sprach in feiner von der Demokratischen Partei einberufeneu Bellsammlung in den Stadtsöku Prof. Schücking über daS I „nette Deutschland". Schon 1/! Stunde vor Beginn war I fein Sitzptah und bald daraus fein Stehplatz mehr zu I haben. Man stand fast 4Ctui-.den jeder Bewegung^-, geschweige denn Schreibmöglichkeit, beraubt und dachte mit sehr gemischten Gefühlen an bk kommende Mahlzeit, von Ider biefe Versammlung bereits einen Vorgeschmack gab mit all bett — diesmal ins Persönliche gr'henden — Zwischen- fällen, Rufen, Antworten, dem Klingeln des Vorsitzenden, Klatschen, Trampeln, Pfeifen und — Hundegebell. Prof. Schücking sprach eingehend nicht nur zu dem Thema, sondern mich über das „alte System", den Krieg und den Zusammenbruch. Den allgemein bemerkbaren Unwillen über die jetzigen Zustände, dem er selbst besonders in der Eisenbahn begegnet ist, kann er sich in diesem Ausmaße kaum anders erklären als mit „bezahlter Agitation", fieber die Revolution ist et mit Nos!« gleicher Ansicht, der sie im Sommer vorigen Jahres cittmal einem hol- | ländischen Pressevertreter gegenüber als überflüssig bezeichnete. Pros. S ch iicking erklärte, mit vielen Nevo- | futionen teile fie die Tragik, baß sie, als sie ausbrach, j nicht mehr nötig gewesen sei. Des näheren verbreitete ei sich über die Arbeiten der Nationalversammlung, be« smrders bk Verfassung und die Steuergesetzgebung. Bon i letzterer befürchtet er eine ,i, große Einenam,» b««.Kommunen, bk sich bann ihrerseits schadlos halten würden durch weitere Kommunalifierung, etwa der Bäckerei^- triebe usw. Als Anhänger des Einheitsstaates bedauert er, daß dessen Durchführung noch nicht erfolgt ist, wen» auch eine bedeutend« Beschneidung der Rechte der Einzel-; ftaaten erfolgt bezw. vorgesehen fei (UÜberführung der Eisenbahnen und Wasserstraßen aus das Reich, Verlust
Nachdruck verboten.
Durch schwere $t»L
Originalrornan von Anni Hruschka.
17) Fortsetzung.
Kurz vor Annelieses Eintritt in das Spital hatte Frau Berrenbaurn in einem Romfchbazar Leibwäsche für die Kranken gekauft. Billige, fabriksmäßig erzeugte Wäsche vaq außergewöhnlich unpraktischem Schnitt.
Anneliese, die sich, toie sich die Kraulen in den tastenartig geschnittenen Hemden unbehaglich fühlten, und feine Ahnung hatte, woher sie stammten, machte einmal eine abfällige Bemerkung darüber, die Frau Berrenbmtm natürlich von einer guten Freundin sofort hinterbracht wurde.
Statt ztt schweigen, stellte die Frau Anneliese barsch zur Rede. Anneliese blickte erst erstaunt in dar grobknochige unfeine Gesicht der Erregten und wies ihr dann ruhig die Fehler im Schnitt nach.
Damit erzielte sie frellich nur, daß Frau Lrrren- bauut, die selbst keine Ahnung vom Schnitt eines gut fitzenden Hemdes besaßtz sich dreist als Kennerin auf- spielte und Anneliese- (Einte änit mit verletzendem Hohn abteies. Daraus schwieg Anneliese, weil ihr die ganze Sache unsagbar belanglos erschien.
Sie waren doch nicht dazu da, um sich über so Hebensächliche Dinge zu streiten!
Wer ihr Schweigen reizte Fran Berrenbaurn erst
Papst empfing am Montag den bayerischen Ge- beim Heiligen Stuhl v. Ritter.
Deuffchen 1« bet Tschecho-Slotoakei. Wie Me Blätter aus Teplih melden, wurde in einer
Ihnen nicht härter sein zn gehen, als uns. Sie z« ^verlieren, liebe Schwester Elisabeth! Sie wissen — j wir vom Orden haben Sie alle herzlich lieb gewonnen!"
Anneliese drückte in stummer Dankbarkeit ihre Hand. Zu sprechen vermochte sie nicht. Tränen P«iv den in ihren Augen, und ein wehes Gefühl preßte ihr das Herz zusammen.
Fori von hier — von ihren Kranken — wo fie glücklich gewesen, sich geborgen gefühlt hatte....
Ihr war, als stoße man fie mit rauher Hand a.iti einem sicheren Heim hinaus in di« Fremde. !
Schwester Monika klopfte ihr benihigend auf die. Schulter.
„Nur Mut, Schwester Elisabeth, wir alle hier iinb', doch «uh eine Art Soldaten, die den Posten 6t-■ ziehen müssen, ans den man uns schickt, nicht wahr?'
Anneliese nahm sich zusammen.
„Ja, Schwester ich weiß.... und natürlich werd« ich gehorchen." '
Eine halbe Stunde später stand Anneliese in der Kommandantur und hörte aufmerksam den Weisungen des Generals zu über Zusammcustellung des Transportes, Stunde des Aufbruchs usw.
„Sie haben mich also verstanden, Schwester Elisabeth?", schloß Sf. Exzellenz, „der Transport soll be« reiis übermorgen früh abgehen. Schwester Agnes wird Sie begleiten und der Sanitätsfeldwebel, welcher mit zehn Mann milreist, hat unterwegs für alles Nötige zn sorgen."
„Ja, Exzellenz, ich habe alles verstanden."
„Es tut mir ja leid, daß ich Sie so drängen muß, Schwester Elisabeth...fuhr der General etwas verlegen in das schöne, bleicher als sonst erscheinende Gesicht der jungen Pflegerin blickend fort. „Aber die Sache kam Etwas plötzlich., .hm... ui6 ich konnte Sie daher nicht früher einteilen. Kurz gesagt... ich .. hm, ich hab« einfach gegenwärtig niemand anders als Sie und Schwester Agnes. Hoffentlich macht es Ihnen daheim keine Sö^vierigkeiten, sich in einertl Tag« reisefertig zu machen?" (Fortsetzung folgt)