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Sächsischen Eisenbahnen in» abgclausenen Iah« Fehlbetrag von etwa 300 Still tonen Redl
Molkerei Marburg Molkerei Lohr» Molkerei Wetter Molkerei Holzhaus«, Dieser bedeutend«
November 1919 (3. Woche ) 178,5 Pfd.
304 Pfd.
165,0 Pfd.
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Milchabliekrrunz
Wie verlautet, ist General v. Hutier zum vorsitzen- den der Deutschen Offi-ierbunde- gewählt worden an Stelle der tor einiger Zeit zurtlckgetretenen Generals Scheüch.
Pari», 5. Jan. Die .Humanit^' berichtet: Der 80jährige Ltemenreau soll entschloffen fein, sich JM verheiraten. Die künftige Präsidentin soll die Witwe eines früheren Senator» fein, der von Clemenceoa zum Botschafter gemacht wurde.
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wie man erklärt, allen berechtigten Anforderungen der Hcnikbcsitze» in der Verordnung Rechnung getragen Und namentlich die Höhe der zulässigen Zuschläge fe an- ckesetzt worden ist, daß die Verzinsung der Snsidlagen and die Instandhaltung der Mebäude gewährleistet sein bann, falls die Mehreinnahmen auch tatsächlich für diese Iwecke verwandt werden und nicht, wie e» häufig vorgefommen sein soll, eine Erhöhung brr Grundrente zur Folge haben.
txbaürieS« ist Ssrrgrbirt, Robert und Hermann Röchling, durch en» französische» Militärgericht in Smien» jeder gu 16 Jahren K-chthau», 15 Jahren San- desverweifung und 10 Millionen Franken Buße verurteilt worden find, ist Revision eingelegt worden.
Die Stenern im besetzten Webtet,
Karlsruhe, 5. Jan. Rach einer Meldung anS Speyer tourbe die Veröffentlichung der neuen deutschen Stenergesetze fit da«BesehunqSgebiet vor- läufig nicht genehmigt. Soweit Erklärungen der franzöfischen Behörden für da» besetzte Gebiet nicht vorliegen. soll die Verwendung der int Besetzungsgebiet eingehenden Steuern der Kontrolle der nach der Ratifikation einzu setzenden Zivükomrnisfion Vorbehalten bleiben.
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o etwas Interessante» passiert wohl nur Sonntagrindern und — sch bin fein»!"
8.
„Schwester Elisabeth, Sie haben mir versprochen, heute den Brief an meine Fran zn schreiben!" sagte Hauptmann Hörne» nach dem Bett in der Ecke de» Zimmers hinüber, wo Anneliese faß, ine Hand auf der Stirn eines jungen Fähnrichs, der gestern eine schwere Operation überstanden hatte and von Schmerzen gequält wurde.
«Meiden Sie bei mir!" murmelte der junge Fähn- rkch. „Ihre Hand tut fe gut... ich spüre dann kaum Schmerzen."
„Er soll schlafen, sagte der Arzt," antwortete Anneliese dem Hauptmann leise. .Laben Sie noch ein Weilchen Geduld. Sowie er schläft, diktiere« See mir Ihren Brief."
Eine andere Pflegeschvester betrat da» Zimmer.
„Schwester Elisabeth, Sie sollen nachher ein Weil- < 5en hinüber kommen in den großen Saal und Schwerer Monika vertreten," sagte sie unbekümmert um den Schwerkranken mit lauter Stimme. „Schwester Monika muß zu einer Operation."
Anneliese sah die Kollegin bittend an.
„Würden Sie dann nicht so freundlich sein. Schwerer Rosa, und einen Brief für den Herrn Hauptmann chveiberr?"
„Bedauere, aber «eine Kranken warten nebenan.
In diesem Zimmer habe ich kein Dienst zu machen." „ttebiigenB will man ja doch wahrscheinlich wieder nur Sie!" fügte sie hn HinauSgehen spöttisch hinzu.
Anneliese verzog keine Miene. Hauptmann HSrnes aber sagte zornig: „Eine liebenswürdige Dame! Das t wohl der Dank dafür, daß Sie füh Tag und Rächt tr uns aufopfernd
Ein süß«» Lächeln verklärte Anneliese» Gesicht.
„3d) tue e» doch nicht für Dank! Oder vielmehr mein Dank ist, wenn ich den Kranken »SW» kann."
Kurze Rnsllmdsnachrichlen.
UuSsttvbe in Skandinavien. »Nationaltibende" meldet au» Kristiania, daß in fast allen norwegischen Industriezweigen neue schwere Lohnkämpfe bevorzustchen scheinen. Vorläufig kündigten gegen 4000 Arbeiter die Lohntarife. — Auch tat der schwedischen Maschinenbauindustrie bereitet sich, wie au» Stockholm gemeldet wird, rin SuSstand vor. viele Werkstätten tat Stockholm und anderen Städten liegen still. In Stockholm streiken 3000 Arbeiter. Der kluSstand im Fernsprechwesen dauert an. Segen ISS staatliche Fernsprechleitungen wurden xrstört.
Frankreich.
CKmewet» .flc He Prlffdentschaf» bestimmt".
tob. Pari», Bl Jan. Laut »Echo de Pari»" erklärte lllemenceau einem Besucher, der ihn über seine Kandidatur für die Präsidentschaft befragte: »Die Wahrheit ist die. daß man mich für dir Präsidentschaft bestimmt". Da» »Scho be Pari»' sagt dazu: „Das große Bett ist also gefallen."
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vorn kommunalverband wird un» geschrien:
Mit der Milch- und Butterversorgung wurde e$ im Kreise Marburg tat den letzten Monaten ständig schiech, ter. Die Milchablieferung unserer Landwirte ließ im- mer mehr nach, sodaß in letzter Zeit die Milchbeliese-. rung der versorgungsberechtigten Bevölkerung fast katastrophale Formen annahm. An Milch wurde abgelicfert tau Juli 1919 381 449 Liter, August 1919 330 018 Liter, September 1919 283 330 Liter, Oktober 236597 Liter, Rovember ISIS 3» 899 Liter. Die Milchablicfcrung war tat den letzten Monaten de» Jahres bereits so schlecht, wie fte eS tat den vorhergehenden Kriegsjahren am AuSgange de» Winters und Anfang des Frühling» M sein psiegta, wenn die Futtermittel chrem Ende entgegengingen. Such in der B utte r pr o duktio U für die Stadt Marburg kam dies« Rückgang besonder»
«*'-4 iverraus sss Herren es Nu?rLU^ugsgege^ gegenständen zu schädigen. Zur Wiederherstellung erb. nungSmäßigee Zustände tat dem Durchgangslager wurden vom Wehrkreiskommando IV von Löbau Reichs- wrhrtrnppen noch Zittau herongezogen.
— Die vasterkrisi» der deutschem 6reffe. Der Steuerausschuß der Rationalverfaunnlung hat einstimmig folgende Entschließung angenommen: »Die Regierung wolle unverzüglich tat eine Prüfung der Frage etnhxten, ob die schon emgetretene und noch bevorstehende Verteurung der Selbstkosten, insbesondere de» Papier» und der Löhne, die im nationalen Interesse gebotene Erhaltung einer angesehenen und wirtschaftlich muchhängigen Preffe gefährdet und ab besondere Maßnochmen er- j forderlich werden" Diese Entschließung ist ans Vorstellungen be» Verein» deutscher ZeiungSverleger gnrückzu- führen, der nicht nur den Rachwet» geliefert, daß »besondere Maßnahmen" erforderlich find, sondern auch den Weg bezeichnet hat, der unverzüglich beschritten werde« muß. um die Presse durch Steurung der Papiernot vor dem baldigen Erliegen zu retten. Wenn der deutschen DageSpreffe au» ihr« schweren Vedrnngni« geholfen werden soll, dann muffen die gar Herstellung von Zellstoff und Holzstoff für die ZeitungSdruckpapiererzeu- gung erforderlichen Mengen een Papierhokz — e» Han-1 beit sich um rund 95000 Festmeter tan Monat, nm die Zeitungen tat dem durch Reichsgesetz angeordneten stark I eingeschränkten Umfange beliefern g» können — nicht I nur der Menge nach stchergestellt, sondern e» müssen I diese Mengen Papierholz zu einem Preise abgegeben I werden, der eine erhebliche Senkung der vom 1. Ja- I nuar 1920 angefordert« Preise für Zeitungsdruckpapier I zur Folge hat. E» ist ab«, wie auch der .Vorwärt»" I zugeben muß. für den größten Teil der Zeitung Sver-1 leger ausgeschloffen, noch höhere Preise zn bezahlen, I weil damit eine Grenze erreicht bst. an d« die An- I Passung der Bezug»- und Anzeigengebühren scheitert. I Beispielsweise müßte eine mittlere Zeitung Ihre« Be- I zugspvei» von tan Frieden 14 X auf 78 X erhöhen. I Da» ist ein Preis, den z» zahlen den meiste« Fettung»-1 beziehern unmöglich ist. I
— Ein «euer Sklarz-Wandal. Luter Meter Heber I schrift meldet die .Freiheit": Koste, der Gast im Hause I Regenten straße 24. hat da» Schleife» von Festungen zu I vergeben. E» handelt sich hier um Aufträge tat Milli- I ardenhöhe. E» kommen ta Betracht: Helgoland, Dhorn. I Danzig. Königsberg ttfto. Dir fragen Herrn Gustav I Doste hiermit au: I« welchem Umfange find die Auf- I träge an die Firma Schweitzer * Oppler (Eisen und I Metall engroSi tat Berlin vergeben worden 7 Auf tote« I viele Millionen belaufen sich die Aufträge 7 Wieviel ist I an den Aufträgen verdient worden 7 Der hat sie ver- I mitten? Einen großen Teil der Fragen kann man sich I freilich selbst beantworten, wenn man weiß: Hint« der I firmo Schweitzer 4 Oppler steht Herr Sklarz, der I gastfreundliche Herr be» Hause» Prinzregentenstraße 24,1 der je be » einträgliche Geschäft macht: wie tat Lebens-! Mitteln und Textilwaren, Kalendern und Futtermitteln, I Metall und Spionage, fo schiebt Herr Sklarz auch tat I Festungen." — In einer Zuschrift an den .vorwärt»" I ! zum Falle Sonnenfeld weist Scheidemann darauf hin. I daß außer den beiden von RoÄte und Hjm angestrengten I Prozessen folgende Pn^effe schweben: L Strafverfahren I gegen die beiden Sonnen feld; 1 Klage Sklarz gegen I .B. S."-Korrespondenz; k Ermittelungsverfahren gegen I Sklarz. I
— 8er dem parlamentarische« Antersuchangbautz-1 schütz über die Kriegführung finden Vernehmungen am I 18. Januar statt. |
— Die verhaablua« »eeee Graf «rra-Valletz. Die I Korrespondenz Hoffmann meldet amtlich: Die Haupt- I Verhandlung gegen den Grafen Arro-Valletz, de» Mör-1 der EiSner», findet am 16. Jammr 1920 Var dem I Schwurgericht statt. 1
— Berufung im Pra»etz Hiller. Rach de» Berliner [
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November 1918 18. Dache) 611,5 Pfd.
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Rückgang in der
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Die Eistnbahntrdkweqimq.
tBieberbefinn bet Tarifverbandlungen in Per Nu.
tob. Berlin, 5. Jan. (Amtlich.) Die Torisver- handlungeu zwischen der Eisenbahnverwaltung und den Gewerkschaften der Eisetchahnarbeiter sind heute Nach- mittaq wieder ausgenommen worden. Heute sand eine allgemeine Aussprache statt. Margen beginnen wieder Einzelbesprechnngen, die nunmehr oh« vnterbrechnn- gen weitergeführt werben sollen, um den tarff so schnell wie möglich fertig zn stellen.
kg. Berlin, 6. Jan. AuS allen preußischen Ei- sendahndirektianAbezirken liegen Meldungen über Lohn- Versammlungen der Eisenbahnarbeiter vor, dir sich mit den Tarisverhandlungen befassen. In Berkin find zahlreiche Entschließungen der Eisenbahner eingegan- gen, die die Forderungen der schwebenden Tarifverhandlungen akS Mindestforderung da Eisen- bahner bezeichnen.
Dir SchN>tleitung des „MilitärtvcchcuAMrtz" iuisä
letzt Gen.Lt. z.D. V.Dltrock. '
Die „Deutsche Tageszeitung" meldet, daß btt Gen« ralversammlung des Bundes der Landwirte am 17. geb- rant mittags 101/* Uhr tan Zirkus Busch tat Berln, stattfindet.
Sie warf einen Blick aus den Fähnrich, der nun wirklich eingeschlafen war »nd glitt lautlos hinüber an das andere Bett.
„So, nun will ich Ihnen rasch den Brief streiken, damit Ihre Firm berrchigt ist. Weiß ich doch, wie da» int, auf einen Brief 6»n seinem Manne zu wartend
„Sind Sie denn verheiratet, Schwester Elisabeth s fragte der Hauptmann überrascht. „Ich hittl Sie immer für ein junges Mädchen!"
Anneliese errötete. Wie ärgerlich, datz sie sich durch diese Bemerkung »eitaten hatte!
„Ja, ich bin verheiratet, und mein Manu steht auch im Feld", sagte sie dann kurz. „Aber daS gehört j» nicht hiecher. Nun wollen wir schreiben, ja?"
In je$n Minuten war der Bries geschrieben.
„Ich schicke ihn gleich durch die Ordonnanz in den Aasten hinab", sagte Anneliese, nickt freundlich und verschwand im Nebenzimmer, wo sie bereits die barmherzige Schwester erwartete, die nach ihr geschickt.
.Lugsührer Heimann fiebert wieder so stark, liebe Schvester Elisabeth, und ich habe Angst, daß « sich den Berband herabreißt. Wenn Sie bei ihm bleiben wollen, dis ich wieder komme? Auf Sie allein fan« ich mich verlassen."
„Gehen Eie nur, Schwester Monika, ich bliwe
kg. Königsberg, 6. Jan. Gestern ftattgefnn- bene Versammlungen von Beamten der Eisenbahndirektion Königsberg haben beschlossen, falls die Lohnforderungen der Arbeiterschaft erfüllt würden, auch eine gleichprozentige Erhöhung der B'amlcngehälter mtb Pensionen zu fordern. *
tob. Berlin, 5. Jan . Zn der Blöttemteldung, stoß die vollständige Stillegung de» Eisenbahnverkehr» in Thüringen bevorstehe, verlautet, daß die MeDung in dieser Form nicht richtig ist. In Jena haben am Sonnabend lediglich die Werkstättenarbeiter, nicht die Betriebs- arbdtrr, beschlossen, bei Nichterfüllung ihrer Lohnforderungen in den Ausstand zu treten. Die Forderungen bet Eisenbahnarbeiter, über die heute die Berdaudlungen wieder ausgenommen werden, würden bei restloser Erfüllung eine Tariferhtzhnng sowohl im Sfltef tote hn Personenverkehr von müdesten» 150 Prozent notwendig machen.
Frankfurt a.M., 5. Jan. In der Frankfurter Eksenbahnerbewegung hat sich feit gestern nicht» geändert. Die Arbeiterschaft nnd ihre Führer find der Hoffnung, daß das Ministerium seine Entschließung noch tat letzter Stunde in entgegenkommendem Sinne Ludern und die Verwaltung von den angedrohten Maßnahmen keinen Gebrauch machen wird. Da» EisenbahndirektionSgebSude ist fett'heute mit Re i ch »we h rtr u ppen und Polizei- toannlchaften besetzt.
München, 5. Jan. Die bayerischen Ellenbahner fordern in Versammlungen eine 60—100 pcoyntige Lohnerhöhung.
SM Millionen Fehlbetraa bei dem sächsische» Eisen - dadnen.
I hatte zur Folge, daß e» sowohl in Marburg tote auch I ans verschiedenen Dörfern an einzelnen Tagen nicht einmal möglich war, alle Säuglinge und hochschwangere Frauen mtt Vollmilch zn beliefern. Anderseits mußte die regelmäßige allwöchentliche Belieferung der ver-
I sorgnng«berechtigten Bevölkerung mit Butter eingestellt werden, e» konnte Butter nur alle 3 bi» 4 Wochen einmal zur Ausgabe gelangen. Weiter mußte die allgemeine Belieferung der Personen über 70 Jahre mit Vollmilch aufgehoben werden, und die Stadt Marburg sah sich gezwungen, nur noch den Kindern bis zn drei Jahren eine Belieferung mit Vollmilch zusagen zu können ; obgleich nach den gesetzlichen Vorschriften alle Kinder bi» zum vollendeten 6. LröenSsichre mit Vollmilch versorgt werden sollen.
Heber die Folgen der schlechten Milch- und Butter- i Versorgung hier noch viele Worte zu verlieren ist wohl । überflüssig. Tie Tatsache, daß der Kreisarzt der Siadt-
Verwaltung die Mitteilung machen mußte, daß eS mit i dem Gesundheitszustand der Schuljugend gegenwärtig schlechter al» in den Kriegsjcchren bestellt ist, sagt wohl genügend über unsere Ernährungsverhältniffe.
Der Rückgang der Milchabkieferung ist zum Tefl begründet in der weiteren Verschlechterung des Viehbestände» und der Futterverhältniffe. Vor dem Kriege standen für unser Vieh viel größere Fntterrnengen und vor allem Krastfuttermittel zur Verfügung. Jetzt fehlt da», wodurch natürlich die Milchergiebigteit erhebirch nachgelassen hat. In länger aber dieser Zustand andauert, da» Vieh nur ungenügend ernährt werden Inuit, jemehr muß auch dessen Leistuugsfähi^eit znrückgehen. Dann kommt hinzu, daß die Futtermittel in diesem Jahre infolge der großen Trockenheit des Sommer» besonder» knapp find; so daß also ein gewisser Rückgang in der Milchproduktion nur zn natürlich ist. Aber diese Umstände bilden nicht die alleinige Ursache de» Rückgänge». E» kam, keinem Yweftek unterliege*, daß nicht unbedeutende Mengen der erzeugten Milch und Butter nicht zur Abliefernng gelangen; fte verschwinden tat der eigenen Wirtschaft, im Schleichhandel und gehen an die Hamsterer. Der Widerstand gegen die Zwangswirtschaft ist in bäuerlichen Kreisen im ständigen Dachsen begriffen, und er wird leider von Stellen, die diesen Kveisen nahe stehen — ob bewußt oder unbewußt, mag dahin gestellt bleiben — noch genährt. Auch der Umstand, daß tat dem benachbarten Regierungsbezirk Wiesbaden und im Darmflädtifchen die Milchpreise nicht unerheblich höher als tat NesterwaaZ- bezirk Eaffel angefetzt find, hat sicherlich zur Ver» stärkung deck Wderstandes beigetragen.
Eine wirflich erfolgreiche Kontrolle der Milcherzeugung ist fast unmöglich Ma» eine Kuh gibt, bitte* riert ganz bedeutend nach Raffe, Alter, Stadium der Melkperiode und ist davon abhängig, ob sie zu schwerer Arbett herangezogen wird.
Fast immer haben die widerstrebenden Znndtr-.te die Aukrede, daß die Kühe wenig oder gar keine Milch geben. Den gegenteiligen Beweis $tt sichren, sodech ei,-e polizeiliche oder gerichtliche Bestrafung ein treten kann, ist sehr schwierig. Das Mellen der Kühe findet hn ganzen Dorf fast zur gleichen Zeit statt. Wein: der Milchkontrollenr an einem Tage vier Prabcmelkruft'en
Nachdruck beeboten.
D«rch schmere geb
Original»««, von Anni Hrnschk».
Mfl! Fortsetzung.
^Ich bitte Sie inständig, Trixi, dringe« Sie nicht in mich! Ich kann wirklich nicht. Eie fragen ja doch nur an» Neugierde, und hier handelt e» sich um eine tot ernste Sache, von deren Bekanntwerden wir Heide die Folgen gar nicht Äschen Gurten. Es ist tote eine Lawine, die im Rollen wächst und vieles — vielleicht alles vernichten kann!"
^8 ah, dann darf sie eben nicht in» Rollen kommen Und die Sache bleibt ganz zwischen uns beiden. Bon »ir wirö es keine Menschenserle erfahren. Ich aber Hoch und will e» wissen! Doch gebe ich Ihnen mein Ehrenwort...."
„DaS Ehrenwort einer jungen Dame", wchrte et skeptisch ab. Da ober fuhr Trixi zn« zweitenmal hitzig mit wütend funkelnden Augen auf ihn ein.
„Dffr, dock verbitte ich mir, »erstanden? Mein Ehrenwort ist mir genau so Heisig, wie Ihnen das Ihre, und Sie können mich ruhig eine Schnftin heißen, wenn.... na, was lachen Sie benn?"
„Tie „Schuftin" gefüllt mir!"
„Ach fo. Aber tote soll man denn sonst sagen? Und nun machen Sie keine Ausflüchte mehr. Da» meiste wetß ich ja ohnehin schon: Daß sie eine Ladenmamsell bei Höhnel ist und Onkel Will ihr eine Billa mietete, in bet et eigenhändig sein Bill» auf- stellte. Daß er ihr drei Briefe an einem Tag schickte sie furchtbar gern hat und sogar beim Regiment um einen Heiratskonsens einkam. Letzteres hat mit Taute Sejsa heimlich »erraten; sie haben ei zufällig tarn Mirbach erfahren....."
’ Witten eck war starr. ' ►
^un all hie» StMtttattt
j-clmhate eingelegt
— «rdeitsonknft «d PoNtifiereu. $Äe El- Kinger Firma Echichau hat zur Bekämpfung der Arbeitsnnlust, di« noch durch dauernde» Politifiereu während der Lrdett»» zeit verschärst wird, eine öffentliche Mahnung an ihre Arbeiterschaft erlassen. Die Firma weist darauf hin, dost, wenn keine Besserung der ver, hältniffe eintreten sollte, eine anderweitige Regelung unvermeidlich werde. Schon vor einiger Zeit wurde von ihr auf eine eventuelle Schließung der Betriebe hingewiefen.
gern."
Inzwischen stand Schwester Rosa bet, yrau -oitren» bannt, der erklärten „Feindin" Ank»eliefts.
Die Ursache dieser von Anneliese abs'.chttiL beabsichtigten Feindschaft war sehr lächerlich.
Frau Berrenbaum, die Gattin eines kürzlich uet-r die Millionäre aufgestiegenen KriegslirUranten, un. :t-» stützte daS Rote-Kreuz-Spital sehr wesentlich n chi durch Sammlungen und Leb<usm>ttel, sondern auch durch regelmäßige Geldspenden.
Deutschs- Reich.
— Der Seiten *•■«<!. Dte A.-G. Befer tat Bremen schloß toegen flotlrtraumgel». toefl die Krchlenversor« gungsfteüe angcorbnet hatte, dte Werften eine Woche mit Kvdte nicht zn beliefern.
— Die erbfitrrfflnbigtmge* tat der Berliner Jn- buftrfe find auch am Montag fortgesetzt worden. Der größte Teil der großen Fabriken verfügt nur über einige Tage Kohlen.
— Dte »eHelme Abstimmung in den verficherungSbe- triebee ergab etwa 87% ber abgegebenen Stimmen fit den Ausstand. Die Entscheidung, ob in den Ausstand getreten werden soll ober nicht, wird erst im Laufe de» heutigen Tage» erfolgen. Man wolle, frfl» e» zur Arbeitsniederlegung kommt, diese nicht allein aus Berlin beschränken, sondern auf-dte Angestellten tan ganzen" Reiche.
— ORfee dte Mißstände tat P-krtverkehr wendet sich der Reickspostmini fter tat einer Verfügung an dte Postämter. Er rügt es, daß die Laderäume der Eisenbahn- Postwagen wegen verzögerter Sortierung nicht genügend ausgenutzt werden, dte Pakete auf den Bahnsteigen oft »nbeoufsichiigt »der tm Regen liegen und bei der Verladung schlecht behandekt werden. In der Verfügung wird auf dte restlose Ausnutzung der Bahnpost- und Packwagen, da» rechtzeitige Sortieren und dte schonende Behandlung der Pakete gedrungen. Strafte, dte mit den Leichestimmungen nicht vertrant find, sollen im Sortier dienst nicht mehr verwendet, Ordnungckfchwierigkeiten mit Rachdruck verfolgt werden.
— Oberst Reinhard schreibt Über seine Verabschiedung in verschiedenen Blättern, Exzellenz ». Lüttwitz habe ihm gesagt, daß wenn er nicht ginge, Minister Roske gehen müffe. Man hab« ihm entgegenkounnen wollen dadurch, daß man ihm gut» General ernannte, wenn er seinen Abschied sofort einreichte. Er lehnte dte» ab.
— Reichswehrtruppen nach Zittau, von amtlicher militärischer Stelle wird bekanntgemacht: Die im Durchgangslager Groß-Peritzsch untergebrachten Osttruppen gefährden durch ihr Benehmen, vor allem durch den verkauf von in ihrem Besitz befindlichen Schußwaffen, die allgemeine Sicherheit. Sie versuchen, den Staat rn» m—uuiiiiiiiiiniMiun i — un
Trixi erzählte ti lachend. „Durch meinen eigenen Knips, wie Sie sehen! Jetzt aber beichten Sie, wenn Eie nicht selbst ein — Schuft sein wollen! Denn ich babe Ihr Ehrenwort, keine Geheimnisse vor mir M haben! Daraus bestehe ich unbedingt. Ans mein Schrveigen können Sie sich röenso unbedingt verlassen. Also lo,! We heißt sie?" .
Willeneck begriff, daß ihm kein Ausweg mehr blieb, nachdem er ahnungslos in die Falle gegangen. Urb- rigen» hoffte er, daß Trixi aus Ehrgefühl wirklich chweigen würde.
„Sie heißt Anneliese, Gräfin Äreuzach, geb. Schinder, Ihr Onkel hat sie geheiratet, und wir kamen damals, al» Sie uns sahen, gerade von der Trauung."
„Ge—hei—ratet?" Nun war^Trixi starr. „Und davon machte er uni gar keine Mitteilung?"
„Er wirö es tun nach seiner Rückkehr aus dem Felde. Sie begreifen: Er wollte ohne Berstimmnng von Graditfch scheiden. Auch vermeiden, daß man vor- chnell Stellung zn der Sache nähme und seine über alles geliebt: F ran möglicherweise dadurch Demütigungen arrögrsetzt wäre. Persönlich hofft er alles n Friröen abzumachen."
Es war beinahe Mitternacht, als Trixi lautloS die Treppe hinaufhuschte nach ihrem Schlafzimmer. Aber Schlaf fand sie noch lange nicht. Zuviel hatte dieser Tag ihr an neuen Borstellungen und Eindrücken gebracht. DaS mußte nun erst alles in Gedanken noch einmal genossen werden: Die neue Freundschaft mit ! Silleneck, feint nette, halb galante, halb brüderliche Art, die ihr so ungewöhnlich sympathisch gewesen, und zuletzt daS große Geheimnis der schön« blonden Dame!
Anneliese hieß sie und war Onkel WillfriedS Fran!
„Ach, Gott, tote ijt b<rö schön und romantisch!" dachte Trixi noch tan Einschlafen. „Ich wollte, «ich würde auch einmal einer ia heimlich hetavsten.... aber
Ans dem besetzten Gebket.
tob. Mainz, 5. Jan. Sestern abend belästigten 8 angetrunkene französische Soldaten ans der Augu- stinerstrcße mehrere Frauen und Mädchen mb suchten sie von ihren Bereitern rözudrSngen. ®n Herr, der sich diese Belästigungen verbat, erhielt von einem Franzosen eine Ohrfeige. Darauf fid dieser mit anderen Zivilisten über die Soldaten her und verprllgelten fte. Deutsche Schutzleute nahmen die Soldaten ftp und brachten sie vor bet erbitterten Menge ta Steher- heit. (Westdenstcher ZettungSdienst.)
tob. Saarbrücken, 8. Jan. Die tfisenbahn- direktton Saarbrücken gibt bekannt, daß zunächst keine 1 besondere Eisenbahndirektion für die Strecken be» Saar- gebiet» gebildet wird. Die jetzige Eifenbahndirestion ' bebält vorerst weiterhin die Verwaltung für den ganzen Eisenbahnbezirk. Fall» später eine besondere 8er- waltung für die Strecken be» Saargebiete- eingesetzt werden sollte, wird für Sicherungen der Rechte der Eiftnbahnbediensteten gesorgt toeröen. (Westdeutscher Zeitungsdienst.)