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mit dem KreiSVlatt für den KrelS Marburg

Tageszeitung für (das früher kurhessische) Oberhessm

Rarburg ffltmtag, 5. Jamar

Der AnzeigeuPrei« beträgt fit bi« Sgesp. Zeile 50 J, amtliche und «u»»it- kk QfthrA tige 60 «eklamezeile 1.60 X. Jeder Rabatt gilt al, «arrabatt. Bei Aurkunft durch die «eichäftrsrelle u. Bermittlung der Anaebate 36 4 Sander- 1QOA gebihr Pastscheikant,: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. R.

Die .OLerhesiisch« Zeitung" erscheint sechsmal »ächentlich. Der M-» 9 Mtiuesptei« beträgt monatlich 2,50 X. frei inS Hau,; durch bi« Paft

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Unis -Buchdr. von Iah. lug. Noch. Markt 21/26. Fernspreche» 56.

$« FkledmsM.

Di« Unterhandlungen in Paris.

«ch. Paris, 4. Ian. Eine neue Unterredung L<t»che«rs, Dutastas und Lersuers über die Kom- pensattouen betr. Scapa Flow führte wieder einen Schritt vorwärts. Morgen wird der Oberste Rat darüber beraten.

Et«« neue Verbalnote Cl^menceaus.

tu. Genf, 4. Jan. Die Blätter berichten aus Polen, daß die Deutschen in den östlichen Ab- stinmmngsgebieten einen energischen militärischen Widerstand vorbereiten. Auf Grund dieser Nach­richt hat El6menceau gestern Herrn v. Lersner eine Verbalnote zukommen lassen, in der gefordert Wirb, daß die behaupteten Rüstungen eingestellt werden.

Dl« Besetzung des oberschlefischen Abstimmungs­gebietes.

wb. Breslau, 3. Jan. Für die Besetzung des oberschlefischen Abstimmungsgebietes sind vorge­sehen: ein Divisionsstab, 16 Bataillone, ein Regi­ment Kavallerie, zwei Artillerieabteilungen, zu­sammen 21000 Mann. Die Rationalität der Truppen steht noch nicht fest.

Neues Verbot des Verkaufs non Flugzeugmaterial. > tu. Paris, 4. Ian. Der Oberste Rat hat den neuen an den Vorsitzenden der inter­alliierte« Kommission für Luftfahrtfragen in Ber­lin übermittelten Anweisungen seine Zustimmung erteilt. Es handelt sich darum, Deutschland -um letzten Male jeden Verlauf von Flugzeugmaterial an neutrale Mächle zu verbieten.

«tat ugskoinicifsiou der Westmachte iu

München.

M ii n ch e n , 4. Ian. Die Münchener Zeitungen .melde«: In der 2. Januarhälfte wird eine aus SO bis 1HG Personen bestehende Kommission der Ver­bündeten in München eintreffen zur Prüfung der vorhandenen Bestände an Kriegsmaterial. Der Führer ist ein englischer Oberst, dem französische und italienische Stabsoffiziere beigegeben sind.

Der französische Geschäftsträger in Berlin.

«b. Paris, 4 Ian. Wie demPetit Pa- risien" mitgeteilt wird, wird der ehemalige fran­zösische Generalkonsul in Genua M a r c e l i l l y zum Geschäftsträger in Berlin ernannt werden.

Die Kriegsgefaugenen.

' wb. Bern, 3. Jan. Wie mitgeteilt wird, ist die »ont Zentralkomitee für die Wiederaufnahme der internationalen Beziehungen in verschiedenen Ländern in Umlauf gesetzte Liste zugunsten der Freilassung der Kriegsgefaugenen in Frankreich, Griechenland, Serbien und Sibirien dem Obersten Rat in Paris zugestellt worden. Die Liste hat un­gefähr 260 000 Unterschriften gefunden.

n-h. Paris, 2. Ian. Die hier angcloinmeucn evan­gelischen und katholischen deutschen Geistlichen reisten in die Provinz, um die deutschen Kriegsgefangenen zu be­suchen. Tie werden am Montag wieder in Paris er- lvartet.

Di« angeblich« Meuterei der Scapa Flow- Besatzungen.

tob. Berlin, 3. Jan. Nach Mitteilung der sihweizerischen Regierung ergaben Feststellungen an Ort «us Stelle, daß die Nachrichten über eine angebliche Mcuterei und die Verhängung von Hungerstrafen ge­gen die Scapa Flow Leute unzutreffend toaren. Der Sachverhalt war vielmehr folgender: Die Mannschaften richietci: E..de November das dringende Ersuchen an de>c Lagerkommandanten, ihnen Auskunft zu geben, wann der Abtransport beginnen werde. Sie erhielten Dine Auskunft. Darauf erfolgte eine teilweise Ar­beitsniederlegung. Als die Besatzungen dann darüber «cfgettäri wurden, daß ihre Zurückhaltung nicht Schuld des Lagerkommandanten sei, daß dieser vielmehr we­tzen des Zeitpnnftes ihrer Freilassung mehrfach in London angesragt habe, wurde die Arbeit nach 30 Stunden wieder ausgenommen. Während der Arbeits- ^deriveigerung wurden die gewöhnlichen Verpfteguugs- fratiouen ausgegcben und nur die Arbeitsrationen sic fcn weg. Aus die sonstigen der britischen Regierung ibbermittelten Beschwerden wegen der Behandlung der Vrsapungen steht eine Antwort noch aus.

Das erste deutsche Schiff ia Kanada.

B c r l i n, 3. Jan. DieB. Z." gibt eine Mel­dung desDaily Telegraph" wieder, wonach die «ach Philadelphia bestimmte Hamburger Bark »Paul" als erstes deutsches Sch'ff unter deutscher Führung in Halifax eingetroffen ist. Das Blatt Krzählt, daß das Schiff in schwerer Seenot Not­signale gesetzt hätte, die von einer Reihe von Schiffen, die unter dem deutschen U-Bootkrieg zu leiden gehabt hätten, nicht beachtet worden seien.

Endlich habe der englische DampferManchester Merchant" dem Schiff Beistand geleistet.

Die Deutsche« auf den Marschallinsel«.

Frankfurts. M., 5. Jan. Durch die deutsche Tagespreis ist eine Notiz gegangen, nach der die japanische Regierung die Rückkehr der Deutschen nach den Marschallinseln wünsche. Hierauf hat die Deutsche Wacht", Verband zum Wiederaufbau deutscher Intcresten im Ausland, Frankfurt a. M., entsprechende Schritte bei der japanischen Gesandt­schaft in Bern unternommen und von dort die Mit­teilung erhalten, daß die Rückkehr der Deutschen noch nicht latsam sei und daß die japanische Re­gierung dir in Deutschland veröffentlichte Notiz zu dementieren wünsche.

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Amerika.

Die angeblich« große amerikanische Anleihe.

wb. Rotterdam, 3. Jan. Ein« Exchange- depesche stellt die Meldung aus London über eine große amerikanische Anleihe in Abrede. Der Se­kretär Lord Greys habe erklärt, daß die Ge­rüchte über den Anteil Greys an Verhandlungen über dir Anleihe jeder Grundlage entbehren.

tu. Haag, 4. Jan. DerNieuwe Eourant" meldet, daß die Regierung der Vereinigten Staa­ten europäischen Staaten keine Anleihe gewähren wird, außer an Oesterreich und andere Länder, in denen Hungersnot herrscht.

Wilsons Krankheit.

wb. P a r i s , 3. Jan. Hebet das Befinden des Präfite.rten Wilson läßt sich derPetit Parisien" ans Baltimore, melden, daß Wilson an einer E e - Hirnentzündung erkrankt sei. Trotz der Ge­fahr eines Schlaganfalls rechne man mit der Wrr- lcrherstellu-'g des Präsidenten innerhalb eines Monats. Der Präsident schließt sich fast ganz von der Außenwelt ab; nur seine Vertrauten haben Zutritt zu ihm.

lob Baris, 3. Ian. l.Havas.) DemPetit Pari- neu" ivirb aus Ncwvork gemeldet, daß im Verlause einer Razzia in Chicago 200 Bolschewisten und Anar­chisten verhaftet worden seien. Zwei Transporte von Bolschewisten seien bereits »ach Rußland abgefchoben worden.

Die niuerifnnlf^e ßilfMklmn.

Köln, 4. Ian. DerKöln .Zig." wird aus Ber­lin gemeldet: Sowohl in England wie in Amerika sind es hauptsächlich die Quäker, von denen die Dringlich­keit der Lebensmittelversorgung Milieleuropas mit kla­ren Blicken erkannt wird. Quäkerlreise standen auch hauptfmhlich hinter der Hungerkonferenz in London, an der deutsch; und österreichische Vertreter teilnrhmen konnten. Die nunmehr unter dem Vorsitz des Herrn Scattergood in Berlin eingetrofsene Abordnung der Gesellschaft der Freund; hielt gestern eine Sitzung ab, um einen genauen Arbeitsplan festzustellen. Es han­delt sich um eine Organisation zur Vetteilung von Lebensmitteln in Deutschland. Hinter der Tätigkeit feit der Kommissionen steht die besondere Unterstützung des amerikanischen Lrbensmittelkontrolleurs Hoover. Dieser wird Lebensmittel nach Hamburg abgehen lassen und die Verteilung der Lebensmittel der Gesellschaft der Freunde übertragen. Die Lebensmittellieserungen er­fahren ihre hauptsächlichsten Unterstützungen durch die amerikanischen Staatsbürger deutscher Abstammung. Es sollen vor allen Dingen die zahlreichen schlecht er­nährten deutschen Mütter und Kinder berücksichtigt werden, über deren Ernährungszustand Hoover selbst in Amerika berichten wird. Der Reichswirtschasts- minister ermattet von der amerikanischen Hilfstätig­keit eine merkliche Milderung der Lebensmittelnot, insbesondere wird auf einen Zuwachs an amerikani­schen Kühen für die Milchversorgung gerechnet.

Rußland.

Di« amerikanischen und japanischen Interessen in Ostsibiri««.

tu. A m st e r d a m, 4. Jan. TerTimes" wird draht­los aus Newyork berichtet: Die Regierung der Vereinigten Staaten ist noch nicht zur Einigung mit Japan bett. Besetzung Ostsibiriens durch japanische Truppen gekom­men, aber sie erkennt das Interesse an, das die Regie­rung in Tokio hat, es nicht zuzulassen, daß die Bolsche­wisten in Sibirien weiter Vordringen. Die Vereinigten Staaten werden sich einer Verstärkung der japanischen Truppen^ nicht widersetzen. Die Regierung der Ver­einigten Staaten hat noch feinen Beschluß betr. eine mög­liche Zurückziehung oder Beibehaltung der amerikanischen Truppen, die sich in Ostsibirien befinden, gefaßt.

Das Gerücht von Trotzki« Ermordung.

tu. Kopenha gen, 4. Jan. Zu dem Gerücht von der Ermordung Trotzkis wich gemeldet:

Trotzki hatte sich an die bedrohte Front begeben und versucht, durch ein Machtwort die Ordnung wie­der herzustellen. Er soll bei dieser Gelegenheit die heftigsten Vorwürfe gegen den befehligenden ©eneral Brissow gerichtet haben. Der General antwortete ziemlich scharf, worauf Trotzki den Befehl gab, den ©eneral zu erschießen. Bevor aber noch ein Sol­dat den Befehl aussühren tonnte, hatte, wie behauptet wird, Brissows Adjutant einen Revolver gezogen und drei Schüsse auf Trotzki abgegeben.

Arbeitseinstellung in den Petersburger Fabriken.

wb. Kopenhagen, 4. Jan. Rach einem Telegramm aus Helfingfors mcld-ttPall Mall Gazette", daß in allen großen Fabriken von Peters­burg wegen Mangels an Rohmaterial die Arbeit eingestellt ist.

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Frankreich.

Das künftige Ministerium.

wb. Bern, 3. Jan. Wie,die Genfer Blätter erfahren, ist die Kandidatur Millerands als Nach­folger Clömeneeaus gesichett. Milterand wird gleich­zeitig daS Ministerium der auswärtigen Angelegen­heiten übernehmen und in seinem Kabinett Loucheur und Tardien beibehalten. P o i n c a r e würde einen Sitz in der Regierung reserviert erhalten. Man nimmt an, daS Ministettum Millerand werde lediglich ein Uebergangsministerium fein und einem späteren Mini­sterium Poincare Platz machen.

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wwrttgen Wiederaufnahme der Arbeit verpflichtet.

tob. London, 4. Jan. Der vor längerer Zeit ent­standene Konflikt zwischen den Eisenbabugesellschasten und Angestellten ist beigelegt worden. Die Gehälter der Eiftn- bahner werden wöchentlich um 38 Schilling erhöht.

Italienische Beunruhigung wegen der englischen Flottenmanöver.

Berlin, 3. Jan. In Rom hat nach derVoff. Ztg.' die Nach eicht von den Mitte Januar bevorstehen­den englischen Flottenmanoövern im Mittelmeer große Beunruhigung hervorgerufen.

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Ungarn.

wb. Budapest, 3. Jan.Az 6ft" meldet: Der Kommunist Arpad KerekeS-Kohu richtete am Tage vor der Hinrichtung an die Staatsanwaltschaft ein Schrei­ben, in dem er erklärte, er gestehe vor seinem Tode, daß ec bei der Hauptverhandlung nicht die Wahrheit gesagt habe. Er habe 44 Morde auf dem Gewissen. Aus einer Reise Tibor Szamuelhs in die Provinz habe er nm Szamuelys Gunst zu gewinnen, eigenhän­dig 44 Menschen erschossen. Auch an der Ermor­dung zweier ukrainischer Offiziere war er beteiligt.

In der Mühlenfabrik Kovas und Co., deren Ar­beiter und Beamten als erste den Entschluß faßten, täglich eine Stunde zugunsten der Nation zu arbeiten, wurde mit dieser Mehrleistung heute begonnen. Aus diesem Anlöß erschien in Vertretung des Minister-- Präsidenten ein Ministerialrat in der Fabrik, um dem Tank der Nation und der Regierung zu überbringen. Er erllärte, daß die Angestellten dieser Fabrik zeig­ten, daß der einzige Ausweg aus der heutigen idjroierigtn Lage des Landes Arbeit ist. -- Was für Ungarn gilt, gilt in gleichem Maste für Teutsch- laud.

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Kurze NilÄaudssachttchku.

Die ausländischen Werte bei den Schweizer Banken. Der schweizerische Bauernbund verlangt die Heranzieh­ung der bei den Schweizer Banken niedcrgelegten aus­ländischen Wertschristen, Edelmetalle und Edelsteine, die nach der Schweiz gebracht wurden, um sie der Konfis­kation oder Besteuerung zu entziehen, zur Kriegssteuer.

Unfall des Königs Den Griechenland. Am 31. De­zember stürzte der König von Griechenland bei einer Sportübung vom Pferde und brach den Fußknöchel. .

Bor einem Allgemeineusstand in Belgien. Eine Meldung desVerl. Tagebl." besagt, daß die Arbeiter in ganz Belgien den Allgemeinausstand ankündigen, wenn ihnen nicht Lohnerhöhung und Befreiung von der Einkommensteuer gewährt werden. Auch die Beamten der Staatsbehörden, der Eisenbahn und Postangestellten stellen neue Lohnforderungen und drohen mit dem. Ausstand.

Der ungetreue Kassierer d'Annunzios. Den römi­schen Blättern zufolge ist der Liassierer d'Annunzios mit 1 Million Löhnung für die Truppen durchgegangen.

GWtlstotn.

Mit der zunehmenden Ablieferung der deutschen Handelsflotte an die Feinde es sind nur noch kleine Reste der Seeschiff« über 1600 Tonnen von dem Schicksal der Ablieferung noch nicht betroffen setze« sich die fremden Reedereien immer mehr in den deutschen Häfen fest. Einerseits tun die @ng* läuder alles Mögliche, um den deutschen Handel nie­derzuhalten, andererseits versuchen ihre Reedereien i« steigendem Maße von dem deutschen Handel Nutzen zu ziehen. Zu den englischen Reedereien, die den noch immer in beschaulicher Ruhe liegenden Hamburger Hafen anzukaufen beabsichtigen, ist neben der White Star-Linie auch die Cunard-Linie getreten; von sonstigen fremden Reedereien nimmt u. a. die ame­rikanische Red Star-Linie die Fahrt ab Hamburg auf, wie übrigens die amerikanischen Reedereien immer! meh-r an Bedeutung gewinnen, da die während des Krieges dott errichttten Werften in ständig zunehmend deni Umfang Neubauten serttgstellen, ein Vorgang, der naturgemäß in England nicht mit ungetrübte« Freude beobachtet wird. Ob die fremden Reedereien einstweilen von dem Ankäufen der deutschen Häse« teil finanziellen Vorteil haben, den sie sich davon versprechen, darf bei der noch immer bestehenden Ein­schnürung des deutschen Handels als zweifelhaft an­gesehen werden. Aber schließlich läßt sich ein Volk wie das deutsch«, das vor dem Krieg durch tausend Fäden mit allen Punkten der Erde verknüpft war, trotz aller Erdrosselungsversuche nicht dauernd vom internationalen Handelsverkehr ausfchalten; so unab­hängig vom Ausland ist Deutschland trotz aller tech­nischen Fortschritte während des Krieges doch leitet!

treibe, Baumwolle, Wolle, Häute, Oele, Kautschuk Erze, Metalle «sw., daß es unmöglich ifc darauf zu verzichten. Augenblicklich ist der Bezug auch der bringendst nötigen Rohstoffe durch die schlechte Valuta zum Teil ganz unmöglich, zum Teil äußerst erschwert,, so daß der Schiffahrt für Frachten nach Deutsch­land nur verhältnismäßig geringe Mengen zusließen. Die Hereinfrachten, also die Verladung überseeischer Rohstoffe nach Europa, haben früher stets die Haupt­rolle für die Schiffahrt gespielt, die zu verladenden Mengen tvaren in Verbindung mit dem angebotenen Raumgehalt ausschlaggebend für den Frachtenmarkt, während die ausgehende Ladung mit Liniendampfern meistens zu festen Sätzen verladen wurde und die Ladefähigkeit der ausgehenden Dampfer meistens nu« teilweise beanspruchte. Auch jetzt handelt es sich bei der deutschen Ausfuhr immer noch um geringe Men­gen. Zwar zeigt sich überall in der Well rege Nach­frage nach deutschen Erzeugnissen, was in der häu­figen Anwefenlieit überseeischer Einkäufer in Deutsch­land zum Ausdruck kommt: die Lieferfähigkeit unterer Ausfnhrindustrie ist aber aus den bekannten Gründen beschränkt: Rohstoffmangel und Kohlenmangel, so daß nicht einmal die vom Ausland nach Deutschland ge­gebenen Lohnaufträge ausge'uhrt werden können. In beiden Richtungen ist also die Gelegenheit zum Ver­dienen für die fremde Schiffahrt beschränkt. Immerhin sind die fremden Reedereien vertreten, wenn sich dos Cfelchäst wieder beleben sollte, was früher ober später boch einmal der Fall sein wird. Und unsere deutsche Schiffahrt? Von einer deutschen Großfchisfahrt kann man ja mm leider nicht reden. Zwar sind die Berwattnngen unserer großen Reedereien eifrig be­schäftigt mit ten Plänen zum Wiederaufbau, doch er­fordert dieser eine lauge Zeit. Ob die Mittel, über die die Reedereien durch die während des Waffenstill- stautes aufgefahrenen Frachten eine Einnahme­quelle, die mit der Ratifikation des Friedens völlig versagt sowie durch die Eatschäbigungsgelder des Reiches für die ausgelieferten Schiffe verfügen, aus- reichen, die Flotte so auszubauen, daß sie sich dem früheren Stand auch nur entfernt nähert, ist zweifel­haft: Denn die Leistungsfähigkeit der Wersten ist trotz ter vielfach wieder eingeführten Akkordarbeit be- schräukt, da es an Material und Kohlen fehlt; rin An­kauf oder Bauen im Ausland ist bei dem derzeitigen Stand unserer Valuta eine Umnöglichkeit. Aber auch eine bessere Leistungsfähigkeit der deutschen Werften vorausgefetzt, werden noch erhebliche eigene Mittel außer den Entschädigungen von den Reedereien zum Ausbau aufgewandt werden müssen.

Inzwischen versuchen die Reedereien sich ander­weitig zu betätigen. Die tzamburg-Amerika-Linie nimmt besonders Interesse an Hotel- und Kurbetrieben, allerdings durch eine Tochtergesellschaft, i>ie in Trave­münde Kurhäuser und Hotels erworben hat. Neuer­dings hat die Hapag auch Die mit 9 Mill. Mk. Aktien ausgestattete Deutsche Levaute-Linie erworben, die ein­mal die Schisfahrtsinteressen des Fürsten Hohenlohe zu- sammenfaß'te, doch ging bereits 1914, als die Deutsch!« Bank die Regelung der Verhältnisse des Fiu^enkon-

England.

wb. London, 3.Jan. (Havas.) Eine 20köpfige bewaffnete Bande drang unter der Führung eines Mas-

n i ch k geworden, daß es ohne lebhafte Handelsbezieh­ungen mit dem Ausland auf die Dauer auskommt.

kieeten in das Postamt in Limerick (Irland). Dir Räu- Es gibt soviele Erzeugnisse der überseeischen Länder, ter erbeuteten 34000 Pfund Stettin,,.» die in Deutschland notwendig* gebraucht werden, G--

Der Ausstand der Metallarbeiter, ter mehrere Monate

gebauert hat und den guten Gang vieler Industrien

hemmt, ist beigefegt worden. Die Arbeiter haben sich zur