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Der Wanderer.

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Belletristisches Beiblatt zur Nasiauischen Allgem. Zeiümg

1851. JVâ 247

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Jugendsünden.

Novelle nach C. Souvestre.

(Fortsetzung.)

Die Abreise der Baronin und ihrer Tochter hatte die Bewohner BarvilleS in wahre Bestürzung versetzt. Die Damen allein waren im Stande gewesen, der barschen Rauheit deS Admirals gegenüber durch milde Begütigung daS Gleichgewicht aufrecht zu erhalten. DeS alten Herrn seemännische Gewohnheiten im Vereine mit seiner Gebrech­lichkeit machte ihn wo nicht zum härtesten, doch zum wun­derlichsten Gebieter.

WaS sollte ohne sie auS ihnen werden in der Höhle dieses kranken Löwen? Alle sahen sich unruhig an; man sprach leise und geipannt.

Georg Duret, der die Ursache dieser eiligen Abreise nicht begreifen konnte, theilte das allgemeine Erstaunen, alS man ihm einen Brief brachte mit dem Postzeichen »Rouen". Der Anblick dieser Handschrift machte ihn erst roth, dann blaß; dann verließ er schnell daS Zimmer, in dem er sich befand.

Der Admiral war noch lange die Beute seiner innern Kämpfe. Schon einige Stunden waren verflossen seit dem Verschwinden der Baronin und GabrielenS, und noch konnte er nicht daran glauben. Immer war eS ihm, als müsse Gabriele eilig zurückkehren, pötziich wieder in'S 3"nmrr treten.

Von dieser Hoffnung und der stets folgenden Enl- tänschung, der er sich so wenig wie jener entreißen konnte, w«rd er hin- und hergeworfen. In den Schwankungen dieser Trübsal, von der sein Herz zerrissen wurde, schien ihm doch eine Trennung durchaus nothwendig; er hielt sie nicht sowohl für seine Rache, alS sür seine Ehre- ibig;zu verzeihen hätte ihm seinerseits eine Erbârmlich- keti gedünkt.

Als er daS von Gabrielen erhaltene Medaillon öff­nete, hatte er mit unwillkürlicher Ausregung neben dem Bilde der Tochter auch daS der Mutter gefunden. Ga­briele hatte gehofft, daß wenn er gezwungen sei, sie Beide zu sehen, er sie nach und nach in ein zärtliches Andenken vei binden würde.

Aber sie irrte sich, der Admiral schloß daS Medaillon und warf es weit von sich. Er konnte W Ernèstinen nicht verzeihen, daß sie ihn so lange an daS Glück, eine solche Tochter zu besitzen, glauben ließ, um eS dann in den Abgrund zu verdammen.

Er war ganz in die Bitterkeit feiner Gefühle vertieft, als Georg eintrat. Der Baron drehte sich ungeduldig nach ihm um.

Wer hat Dich gerufen"? fragte er,ich will allein fein, geh"!

Der Matrose antworte Nichts, blieb aber unbe­weglich.

Tausend Donner! hörst Du"? rief der Baron und schlug auf seine Schenkel.

Admiral"! stotterte Duret.

Herr von Rostang hob den Kopf und stieß einen VerwunderungSruf auS. Der alte Matrose stand vor ihm mit verwirrten Zügen und feuchten Augen und drehte einen Brief in den Fingern herum.

Nun, was gibt eS denn? waS willst Du", fragte der Baron.

Verzeihen Sie", antwortete Wftr verlegen,abtt ich wdllre den Admiral um einen Dienst bitten"!

Um einen DieNst? Nun laß sehen; worum handelt eS sich"?

Um einen Brief, den ich eben bekommen habe, und da der Admiral weiß, daß ich nie in die Schule gegan­gen bin"