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Der Wanderer.

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Belletristisches Beiblatt zur Nassauischen Allgem. Zeitung.

1851. 238.

Jugendsünden.

Novelle nach C. Souvestre.

(Fortsetzung.)

Mein Vater"! rief Gabriele und warf sich dem Seemann um den Hals, ihre Verwirrung zu verbergen; ich weiß nicht, was Sie sagen"!

Teufel"! rief der Admiral,ich sage, mein Kind, daß der Brief an Dich gerichtet, und daß ich nicht Lust habe, Deine Correspondenz zu führen. Du kannst frei reden, wenn Du ja sagen willst".

Mein Vater", hauchte das junge Mädchen beinahe in Thränen.

Gut", erwiederte der Seemann,also ich verstehe, Du sagst nein" ?

DaS habe ich nicht gesagt" ! rief sie sich rasch er­hebend.

Nun, tausend Teufel, was sagst Du denn"? sagte der Admiral mit scherzender Ungeduld, und zu Rene ge­wandt fuhr er fort:Sehen Sie selbst, wie Sie daS Räthsel lösen; ich begebe mich besten"!

Der junge Americaner beugte mit leidenschaftlicher Anmuth ein Knie zur Erde; Gabriele sah eS und er# röthete vor Freude.Ach", sagte er mit einer Stimme, die von Bewegung bebte,vorher dachte ich Sie zu ver­stehen! Aber daS Herz wagt nicht an solch Uebermaß deS Glückes zu glauben. Aus Barmherzigkeit Fräulein, ein Wort, oder wenn daS zu viel verlangt ist, ein ein­ziger Blick, der mir sagt, ob ich hoffen darf"!

DaS junge Mädchen sah ihn weder an, noch ant- wortete sie ihm; aber ihre Hand suchte die Rene's, der sie mit einem Freudenruf ergriff, und sie mit Küssen bedeckte.

Gabriele, von Freude überstrahlt, barg ihr Antlitz an der Brust deS Admirals.

Endlich scheint eS, daß man sich verständigt hat"! sagte dieser lächelnd.

Ach Gabriele, Herr Admiral" , stammelte Rene , der sich erhoben hatte.Verzeihen Sie, wenn ich Ihnen meinen Dank nicht auösprechen kann, aber daS Herz ist mir zu voll".

Warten Sie", rief der Baron,da kommt Jemand, den wir ganz vergessen haben und dessen Einstimmung unumgänglich nöthig ist".

Meine Mutter"! unterbrach ihn Gabriele, lief der Baronin entgegen und warf sich ihr um den Hals.

Warum daS"? fragte Frau von Rostang.

Weil Sie den zukünftigen Mann Ihrer Tochter an erkennen sollen" l

GabrielenS Gatten" ? wiederholte die Frau Ba­ronin zitternd,ihren Gatten sagen Sie? Wer ist eS? wo ist er"?

Nun tausend Teufel; ich denke, man braucht nicht lange zu suchen, um Den zu erkennen"! sagte der See­mann heiter und deutete auf die leuchtenden Züge^deS jungen Amerikaners.

Herr Rene" ! rief die Baronin , und fuhr bestürzt zurück.

Der Admiral machte eine bejahende Bewegung.

Herr Rene von Ramière"! wiederholte sie mit stär­kerer Stimme.

Er liebt Gabrielen und wird von ihr geliebt", sagte der Baron.

Er, von meiner Tochter"? rief Ernestine ver­zweifelnd,o nein, nein, Sie irren sich, das ist un­möglich" !

Hierbei zog sie ihre Tochter heftiger an sich, sah ihr mit irren Blicken ins Gesicht und sagte:Nicht wahr, Ihr irrt Euch? Gabriele, warum antwortest Du nicht?