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Der Wanderer.

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Belletristisches Beiblatt zur Naffauischen Allgem. Zeitung.

1851. â S26

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Jugendsünden.

Novelle nach C. Souvestre.

(Fortsetzung)

Als sie allein waren, brachen Bruver und Schwester in ein herzliches Gelächter auS; dann wollte Marcell sie umarmen, um ihr zu danken, daß sie ihm im Sturm so so glücklich zu Hülfe gekommen war; sie aber nahm wie- der ihr gravitätisches Wesen an, und begann die mora« lische Rede, mit der sie sich nun einmal beauftragt hatte. Eie wußte, daß Marcell den Abend nicht nach Hause ge­kommen war, und sie hielt ihm die Versprechungen vor, die er ihr und ihrer Mutter gemacht habe.

Der junge Mann unterbrach sie ungeduldig.Nun", rief er, da macht eS meine kleine Schwester gerade wie der Admiral und klagt mich an, ohne hören zu wollen! Ich wette, Du denkst auch, ich hätte die Nacht in irgend einem Schlosse der Nachbarschaft unter Toasten auf die Junggesellen zugebracht"?

Und ist's nicht in Wahrheit so"? fragte Gabriele.

Keineswegs, meine Liebe".', erwiederte Marcell. Ich habe die Nacht ganz fchâferlich auf einem Heuboden I verlebt, und habe nur von Dir und der Baronin gespro- $en"! Das junge Mädchen stieß einen Verwunde- rungsruf aus.

Erst muß ich Dich fragen", erwiederte der Bruder, indem er sie betrachtete,ob Du nicht feil zwei Tagen einen Fremden um das Schloß hast streifen sehen, haupt­sächlich in der Gegend der großen Hagebuche, wo Du gewöhnlich spazieren gehst".

Ich", sagte Gabriele etwas verwirrt,in Wahr­heit, ich weiß wirklich nicht, eS gehen so viele Leute an Darville vorbei".

Dann, kleine Schwester, bin ich e.n besserer Be­obachter als Du, denn mir fiel sein Gesicht und sein Wesen auf".

Und Du hast ihn gestern wiedergesehen"? fragte das junge Mädchen und spielte, ohne die Augen aufzu­schlagen, mit einer Sophaquaste.

Auf der großen Haide, Stelle Dir vor, Nimrod­lag auf der Lauer; und als ich über einen Graben sprangt um ihn zu suchen, sah ich mich plötzlich meinem Fremden ! gegenüber, dessen Hund in derselben Stellung wie Nim­rod schnüffelnd lag. Ohne eS zu wissen, jagten wir auf dasselbe Wild. Du kannst Dir denken, daß bei dieser Gelegenheit Jeder seine gute Lebensart an den Tag legen und dem Anderen den Platz überlassen wollte. Feuern Sie, mein Herr! Ich thue Nichts. Nach Ihnen! Nach Ihnen! Ich weiß wirklich nicht, wie wir noch aus­einander gekommen wären, hätte nicht das Rebhuhn von unsern Höflichkeiten gelangweilt die Flucht ergriffen"!

Und dann habt Ihr Euch getrennt" ? fragte Ga­briele mit Interesse.

Keineswegs", antwortete Marcell.Du weißt, meine Liebe, daß Widerwärtigkeiten brave Herzen »er# binden. Ich suchte ihn zu entschädigen, daß er durch mich das Rebhuhn verfehlt hatte. Ich schlug ihm vor, ihn in ein besseres Revier zu führen; er nahm eS freu­dig an, und nach einer Stunde gemeinschaftlicher Jagd waren wir vertraute Freunde".

Also", erwiederte Gabriele lebhaft,Du fandest ihn liebenswürdig" ?

Reizend, kleine Schwester. Plaudernd verirrten wir suns, und als der Abend kam, wurden wir von einem i Hagelwetter überfallen. Wir mußten die Nacht in der Hütte des JagdpächterS zubringen, wo mir mein Ge­fährte fein Herz auöfchüttete".

Ah, und was hat er Dir gesagt" ?

Erstens , daß er aus den Vereinigten Staaten käme, um sich in Frankreich niederzulassen".

Und er heißt"?