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um mit ihrer Hülfe zu einem Trunke zu gelangen und die ich in der Brusttasche des Pelzes gehabt. Ich fand bei näherem Suchen nchtS als eine Auswahl aller jener Infekten, die daS Leben der Menschen zu peinigen »er* wögen und die stete Folge eines längeren Aufenthaltes im Felde sind.

Man ließ unS fast bis zum Abend in der entsetzlich­sten Sonnenhitze, die dem Regen und Wind des verstos-; senen TageS gefolgt war, auf dem schattenlosen Platze: stehen, ohne die theils körperlich Amputirten, theils sonst Verwundeten zu verbinden, oder überhaupt Lebensmittel zu reichen. (Forts. folgt.)

Hermann Koth« in Wiesbaden

Und mit Staunen und mit Grauen Sahen'S die Herren und Edelfrauen/'

Die Zeit der Wunder liegt hinter uns, aber keck

vor

uns tritt ein Wunder der Zeit, ein Zeichen der unendli« chen Vervollkommnungsfähigkeit des menschlichen Geistes, ein lebendiger, schlagender Beweis dafür, daß es Dinge gibt zwischen Himmel und Erden und jetzt sogar in Wies­baden , wovon unsere Philosophen sich nichts träumen lassen. Dieses Wunder, dieses Zeichen, dieses merkwür­dige Phänomen ist jenes Ri e se n g e v â ch t n i ß des Herrn Hermann Koth6, von welchem wir freilich schon seit Jahren die rühmlichsten Berichte lasen, ohne daß wir unS jedoch das darunter vorgestellt hätten, waS wir nun mit eigenen Augen und Ohren gesehen und gehört. Staunen erregt die Gewandtheit, mit welcher Herr Kothe unab­sehbare Zahlenmaffen, unbegrenzte Reihen der buntscheckig­sten Namen und ein wahres Durcheinander von allerlei schwierigen Notizen nach nur einmaligem Vor sa­gen sowohl vorwärts wie rückwärts, und sowohl in wie außer der Reihe wieder hersagt mit einer Schnellig­keit, daß man seinen Worten kaum folgen kann; Stau­nen nein, Grauen ergreift den Zuhörer bei dieser un­erhörten Ausbildung einer Anlage des menschlichen Gei­stes, von welcher man es nicht für möglich gehalten hätte, daß sie eine solch' schwindelnde Höhe je zu erreichen ver­möge. Etwas wahrhaft Dämonisches liegt in der Art, wie dieserGedächtnißriese" die ihm zum Einprägen ge­gebenen Notizen in seine geistige Welt einzuzwängen ver­steht; er scheint ein unumschränkter Gebieter im Reiche der Vorstellungen, die seine Sclaven sind und dem Zau­berstabe seines Willens gehorchen müssen unbedingt und ohne Widerrede, so er gebeut, stehen sie da, so er befiehlt, "scheinen sie vor seinem innern Auge. Mit Recht sagt «in Berichterstatter von ihm:Es ist, als ob die geistige

Thätigkeit bei diesem merkwürdigen Manne in Verbin­dung mit einem elektrischen Telegraphen stände und Unter­than sei der Bewegung eines Drahts, so sehr hat Herr Kothe dieses sein Wundergedächtniß am Schnürchen! Und man sollte glauben, daß diese unerhörte, über alle Begriffe gehende Cultivirung einer Seite der Seelenkrast die übrigen Seelenkräfte beeinträchtigen müßte; aber weit entfernt. Vielmehr zeigt die Klarheit und die Tiefe der Auseinandersetzungen über die Seelenzustände , daß hier alle Richtungen in gleicher Stärke und Regsamkeit ent­wickelt sind, daß schon der Vortrag allein, gauz abgesehen von den wunderbaren Proben der Gedächtnißstârke, im höchsten Grade interessant ist, sowohl für den Psychologen, sowie für den Mann von einfachem, gesundem Menschenver­stand". In Köln ließ Herr Kothe sich, wie die Kölnische Zeitung berichtet, durch den Casernenhof vierundfünfzig Infanteristen in Gegenwart vieler Offiziere einzeln mit Namen nennen, und nachdem sie sich darauf, ohne daß er eS "gesehen, wild und bunt durch einander gestellt, rief der Gedächtnißkünstler jedem Einzelnen richtig seinen Na­men vom Gesicht. In Hamburg sprach er die folgende Sylbenarmee ; Buxbaxraxrecalogeorsancurwafiapelofi- fritoliratimumabaranisdächtgekänätoslonsapaptonalte- rexmaxmogeinekpetofenkehikepekastomatiforilopasko- zclrkriltari, nachdem ihm dieselbe nur einmal vorge- i sagt war, mit der größten Geläufigkeit vorwärts und 'rückwärts nach, und eben so in Köln die folgende Stelle aus der Gitagorinda des indischen Dichters DschajabewrMeghairmeduram ambaram vanab- bura sjamastamaladrumair naktam birurajam trameva radhe gribam prapaja ittham nandanidesatast chali- i tajo pratjadhrakundschadrumam. Und hier in WieS- ; baden, wo Herr Kothe am vorigen Samstag im Saale des Gymnasiums einen Vortrag hielt, wurden ihm von der

anwesenden Gesellschaft die folgenden Zahlen, Namen und i Notizen ebenfalls 'nur einmal vorgesagt, worauf er ; dieselben, wie schon erwähnt, mit wunderbarer Geläufig­keit und Sicherheit vorwärts und rückwärts und in jeder Ordnung wieder nachsprach: 34181079453883596527316 9421810687912368853217965432273541345 , SocrateS, Andernach, Hannibal, Wiesbaden, Nicolaus, Botanik, Saphir, Warschau, Peloponnes, Ludo, Euripides, Bäuerle, Ponjatowsky, Buxtehude, Napoleon, Cicero, Sardanapal, Nabucodonosor, 456, Dümourier, Trau schau wem, Ebro, Weit in nebelgrauer Ferne, Jmael, Bucharest, Varna, Pique, Les temps sont passés , der Krug geht so lange zu Wasser bis er sbricht, dvTicr kireli^ TteSovSe xvÄiy^ETo Xäa§ aveid^s, 234', Carreau dame, Ohio, Le propre cestle vol, (x + y) * = X2-j-2Xy--}-y, Do­nau, 791, OberconfustonSrathSanstellungSgesuchSabschla- giger Bescheid, Rhein, Coelum non animum mutant