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Der Wanderer.

Belletristisches Beiblatt zur Nassauischen Allgem. Zeitung.

1851. M 196

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O Die Goldmine.

Novelle frei nach E. Berthct, erzählt von Fr. Bousfier.

(Fortsetzung.)

Peyras erzitterte, gab dem Knaben einen Thaler, nahm ihn mit und ging zu der Baronin zurück, um ihr Mittheilung von dem Gehörten zu machen. Die Kutsche folgte dem kleinen Führer solange, als eS der mit Trüm­mern überschüttete Weg gestattete. Dann aber mußte Ernestine in derselben unter dem Schutze des Kutschers allein zurückbleiben, während Moriz mit dem Knaben den Tannen, die wir aus unserer früheren Erzählung schon kennen, zuschritt. Da bedeutete ihm der Knabe aufzu- schauen, und, mit dem Finger auf den freien Platz vor der Höhle zeigend, sagte er mit einem gewissen Schrecken:

Da ist sie" !

Moritz erblickte eine Frau von hoher Gestalt, die auf einem Felsstücke vor der Höhle saß. Sie war mit I einem groben, braunen Mantel bedeckt und blickte un­verwandt hinüber nach dem Follet.

Der Knabe eilte hastig zurück und Moritz bestieg das Plateau. Seine Schritte waren so leise, daß die Frau, welche noch immer nach dem Follet gekehrt saß, ihn nicht hatte kommen hören. Plötzlich fuhr sie auf, richtete ihre Augen auf Moritz und erzitterte heftig.

Er, er hier", rief sie in höchster Verwirrung; ist eS noch ein Traum? werde ich ihn denn immer sehen"?

Madame", stotterte Moritz,entschuldigen Sie, wenn..."

«Er spricht" , sagte die Frau vom Felsen zitternd. »$< ja, ich habe den Ton seiner Stimme wieder erkannt.

ist es! doch ist er jünger, schöner als je! Und 31 Saiten sind seitdem verronnen! O, ich bin wahnsinnig. Eie haben recht, ich bin wahnsinnig geworden"!

Sie erhob sich schnell und wollte in die Höhle zu- rückkehren. Doch Moritz hielt sie zurück und fragte in bittendem Tone, ob sie ihm nicht Nachrichten über Martin-Simon oder seine Tochter Margarethe geben könne.

Die Unbekannte stürzte sich in einem Sprunge vor ihn und sagte mit bebender Stimme, die aber zugleich auch verkündete, daß ihre Ideen ruhiger geworden waren :

Sie sind nicht derjenige, für welchen ich Sie hielt; aber wer sind Siedenn, da Sie nach Martin-Simon und Margarethe von Peyras fragen" ?

Ich bin Moritz vor PeyraS, Sohn des Baron Marcellin".

Eine außerordentliche Bewegung malte sich auf den Zügen der Einsiedlerin.

Sie sind sein Sohn". wiberholte sie; ich hätte eS an der außerordentlichen Ähnlichkeit schon erkennen sollen. Aber wo ist er? waS macht er? Warum ist er nicht ge­kommen" ?

Wenn Sie von meinem Vater sprechen, so sollten Sie diese Trauerkleider lehren....."

Er ist todt"! rief sie düster;und gewiß, er hat niemals meiner gedacht..... Aber Sie sagten mir ja noch kein Wort von Ihrer Mutter sie ist unglück­lich, nicht war? gestehen Sie eS nur"!

Bis dahin hatte Moritz sich durch die Autorität die, scr geheimnißvollen Frau beherrschen lassen; allein diese Frage reizte ihn doch und er antwortete etwas sehr un­willig :

Bevor ich auf irgend eine Frage über meine Fa­milie antworte, wäre es gut, daß ich wisse, wer mich fragt".

Die Einsiedlerin betrachtete ihn erstaunt und er­widerte: