Der Wanderer.
Belletristisches Beiblatt zur Nassauischen Allgem.
1851. — ^F 195.
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O Die Goldmine
Novelle frei nach E. Bertbet, erzählt von Fr. Boulfier.
(Fortsetzung.)
Der junge Mann richtete seine Schritte nach den Hütten, von denen wir gesprochen. Die Baronin aber ließ die Vorhänge niederfallen, sei eS auS Vorsicht gegen den Frost, der sie erfaßt, sei eS, um die Erinnerungen, die sich an die Betrachtung dieser Landschaft knüpften, niederzudrücken.
Moritz näherte sich jenen; daS Geräusch seiner Tritte lockte einen 12 bis 13jährigen, zerlumpten Knaben hervor.
„Kannst Du mir nicht sagen, mein Kind", fragte er, »ob man hier nicht einen Greis , mit Namen Martin- Eimon, oder irgend Jemand seiner Familie kennt"?
Der Knabe trat mit erstauntem, dummen Lächeln einige Schritte zurück und rief seine Mutter, eine alte, ärmliche, zitternde Frau.
Moritz widerholte dieselbe Frage, ohne Antwort zu. »Halten. Endlich sagte er: „Kennt Ihr den Mann l denn auch nicht unter dem Namen: „„König deS Pel« i vour"" ?
„König deS Pelvour"! wiederholte die alte Frau, sich bekreuzend, und wollte in ihre Hütte zurückbeilen.
„Mutter" , fragte naiv daS Kind, „war daS nicht b» alte berühmte Zauberer, von dem Du mir erzählt hast, daß er mit dem Satan einen Bund hatte und von dem Teufel erwürgt wurde, als der Vertrag abgelaufen war" ?
„Mein Herr", sagte die Alte, „daS heißt einer Christin spotten, sie nach Sachen zu fragen, denen der Teufel allein antworten kann. Verflucht sei der sKönig deS Pelvour und seine ganze abscheuliche Race.
Diese Verwünschung brach Moritz fast daS Herz. Doch seine stürmischen Gefühle, welche die Undankbar
keit der Thalbewohner in ihm erregt hatten, niederkäm, pfend, ließ er einen Thaler in die Hände der Alten gleiten und sagte weiter:
„ES ist hier gewiß ein Mißverständniß. Der Mann, um den eS sich handelt, war ein edler Mensch und geliebt von Allen, die ihn kannten, die sich seiner Wohlthätigkeit erfreuten"!
„Dann ist eS ein Anderer", entgegnete die Alte; „übrigens bin ich erst seit einigen Jahren in dem Thale, wohin mich daS äußerste Elend getrieben , um diese erbärmlichen Wohnungen zu benutzen, und kenne zu wenig die Geschichte dieses Landes".
„So gibt eS denn Niemand hier, der mir nähere Auskunft geben könnte" ?
Die Alte schwieg; aber der Knabe sagte plötzlich;
„Mutter, soll ter Mann nicht jene Alte aufsuchen, die mich erschreckt hat, so oft ich ihr begegnete? Man sagt, daß sie seit lange drüben im Gebirg eine Höhle bewohnt".
„Wer ist diese Frau"? fragte mit lebhaftem Interesse Moritz.
ES ist eine Wahnsinnige, die zu Niemanden spricht und welche Niemand kennet; sie lebt allein eine Viertelstunde von hier in einer wilden Gegend, auf einem Felsen, den sie nie verläßt, als um ihre Nahrung in der Umgegend alle Monate einzukaufen. Doch gestehe ich Ihnen, sie hat keinen guten Ruf, gilt ebensowohl als eine Zauberin und Wahnsinnige; auch werden Sie von ihr wenig erfahren, denn sie ist nichts weniger als gesprächig. Doch Peter weiß den Felsen, wo sie wohnt und kann Ihnen denselben zeigen. Vielleicht können Sie bei ihr die gewünschten Nachrichten erhalten"'
„Aber wie heißt dieses arme Wesen"? .
„Sie können sie nennen, wie Sie wollen; sie gibt nichts darauf. Man nennt sie die große Frau, die,