Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image
 

Der Wanderer.

Belletristisches Beiblatt zur Nassauischen Allqem. Zeitung

1851. M 175.

O Die Goldmine

Novelle frei nach E. Berth et, erzählt von Fr. 93 e x f f i er.

(Fortsetzung.)

Der Magister brummte einige unverständliche Worte und der Auvergnate fuhr fort: »ich will sehen, wer den alten Freund Raboiffon fortjagt, obgleich er im Hause deS Königs von Pelvour ist".

Schon bei den ersten Worten war Matin-Simon er­bleicht und hatte sich rasch erhoben; deßgleichen Marga­rethe ; ^Vater und Tochter besprachen sich leise. Die Gäste sahen erstaunt einander an.

Das Gespräch hatte sich draußen von Neuem er­hoben ; auf einmal schien Noel von kräftiger Hand weg, gestoßen worden zu sein und ein etwaö ältlicher, grober Mann trat in daS Zimmer in unedler Haltung, auf sei­nem Rücken das Instrument seiner Profession, eines Scherenschleifers, tragend.

Martin-Simon zog die Augenbrauen zusammen und machte eine drohende Bewegung.

Lasse ihn, Vater", besänftigte Margarethe,er ist betrunken".

WaS willst Du, Elender" ? herrschte ihn Martin- Simon rauh an,habe ich Dir nicht verboten, je wieder dieses Haus zu betreten".

Raboisson, durch die Anwesenheit so vieler fremden Gäste, die er nie hier gesehen, trotz seiner Trunkenheit doch etwas in Verlegenheit gebracht, stotterte:

»Ich wollte .... verzeihen Sie, ich wußte nicht... ich wollte nach Arbeit fragen".

Es gibt für Dich Nichts als....."

Margarethe unterdrückte eine auf den Lippen Martin- Simons schwebende Drohung.

Ich will Deine Unverschämtheit vergessen", ergänzte Martin-Simon,doch packe Dich, gehe in die Küche,

lasse Dir Etwas zu essen geben und mache, daß Du nicht wieder kommst".

Er befahl einem Bedienten, mit ihm zu gehen. Ra- boision taumelte zur Thüre hinaus mit feiner Maschine auf dem breiten Rücken.

Zu den Gästen gewandt, wollte Martin-Simon wie­der seine ruhige Miene annehmen, doch entging diesen seine Verlegenheit nicht.Entschuldigen Sie", sagte er, die unangenehme Unterbrechung, dieser Mann war früher als fleißiger Arbeiter in meinen Diensten; doch er ist lüderlich geworden und in trunkenem Zustande gar unausstehlich. Drum jagte ich ihn fort, und nun erschien er trotz meines Verbotes wieder".

Der heitere Zustand wollte in der Gesellschaft nicht wiederkehren. Martin,Simon begleitete nun die Gäste in ihre Zimmer, und kehrte dann in den Speisesaal zurück, um sich mit seiner Tochter zu besprechen.

Sie beriethen sich, wie sie den ungelegenen Gast am besten wieder entfernen könnten, über den der volle Zorn Martin-Simons hereingebrochen war. Margarethe meinte, man solle ihm Alles, was er verlange, geben und ihn dann auf'S schleunigste fortschicken.

Allein, wer steht mir dann, daß dieser Besuch der letzte war"? wandte Martin-Simon ein,und daß, wenn ich auch Alles gethan habe, um sein Schweigen zu er­kaufen, er dennoch nicht daS plaudern wird, von dessen Geheimniß das Glück so vieler Personen abhângt? Ich habe Ursache zu glauben, daß schon der Prior von Sau* taret durch ihn Einiges weiß, und daß man, Dank seiner JndiScretion, schon im Dorfe Vermuthungen hegt. Auf mein Wort, ich denke manchmal, daß derjenige unserer Leute, welcher eine Kugel durch den Kopf dieses Elenden jagen würde, keine schlechte Handlung beginge. Sollte indeß durch ihn die Sache entdeckt werden, so schwöre