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Der Wanderer.

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Belletristisches Beiblatt zur Nasiauischen Allgem. Zeitung

1851. M 173.

O Die Goldmine

Novell« frei nach E. Berth et, erzählt von Fr. Bouffier.

(Fortsetzung.)

V.

Der Mord. ;

Bot schon das Dors Ende-der-Welt von einer ge« wissen Entfernung einen lieblichen Anblick, so machte es einen noch angenehmeren Eindruck in der Nähe. Die Häuser, auS denen eS bestand, waren nett, sreundlich, reinlich, von dunklem Laubwerk umrankt. Alles bewies Wohlstand, Ruhe und Zufriedenheit. Eine wohlthätige Gottheit schien hier zu walten und diese Oede in ein Eden umgeschaffen zu haben.

Was den Fremden am meisten auffiel, war die Hoch­achtung, welche die Bewohner ohne Ausnahme Martin- Simon bewiesen. Die kleinen Knaben unterbrachen ihre Spiele am Wege, um ihn zu begrüßen; die jungen Mäd­chen lächelten ihn mit der graziösesten Verbeugung an; die Männer zogen schon von weitem ihre Montagnarden« Hüte ab, und die Greise, denen er in Verehrung ihres Alters die Hand drückte, schienen auf diese Ehrenbezeu- gung stolzer, als auf ihre weißen Locken zu sein, die ihre Schultern hinabrollten. Man hatte die Macht Martin Simons nicht übertrieben; er war ein König, den man wie einen Vater ehrte, und wie einen Freund liebte.

Der König des Pelvour betrachtete seinerseits mit väterlichem Blicke die braven Leute, welche, nach einer Abwesenheit von mehreren Tagen, herzuliefen, ihn zu be­grüßen ; er hatte für einen Jeden von ihnen ein Lächeln, eine wohlwollende Bewegung, ein freundliches Wort; er schien mit ihnen zufrieden zu sein, wie sie mit ihm.

Die Wahrnehmungen befremdeten den Chevalier so, M er einen Augenblick seinen Haß gegen Nachbar Mi- chklot vergaß und diesem mit leiser Stimme sagte:

Dieser Mann ist wahrhaft ein Magier; diese Macht ist übernatürlich".

Ihr seid noch nicht am Ende der Wunder", ant­wortete der Procurator, boshaft lächelnd;doch ich muß schweigen".

Man kam vor Martin-Simons Haus. Es erhob sich nahe der Kirche, an einen Felsen, der in den schlech­ten Jahreszeiten das Dorf vor den Lawinen schützte. ES war etwas größer, als die andern, doch schien es weder großartiger, noch eleganter. Die Vorderseite ging auf einen freien Platz zu, der den Bewohnern deö ThaleS am Sonntage zum Versammlungsorte diente. Von den andern Seiten erhob sich bis zum ersten Stocke eine Erdterraffe, bepflanzt mit Obstbäumen.

Die meisten derjenigen, welche ihrem Amtmann ent­gegengekommen waren, hatten sich aus Neugierde oder aus Achtung dem Zuge nach seinem Hause angeschloffen. Vor dem Hause angekommen, machte der Haufe einen ungewöhnlichen Tumult. Alsbald öffnete sich die Thüre, und auf deren Schwelle erschien eine schlank gewachsene, schöne Jungfrau mit blauen Augen, weißen Zähnen, mit sanften, aber kalten Gesichtszügen. Alle Landleute erho­ben die Hände an ihre Hüte.

Das ist meine Tochter", sagte Martin-Simon höf­lich zu den Reisenden,daS ist mein gutes Gretchen" !

Die Züge Margarethens waren schön und regel, mäßig, obgleich durch Lust und Sonnenstrahlen etwas dunkel gefärbt; ihr Körper, in schönem Ebenmaß gebaut, trug daS Gepräge ungewöhnlicher Kraft. Ihre Kleidung war einfach, ohne Schmuck; ihre Kopfbedeckung ein blen­dend heller Strohhut. .Ihr ganzes Wesen zeigte Würde^ Edelmuth und Grazie.

Margarethe warf auf die Reisenden einen durchdrin­genden Blick, während diese vom Pferde stiegen; aber