Einzelbild herunterladen
 

Der Wanderer.

Belletristisches Beiblatt zur Nassauischen Allgem. Zeitung.

1851. â 166.

0 Die Goldmine Novelle frei nach E. Berthel, erzählt von Fr. Bouffier.

(Fortsetzung.)

Seien Sie nicht traurig, Fräulein, sagte Marlin- Simon, unser Dors ist nicht so traurig und elend, als es Ihnen erscheinen möge; obgleich ich Ihnen gerade kei­nen LuruS darin versprechen kann, werden Sie doch Be­quemlichkeit und mehr Freundlichkeit als hier finden".

,Sunt nobis castaneae molles et pressi copia lactis", murmelte der Magister, näher herzutretend.

WaS zum Teufel murmelt Ihr da, Eusebius", fragte Martin, Simon,ich denke nicht, daß Ihr ein Land schmähen werdet, in dem Ihr schon so viel Glück ge- nossen"!

Ein Land" erwiderte in seltsamer Zerstreuung Noel, ein Land, i n v r in e S Goldminen gibt".

Martin-Sim^n erzitterte. Er wandte sich nach den jungen Semen, um zu gewahren, ob sie die letzten Worte des Magisters gehört.

Ernestine und der Chevalier waren einige Schritte seitwärts getreten, um die Landschaft zu betrachten. Der Montagn arde warf Noel einen drohenden Blick zu und sagte ihm mit leiser Stimme:

Seid Ihr denn ein vollkommener Dummkopf, und wollt Ihr durch solche Aeußerungen , daß Frankreich alle seine Banditen hierher schicke. Ihr wißt wohl, daß die Gelehrten, die einst wie ein Zug schwarzer Raben unser Land durchschwärmten, nicht so viel Gold darin entdeckten, um nur daraus ein Kreuzchen zu machen, wie sie die Mädchen von Guisanne tragen".

Der Magister erhob lebhaft den Kopf.

Habe ich denn gesprochen? murmelte er,habe ich wir entschlüpfen lassen . . . Amtmann, wiederholt mir, was ich sagte" !

Ihr habt unkluge Worte ausgesprochen", erwidert« streng Martin-Simon;doch lassen wir das, und saget mir schnell, mit welcher Botschaft hat Euch meine Toch« ter beauftragt? ich denke, Euer Gedächtniß ist zurückge- kehrt". Noel lächelte mit einer Miene deö Elnverständ- nisseö.

Ich M Euch sagen, daß der gewisse Raboisson sich wieder im Lande hat sehen lassen, und daß er selbst von einem Augenblick zum andern nach Ende.der-Welt kommen kann".

Eine Verwünschung entschlüpfte den zusammengepreß­ten Zähnen Martin-SimonS.

Ich begreift nun wohl, warum meine Tochter Euch mir entgegengeschickt hat, um mich von der Erscheinung dieses Mannes in unsern Gebirgen zu benachrichtigen", sagte er hastig;ich muß sehen, ob dieser Zudringliche die Verwegenheit gehabt hat, sich, ungeachtet seines Ver­sprechens bei mir einzufinden; mein armes Gretchen muffte in tödtliche Angst gerathen fein. Meister Noel, führt diese jungen Leute in unser Dorf, während ich suchen will, diesen Elenden zu entfernen; aber hütet Euch, ihnen mehr zu erzählen, wenn sie Euch in Betreff meiner fragen soll­ten, als Jedermann im Dorfe ihnen erzählen könnte. Seid auf Eurer Hut"!

Und Ihr, Amtmann, gedenkt meinerWarnung, diese Unbekannten aufzunehmen : qui$ novus hic nostris" .... Ohne weiter zu hören ging Martin-Simon zu den in traulichem Gespräche begriffenen jungen Leuten.

Meine Freunde", sagte er, indem er seine Unruhe zu verbergen suchte,eine unerwartete Nachricht zwingt mich, Euch jetzt zu verlassen; folgt daher Meister Noek, der Euch sicher nach Ende - der - Welt führen und einen guten Empfang da vorbereiten wird. Adieu, in zwei Stunden sehen wir unö wieder". ,