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derMhevalier von PeyraS sich der Form wegen leicht verbeugte.

Nach Beendigung dieser religiösen Ceremonie schick­ten sich die Gäste LautaretS an, Abschied zu nehmen, als der alte Mönch sie vor dem in der Wand eingemauerten Opferkasten bei der Thüre einen neuen Halt machen ließ und einige Worte Latein stammelte. Die Reisenden ver­standen , daß dies eine Appellation an ihre Mildthätig­keit sei.

Marcellin beeilte sich, die Hand in die Tasche seiner Weste zu bringen, und, sowohl auS natürlicher Groß« muih als auch dem Verlangen, sich vielleicht das Wohl­wollen der Hospitäler zu sichern, zog er zwei Goldstücke hervor, die er mit Geräusch in den Opferkasten warf. Der Prior verneigte sich, aber ließ kein Zeichen der Ver­wunderung sehen, wie eS der Chevalier in Betracht des Wertstes seiner Gabe vielleicht erwartet hatte.

Unterbeß schien Martin-Simon mit dem Ansehen eines geizigen Bauern, der nur mit Bedauern sich ent­schließt, seine Zeche zu zahlen, nach seiner Börse zu su­chen. Er sammelte in seiner Hand AlleS, was er in seinen zahlreichen Taschen an Münze finden konnte und leerte sie in den Opferkasten deS Hospitiums. Ungeachtet der Vorsicht, die er gebrauchte, um den Werth seines Almosens zu verbergen, verrieth doch der Klang des Me­talls, daß der sonderbare Bauer eine Hand voll Gold in die Büchse geworfen hatte.

Der Chevalier von PeyraS und Fräulein v. Blan- chefort betrachteten sich mit Erstaunen; aber der Prior, obwohl er mit einem Seitenblicke Alles wohl beobachtet hatte, waS vorgegangen war, schien keineswegs überrascht, und verneigte sich, wie er eS schon bei dem Chevalier ge­than hatte.

Aber, um Himmelswillen, wer sind sie denn" ? fragte Marcellin,daß Sie eine Nacht der Gastfreundschaft so bezahlen" ?

Ach, Sie haben gesehen"? sagte der GebirgSbe« wohner mit großer Ruhe;eS ist daS nur etwas äußerst Einfaches.

Ich hatte ein Gelübde gethan , wenn ein gewisses Geschäft sich glücklich beendigte, die Hälfte des Ertrages den ehrwürdigen Vätern LautaretS zu übermachen; gestern bin ich mit demselben in Grenoble glücklich zum Ziele ge­langt und heute beeile ich mich, mein Gewissen zu be­ruhigen.

Solche Gelübde sind in unsern Gebirgen nicht selten, wo im Vorbeigehen gesagt, man frömmer ist als in un­sern Städten".

Darauf, als wenn er weitere ihn in Verlegenheit setzende Fragen verhüten wollte, ging er zur Thüre, und die jungen Leute, sowie der Mönch folgten ihm. Die

Pferde waren bereit und schienen, obgleich man die Le­bensmittel, sowie die andern Bedürfnisse auS weiter Ferne nach Lautaret schaffen mußte, in den Ställen deS Klo­sters gut verpflegt worden zu sein. Die Reisenden dank­ten dem Bruder für seine Gastfreundschaft, stiegen zu Pferde und jagten im Galopp davon, nachdem Martin- Simon dem Mönche nochmals neue Weisungen ertheilt hatte, welche dieser mit derselben Ehrerbietigkeit wie zu­vor anhörte. (Fortsetzung folgt.)

Der Brand in San Francisco.

(Auâ einem Privatbriefe der Weser-Zeitung.)

(Schluß.)

Ich versah mein Bett mit schönen reinen Bettlaken und stellte eS zur Disposition einer niedlichen kleinen Frau meiner Bekanntschaft, von deren Sachen ich Man­ches gerettet hatte; seitdem habe ich sie mit ihrem Manne, ein Sohn von La belle France, eins von unsern obern Zimmern bewohnen lassen; sie ist eine Hamburgerin, hatte mit ihrer Ehehälfte zusammen ein kleines Geschäft, wobei sie ganz nett verdienten. Die kleine Frau ließ sich in­dessen nicht zwei Mal Muth einsprechen, ein neuer klei­ner Laden ist beinahe wieder fertig und in ein paar Ta­gen wird das Schild mit der alten Firma wieder auf­gesteckt.

Am Morgen hatte ich darauf daS ganze HauS voll Bekannter, meistens Abgebrannte, und meine überflüssigen Hemden, Schuhe, Stiefel, Socken rc. wurden in Anspruch genommen, und natürlich am nächsten Abend war freie Einquartirung.

Gegen 10 Uhr machte ich mit einem Freunde einen Spaziergang auf den Telegraphenberg, um genauer zu sehen, welchen Umfang daS Feuer im Ganzen genommen, die Flammen wütheten noch am Fuße deS Berges, wur­den indessen bald darauf durch die Bay aufgehalten, glück­licher Weise lagen keine Schiffe nahe am Lande, sonst hätte daS Unglück noch bei Weitem größer werden können. Der Verlust ist dieses Mal enorm, und wenn die Zeitungen von 12 bis 15 Millionen sprechen, ist daS wohl so ziemlich eine richtige Aestimation. Die steinernen Häu­ser, zeigt sich jetzt, sind lange noch nicht sämmtlich feuer» fest gebaut, die Flammen, welche diese hölzernen Häuser von sich werfen, sind fürchterlich und nur wenige von den steinernen Häusern, welche mit dicken eisernen Läden ver­sehen waren, haben der Gluth widerstanden und fand man sie am nächsten Morgen nach Oeffnung der Lucken und Thüren unversehrt.

Die eisernen Häuser sind natürlich sammt und so«'; } derS zerstört worden. Man hatte in der letzten Zeit feW