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Der Wanderer.

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BkllttristWcs Beiblatt zur Rassainlcheu Allgcm. Zeitung.

18S1. ^ 158.

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O Die Goldmine

Novelle frei nach E. Berth et, erzählt von Fr. Bouffier.

(Fortsetzung.)

II.

DaS Bekenntniß.

Unterdessen hatte Martin-Simon dem Prior ein Zei­chen gegeben, ihm mit einer Lampe zu folgen und die beiden jungen Leute gegen einen Korridor gezogen, längs dessen die den Reifenden reservirten Zellen sich befanden. Der Prior gehorchte und führte sie stillschweigend in das kleine, dem jüngsten der Brüder bestimmte Zimmer. Da­rauf zog er sich zurück, nachdem er einige leise Worte mit Martin-Simon gewechselt; jener verschloß sorgfältig die Thüre hinter sich, um gegen jeden Besuch irgend eines Unbescheidenen gesichert zu sein.

Die Zelle, in die sie eingetreten waren, zeugte von einer ganz klösterlichen Einfachheit; die Mauern waren mit Kalk geweißt, ohne Bildhauerarbeit und ohne Zierde; ein schmales Bettchen von weißem Holz, ein Stuhl, ein Betstuhl, ein Tisch, auf dem ein aufgeschlagencS Gebet»! buch lag, machten die ganze Möblirung aus. Aber we­der der Gebirgsbewohner, noch die zwei Flüchtlinge dachten daran, diese Einzelheiten zu prüfen. Ernst warf sich auf den Stuhl und liest, daS Gesicht in den Händen verbergend, seinen Thränen freien Lauf.

Marcellin war noch ganz bleich und dachte zitternd der schrecklichen Gefahr, der sie kaum entronnen waren. Nachdem Martin Simon sich versichert hatte, daß Nie­mand sie überraschen könne, schritt er rasch auf sie zu.

Ihr seid noch nicht gerettet" ! sagte er mit halber Stimme,Ihr seid eS, die man sucht, ich habe nicht ba* ran gezweifelt; aber bevor ich noch mehr für Euch aufS Spiel setze, muß ich wissen . . ."

Ernst faßte die breite Hand deS Gebirgsbewohners und führte sie an seine Lippen.

O, Sie sollen AlleS wissen", rief er schluchzend, wir werden Ihnen Alles vertrauen; denn ohne ihren Edelmuth wären wir verloren. Marcellin", fuhr er, sich gegen seinen Bruder wendend, fort,wir dürfen diesem herrlichen Menschen Nichts verbergen; er kann ohne Zweifel unS aus dem fürchterlichen Abgrunde retten, in den uns unsere Unklugheit gestürzt hat. Sage ihm die Wahrheit, ich will es".

Das ist auch meine Absicht und mein Wunsch, denn ohne ihn hätte ich vielleicht das Blut dieses elenden Mi- chekotS oder'eines feiner Gefährten vergossen, was unS erst noch in böse Händel verwickelt hätte. Ja wohl", fügte er, sich gegen den Bergbewohner wendend, hinzu,Sie ha­ben unS einen unendlichen Dienst erwiesen, den ich Ihnen, ich schwöre eS, wiedervergelten werde. Wir sind es, die man suchte, und ohne Zweifel wären wir eben entdeckt worden, wenn nicht Ihre kühne List unsere Feinde getäuscht hätte".

Aber, um GotteSwillen, waS habt Ihr denn verübt § daß man Euch mit so viel Erbitterung verfolgt? Ich glaube von jenem Gesetzesmenschen, welcher unten ist, gehört zu haben, daß eine junge Dame . . ."

Diese bin ich, sagte leise Ernst".

In demselben Augenblicke nahm der vorgegebene Bru­der Marcellins seinen Hut ab und ließ die feinen und zarten Züge eines von Beschämung über und über crrö- thenden Mädchens sehen; ihre blonden Haare entrollten sich in langen Locken über ihre Schultern und ungeachtet ihrer Verklei ung, war eS nun nicht mehr möglich, sich in ihr zu irren; ihre schwankende Haltung , ihre Thränen, ihre sanfte Stimme waren nun erklärt.

Sie errathen jetzt unser Geheimniß", sagte Mar» s cellin mit Wärme, wir sind nicht mehr zwei Brüder, son«