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Der Wanderer.

Belletristisches Beiblatt zur Nassauischen Allgem.

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1851. M 56.

Vor Landau.

(Fortsetzung.)

Vor Queich-Hambach kam strengen Laufes dem 3«^ »in Mann entgegen, in der Hand den Sensenspieß, auf dem Hut die schwänzelnde Hahnenfeder. Er wurde an« gehalten.Wohin"? fragte Bestow.Zu Willich", ent­gegnete der Läufer;er soll machen, daß er herauf kommt".Wir sind ja auf dem Wege".All'S »och nit flink genug. Drum greifen die Herrgottsaker- Menter uns schon an*. Der Hauptmann schüttelte das Haupt über die râtbselhafte Auskunft und ließ den Bo­ten zum Anführer geleiten. Willich, der seine Freunde in Weidenthal gesucht hätte, fiel aus den Wolken, aber, seiner Gewohnheit nach, auf die Füße. Er befahl, den Zug nach Kräften zu beschleunigen, und eilte mit seinen Adjutanten in gestrecktem Trab voraus. Die Hörner bliesen, die Trommeln wirbelten Sturmschritt, und vor­wärts ging's in fliegender Eile. Dem Junker wurde daS Athmen schwer, doch daS Herz dafür um so leichter. Wer muiherfüllt dem blutigen Kampsspiel entgegeneilt, von dem fliegen die kleinlichen Sorgen ab wie Spreu im Wind. Keine halbe Stunde war vergangen, und die eiligen Schützen hatten Anweiler bereits im Rücken, ohne daß auch nur einer die Versuchung empfunden, den locken­den Wirthshäusern an der Straße einen frischen Trunk abzuverlangen. Oberhalb der Ortschaft kamen Willich und sein Begleiter ihnen schon wieder entgegen.Gut daß ihr euch zeigt", rief der Anführer Bestow zu;ihr wußt die Höhen besetzen. Engels wird euch zeigen, wo und wie".

Er sprengte weiter. Engels drehte die Zügel, und neben Bestow herreitend, sagte er:Der heillose Schimmel. Pfennig hat auch die gewöhnlichste Vorsicht versäumt. Jetzt müssen wir die Stellungen erobern, die er vor ein paar

Stunden gerade nur b> setzen durfte."--Wollen sie schon bekommen", antwortete Bestow;nicht wahr, meine Jungen"?Versteht sich" ! hieß die zuversichtliche Ant­wort. DaS eilige Häuflein fühlte sich ziemlich ermüdet, als eS Rinnthal erreichte, doch schwand die Mattigkeit augenblicklich, da einzelne Schüsse den Beginn deS Kam­pfes verkündeten.Geschwind"! ries Bestow,der Tanz beginnt, und wenn wir zaudern, versäumen wir die Po­lonaise." Den Einfall laut belachend, spannte die Mannschaft alle Sehnen an und drang vorwärts. Bald war der Kampfplatz erreicht.

Auf dem Steinweg zwischen den nassen Wiesen dräng­ten sich Schimmelpfennigs Leute in der heillosesten Unord­nung, Schützen und Sensenmänner durcheinander, Alle schreiend, Keiner hörend. Doch nein, auf Etwas hörten sie: wenn eine Kugel über ihren Köpfen hinpfiff, so bück­ten sie sich und schrieen hinter dem bleiernen Vogel her. Getroffen war übrigens noch Keiner, weil die Preußen, obschon rechtS und links auf den Höhen deS Engpasses plänkelnd, noch keine Stellung gefunden, von wo auS sie auf den Haufen zielen konnten.Platz, süßer Pöbel, Platz"! mahnte Bestow, der auch hier seine Liebhaberei übte, die Vorfälle deS Lebens mit angelernten Sprüchen zu begleiten. Dabei stieß er rechts und links um sich, warf hier einen Mann auf den Weg, dort gar einen Hauptmann in den Straßengraben.Ich möchte nur wissen, was ihr mit euern Sensen hier schießen wollt"? brummte er dazwischen;vor solchen Vogelscheuchen fürchtet sich kein Spatz, geschweige kenn ein königlicher Preuße".

Die Scharfschützen erreichten endlich die Spitze deS Getümmels , wo einige Leute sich im Laden und Feuern übten und sich dabei einbildeten, mit dem Feinde wirklich handgemein zu sein.Spart doch eure Patronen, bis eS Ernst wird", sagte der Hauptmann, indem er sich an-