Einzelbild herunterladen
 

Der Wanderer.

'*na MSSA CH ----

Belletristisches Beiblatt zur Nassauischen Allgem. Zeitung.

1851. ^ 5.

-------------""««ssSSg^'g^^^-------

Cin Narrenstuäk *) (Manuskript.)

ES liegt ein Schloß am Zaubersee, Dritt wohnt die allerschönste Fee, Und wer vom Zauber sie befreit, Der führt herauf die goldne Zeit.

H a n s D âum li n g macht sich auf die Bahn

Und zieht die Meilenstiefeln an, Die er vor langer Zeit einmal Dem Riesen Schlagadodro stahl.

Und auf und ab durch alle Welt Irrt ruhelos der wackre Held, Sein Schritt mißt über Berg und Thal An sieben Meilen jedes Mal.

Ha sieh! Da liegt am Zaubersee DaS Schloß der allerschönsten Fee, Und wacker schreitet Däumling aus Und schreitet übers Schloß hinaus.

Er weiß nicht recht wie ihm geschehn, Und muß sich wieder rückwärts drehn, Und wieder liegt das Schloß ganz nah Dem Helden vor der Nase da.

Und wieder schreitet Däumling aus, Und wieder übers Schloß hinaus; Vorwärts zu weit, zu weit zurück: Welt spiegle dich im Narrenstück.

Julius Sturm.

An der Gränze.

(Fortsetzung)

Ich will mein Herr, nicht das Mindeste sagen von den Zöllen auf Lebensmittel, die wir bei unS selbst

*) Die Ereignisse der drei letzten Jahre geben den Schlüssel zum

Verständniß dieses originellen Gedichtes. (D. E.)

hervorbringen, die wir nicht entbehren können denn wer lebt noch ohne Fleisch? deren Ungerechtigkeit sieht ein Kind ein. Aber ich frage Herr Assistent, weßhaib be­steuert man daS, was wir weder bei uns schaffen noch entbehren können und daher aus fremden Ländern ein» führen müssen? Da ist das Salz, von dem wir hier im Lande nicht genug haben; da ist Pfeffer, ReiS, Kaffee. Ja, der Kaffee ist vom Ueberfluß, sagt man. Aber das ist nicht wahr. Geht hin zu den armen Leuten sie trinken ihn zur Erwärmung Mittags und Abends, denn sie können sich schon bei den jetzigen Preisen keine so wohlfeile Suppe verschaffen. Wâr's nicht besser, wenn sie ihn billiger und von guter Sorte hätten? So könnt' ich Euch hunderterlei nennen, aber das eine mag genügen. Nein, wenn ihr besteuern wollt, so besteuert daS, was wir bei uns eben so gut haben oder schaffen könnten und nur aus reiner Kommoditât, oder auch weil bei unS die Anlagen und Fabriken nicht fortkommen, von auswärts einführen. Dann aber muß der Staat seinen Angehörigen unter die Arme greifen und ihnen behilflich sein, daß sie gegen daS Ausland aufkommen können, damit, wenn sie so weit sind, auch diese letzten Zölle aufhören dürfen. Das muß der Staat, den wir alle halten in ihm zusammen und arbeiten auch für daS Ganze, damit wir uns einer an dem andern halten können und durch das Ganze wieder in unserem einzelnen Wirken gesichert und gefördert werden".

Der Alte hatte das Mitgetheilte nicht in einem Zuge gesprochen; er warb vielmehr oft unterbrochen, sei, weil er für die Gäste sorgen mußte, die sich nach und nach aus dem Dorfe eingefunden hatten und ihr GlaS Wein forderten, sei es durch die Leute selbst, die mehr als einmal dazwischen sprachen, Fragen stellten, ihre Billi, gung zu erkennen gaben. Allein daS alles störte ihn im Ganzen so wenig, chaß auch wir eS übergehen zu können