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'M« HuWetrattnettReinen Wefragtn*, ' fBfe St * ,®. Rtg." meldet hat das Reichskabinett am 10. De­zember beschlossen, die Antworten auf die kleinen An­fragen der Rechtsparteien nicht mehr rein sachlich und kurz zu halten, sondern die Anfragen mit eingehender sachlicher Begründung, nötigenfalls selbst in scharfer 8 orm, zu beantworten. Gleichzeitig soll dahin ge­wirkt werden, dass die Antworten ausführlicher, als bisher geschehen, von der Presse verbreitet werden. Die ehemals auf Verlangen der Linken eingeführtenkleinen Anfragen" werden also jetzt, da sich ihrer die Opposition reichlich bedient, als unbequem empfunden.

Eine Aufwandssteuer. Wie dieBerk. Polit. Nachr." erfahren, beabsichtigt der Reichsfinanzminister Nach Wiederzusammentritt der Nationalversammlung Näheres über die weiteren Steuerpläne mitzuteilen. Der al« Ergänzung zum Reichscinkommengesetzentwurf ge­dachte Gesetzentwurf über die Aufwandsbe­steuerung sei nahezu fertiggefiellt. Bon einer ge­wissen Einkommengrenze ab soll der übermässige Auf­wand mit einer über die Besteuerung des Vermögens­zuwachses und das Besitzstcucrgesetz hin ausgeh en­den besonderen Steuer belegt werden.

Der Stand der Tarifverhandlungen bei der Erlen- bahn. Amtlich wird gemeldet: Die Tarifverhandlungen haben bereits über ein« Reihe wichtiger Punkte des Tarifvertrages zur Verständigung geführt. Sie find der Feiertage wegen bis zum 5. Januar vertagt worden und werden dann ungesäumt fortgeführt werden. Vor der Vertagung hat die Verwaltung nach Fühlungnahme mit den Gewerkschaften sich bereit erklärt, schon vom 1. Januar ab den Arbeitern nach Ortsklassen gestaffelte Zulagen zum jetzigen Stundenlohn zu zahlen. Ferner besteht Einverständnis darüber, daß die Sätze de« Tarif­vertrages keinesfalls unter dies« Zulagen heruntergehen werden und dass die Arbeiter auf jeden Fall die tm Tarifvertrag festzustellenden Zulagen rückwirkend vom 1. Januar 1920 nachgezahlt erhalten. ES handelt sich / also bei diesen Zuschlägen nicht, wie behauptet worden ist, um einen Vorschuss, der etwa von den Arbeitern zurückgezahlt werden mühte, sondern um eine teilweise Borwegnahme des Tarifvertrages. Rach Auffassung der Verwaltung besteht kein Grund zu der Annahme, dass der Tarifvertrag nicht zum Abschluss gebracht wrrven könnte.

EisenbahnarbeiteranSstand. Di« Eisenbahnarbeiter des Direktionsbezirkes Magdeburg find in den Ausstand getreten. Sie fordern eine Lohnzulage von 90 Pfennig die Stunde. Umzüge der Arbeiter durch die Stadt find ruhig verlaufen.

Einstelluag des Straßenbahnverkehr» l» $«nn*er. Die wegen Kohlenmangels erfolgte Einstellung de« ge­samten StratzenbahnverkehrS hat in Hannover grosse Er­regung hervorgerufen. Montag vormittag zogen etwa 6000 Beamte und Arbeiter der Strassenbahn vor das Amtszimmer des Kohlenkommiffars Oberbergrat Schlösser, holten diesen heraus und führten ihn zum Direktionsgebäud« der Strassenbahn, um ihn dem Direk­tor Sattes gegenüberzustellen. Mehrere Fabriken liegen infolge des Kohlen mangel« ebenfalls still, Hunderte von Arbeitern konnten wegen des Schneefalls und der Ein­stellung des StratzenbahnverkehrS ihre Arbeitsstätte nicht

Die Firma Ludwig Löw« & Komp, sah sich ge­zwungen, den gesamten Betrieb vorläufig «in-ustellen, da die Kohlenreserven aufgebraucht find.

DerReichsanzeiger" veröffentlicht die Ernennung de« Oberbürgermeisters Pohlmann in Kattowitz zum Präsidenten der Regierung in Magdeburg Pohlmann ist demokratischer Abgeordneter.

Kapitän *.. Bauer ist zum OberwerfitziveNar In Wilhelmshaven, Kapitän ». S. Lampe zum Direktor der Marineschule in Flensburg ernannt worden. t

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Aufruf en alle Offiziere und Beamte zur vaterländischen Mitarbeit.

Der Präsident bei Deutschen Kriegerbunixs Ge- newckoberfl v. Heering«« wendet sich an bk Ossi- girre, Sänit ät»-, Beterinär-, FenerwerD- und Fest- vngrbanoffiziere, sowie an die Mlitärtearnten, welche kn» dem Heere anSgeschieden sind oder an»scheiden werden, mit na^iehendem

( Aufruf:

Kameraden, die Eie den feldgrauen Rock abgelegt haben oder demnächst in daS bürgerliche Leben über­treten werden, schließen Sie sich einem Kriegerverein JhreS Wohnortes an! ES gilt mitzuarbeiten an der Wiederaufrichtung unseres Volkes und Vaterlandes. Dazu wollen die Kriegervereine abseits jeder par-

Kerlmer SUvefirr.

/* Berlin, im Dezember.

-' Hütte die göttliche Vorsehung UNS nicht die Hoff« ' «Ung ins Herz gepflanzt wie Wenige ertrügen des Dasein» Bürde! Dann und wann bricht wohl Einer am Weg« zusammen und kann oder will sich rücht aus­raffen, ihn fortzusetzen bis ans End«. Aber die aller­meisten halten aus, sagen sich in schlimmen Tagen: einmal mutze» doch wieder besser werden! Noch am Grabe pflanzen sie die Hoffnung auf. Sie ist «in Ge- | schenk, das wir in unserer trüben, bedrückenden Segen- ' wart treuer noch hegen müssen und pflegen als je zuvor. A

Früher, vor unseres Vaterlandes Zusammenbruch, ginge« wir ohne viel tiefinnerliche Nachdenklichßeit gingen wir mit frischem Zutrauen jedem neuen Jahr entgegen. Mochte das endende Jahr nns mehr Gutes 1 als Böses, mochte es unS statt Erfüllung Enttäuschung bringen eS währte ja nicht ewig und mutzte^ wenn feine Zeit abgelaufen war, einem neuen Jahr weichen.

Deshalb war der letzt« Tag de» JahreS, der Kl- vester-Tag, kein Tag der Trauer und der Schwermut. Es war ein Festtag, ein lustiger Tag. Zumal in Berlin.

Die besonderen Charaktere tgenschaften einer Sten- schenklasse, einer Bevölkerung offenbaren sich in der Art, wie sie ihre Feste feiert. Nun, wer die Berliner ausschließlich nach der Art hätte einschätzeu wollen, w« sie den Silvester-Abend, den Abschied de» alten, den Anbruch d«S ntntjt Jahres begingen, durfte sich Nicht abstoßen lassen durch den etwas mißtönenden Klang, den da» WortBerliner Mlvester" leicht her­vorbringen konnte, durfte nicht nur an den wenig er­baulichen Silvester-Radau denken, der fast «tue Tra­dition geworden war.

In einer Millionenstadt feiert ein Jeglicher die Feste auf seine Weile, nach seinem eigenen Geschmack. Der ordentliche Berliner Bürger feierte Silvetzer vor

khwMseyekl öber Et irischen DetKrWng Rg va­terländisch gesinnten ehemaligen Angehörigen des Heeres, der Marine und der Schutztruppen zusammen­schließen in gleichöerechtigender, treuer Kameradschaft.

Sie wollen wirken für Stärkung d«S Deutschbewußt­seins und der Vaterlandsliebe. Sie wollen die großen Ueberlieferungen unserer preußisch-deutschen Geschichte pflegen und mithelfen, Verständnis dafür in der Ju­gend zu erwecken.

Zweck der rund 3 Millionen deutscher Männer um­schließenden Kriegervereinsorganisation ist ferner dic Vertretung der Gesamtheit ihrer Mitglieder nach außen und die Förderung der Wohlfahrt des Einzelnen, zumal die Unterstützung bedürftiger Mitglieder, vornehmlich der Kriegsbeschädigten, sowie ihrer Witwen iuit> Waisen.

Große, in der Oeffentlichkeit wenig bekannte Leistungen aus dem Gebiet kameradschaftlicher Hilfs­tätigkeit nnd sozialer Fürsorge hat das Kriegervereins­wesen aufzuweise«; größer noch find die Aufgaben, welche Gegenwart und nächste Zukunft ihm stellen.

sollen gelöst teerten durch weiteren Ausbau der Fürsorge- und anderen Einrichtungen zur Erleichte­rung der wirtschaftlichen Schwierigkeiten des 8e6at8.

In ideeller wie materieller Hinsicht bietet sich so­nach rin großes dankbares Betätigungsfeld allen, denen die Not des Vaterlandes am Herzen frißt, die den Glauben an ihr Volk nicht verloren haben und die in der Hingabe an eine große, nationale Aufgabe Be­friedigung suchen. Die Zugehörigkeit zu einer Berufs­oder Regimeutsvereinigung von Offizieren wild in keiner Weise beeinträchtigt.

Das Hochwasser.

Franksu rta.M., 29. Dez. Da» Hmtzvasser des Mains hat auf der Hachsenhäuser Seite di« Ufer über­flutet. Der Flutz steigt noch beständig. Auch die Nidda führt schweres Hochwasser, sodaß der oberhessi sche Ort Harheim von der Bahnstation Berkersheim abgeschnitten ist. Auch in dem Frankfurter Vorort Haufen mußte die Hochwasserbrücke errichtet werden, um den Straßenverkehr nach Praunheim aufrecht zu erhalten. Das Niddahochwasser zeigt tnitber, wie drin gend notwendig der Bau der schon lange geplanten Regulierung ist.

Holzminden, SO. Dez. Die Weser ist seit einigen Tagen an» ihren Ufern getreten und hat eine derartige Höhe erreicht, daß man nicht mehr unter die Weserdrücke zu geven vermag.

Düsseldorf, 80. Dez. Der Wasferstand des Rheins hielt sich gestern auf der Höhe von 7,66 Dietern. Abends war ein kleiner Rückgang zu verzeichnen. Die Schiffahrt ist vollkommen eingestellt worden. Durch das Hochwasser ist in den Lagerschuppen im Hafen großer Schaden entstanden. In vielen Kellern der Altstadt wurden durch das rasche Steigen des Wassers Vorräte vernichtet.

Mai«,, 30. Dez. Der Rhein ist in den letzten St Stunden hier «och um 27 Zentimeter gestiegen und stand heute mittag 11 Uhr auf 4,76 Meter, weiteres stündliches Steigen um 1 Zentimeter ist «och zu er« warten. Kehl und Maxau melden noch steigendes Wasser, dagegen wird vom oberen Neckar ein Fallen de» Wasserstandes gemeldet.

Hamburg, 30. Dez. Bei dem vergangene Nacht eingetretenen Tavwetter kann wieder mit einem ungehinderten Betrüb der Elbschifsahrt gerechnet werden.

Brüssel, 90. Dez. Dir Ueberschwemmungen in Belgien nehmen zum Teil einen bedrohlichen Charak­ter an. So soll in Charleroi die Straßenbahn gezwun­gen sein, ihren Betrieb einzustellen, weil Teile der un­teren Stadt unter Wasser stehen.

Pari», 29. Dez. (Hava».) DaS Unterstaatssekre­tariat für die öffentlichen Arbeiten gibt eine Mitteilung bekannt, au» der hervorgeht, daß Nachrichten von der Marne, der oberen Seine, der Meurthe und vielen an­deren Orten eingetroffen sind, die ein fortwährendes Steigen der Waflerlibrfe melden. Man berechnet, daß di« Mass« täglich mn 46 Zentimeter anwachsen, hofft aber, daß am Freitag das Maximum erreicht sein wird und daß der Pegelstand in Paris 51/, Meter nicht übersteigen wird. Während der letzten Hochwasser-

allem im Familienkreise feierte es sehr harmlos und unter Beobachtung einiger jener hübschen, leider immer weniger zahlreich werdenden Gebräuche, die sich von einer Generation sorterben auf die nächste und ein Bindeglied Frischen ihnen sirck. Verwandte lud man ein urck Freunde und war heiter unb guter Dinge. Manch aller Groll und Zank schmolz, wenn man gemeinsam um den Tisch faß zum letzten Male in diesem Jahr unb das Silvester-Essen aufgetragen war. Der Berliner hat nie zu den Naturen gehört, die den Mond anhimmeln und die Sterne und in einem wohlgelungenen lyrischen Glicht den Gipfel der Ge fühle erblicken. Am Nlvester-Abend noch weniger als sonst. Ta mufft« die Tafel gut und reichlich bestellt sein, und zum Narrisch durften Pfannkuchen nicht fehlen und Punsch--Punsch, der damals

ein so wohlfeiles Getränk war, wohlfeil auch darum, weil man mit ihm schon mit verhältnismäßig geringen Mengen in die erwünschte Stimmung hinüberschwebte, in die Silvester Stimmung. Sie stieg und stieg, die Silvestcr-Mmmung bis die Uhr anhnb zum ersten der zwölf Schläge der Mitternachtssiunde, der Sterte stunde de» sanft sich davon Weichenden alten, der Geburtsstunde des kraftvoll in» Dasein tretenden neuen Jahres. Die Gläser klangen aneinander, Hände wur­den geschüttelt, Küsse wurden getauscht, die ältesten Eheleute sahen sich mit verjüngter Zärtlichkeit tu die Augen, Brüderschaften wurden getrunken, Verlobungen wurden proklamiert.

In den zehn Jichren, die dem Weltkrieg« voran­gingen, hatte sich in Berlin mehr und mehr die Ge­wohnheit eingebürgert, den Silvester-Abend nicht in der Häuslichkeit zu verbringen. Das Heranwachsende Geschlecht verlor da» pietätvolle Interesse für den Zauber de»silvesterlichen Bleigießens". Es ist ein übles Kapitel, das Kapitel vom Berliner Silvester­unfug, beffen Schauplatz hauptsächlich di« Friedrich­straße war. Der Janhagel von Berlin Ä. und Berlin D. tobte sich hier «G trotz de» starken Aufgebote» «n

kakaffrophe tm Fainttr v.J. betrug 8er PezeGmb 6,11 Meter.

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- Mattet« in SerR*.

_ Berlin, 80. Dez. Rach dem gestrigen Temperatur- rückgang setzten nach Mitternacht Niederschläge ehe, die bei dem heute früh wieder auftretenden Frost die Strassen und Plätze Gross-Berlin« mit Blattet« überzogen. Die Hochbahn konnte in den ersten Morgen­stunden bqt Betrieb nicht aufnehm«,, weil Ne vereisten Schienen die Ueberwindung der Steigungen unmöglich machten. Die Strassenbahnen waren überfüllt, der Ver­kehr für Wagen und Fußgänger Überall stark gefährdet.

Sftafrwg tmb

Marburg, 31. Dezember.

Erhöhung der Brot- und Mehl­preise. Di« Rationalversammlung hat die Gewährung von 8blte feruugSprämieu an die Landwirte fit Brotge­treide beschlossen. Die Prämie beträgt bei Erfüllung von 70 de« LieferungSsoS« 2 X pro Ztr., 80 % be« Lieferungssoll« 4 X pte Ztr., 90% be« LiefemwgSMS 6 X pro Ztr, 95% de« Liefer ungsjoll« 8 X pro Ztr., 100 % des Lieferungssoll« 10 X pro Ztr., 105 % de« Lie- ferungSsoll« 12% X pro Ztr., 110 % des LieferungSsolls 15 X pro Ztr. Di« Zahlung der Prämie erfolgt rück­wirkend für jeden abgelieferten Zentner. Die selbst- wirtschaftenden Kreise müssen al« Beitrag zur Deckung dieser Prämie 28 X für den Doppelzentner be« zur Selbstwirtschaft für die Zeit nach dem 31. Dezember er­worbenen Getreides an die Reichsgetreidestelle abführen. Ein« entsprechende Erhöhung der Mehl- und Brotpreise soll zufolge Anordnung des Herrn Regierungs-Präsi­denten vom 1. Januar ab eintreten. Ter Mehlpreis wird dann 95 X je dz für Roggen-Mehl unb für Wei­zen-Mehl 115 X je dz betragen; und wird der Brot- prei« entsprechend festgesetzt. Die Brot- und Mehlpreis­erhöhung wird sonach allein durch die Prämien veran­lasst, bk bi« Rationalversammlung ben Landwirten be­willigt hat. Dabei deckt der Kreis das immer noch ver­bleibend« Defizit von etwa 800 000 X aus den früheren LiefernngszuMägen, aus eigenen Mitteln ohne «s auf die Konsumenten abzuwälzen.

Verleihung von DstenstauSzeichnuu- gen. In der Sonnabendnummer ist In der Rotiz be­treffend die Verleihung von Dienstauszclchnungen in der fünften Zeile zu lesen, dass das DienfiauSzcich- nungSkreuz an alle Heeresangehörigen nach Sjähriger aktiver Dienstzeit verliehen würde. Bei der 2 fehlt leider eine 5, denn es muss selbstredend heissen nach 2b jähri­ger Dienstzeit.

Von ben Kranke nkassen. Die beiden hiesigen Ortskrankenkassen und ine Landlrankenkasse find wegen dringender Arbeiten zum Jahresschluss am 2. Januar nicht geöffnet.

Bei den Schülerversetzungen Hn Ostern 1920 ist nach Anordnung deS Ministers für Wissenschaft usw. Rücksicht darauf zu nehmen, dass der Unterricht der höheren Lehranstalten auch im laufenden Schuljahre durch die Verkehrsstörungen, bi« Kohlennot und die immer noch unzureichende Ernährung der Jugend schwere Hemmnisse erfahren. Die Klaffenkonferenzen sollen insbesondere Bedacht darauf nehmen, dass Härten, btt sich aus fehlendem Ausgleich für nicht genügende Leistungen in einem Hauptfach ergeben können, ver­mieden werden.

Di« Sohlen zu den Elternbeiräten find laut Verfügung be« preussischen Kultusministeriums an ben Volksschulen auf ben 25. Januar, an ben höheren Schulen auf ben 18. Februar angesetzt worben.

Kaninchen-AuSstellung. Die vor län­gerer Zeit hier angekündigte Kaninchen-AuSstellung musste wegen allerlei Schwierigkeiten totebetarn ver­schoben werden und findet nun bestimmt am 3L Januar, 1. und 2. Februar 1920 in ben grossen Räumen beS Kur­haus«« Bad Marbach statt. Dem Kaninchenzüchter- Verein für Makburg unb llmgegenb ist in Verbindung mit dieser ursprünglich lokalen Ausstellung die 5. Bc- zirkS-BerbandS-AuSstellung des Regierungsbezirks feaffel übertragen worden. Herr Oberbürgermeister Troje hat da« ihm angetragene Protektorat freundlichst über­nommen. ES dürfte mit etwa 400 ausgestellten Ka- Hindun aller Raffen zu rechnen sein; dazu kommen Pelz- Werk. Leder- und Wollwaren, Felle und ander« Pro­dukte sowie Geräte und Literatur. Das Geleitwort: »Fleisck, Fett, »olle, Felle und Pelzwerk für« deutsche Volk' wird in maunigfaltigster Weise verwirklicht den Besuchern vor Augen geführt werden. Rohere Einzel­heiten sollen zu gegebener Zeit hier und im Anzeigen­teil noch folgen.

Schutzleuten. Zylinder wurden eingetrieben, Droschken ungehalten, Damen belästigt, «S war keineswegs fidel, es war roh und gemein. Ein Paar Schritt davon, in ben eleganten Restaurants, ließ man sich dadurch nicht stören. Sie waren überfüllt. Keine Speisenkarte, nur ein Menu zu einem Preise, der da inals eine Verschwendung, einen Luxus darstellte und heute eine lächerliche Bagatelle wäre. Punkt zwölf Uhr verlöschten die elektrischen Lampen für einige Sekunden und flammten sie wieder auf, so sah men wohl, Mund an Mund, Reujahrgratulatiouen zwischen Pärchen gewechselt, die nicht auf ein so rasche- Aus- Hören der Dunkelheit gerechnet hatten. Luftschlangen flogen von Tisch zu Tisch, Knallbonbons pissten unb pafften, unb auch hier wurden, zwischen Frack» und dekolletierten Toiletten, Aussöhnungen vollzogen, Freundschaften besiegelt. Ein Eckchen im Saal wart srrigemacht und man walzte,two"- oderone-stepte". Man tanzte an hundert Orten in Berlin durch die Silvester-Nacht hindurch, bei Kroll, in ber Phil­harmonie, im Metropol-Theater, in allen Ballhäu­sern. Tanzte in ben alten Äadtvierteln unb im neuen Westen, am Kurfürstendamm, in Halensee. Tanzte das alte Jahr zu Tode. Bis das neue es schon seit vielen Stunden abgelöst hatte. Bi» Neujahr geworden war aus dem Berliner Silvester. Ado.

Punsch.

Eine Plauderei vorn warmen Trank in kalter Zeit.

Unsere Großeltern batten «S besser wie wir. Wohl kann der alte Dichter Johann Heinrich Boß in einem Bild« von idyllischer Behaglichkeit uns den freundlichen Greis malen , wie er seinen srebenzigfien Geburtstag begeht bie Postille gebückt, zur Seite bei värmendenOsens"; wir eber frieren in dies« Qeitrridjen und kohlenarmen Zeit in unseren Stuben. Aber waS nutzt da alles Steten warmer Kleidung ist ein heisser Trank

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Oberhessisch« Zeitung.

Sett «er 50 Jahren ist ft« bas

Heimatblatt Oberhessens.

6te widmet iw erster Linie ben Ereignissen in bet Heimat ihre Aufmerksamkeit.

Kurz, aber doch über alle Ereignisse von Be» deutung sucht fie, durch einen ausgedehnten Nach,' richtendienst befähigt, bas Publikum zu unter, richten unb nimmt ihrerseits selbständig und allein, geleitet von rein vaterländischen Gesichtspunkten dazu Stellung.

Sie vertritt, wie bekannt, stets bie gleiche, vo» Schlagwörtern fr-ri«, von jeder Partei unah,, hängige Politik.

Man abonniert bei ben Postanstalten unb Agenturen sowie der Geschäftsstelle Markt 21/23, Fernsprecher 55.

In jedem Haufe gelesen, ist bie Oberhessisch« Zeitung mit ihrer ständig wachsenden Auflage ein Anzeigenorgan ersten Ranges

und wirb, wie ein Blick in den Anzeigenteil zeigt, zu kleinen Anzeigen, Familienanzeigen, Eefchäfts- uub sonstigen Ankündigungen in ausgedehntem Maße benutzt.

* Leserlich schreiben! Das Reichsgericht hat neuerdings entschieden, daß für Fehler, die in­folge unleserlich geschriebenen Manuskripts bei Anzeigen entstehen, kein Ersatz geleistet zu werden braucht. Der Inserent mutz danach auch dann die Kosten für die Aufnahme ber Anzeige tragen, wenn diese durch den sinnentstellenden Wortlaut für ihn wertlos gewesen ist. Aber auch an sehr viele Verfasser vonEingesandt" und andere Bericht­erstatter für Zeitungen sowie Autoren von Werken, insbesondere Wissenschaftler, fei bei diefer Gelegen­heit die Mahnung gerichtet, möglichst deutlich zu schreiben. Durch das mühevolle und ärgerliche Entziffern manchmal fast ganz unleserlicher Hand­schriften geht sehr viel kostbare Zeit verloren, was zudem nicht selten graste Unannehmlichkeiten unb unnötige Verteuerung im Gefolge hüt.

Theater, Konzerte, Sttiemmluwjcn asm.

Die Lichtspiele, Bahnhofstrasse, schreiben: Für bie lomuHitben Tage zeigt baS Theater wiederum eine Neuerscheinung, das erstklassige Filmdrama .Die Frau mit den 2 Seelen". Erstmalige Vorführung findet heute abend statt. Am Donnerstag, Neujahr, beginnt bie Spielzeit tote Sonntags um 3 Uhr.

Das Zen tral-Theater bringt, wie es schreibt, ab Mittwoch bis Freitan das erste Lustspiel mit Pola Regn' und Harry Liedtke. Die eindrucksvolle Tra­gödin ist auch eine sprühend.' lustig« Soubrette nnd bietet gemeinschaftlich mit Harry Liedtke Meisterhaftes itt Film- fomif. Ein weiteres fcr i.-tilge» LustspielTer Dolch im Strumpfband" vervol.tstäetLigt das zum Jahreswechsel mit besonderer Sorgfalt zufammengestellte Programm. Tas beliebte Künstlertrio wird auch am Neujahrstage die Bor- übrnngen begleiten.

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Tirrrr-rr, Spiel nvd Sport.

Am 25.1. 20 findet das Zwifchenrundensp«! tret ben Bundrspokal statt. Bisher war in* ben ' 4- wahlspielen, die dazu dienten die besten westdeu.,chen Spieler zu wählen, kein Spieler des hiesigen Bezirke» ausgestellt worden. Die Herrn Westdeutschen glaub­ten, daß fie das beste Spielmaterial für diesen Zivea Urr Verfügung hätten und stellten die Spieler der Außenbezirke, wie Cassel, Fulda, Oberhessen, Sieger- land einfach nicht auf. Dank der Vorstellung deS Herrn Corel! beim Spielausschuß in Essen scheint man nun dort zur Einsicht gekommen zu sein. Wie ver­lautet ist vorläufig für das Auswahlspiel am 4.1. 20 in Essen Herr Zahnarzt R. Hohmann vom hiesigen Verein für Bewegungsspiele ausgestellt. Dieser Spie­ler, einer der besten Westdeutschlands, hat schon in Nord- und Süddeutschland in Kreis- und Verbands- rnannschaften repräsentativ gespielt und wird auch, des sind alle Sportfreunde gewiß, unseren Bezirk in alt­gewohnter Weise vertreten.d.

In« einzige Rettung vor Erkältung unb ihren noch schlim­meren Folgen in diesen naßkalten Wintertagcn. Also ein Mas Punsch her, wenn sein alkoholischer Inhalt auch chwer zu beschössen und recht kostspielig ist!

Wer weiß heutigen Tages wohl noch, daß es eigentlich ein heiliger Trank ist, der ihm so wonnig und warm ben halberfrorenen Körper durchrinnt? Wie so manches Gute, kam auch der Punsch aus dem Osten zu uns und cm ans fünf Bestandteilen gemischtes Getränk, das sehr viel Ähnlichkeit mit nn>crm Punsch hat, nahmen dir alten Inder bei gottesdienstlichen Zeremonien zu sich. Merk­würdig ist, daß ein doch gerade für dic kälteren Zonen geeigneter Trunk so spät erst den Weg zu uns nach dem rostigen Europa sand. Geschichtsschreiber kulinarischer Ereignisse datieren seinen Einzug in Unseren Erdteil un­gefähr um das Jahr 1720 herum, und zwar ist es «8 nebelige England mit seinem rauhen Klima, wo er zunächst freudige Ausnahme fand. Nach Deutschland kam er 1765 durch den Fürsten Franz von Anhalt-Des- an, der überhaupt mit Eifer bestrebt war, die Tafil- itten der trinkfesten Engländer aus deutschem Boden einzubürgern. Ein Oheim dieses Fürsten und natürlicher Sohn des alten Dessauers, der Oberhof meister Georg Hein­rich v.Beerenhorst, der sich auch als Militärschrist­teller hervorgetan hat, erfand für die besonders unter den Offizieren seiner Zeit außerordentlich beliebten Punsch- gesellschasten den NamenPnnschiadcn"

Man sagt dem Punsch, wie seine Zusammensetzung anch immer fei, wohl nicht mit Unrecht nach, dass er weniger den Kopf erhitze, als rin anderes, ihm nahe ver­wandtes Getränk, der Grog, dafür aber den ganze« !körper mit wohltuender Wörme durchglühe, selbst dann, wenn er, ttne ber beliebteschwedische" Punsch, kalt ge­nossen wird. Bei uns, wo man eigentlich nur int Winter $nm Punsch greift, trinkt man ihn natürlich lieber warm: in Frankreich gern kalt am Ende dc? Nachtisches bei größeren Gastereien. Zn Anfang des vorigen Jahrhun­derts scheint diese Sitte allgemein verbreitet gewesen zu ein, bat aber später erheblich nachgelassen. Grimod de la Reyniere schreibt in seinem zwischen den Jahren 1803 und 1812 erschienenen, achtbändigemAlmanach des Gourmands":Wird bei Tische Punsch getrunken, so erscheint er zu Ende des Dessert-?, gewöhnlich aus Eis,