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mit dem Kreisblatt für den Krels Marburg
Tageszeitung für (das früher kurhessische) Oberhessm
Der Unzeiaenprei» beträgt fit bi« Sgesp. Zeile BO J, amtlich« und «Nlsmir- Ri QnftrA« tig« 60 <*, Sieklamezeile 1.60 X. Jeder Rabatt gilt «11 Larrabatt. — Lei "4. ■
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(:) Kirchhain, 30. Dez. Sonntag, 21. Dezember, nachmittags, versammelten sich die Katholiken Oberhessenz im Saale des Bahnhossbotels Kirchhain zu einer imposanten Tagung. Der Saal war bis auf den letzten Platz besetzt. Der Vorsitzende des Zentrumsvercins für den Kreis Kirchhain eröffnete die Versammlung mit einer Ansprache. Durch zwei Redner wurde darauf die politische .wirtschaftlliche und kulturelle Lag« beleuchtet. —> Die hiesige Ortsgruppe des Hess. Bauernvereins beschloß eine Sammlung für die hungernden Tcutsch-Oester- reicher einzuleiten. Die Selbstversorger senden je nach ihren Verhältnissen V« bis 1 Zentner Getreide. Tas Mehl - wird im ganzen Kreis gesammelt und nach Wiengebracht. Ebenso soll auch für die Abgebrannten in Rauschenberg gesammelt werden.
Homberg, 30. Dez. Der Stadtverordnete Prorektor Dr. Körber hielt in her letzten Stadtverordnetensitzung einen viele Kreise interessierenden Vortrag über die Umgestaltung der Seminare, aus denen nach Absicht des Ministeriums des Innern deutsche Gymnasien gebildet werden sollen. Nach zuiückgelegter Volksschule könne» Knaben und Mädchen das deutsche Gymnasium besuchen. Mach fünfjähriger Ausbildung und bestandener Reifeprüfung steht das Studium oder die Ergreifung irgend eines Berufes offen. Diejenigen, welche Lehrer werden wollen, besuchen nach der Reifeprüfung noch zwei Jahre zu diesem Zwecke neugebildetr „Pädagogische Akademien" ,die voraussichtlich in Universitätsstädten gebildet werden.
lich macht, ist nach unserm Parteisystem zu verstehen. Und doch würde man das, was im Volke oorgeht, nicht richtig erkennen, wenn man es so deinen wollte. Eher wird man der Erscheinung gerecht, wenn man sestsiellt, daß das Volk sich wieder mehr auf die tat-ächlichen Verhältnisse besinnt, genug hat von Projekten und schönen Re'.en, mit einem Wort aus der Zeit der „Erru.-gen- schaften" und Systeme zu Ergebnissen kommen will.
Vor allem ist es wohl die Erkenntnis, daß die Art wie Deutschland jetzt regiert wird in keiner Weise zu Ergebnissen geführt hat, mit denen das Volk zufrieden sein kann, die sichere Ileber- zeugung, daß wir bei Fortsetzung dieser Experimente auch wirtschaftlich zu Grunde gehen müssen. Tas Volk hat genug von der Hetze über den Krieg, es will leben und verlangt eine Regierung, dis ihm zeigt, wie der Weg weitergehen soll. Dis jetzt sieht es nur eine Fortsetzung der alten Vethmannschen Politik der Phrase und des Optimismus, die es schon einmal — Mch äugen — ins Verderben geführt ha^. Tie Personen haben sich geändert, vns System ist im Erunde dasselbe geblieben. Die ungeheure Enttäuschung, dass das neue „System" bisher nichts hat schaffen können, hat auch oie ersaßt, die der Aeberzeugung leben, daß mit fein ausgc- bi'uten Systemen allein die Menschen glücklich nr.r- chen kann, eine bei Deutschen weitverbreitete Anschauung, für die das englische Wort:- „Männer, nicht Regeln" nun einmal nicht gilt, weil sie sich dem Eenie nicht beugen könne-!. Man braucht nur an Bismarcks Zeitgenoffen zu erinnern.
Wir habe» immer die Auffassung vertreten, daß das deutsche Volk innerlich zu lebenskräftig ist, um sich trotz allem Mangel an politischem Instinkt auf die Dauer von Systematikern am Leitseile führe» lassen zu können.
Möchte das Jahr 1920, das äußerlich gewiß noch Schwereres bringen mag, als das verflossene, beginnen sich doch eben erst die Folgen der Niederlage fühlbar zu machen, unsa uf dem Weg der Selbstbesinnung weitersühren. Möchte der Deutsche jetzt das wiederftndeu, was uns allein retten kann, die Liehe zu dem deutschen Volke s e l b st, die uns nun einmal verloren gegangen ist. Wir hatten uns nach 1870 gewöhnt, uns an Worten über uns selbst, an unseren äußeren Erfolgen. an der „Entwickelung" die wir mit der Welt nahmen, zu berauschen. Wir hatten vergessen, die Grundlage» unserer Kraft in der Menschenseele selbst zu suchen, nicht in äußeren Dingen. Gottes
Turnen, Spiel Sport.
Am zweiten Weihnachtsseiertage trafen sich auf dem Hirsenselbe vor einer großen Zuschauermenge die 1. Mannschaft des Vereins für Bewegüngs'picle und die 1. Mannschaft des F.-B. Germanin (beide Mannschaften Liga- klasse). Germania mußte sich eine Niederlage von 8 :1 Toren gefallen lassen. Germania hat Anstoß, und es entwickelt sich ein flottes Spiel. G. spielt gut durch, und ein famoser Schuß des Mittelstürmers wird noch im letzten Augenblick vom Torwächter gehalten, der den Ball auch sofort wieder bis zur Milte befördert. V. f. B -Sturm zeigt gutes Können, besonders gefiel Hohmann und v. Wickede. Durch einen Elfmeter in der 12. Minute (von Hohmann getreten) erzielt V. f. B. die Führung. Germ, setzt nun älks daran, um einen Ausgleich zu erzielen, das gelang ihnen auch nach wenigen Minuten. B. f. B. konnte sich bis zur Halbzeit noch 4 weitere Tore buchen. Mit 5 :1 ging es in Paule. Germ, drängte nun gewaltig, und man dachte schon, sie würden noch gleichziehen. B. f. B Torwächter (Heuser) hiell aber di« gefährlichsten Bälle, und die Verteidigung (Adorf und Rose) bewährte sich aufs Beste. Germania wurde offensichtlich vor dem Tore mit Pech verfolgt. V. f. B. kamtz noch 3 weitere Tore erzielen, und die Mannschaften trennten sich mit dem Ergebnis 8 :1. Germania- Sturm war gut; der Torwächter hat zu dem hohen Verlust bei Spieles am meisten beigetragen; Kuhl und Berndt in der Verteidigung zeigten gutes Können. Das Spiel wurde von tz.Engcltrr (F. B. 1917) einwandfrei geleitet. B. si B. 2. M. gegen Germania 2. M. 6 :3. Von Germania mußten SMann wegen Verletzung das Spielfeld verlassen. Schiedsrichter (F. V. 1917) war gut. F. B. 1917 Jugend- Mannschaft gegen Germania Jugendmannschast 4:0 für .
Deutsche Note über die Abstimmung in Eupen und Malmedy.
wb. Berlin, 30. Dez. Bon der deutschen Friedensabordnung in Paris Vwurde jetzt auf die Note Giemen« ceaus betr. Abstimmung in den Kreisen Eupen und Mal- mebt) eine Note überreicht. In dieser wendet sich die deutsche Regierung gegen die Auffassung der verbündeten
Marburg
Mittwoch. 31. Dezember
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Wege sind wunderbar, auch eine Niederlage gehört zu ihnen. Wenn sie uns auf den rechten Weg der Selbstbesinnung führt, so gehen wir sicher. Hören wir endlich auf, von der Entwickelungd es Menschengeschlechtes zu sprechen. Ein anderes Kleid, einige Kenntnisse mehr, sie machen den Menschen nicht aus. Lernen wir wieder den echten Stolz, die echte Demut und die wahre innere Freiheit, die so oft in Männern des Altertums und der eignen deutschen Vergangenheit grösser war als heute. Nur Männer aber können Deutschlnad wieder zur Höhe führen, weder Massregeln noch wirtschaftliche
Regierungen, daß die Abstimmungen in diesen Kreisen Unter der Aussicht Belgiens erfolgen sollen, da kein« Freiheit der Abstimmung gegeben sei, zumal nach dem letzten Vorgehen der belgischen Behörden. Die deutsche Regierung verlangt daher die Einsetzung einer Kom- mission durch den Völkerbund, die die Abstimmung überwacht. Ferner verlangt sie die gleiche Abstimmung wie in Oberschlesien und Schleswig, da in Artikel 34 des FriftteusvertrageS für diese Abstimmung die gleichen Worte gebraucht wurden und sie auf gleicher Stufe be- kmudelt, und daß die Beschwerden gegen die belgischen Behörden alsbald abgestellt werden.
Ein holländischer Protest gegen mehrere Friebens- paragraphrn?
tu. Pa^is, 30. Dez. Sauerwein, der Auslandspolitiker des „Matin", meldet aus Rotterdam, daß interessierte holländische Kreise gegen die Artikel 354 bis 362 des Friedensvertrages von Versailles protestieren und sich weigern würden, das darin enthaltene internationale Regime für den Rhein anzunehmen.
Die Verteilung Deutsch-Ostafrikas.
wb. Brüssel, 30. Dez. Der belgische Kolonial- minister Frank hat sich nach der „Jndependanee Steige" nach London begeben, um die Uebergabe der Provinzen Bukoba und lldsidji von Deussch-Ostafrika. die den Engländern zugewiesen werden sollen, damit sie sie im Auftrag des Völkerbundes verwalten, vorzubereiten. Frank soll außerdem mit der englischen Negierung verhandeln, um England einen Vorzugstarif auf den Eisenbahnen von Deutsch-Ostafrika zu gewähre».
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; unsere Feinde, die ganz gut wissen, wie treffend leciius die Deutschen schon vor vielen Jahrhun- tetfen beurteilte, die ans Reid und Zwietracht sich selbst zerfleischten.
Es sind trübe Aussichten, wenn wir vor dieser Krage an das neue Jahr und was es bringen soll herantreten. Die innere Spannung erscheint ausserordentlich stark. Wird das deutsche Volk wieder festen Halt in sich selbst gewinnen können, mit seiner parteipolitischen Zerklüftung, in seinem Mangel an Augenmass für Welt und Menschen, die geitntten, dass Projektemacher jeden Schlages mit *ru ausgeputzten alten Ideen Verwirrung an- richten? Werden wir wieder festen Boden unter den Füssen fühlen? Die Frage rührt an politische, *n wirtschaftliche Dinge und wäre im einzelnen da 5tt beantworten. And doch ist sie zuallertiefst eine Frage des Charakters, des Willens und Glaubens, denn aus uns selbst muss die Rettung kommen.
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Marburg, 31. Dezember.
' * Erhöhte McTri*>, Brtz:- nnv Mftbch chreise Der Mehl preis ist infolge von Anweisungen der Reichswirtschaftsstelle bedeutend erhöht worden, und zwar der Roggenmehlpreis von 59 Mark auf 95 Mark für den Dz. und der Weizenmehlpreis von 80 Mark auf 115 Mark für den Doppelzentner. Zufolge dieser erhöhten Mehlpreise ist eine Erhöh- it u g des Brotpreises notwendig geworden. Die Stadt hat sich gezwungen gesehen, den Brotpreis für das 4i/°psündige Brot auf Mk. 2,15 und den Preis für das 50-Gramm-Bcötchen auf 7 Pfennig festzusetzen, und den BrrkanssAeis für das Weizenmehl ans 70 Pfennig das Pfund. Diese neuen Preise gelten vom 5. Januar 1920 ab. — Wie das Landratsamt mitgeteili hat, hat sich der Kreisausschuß gezwungen gesehen, im Interesse der Versorgung der Stadt mit Milch die Milchpreise bedeutend zu erst v Heu, und zwar ist der Preis für Vollmilch ab Stall von 45 Pfennig auf 80 Pfennig das Liter erhöht worden. Infolgedessen hat auch die Stadl sich gezwungen gesehen, die Verkaufspreise sür Milch in der Stadt ebenfalls zu erhöhen, und sie sind auf Mk. 1,01 für das Liter frei Hans und auf 98 Pfennig das Liter ab Laden festgesetzt worden. Der neue Magermilchpreis r-eirägt ab Laden 64 Pfennig das Liter.
* N e Erhöhung der Gas- und lenpreise. Das Gaswerk gibt im Anzeigenteil neu erhöhte Gaspreise, das Kohlenamt neu erhöhte Kohlenpreise bekannt.
* Weitere Erhöhung der Truckfachenpreise. Der Hauptvorstand des Deutschen Buch- drucker-Beceins ersucht uns um Bekanntgabe folgender Mitteilung: Seit dem Inkrafttreten J>er letzten Lohnerhöhung im Buchstrnckgewerbe haben" die Nah- rungs- und sonstigen Lebe-isunterhallsmittel so beträchtliche Steigerungen erfahren, daß dem Ersuchen der Buchdruckergehilfen um Lohnerhöhung durch Äe- Währung einer abermaligen Zulage von wöchentlich 20 bis 28 Mark entsprochen werden mußte. Tic Steigerung der Löhne wird von unaushörlichen Verteuerungen aller zum Buchoruckereibelriebe ersorderlichen Materialien begleitet. Papier- und Mrtallpreife sind fast täglichen Erhöhungen ausgesetzt. Außerordentlich gestiegen find auch die Aufwendungen für Kraft und Licht. Der bisherige Ausschlag aus die Friedenspreise für Satz, Truck und Bixhbinderarüeit hat daher bei steu affgemein vorkommenden Drucksachen ab 15. Dezember 1919, dem Tage des Inkrafttretens der neuen Lohnerhöhung, von 300 auf 400 Prozent erhöht werden müssen, wodurch sich die zuletzt dasür berechneten Preise um rund 30 Prozent erhöhen. Für die Berechnung des zu den Drucksachen verwendeten Papieres sind, tote bisher, die Einkaufspreise maßgebend. Die neue Erhöhung der Drucksmhenpreise ist auch diesmal auf das unbedingt Notwendige befchräntt worden. Alle Dnickaustraggeber werden daher dringend ersucht, den Buchdrackereien durch Zubilligung des unvermeidlichen Preisaufschlages die Aufrechterhaltung ihrer Betriebe zu ermöglichen. |
* Kirchliches. In dem Sylvester-Gottesdienst heute abend 7 Uhr in der Elikbethkirche wird Profefsor D. ßernreftn! predigen.
Wnstigcr Verlauf der Verhandlungen in Paris.
wb. Paris, 30. Dez. Di« Verhandlungen des Frei- herra v. Lersnrr mit dem Generalsekretär der Frie denskonferenz Dutasta nahmen einen zufriedenstellende» Verlauf und lassen eine Einigung erwarten. Wie verlautet, sollen die Ratifikationsurkunden am 6. Januar, nachmittags 4 Uhr, ausge- taufcht werden.
Auknilst der englische» Kommission in Hamburg.
wb. Berlin, 30. Dez. Auf Veranlassung des Obersten Rates traf eine britische Kommission, bestehend aus 3 Offizieren auf einem Zerstörer am 30. Dezember in Hamburg ein, um die Einzelheiten über Schwimmdocks, Krähne und anderes schwimmende Material in den deutschen Häfen festzustellen.
; nicht selbst aufgab. Daher die Furcht vor uns, da- ' her anch die an sich mcrtwürdigc Tatsache, dass diese Furcht von uns selbst so wenig verstanden wird. Bei uns hat sich wieder einmal wie so oft in der deutschen Geschichte alle streitbare Energie nach innen gekehrt. Das und nichts anderes wünschen
* Ein« Stadtvrrordnktensitzung findet Dienstag, 6. Jan, nachm. 5 Uh« statt.
*Schulamtliches. Verliehen: der Äantorttid den Lehrern Lölkes in Hachborn, Kr. Marburg, dem Haupt- lehrer Ubrich in Höringhausen, Kr. Frankenberg. — Endgültig angestellt: die Lehrer Reckel in Vöhl, Kr. Frankenberg, Nuhn iu Caldern, Kr. Marburg. — Einstweilig awgestellt: Helbig in Spießkappel, Kr. Ziegenhain.
* Zum netten Jahr. Nur noch einig« Stunden ttnb das Jahr 1919 verabschiedet sich. Daß man ihm keine Tränen nachweint, braucht nicht gesagt zu werden.; Wir wollen aber auch nicht verzagen, sondern mit neuer- Hoffnung und mit neuem Arbeitswillen das neue Jahrbegrüßen. In diesem Sinne wünschen wir allen unteren; Lesern ein glückliches neues Jahr! — Das neue. Jahr ist ein Schalljahr mit 366 Tagen. Ostern fällt! auf den 4. April, Himmelfahrt auf den 13. Mai und, Pfingsten auf den 23. Mai.
* Shlvestermarkt. Zum erstenmale nach der, Kriegszeit spielte sich heute wieder der Neujahrsmarkt wie; in früherer Weise ab. Auf dem Marktplatz reger Betriebs !uni> später in mehreren Sälen Tanzbelustigungen, an; denen sich hauptsächlich dir jungen Mädchen und Bur-! scheu aus vielen Orten des Kreises beteiligen. >
* Zur Warnung. Vor jedem Unfug in der' Neujahrsnacht sei hierdurch gewarnt. Die Polizei wird; gegen alle UeBertretungen unnachsichtlich vorgehen.
* Ein falsches Gerücht. In der Stadt geht das Gerücht um, bei den Schießständen des Jäger» bataillons sei es zu einem Zusammenstoß zwischen einem Posten und äßegetagereai gekommen. An ja»' ständiger Stelle ist nichts von einer derartigen Sach« bekannt. Vielleicht liegt dem Geschwätz eine Streitig»’ feit zu Grunde, der sich während der Feiertage scheu einem Soldaten und mehreren Zivilpersonen i< der Stadt abspielte. f
* Lotterie. Wie uns die hiesige Lotterie-Einnahme mitteilt, haben noch viele seitherige Spieler ihre Gewinn« der 5. Klasse noch nicht abgehoben, und di« Los« zur l. Klvsse nicht erneuert Es wird daraus ausmerksam gemacht .dieses umgehend zu besorgen. Laut Anzeige sind noch Vd Lose zu 10,50 Mark und Vs Lose zu 6,25 Mark abzugeben.
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S. _ tiefet Welt schon viele Kriege verloren wurden, f dost aber noch kein Volk zu gründe ging, das sich 11 — : « « A «• e <e. <• # M z L • v . l_
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Die „Oderhessisch « Zeitung" erscheint sechrmal »»chentlich. — Der Bezugspreis beträgt wenatli* 2,50 X. frei ins Haut; durch di« Post 2.50 -U. ebne SeReSteelb. — Perlag een Dr. C. HitzeretH. — Druck der Uni» - ?>nchdr. von Jeh. « u g. Koch. Martt 21/23. — Fernsprecher 65.
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Ein neues Jahr! Was hat das scheidende uns gebracht-fragt ter prüfende Verstand, was wird das »Mmende-uns bringen, bangte die stets hoffende Menschenbrust. Eine Fülle von Empfindungen, Gedanken, Hoffnungen und Befüichtungcn ■ durchkreuzen heute die Seele jedes Deutschen» der die Lage seines Vaterlandes betlachtet.
Das Jahr 1919 sollte uns Frieden und Brot dringen, selbst der ärgste Pessimist hatte das wohl erwartet. Das Jahr des Unheils hat beide Er- i \ Wartungen getäuscht. Freilich ist in Versailles ein Friedensinstrument unterzeichnet worden, das wohl däs trübste Kapitel der deutschen Geschichte j । Leiben wird. Friede ist trotz allem, was wir auch zugesianden, nicht geworden, noch lässt ein rach- ; gieriger Feind unsere Brüder in fremder Gefangenschaft schmachten. Auch wer, wie es vor 1; Jahresfrist üblich war, von der Beendigung des Krieges das Ende aller Ernährungs- und sonstigen inneren Schwierigkeiten erwartete, hat vergebens gehofft.
Das Jahr 1919 brachte uns nun die Regierung, die aus der Novemberrevolution 1918 hervorgewachsen war und eine Verfassung, die ihre Väter mit Stolz die demokratischste der Welt nennen konnten. Tas hatten ja unsere Feil de nur gewollt) Wilson hatte es oft gesagt, jetzt musste sich zeigen, wie sehr Deutschland nur wegen seines Mi- j, litarismus und seines Kaisers gehaßt war. Der Friede 1919 würde sicher anders ausfehen als die MaftLrrsiillstandsbedingungen von 1918, wie oft. . bv.6i.ii mir das hören köruren. Die Tütsrch:» fc’.c- chen eine andere Sprache, da ^Jahr 1919 hat sie uns gekehrt. Optimisten glaub en, wenn Deutschland von 1914 und seine Führer alle Schuld auf sich nimmt, an der Entstehung des Weltkrieges, so werde sich alles für das Volk zum besten wenden. Auch hier Enttäuschung über Enttäuschung, über die nur Fanatiker einer internationalen Idee hinwegsehen konnten und — — tatsächlich hinweg- sichen.
So haben wir in Deutschland auch nach dem 22. Juni Versuche erlebt, die Frage nach der „Schuld" am Kriege vor einem Forum von „Par- lei"nuinnetn unparteiisch zu erörtern mit der Hoss- kmrg, auf unsere Feinde in ähnlicher Weise zu wirken, Ja der Tscheche Kautsky glaubte, in Eisners ?fvsstapfen gehend, Deutschland zu nützen, wenn er teils impulsive teils treffende öfters törichte Randbemerkungen des Kaisers zu offiziellen *Alte.!- ’ stücken zu einer schweren Schuld der deutschen Ti- piornarie hinaufschraubte. Natürlich alles vergebens. Das Ausland blieb uns genau so feindlich wie seit 1914 und vorher. Es interessierte sich nur dafür, «ns militärisch und wirtschaftlich möglichst ; für immer aus der Welt auszuschalten. Wir stehen allein, und keine internationale Idee wird uns retten.
Franzosen und Engländer wollen Deutschland, das sie einfach durch sein Dasein bedrohte, vernichten. Ob dies ein Kaiserreich oder eine Republik war, blieb ihnen gleichgittig. Sie wissen, dass in
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litt lässt sich nicht verkennen, dass im Volke _ . . _________________
IlllÜ »ein Zug nach rechts" sich bemerkbar Dacht. Dass iHinge sind letzten Endes entscheidend? " tiefer Zug sich parteipolitisch als nach rechts deitt-M
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