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mit dem Kreisblau für den KreiS Marburg

Tageszeitung für (das früher kurhessische) Oberhessen

DieOberhessische Zeitung" erscheint sechsmal wlchentlich. Set Bezugspreis beträgt monatlich 2,50 X. frei int Hau»; bnrch die Poft 2.50 «4. ohne Sestelzelb. Perlaa »on Dr. C. Hitze roth. Druek der Uni» -Buchtzr. von I »h. A u g. Koch. Markt 21/28. Fernsprecher 55.

Marburg

Dienstag, 30. Dezember

Der Anzeigenpreis beträgt ftr die Sgesp Zeile 50 4, «»tliche »nd auswär­tige 60 4, Nekl»«egeile 1.60 X. Jeder Rabatt gilt al, Barrabatt. Bet Tnsknnft durch die Gchchastsstelle x. Vermittlung der Angebote 26 4 Sonder gebRhr. Postscheckkonto: Mr. 6016 Amt Frankfurt a. M.

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Str Sritht.

Die Pariser Verhandlungen.

Wb. Paris, 29. Dez. Heute nachmittag 3 Uhr sind die verbündeten -und deutschen Schiffahrtssachverständi- gen zur neuen Besprechung der Frage der Truppen­transporte der Verbündeten angesichts deS Inkrafttreten des Friedensvertrages zusammengetreten.

Die Wiederaufnahme der Beziehungen zu Italien.

Wb. Berlin, 29. Dez. Wie anders lautenden Reibungen gegenüber von zuständiger Seite festgestellt Wird, steht ein bestimmter Termin für die Eröffnrkiig der deutschen Konsulate in Italien nicht fest und kann Der der Ratifikation des Friedensvertrages auch gar nicht festgesetzt werden.

Das Schicksal Kaiser Wilhelms.

Berlin, 28. Dez. Wie dieDeutsche Allgem. ditg." mitteilt, schildert ein offiziös inspiriertes Lou- i dotier Telegramm derBerlingske Tidende" die Auf­fassung leitender politischer Kreise Englands über das Schicksal Kaiser Wilhelms so, daß man nicht mehr die Aburteilung des Kaisers durch einen internationa­len Gerichtshof verlange, aber seine Unschädlich­machung für notwendig halte. Sein Aufenthalt nahe der deutschen Grenze bifite eine Gefahr im Hin­blick auf naheliegende Verschwörungen nn Deutschland.

wb. Paris, 29. Dez . (Havas.) Nach demEcho be Paris" sollen die Kabinette von Paris und London entschlossen sein, nach dem Inkrafttreten des Friedens- Vertrages die Auslieferung des Kaisers zu verlangen.

Amerikanisches Fleisch für Deutschland?

Berlin, 28. Dez. Nach einen"i'chen Tele gramm derBoss. Itg." wird den italienischen Blät­tern aus Washington gemeldet, daß der Fleisch rüst die | Lieferung von Fleisch für 25 Millionen Dollar nach Deutschland übernommen hat Ein Viertel der Kaus- summe sei sofort zahlbar, der Rest in neunmonatlichen Raten unter Garantie der Tauschen Bank.

Das englische Ziel eines Tonaubundes.

tu. Lu g a n o , 28. Dez. Wie aus Paris berichtet wird, hat die englische Abordnung int Lbersten.Nnt An­träge gestellt, die den Zweck verfolgen, zwischen den früheren österreichisch-ungarischen Staaten einen Zoll- i Verchn zu gründen. Der(Sortiere della Sera" wendet sich mit Heftigkeit gegen die Umtriebe der englischen amtlichen und halbamtlichen Sfrtcnten in Budapest, die eine unermüdliche Propaganda für die Herstellung eine? Donaubundes betreiben, zu denen der Zoll-Verein der erste Schritt fein soll.

Das tndqiilliqeWeMtrer*.

wb. Ber l i n, 29. Dez. Von zuständiger Seite ; wird geschrieben' Das Reichsheer wird am 1. April 1920 gebildet werden. Nach dem Friedensvertrag darf es nur 96 000 Unteroffiziere und Mannschaften stark j sein. Ebenso wie seine S'.ärke ist durch den Friedens- vertrag auch die Zahl seiner Verbände festgesetzt.

Sie ist verschwindend gering gegen die des früheren Heeres. Daher werden am 1. April 1920 eine i große Anzahl von Städten ihre Garnisonen ver­lieren. Diese Städte, besonders die, die seit langen Jahren, oft seit Jahrzehnten, dieselben Truppenteile in ihren Mauern beherbergt haben und deren Geschichte eng mit der der Truppenteile verwachsen ist, werden hierdurch schwer getroffen. Wir stehen aber hier vor unabänderlichen Tatsachen. Tas frühere Heer ist auf Befehl der Reichsregierung aufgelöst. Der Frie­densvertrag legt Deutschland auch militärisch Fesseln an. Er muß durchgeführt werden. Für das verblei­bende kleine Heer müssen Garnisonen nach der Ver­wendungsmöglichkeit der Truppe und den Ausbildungs- . grundsätzen ausgesucht werden. Bei gleicher Bewertung fttrrchen natürlich die alten Garnisonbeziehunzen das rrste Wott. Für die übrigen Garnisonorte besteht mili- tarischerseits keine Möglichkeit, den Verlust der Gar­nisonen auszugleichen.

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f Ans dem besetzten Gebiet.

Die Ausbeutung der Saargruben.

wb. Paris., 28. Dez. WiePetit Parisien" mel­det wird der französischen Kammer ein Antrag zugcheu, Aach dem der französische Staat die Kohlengruben des Saatgebiets in eigene Verwaltung -übernimmt. Es soll eine GeschäftsstelleStaatSbergwcrk des Saargebiets" gebildet werden, der auch die Fabriken zur Gewinnung km Koks und elektrischer Kraft unterstellt werden.

wb. Aachen, 28. Dez. (Havas.) Der Oberbe­fehlshaber der britischen Rheinarmce teilt die sofort" tu Kraft treienben Verfügungen mit. die erlaßen wurden, Am den legitimen Handel gegenüber dem Spekulanten- And Schiebertum zu schützen.

wb. Paris, 29. Dez. Die Barster Marge «presse Meldet, daß der ,'ranzöiische General Degoutte nach Ä!i!ra,'ttreten des Frirdcnsoettrages zum Olterbefehts- -baber der französischen, belgischen und englischen Be- fstznn in den Rheinländer! ernannt werde.

Sie LW ii Mlnh.

wb. Berlin, 29. Dez. lieber die Lage in Lettland verlautet an zuständiger Steller Die deutschen Inter­essen werden nach dem Abbruch der diplomatischen Be­ziehungen durch die lettische Regierung von dem däni­schen Konsulat in Riga wahrgenommen, wo die Angestell­ten der bisherigen deutschen diplomatischen Vertretung beschäftigt sind. Die Not unter den Reichsdeutschen ist, wie das bei der allgemeinen wirtschaftlichen Lage der Randstaaten erklärlich ist, sehr groß. Von 2000 noch in Mga lebenden Reichsdeutschen erhalten 1700 Unter­stützung. Im allgemeinen aber wurden die Reichs­deutschen während der Beschießung Rigas durch die Bermonttruppen keinen Beschränkungen ihrer Freiheit oder ihres Eigentums unterworfen. In vereinzelten Fällen wurden Verhaftungen wegen angeblich strafbarer Handlungen vorgenommen. In trauriger Lage befinden sich die Angehörigen der Bermonttruppen, die als^Kriegs- gefangene den Letten in die Hände gefallen find. In­des ist zu hoffen, daß auf Grund kürzlich gepflogener Besprechungen von der lettischen Regierung Maßnahmen zur Besserung ihrer Lage ^troffen werden. Der Aus­tausch der Kriegsgefangenen kommt erst nach Wieder­aufnahme der diplomatischen Beziehungen in Frage. Auch die Balten wurden als solche in Riga nicht verfolgt. Aus dem Land sind wieder einzelne Ermordungen baltischer Gutsbesitzer durch die Letten zu beklagen. Einen größeren Umsang konnten aber diese Untaten schon aus dem Grund nicht annehmen, weil die meisten Guts­besitzer flüchten Wußten. Diejenigen Balten, die an den Kämpfen der Bermonttruppen gegen die Letten auf der Seite Vermonts teilnahmen, wurden als Staats-- verrfiter erklärt und ihr Besitz konfisziert. Die lettischen aesetzgebenden Körperschaften hatten Einsicht genug, um den nationalen Minderheiten, also in erster Linie den Balten, weitgehende Autonomie auf kttlturellem Gebiet einzurfiumen. Drei höhere deutsche Schulen sind gegen­wärtig in Riga in Tätigkeit . Im lettischen Kultus- ministeritrm ist eine deutsche Slbtcilnng eingerichtet wor­den. In Riga herrschen im allgemeinen geordnete Zv- 0finde, da es der lettischen»Regierung gelungen ist, einen hstckich sunktionierenden Vefiördenapparat zu schaffen. Daß da?- W-rsichaftsleben völlig fiarniederliegt, kann nach den Ereignissen des vergangenen Jahres nicht wunder- n-tzmen. Auch die sünfwöchentliche Beschießung Riga? durch die Bermonttruppen fiat nicht nur die Nerven her Bewrlner auf eine fiarte Probe gestellt, sondern auch sehr "rfirbfiffien materiellen Schaden angerichtet. Besonders empfindlich ist die Zerstörung zahlloser Fensterscheiben, die bei der stockenden Einfuhr nicht ersetzt werden können. Auch die historisch bedeutsamen Bauwerke der Stadt sind um Teil schwer beschädigt. Auch in Mitau ist das Scbkvß teilweise zerstört. Das deutsche Gymnasium wurde eben salls zerstört. Die Zukunft des Landes ist iwckt in Dunkel gehüllt. Die Ausrechterhaltung der Ruhe und Ordnnitg ist zwar der Regierung gelungert, irnb an ihrem Willen, den Bosschewisnms von innen und außen mederztrhalten, kann nicht gezweifelt werden, aber ob die Kräfte vorhanden find, um dieses Ziel zu erreichen, ist zweifelhaft. Bor- IiHtfig werden die bolsch'ivistischen Streilkräfte von der Landeswehr und zahlreichen Teilen der lettischen Armee :m Schach gehalten. Erfolgreiche Handstreiche beweisen aufs neue die, moralische Minderwertigkeit ber dort stehenden bolschewistischen Truphen. Aber durch ihre günstige militärische Lage aus den anderen Fronten wer­den die Bolschewisten in die Lage versetzt, auch an der lettischen Front ihre Truppen zu verstärken. Den kom­mender. Wochen wird daher ü^Riga mit Besorgnis eutgegengesehen. Auch in O st Preußen sollte sich durch diele Lage die Erkenntnis ergeben, daß eine u n mittel­bare Gefährdung der ostpr-eußischen Grenze durch den Bolschewismus nicht vorliegt ;:nb nicht vorliegen wird, solange das jetzige lettische Ministerium oder ein aus deutschen Parteien zusammengesetztes am Ruder ist Eine unmittelbare Gefahr wird nur bann etntreten, wenn er­folgreiche Bolschewisten-Angrisfe an der lettischen Front einsetzen sollten.

Die eftnisch-bolfchewiftifchen Verhandlungen.

wb. HelsingforZ, 29. Dez. Nachrichten aus Neval besagen, daß die Sowjetaborduung den estnischen Vorschlag angenommen hat, nach bem auf bei Konferenz von Dorpat nicht ber gricben, sondern nur ein sieben­tägiger Waffenstillstand abgeschloffen werben soll, ber fortlaufend verlängert wirb, bis Kündigung er- olgt.

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Holen nnd die WeKmiichte.

In Erwartung' einer bolschewistischen Offensive im Frühjahr.

wb. Paris, 29. Dez. Der polnische Minister des Aeußcrn, Patek, sagte zu einem Redakteur desMatin", er sei deshalb nach Parts und London gegangen, um den tlsfan einer engeren Zusammenarbeit ber Verbündeten mit Polen zu bespreche«.' Der Augenblick werde bald kommen, wo man von einem politischen Bündnis mit Frankreich und England sprechen könne. In diesem Augenblick sei es wichtig, bas militärische Bündnis wirksam werben zu lassen. Die ganze Politik ber Ver- bünbcten gegenüber Gutzlaud baue sich darauf auf. Man habe in London beschlossen mit den Bolschewisten keinen Frieden zu schließen; btefe passive Politik schließe natür­lich eine aktive Politik der Bolschewisten nicht aus. Er habe soeben den Verbündeten gesagt, daß das Frühjahr nach btcicr Richtung Aeberralchrmgen bringen werde. Er wisse mit Bestimmtheit, daß bann bk bolsche - w:stischeu Heer« vorrücken würden.

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Die Rückkehr der Kriegsgefangenen.

T^je>:®ie Griechen hvffen auf de» Besitz Konftautinspel».

Paris, 28. Dez. Der Begleiter de» grieOschen Ministeepräsidenten Venizelol, Kabinettschef Politi», er­klärte dem Vertreter der .Journal des Debüt»", die Griechen dächten, wenn die Türken nicht im Besitz bet ©tabt Konstantinopel bleiben sollten, müsse sie Griechen»

Ach. Berlin, 29. Dez . Die Reichszentralstelle für Krieg- (-und Zivilgefangene teilt mit: Heute treffen in Bremerhaven 741 Offiziere und 250 Mannschaften aus dem englischen Gefangenenlager Wakefield und in Wilhelmshaven 632 Offiziere und 202 Mannschaften an» dem englischen Gefangenenlager Ripon rin.

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England.

Die englische Schlappe im Sudan.

wb. London, 28. Dez. (HavaS.) lieber die Vor­gänge im Sudan meldet ein Bericht des Marschalls A l l e n b h, daß unter den Stämmen der südöstlichen Gegenden be» <5uban8 eine gewisse Mißstimmung herrsche. .In einer Provinz, deren Verwaltung Groß­britannien obliegt,ereignete sich am 30. 10. infolge eines Angriffs auf einen englischen Vorposten ein Zusammen­stoß; der Posten mußte sich zurückziehen. Später wurde eine starke Aufklärungsabteilung vorgeschickt. Diese Ko­lonne war Gegtnstcmb eines überraschenden Angriffs. Zwei Majore, ein sudanesischer Offizier und 23 Mann wurden getötet, verschiedene verletzt. Eine weitere Ko­lonne wird zur Bestrafung der Schuldigen entfanbt wer­ben, sobalb die klimatischen Verhältnisse dies gestatten.

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Frankreich.

wb. Paris, 28. Dez. Finanzminisier Klotz über­mittelte dem Parlament einen Antrag auf Erhöhung der Luxu»steuer für Bälle, Konzerte, Kinos und Theater.

Die Abgeordneten von Elsaß und Lothringen haben sich $ur Sicherstellung der wirtschaftlichen Interessen der beiden Provinzen zu einet Gruppe zusammenge­schlossen.

In der Sylvesttrnacht wird infolge des Kohlen­mangels in Paris keine Verlängerung der Polizeistunde über V2I2 Uhr gewährt werden.

wb. Nancy, 29. Dez. .(Havas.) Unter Sm Kan­didaturen im Departement Meurtbe et Moselle ist diejenige des Generals Pau bemerkenswert.

Die PrSsidentenwahl.

wb. Pari», 29. Dez. (Havas.) DerTemps" be­stätigt, bjifi die Wahl des Präsidenten der Republik grundsätzlich ai^ den 17. Januar festgesetzt worben ist.

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Dentsch-Oesterreich.

wb. Wien, 29 .Dez. Die Ratbailskorrespondenz meldet: Eiice Abordnung der oberitalienischen Städte ver­bandelte mit dem Bürgermeister über die Bewerkstelligung von Kindertransporten nach Oberitalien. Der Führer der Abordnung teilte mit, daß die Gesamtanmeldung für die Ausnahme «bon Kindern in Obcritafien bereits die Zahl von 10 000 erreichte. Heute fährt der erste Zug mit 400 Kindern nach Mailand.

Berlin, 29. Dez. Wie demBcrl. Tagebl." aus Wien mitgctrilt wird, hat die französische Regierung, um die Lieferung von Kohlen aus der Tschecho-Slowakei nach Oesterreich zu beschleunigen, beschlossen, 5000 Waggons zur Verfügung zu stellen.

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llrilMN.

wb. Budapest, 29. Dez. Ministerpräsident H u s - z 0 r erklärte im Klub der christlich-nationalen Bereini- fiiing, die bisherige Untersuchung in der Angeleaenbeit der kommunistischen Putschv er suche habe er­geben, daß nicht so sehr Arbeiter als vielmehr Intellek­tuelle in die Verschwörung verwickelt seien. Die Schul­digen seien geständig. Die Fäden ber Verschwörung reichten, wie festgestellt sei, bis Lenin hin .Es sei nicht nur Ungarns Interesse, sondern auch das der Nachx barlfinder unb Jber Staaten im Westen, den Tatbastand ansznklären unMie ^^uldigcn zu bestrafen, denn wenn zu Ungarn ber^PoMMsmu» wieder aufkomme, tfth&e £?** gewiß nicht WWen Grenzen Halt machen, sondern ganz Europa auswühlen.

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Kurze Anslandsnachrichten.

Neue japanische Konsulate in Deutschlantz. Amster­dam, 28. Dez. Einer Meldung aus Tokio zufolge be­läuft sich ber japanische Haushalt auf insgesamt 1275 Millionen Den. Der Voranschlag für bas Auswärtige Amt toeift neue Gesaiibtschaften in Polen unb Griechest- lanb unb zwei neue Honorarkonsulate in Deutsch lanb auf.

Drohender Ausstand in Schweden. Kopenhagen, 29. Dez.Politiken" meldet aus Stockholm: Infolge ber Einführung des Achtstundentages zum 1. Januar verlangen die Arbeitet als Ausgleich neue Lohn­erhöhung. Das Angebot der Arbeitgeber auf Erhöhung des Stunbenlohnes unb nicht auf Erhöhung bcs Akkorb- ptzeS würbe von ben Arbeitern abgelchnt. In mehreren Jubustriezweigen broht ein Ausstanb von 5060 000 Ar­beitern.

D,S belgische Heer. Brüs s e l , 28. Dez. Dem Eclair" zufolge erklärte der liberale Slvgeorduete Crick in der Kammer, in der belgischen Armee gebe es kein Kommaubo mehr unb fast keine Disziplin. Das Bilb, da- er von bet belgischen Armee gewonnen habe, sei ßeiwfen 1 -* r 1

lanb zugesprochen werben.

FranzSfisch-Mmbischet Zusammenstvß in Syrien. Lonbon, 29. Dez. (HavaS.) DerTimes"-5wrre« spondent in Kairo berichtet, baß ein vom 23. 12. basierte» Telegramm au8 DamaAku8 ein blutiges Zusammen­treffen von arabischen Freiwilligen unb französischen Truppen bei Salbe! in Syrien bestätigt.

Sie HenUte WkmIrWIt In nenea 3tir.

Da nach dem Dichterwort der Mensch noch ans Grabe di« Hoffnung aufpflanzt, so möge e» auch atu gezeigt fein, die Frage aufzuwerfen, ob angesichts ben gegenwärtigen Notlage der deutschen VolkSwittschaft, angesichts der auf Fesselung unseres Wittschaftsleben» berechneten Frieden-bedingungen noch irgend eine Äu8« sicht besteht, daß wir jemals wieder zn einiger^ maßen gesunden wirtschaftlichen Zuständen, gu ge­deihlicher wirtschaftlicher Arbeit kommen. Rein ent­wicklungsgeschichtlich betrachtet wäre eS lein Ding bet Unmöglichkeit, daß das ehemals blühende deutsche volks- wirtsch östliche Leben nur noch ein kümmerliche» Da­sein führen, nur noch ben Schatten seiner einstige« Größe bilben wird. Die Geschichte beS spanischen Volkes würde uns hier ein Beispiel sein. Und ma« muß immer wieder daran erinnern, baß bie Waffen­stillstands- unb Friedensbebingungen wahrlich dazu angetan sind, bie beutsche Volkswirtschaft auf Jahr­hunderte hinaus niederzuhalten. Solcher pessimi­stischen Anschauung steht aber die unS und auch un­seren Feinden bekannte Tatsache gegenüber, daß im deutschen Volke bie Eigenschaft einer natürlichen Ar- beitskraft und Ä >ckeitSlust vorhanben ist, bie durch die Revolution zwar herabgeminbert worben ist, burch aufiete Einflüsse unb Bedingungen zwar ge­hemmt werden kann, bie aber niemals zu unter« binben ist.

Wir müssen uns zunächst barüber fiat sein, daß unsere Feinde sich'um unserer schönen Augen willen" niemals zu einet Abänderung ber wirtschaftlichen Frie­densbedingungen entschließen würden; daß sie nut dann sich zu einer solchen Politik bequemten, wenn sie einsehen, daß bie Erfüllung bet Friedensbeding­ungen, also bie Anspannung unserer wirtschaftlichen Kräfte ü b e r das menschenmögliche Maß hinaus, ihren eigenen Interessen zuwiderläuft. Was wir selbst in dieser Richtung tun können, ist kein Bitten unb Flehen, onbem bie Lieferung des Beweises, baß wir kroß an­gespanntester Arbeit bie Friebcnsbebingungen nicht erfüllen können. Wenn wir solche Arbeit leisten wol­len, dann gehört vor allem dazu bieinnereFestig- ung unserer wirtschaftlichen Zustänbe, bie Schaffung derjenigen Grundlagen, auf denen sich bie deutsche Volkswirtschaft in Ruhe entwickeln kann. Dazu gehört auch die Auseinandersetzung mit denjenigen wirtschasts- und sozialpolitischen Problemen, die nach Lösung drängen.

Daneben natürlich dürfen wir niemals bie Sorge des Alltags vergessen. Tie wichtigsten sind hier zwei- ellos bie Kohle n-, Verkehrs- unb, Eisen­not. Tie Kohlenarbciter behaupten, baß bie Schulb an bet Kohlennot nicht ber Rückgang ber Förder­leistung Jonbcrn bie mangelhafte Wagengestellung für den Abtransport habe. Die Eiscnbahnverwaltung wie­derum wirft ben Kohlculcuten vor, baß sie mit ben ungenügenden Kohlenvorräten keinen geordneten Be­lieb aufrecht erhalten kann, daß ferner die jetzt ge­orderten Kohlen äußerst minbertoertig seien. Wir. befinden uns also hier anscheinend in einem verhäng­nisvollen Zirkel. Immer mehr aber erkennen wir, daß wir aus allen diesen Nöten nur dann herauskommen, wenn wir mehr Kohlen «fördern, mehr Lodmo­tiven und Eisenbahnwagen bauen, mehr Eisen er­zeugen. Was unS seit der Revolution unermüdlich gepredigt worden ist, was wir bis zum Ueberdrutz ge­hört haben, ist wirklich das A unb O aller wirtschaft­lichen Weisheit: eS muß mehr gearbeitet wer­ben. Die überstürzte Einführung bes Achtstunben- tages unb ber Siebcnstundcnschicht im Bergbau, sowie die unter bem Drucke revolutionärer Machtbestrtbun- gen erfolgte Abschaffung bet Akkordarbeit, haben un­trem Wirtschaftsleben tiefe Wunden geschlagen. S» st geradezu eine Versündigung am ganzen beut* chen Volke, wenn bie Kohltnarbeitcr jetzt auf Ein- sührung der Sechsstunbenschicht znm-1. Februar 1920 drängen, während öic einzige Rettung aus un­trer wirtschaftlichen Not bie Verlängerung der Schichtzeit im Kohlenbergbau und eine dementsprechende längere Arbeitszeit für die übrige deutsche Arbeiter- chaft toärt. Auch die Einführung ber Wissenschaft« licken Betrirbssührnng, des sogenannten TaylorsystemS^ gehört zu den für Die Erhöhung der dtutjcheu Pro-