Frauen - Zeitung
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Portmitteln denken kann, in denen man das Gespräch zwischen Bekannten einer letzten Reinhardt-Premiere, eine letzte Börsen-Transaktion oder ein saftiges Fa- milienskandälchen zu erörtern pflegt.
Zum Wcihnachtsmarkt am Schloßplatz zog „anno dazumal" Groß unb Klein in Berlin. Er war eine wirkliche Messe, die jedem Geschmack, jeder Kauflust Befriedigung bot. Regelmäßig stieg der Hof aus dem Schloß auf ihn herab. Die Königin Luise, jn holdseligster Anmut strahlend, liebte den Berliner Weihnachtsmarkt, wie . sie die Gelegenheit liebte, mit dem Volke vertraut zu werden. Glück und Freude um sich zu verbreiten, arme Kinder zu beschenk.». So bescheiden, so natürlich ging das vor sich! Nicht etwa, daß es an „Sensationen" fehlte. Keineswegs! Ta hatte z. B. der Hofkonditor an der Stechbahn die Geburt des Heilandes in Marzipan, mit Flittergold und Tannengezweig, nachgebildet — und ein derartiges Wundertoerk mußte ein jeder gesehen haben. Die Königin Luise, „meine Himmelskönigin" hat die sonst gar nicht schwärmerische, menschenkluge Oberhofmei- stecin Gräfin Voß ist ihr Tagebuch geschrieben — hatte an dem harmlosen, geschäftlich dabei sehr regen Treiben des Berliner Weihnachtsmarktes die Helle, reine Freude, die sich blasiertesten Höslingsgemütern unwiderstehlich mitteilte.
Mit Notwendigkeit verlor der Berliner WechnachtS- markt seinen patriarchalischen Charakter, seine Naivität — nachdem Berlin seinen patriarchalischen Charakter und seine Naivität eingebüßt hatte. Lhlimmer, er wurde eine Stätte de- Krakehls, deS „Radaus. Und als Berlin- Stadtväter auf der Mitte des Schloß- platzes den vsil Begas entworfenen Neptun-Brunnen
mit leuchtenden Halbedelsteinen oder mit bunten Jmi. tationen zu besehen, sondern sie wachsen sich in Grötzl und Form zu den wunderlichsten Gebilden aus. Da> Neueste in der Schuhmode, das von Paris aus cinp,
Auch in Bezug auf die „Freiheit stellen die Hansangestelltenorganisationen Forderungen, di« nach Ansicht der Hausfrauen nicht in vollem Umfangt bewilligt werden können. Erstere geben dabei von dem Gesichts- 'pnnkte aus, daß die Hausangestellten den „freien" Arbeiterinnen gleichgestellt werden müssen, also nach Schluß ihrer Arbeitszeit nach Gutdünken über ihre Zeit verfügen können. Als besonderes Entgegenkommen betrachten sie es, wenn sie sich bereit erklären zwei oder dreimal in der Woche die Abende im Hause ihrer Arbeitgeber zuzubringen und gegebenenfalls bezahlte Ueberstunden zu leisten.
Diese hier nur kurz herausaegriffenen Einzelheiten deS entworfenen Mantelrertrages für Hausangestellte beweisen. welche einschneidende Wirkungen ihre e^ntnelle Durchsiihrnng auf da? Familienleben, auf die wirtschaftlichen Verhältnisse der einzelnen und weiterwirkend aus die Gesundheit der Hausfrauen haben wird, von denen es sich viele dann nicht mehr leisten können, eine auch noch so bescheidene Haushilfe zu halten. Es ericheint daher dringend notwendig, daß die Hausau gestellten- sragen jetzt in allen Frauenorganisationen erörtert wcr- den, damit auch die bisher ihnen noch gleichgültig Gegenüberstehenden davon überzeugt werden, daß auch sie sich der großen Frauenorganisation -anzuschließen haben, deren Berhandlungstätigkeit mit den sehr starken Hausange- stelltcnvcrbänden nur erfolgreich sein kann, wenn auch hinter ihnen eine Mass« steht
Es bedarf dabei keines besonderen Hinweises, daß mau sich in Hausfrauenkreisen klar ist, daß die Umwandlung der gesamten wirtschaftlichen Verhältnisse Deutschlands auch auf dem Gebiet der hauswirtschaftlichen Tätigkeit nicht zu umgehen ist, ebenso, daß viele der ausgestellten Forderungen nur als Schutzmaßregeln gegen unzulängliche Dienstgeberinnen aufzufassen sind. Jedenfalls ist cs dringend notwendig, daßdcr hicr geschilderte Vertrags-Entwurf die eingehendste Ausinerksamkeit aller Hausfrauen sind«, denen in Versammlungen auch die Einrichtung des Schlichtungsausschusses für Hausaugcstelltenfragcn, und die neuen Bestimmungen über die Meldepflicht nahe ge-
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die sich gleichsam mit ausgelneiteten Flügeln auf deq Fuß niedergelassen haben und in phantastischen Fatbq leuchten. Flimmernde Steine und bunte Glasflüsse ftn| dazu verwendet, um aus diesen Schmetterlingen besondere Schmuckstücke des Kunstgcwerbes zu machen, i?.e a, sich wunderhübsch sind, aber am Fuß doch recht meitz würdig erscheinen.
Ein Engländer über den „Backfisch". Unter den neuen Wörtern, die durch den Sri eg in der englischen Sprache sich eine große Beliebtheit errungen haben, befindet sij
mit Kleidern und Wäsche, und feine Zweigvereine haben in ganz Deutschland „Kolonialpatenschaften" eingerichtet, eine Art Familienpflege, die in Großstädten, wie Berlin, Hamburg und Dresden, einen großen Umfang angenommen hat. Es sollen sich aber noch mehr Frauen daran beteiligen. Auch die nationalen Parteien sollten die Kolonialdeutschen heranziehen, sie zu ihren Versammlungen einladen und veranlassen, vor einem größeren Kreise von ihren Erlebnissen zu berichten. Sie sind die Träger des kolonialen Gedankens, den wir zwar heute nicht verwirklichen können, der aber in unserem Volke-nicht untergehen darf. Unsere Kinder und Enkel sollen durch uns Frauen erfahren, welchen Reichtum Deutschland einst besaß in dem fruchtbaren Ostafrika und in der Diamantenküste Südwest. Wir wollen ihnen so viel davon erzählen, daß auch in ihnen die Sehnsucht danach erwacht und sie unaufhaltsam zur Erfüllung verlorener Ideale treibt.
Sind wir auf solche Weise eins im Geist mit unseren Kolonialdeutschen, so wird es uns selbstverständlich erscheinen, daß wir alle uns bemühen, sie in Deutschland wieder heimisch zu machen. Allein die Wärme des Herzens, die wir ihnen entgegenbringen, kann sie entschädigen für den Verlust von Wohlstand und Besitz, von Gesundheit und Hoffnung. Die meisten sind aufrecht geblieben in ihrer Gesinnung und vom Wunsche beseelt, bessere Zeiten mitheraufführen zu helfen. Darum dürfen wir nicht achtlos an ihnen vorübergehen.
unserer lieben, schönen Weihnachistieder an, o» fromme „Vom Himmel hoch, da komm' ich her" odck auch das weltlich-fröhlichere „O Tannenbaum!", «M nun ging es zu Tisch. „Karpfen in Siet" wäre» das Weihnachtsgericht des Berliners, und auch „Mohs' pielen" mußte er haben, und zum Schluß trank maß ein Gläschen Punsch, der noch nicht das Monopol' getränt der Millionäre geworden war.
die Entstehung dieses Ausdrucks ist nun ein Streit i, der englischen Presse entbrannt, und die größte Wahi-
Kerliner Wr hnachten ernst und jcijf.
Berlin im Dezember.
„O du selige, o du fröhliche — gnadenbringende Weihnachtszeit!" So sang früher der Chor der „Kureitde-Jungen", armer kleiner Zöglinge des städtischen Waisenhauses, in den Höfen der wohlhabenden Berliner Bürgerhäuser. Und das Erscheinen der an ihren schwarzen Schultermänteln („Capes" sagte man damals noch nicht) erkenntlichLit bescheidenen Knaben war die Ankündigung des Festes, das allen Hader, allen Zwist, allen Haß' für eine kurze Spanne zum Schweigen brachte: „Friede auf Erden, und den Menschen ein Wohlgefallen!"
Ob die Keinen Kurende-Jungen — in Eisleben ist auch Martin Luller ein solcher gewesen — in Berlin noch existieren? Ob sie auch diesmal mit ihren hellen Stimmen die Wiederkehr der Geburt des Heilandes anzeigen werden? Altehrwürdigen Gebräuchen, durch die das Andenken an die Vergangenheit wach gehalten toirb, ist unsere Zeit nicht sonderlich günstig. Und wer von Pietät spricht, wer zur Achtung vor Gewesenem zu mahnen sich herausnimmt, den schelten Unverständige der Rückständigkeit und geistiger Ar- Wnenverkalkung.
Das alte Berlin, das hörte westwärts am „Potsdamer Tore" weitestens an der Potsdamer Brücke -auf, und wenn die „Knrende-Jungen" jetzt die Häuser der wohlhabende» Berliner Bürger aufsuchen wollten, so mußten sic ein Monnemetrt auf die Untergrundbahn, die Elektrischen oder den Omnibus lösen, und man wird zugeben, daß man sich die Keinen, wie aus mittelalterlichen Gemälderahmen gestiegenen frommen Weihnachtssäuget: nicht gut in so. modernen Txans»
We KauSangesteMenbLweguttg.
Es dürfte bekannt sein, daß seit geraumer Zeit die Vertreterinnen des Verbandes deutscher Hausfrauenver- eine mit denen der beiden großen Hausangestelltenorga- rijetionen ,bre Zentraln-rbünd für Hausangestellte und dem Reichsverband, in Verhandlung stehen, um einen für dar Reich gültigen Mantelvertrag fcstzusehm, der sowohl für die Entlohnung als für die Arbeitsbedingungen Richtlinien der Abmachungen zwischen Haushallungsvor« stand und Hausangestellten aufstellen soll. Die Forderungen, die hierbei von den Hausangestellten erhoben werden, gehen jedoch weit über das Maß dessen hinaus, was die Arbeitgeberinnen, auch unter vollster' Berücksichtigung der veränderten sozialen und wirtschaftlichen Ver» bältnissc, bewilligen können. So sind zum Beispiel die Tarifsätze so hoch geschraubt, daß cs dem weitaus größten Teil der Familien des Mittelstandes, sowie den erwerbstätigen Frauen oder von ihren Zinsen lebenden Witwen unmöglich sein wird, sich ferner Hausangestellte zu falten, wurde doch bei den von den Angestellten vorgc- lcblagenen Lohnsätzen, bei Berechnung aller vom Arbeitgeber zu leistenden Aufwendungen, wie Verpflegung, Wobnnvg, Kostgeld für die llrlanbszeit, u. A. m , bet Auf- tvanb für ein einfaches, wenig geschultes Dienstmädchen rtma 2200 bis 2500 Mark im Jahre betragen. So wirb zum Beispiel für ein Allein!»adchen von 14—16 Jahren, also ein Kinb das noch lernen muß, der Lohnsatz von 36 Mark bei voller Verpflegung verlangt, er steigt für 16 --18jährige auf 50 Mark, für 20jährige auf 80 Mark, ganz gleich ob diese tüchtig sind oder nicht. Für die gestörte Nachtruhe der Kindermädchen soll eine monatliche Sondcrcntschädigung von 10 Mark geleistet werden, dazu kommt noch die Ucbcrstnndenbcrechnnng der gelegen!» sich nach 8 Uhr abends zn leistenden Arbeiten. Für Aus- tvärteriniKrf mit Essen wird 1 Mark die Stunde verlangt, ohne Essen 1,40 Mark, Teppich klopfen, Kvhlcntragen und ähnliche Arb.uten sollen ihnen aber noch besonders mit 50 Psg die Stunde bezahlt werden.
Eine von der Zentrale der Berliner Hanssranen- uflerine einbrmfene Verjammlmig der Groß-Berlin«' Hansfrauenvcreine, die zu diesem Tarifentwnrf, nm besser Einzelheiten die Vertreterinnen der Hausfranenorgani-, sation bereits schwer gekämpft hatten. Stellung nehmen follte, lehnte die Erörterung dieses Tarifentwurfs einstimmig ab. Die Verhandlungen darüber seien wcitcrzn- führen. Ueber den Arbeitsvertrag wurde jedoch eine Aussprache herbeigesützri. Jn ihm iss eine dreizehnstündige Arbeit»bereitschaft» von morgens sieben Uhr bis abends acht Uhr vorgesehen, die von den Hausfrauen anerkannt wurde, ebenso die Bestimmung, daß die eigentliche Arbeitszeit zehn Stunden betragen und in der Zeit von 7—8 Uhr abends nur „laufende" Arbeiten, wie Tischdecken, Schlafzimmermachen usw. vorgeuommen werden sollen.
Unsere Kolomaldrulschen
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. Im allgemeinen hat man wenig Aufhebens von
der Erklärung bleiben, daß die kleinen Fische Backfische ; genannt iverden, weil sie sich am besten zum Sailen - eignen.
"Die überschätzt« Bouillon. Die Suppe, di« zur Aii i unserer Väter als ein Hauplnahrungsmittcl galt, ii durch die moderne hygienische Forschung in ihrer Wink und Wertung stark erschüttert worden. Aber nodt im r mer glauben viele Leute, daß eine Bouillon zu den naht L hastcsten 'Dingen der Welt gehöre. ' Gegen diese Auf " sassung wendet sich der englische Hhgicuiker Wolfer '1 Gollichan, indem er erklärt, die Fleischbrühe habe ein« : sehr geringen Wert als Nahrungsmittel, sic sei nur nfl - Anregung für den Magensaft zu Beginn des MaW nützlich. Es müsse endlich einmal mit- dem „Gloubes | an die Bouillon" aufgeräumt werden, und dies Werk geschehen. Wenn man di« Bouillon mit ihrem richtigen Nomen „Wassersuppe" nenne. Heißes Wasser mit bad« n gekochtem Fleisch unb etwas Salz rege wohl den A ppci« an, aber es sei noch keine Nnhrung. sonder» mon red« 1 sich die kräftigende und sättigende Wirkung in^der Houp!' ;1 fache ein. „Die Einbildung tut überhaupt sehr viel bei« Essen, und ich habe oft Frauen sogen hören, doß eint Tasse Bouillon ihnen lieber sei. als da? beste Abendbrot g Aber ebenso Habe ich auch von verschiedenen Persene« '■
Allerlei.
Weshalb wird der 25. Dezember al» der Geburtstag Christi betrachtet? Die Festsetzung des 25. Dezember für die Geburt Christi beruht auf einer merkwürdigen Berechnung, die sich auf die Analogie vor. Schöpfung und Menschwerdung stützt. Di« Menschwerdung Gottes in Christus ist die Vollendung des Schöpfungswerkes und insofern auf denselben Tag zu verlegen, an dem die Schöpfung begonnen wurde. Der erste Schöpfungstag ist aber offenbar der 25. März gewesen: denn erstens muß die Erde im Frühjahr geschaffen sein, da sie Gräser und Kräuter hervorbringt: dann „schied Gott das Licht von der Finsternis". Gottes Teilungen sind vollkommen: so kann nur die Tag- und Nachtgleiche gemeint sein, die nach volkstümlicher Berechnung am 25. Marz stattfindet. Also ist das dör Schöpftmgsanfang, also zugleich der Tag der Menschwerdung. Also ist Christus am 25. März verkündet und 9 Monate später am 25. Dezember geboren worden. Das ist die rechnerische Grundlegung des Weihnachtstages.
Christbaum lichter. Noch heute lebt i» manchen Gegenden unseres Vaterlandes die Sitte, mit einer Kerze in der Hand zur Christmette in- die Kirche zu gehen. Im altehrwürdigen Städtchen Soest kennt man noch das „Kindelwiegen" in der Christfestnacht, Wobei vom Kirchturme Lichter geschwenkt werden, und im Harz zog man — noch nicht allzu lange Zeit ist der schöne Brauch geschwunden — an Weihnachten mit Christbäumen und brennenden Lichterkronen durch die Straßen. Das erste Tanncnreis in Verbindung mit einer christlichen Weihnachtsfeier wird im Jahre 1508, der erste mit Buntpapier unb Zisckgold, Aepfeln, Oblaten und Zuckerwerk behängte Christbaum 1604 im Elsaß, der erste Lichterbaum im Schlosse zu Brieg 1611 erwähnt. Gegen alle diese harmlosen Feiern eiferte die Geistlichkeit. Ihr waren sie ein unverständlicher Brauch aus der Heiden- zcit, dessen sinnige Schönheit ihr noch nicht aufgegangen war. — Wenn wir, uns vergegenwärtigen, daß unsere Borfabren alle ihre großen Feste im Freien begangen, und daß sie vor allem die wichtigen Tage der Tagesund Nachtgkeiche und der Sonnenwende dadurch aus- zcichncten, daß sie auf irgendeinem hoben, weithin sichtbaren Platze mächtige Feuer anzündeten, so ist wohl anzunehmen, daß der Weibnachtsbaum mit seinen strahlenden Lichtern schon früher bei ihnen bekannt war, ehe er den Weg in unser Hans sand.
gesetzt hatten, den berlinischer Witz nach dem Oberbürgermeister v. Forckenbeck bas „Forckenbecken" taufte, da zog her weihnachtliche Markt sich grotfenb unb seines historisch poetischen Reizes unwiderruflich ent» Reibet, vom Schlossplatz in andere Gegenden. Sein Schicksal war erfüllt.
Die Kaufleidenschaft des Berliners, der sparsam, doch nicht knauserig war, hielt sich stets in verständigen Orenjen. Indes, — stand Weihnachten vor der Tür, bann ließ er ihr ben Lauf. Dann btängte, itaute man sich in ben Sähen, in ben Warenhäusern, „stanb an" vor ben Kassen, obwohl her technische Begriff des „AnstehcnS" noch nicht in ben Berliner Sprachschatz ausgenommen war, unb an ben Haltestellen, an ben Bahnhöfen mußte man manchmal eine Viertelstunde lang warten. — Warten: lieber Leser, liebe Leserin, ahnst du, wie dem Berliner zumute würbe, wenn er warten mußte? Die heißeste Liebe ging in bie Brüche, wenn „Er" unb „Sie" sich über ben Begriff ber Pünktlichkeit nicht verständigen konnten. Kaiser Karl V. beschäftigte sich, als er die Kronen seiner Reiche' diesseits und jenseits der Meere niedergelegt und sich in die Stille des Klosters begeben hatte, mit dem vergeblichen Bemühen, eine Anzahl Uhren so zu regulieren, daß sie auf Stunde, Minute und Sekunde genau übereiustimmtem Was dem Kaiser mißlang, — dem Berliner gelang es: denn seine Uhr ging eben immer richtig, unb wessen Uhr anbers ging, — nun, bie ging eben falsch.
' Beladen mit Paketen quetschte man sich,in eine der über- unb unterirdischen Bahnen. Auch ein Auto konnte man sich leisten, ohne an ben Rand des finanziellen Abgrundes zu geraten unb die Chasseure Nutz
fischen. Es ist vor b.*m Kriege verschiedentlich von Enz- Mschs ländern, die in Deutschland gelebt hatten, in ihrer ftd*
Unb bann war ber Heilige Abenb ba. Aus WaclK auS Stearin geformt ober auch als elektrische Glüh» birnen glänzten bie Lichter am Weihnachtsbaum, tu* |
fere Gesa ngenen am Heiligen Abeub in unser! Mitte zu sehen. Das Fest der Liebe, der Versöhuu wird abermals vorübergehen, ohne ihnen Erlösu gebracht zu haben. Unserer Feinde Schuld ist wenn er auch diesmal noch nicht ganz rein und vo aus unserem Herzen klingen tarnt, ber Leitspruch Weihnachtssestes: „Friede auf Erven unb ben Mr* [ scheit ein Wohlgefallen!" , Ado. 7
Angler in den Fluß zurückwirft, weil sic zu jung sind. pj Da das englisch« „back" (zurückl in einem deutsch«
diesmal kein Fest ungemischter Freude fein, ®^|>ritbä Weihnachtsfest.-» Sorge, Not unb Trauer herrjch^Mrg^ noch vor, unb mit tiefer, wahlberechtigter Bitter! , werden sich die Gedanken gegen unsere Feinde ro^'I8erncj ben, bie unser Sehnen höhnisch enttäuscht haben,
Btt Heimkehr der Kolonialdeutschen unb llebersee- kämpfer gemacht. Zuerst kamen bi« Ostafri - [fanet: Frauen und Kinder, die bei Tabora von {b«n Belgiern gefangen und dann von diesen unter ^namenlosen Qualen, durch das Kongogebiet bis an {bie Westküste Afrikas geschleppt waren. Dann -Lettow-Vorbeck mit seinen unbesiegten Helfen, die infolge des Waffenstillstands von Herrn Erzberger gerade in dem Augenblick hatten kapttu- slieren müssen, wo sie sich der englischen Verfolgung Entronnen glaubten. Mit ihnen eine Schar Frauen Mttb Kinder aus Daressalam, die nicht die Mittel Hatten, sich dopt selbst zu erhalten. Ende März Und Ende Juni noch zwei große Transporte von Frauen und Kindern. Ihr. Hab und Gut hatten st« verschleudern müssen. Ihre Männer waren teils gefangen, teils gefallen. Zn engen Schiffsräumen zusammengepfercht, hatten sie die Heimreise augetreteks. Der Abschied von dem herrlichen Sonnenlande, in dem sie glückliche, wirtschaftlich (flute Jahre verbracht hatten, war ihnen schwer ge- irootben. Aber die Sehnsucht nach der Heintat hatte ihn erleichtert. Sie freuten-sich, hier ihre Angehörigen wiederzufinden und wollten in der jolten Heimat ausruhen, um dann von neuem in Die Kolonie zurückzukehren.
Welche Enttäuschung harrte ihrer! „So {haben wir es uns nie gedacht!" Jagt eine nach der {anbeten. Schier unverstänblich ist ihnen die Veränderung aller Lebensverhältnisse, die sie vor- ifinden. Sie frieren in ihren dünnen Tropenklei- ibetn. An bie Vrotkartenwirtschaft vermögen sie {sich nicht zu gewöhnen. Sie jjnden keine Woh- inung, können keinen Hausrat anschaffen. Arbeit (gibt es nicht. Die ausgezahtten Kriegserttjchädi-« fßungeit genügen nicht, um ihnen den Verlust von «all ihrem Hab und Gut zu ersetzen. Viele leiben an Tropenkrankheiten. Die Kinder fallen aus jftnet Erkältung in die andere.
' Den Ostafrikanern sind im Laufe des Sommers iTaufende von Deutschen aus S ü d w e st gefolgt. ISDi« Schutztruppe, die Beamten mit ihren Familien, mittellose Personen, von denen die Eng- ständer fürchteten, daß sie ihnen zur. Last fallen ifönnten. Alles Menschen, die eine ausgesprochen deutsche Gesinnung bekundet hatten. Viele haben den Befehl zur Ausreise so spät erhalten, daß fit in zwei Stunden reisefertig sein unb ihr«» Farmen, ihr Vieh, ihre Möbel unb Kleider zurück- lassen mußten. Antzere hatten noch Zeit, ihrtn Besitz für einen Spottpreis zu verschleudern. Die meisten hatten drüben ihr gutes Auskommen. Hier sind sie ebenso ratlos wie die Ostafrikaner. Mas alle am meisten erbittert, isi aber die Kälte, mit der sie in der Heimat ausgenommen werden.
Wer kümmert sich um sie? Ihre Angehörigen, die Vertreter der kolonialen Vereine und ein kleiner Kreis von alten Kolonisten. Krankend wirkt die Gleichgültigkeit des deutschen Volkes auf sie. „Wir haben alles für die Heimat geopfert. Die Heimat muß uns auch helfen!" Das ist die ständige Rede, die sie führen. Sic sind feinfühlig geworden im Unglück und leiden dar- 'untei, daß diese Hilfe so selten geboten wird. Ein Wunsch beseelt sie alle unb kommt immer wieder zum Ausdruck: „Wenn wir doch zurückkehren könnten nn die Kolonierz!"
i In absehbarer Zeit wird sich diese Sehnsucht^ ,n i ch t erfüllen lassen. Es heißt, daß die Engländer erst in 2—3 Jahren wieder die Reife nach- Ostafrika gestatten warben. Auch nach Subwest bars nur berjenigc gehen, ber hott nahe Angehörige _^ober eigenen Besitz hat. Die Heimat mutz sie alle saufnehmen, muß versuchen, ihnen bessere Lebens- bebingungy zu schassen und ihnen die Teilnahme ! zeigen, bi« sie verdienen. Der hilfsbedürftigen Frauen unb Kinder nimmt der Frauenbund der deutschen Kolonialgesellschaft sich an (Afrikahaus, Am Karlsbad 10, Berlin W. 35). Er versorgt sie
fohlen wirb, ist der Schmetterling auf dem SchiH Ballschuhc erhalten Schnallen in Form von
mit allen Einzelheiten nachgebildctcn Schmetterlinge^ -
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den Aufbau des menschlichen Organismus wichtige S’ef 7 standteile nicht besitzen. Dagegen cnipfiehlt er ®e* : müsesuppen, in denen die für den Körper so nnBc?in|# »
gehört., daß ein Glas heißes Wasser vor dem Sckiläic- . gehen ihnen jedes Hungergefühl während ber Nacht 1* nehme. Beides, die gewöhnliche Bouillon wie das [ La Wasser, haben so gut wie gar keinen Nährwert; sic wir >teurbf ken nur durch die Wärme angenehm auf den Magen unll „füllen" ihn." Gallichan ist aber auch der Ansicht, daß :kr?ite die aus Nährmchl zubereitcte» Suppen in ihrem Nätt« Mrcn wert überschätzt würden, daß sic zwar sättigen, aber lül
Die akademisch gebildeten Hilfslehrerinnen und didatinnen haben sich organisiert. Erstrebt wird ein fr sarnmenschluß über das gange Reich, der die Fördcruw und Vertretung der gemeinsamen Interessen ubernini^ -Anfragen sind zu richten an den Verband akademisch 7 bildeten Hilfslchrerinnen und Kandidatinnen Nicd-z [ sachsenS, Hannover, Holschestraße 19 I.
Der Schmetterling auf dem Schuh, Die Vorlieb^ sz, . bunten und auffallenden Schmuck, die in der Mode u5, . ferer Tage sich entfaltet, .macht natürlich auch vor r?, : Schuhen nicht Halt und äußert ssich hier nicht nur In dq Verwendung von farbigem Leder und buntem Tuch, foj, dem vor allem im Schmuck der so beliebten Schuh, .schnallen. Man begnügt sich nicht damit, diese Schualik, W
Wendung de? „Entleins" für die jungen Damen i><8
Vorbild gewesen sein. DaS Wort „Backfisch" ist ja « XT P-» — aTs Ka« fC-vKVul ¥•** im
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scheinlichkeit bat die Erklärung, daß „flapper" cigentlih jj; eine junge Ente bedeutet. Dabei wird in der ..Taih News" auf die ähnlickte Bezeichnung dec jungen Mädcke, in Deutschland ■ als Backfisch hingewiescn, die eben roll aus dem Tierreich genommen ist.^. Ja, das Wort „Baid - °-
ten sich dankbar ber Dinge, bie ihnen bestimmt war?«- -----
Die Kinder sagten ihr Wcihnachtsverslein hcr, btt revssh Mutter setzte sich ans Klavier, und alles stimmte eit£ Njntst,
Mo'.
Wort aber keine Rolle spielen kann, so werden wir bei ginirn
mat eingeführt worden. Sehr merkwürdig ist nur I» .^h^lic Erklärung, die der Mitarlieiler der „Daily News" bat dem deutschen Wort „Backfisch" seinen Lesern gibt.
so kamen die Dienstbeten, die noch nicht zu „Han^ anacstcllten" avanciert waren, an die Reihe, und freu*
auch der Ausdruck „flapper", womit man ein iungfl Mädchen bezeichnet, lieber die eigentliche Bedeutung uti y ejr Mker