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• ter htoausge schoben. Um eine Einheitlichkeit »u IW« ' jtn. sei die Vorlage gemacht, man wolle eine ganze neue Allee anlegen Eigentlich HAtte die Fluchtlinie wegen der Bäume weiter zurückgemußt, aber dagegen habe man sich wegen der Äulnufeung des Bodens auch gesträubt. Such die Anlieger der Frankfurterstraße haben, teft. ferner mitgeteilt wurde, eint Eingabe wegen Beseitigung der Bäume gemacht.
In der Aussprache, die nun folgte, wurden dteftlben Gründe für und gegen angeführt, wie bei den oftmaligen j Verhandlungen in den früheren Jahren. Neu hinzu kam ’ diesmal nur der Umstand der Brennholzbeschafsung. Nachfolgend wollen wir in gedrängter Form etwas auf die Ausführungen eingehen. Etadtv. Trölt sch erklärte sich gegen dar weite« Fällen der Alleebäume in der Schwan- gllee. Er verbaick damit einen Hinweis aus aickerr Universitätsstädte, die solche alte Alleen besser würdigten. Etadtv. Schaefer H trat diesen AnssüKimgen ent- gegen: die alten Berkehrshindernisse müßten weg. Die Wohnungen müßten Licht und Lust haben. Etadtv. Eymer pflichtete ihm bei; auch in der Frankfurterstraße ' bildeten die großen Bäume eine Schädigung der Wohnungen. Sttcktv. TrommerShansen war ebenfalls für Beseitigung der hohen Bäume. Man solle Holz schaffen. Etadtv. vredt betonte, daß in den Vorgärten der Frankfurterstraße nichts wächst, den Wohnungen fehle Lust und Licht. Etadtv. Fischer betrachtete eS als eine Verschandelung, wenn man alles wegnehme. Etadtv. Strauß schloß sich ihm au. Man möge die Eigenart |nib Schönheit Marburgs nicht zerstören, ©tobte. W alter bezeichnete dir Frankfurterstraße als nicht mehr schön, das sei keine Mlee mehr. Da müsse eine Einheitlichkeit geschaffen werden. Etadtv. Euker trat dem Etabto. Tr-ommerShausen. entgegen, die Schwan- allee dürfe nicht abrasiert werden. Strcktv. Frau Weich elt war ebenfalls gegen die Zerstörung der Schwanallee. Die Holz not sei ein Borwand, dann könne man ja den Bismarckturm auch abtragen, um das fehlende Baumaterial zu schaffen. Etadtv. Bock wünschte eben» falls Schonung der alten Bäume. Im Wald gebe eS noch Holz genug. 6tobte. Schaefer!, dachte nicht an das Hotz Aas würde schon geschasst. Es könnten aber dennoch in der Schwanalkee die Bäume wegkommen, sie müsse einheitlich bepflanzt werden. Städte. Frau Joseph bedauerte baS Fällen der Bäume. Man solle eine neue Allee anpflanzen. Stabte. Wolf bezeichnete es als nicht angenehm» in der Schwanallee zu wohnen; die großen Bäume ] Verursachten viele Unannehmlichkeiten. Es würden jetzt neue AusbliöK auf die Stadt geschaffen. Etadtv. Br cd t trat einigen Ausführungen der Städte Frau Weichest entgegen; die Leute, die es angehe, feien für das Fällen, die Spaziergänger wünschten das Gegenteil. Weiter sprachen sich dagegen ans die Stadtv. A l t ha u s und kuker, wäh«nd Städte. Hilde mann dafür war. Mach weiteren wiederhosten Auseinandersetzungen wurde ^gestimmt. Da- Ergebnis war chaß die Vorlage bezüglich der Ockershäuser Alke (bis Habichtstolgaffe) angenommen tbuibe. In der Frankfurterstraße sollen die älteren Bäume von der Haspekstraße bis »um Schützen- pfuhl fallen. In der Schwanallee sollen dagegen nur He älteren Bäume vom Wilhelmsvlay bis zur Orkans- m»6e beseitigt werden. Damit hatte die Aussprache, He sich bis 8 Uhr hinzog, ihr Ende erreicht.
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Marbur- «nd Umgebet*
Marburg. 24.
* Aus bem Amtsblatt. Ernannt: der Re- tzkrungSsekretär Ruhwedel zum Kreissektttär bei dem Landratsamt in Ziegenhain, an Stelle des aus dem Amte geriebenen Bürgermeisters TSrner in Elnhausen brr jetzige Bürgermeister Ran ebenda zum Standesbeamten und an Stelle des Johannes Preist der L Gemeindeschöffe Karl Müller zum Standes- beamten-Stellvertreter für den Standesamtsbezirk Elnhausen, an Stelle des aus dem Amte ausgefchie- benen Bürgermeisters Schäfer in Caldern bet Bürgermeister, Landwirt Philipp Loth ebenda zum Standesbeamten für den Standesamtsbezirk Caldern.
*8 »nbe r KrirgSkasse wird unS geschrieben: Mach der Verfügung deS Reichsministeriums vom 15. November 1919 find den Angehörigen von in Kriegsgefangenschaft geratenen, internierten, seit 6 Monaten Var bem 3. September 1919 vermißten Mannschaften, bie als verheiratet gelten sowie in Marburg wohnen, für die Ehefrau 2lX) Mk. und für jedes Kind 200 Mk. Beihilfe bewilligt. An die Angehörigen außer Ehefrau uub Kinder wird eine Beihilfe von insgesamt 800 Mark bewilligt. Als Kinder gelten neben den ehelichen auch uneheliche Kinder. Die Auszahlung bet Beihilfe findet am 27. Dezember tonn, zwischen 9 u. 11 Uhr bei der städtischen Kriegskafse, Hirsth- betg 18, statt.
* (Eine Explosion. Im Wiener Kaffee Ecke Aasernenstraße—Untergasse ertönte gestern nachmittag Mn donner ähnlicher Krach. Sämtliche Fenslerschei- bet gingen in Trümmer und bie Glassplitter flogen
weit umher. TTrfo^e war bk Explosion einer Lötlampe. Leider erlitten der betreffende Arbeiter und der Wirt babei leichte Verletzungen. Der Betrieb deS Kaffees wird in den Nebeuräumen aufrecht erhalten.
* Lutherische Gemeinde. An beiden Feiertogen werden Pfarrkirche und Elisabethkirche geheizt fein. Der lutherische Sircheuchor fingt am l.sftiertag in der Elifabethkirche und am 2. Feiertag in der Pfarrkirche.
♦ Die LandeSkreditkasse ht Cassel ist amtliche Hinterlegungsstelle. Eie nimmt Wertpapiere jeder Art in Berwahrung und Verwaltung- Die Wertpapiere mit den Zinsscheinbogen können bei den Londesrentereieu eingeliefert werden.
* Silberne Hochzeit begingen gestern, so teilt man unS mit, der Hausmeister §>. Funk und Frau im FriderieianerhauS.
* Jubiläum. Bei der gestrigen Meldung muß es heißen, daß die Köchin Frl. M. Brenner, 30 Jahre bei Frau Oberpostsekretär Braun in Stelle ist.
* Strafkammer. Ein Landwirt stand unter der Beschuldigung ,bei der Demobilmachung von einem Feldwebel, der gornicht dazu befugt war, zwei Pferde gekauft zu haben. Man hatte ihn deshalb in eine Gefängnisstrafe von drei Tagen genommen. Er machte geltend, bei den Pferden hätte sogar ent Posten gestanden, deshalb hätte er geglaubt, die Sache fci reell. DaS Gericht erkannte nach Lage der Sache auf Freisprechung. — Zwei weitere Landwirte wurden wegen An- und Berkaus eines Rinds zu 300 bczw. 50 Mark Geldstrafe verurteilt.
* Eine Anzahl Anzeigen mußten wegen Platzmangel und Stoffaickrang heute zurückgestellt werden.
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* 9® c i 6 n & 615 - U n t e r ä J11$ n 61 n. Im An
enteil d-r beitti-en und der letzten Nummern werden -ine ganze Rtzhe Vereiusfeiern u>w. angekündiai, ans die besonders bin^ewftsen sei. Ebenso mich aus ine sonstigen Unf-rrfvtltun<t?n, Konzerte nsw.
* Der Marburger Konzert-Verein heab- stchtiat, so schreibt er uns, aiich »ach Weihrmchten wieder eine Anzahl von Abonnementskonzerten zu veranstalten, und zwar sind vorgesehen ein Klovierabeto von Pem- baner, Leipzig, ein Duett-Abend von Hans und Eva Lißmann, Leipzig, Liederabend der Frau Dnrigo, einKammermnsik-Abend mit Bläsern. Ank diese 4 Konzerte wird wiederum ein Abonnement eröffnet, und die Abonnenten werden gebeten, möglichst vor Jahresschluß die Abonnements zu entnehmen. Der Abonnementsvreis für Mitglieder des Vereins beträgt 18 Mark, für Nichtmitglieder 20 Mark. Ferner hofft der Verein, daß Verhandlungen mit dem Orchester deS Casseler Opernhauses zu einem günstigen Abschluß führen, fobafj auch dir Abhaltung eines großen Symphonie-Konzertes d^nächst möglich ist.weiter soll mft allen Mftteln das Zustandekommen einer Ausführung von Brahms' Rcauicm versucht «erden. Zu diesen beiden Konzerten erhalten dir Abonnenten Preisermäßigung. Der Sonaten-Abend ldas 5. Konzert aus der ersten Abonnemerns-Seriri, das wegen Erkranknna verschoben weichen mußte, findet voraussichtlich Anfang Januar statt. Hierbei sei mitgeteift, daß der Verein mit einem Defizft bei dieser ersten Abonnements-Serie abschkießt. Wenn er trotzdem weitere sehr erhebliche
Weihttachtsabevd 1918.
7 Erinnerung ton Otto Brennemann.
Er ist heiliger Abend — Weihnacht 1918 — dir traurigste Weihnacht, die wohl die meisten ton uns Je erlebt haben.
Nach Abschluß des Waffenstillstandes sind wir von der Krim gekommen. Tagelang int frostbeißenden Rord- ost hat sich das Schiff durch die berstende Eiskruste des Schwarzen Meere- gebohrt. Endlich find wir in Nikolajew an der Nordküste augelangt; haben endlich wieder eine Bahnlinie erreicht, die verheißend nach der fernen Heimat führt.
Fast zweitausend Kilometer ist die Grenze aber noch entfernt. Nur spärliche nnb ungewisse Nachrichten über bar Schicksal der Heimat sind zu uns gedrungen. Der tzeind soll das Elsaß und das linke Rheinuftr besetzt haben nnb Hungersnot und Bolschewismus ständig um sich greisen. Bon den Angehörigen hat man seit vielen Wochen nichts mehr erfahren. Neue Hiobsposten lausen ein und «ehren sich in erschreckender Fülle. Die »um Bahnschntz kommandierten Truppen sollen entwaffnet, zerstreut und geflohen sein; die einzige rückwärtige Linie von revolutionären ukrainischen Banden zerstört. Draußen tot dem Hafen aus der Reede liegen feindliche Kriegsschiffe und diktieren uns, was wir zu tun und »n lassen und wie wir UNS den Russen gegenüber zu verhalten habe».
Die eigenen Truppen haben unter der erdrückenden Schwere der Ereignisse jede Haltung verloren, ahmen das traurige russische Beispiel nach, sie treiben sich in den Straßen umher oder halten finnlose Versammlungen ab. Alle einstigen Ideale fino geschwunden, alle Handlungen find von verneindem Unglauben biftiert. $8 stimmt so traurig, zu sehen, was aus dem tapferen unüberwindlichen deutschen Soldaten geworden ist.
Heute Morgen hat der Divisionskommandeur die Führer und Soldatenräte aller in der Stadt und deren Um
gebung liegenden Truppenteile iutammenberufen und erklärt, daß wir vollständig abgeschnitten sind und wir uns entroeber mit der Masse in bet Faust durch feindliche Horden und unübersehbare Schneestepven einen Weg nach dem Norden bahnen müflen, nm den Anschluß an die etwa dort noch stehenden Kameraden und mit diesen dann dir Grenzen zu erreichen versuchen müssen, oder aber gezwungen find, hier in erneuter Verteidigung auszuharren, bis Schiffe aus der Heimat kommen, um un8 aus unsrer zweifelhaften Lage zu erlösen, — vorausgesetzt, daß die Entente den Seetransport überhaupt gestatte. Bis übermorgen erwarte er am selben Ort? zur selben Stunde bestimmten BeicheL, wozu die Truppen entschlossen seien.
Da mit dem Eintreffen ton Schiffen in absehbarer Zeit gornicht gerechnet »erben kann und alle Herzen in namenloser Sehnsucht nach der Heimat drängen, ist die Stimmung allgemein für den ersteren Vorschlag, obwohl sich fast alle darüber llar find, daß schwere Banden- kämpse und langer Fußmarsch in Eis und Schnee bevor- steben werden. — Waren es denn nicht dieselben Steppen, in denen sich die Heere Karls XII. verloren, dieselben Horden, die eine Grande Armee zernagten, derselbe Winter, in dem sie zerfror? — Alles in altem sind die Umstände so, daß kein rechtes Weihnachtsgejühl, geschweige denn eine Weihnachtsfreude aufkommen kann.
Dennoch hatte ich so etwas wie eine kleine stille Feier bereiten wollen. Hatte mir schon in Ermangelung einer Tanne eine Lärche zum Christbaum anSersehen. Ganz einfach und bescheiden sollte es werden; ohne Sang und Klang, nur etwas beffercs Essen, 1 Fäßchen Bier und für jeden einen ordentlichen Weihnachtsstolten. Rur etwas Liebes und Heimatliches sollte an diesem Abend ein Jeder spüren. — Aber alle Mühe scheint vergebens zu fein. Zn tief fitzen Hoffnungslosigkeit und Enttäuschung in jedem Gemüt. Der Formationskoch hat diese und jene Bedenken, der Fahrer, der die Kuchen backen soll, hat wieder andere Einwände. Ein alter Sergeant meint, daß
Aufwendungen für ehe zweite Abonnements-Serie riskiert unb dazu enorm teure Konzerte für Cbor nnb Orchester wagt und ferner an der Einrichtung der VolkS- konzerte festhäll, so geschieht dieS in der sickeren Erwartung, daß für die weitere Erhaltung derartiger der Allgemeinheit dienender Beranstaltunqen regeres Interesse ht allen Kreisen einsetzt. Bor allen Dingen werden auch die Vereine gebeten, den Besuch der BolkS- konzerte noch besser zu organisieren, damit die Beibehaltung bet niedrigen Eintrittspreise durch stärkeren Besuch weiterhin ermögllcht wird. Wir müssen unS darüber klar fein, daß bei der erheblichen Verteuerung auf die Dauer nut dann etwas ■ Ersprießliches geleistet werden kann, wenn alte Kräfte zusammenwirken. Hoffenttich gttingt eS. hier in Marburg einen ständigen, leistungsfähigen Orchesterkörper zusammenzubringen, und auch einen anS hier ansässtgen Mitgliedern bestehenden größeren Chor zu bilden. Erfreulicherweise haben sich die Leiter hiesiger Gesangvereine berefts zur Mitarbeit an den großen Aufgaben bereit erklärt, fobafi demzufolge auch die Zusammensetzung deS seitherigen Arbeitsausschusses des Konzert-Bereins durch Hinzuwahl der Herren Dirigenten Rohde und Engelhardt sowie Herrn Schriftsetzer Rohr erweitert wurde.
*DaS Zentral-Theater bringt, wie eS mitteill, für die Weihnachtsfeiertoge ein besonders zusarnmenge- stelltes Programm, den ersten großen amerikanischen Film „Die Insel de« Glücks", Abenteuer in unerforschten Gewässern. Gerade dieser Film erregte infolge seiner Eigenart und seiner fremblänbiftben Aufnahmen überall außerordentliche Erfolge. Ein gute« Beiprogramm wird bas Feiertogsprogramm vervollständigen. An allen Feiertagen findet Saniert durch das beliebte Ealonorchester statt. Ab SamStog wird der große Monumentalfilm mit Elten Richter „Das TeehauS zu den zehn Lotosblumen" ge- Lbracht.
Lölbe, 24. Dez. Das besonders to Kftintier- züchterkreiseu bekannte langjährige Vorstandsmitglied des MegrnzLchter-Vereins, Lehret Bell, hat da» Zeitliche gesegnet.
Turnrrr, Spiel mtfr Sport.
Am 2. Weihnachtsseiettege steht sich die Liga-Mannschaft des B.f.B.Oö und bie Liga-Mannschaft des F.-B. Germania 08 auf dem Hirftnftlde im Gesellschaftsspiel gegenüber. Seit dem plötzlichen Abbruch der Ver- bandsspiete sieht man nun beide Mannschaften zum ersten Mate wieder auf dem Rasen. Beide Vereine verfügen übet spftlstarft Mannschaften, eS ist daher mit einem foannenben Kampf zu rechnen. Die V. f. B.^Rannschaft ist tot wesentlichen verstärkt durch Spieler, die sich sonst auswärts befinben, dir aber das Weihnachtssest in Mot- bürg verbringen wollen. Beginn des Spieles 2 llhr 45 Min. B. f.B. 2. Mannschaft gegen Germania L. Mannschaft am selben Tage. Anfang 1,15 Uhr, Hirsen- selb. . d.e.
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Hessen'Nasscm rmd Nachdargebirte.
C affei, 22. Dez. In bet Rocht zum Sonnabend wurden aus Heeresbestänben 16 000 Pakete Tabak und 300000 Zigaretten gestohlen. Bon den Tätern fehlt bisher jede Sput.
Wißmar (Är. Wetzlar), 23. De». Zwischen der Gemarkung Gießen einer- und den Gemarkungen LaunS- bach und Wißmar andererseits befindet sich ein Gebiet, das zu den preußischen Gemarkungen gehört, aber unter hessischer Oberhoheit sieht. Die Lahn, die diesen Teil durchfließt, macht dort eine scharfe Krümmung, die zur Folge hat, daß sortwährend von dem preußischen Ufer Land abgerissen und am hessischen Ufer angeschwemmt wird. Dadurch hat sich die HohettStzranze in der Mitte der Lahn aLmählich so verschoben, daß ihre Reuregelung für erforderlich geachtet wurde.
Frankfurt a. M., 22. Dez. Nachdem die Stadt nun 6 Wochen einigermaßen mit ®aS versorgt war, ist nunmehr wiederum eine große GaSnot eingetreten, die stündlich das Erliegen der Gaswerke erwarten läßt, wenn nicht rechtzeitig noch Kohlen eintreffen. Die Sperrstunden — zwei Drittel de« Tage« — müßen ganz scharf eingefallen werden, um den Betrieb überhaupt noch notdürftig aufrecht erhalten zu können. — Großfeuer zerstörte in einem Hause in der großen Sandgafse den gesamten Dachstuhl. — In der Landgrafenstraße starben zwei drei und achtjährige Kinder en Gasvergiftung.
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Letzte Mchdlchlm.
Hamburg, 24. Dez. Wie bie .Hamburger Nachrichten" erfahren, ist in Kopenhagen der Hänische Dampfer „Balkarien" mit 190 deutschen Kriegsgefangenen «ordschleswigscher Herkunft anS Frankreich eingetroffen. Die Gefangenen werden einige Tage in verschiedenen Teilen Dänemarks bei dänischen Fa- nttkien cinquartiert nm dann nach Schleswig abzu reifen.
es eine undankbare Ausgabe fei, weil alle Kameradschaftlichkeit geschwuicken und heute die beste Absicht verkannt unb das Heiligste in den Schmutz getreten werde.
So habe ich denn schweren Herzens altem entsagt. Mochte ein Jeder feiern ober auch nicht, wie und wo er gerade wollle. Keinen will ich bann in seinen Geschmacklosigkeiten stören, die er Vergnügen nennt, und keiner soll mir zu danken bebtrt.
Nun ist es ein ganz trüber und trauriger Weihnachtsabend geworden, so toie ich ibn »um ersteumate erlebe. Es if^. ein Hundewetter draußen. Naßkalte Lust und dicker undurchdringlicher Rebel hängt in den dreckigen Straßen. Trotzdem stehen die Quartiere ly sind bie Manusckasten hinausgegangeu, um auch an ölt fern Abend in ben schmutzigen Spelunke» der ©tobt in fragwürdigen Freuden ein Vergessen zu finden für den Ernst der Stunde.
Mein Bursche bat mir eine Tüte. mit Nüssen mit gebracht, mit deren Hllfe ick mir etwas Festliche- vorzu- täufcheu versuchen will. Mil dem Krachen der Schalen erwachen die Erinnerungen Die Bilder bet in ver- wngtiirr glücklicher Kindheit verlebten Weihnachtstäge steigen herauf Reichen Lickterglanz seh' ich auf festgedecktem Tische strahlen, und rieche Tauneubaum- und Ker- zendusi.
Da — klatschen hott uub häßlich von draußen dicke Regentropfen gegen die halbzerbrochenen Sckeiben meine? ungeheizten Quartiers; gemahnen mich von neuem an die frostige Oede der mich umgebenden unheimlich loutlosei! Einsamkeit und die ganze unerbittlich trostlose Wirklich kett des Augenblicks. — Während mich kalte Schauer schütteln, muß ich an die Lieben in der Verarmten Heimat denken und an deren Not — unb wie sie heute in quälender Ungewißheit auf mich warten und meiner gedenken und einen ebenfe unvergeßlich traurigen Weihnachtsabend begehen werden wie ich.
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gute, schöne, angeblich unzerbrechliche Zelluloidpuvri meid« auch dieses Jahr noch den Gabentisch; fie ist zu teuer. Aber Puppen in Flicken und Seide, mit stumpfen, süßen Augen und auch mit Spuren einer Individualisierung der Gesichtszüge ziehen in Sd;<ire« in bie lichterfüllten Stuben. Das Puppenheim dtt' Kinder hat mehr noch als in früheren Jahre» die große Welt zu bem feilten gemacht. Es ist allerschickste Mode, sich mit den unerhört kostspieligen Puppen bes Kunst' gewerbes zu beschenken. Diese seltsam toten und »och von den Gespensterschatten eines grotesken Schein' lebens angewehten Puppen, in deliziöses Material 8?'
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Uten zu neuen Ute M. Pt.
-anbelsnachrichte«.
Wie ta Anzeigenteil angekündigt, verkauft bie T» pofitenkasse bet Firma L. Pfeiffer auch Tetlfchuld- Verschreibungen. (Siehe 2. Blatt.)
Berlin, 23. Dez. (Produktenbericht.) A» Prvduftenmartt zeigte sich für Hafer wenig Unter* nehmungSlnst. Das Angebot war mäßig, jedoch wurden zum Teil niedrigere Preise bewilligt. Auch Hist- senfrüchte hatten nur mäßiges Geschäft. Bon Erbse» und Bohnen waren gute Qualitäten schlank unter* zubringen. Peluschken und Pferdebohnen neigten zu» Abschwächung, ebenso Lupinen. In Seradella hat sich das Angebot verntehrt. Heu blieb unter änbert- Stroh war für Abladung nach Berlin elloaS schwächet, für Versendung darüber hinaus jedoch fest. Rüben nnfc Möhren waren wegen der zweiftlhaften Haltbarkeit vernachlässigt.
Al »tog, richt
Weihnachispuppcn.
Wieder ist im Reich des Spiels, wie stets zur Weih ««htszeit, bie Puppe Königin oder, um zeitgemäß« zu sprechen, Präsidentin des Festes. Freilich, btt
klntimsnarchische Kundgebungen in Sofia.
Berlin, 24. Dez. Nach dem .Loft-?(nz." tnelk» .Az gft“ aus Sofia, daß dort gestern große monarchische Kundgebung stattgefunden habe», bei bep/ laut bie Abdankung des Zaren gefordert wurde, a? Demonstranten wurden durch Militär zerstreut. *
kleidet, fremdartig wie Gebilde von anbeten Sterne«, werden in die Häufte kommen, werden sich unheimlich^ ... echt und doch unheimlich gespenstisch auf Stühle u#k ^didig
Kissen Hinlümmeln. Hang zur Romantik, Haug to1 Verzauberung des entzauberten Alltags. Nicht febei rfann sich Preise leisten, wie sie etwa Lotte Putzet nimmt, dir im Berliner Hohcnzoliern Knnstgewerdt' , haus ihre Puppen «nsstellt, 2000 Mark ist etwas vick für eine Puppe. Auch die Sclben-Mädchen-Puppen oet
Lepfe-Kiee ar Hausgrsm«!
Die Lepse-Klee?) doaS war dr e'
Rauch vo d ächte Ahle
Doch dehat f dos muß ft der sa Eam HauS of Ordnung hahle. Oach hatt' f goar e gout Gemaih ft Fürsch Bieh so gout wäi für die Leu Se könnt, Goutt geab r' Friere') Ken Fluh eam Hemp gebier«.')
D'S Wutzche hatt ft ean dr Stobb') Däi tooar zwar nit gedielt, Do hun mer als met Knapp ean Burins) Eam Wcanter drin gespielt.
D's Wutzche lum die Roacht cans Bett
Tft Klee war abfenab/) e (San hebbt m‘ grits cnwl sei Rut Die bleachern Schepp Parad. ■.
Eam Lehnftouhl hat die Gluck är Neast,
Die GaaS braut hinner'm Owe
Die grabont Katz, e uralt Kraft,') Lag of d' Krasse owe.
Em Earn,') nit weit vom Emerbaack *)
Do hat ärn Platz die Hätoil,") Als Röf") biet är b Schessenbaack ") Enn hinne staun ‘br Kiwel.
Dos war br Klee är Hausgefinu, Do beat ft grab met schwätze. Als wann e Matter met b' Keann “) Dout üm de Disch rim fetze.
D'S Wutzke granzt, die Katz miaut „3 Eam Stouhl die Gluck beat locke, Die GaaS däi hinnerm Owe braut Schnappt nouch b' Klee ärn Brocke.
Die Lepse-Klee höhl naut of Staat
Do muß ft ft der lotoe
E' Struhsäl") bann ft hübsch gedroht. Sich üm bie Hefte owe.
Ean baufig Locher hatt b'r Rouck E Katz ke MauS könnt fange, Mehr Aerm, däi guckte aus b'm Sack Grab wäi zwu Feuerstange.
Aoft Schouh hott ft a de Foiß Die teufte Feuerküwel, DoS warn bie Abschnett vo dm LepS Sein ahle Schaftestiwil.
Bestännig schneuzt ft o' be Soa«,*) T»S war fthu mir en Zeanke") Oach beat ft hemlich gern e GloaS Bom eanglisch Beattere breante.")
Om HäuSche, nur e alt Kalup,")
Do war ken gaze Ziegel, z ö
Ken Schältet o br Haustür mk Sn Beascnfttehl als Riegel, Die Feaustericheiwe icoarn gebappt
' Met Knapp ean niet Papeiet,")
Douch fouhlt die Ktee sich glücklich brenn, SS fehlt naut wäi en — Freier l
H. B^tian
t) Dorfimme einer Ortseinwohnerin, 2) gutes Gemüt, 3) Frieden. 4) täten, 5) Schwein in bet Steckbe, 6) Knöpfen nnb Bohnen, 7) zuvorkommend, 8) eineral« Kruste, 8) Hausflur, 10) Etmerbank, 11) Ziege. 12) Rauft, 18) Schöffekbank, 14) Kinder, 15) Strohseil, 16) Rase, 17) Zinken, 18) Bitteren trinken, 19) alte Hülle,
_
Dora Paetzold, die das ganze Ausland mit deutsche* Puppeugeisl bescherte, sind nicht leicht erschwinglich! Aber die öieien, mehr oder minder berufeueu cchmerinnen der Pin-veumooe finden ihre Käufer. U» so ist eine Puppe«Nveihuacht aiigedrochen, die flieb' fertig uite schön en der Schwelte einer neuen je» a