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Marburg
Mittwoch, 24 Dezember
mü dem Kretsblatt für den KrelS Marburg
TagesZsiLung für (das früher kurhessische) Oberhessen
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voraussagten. Der Stand der Mark in der Welt
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soll, nach Meldung au» Hclsiugfors dort mit englischem
Wirtschaftsweise beibehält, und ausbaut, haben die sozialpolitischen Pläne unserer heutigen Regierung naturgemäß wenig Vertrauen erweckt. Man M;t, wohin in Rußland die Dinge geführt haben,
<en, wenn begründete Anilage gegen sie vorliegt England baut den Hasen ckvn Helfingfors aus.
Berlin, 24. Dez. Wie der „Lok.-Anz." berichtet.
Auch Polen verlangt Auslieferung Deutscher.
tob. Paris, 22. Dez. Dem Fünferrat ist eine Erklärung der polnischen Regierung zugegangen über die Auslieferung gewisser deutscher Offiziere und Beamten, die sich während der Besetzung Polens Vergehen gegen das Völkerrecht schuldig gemacht haben sollen. *
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1940,« ivnd Rußland ist reich an Rohstoffen, was wir t — a«l leider nicht mehr sind. Der Wert unseres Geldes,
leuchtete, wie auch in Rußland. Das aber er- chcint doch neben allem Trüben als die schwerste Weihnachtsüberlegung, denn sie ist von außen nicht zu heilen, auch nicht durch irgend welche Diktatur.
$it M«Be der Ne!» in Mir.
wb. Paris, 23. Dez. (Havas.) Der Generalsekretär der Friedenskonferenz Du tast« überreichte am Dienstag vormittag 10 llhr 15 Min. in seinem Kabinett im Ministerium des Aeußern dem Chef der deutschen Abordnung Freiherrn v. L e r s n e r die Antwort der Verbündeten auf die deutsche Note vom 15. Dezember, deren Text am Montag von den Chefs der verbündeten Delegationen festgesetzt worden war. Er begleitete die llebergabe entsprechend den Instruktionen des Obersten Rats mit einem mündlichen Kommentar.
Freiherr v. Lersner stattete nachmittags Herrn Dutasta einen Besuch ab und teilte mit, daß er seine Absicht, am Abend nach Berlin abzureisen, um seine Regierung persönlich zu befragen, aufgegeben habe, ebenso Herr v. Simson. v. Lersner und v. Simson werden die Weisung ihrer Regierung in Paris abwarten.
Die Agentur Havas glaubt zu wifs«r, daß Dutasta bei seinen Mitteilungen an Herrn v. Lersner hervorgehoben hat, daß die Verbündeten Verständnis für die wirtschaftlichen Schwierigkeiten Deutschlands zeigten und auch den Wunsch hegen, ihnen Rechnung zu tragen. Der Generalsekretär der Konferenz machte ferner den Chef der deutschen Abordnung darauf aufmerksam, daß im Falle des Nachweises einer lleberschätzung des gegenwärtig im Besitze Deutschlands befindlichen Materials, auf der sich die Forderungen der Verbündeten gründeten, diese entsprechend ermäßigt würden.
, presie arbeitet. Scheine existieren in Masten, d^h. iie Kaufkraft unseres Geldes sinkt auch im In- nde stündig, und bei dem Maggel an Rohstoffen rscheint die Zeit nicht mehr fern, wo man für noch viele Scheine kaum etwas kaufen kann. Die risis unserer Wirtschaft steht bevor, wenn auch ein großer Teil des Volkes, berauscht von der Lienge des Papiers, das die Taschen füllt, nicht Merkt, daß man „den Teufel mit Beelzebub aus- eibt" und daß jedes Verwüstern unseres Eeld- »ectes naturgemäß die Krisis herbeiführt, di« Mait vermeiden will. Es sind auch wirtschaftlich übe Aussichten, die den denkenden Deutschen ute mehr und mehr erfüllen. Noch haben wir ns außerdem ja nur mit den ungeheuren eistungen beschäftigt, die das Reich für sich selbst deanspruchk, noch sind wir der Fxage der Erfüllung
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Rcde Clämencemls in der Kammer.
„Eia Stachcldraht um Nusstand".
tob. Paris, 23. Dez. In der heutigen Sitzung der französischen Kammer sprach Ministerpräsident C lern en cc au über die mit Ergland und den Vereinigten Staaten abgeschloffenen Garantieverträge und kam dabei auf die anläßlich der Londoner Konferenz geleistete Arbeit zu sprechen. Er hob die Notweudiakrtt eine? engen Bündnisses mit England hervor r::b streifte die Frage von Fiume, die nt—.t jetzt in einer sehr befriedigenden Weise zu lösen hoffe. Die Frage von Konstantinopel sei noch in der Schwebe. Man berate sie gegenwärtig in London. Zur russischen Frage übergehend brändmarkte Clemenceau die sowfii- regierung. Er sagtet „Nicht nur machen wir keinen Frieden, wir werden uns auch nicht mit ihnen abgeben." Er erinnerte an die schweren Opfer Frankreichs und Englands und betonte, daß diese nit^t ewig dauern dürfen. Deutschland schicke sich an, einen Teil Rußlands zu beeinflussen. Deshalb müffe um Ruhland ein S t a ch e l d r a h t gezogen werden. Von marinen Beifall unterbrochen, schloß Elömeneeau mit dem Hinweis, daß man Hpm Reden zur Tat übergehen müffe und kündigte die Absicht der Regierung an, nach den Wahlen zurückzutreten. Schließlich nahm die Kammer eine Tagesordnung an, die die Erklärung der Regierung billigt und ihr das Vertrauen ausspricht. Tie Kammer vertagte sich'hierauf auf nächsten Dienstag.
bet unsere Feinde in dieser Frage reiner Menschlichkeit sich zeigen, besonders schwer. In ihrer abgrundtiefen Verblendung sehen die Franzosen nicht, wie sie den Deutschen eine Lektion erteilen, (103f die so recht geeignet ist, an einem Musterbeispiel
PMW M'WM.
Wenn das deutsche Volk gehofft hatte, dieses Mr das Wcihnachtsfest im vollen Friedens- -ustande zu feiern, so ist es auch hierin bitter enttäuscht worden. Zwar haben sich seit dem Oktober vorigen Jahres, wo' die Hoffnungen auf den famosen Herrn Wilson und seinen „Verftändi- grmgsfrieden" hoch im Kurs standen, die Ent- tällschungen so gehäuft, daß sie kaum noch in ihrer, gauzen Schwere empfunden werden, aber die Verzögerung des Friedens durch die Kulturträger der Entente ist doch so schwerwiegend, daß sie jedem politisch Denkenden den Zorn und die Schamröte ins Gesicht treibt. Ist -sie doch nichts anderes als ein Mittel, immer neue Erpressungen an dem brutschen Volks zu. vollziehen. Die ganze Verlogenheit zeigt die einstige Kampfgenossenschaft gegen uns „Hunnen und Barbaren" aber in der Angelegenheit-der Kriegsgefangenen. Gerade zu Weihnachten, für den Deutschen mehr als ein an-
England.
tob, Amsterdam, 23. Dez. Der „Telegraaf" meldet aus London: Das englische Uebetseehandeks- antt plant, in der ganzen Welt fahre ndeAussiel- l u n g e n zu veranstalten und in 25 Großstädten des Festlandes Mustettäume zu errichten.
Amsterdam, 22. Dez. „Daily Telegraph" meldet aus London daß das Unterhaus einen Abänderungsantrag zum Fremdengesetz angenommen, hat, demzufolge früher s.indtiche Ausländer nur dann anSgewiesen werden
eeb Za! $ der klare Ausdruck dafür, aber auch ein Zeichen, geb. F-ä -daß das Ausland bisher noch nicht wieder Zugeb. F-l Flauen gefaßt hat, daß wir wieder wirtschaftlich leistungsfähig werden. In einer Welt, die noch die kapitalistische, besser die individualistische
naettag« in der Lage ist, diesen seinen Söhnen zu helfen, itüctergär**
Unsere Niederlage hat aber auch wirtschaftlich e von von vielen nicht geahnte Folgen gehabt, die
>-> ber N ia immer nichts anderes ist als Tauschmittel, mit nati $ naturgemäß int Auslande gesunken und in un- genriut mittelbarer Folge auch im Inland. Höhere Roh« stofspreise, höhere Löhne sind die Folge. Die Noten-
schaftHe ihnen mit Keulenschlägen betzubringen, was von , ' " den Phrasen Völkerbund, Völkerfriede, Mensch-
Kaum weniger erfreulich ist die inner- politische Lage, vor allem deshalb, weil von Eedapken, daß unser Volk ein ganzes, eine Einheit sei, je lauter er nach außen betont wird, t, imit* i° weniger im Innern zu spüren ist. Auch
SabschB apolitisch denkt jeder an sich, die Folge ist die Herr- Ichast der Jnteresien und demzufolge der Partei, u d. H. ks ist hie nicht der Ort, diese Behauptung, die * *iemanb zu bezweifeln wagen wird, im einzelnen tu belegen. Unser Volk weiß heute, bis zu welchen Eigenartigen Folgerungen sich die an sich so vernünftige Forderung „Freie Bahn dem Tüchtigen" Erkoren hat. Statt des Fachmannes herrscht der »esinnungstüchtige, was man bisher in Deutsch- Hl1 knb nicht gnwohnt war. Statt daß in schwierigen Seiten die Volksklassen näher aneinanderrücken, Wt der Klasienhaß Formen angenommen, die den Eatetlandsliebenden mit trüben Gedanken er-
rciqunn J ‘Kennet der weltpolitischen Zusammenhänge stets
Kncker i ton 'T'ov her Warf ttt der Welt
Friedensvertrages finanziell kaum näher ge- M treten. Unsere Feinde werden uns auch das schon irhren.
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füllen. Wahrlich, cs wäre an der Zeit, daß auch bei uns wieder, ein Menenius Agrippa aufträte, der einst den alten Römern die alte Fabel der
■* Empörung der einzelnen Glieder gegen den Magen erzählte. Es scheint so, als ob die Selbstverständlichkeit, daß alle Teile des Volkes und ihre Arbeit zum Gedeihen des Ganzen - nötig sind, wie die Glieder des Körpers den Menschen nicht mehr ein-
?kühkeit und Verschwinden dxr Nationen zu hakten ist. Die peinigende Art der Behandlung und Zurückhaltung der Kriegsgefangenen trifft jeden ywH, fühlenden Deutschen besonders schwer und tief.
■ Hnb mit dem Gedanken au unsere Brüder im
Kapital ein großer Ostseehafen errichtet werden. Die ge- amten Kosten werden auf 1000 Millionen Kronen ge- chätzt.
Die Erbitterung der Aegypter.
Wb. Rotterdam, 23. Dez. Die „Morning Post" meldet aus Kairo: Die anfänglich auf die Mission Mil- ncr gesetzten Hoffnungen haben schnell abgenommen. Die Stimmung unter der Bevölkerung wird gereizter. Die Studenten sind von einer fanattschen Wut gegen die Milnerkommission erfüllt.
Der erste deutsche Dampfer in Palästina.
Bern, 23. Dez. Wie die „Neue Zürcher Zeitung" meldet, ist am 14. d. M. der erste deutsche Dampfer mit Waren für Palästina itn Hafen von Jaffa angekommen.
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Die militärische Lage in Ostpreußen.
tob. Berlin, 23. Dez. Die „Deutsche Allgemeine Zeitung" schreibt über Ostpreußens militärisch« Lage: Ter Reichstochrminister befolgte bisher Richtlinien, die er auch weiterhin einzuhalten gedenkt. Die erste Richtlinie ifl, den Angehörigen der deutsch-baltischen Truppen trotz ihrer Unbotmäßigkeit aus der Not zu helfen, ihnen Unterstützung zu gewähren und ihnen endlich den Uebertritt in die Reichswehr zu ermöglichen. . Dagegen lehnt er es' kategorisch ab, Truppen, die bis vor kurzem der Regierung den Gehorsam verweigerten und die Gesamtheit des deutschen Volkes unter den neuen Druck der Entente brachten, im gleichen Verbände und unter den bisherigen Führern zu erhalten. Die zweite Richtlinie gibt dem Neichstvehrminister die Ueberzeugnng ,daß der Schutz Ostpreußens eine der ersten Pflichten seines Ressorts ist. Die deutsche Oeifentlichkeit darf überzeugt sein, daß im Nahmen unserer militärischen Machtmittel alles geschieht, um unter allen Umständen der bedrohten Provinz zu Helsen.
B e r l i n, 24. Dez. Der ostpreußische Provinzial landtag beschloß, an die ostpreußischeu Landgemeinden zur Förderung des Siedlungswesens ein Darlehen bis 12 Millionen zu gewähren und dem Provinzialausschuß einen Kredit bis zu 3 Millionen Mark zu bewilligen zum Schutz bet Provinz gegen feindliche Einfalle.
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Nach den Ausführungsbestimmungen des Reichswehrministers zum Heereshausbalt gliedert sich das Reichs- Heer biS zum 31. März 1920 folgendermaßen:
a) Reichswehrtruppen: 44 Regimenter Infanterie und Jäger zu 3 bezw. 2 Bataillonen, 23 Regimenter Kavallerie zu 3 bezw. 2 Eskadrons, 20 Regimenter Artillerie, 21 Bataillone Pioniere, 20 Nachrichtenabteilungen, 4 Nachrichtenzüge bei Gruppenkommandos, 20 Kraftfahrabteilungen, 1 Kraftfahrtruppe zu besonderer Verwendung, 19 Brigade-Brückentrains, 18 Sanitäts-Kompagnien, 20 Staffelstäbe, 76 Feldkolonnen.
b) Behörden: Reickswehrminiftetium, 4 Grup- venkommandos, 7 Wehrkreiskommandos, 15 Brigadekommandos, je 20 Infanterie- und Artillerieführer, 6 Inspekteure der verschiedenen Waffen, 3 Inspekteure beim Reichswehrministerium (Bildungswesen, Sani- täts- und Veterinärwesen), je 1 Inspekteur für Festungen, sowie Waffen und Geräte. 30 Kommandanturen cIntel Truppenübungsplätze, 5 Schulen, 3 Lehrschmie-
Offiziere zu besonderer Verwendung, Jntendan- ’nren, Militärseelsorge- und MilitSrjustizpersonal, 1 Armee-Musik-Jnspizient, Heeresbüchereieu.
Im Einzelnen ist zu dieser Gliederung noch folgendes zu bemerken:
Die Kavallerie-Regimenter werden int Laufe be5 Winters zu 3 Kavallerie-Divisionen zu« sammengezogeu. Die F e st u n g s k o m m a n d a n - tuten unterstehen den Befehlshabern der Wehrkreise, die Kommandantur Berlin dem Gruppenkoinmando- I In München ist eine überplanmäßige Kommandantur eingerichtet, die dem Gruppenkommando 4 untersteht. Es werden errichtet an Schulen: Jnfanterieschuke 1. Lehrgang München, Jnfanterieschule 2. Lehrgang Wiinsdorf, Kavallerieteule: Hannover, Artillerieschule: Jüterbog, Pionierschule: unbestimmt, zunächst Friedrichshagen bei Berlin, Nachrichtenschule: Berlin. Eröffnung voraussichtlich 1. April 1920. Der Kavallerie- schule (bisher Militär-Reitinstitut) in Hannover wird eine Offizierspferde-Ableilung angegliedert, von der den Offizieren der nicht berittenen Waffen die erforderlichen Dienstreitpferde überwiesen werden sollen. Die Militärabteilung im ReichHwstmimsterium, deren Kommandeur die Befugniffe eines Regiments-Kommandeurs besitzt, bat die Ausgabe, die militärischen Bedürfnifle bei der Anlage und dem Betrieb der Reichsnachrichtenanlagen und im Postwesen zu vertreten. Das Büchereiwesen im Heere wird umgestaltet. Es werden gebildet: a) Die deutsche Heeresbüch«rei in Berlin im Gebäude der früheren Kriegsakademie. Sie umfaßt die wiffenschaftlichen Büchereien der aufgelösten militärischen Behörden und Anstalten wie Kriegsakademie, Großer Generalstab usw. Die bisherige bahertsche Armeebücherei in München verbleibt dort als Zveigstelle. b) Wehr- kreisbüchereien, mindestens eine in jedem Wehrkreis, auS den Militär- (Garnison-) Büchereien der alten KorpSbezirke gebildet. Sie enthalten militärische, volks- tmd wiffenschastliche Werke, sowie beffere belletristische
Unterhaltungsbücher, c) Truppenbüchereien. Die Br» rittenmachung der pferdeberechtigten Offizier« erfolgt auf Dienstpferden, deshalb stnd Pferdegelder mt> PferdegeldvoZchiisse an sie bis auf weitere» nicht 8* zahlen. Anspruch auf Gestellung je eine» Personenkraftwagens haben nur der Reichswehrmimster, bet Chef der Heeresleitung, die vier Reichswehrgruppenkommandeure und die sechs Wehrkreiskotnmandeure.
— Die «bfindun, des Fürsten zur Lippe. Wie der „Berl. Lok.-Anz." berichtet, wurde in der letzten Sitzung des Lippischen Landtags zwischen dem früheren Fürsten zur Lippe und dem Freistaat Lippe einstimmig ein Au»- gleich angenommen, nach dem der frühere Fürst inSge- amt an Grundbesitz 35 000 Hektar, 1 Million Mark bar. Teile des Hausschmuckes und die ^Beifügung über ver« chiedene Forsten in Höhe von rund 900 000 Mark erhalten soll.
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Btohtiftithntlen * Sita
vom 24. Dezember. !
Eine dringliche Angelegenheit, die, wie «tadtver« ordnetenvorsteber Rohde anführte, sich nickt länger hrn- ansschieben ließ, tief noch einmal vor dem WcihnachtSfeste die Stadtverordneten zu einer Sitzung zusammen. E» Txinbrtte sich um die Fällung von Bäumen tn det Schwanallee, Ftankfurterstraße und Ockershäuser Allee, eine Sache, die bekanntlich schon oft in früheren Jahre« die städtischen Körperschaften beschäftigt hat.
Der Anttag ging dahin, die in der Schwanallee und Ftankfnttetsitaße vorhandenen alten Vänme zu fälle« und in der Ocketshäusetallee einen ttm den anderen Baum, 5tt beseitigen. In der Begründung der Vorlage hieß eS: „(5s kann dahin gesteckt bleiben, ob die Stadtverordneten-, verln-'.mlung sür die (Iler 'i'?iguitg ztiständig ist. Der Magistrat bat seine alleinige Zuständigkeit angenoni- men, weil die Unterhaltung der Alleen zweiseNos seine Pflicht ist und. wenn eine Allee abständig wird, um biefe Alle« zu crhatten, notwendig wird die aletchzeittge BeseNiguni aller Bänme und ihr Ersatz. Die Kosten kommen berans durck den Verkauf der alten Bäume., Die Sckwanallee besitzt bereits seit etwa 20 Jahren angepfianzte neue Linden auf der Süd- und Nordfeite vom Wilstelmspwk bis zur Niderehe'scken Fabrik. Auf der Nordfeite find bereits einzelne alte Bäume als Rest« der früheren Allee stehen geblieben. Bon der Ntderehe- scheu Fabrik bis zur Ftankfurterstraße ist die Ml« twch beiderseits ervalten. Jetzt sind bis zur Niderehe'sche«, Fabrik noch 9 Bäume auf der Nordfeite gefällt worden, welche zu dreien die Auffahrt auf eine neuangelegt« Brückenwage bei Lang beeinträchtigten. Die alte Ml« bestand aus Kastanien und Linden von großer Stärke nnd Krone. Seit Iahten waten Klagen der Bewohner vorhanden übet-die dadurch entstehende Beeinträchtigung ihrer Häuser. Sie führten in einem Falle Fritz Hepp« zur Drohung mit dem Prozeß. Zu seiner , Vermeidung tvutd« mit Heppe eine Einigung ckahin erzielt, daß nn Baum vor dem anderen vor seinem Grundstück herausgenommen werden sollte. Nach dem gleichen Grundsatz ist dann auf der Nordfeite bis zu der Einmündung bet Orleansflraße weiter verfahren unb sollte nach bem Vorschlag bes Oberbürgermeisters auch auf bet ©übfeite verfahren werden. Deshalb sind die.hiernach zur Fällung in Betracht kommenden Bäume weiß bezeichnet. Der Magistrat hat aber die Zustimmung zu jenem Plane nicht gegeben, sondern nach Besichtigung durch den Bauausschuß und den Ausschuß gegen die Verunstaltung Marburgs beschlossen, sämtliche alten Baume aus einmal zu beseitigen, und durch neue zu ersetzen. Es wucke fest- gestellt, daß einzelne von den starken Bänmen hindernd mitten im Bürgersteig stehen, was zumal bei der beschränkteren Beleuchtung jetzt nickt ungefährlich ist. ferner daß sie als einzelne Bäume keinen guten Anblick gewähren. Sie sind bereits gestutzt. Aeste. ausgeschnitten, in sich verunstaltet, teilweise krumm, wenig ansehnlich, schön sind nur die Kronen und einige wenige Bäume. Der Nachteil der'Häuser überwiegt, wegen Beseifigung der freien Verdunstung, sodaß die Zimmer dumps und feucht werden müssen, ferner Verstopfung bet Dachkanbel. Diese Nachteile überwögen gegenüber der Schönheit, welch« im Sommer die Belaubung der Mlesn bietet. In bet Frankhtrterstraße liegen dieselben Verhältnisse vor. Die alte All« soll erhalten bleiben, soweit es noch möglich ist, nämlick vom Norden angerechnet bis zur Einmündung der Friedrichstraße. Von da ab sollen die alten Bäume sämtlich gefällt und eine Neupflanzung auf beiden Seiten vorgenommen werden. In bet Ocketshäusetallee stehen tue Linben ziemlich eng, in einer Entfernung von etwa 7 Meter voneinanber. Es wirb beabsichttgt vom Wil- helmsplotz ab gerechnet bis zum Briel'schen Garten einen Baum um ben anderen herauszunehmen, damit die geringere Anzahl Bäume sich um so freier entfalten kann. Der Magistrat ist allemal davon ausgegangen, daß die einzelnen Bäume nicht wie das seither Gepflogenheit^ gewesen ist, so sehr verunstaltet werden hülfen, ba ßeS vielmehr richtig ist, wenn bet Schutz bet Anlieger solches erforbert, sie zu beseitigen unb burch neue heranwach- senbe zu ersetzen. Die Kosten bet Neuanlage werben burch die Veräußerung bes Holzes toieber erzielt. ES sollt« bie Arbeit als Notstandsarbeit gemacht werden. Di« Leute sind dasür angenommen, und deshalb drängt bit Entscheibung. Die jetzige Zeit ist bie beste zum Fällen, da bet ©ast nicht im Holz ist unb ba Holznot ist.
Oberbürgermeister T r o j e, der zuerst das Wort nahm, wies daraus hin, daß die heutige Vorlage das Ergebnis der Beratungen eines Zeitraumes von 12 Iahten sei. Et rügte ben Ausdruck „Vandalismus", denn man habe «n Zeitpunkt der Abholzung der Alleebäume immer wie-'