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mit dem Kreisblatt für den Kreis Marburg
Tageszeitung für (das früher kurheffifche) Oberheffett
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Die „Oberhrff' fchr Zeitung" erscheint sechsmal reSchentlich. — Der Aezugsprei, brträst monatlich 2 frei in! Hau«; durch di« Host 2.10 ä. ohne Destellgeld. — Verlag »on Dr. T. Hitzrr »th. — Druck der Univ »Buchdr. oon Ioh. ?! it g. Koch. Markt 21/23. — Fernsprecher 55.
Marburg
Freitag, 12. Dezember
Der Lnzeigenorei, beträgt fit die 8 gelt. Zeile 80 4 w. 50*/, $ewerun9«iuf<6l. = 45 a, amtliche ii. «»«wertige 55 », Sleklamezeile 1.50X. Jeder Rabatt gilt al, Barradatt. — Set Auskunft durch die Seichäftrstell« u. Vermittlung der Angebot« 25 4 Sondergeblhr. — Postscheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. M.
54. Jahrs«
1919
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Gehr entgegenkanuueiib und fast ganz zustimmend.
»6. Berlin, 12. Dez. Der Beschluß der Reich». itgierwÄg über den Inhalt der den Berbiindcten z» jtieoten Antwort ist im ReichSkadinett einstimmig ge- ftßt worden. In de« vertrauliche» Sitzung deö AuS- DußeS der Nationalversammlung am Mittwoch wurde »»» Regierungsseite die bestimmte Erwartung auSge-
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eine neue ausweichende Antwort Deutschlands sShtr zur Kündigung des WaffrnstiÜstandeS,
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ftrschen, daß die Verbündeten die sehr rntgegen- frnuneufce und in dr» Hauptteilen fast ganz zn- ßinimenbe Antwort als genügend erachten »eichen.
tüte ausweichende ?lntwort = Kündigung des Waffen- stillstaudes.
wb. Rotterdam, 12. Dez. Gute Depesche der .Daily Mail" aus Paris meldrt, daß vom Rat der Ver-
hVM* W<*e,e“ befch.offen fei, ei« TeilznxeständniS Deutsch- isnlä nicht «nzunehmen. Auch die „Times" meldet aus
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wö Zürich, 12. Tez. Die „Baseler Nachrichten' führen pt den neusten Noten der Verbündeten aus
d E, ® $ offenbar England gewesen, das den neuen Krieg raffe 11.1 bkchindert hat. Bestimmte Kreise in Paris, die osr Siegeszng nach Deutschland fortsetzen wollien, Hübe» ihre Absichten nur knirschend vertagt. Nötig O ckber» das; Deutschland da? Abkommen ohne weiteres iruar«ch .Mkrlesen so rasch wie möglich unterzeichnet.
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Amsterdam, 10. Dez. Das „Allgemcen Han- tel-Hlad" findet, die Furcht der Westmächte, besonders Ar Frankreichs, vor dem gänzlich gelähmten k-«Ifchk-n.d beginne groteske Forrn.cn anzunehmeni Für Mn igernmhen mit den deutschen Zustände« vertrauten ■ V.-r. fei eS klar, daß die deutsche Re- i^rung 2'erchSivehr nicht halten könne.
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London, 11. Dez. Gfein.'necau ist in Loudon ein« tefeaffen und am Bahnhof scierlich empfangen.worden. Sr begab sich in Begleitung CamLoirS zum englischen »remiernnnifter. Die Zusammenkunft zog sich bis zum kväten Nachmittag hin. lieber die Besprechungen ist «icht, bekannt geworden.
Regclmösnger Dienst Bremen—Loudon.
Wb. Bremen, 10. Dez.
T-eilische Dampfer-
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Aatz'.gcn Verkehr zwischen Bremen und London wieder «twnehmen. Zunächst geht am 26. der Dampfer .Elberfeld" von Bremen nach London.
in :tMt «b. Bremen, 10. Dez. Die D...isch^ 2.,..., iv. ille »K'ighrtSgcseklschaft Argo wird demnächst ihren regele lgcs M t 1"-'-' ~
Die Riiunmnq der baltischen Gebiete.
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Frankreich.
tat Hetli, 10. Dez. Im Hkdaufe deS heutigen ^R’-iieTTtttl hat LoincaoL ein Dekret unterzeichnet, ?*• bet Abgeordnete» del Departements Drome, *SM« pm Bdsöcnttui vpn tzranzösifch-Hi nterindien
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Tie Wirkung der Hungerblockade.
Berlin, 12. Dez. Von der R.'ichsregierung wird .Mi G-nimtberichr über die Wirkung der Hunger- vielt a b t über Deutschland vorbereitet. Das Ma- »ft bereits zum größten Teil zusammengctragen. Bre Blockade soll nach bis jetzt vorliegenden amtlichen SflWieffungt-n mehr als 3 Millionen Personen der Zivil ^ivSbner Deutschlands gefordert haben.
Unterzeichnung der Verträge mit Rumänien.
ivö. Paris, 11. Dez. l.HavaS.) General Ta- b a, der rumänische Bevollmächtigte, hat am Mitt- das Zusahprotokoll zum Friedensverkrag von St. ®Cttuain, den Vertrag von Nenilltz und den Vertrag bc- «effetid. die nationalen Minderheiten unterzeichnet.
Berlin, 11. Tez. Nus dem Baltikum wird der «deutschen Allg. Zeitung" gemeldet, daß der Rückmarsch der Eisernen Division und der Deutschen Legion wh infolge der schlechten Wegeverhältniise etwas ver- ?^g«i hat. Die Anfänge der Kolonnen werden wahr Weinifch heute Abend oder morgen früh die deutsche »rrnze sitze-schreiten. Die heute oder morgen zurück- «hrenden Truppenteile werden etwas später nach dem wneren. Deutschland gelangen, da sie nach den langen ftvstmürschen und Entbehrungen Ruhe gebrauchen, sie E^r^en in dieser Zeit zur Grenzsicherung bereitstehen.
wb. Königsberg, 11. Dez. Die deutsche Legion M Botocki in Stärke von etwa 5000 Mann erreicht- «ie Spitzen der Eisernen Division haben bei Bajohren, ^vrfli und Beschaiten in einer Gesamtstärke von etwa
Mann die deutsche Grenze überschritten. Die «ahnlinie bis Botocki ist an die Litauer übergeben Horden, die Letten betreiben die Strecke Libau—Skudi. ^>icral Messel sagte ausdrücklich zu, daß die letti- -chrn Truppen auch nach durchgesührter Räumung die Rutsche Grenze nirgends überschreiten würden.
t ».Königsberg, 11. Dez. Der Oberpräsident von Ostpreußen benachrichtigte den Oberbürgermeister von i ■ 5/fit daß der bereits eingetroffene erste Teil der 3. ^strnen Division zur Verteidigung der , Grenze nach M«nek abgedrebt sei.
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!rb. Paris, 11. Dez. (HavaS.) Nach dem „Echo de Paris" beschiäftigte sich der Ministerrat in seiner gestrigen Sitz'ing u. a. auch mit der Valutakrise. DaS Blatt Witt wissen, daß der Ministerrat beschlossen habe, grundsätzlich b‘ ■ Wareneinsuhr aus Deutschland und aus allen den Markzins beeinflussenden Ländern vom Zeitpunkt der Inkraftsetzung des Friedensver- trages an ohne Formali^^n mit Ausnahme derjenigen, die sich auf den Zolltarif beziehen,-zu erlauben.
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Amerika
Die Marinervstungen.
wb. Amsterdam, 11. Tez. Die „Times" meldet au.? New Bork, daß die amerikanische Flottenleitnng in einer Denkschrift darlegt, daß es, wenn nichts Endgültige? in Bezug auf die allgemeine Abrüstrtng geschieht, die Politik der Bereinigten Staaten sein müst'e, eine Kriegsflotte zu besitzen, die mindestens so stark ist, wie die stärkste und mächtigst« Flotte irgendeiner anderen Nation der Welt. Es besteht der Plan, die neue Flotte bis 1925 fcrtigzustellen und sie im Stillen und Atlandifchen Ozean auftreten z» lassen.
wb. Washington, 10. Tez. Das von der all- flemcincü Marinekommission e-u^ohleue Banprogramm für 1921 umfaßt 2 Panzerkreuzer, 1 Schlachtkreuzer, 10 leichte Kreuzer, 5 Zerstörer und 6 Unterseeboote.
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England.
wb. R o t t e r d a m, 12. D z. Der „Nieuwe Rot- terdamsch- Courant" meldet aus London: Das Oberhaus hat das Fremdengesetz bei der zweiten Lesung trotz des energischen Widerstandes der Regierung beträchtlich abgeändert. Lord Buckmaster sprach gegen die Verfolgung der Fremden. Der Lordkanzler hielt zwar eine gehässige Rede gegen die Deutschen, mußte aber schließlich den tz.mragraphen, in dem die Ausweisung von früher feindlichen Untertanen geregelt wird, mildern. Auch der Paragraph, der das Gesetz wenn nötig, auch auf andere-als früher feindliche Untertanen anwendet, fällt weg. .
wb. London, 10." Dez. Man meldet, daß die Fleifchlarte vom 15. 1. 1929 ab aufgehoben wird.
wb. London, 10. Dez. (Reuter.) 500 WaziriS haben einen Eisenbahuzug an der Nordwestgrenze Indiens angegriffen. 3 6 Reisende getötet und 50 verwundet.
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Rußland.
(‘infiettuug der bolschewistischen Offensive.
wb. Stockholm ,'ly. Dez. ..Cvenska Dagbladet" nielbet aus Reval: Die bolfcheroistischen Delegierten an der Dorpater Friedenskonferenz geben zu, daß die von dcn Bolschewisten in de» letzten Tagen erlittenen Verluste sehr beträchtlich seien. Sie beliefen sich auf ungefähr 25—30000 Tote und Verwundete. Die Bolschewisten hätten daher die Offensive ein stellen mässen.
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Mure.
d'An»an.',Ivr Siehuißige plündern^ französische finger.
>vb. Paris, 11. De«. Der „Touchs"-Berichterstatter meldet unter Vorbehalt, daß di« d'Annunzio- Freiwilligen «m 0. Dezember die Vorräte der französischen Orientarmee in Fiume geplündert haben. Bei den Kämpfen mit den französischen Gendarmen gab cs Tote und Verwundete.
Der Schnikor-flikt.
Wir meldeten yfiern bereits, dag im Unterrichtsaus- schus- der Landesversammlnn- ein Zentrumkredner (Dr. Lauscher) erklärt hatte, daß, wenn die Geistlichen nicht mehr ohne weiteres den Schulvorständen angehören sollen, wie es ein neuer Gefchentwnrf bestimme, eine derartige Haltung die Auslösung der Regierungs- m e h r b e i t im Gefolge haben tverde. Dr. Lauscher wies ans das für feine Partei U vertragliche einer Koali- tionspolitik bin, die in Fragen von grundsätzlicher Bedeutung über die ernstlichen Bedenken und Ansprüche des Zentrums andauernd zur Tagesordnung übergehe. Die Rcrhandlung wurde daraus vertagt. Es ist also zu einem Kulturkonftikt gekommen, der bei der Regierungs-Verbindung zwischen Sozialdemokratie und Zentrum unausbleiblich war. Ob er zu einem Zerfall der Regierungsmehrheit führen wird, bkoibt abzuwarten. Demokratische Blätier glauben, dah eS sich mehr um ein persönliches Vorgeben des Abg. Lauscher handelt, und daß die Partei nicht mit ihm „durch Dick und Dünn gehen" werde. Dem stehen sedoch Aenßerungen der „Germania" gegenüber, die die Stettungrrahme Tr. Lauschers billigen und betonen, daß hinter der Fraktion die gesamte Wählerschaft stehe. Dar bißchen Einfluß, das man der Kirche in der Erziehung der Jugend bisher noch gelaffen txtbe, könne unmöglich auch noch preisgegeben werden. ES sei nicht angängig, daß zwei Parteien der Regierungsmehrheit die dritte, das Zentrum, fortwährend überstimmen, also gleichsam vergewaltigen, ganz besonders nicht ia Dingen, die die höchsten 3beak betreffen.
Hm da; MllolMr.
Die Zurückverweisung an den Ausschuß ndgelehnt. Schluß der Sitzung der Nationalversammlung vom 10. Dezember.
Minister Erzberger: Der Weg, den der Antrag Rießer und Becker vorschlägt, ist eine sehr schwankende Brücke. Gewiß gibt eS Bedenken gegen das Notopier. Es gibt aber stärkere Gründe, die uns zwingen, diese Bedenken hintanzusetzen. Dem hohen Lied des Egoismus, das Abg. tzugenberg gestern gesungen hat «setzte ich das hohe Lied der Solidarität, des sozialen Geistes entgegen. Der ungeheure Gegensatz der hohen Vermögen und der Vermögenslosigkeit ist auszugleichen. Die große Masie der Arbeiter erträgt es nicht mehr, die großen Vermögensansammlungen vor unb während des Krieges bestehen zu lassen. Diese müssen abgebant werden. Das ist auch der führende Gedanke de? Notopfers. Ohne dasselbe wird cZ keiner Regierung möglich werden, unsere Wirtschaft aufwärts zu führen. D-r Minister wendet sich gegen den deutschnationalen Vorschlag einer Zwangsanleihe. Das Notopfer entzieht den Gesamtvermögen 2,8 Milliarden jährlich einschließlich der Zinsen. NebrigenS sehen der Entwurf sowohl wie die Reichsabgabenordnung Erleichterungen vor bei eventueller Verringerung der Bennögen in den nächsten drei Jahren. Die Keinen Rentiers sollen geschont werden. Bei mittleren Vermögen bis zu 200 000 Mark werden bei vier und mehr Kindern Erleichterungen zu schassen sei». DaS Notopser muß aus sinan- ziellen, innerpolitischen unb wirtschaftlichen Gründen schnellstens verabschiedet werden.
Abg. Wurm (U.S): Wir bewilligen keinen Pfennig, bei die arbeitenden Klaffen belastet.
Abg. Dr. Hugenbrrg Weutschnatl.) persönlich: Ich habe Herrn Erzberger vorgeworfen »daß feine Politik zur Besetzung des Ruhrgebiets führen könnte. Ich habe dies nicht gewünscht: das glaubt auch niemand von mir.
Nach weiteren Bemerkungen folgt die namentliche Abstimmung über den Antrag Becker-Rießer auf Zurückverweisung der Vorlage an den Ausschuß. Der Antrag wird mit 236 gegen 43 Stimmen abge- le Hut. 8 1 des Gesetzes nrrb nach Ablehnung des Zu- sotzantrages Arnstadt in der Kommissionsfassung angenommen. Nach längerer Aussprache werden eine Reihe von Paragraphen nach der Fassung des Ausschusses und nach Annahme eines Abänderungsantrages Dr. Bluncker (Ztr.) angenommen.
Bei g5 will Abg. Gruber (Soz.) auch die Kirche unb ihr Vermögen unter das Notopfer bringen. Bon den Sparkassen sollen nur die den Gemeinden und Ge- meindeverbänden gehörigen Einlagen abgabefrei sein.
Minister Erzberger: Bezüglich der Sparkaffen wäre eS mir recht, wenn Sie zur Regierungsvorlage zu- rückkchrten. Wenn Sie aber den politischen Vereinen, Turnvereinen usw. Steuerfreiheit geben, so müssen Sie sie auch der Kirche geben: sonst wäre dies ein ausgesprochen antikirchllcher Akt. Ei» Gesetzentwurf über die allgemeine Besteuerung der ioken Hand wird demnächst fertiggestellt.
Der sozialdemokratische Antrag, die Kirche mit dem Notopfer zu besteuern, wird abgelehnt, § 5 in der Fassung bgr Ausschußbeschlüsse angenommen. — Schluß 7 Nbr.
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Sitzung vom 11. Dezember.
Präsident Fehrenbach eröffnet die Sitzung um 1 Uhr 20 Mi». Aus bet Tagesordnung steht die erste Beratung des Geketzentwurfes bett. Aenderung des Bankgesetze S.
Reichsbankpräsibent Dr. Havenstein begrünbet die Vorlage, die eine Verlängerung des Privilegs der Reichs- bvnk für das kommende Jahrzehnt fordert und die Beteiligung des Reiche? an dem Bankgewinn neu regelt, sowie die Organisation der Banken in den durch den Friedensschluß geschaffenen Verhältnissen anbahnt.
Abg. Dr. Ternburg (Tein.) beantragt Ueberweisung an den Sechser-Ausschuß. Da? Hau? stimmt dem zu.
Es folgt die Fortsetzung der zweiten Beratung des Reichsnotopser?. Eine Reihe von Paragraphen wird nach den Ausschußbeschlüssen angenommen.
Zn § 18 bekämpft Abg. Dr. Quarck (Soz.) die Zusätze des Ausschusfes, die infolge einer Koalition zwischen der Rechten und dem Zentrum ein Privileg für landwirtschaftliche Grundstücke in das Gesetz hineingebracht haben. Ein entsprechender Antrag Dr. B r a u n- Löbe (So;.) will die beschlossenen Absätze wieder streichen.
Abg. Dr. Becker-Hessen (D. Vpt.) tritt für die Ausschußiaffung ein.
Abg. Dr. Blunck (Z.): Die heutigen Preise für Grundstücke sind phantastisch. Der einzige reelle Wertmesser für Grundstücke ist doch immer nur ihr Ertrag. Landwirtschaft und Ackerbau sind die Grundlagen unserer zukünftigen Wirtschaft. Wenn das Not- opfer mit 5 Prozent verzinst werden soll, müssen wir das zwanzigfache des Ertrages als Ertragswert für Grundstücke ansetzen.
Zu § 25 wird ein Antrag Dr. Rießer (T. Vpt.), die Grenze für solche Keinen Vermögen bei denen daS steuer) bare Vermögen nicht über ICO 000 Mark und das Jahreseinkommen nicht über 5000 Mark beträgt, zu erhöhen aus 150 000 Mark beyv. 7500 Mark, abgeichnt.
Der übrige Teil des Gesetzes wird nach den Aus- schuAbeschlüssen angenommen. Morgen 1 Uhr: Kleine Anftagen.
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Berlin, 12. Dez. Aach der „Voff. Ztg." muß ^a- mit gerechnet werden, baß die Demokraten eine unver
änderte Annahme deS ReichSnotopfergesetzeS in 8. Lesnnß ablehnen werden.
MWen und liiert Wien.
(Schluß der Sitzung der preußische» LandeSversammlun-g vom 10. Dezember.^
Beim technischen Un te rri chtSwef en wünscht Abg. Lindemann (Soz.), daß die technischen Mittel« schulen mit des technischen Hochschulen in organische« Zusammenhang gebracht werden. Die Abschlußprüfung an den technischen Mittelschulen sollte man dem Abi« turientcnexamen gleichstellen.
Abg. Dr. Schloßmann (Dem.): Wir dürfen e» mit großer Genugtuung begrüßen, daß wieder brd deutsche Gelehrte mit dem Nobelpreis ausgezeichnet worden sind. Die technische Hochschule sollte den Universitäten in allen Beziehungen gleichgestellt werden. Di« Ergebnisse der Forschung müffen in die breiten Masse» gebracht werden. Die Fortschritte der Wissenschaft müssen in soziale Fortschritte umgewandelt werden.
Llbg. Dr. Kloß (Deutschn.) bittet den erzieherische» Wert des studenttschen Korporaiionswesens nicht z» unterschätzen. Bei der kommenden Hochschulreform darf, man nicht alles über einen Kamm scheren. Die Eigenart der technischen Hochschulen bedarf besonderer Berücksichtigung. Unsere Technik hat im Kriege Hervorragendes geleistet unb hätte im Falle der Einigkeit aller Faktoren das Zünglein an der Wage wohl zu unsere» Gunsten ausschlagen lassen können. Soziales Verftänd- niS ist ganz besonders den Studierenden dieser Anstalte» zu wünschen, da sie doch später in den Betrieben viel mit Arbeitern zu tun haben.
Ilnterstaatssekretär Becker: Die Regierung bringt den technischen Hochschulen genau das gleiche Interest« entgegen wie den Universitäten. Bei den technische» Hochschulen aber handelt eS sich vorwiegend um pädagogische, bei den Universitäten dagegen um organi« satorische Fragen.
Abg. Dr. Wetzl (U. S.): Es wäre wohl bester, daß diese Fragen in den Ausschüssen erörtert würden statt hier vor leeren Bänken und Tribünen. Eine Koalitionsregierung kann keine rückgratfeste Haltung haben. Uns fehlt daher das Vertrauen zu ihr. Professoren unb Studenten betätigen sich immer noch als Knechte bei Kapitals.
Abg. Dr. Moldenhauer (D. Vpt.): Die Semi- narien an den Hochschulen sind ein genügende? Mittel, um ein Vertrauensverhältnis zwischen Dozenten unK Studenten herzustellen. Dem von deuischnationaler Seite gestellten Antrag auf Schaffung eines Studentewi. rechts werden wir zustimmen.
Das Kapitel wird erledigt. — Schluß 7 Uhr. • e
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Sitzung vom 11. Dezember.
Vizepräsident Dr. Porsch eröffnet die Sitzung m» 11 Uhr 20 Minuten. Die zweite Beratung des Haushalts des Kultusministeriums wird fortgesetzt bei de« Abschnitt Provi nzialschulkollegium, Prü- ftmgsämter, höhere Lehranstalten.
Abg. Hennig (U. S.): Ich empfehle unseren Antrag zur Ammhme, wonach die Inhaber von Privatschule» verpflichtet sind, die Genehmigung zum Westerbetri^ nach den Bestimmungen der Reichsverfassung nachzusuchen. Auch neu zu errichtende Schulen sollen der Kon- zessionierung bedürfen.
Ministerialdirektor Jahnke, Leiter der Abteilung für das höhere Schulwesen: Beim Ausbau der Einheitsschule soll die verschiedenartige Begabung Berücksichtigung finden. Auf die körperliche Ausbildung ist besonderer Wert zu fegen. Da? Berechtigungswesen ist et» großer Unfug. Mit den Schueln an sich hat das überhaupt nichts zu tun. Besonders schwierig ist die Lagg der Studienassefsoren, die durch jahrelanges Warten verbittert sind. Hier müssen wir helfen. Auch dig Studienreferendare sollen möglichst bald angesteltt wev- iden. Die Schule sott unser Volk einer besseren Zukunft entgegenführeu.
Alzg. Schümer (Dem.): In die Schufen mutz mehr sozialer Geist hinein. Das humanistische Gymnasium behält seine Bedeutung, darf aber kein Nebev- gewicht haben. An Orten, an denen höhere Mädchenschulen fehlen, muß den Mädchen der Besuch der höhere» Knabenschulen gestattet werden. Eine scharfe Trennung zwischen seminaristischen Lehrern und Akademikern wünschen wir nicht. Die Grundbtge deS Unterrichts muß der Gcschichts- und Moral-Unterricht sein.
Abg. Grebe (Ztt.): Wir treten ein für den Aufstieg der Begabten. Der neunjährige Lehrplan für höhere Lehr« anstaltcn ist beizubehalten.
Abg. Dr. Wegscheid (Soz.) erKärt, daß der Religionsunterricht nicht auf die Dauer Prüfungsfach bleibe» soll.
Abg. Hofmann- Kattowitz (Tevtschnatl.) verliest en» ErKärung seiner Partei zur Nnheitsschufe. Wert lege» wir auf die Pffege der Deutschen. Dir Anspruch« an die Schüler dürfen nicht so Kein gehalten werde«. Faulheit dulden wir nicht.
Abg. Dr. Weil M.S.): Die Oberlehrer tragen ei» gut Teil Schuld an der heutigen Not ihres Standes.
Abg. Böhlig (D.Vvt.): Der Zick-Zackkurs der Regierung hat große Unruhe in die Lehrerschaft und Schule, getragen. Wir sind für Erkaltung des Gymnasiums, Auf Leibesübungen der Schüler fegen wir besondere» Wert.
Abg. Baumeister (So».): Dir Reügio» ift d» ordentliche? Lehrfach. Jeder muß zum staatsbürge» lichen Denken erzogen werden.
Freitag 12 Uhr: Fortsetzung, Klei« Aufrage».