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MoiHag, 8. TkMber 1919
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Minister H S ni sch : Ich bin änderst befriedigt über
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532 760 deutsche Kriegsgefangene
^Hveisten herrschte in dem eleganien Herrenzimmer
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t im Kavaliersflügel einrichtete. .-u soll bereits der erste Transport
Nun, nach mehr- auf Schloß Gra- sollte er in zwei
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Kriegsgefangener auS Sibirien möglich?
* bon Willeneck, seines noch immer steifen Beines
*» behaglich auf dem Eisbärenfell der Ottomane
3* zwei Monaten waren sie beide fast zur jelben verwundet aus Wolhynien heimgebracht worden, während Willeneck nach Ausspruch der Aerzte monatelang nicht fronttauglich sein würde, war
Beide unter-
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„So viel ich merkte, verhält sie sich auch recht ablehnend dagegen- obwohl Papa stark auf ihre Mithilfe rechnet. Ich vermute sogar, daß die ganze Idee sehr in Rücksicht auf Hildegard in ihm entstand. Die Eltern empfinden es nämlich peinlich, daß Hildegard auch fetzt, wo Gebhard doch im Felde steht, unbekümmert um alle Not der Kriegszeit eine so ausgedehnte Ecfe li'- keit betreibt. Durch das Rekonvaleszentenheim horst
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Papa sie und Hertha mehr ans Haus zu fesseln, ollen die Krankenschwestern im Pflegedienst stützen.
„Ich fürchte, dazu wird deine Schwägerin Lust bezeigen! Wie steht es auf Lechens"
dasaß.
Er legte seine ßigarctte in den Aschenbecher sah den Freund crwarttutgsvoll an.
„Hör mal. Will, du hast mich herbeschieden, du mir etwas sagen wolltest! Warum legst du nicht endlich los?"
französischem Boden gezählt wurden.
Rückkehr deutscher
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« ktier von Olivera" mißbillige auch ich. Auch dem afche noch Popularisierung und Dezentralisierung
® S* 5reun^ und langjähriger Kamerad, Rittmeister
sagt denn deine stolze Schwägerin Hilde- ™ Sie mag dock nichts von Kranken wissen!"
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Ein jähes Rot glitt über des Offiziers Gesicht. Er holte tief Atem.
„Ja, Lix. Ich wollte dir etwas sagen. Nämlich — daß ich mich morgen vertzvirate. Und du sollst mein Trauzeuge fein. Willst du mir diesen Gefallen erweisen?"
„Will — du? Der andere war trotz seines steifen Beines aufgesprungen und stand nun fassungslos vor Greuzach. „Ja, um Himmelswillen, wen willst du denn plötzlich heiraten?"
„Anneliese Schindler. Im stillen verlobt sind wir längst. Jetzt will.ich mich mit ihr kriegstranen lassen. Der Gedanke, daß mir draußen doch jeden Augenblick
„Danke, recht gut. Schwester Dina widmet sich ihrem kränklichen Schwiegervater in wirklich aufovfern-- der Weise, seit Otto Lechen im Feld steht. Sie kommt daher auch nur selten zu den Eltern nach Graditsch."
„Und deine jüngere Schwester Herthas
„Steht leider ganz unter Hildegards Einfluß! Es soll sich übrigens da etwas anfpinnen zwischen ihr und Prinz Bärwald, der gegenwärtig bei Lenzendorss auf Schloßhof zur Erholung weilt. Wenigstens fahren beide Damen alle Augenblicke hinüber zu Besuch und halten, dicke Freundschaft mit den Lenzendorfs."
„So? Das täte mir aber leid für Detlev Mirbach. Der arme Kerl toggenburgert ja schon jahrelang um deine Schwester Hertha."
„Papa ärgert sich auch weidlich über die Schloß- hofener „Prinzenanbetnng" wie er es nennt. Er hätte Mirbach trotz dessen bescheidener Verhältnisse, glaube ich, viel lieber als Schwiegersohn gehabt. Aber da ist nun wohl nichts zu machen. Sein Glück muß sich eder selber schmieden!"
„Tie alte Tante Sessa ist wohlauf?"
„Wie immer! Die freut sich ehrlich auf ihren „Pslegedienft" im Rekonvaleszentenheim. Erstens kann ie da reden so viel sie mag und „Geheimnisse" ergründen, auch wo gar keine sind — dann aber erfährt sie dabei eine Menge Neuigkeiten, die sie bcmn wieder im Damenstist anbringt, wenn sie dort ihre zwei Monate „absitzt."
Snlersiaatssekretär Dr. Becker: Dem Kultusmmi- jrramt liegt der bürokratische Zug fern. Wir erstreben enge Verbindung zwischen Staat und Leben. Tie Wnfilerisch nicht produktiven Menschen müssen zur Kunst eS erzogen werden. In der Schule wird die Kunst-
sjachs Beinschuß rasch geheilt, gern Erholungsurlaub, den er bei den Seinen verbrachte, wieder ins Feld abgehen.
$atte hatte ein Brieflein den
Tie Änunia der baltischen Gebiete.
Wb. Königsberg, 6. Tez. Das Regiment Kienitz von der Eisernen Division mit ?srtillerie- und Kavallerieabteilungen wird heute und morgen verladen.
lieber die Stellung der Reichsregierung zu den aus dem Baltikum heim kehrenden Truvven erklärte Noske, es 'ei möglich, daß mancher von den Heimkehrenden, wenn er sich zu zwölfjäbriorr Dienstzeit verpflichte, Ausnahme in Ser Reicht wehr fände. Für Offiziere habe er sich in jedem einzelnen Fall die Entscheidung Vorbehalten.
Sitzung vom 6. Dezember.
Hans ist äußerst schwach beseht. Präsident Leiert eröffnet die Sitzung um 11 Uhr 20 Minuten. Die Beratung des Abschnittes Bolksschulwescn fortgesetzt.
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m Paris bei der Friedenskonferenz vorstellig werd«, wollte, um die Auwnomie Flanderns zu verlangen, da, Dutasta nicht empfangen worden. Der Drüffeler Karre« spondent de« Blatte» verlangt die Bestrafung dies« Leute, weil sie da» Wiederaufleben einer Maßnahme fordern, die während des Kriege» in Belgien von bei, Deutschen auSgeführt worden sei.
Griechisch-türkische Zusammenstöße in Kleinafie«.
Wb. Paris, 6. Dez. Das Hauptquartier bet griechischen Armee in Saloniki teilt mit, daß sich am 2L unb 22. 11. Konflikte zwischen den türkischen und griechischen Truppen in Kleinasien längs der festgesetzten De» markationslinie ereignet haben. Die Türken hätten 110 Tote gehabt.
PMWe ßonitioeriammlMO.
Sitzung vom 5. Dezember.
; Mc, die der Förderung wert oder umvert ist. Sehr zu s ntni-ßen ist die volkstümlichere Ausgestaltung der Museen. Wie Frauen sollten als Sachverständige in künstlerischen i ßtseen öfters gehört werden und auch zu den Kunsidepu- r WEN als Mitglieder zugczog-n werden. Die S ch m u tz- jUrns erfolgreich zu bekämpfen ,wird hoffentlich auch fixe die Einführung der Zensur möglich sein. Der ge- Ädt Mittelstand, für o:;i die Kunst gar» befo-dcre- ßwkn-bedürsnis ist, kann die jetzigen hohen'Ein-
^trittSpreise nicht erschwingen.
Der „Voss. Ztg." wird aus Kopenhagen gemeldet: Der Rückzug der Koltschakschen Heere um etwa 100 Kilometer ist östlicher Richtung bietet, wie von bestunterrichteter Seite mitgeteilt wird, der deutschen Regierung die Gelegenheit, von den noch in Sibirien befindlichen ungefähr 20 000 deutschen Gefangenen etwa 3000 bis 4000 in die Heimat zu befördern. Diese bedauernswerten Leute, die bisher auf dem Gebiet Koltschaks gegangen gehalten wurden, sind jetzt im Machtbereich der Bolschewisten. Es ist ihnen daher die Möglichkeit geboten, auf dem Landwege, der ihnen bis vor kurzem durch Koltschaks Front versperrt war, in die Heimat zurückzukehren. Allerdings hängt der mögliche Erfolg einer Aktion zu Gunsten dieser Landsleute von 'chnellem, tatkräftigem Handeln ab. Mit Beginn des Frühjahres muß man mit einer neuen Offensive Koltschaks rechnen. Wenn seine Truppen da? eben verlassene Grenzgebiet wieder besetzen, würde die Rückkehr dieser Kriegsgefangenen auf unbestimmte Zeit binausgesckoben sein. Mein Gewährsmann, der mit den Verhältnissen bestens bekannt ist, sieht die Möglichkeit der Rettung dieser Unglücklichen in der sofortigen Entsendung einer Kommission, die mit* allen erforderlichen Vollmachten und reichlichen Geldmitteln ausgestattet sein müßte.
Die flämischen Vertreter in Paris nicht empfangen.
tob. Paris, 6. Tez. Wie „Petit Journal" mit« teilt, ist der Delegierte der flämischen Frontpartei, die
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UllMN.
Die ungarische Regierung an den Oberste« Rat.
wb. Budapest, 5. Dez. Auf das Telegramm des Obersten Rates der Pariser Friedenskonferenz, in dem die Friedensdelegierten Ungarns zur Friedenskonferenz berufen werden, sandte Ministerpräsident H u s z a r zwei Telegramme an Mmeneeau. Im ersten Telegramm erklärt die ungarische Regierung, so rasch wie möglich dem Ansuchen folgen zu wollen. In dem zweiten Telegramm heißt es: Die ungarische Regierung hält es für außerordentlich wichtig, daß die öffentliche Meinung sich frei äußern könne und die Regierung auf den schweren Wegen des Friedens sozusagen leite. Die Aeußerung der öffentlichen Meinung ist aber durch die Tatsache verhindert, daß große Gebiete des Landes nock unter fremder Besetzung leiden. Der Oberste Rat würde die Aufgabe der Regierung bedeutend erleichtern, wenn er anordnen würde, daß sich die Be- satzungstruppen — besonders sind die Rumänen noch sozusagen im Herzen Ungarns — sofort auf eine durck ibn zu bestimmende militärische Linie zurückziehen sollen. Die ungarische Regierung legt zugleich Gewicht darauf, zu betonen, in welch v e r yto eifelter Lage sich das Land heute befindet infolge der von den Be- setzungstruppen rechtswidrig durchgefilhrten zahllosen Requirierungen, durch den fünfjährigen Krieg und durck die Schrecknisse des Bolschewismus. Das so bteten Prüfungen ausgesetzte Land ist jetzt der letzten Hilfsquellen beraubt und dem Untergange geweiht. Mit Rücksicht darauf, daß unser ganze» Eisenbahnmaterial requiriert wurde, unsere Lebensmittel und unser Heizmaterial erschöpft sind, ist der Lebensunterhalt deS Landes gefährdet und es mitten im Winter der Kälte und dem Hunger preisgegeben. In dieser verzweifelten Lage würde die Regierung die nötige moralische Kraft nicht besitzen, auf die durch diese schrecklichen Ereignisse in Verzweiflung geratene Nation Verpflichtungen zu übertragen durch einen Friedensvertrag, zu dessen Unterschreibung dir Regierung berufen wurde.
Sonstm MelduiMN.
Die deutschen Kriegsgefangenen in Frankreich.
Bern, & Dez. Das Genfer Rote Kreuz erhielt vom französischen Rote» Kreuz die Mitteilung, daß auf
•* hiecherbeschieden „zur Besprechung wichtiger irgenheitcn, die sich im Spital vor Zeugen nicht ^gen lassen", wie Witlfried geschrieben.
neugierig fand Willeneck sich vor einer halben
*** j S'b® &enn luch ein. Aber Greuzach hatte bis jetzt Uk. i gleichgültigen Dingen gesprochen. Seit einer
^rsstunde war er fast ganz verstummt. Beide "hum und nur gelegentsich fielen kurze Bemer-
--Papa und Mama Greuzach geht es also wohl!" Ite Willeneck, um die Unterhaltung wieder zu 6t-
Abg. Runge (©»$.): Wir sehen in der Einheitsschule eine bedeutsame Errungenschaft der Revolution. In den Einheitsschulen muß vernünftiger staatsbürgerlicher Unterricht zu den Lehrfächern gehören.
Ministerialdirektor K ö st ne r : Wir werden mit Schul- resormideen überschwemmt. Wir nehmen Anregungen gerne an, .aber wir müssen unsere Zeit zur Arbeit an den Dingen selbst retten. Eine Mitwirkung her Lehrer und Lehrerinnen wird stattfinden bei der erstmaligen Berufung der Kreissckulinsvektoren. Bom Finanzminister find die Mittel zur Bersügunq gestellt, um auch Lehrer als Hilssarbeiter in das Unterrichtsministerium zu Berufen. Das Gesetz, das solche Berufungen von der Befähigung zum höheren Verwaltungsdienst abhängig macht, muß geändert werden. Der Konsirmandenünterricht wird in eine Zeit verlegt werd-n, in der er den Schulunterricht nicht beeinftußt Die Beamt mbefoldungsresorm muß bald kommen, und die Lehreroufb-sierung muß in diese Reform einbezogen werden. In der Frage der Lehrerbesolduno Zossen wir bald zu einer Entscheidung zu kommen. Die Einheitsschule muß und wird kommen. Die Volkshochschule können wir aber darum nicht entbehren.
Abg. Frau Stoffels (Z.): Der gemeinschaftlichen Erziehung von Knaben und Mädchen kann ick nicht daS Wort' reden. Die Aufrechterhaltung des Zölibats für Lehrerinnen müssen wir fordern. Seine Aufhebung würde zu unsiebsamen Konflikten zwischen Mutter- und Berufs- pftichten fuhren.
Abg. Otto (Dem.): Es gereicht nnS zur Befriedi- gung ,daß die Beamt-nbesoldungsresorm mit Einschluß der Lehrerbesoldungen bis zum 1. Avril 1920 durchgeftchrt Wtten soll. Erwünscht wäre es aber auch, zu erfahren, in welcher Weise die Reform gedacht ist. Einen Antrag der 'lnabhängigen zur Einführung des Rätesystems in die Sckiftverwaltung lehnen wir ab.
Abg. Hennig (Unabh.): Wir stehen der Schulreform des Ministers von vornherein mit Mißtrauen gegenüber, beim durch seine Verbindung mit dem Zentrum wird er gar nicht in der Lage sein, gewichtige fortschrittliche Aende- ningen einzuführen. Die Lehrerräte genügen uns nicht, wir wollen das Rätesystem im ganzen Erziehungs- und Bildungswesen. Wir fordern die Gnheitsschnle und die Abschaffung des Klassensystems.
Mg. Herrmann (Deutschnatt.): Wir müssen dafür fargen, daß die Volksschule die Pftegestätte deutschen Kultur bleibt. Die Schule muß, um ihre Aufgabe voll zu erfüllen, staatliche Anstalt werden. Die gemeindlichen Verhällnisse sind zu ungleicharfig, um al? Grundlage zu dienen. Die Volksschule muß eine konfessionelle und hfistsiche Schule sein.
Abg. Hollmann (D. Vpt.): Im Kriegt hat die preußische Lehrerschast ungeheure Opfer gebracht, lieber 19 000 Lehrer sind gefallen, und jetzt darf man mit Recht von einer Verelendung des Le^erstaudes sprechen. Hilfe müß trotz der schlechten Finanzlage gebracht werden. Wir soll den Le^r-rn bis zum Inkrafttreten der neuen Besoldung geholfen werden? Die Dienstaufwandsentschädi- gnng der Krei'sschulinspektoren muß den heutigen Verhältnissen entsprechend erhöht werden. Für die Lehrer an be;t scst^—'' müsftn etwa '50 Stellen
frei gehalten oder im nächsten Haushalt neu geschaffen werden. Den Gemcinschaftsnnterricht für beide Geschlechter können wir nur dann empfehlen, wenn er sich aus der Natur der Lage ergibt, also vorwiegend auf dem Lande. Einen farblosen Geschichtsunterricht wollen wir nicht.
Beste darin ist, daß er die Jugend begeisterungs- fähig macht.
Dienstag 12 Uhr: Fortsetzung.
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DEschss Keich.
— Aufhebung des Belagerungszustandes in Groß. Serltn. Die preußische Staatsregierung hat den über Groß-Berlin verhängten Belagerungszustand aufge- hoben. — Nach Aufhebung des Belagerungszustände» haben die Kommunisten mit der Wiedereinberufung von Massenversammlungen begonnen. In der nächsten Woche sind allein 50 Versammlungen in Groß- Berlin einberufen, um gegen die jetzige Regierung zu agitieren.
— Die Kinofrage. Ein Antrag der Zentrumsfraktion der preußischen Landesversammlung befürwortet statt des Adolf Hoffrnannschcn Vorschlags der Kommunalfi« sierung der Kinos ein Reichsgesctz, baß die Klnozen« für und die Konzessionspflicht für Filmfabrikanten und Lichtspieltheaterbesitzer wieder einführen soll.
— Tie Danziger Werften als Eisenbahnwerkstätte«. Sämtliche Danziger Schiffswerften, die Reichswerft sowie die Werften von Klawitter und Schichau haben jetzt die Ausbesserung von Lokomotiven und Eisenbahwagen in Angriff genommen.
— Im Bieweg-Prozeß verurteilte das Gericht Hauptmann Reubarth zu drei Tagen Stubenarest, Leutnant Werbelmann zu einer Geldstrafe von 35 Jt und Leutnant de Thierry zu einer Geldstrafe von 60 M.
— Der neue Kurs. Ein Berliner Schulmann schreibt der „Deutschen Tagesztg.": Eine starke Parteiherr« scheint scheint im Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung zu herrschen. Nachdem mehrere sozialdemokratische Lehrer als Hilfsarbeiter berufen worbe« sinb, von bereit „Tüchtigkeit" man bisher nichts vernommen hat, wird es jetzt sogar Sitte, in Gesuchen von Lehrern um Beförderung die Parteizugehörigkeit zur Sozialdemokratie hervorzuheben.
Eine kleine Pause trat ein. Bis Wilftneck wieder lebhaft begann: „Aber vom 'üngsten Sproß des Hauses Greuzach, Gebhards Töchierchen, hast du noch gar nichts erzählt? Was macht sie denn immer?"
„Triri?" klang es zerstreut zurück. „Gott, die ist eAen immer kreuzfidel, voll bummer Streiche, stes bei t . - .iu N!td vertritt allmählich die letzten Kinderschuhe."
Willen eck lächelte still vor sich hin. Triri, seine lustige kleine Widersacherin, die ihn immer streichelte, wenn er auf Graditsch seine Urlaube verbrachte! Er sah sie vor sich mit dem dunklen Lockenkopf und den sonnigen Braunaugen, die so süß lachen und so bitterböse funkeln konnten.... Ach, überhaupt Gra- ditsch.... wie er daran hing!!
Tann dachte er, daß Witlfried nun in wenigen Tagen wieder ins Feld ging, während er...
Scheußliche Geschichten das, mit dem Bein, das nicht besser werden wollte trotz aller hoffnungsvollen Vertröstungen der Herren Aerzte....
Plötzlich fiel ihm der Zweck seines Hierseins ein und daß Witlfried schon wieder in Schweigen versunken
MmchmkO wefc UmgrZsM«
Marburg, 8. Dezember.
* Obstbau-Verein. Im Haus FBreibhos hielt am Sonnabend der Obstbau-Verein für den Kreis Marburg eine Generalversammlung ab, die wegen der chlechten Verkehrsverhältnisse nur geringen Besuch auf* wies. Unter geschäftlichen Mitteilungen gedachte der Vorsitzende, Landivirlschafts'chuldirektor Schlicht, $u« nächst des Ablebens der b-iden Verdienstvolten Mit« glieder Kaufmann Runkel und Bäckerabermeister Keßler, bereit Andenken durch Erheben von den Sitzen geehrt wurde. Er machte weiter auf die im Amtsblatt der Landwirtschaflskammer bekannt gegebenen Baum- chulen aufmerksam, die unter beten Kontrolle stehen und gab von sonstigen Eingängen Kenntnis. Ter eitherige Borstanb wurde wiebergewählt mit dem Zu- atz, daß Kreisobstbautechniker Rübeting, bet viel in ben Sanborten herumkommt, als Mitkassierer in den Vorstand eintritt. Die Rechmingsabtage erfolgte durch Inspektor Preiß. Die Einnahmen betrugen einschließlich des Sparguthabens 831,93 Mk., die Ausgaben 333,12 Mk., Bestand 497,81 Mk. Dazu kommen noch )ie Beiträge der Landgemeinden vom letzten Rech-
2 J daher einen ganz anderen Umfang annehmen müs- , früher.
g । Abg- Dr. Hennig (U. S): Beim Lichtspiel- i GstWrse» treten wir für die Vergemeindung ein.
V st'' Ng. Frau Garni ch (D. Vpt.ft Es gibt keine kapi- ® I jMssche und keine proletarische Kunst, sondern nur eine
-Sc Dress
,nn buch S S
»■ui — i im um ———
Nachdruck verboten.
Durch fchwers Jlnt
Originalroman von Anni H r u s ch k a.
1.
R« elze (Dentschnatl.): Der Minister warf uns
■r wir seien nationalistisch, er aber national. In nationalistisch erblicken wir absolut keinen L ix’im nationalistisch gesinnt ist auch Amerika, Englimo, ist Frankreich. Deshalb können auch wir Minafisiijch sein. Etwas anderes ist es aber, ob des issterS Partei national handelt, wenn sie durch soqe- objektive Uutersuchnitgen Deutschland die allei- schuld am Ausbruche des Krieges beizumessen ver-
Hollmann (D Bpt.) tritt für die kriegsbe- n Lehrer ein.
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e - ®Q-Q’5 Greuzach, wo sich die beiden Freunde
2, Ul ^Mlrtaffen hatten.
■_ Äraf Willfried Greuzach in einem Klubsessel, fein
8%frieb nickte. „Ja, gottlob. Sie sind beide ^kschäfligt mit bet Fürsorge für das Rekonvalesi
geheim, näL;.
Mg. I n d s (Dem.) fragt die Regierung, wie sie ge° Mißstände bescitigen wist, die sich aus der Nicht- stesttma Tausender von Kriegsteilnehmern aus bett Elfen ber akademisch und seminaristisch gebildeten Leh- rrirebeiT.
«5g- Gottfried (Zentr.): Der Lehrer muß fähig sich mit dem Kinde in klarer stricht erfaßbarer Sprache verständigen. Die Schule bedarf der Mitarbeit aller zur tiebnng brauchbarer Kräfte; also auch der Elternrätr der Getstlicken. Die konfessionelle Schule lassen wir 1 »chr nehme».
Shg. Gottscheid (Sem.): Wir wünschen, daß Herr issch noch mehr als bisher das Patteigewand Kreist. In die Lebttäfigkeit bars nicht hinetn- # Hfmben. Dem Sefir-r muß ber Aufstieg nach feiner T'zkril ermöglicht werden; darum ist es zu begrüßen, ihm jetzt die Univerfitäten geöffnet sind. Die höheren dürfen keinesfalls konsefsioneste Anstalten werden, r keschickitSunterricht bedarf einer besonders gründlichen "'rm.
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z |, hü persöhnlichen Geist und de» sachlichen Ernst, in denen V iWftk Erörterung geführt wird. Die Aussübning der Oper
• -» Hfäüdent Leinert eröffnet die Sitzung um 11 Uhr
1 J| g Äinuten.
J J zweite Haushaltsberatung wird bei dem Ministe- S »f *» für Kunst Wisseitfchast und Vostsbildung fortgesetzt. - - xtg. Dr. Ritter (Deutschnalt.): Wir sind erfreut Aer dir Hingabe unserer Gesangvereine an den vater- k- '-ten Gedanken. Es ist zu begrüßen, daß für die
■ |r M,ss! jetzt ein eigenes Dezernat in der Kunsiabteituna ■ 8 Ministeriums eingerichtet ist. . Die Vestrebuugen ber ■ I itft-rifcn Linken, ber allgemeinen deutschen Kunst eine » । x^kelarierkunst gegenübetzustellen, lehnen wir entschie-
elwas Menschliches zustoßen kann — unsere Liebe — und Annelieses häusliche Verhältnisse lassen es mir wünschenswert erscheinen, sie aus alle Fälle versorgt^ zurückzulassen."
„Anneliese Schindler...." Willeneck starrte beK Freund ungläubig an... „Die Ladenmamsell...^
„Still, ich bitte dich, meiner Braut diesen un- zassenden Titel nicht zu geben!"
„Aber du sagtest mir doch einmal, die junge Dam« ’ci im Wäschehaus Höhnel angestellt, ?"
„Ja. Aber sie ist nie hinter dem Ladentisch gestanden ;unb hatte nie etwas mit dem Verkauf zu tun. Sie nimmt dort eine Ausnahmestellung ein, hat ihr eigenes Büro im ersten Stockwerk, führt die Oberaufsicht über die Werkst allen, entwirft Modelle und kommt nur zuweilen mit dem auswärtigen Kunden- lreis in Berührung, wenn es sich um Ueberschtäge oder Besprechungen von Ausstattungen, besonders vornehmer Kunden handelt. So lernte ich sie ja auch' kennen."
„Ich weiß. Du erzähltest es mir ja einmal — int Anfang, als du noch sprachst von ihr. Deine Tante, die Gräfin Nenmeistet sandle dich mit einem Auftrag hin."
„Ja. Sie war bei Höhnet gewesen, um, ihrer Tochter Aussteuer zu bestetlen und hatte dabei vergessen, Fräulein Schindler ein, wie sie sagte, Höchsts wichtiges Farbenmuster zu übergeben. Am Bahnhof, wohin ich sje begleitete, siel es ihr ein und ich mußt» einen Eid leisten, das Muster noch am selben Tag« nebst den mündlichen Anweisungen Fräulein Schindle« zu überbringen. So lernte ich Anneliese kennen,"
„Und dann verliebst du dich kopfüber in fiel"
„Ja, ich lernte sie lieben....!'? ■
„Du, dem bisher keine gut genug war, der alten Heilaisvorschlägen der Seinen ablehnend gegenüber stand!" Willencck sagte es vorwurssvoll und grollend.
Ein weiches träumerisches Lächeln zog wie eüg Sonnenstrahl über WillfrieS Greuzachs ernste männ*
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