Einzelbild herunterladen
 

Uber Ke ncnrnon-ng von er,aBTEnpptn racy ennnrrt «tnc Miniftcrlrise entstand.

Hinterlegung von Wertpapieren bei den Banken.

Heber die Hinterlegung von Wertpapieren bei den Banken herrscht vielfach noch Unklarheit unter der Be­völkerung. 68 soll deshalb nochmals folgendes frstge- stellt werden:

L Entweder müssen die Besitzer deutscher Wert- papierr dem Besitzsteueramt eine genaue doppelt aus- gefertigte Ausstellung ihrer Papiere überreichen. Eine Ausfertigung must von dem Besinsteueramt amtlich ab- qestempelt sein und dies Formular muß lewrils bei tinISsung der Irnsscheine an den Bankschaltern vor- zezeigt werden.

2. Oder die ZinSscheinbogeu einschließlich Talon? sind bei einer Bank zu hinterlegen, die dann bte Ein­lösung bei ZinSscheine an den Bers all tagen ohne wei­terer vornimmt. Der letztere Weg ist sür das Publikum der ein jachste.

8. Oder aber e» kann ,chis aus weite«»" die Ein­lösung der ZinS- und Dividenden scheine sowie die ver­losten Stücke von inländischen Wer:en bei den Banken erfolgen, wenn der Eigmiümer ein Verzeichnis seines gesamten Besitzes an Wertpapieren in dreifacher AuS fertig ung ihnen ein reicht, wovon ein Eremplar an das zustehende Finanzamt weitergefandt wird.

ES besteht nun die irrige Auffassung, als ob späte­stens dir 1. Dezember 1919 die Hinterlegung der deut­schen Wertpapiere bewirkt fein müsse. DaS ist nichl der Fall. Die Hinterlegung kann auch später erfolgen. Die Banken dürfen die Zinsscheine nach diesem Termin aber erst einlöseu, wen» die gesetzlichen Borjchristen erfüllt sind.

Daches Kelch.

eremnterf Westprenhen-Poseu. In Schneidemühl sand die feierliche Eröffnungssitzung der Regierung für die Grenzmark Westpreußen-Posen statt. Äl» Regie- riWgSfitz ist die Lustschisferlaferne eingerichtet worden. In einer Ansprache an die Beamten und Angestellten sagte Regierungspräsident v. B'ü Io» u. a.: In diesem Bebtet soll sich alles vereinen, waS wir hinüdernedmen an» der Bergangenhett beider Provinzen an alter Tradition, an gesegneter und schmerzlicher Ersah- rung, an bewußtem nationalen Willen, an wahr­haft sozialer Pflichterfüllung, aber auch alle», wa» die neue Zeit an Erkenntnis bringt. Wir stehen hier aus einsamer Wacht, und darum wollen wir nn8 um so fester zusammenschließen in Kameradschaft und zu treuer Ar- bettsgemeinschaft. Denn Arbeit ist das einzige, was nnser ernte» zerschlagenes Volk noch retten kenn vor drohendem Untergang. Au» selbstloser Arbeit toitfte sich von jeher da» Ehrenkleid deS preußisch-deutscher Beamten. MöK dieses Ehrenkleid nicht zerwodern und zersetzt werden. Furchtbar stnd schon mancherlei F ä u l - ni»erscheinungen, wie im gesamten BolkSleben, so auch im Beamtentttm. Möchten wir Beam-e in der Grenzmark eingedenk sein unserer großen besonderen Aufgaben, möchten wir nnser Arbeitskleid in Ehren tragen. Wir müssen hier an der langgestreckten Grenze de» Reiche» ganze und beste Arbeit leisten. Wer über die Grenre kommt, soll sehen, t-a« bi - deutsche Ver---alttrng ist. aber wir wollen auch auS Feßlern der Vergangen­heit lernen. Fern sei unS jede Schroffheit und bürokratische Engherzigkeit. Wa» wir mtt unserer Arbeit erreichen toollen, ist Recht und Ord­nung. Mit diesem Ziel verträgt sich wohl die verbind­liche Form, und wa» mehr al» da» ist, wahre Herzens- Höflichkeit. Eie sieht in jedem Volksgenossen, der mit der Behörde in Beziehung tritt, den Freund und Bruder, der Hilfe fttcht. Diese» Ziel: Recht und Ordnung ver­trägt sich aber ebenso mit ruhiger, sachlicher Festigkeit gegen alle Versuche, da« Recht zu beugen, die Beamten vom geraden Wege abzubringen.

»nnbenangriff in Oberschlesien. Amtlich wird ge­meldet: In der Nacht vom letzten Sonntag versuchten polnische Bonden bei der Ablösung der Grenzschntztrnp- ven durch die Marineabteilung in Laurahütte einen Heberfan auf deutsches Gebiet zu unternehmen. Der An­griff wurde durch schivereS Maschinengewehrfeuer abge­wiesen. Deutscherseits sind keine Verwundete zu der- zerchven.

Wahlergebnisse. Die .Voss. Ztg.* meldet: .Bei den Kreistagswahlen im hinterpommersche» Kreise B e l g a r d erhielten die Deutschnationalen 6161 Stim­men, die Demokraten 822, Sozialdemokraten 2402 Stim­men. Tie Deutschnation ölen haben also einen dollen Erfolg errungen." .Nach scharfem Wahlkampf, de« besonders die llnabböngigen aufs äußerste zuspitzten, er­hielten bei den Elbinger Etadtverordnetenwabken von 60 Mandaten die Unabhängigen 29, die Rehrheit?- sozialisten 5, da» Zentrum 6, die Demokraten 2, die Deutsche Volkspartei 1, die Deutschnationalei, 4, unpoli­tische Listen 13.*

DaS Abrücken von der demokrattschen Partei. In Zittau, das bisher al» die Hochburg der Demokratte galt, ist der Vorsitzende des Verbände» sächsischer Industrieller, Mo!as, aus der demokrattschen Partei ausgetreten, eben­so andere ftihrende Männer der sächsischen Industrie. Die .Schlesische Zeitung* meldet: Univ.-Professor Dr. Erich O b st tBreSlau) ist aus der demokratischen Partei auSfletreten, nachdem er sein politische» Glaubensbekennt­nis in der Schrift .Vorwärts zu Einheit und Fortschritt* veröftentlichi hat. Dr. Obst spielte im Parteileben der Demokraten als Vorstandsmitglied eine sehr erhebliche Rolle. Prof. Obst war früher in Marburg Privat­dozent.

Die Gokdzöle. Im volkswirtschaftlichen Ausschuß der Nationalversammlung ist bete, die Zahlung der Zölle in Gold beschlossen worden, daß da» Plenum der Ra­tionalversammlung möglichst bald dem Gesetzentwurf zu­stimmen solle, durch den die Goldzölle aufgehoben werden.

Der Reichöschulausschutz nahm am Dienstag und Mittwoch die Berichte seiner Unterausschüsse entgegen und besprach im Anschluß daran eingehend die ausge­arbeiteten Vorschläge. Heber die Frage der Grundschule und der Lehrerbildung, soweit beide gesetzgeberischer Maßnahmen bedürfen, ohne daß der sachlichen Entschei­dung der zukünftigen Reichsschulkonferenz vorgegriffen wird, wurde gleichfalls volles Einverständnis erzielt. Zur Reichsschulkonferenz selbst wurde vereinbart, daß sie zu Ostern nächsten Jahre» in Berlin stattftnden solle. Auf die Tagesordnung werden folgende Punkte gesetzt werden: L Schularten, Schulbetrieb und organisatorische Zusammenfassung zur Einheitsschule, 2. Methodische Fragen und Bedeutung einzelner Schulfächer (wie Ar- beitSlinterricht) für das gesamte Schulwesen, 8. Lehrer und Lehrerinnen, 4. Schüler und Schülerinnen, 5. El­tern (Elternbeiräte). 6. Technische Vereinheitlichung des Schulwesens im Reiche, 7- Verwaltung de» öffentlichen

Dwrmvetenr, 8. Tte Mnvatschüton in ihrem Verbältuk» zum öffentlichen Sckmlwesen, 9. Die deutschen Schulen im Auslände. Die Zahl der Teilnehmer der Reichsschul- konferenz ernschließlrch der Kegierungsverrreter soll 400 nicht überschreiten. Die nächste Sitzung ix» Reichrschul- ausschusse» ist für Januar in Aussicht genommen.

Tie Wuchergerichte. Der .Reichsanzeiger* Ver- fffentlicht die vom Reichsjusttzminister angekündigte und »cm Ausschuß der Nationalversammlung genehmigte Verordnung über Sondergerichte gegen Schleichhandel und Preistreibereien vom 27. November. In prozeß- rechtlicher Beziehung ist bemerkenswert, daß die neuem* gefetzten Duchergerichte aus drei Richtern, von denen einer den Vorsitz führt, und zwei Schöffen bestehen. Ein Schäfte ist den Kreisen der Verbraucher, der andere den Kreisen der Erzeuger oder Handeltreibenden zu entneh­men. Tie Zuständig! it der Wuchergerichte bezieht sich nor allen Dingen auf Verbrechen und Vergehen des Schleichhandels und der Preistreiberei, auf damit zu- rmm-nh"ende S^-*Wi-n r-n Be^oAung und ter- aleichen. Vor diese Geruhte sock die Staatsanwaltschaft nur solche Sachen bringen, die sich zu einer schleunigen Aburteilung eignen. Die wesentlichste Besonderheft bei Verfahren» besteht darin, daß der Beschuldigte wegen Fluchtverdachts in Untersuchungshaft genommen werden dari. ohne daß der Verdacht der Flucht einer weiteren Begründung bedarf, wenn der dringende Verdacht von Schleichhandel oder Vreittreiberei versiegt. RechtSmit- el sind geaen die Enttcker dangen des Wuch-rgerichtS licht gegeben. In materiellrechtlicher Beziehung ist ' rvor-nbeten, be': als ScklleiAtembck angesehen wird Vr Erwerb von (5ramf*srhm, für Me Höchstpreise festgesetzt sind oder die sonst einer Verkehrsrege­lung untersiegen un:er vorsätzlicher Verletzung der zur Regelung ergangen-n Vorschriften zum Zwecke der Wei« wrveräußerung mtt Gewinn. In besonder« schweren rällen tx*e Schlrichbandel» * n auf Zuchthaa» bie :u h'tnf -i-n f-? -nnt werden.

Die hessische Volkskammer beriet He Regierungs­vorlage betr. den Entwurf einer hessischen Verfassung. Einleitend bemerkte Ministerpräsident Ulrich, zur Mitarbeit sei Professor Dr. G m e l i n in Gießen heran« gezogen worden. In dem hessischen Entwurf fei brr Grundsatz befolgt, daß man niAt wiederholen branAe, waS in der ReiASverfaffung frstgelegt sei. ES bandelt sich bei der hessischen Vertonung um eine Art Einfüh- rungSgeketz zur 'Verfassung.

Wegen einen her Gebrüder Sklarz, denen, wie mitgeteilt, umfangreiche Schiebungen vorgeworfen wer­den, hoben Offiziere beim Oberreichsanwalt Anzeige wegen £»oAberr«t8 erstattet. Georg Sklarz soll *Tob de» Vertrmien»Verhältnisses zu SAeidemann und Noske im März d. I. versucht haben, den ersten Stirn« mand »r deS Regiments .Reichstag*, damals BeftbkS- baber einer Freiwilliaentruppe, der Regierung den Ge­horsam zu verweigern und in den zu erwartenden Kämpfen neutral zu bleiben. Weiter soll er lln'erhanb- lungen zur Erlangung von Waffen und Munition gegen die Regierung «ngeleitet haben.

---«---

^tenrnm^L

3. LerhandlungSiag.

(Schluß.)

Die Derbaudlung gegen den Arbeiter Wikbekm 9?«be- neck, wohnhaft ix Arnönebnra, endete mit dessen Ber- urteiTnag wegen Notzucht und hinterlistigem Ueteridl auf y/, Jahre Zuchthavs und 4 Jahren Ehrverlust. Der Monn wurde sofort verhaktet.

Dann kam der letzte Fall her diesmaligen Schwur- gerichtsperiode. Gerichtshof, Geschworen enbank und Ber-! teidftrung blieben mpwräTÜ-rt. Tie öffentliche Anklage vertrat Staatsanwaltschaftsassesssr Eichler. AIS Sinne« floder erschien der 39 Jahre alte Kellner Wilhelm Stein­brück an« Duisburg, dem zur Last gelegt würbe, am 5. Juli in Kirchhain den Leiter des Lomnumalverbandes, Wert Sckmidl und das Mitglied des A.- und B.-Rates, Kaufmann 3?an, ru betrugen versucht in baten. Stein­brück, der schon oft, darunter auch mit Zuchthaus, vorbe­straft ist, kam, wie er ertötete, jur Erholung nach Kirch« s-ain Er hörte dort, daß man Lebensmittel benötigte und so erinnerte er sich seines Freundes Meter hi Köln, für den er schon mehr in solchen Sachen die Vermittlung bei Letensmitteflieftrnngeu übernommen hatte. Er ver­kaufte den beiden genannten Herren einige Waggons Fett, Speck und Reis nnb legte einige Tage später schon einige Frachtscheinbuplikgte vor, die Meier soeben geschickt hätte, jweckS Einkassierung Von 2 -3000 Mar? Vorschuß. Dem Zeugen Nau kam die Sache verdächtig vor und testettli erkundigte er sich erst einmal bei der Eisenbahn, die sest- ktelll«, bass es sich um Fälsch.rngen handelte. Steinbrück. wurde verhaftet und dann stellte man fest, bass der Meier gar nicht «riftierte. Der Ee rich tssachve rstäubige Lehrer Leurmer war der Ansicht, daß der Angeklagte die Fracht- Briefe selbst geschrieben habe, was dieser unter lautem Weinen und Schreien bestritt. Ein .Berge aus Eisenach bekundete, daß Steinbrück dort tu ähnlicher Weise Geschäfte zu machen versuchte. Dos in später Äteudstunde verkan­tete Urteil lautete ans l1/* Jahre Gefängnis, 3 Monate geltet als verbüßt.Die Sitzung wurde dadurch sehr gestört, bass das Gassicht völlig versagte nnb Richter und Geschworene sich mit Kerzen versehen mußten, rin eigenartiger Anblick. Einmal mussten bte Verhandlungen etwa 10 Minuten lang unterbrochen werden, weil durch das Ausströmen der Lust aus den Gashähneu schrille Töne, wie aus einer Fabrikpfeife, so lauge den Gerich.'s- saal burchgellten, bis die Hähne wieder verschlossen waren. Man fielst, das Gas versagt nicht nur in den Taklageu, sondern auch auf test Schlossberg. Zm Landgericht Wl elektrische Beleuchtung.

Äarbetg, 5. Dezember.

* Generalsuperintendent a. D. Wer­ne r ß. Im gesegneten Alter von 34 Jahren hat gestern unser Mitbürger, der Wirkliche Geh. Oterkoufistorialrat Generalsuperiuteichent a. D. D. Ludwig Werner das Zriliiche gesegnet. Der BerbLchene, der em 17. Oktober 1835 hier in Marburg geboren wurde, kam nach Vollen­dung feiner Studien als Hauslehrer der Fürstlich Solms- scheu Prinzessinnen nach Lich in Oterheffen, wo er fünf Jahre verblieb. Später wurde er Pfarrer in Lohra im hiesigen Kreise und bann belteibete er 15 Jahre lang, von 18741889, die Stelle eines HanSgriMchen am Hessischen Diakomssrn-Mutterhause in Darmstadt. Von hier auS folgte er einem Stufe an Stelle des verstorbenen General« fnpenntenbenten K olbe, deS langjährigen Pfarrers der lutherischen Geweitete hier, nach Cassel. MS zum Jahre 1912 bekleidete er dieses Ami »nm Wohle der tessischen Kirche und siedelte dann nachdem er in den Ruhestand ge­treten, nach feiner Vaterstadt über. Ater auch hier sieh <8 ihn nicht ruhen nnb rasten. Es gab feine kirchliche Veranstaltung, wo er nicht zugegen war. Am letzten Sonntag wohnte er noch, so toitb uns mitgeteilt, dem Gottesdienst bei und ging auch zum Abendmahl. Am Montag findet nach einer Trauerfeier in der Elisabeth- kirche die Leterführuug seiner Leiche mrch Cassel statt, wo er seine teste Ruhestätte finden soll.

* Ak«Urmisiye» voikerblenff findet am Scknntag früh in der rrf. Stadt- nnb Universitätskirche statt. Die Predigt HM Kons.-Ra1 Prof. D. vorn- Häuser.

* KreistagssitzNUg. Im Fürßenbonfe fand heute unter dem Vorsitz des Landrats v. Loewenstein eine dringlich eintemfene Kreistagsfitzung statt. Man genehmigte zunächst die Einfübmng eines Gcundenverbs- steuerzuschlags, wonach in Zukunft 1 Prwseut erhoben weckten soll. Später dürste biefe Steuer zu zwei Drittel von den Geweiteten und zu einem Drittel Den Kreise erhoben werden. Ferner wurde die Zuwachssteuerordnung genehmigt. Der Gründung einer Sekretärstelle für die KrriswohlfahrtSeinrichtungen wurde zugestimmt. Der feit» berige EchiedSwaun Johann Jost Fett U. in Amönau hat das Amt wegen Alters niedergelegt. Au feine Stelle kommt Laudwitt H. Fett. Ein Dringlichfeitsantrag betraf BeamtengehSlter. Allgemein war man der Ansicht, es bei Teuerungszulagen zu lassen, well die Entwicklung der Verhältnisse nicht vwvmSznsehen seien. Der Vor­sitzende beantwortete dann noch bte in bat vorigen Sitzung vom Mitgsied Otto vorgekwachte Anfrage betreffend die Ueberteuernng der Amönauer Brücke. Bei der Sub- mrksion fei bte auswärtige Firma nckt 18 727 Stad die billigste gewesen. Nachher seien Teuernngszuschiäge ver­langt worden, sodaß sich die Brücke aus 65000 Mark stelle. Mitglied Otto bewerste, die einfache Brücke sei viel zu teuer bezahlt worden, Material und Löhne hätten diese Uebertrnermtg wohl nicht veranlaßt. Damit Ntte b« Sitzung Ihr Ende erreicht.

mm.niett Fritz Winbgassen eeb Ma­thilde Rokh. Für bk erkrankte Wran ©meiner hatte die Konwrtdirdtion Neuieldt in letzter Stande den teer so behebkx Tenor aus Cassel, Herrn Fritz Windgasien, oftootuten. Äit ihm fand als Parttterin Frl. Mathilde Roth ans Karlsruhe, eine liebenswürdige Erscheinung aui dem Kourertvodium, eint äußerst freundliche Anmadwe bei lern Publikum. Gleich mit den ersten Liedern von Mendelssohn und Schubert wußte Herr Windgasien durch seine frische und reine Stimme zu frssein. Er braucht feine Dehnungen nutz Zerrungen, nm ausdrucksvoll zu fein, er erschöpft die Stimmung jedes LfedeS nnb wird feder Empfindinlgsnüauze gerecht. Datei vermag er fein klang­schönes Organ ebenso in Fülle auSströwen z« kaffen wie er e» im zarten nnb weichsten Piano in der Gewalt hat. Geschwribig und voll Ausdruck stellte er seine Mittel in den Dunst der Bwhms'schen, Etranß'schen nnb Wolffschen Muse. Reichster Beifall nötigte be« Sänger einige Zu­gaben ab. Fräulein Roth geb den Begleitnoten viel edle und volle Tonschönheit und füllte selbst nebensächliche und schwächere Momente der Partitur mit blühe «dem Leben. Ihre Begleitung ist erstklassig und wustrr- gfiltifl. Die Solo-Vorträge zeichnen sich durch eine glanzende Fingertechnik an» und zeugen von einer ganz ausgezeichneten Schulung. Dazu kommen eine angenehm ungezwungene Vortragsart, tiefe» musikalisches Verständ­nis nnb selten ausgeprägtes rhythmisches Empfinden, aas besonders auS den Werken: Chown op. 46 und E-moll

Wb-

j.Svni wb.

jpKsv-

Turn,«, Spiel «nd Spurt.

Der am Montag veröffentlichte Bericht, worin mafi sives Spick von Germania bei den Spielen am Souritw' geschildert wurde, ist nicht von dem Pressevertreter z Engckter erfolgt, sondern von Henn Corell, Mitglied h» hiesigen B f. B. Der Unterschied über massives fntwS Spick scheint diesem Herrn nicht bekannt zu ft;a benn sonst hätte er dieses nicht zu Bericht gegeben. Jedx^ falls wird dem Sport hier in Marburg durch solche $/ richte nicht gebient. Eine altbekannte Tatsache ist Jeder will bet Beste feint H. Engelter.

DaS Hockeyspiel der beiden kombinierten Mannschaften am letzten Sonntage endete mit 4:3 Toren. Auch QRt kommenden Sonntage wird bei günstiger Witterung ater, mals ent llebungsspiel auf dem Hirsenfeld ansaetragei, das um 21/8 Uhr nachm. beginnt. F"

| St

\ ]pK mi i MSvi'

wb.

Lessen-Ilaffa« «nd Nachbargebl-te.

Gießen, 2. Dez. Einem Bauern airs bet 11^, gegend verbrannten 10000 Mark in Papierscheinew die er in einer Ritze des Fußbodens versteckt hatte.

Friedberg, 2. Dez. Auf dem Postamt wurden 22000 Mark gestohlen. Die Spur bei Diebe- sühn nach Frankfurt a. M.

Cassel, 4. Dez. Der neue Kmnmunaliandtsg sür Hessen wurde am Mittwoch nachmittag 5 Uhr durch den Oberpräsidenten Dr. Schwanker mit eiltet An. spräche eröffnet, fr sagte Das deutsche Bost wird wieder zu sich selbst kommen und Hilse suchen bei den inneren Quellen seiner Kraft. Die grüßte Ge- fahr droht aus der volklichen Zersplftterung. Der her­vorstechendste deutsche Fehler ist Mangck an politischem Gemeinsinn. Halten wird daher mit verstärkter «ich engster Treue an Deutschland fest und am einigen Deutschen Reich. Ich fasse gerade in diesem Sune btn Regierungsentwurf vom 14. Juli d.J. auf, der die Selbständigkeit der Provinzen und Bezirke enveitern will. Der neue Kommunallandtag setzt sich ^njair.mti «uS 19 Mehrhritssozialisten, 12 Deutschnatiouaien, II Parteilosen, 9 Demokraten, 8 Zentrum, 4 Unab­hängigen. Lin Mitglied, der Unabhängigen Schrift­leiter Pappenheim ans Schmalkalden war nicht ktschi-- neu. Er befindet sich wegen der dortigen Zorgänze in Haft. Nach kurzer Uitterbrechung gab Ober­bürgermeister Antoni-Fulda eine Erklärung ab, daß nach «in« Nebereinkunft zwischen den Parteien Gr- Heimrat Dr. tzarnier zum ersten Präsidenten ge­wählt weihen fett. Zweiter Präsident wird £aubiat a. D. v. Kendel l-Schlos; Wolssbrunnen, zu Schrift­führern werden Bürgermeister JonaS-Rrr un» Echnstleiter H ä r i n g^iassck gewählt.

teua i

1®« nun ? kich na

Uch

Lo

»8«

itzteftki ig» ' jchSifi-

$1

M de Lsckdoi gdfibei

öckzchi jchKik" M«3

tfb.

die $e ki

»tteil

l teW Mer i

hckren vorfteg

Scherzo von Brahms «»sstrahlte. Eine sichere Passagen- -echiüt, saute« Läufe und ante Phrasierung erhöhen den Reiz ihre« gewinnenten Mustverenö. Der jungen Mei­sterin wird ums gerne dir Pforten bet Konzrrtsäte öffnen. Dre Zuhörer brückten Mr denn auch ihre Bewunderung aus. Nach dem Schlußvortrag rief man da» Künstler- naar unzählig« Mal auf ba» Podium:Aus Wieder- sehend

Ein SBintergewltter. Bergautzene Nacht tobte im Lahnlal ein Wfittergrwittrr, da» mft orkanartigem Sturm und heftigem Re-en verbunden War.

* Kirchliche». Auf den Gottesdienst für Schwer- bärige im BhilippShaus wird hiermit besonders aufmerk­sam gemacht.

Watet. Jteujrrte, eet|«eurieweew nfto.

* Hefsischrr GeschichtSvrrrin. Stute Mete» 81/, Uhr fite*t im HSrsaal25 der Universität in emrr Sitzung des Hesssschen GeschichtSvereinS der Vortrag von Archivar Dr. DerfchUniversität nnb Akademie der Wissenschaften in Marburg gegen Ente des 18. Jahr­hunderts" statt, wozu Gäste willkommen find.

* Die nächve KunstauSstrllung am 6. nnb 7. Dez. bringt Neujahrskarten auS dem 18. Jahrhundert nnb eine wiche Uetersicht fiter bie Entwicklung der künstlerischen Postkarte. Die Ausstellung (Umverfität, Hörsaal 1 nnb 2) ist geöffnet Sa. 37, So. 111,35. Eintritt 1 Mark.

* Felmy. Dir Firma Nrnftldt schreibt: Morgen Eonnabenb, den 6. Dez., abends 8 Uhr ute> Sonntag, den 7. Dez., nachmittags 1/I4 Uhr werden zwei weitere Erperimental-Borttäge int Stadtsaak stattfinbrn Der sehr starke Vorverkauf zeigt, welch grosse Beliebtheit der fympatische Künstler durch seinen ersten Abend im Sturme errungen hat. Es ist daher rmpsehlenswert, sich rechtzeitig Karten bei Kurl Nrufrlbt zu sichern.

Parolemufik findet bei günsrigem Wetter von 11-12 Uhr auf dem Marktplatz statt. Mufikfolge: 1.Fanget an! Jo rief der Lenz" aus ..Meistersinger" von R. Wagner, 2. Outtrtüte ttb. C».Zar und Zimmer- manu" von Alb. Sorteng, 3.Allerseelen", Lied von 6b. Lassen, 4. Marsch und Chor a.b.Op.Me Zauber- stöte" von Mozart, 5. Vlumen-Walzer von Waldteufel, 6. Sedan-Marsch von Lange.

Frankenberg, 2.Dez. Der Kreis Franken- teig (Hessen W vom SchsichtnugsUnsschuß zn Arolsen (Waldeck) «bgetiennt und dem SchLHtungsansschuß zu Marburg zuaewieseu worden.

Treysa, 3. Dez. Mft welcher unglaublichctr Frechheit Mörder und Diebe herttzutage ihr Handwerk betreiben, lehrt nachstehender Vorfall, der sich hier am Hellen Tage abspielte. Ein russischer Gefangener, der beim Bäckermeister Grebe als Knecht arbeitete, nnd eine Fuhre Dünger auf den Acker bringen will. Wirb unterwegs von einem Fremden angesprochen, der ihm bann bei der Arbeit behilflich fein Will. Nachbenr der Russe den Wagen abgeladen hat er hatte die Hilfe­leistung abgelehnt überfallt bet Fremde den Rus­sen und bringt ihm mehrere schwere Kopfverletzungen bei, fchirri das Pfeck» «ws, wirft den ans dicken Wun­den blutenden Bewußtlosen auf den Wagen und schiebt diesen in die Schwalm. Der Pserd versucht er auf dem Schlachihof zu vcräußeru, wo man jedoch die Polizei benachrichtigt. Als diese ihn einholt, gibt er an, das Pferd in Neustadt gekauft zu haben. Als der Beamte darf anfragen will, schließt der Räuber ihn ein nnd entkommt. Er nannte sich Olis ober Krolis und ist etwa 24 Jahre alt. Der Russe liegt schwrr- vecketzt in Hephata.

Zu dem Bersammlungsberich: aus Hachborn in Rr. 282 wird von demokratischer Seite mitgeteftt, es sei unrichtig, daß die anwesenden Marburger Demokraten die Erregung der Bersammlung gesteigert hätten. Sie versuchten vielmehr diese Erregung zu beschwichtigen. Der Vorwurf, Ludendorff sei von demokratischer Seite als Massenmörder" bezeichnet worden, sei vollkommen ha!t- WS nnb wird entschieden zurückgewicseu.

Kunst und Wissenschaft.

t

# Da» Ende ber ersten deutschen Kckoniakilm <n pedition. Mit einem der letzten Gefangenentransporte an» Aegypten ist einer bei Führer der ersten deuilche« Aolvnialfilm-Expedrtimr, Ncdaktcur Heinz SachersZ nach sechsjähriger Lbwesenheft wieder in bei Heimst eingetrofftn. Die Expedition zog 1913 unter Führung _ von Oberleutnant v. GuSmann und Re hakte« i Sacher» nach Afrika aus nnb wurde bei Ausbruch bei Krieges in Deutsch-Ostafrika uttterbrocheu. Das reiche ethnographische und jagdliche Material fiel bei test Rückzug bet Truppe v. Lettvw-Bortecks in Feiudeöhand und würbe restlos vernichtet. Oberleutnant b. Oüiff mann starb den Heldentod, während Redakteur Sacher» noch im letzten KriegSjahre in englische Gef«nge:ischast fiel.

UirpskMsche

Auf Minen gelanftn. Cuxhaven, 4. Dez. Altonaer FischdmnpserMerkur" ist in der Nordfte auf eine Mine gelaufen und gesunken. Die Besatzung trieb 36 Stunden ht den Booten, ehe sie von dem Taii'ps-- i RegulnS" aufgenommr» wurde. Hamburg, 3. Dez. Der amerikanische DampferKerwood" ist auf ter Höhe von Terschelsing auf eine Mine gclauftn mA gesunken. Tic Mannschaft ist gerettet.

Kannibalismus. Die Wiener Polizei ist einen» unge­heuerlichen Verbrechen auf die Spur gekommen. B« einigen Tagen verschwand die achtjährige Tochter einer Zeitungsausträgerin, Marie Krumm, nu8 der Wohnung L ihrer Mutter. In der Nähe der Wohnung wurden niffl f verdächtige Hleifchstücke aufgefunden, die bei der gcnichts- ärztlichen Untersuchung zweifelsohne als e i n g : k cck - tes Menscheufleisch diagnostiziert wurden. $ii jetzt konnte festgestellt werten, daß LaZ Fleisch von zroci . | Frauen in genußfähigen Zustand gebracht wurde.

Erdbeben, Vulkanausbrüche, Ueberschwemmungr«, ! Kälte. Der amerikanische Astronom Professor P a tt a - t von der Michigan-SierrNoarte teilt mit. daß dic Kon-; [ junktion von Merkur, Venus, Mars, Neptun, Jupiter und Saturn Mitt« Dezember heftige atmosphärische : Störungen Hervorrufen werde. Er erwarte am 17. Ts' i s zcmbcr riesige Souneufleckc und heftige Gewftterstößc, r sowie Erdbeben, vulkanische. Ausbrüche, UeterschioeM- ' mungen und eine große Kälte, die mehrere Woche« anhalten dürfte.

Eine gewaltige Bulkankatostrophe, der etwa §0009 k Menschenleben zum Opfer gefallen sii>d- hat sich in ter Provinz ßebiri im östlichen Teil der Insel Java ereignet. Ter Kloet-Vulkan, der sich süd­lich des bedeutenden Hafenplahes Soe ratet ja bis zu 1781 Meter Höhe erhebt, befindet sich seit dem Mai tkfe- Jahres wieder in aktiven, Zustand. Seine Ausbrüche baten in den letzten Jahrzehnten mehrfach $u derte-r'ut' den Katastrophen geführt, weil im Innern des Kraters ein großer See vorhanden ist, aus dem sich ein wasser­reicher Sturzbach ergießt. Sobald die vulkanisch« Täng' feit einsetzt, entleert sich ber See, und die fchlanunbc- labenen Bergströme stürzen herab, zerstören die Dörftt und vernichten die Kulturen. Man hatte deshalb n1 großen Kosten einen Tamm errirlstck, um die Schlamm' ströme nach unbewohnten Gebieten abgultiten. diese Abwehrmaßregel scheint benagt zu haben, dem, Verheerungen haben diesmal alle srüheren an Furcht' barkeit weit übertroffen. Ganz besonders Hot die in der Näh« des Vulkans gelegene Stadt Blitar gelitten. $c gierungspalast, Bank, Gefängnis, Hospital und v'.eie aM dere große Gebäude, dazu das ganze Wohnvierlcl de- zahkrcichen - Chinesen-Bcvölkerung find bcHia vom Erd' boten verschwunden. Im Staate Sren.gat allem »urde» 20 Dörfer vollständig und viel? andere teilweise ver' nichtet, und die Verwuttungeu erstreckten sich noch aus »V andere Staaten. Tie Siscubahvlime zwischen Taioro und Redjotangan ist auf eine Länge von 21 K>l-mcte zerstört und zahlreiche Dämme, dir zn DewässerrttE zwecken dienten, sind mehr odr uiiuter stark beschamEW Worten. -