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mit dem Kreisblatt für den Kreis Marburg

Tageszeitung für (das früher knrhefsifche) Oberhessen

54. Jahrg.

1919

Der

.Oderhris'iche Zeitung" «richeint sechrmai wöchentlich.

Die

y» Bezugspreis bettärt wionatliA 1.60 X. frei tni Hauk; durch die Poft

12, falO i.75 *. ebne Bestellgeld Verlag »on Dr C. Hitz « r » th. Druck der

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Marburg

Fre-tag, 28. November

MBS

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Ut Mtoe Mnort M dir Kriegs- ©efownmott.

tob. Berlin, 26. Nov. Die ReichSregierung hat Hf die lebte Krieo,sgesangenenno!e der Verbündeten j, einer Note geantwortet, die heute in Paris über- jrben wird und u. a. sagt:

Die französische Regierung stellt die Behauptung tsf, sie habe niemals etwas anderes versprochen, als hie Bestimmungen des Friedcnsvcrtrages zu «riflfletr ©e hat anscheinend ihre amtliche durch die Agen?c havas am 29. 8. 1919 veröffentlichte Bekanntmach ng vergessen, die lautet:

Um so rasch wie möglich die durch den Krieg ver- «-sachten Leiden zu mindern, haben die Verbündeten be- s-iossen, den Zcitvnnkt des Inkrafttretens des Friedens- Verträge? mit Deutschland, soweit er die Heimsckaffting. kr deutschen Gefangenen betrifft, vorzudatieren.

: Ne Arbeiten der Heimschasfung werden sofort beginnen, md üteir unter Leitung einer interalliierten Kommission, der nach Inkraftsetzung des Friedensvertrages ein deutscher SftfiVkT beigegeben werden soll."

Eine Zurücknahme dieser Zusage hätte ja zum min­desten de? de-'t'cherl Regierung mi^geteilt werden müf- im. Vielmehr leugnet di? französische Regierung em- stch. irgendein Versprechen abgegeben zu heben. Tie'e fpiderspruchsvolle Haltung ist umso unverständlicher. Zls die Erklärung vom 29. 8. nichts etwa ein freie? KvgeständniZ war, das aus Gründen der Menfchlich- fct erteilt wurde, sondern die Gegenleistung für ßllgeständnisfc, zu denen die französische Regierung kf deutsche dadurch veranlaßt hatte, das; sie ihr ein Entgegenkommen in dec Kriegsgesangenenfrag.' her- Hrach Es handelte sich dabei, einmal um die Kohlen- Lkferungen und zweitens um den Fall des Sergeanten - Wsnnheim.

L l Lei den Pariser Verhandlungen über die Liefe- Ang von Kohle!; an Frankreich wurde dem deutschen Aertreter am 22. 8. erklärt, sobald diese Lieferungen («ingefetzt hätten, werde die Entente in der Kriegs' : tzksangenenfrage weitestes Entgegenkommen zügen.

2. Im Falle des Sergeanten Mannheim halte die Deutsch.. Regierung die Zahlung der unter Androhung Militärischer Zwangsmaßnahmen der Stadt Berlin auf- tdeghrn Buße von einer Million Franke',; abgelehnr. Darauf lourdc ihr von autorisierter französischer Stelle -Mhe gelegt, die Angelegenheit durch ein Entgegenkom- Men aus der Welt zu schaffen. In diesem Falle werde 'Marschall Fach feinen Einfluß für die alsbaldige Rück­sendung der deutschen Kriegsgefangenen einsetzen. Auch k Paris wurde zur selben Zeit der Fall Mannheim Mi »rr Kriegsgefangenenfrage in Verbindung gebracht. Us der deutsche Vertreter am 26. 8., nachdem der pfortige Beginn der Kohlenlieferungen zugesag; war, Akt Bezug auf die vorausgegangene Zusage die Bitte krssprach, alsbald in die Verhandlungen über die hrimschaffimg der Kriegsgefangenen einzutreten, wurde bte zwar mit dem Bemerken versprochen, daß ihm kr Ministerpräsident, Herr Clemenceau, in*ben näch M Tagen darüber schreiben werde, zugleich aber bat lu der französische Vertreter, sich für die Zahlung kr im Fall Mannheim verlangten Million ein mieden,

die Erledigung dieser Angelegenheit dem Minister -sträsidenten, Herr Clemenceau, sehr am Herzen liege, i 3 Berlin würbe dann die Vereinbarung getroffen, M der Betrag von einer Million Franken der fran- Niftchen Regsemng für das Rote Kreuz zur Verfügung Nstellt werde, daß innerhalb einer Woche nach der vahlung die im Artikel 215 des Friedensvertrages stergesehene Kommission zur Regelung der Heimscha'- mng der Kriegsgefangenen zusammentreten und daß Ms durch die Agence Havas bekannt gegeben werden fee.

Als die Einsetzung der Kommission sich verzögerte der deutsche Vertreter in Paris an die Erfüllung « Versprechens mahnte, wurde ihm am 18. 9. mit- *teill, die Kriegsgefangenen frage sei erledigt. Die Transporte nach Deutschland würden von jetzt ab un- ^Uerbrochen laufen. Zuerst kämen die Kriegsgefange- aus England, dann die aus Amerika, zuletzt die ** Frankreich an die Reihe. Deutsch-französische Ver- I«ldlungen über diese Transporte seien nach Ausfas- Mtg des Ministerpräsiderlten, Herrn Clemenceau, «n «tig.

Die französische Regierung wird hiernach nicht be- vNten können, daß Deutschland vor Monaten durch Erbliche Opfer das bindende Versprechen von V erlangt hat, die Heimschäsfung der Gefangenen dicht bis zu dem im Friedensvertrage bestimmten

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Zeitpunkt aufzuschieben, sondern sofort damit zu beginnen.-

Im letzten Teil der Note werben an Hand der Tatsachen dieBeschwerden" der französischen Negie­rung zurückgewiesen, obwohl angesichts der klaren Sach­lage, die durch das Versprechen der französischen Ne­gierung geschaffen sei, ein weiteres Eingehen aus die­sen Teil der Note Clemenceaus überflüssig erscheinen könne. Hieraus wird u. a. besonders an die Bereit­willigkeit der deutschen Regierung in der Wiederausbau- fcage erinnert sowie an die in Deutschland bereits in Angriff genommenen Vorbereitungen zur Eu.seudung der Arbeiter. Am Schlupfe wird das Befremden da­rüber ausgedrückt, daß Märchen, wie die einer angeb­lichen Propaganda gegen die Verbündeten Glauben finden und der Aufnahme in ein amtliches Schrift­stück für würdig erachtet werden.

B erlin, 28 Nov. Der Ausschuß der National­versammlung für auswärtige Angcleaenh i en, beschä'- tigie sia; mit der Antwortnote her Regierung über die Rückgabe der Kriegsgefangenen und den damit zusammenhängenden politischen Fragen.

Tie Ablieferung der deutschen Petroleumschiffe.

Hamburg, 27. Nov. Die Ablieferung der deut­schen Petroleumschiffe an England hat begonnen. Tas der deutsch-amerikanischen Petroleumg.'sellschaft gehörige TankschiffLoki' ging heute nach dem Firth of Forth ab.

Die Besetzung MasurenS.

Thor'n, 28. Nov. Die englische Kommission in Posen erhielt von ihrer Regierung die Nachricht, daß 16 000 Mann englische Truppen zur Besetzung der ma­surischen Abstimmungsgebiete bereit gestellt sind. Der Abtransport wird über Danzig erfolgen.

Unterzeichnung bei yriedenSvertrages mit Bulgarien.

tob. Paris, 27 Nov. (HavaS.f Stambulinski hat den Friedensvertrag zwischen Bulgarien und den Setbänbeten heute vormittag mrterzeichnet.

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England.

tob. London, 26. Nov. Im Unterhaus erklärte Churchill auf eine Anfrage, tx;ß der Nachricht, daß im Schtoarztoald zahlreiche Artillerie, große-Mu­nitionslager und andere Vorräte für eine große Armee bereit lägen, nach den Erkundigungen des Kriegsministeriums kein Glaube beizumeffen sei. Auf eine andere Anfrage erklärte Churchill, daß am 21. De­zember 1918 der DampferAdventure" mit Vorräten und Munition mit Bestimmung Archangelsk und Mur- man in See gegangen sei. Seitdem sei von diesem Schiffe keine Nachricht mehr eingegangem E» sei daher anzunehmen, daß ei untergegangen sei.

Die Regierung erließ am Mittwoch in Dublin einen Aufruf, der die Sinnfeiner-Organisation, sowie alle an­deren nationalistischen und ähnlichen Organisationen a u f h e b t.

Der Freiheitskampf her Aegppter.

tob. Paris, 26. Nov. Das ägyptisch« National­komitee protestiert in einem Telegramm an dieHn- nrnnite* auf das Schärfste g.'gen das Vorgehen der eng­lischen Truppen gegen die friedliche Bewegung des ägyp­tischen Volkes zur Erlangung seiner Unabhängigkeit. Seit neun Monaten fließe das Blut des ägvptischcn Volkes. Trotzdem werde es mutig in seinem Kampfe um die Unabhängigkeit fortsahren. Die Proklamation de? Marschalls Allenby, bei nur eine bescheidene Autonomie verspreche, lehne eS ab. Das Komitee fordert Frank­reich auf, AeghptenS Sache zu vertreten. Die ägyptische Friedensabordnung richtete an den Präsidenten Wilson ein Telegramm, in dem er beschwört wird, dos ägyptische Volk zu unterstützen.

tob. Amsterdam, 27. Nov. LautTelegraas" mel­det dieCentral News" aus Kairo, daß am Sonnabend neue Unruhen ausbrachen. Ein englischer Offizier wurde auf der Straße ermordet.

Die Rümmmq der baltischen Gebiete.

Berkin, 27. Nov. Ueber die Lage im Baltikum wird berichtet: Der Rückmarsch vollzieht sich im all­gemeinen in guter Ordnung. Die Angriffe schwacher litauischer Kräfte östlich und westlich von Schaulen und die Zerstörungen von Telegraphen- und Fern­sprechleitungen dauern an. Im Bahnbetrieb sind keine nennenswerten Störungen eingetreten. Bis zum 26. November haben 2000 Flüchtlinge und 1660 Militär- personen die Grenze passiert Sämtliche zurückkehren- den Kolonnen werden von zahlreichen Flüchtlingen be­gleitet Auf dem Bahnhof Schaulen und westlich da­von treffen viele Versprengte ein. Englische Offiziere sind bei den Kämpfen auf Seiten der Litauer und Letten nicht festgestellt worden.

tob. Königsberg, 26. Nov. In Schaulen fin­den gegenwärtig Verhandlungen zwischen Vertretern der Ententekommission, den deutschen Mitgliedern der Kommission und ^Beauftragten der litauischen Steg e- rung wegen des Rücktransportes der ehemals reichs- deutschen Truppen statt.

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Judenitsch.

tob. Stockholm, 26. Nov. Das finnländischr Pressebüro teilt mit, daß General Gtasenapp zum Befehlshaber der russischen Nordwestarmee ernannt worden ist. Die Armee wurde nach ihrem Rückzug auf estländischeS Gebiet unter eslländischcn Oberbefehl ge­bellt. Judenitsch hat feine Funktionen niedergelegt und bleibt nur noch Vertreter der Regierung KoltschakS.

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IkMe MmMiMW.

Schluß der Sitzung vom 26. November.

Minister Schmidt fortfabrend: Das hnmische Brot- octreide müssen wir restlos erfassen. Ich richte an die Landwirte die Bitte, kein Brotgetreide zu verfüttern, liegen das Schieber!um wird hoffentlich daS neue Wnchergcfttz günstig wirken. DaS Prinzip, einen Teil eines landwirtschaftlichen Erzeugnisfes zwangsweise zu er­fassen und den Rest für den freien Handel freizugeben, würde starke Verzögerungen mit sich bringen. Cs erscheint mir fraglich, ob wir das nächste Jahr die Freigabe de? Hofers werden aufrecht erhalten sollen und können, denn es wird im Hinblick aus die hohen Preise jetzt plötzlich viel mehr Haler angebaut zum Schaden der anderen Feldfrüchte. Der Meblankanf im Auslande muß bei hem Valütastand auf das geringste Maß beschränkt to'rben. Vorläufig scheint mir die Gefahr eines Uebergang? zur ertenliven Wirtschaft nicht allzugroß zu sei«. Gewiss Aubauarten bahgn zi'genommrn wie z. B. die Zucker­rüben: aber dies haben wir ja gewollt und mit den er»

Preisen bezweckt. Natürlich mußte, da die An- bLDstche nicht vemnebrt wurde, der Anbau auf anderen Gebieten abnebmen. Wir braschen nicht allzu schwarz zu leben. Auch beim Viehstand macht sich btt Tendenz eines wenn auch geringen Aufstiegs bemerkbar. Auch die Schweinebalknng zeigt einen Anftzieg. Bei Aufhebung ^er Zwangswirtschaft würde die Mebrzabl der Landwirte sicher bei abnorm hoben Preisen ihr Vieh schnell los- schlagen »um Schaden der eigenen Wirtschaft und der Allaemeinbcft Die städtischen Arbeiter, die auf» Land aeben. wollen anständige Löhne und Wohnungen. Die Landwirt? waslen keine Tarife bewilligens und eS rächt sich -:?hf wo? sie versäumt haben. Der Kleinbauernstaich muß begünstigt merken. Das Siedlnttasgcsetz wird dabei helfen. Die Entbehrungen der städtischen Bevölkerung in s-er Ernährung sind so groß, daß eS nicht verwunderlich >st. wenn eine große Erbitterung und Erregung in her städtischen Bevölkerung sich zeigt und sich auch politisch nicht angenehm auswirkt. Der landwirtschaftliche Besitz bot von einem solchen Mangel noch keine Ahnung. Die Grundlage unserer Ernährung muß vegetabilisch bleiben, die Zwongswirtlchaft kann noch nicht aufgehoben werden. E? wird viele Jahre dauern, bis wir uns selbst ernähren können. Zn umfangreiche« Einft;hren haben wir kein Geld. Mr können die LebenSmittelpreise nicht ins Un- acmessene ftriwrn, weil dann wieder eine Steigerung der "ö^ne die Folge sein müßte. Dafür bin ich nicht zu haben.

Abg Wachhorst de Wente (Dem.f: Wir sind mit Brotgetreide bi? in den Februar gedeckt. Erfreulich ist cs, brtft wir der notleidenden österreichischen Bevölkerung von unseren geriioen Vorräten N»ch ein Wenige- abgeben konnten. lBravo.l Bon eitler Fleisch Versorgung des deutschen Volke? kann nicht mehr gesprochen werden. Uns kann nur Hellen der langsame aber vollständige Ab- bau der Zwangswirtschaft. Nur dieser wird eine Pro- duktionösteigerung brrtiorrufen.

Abg. Frau Lodahl (Soz.l: Die städtischen Arbeiter auf bjm Lande streiken, weil sie sich die unwürdige Be­handlung durch die Gutsbesitzer nicht gcsallen lassen können. lLochen reckt?.l Die Landwirte sollten das Betriebsrätegesetz begrüßen. Große Mengen von Speise- kartolfeln wandern in die Stärkefabriken. (Zuruf rechts: Sie scheinen nicht zu wissen, daß eS Kartoffelmehl gibt.) Die Jndustrieapbeiterfchaft ist unterernährt, die Land- arbeiterschaft im allgemeinen nicht.

Mg. Dufch« (D.Vpt.): Herrn Wachhorst de Wente frage ick. wie lange die Demokraten noch in dieser un- natürlichen Ebe mit einer Partei leben wollen, deren ossiziclle Vertreterin so von der Larckwirtschaft spricht. Ein schrittweiser Abbau ist nötig, wie er sich mit den Interessen der Konfurnenten verträgt. Die Forde­rung des ZwangSanbaues wird nur aus wahlagitatari­schen Gründen gestellt. DaS Betriebsrätegesetz würde unsere Wirtschaft ruinieren und uni den Feinden ausllesern. Für die Landwirtschaft wäre daS BetriebS- räiegefetz gtrabegu ein« Katastrophe.

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Sitzung vorn 27. November.

Sm Ministertische Müller, David, Errberger und Schmidt.

Präsident Fehreubach eröffnet die Sitzung m» 1 Uhr 30 Minuten. Die zur dritten Lesung der R e i ch -« abgabenordnung neueingebrachten Anträge sind noch nicht gedruckt. Daher wird die gestrig« Besprechung der Ernährungsinterpellation zunächst fortgesetzt.

Abg. Stapfer (Z.)r Die landwirtschaftlichen Er­trägnisse m u ß t e n mit der Einführung der achtstündigen Arbeitszeit zurückgehen. Die Reaienmg muß Düngerstofs« zur Verfügung stellen. Völlig sinnlos sind die Sym­pathiestreiks. Die Arbeiter sollten lieber Kohle fördern; dann gibt es auch etwas zu essen. Der Streft zwischen Stadt und Land hat keinen Zweck.

Abg. Jandrey (Deutschnatl.): Bei den heutigen Valutaverhältnifsen müssen wir uns möglichst vom Aus­lände freimachen, und darin muß die Regierung helfen und die Produktion fördern. Die bisherigen Ver­ordnungen der Regierung sind parteipolitisch be­einflußt gewesen. Die Tran-portnot schreibt sick bet von den Zuständen in den Eisenbahnrevaraturwerkstätten, in denen keiner etwas tun will. Wenn KartosfeltranS- porte aus einer Strecke, die sonst wenige Stunden dauert, neun Tage brauchen, so können während dem die Kartoffeln dreimal erfrieren. Das ist nicht Schuß» der Landwirte, sonder;; der Regierung.

Abg. Wurm/U S.): Ausgehetzt vom Landbund und Großgrundbesitz weigern sich jetzt auch die kleinen Bauern abzuliefern. Tie Verbraucher^ommissionen müssen daS Recht erlxftten, auch die Eiseichahnwaggons und die Wind­mühlen zu kontrollieren, in denen viele? verdorben wird. Die Zwangswirtschaft ist ein notwendiges Uebel, solange der Bedarf größer ist als das Angebot, solange mir keinen freien Markt haben. Die Landarbeiter müssen Schulter an Schulter mit den. Industriearbeitern kämpfen.

Der Antrag Blum betreffend Frostschäden für Hack­früchte wird mit einem Abäuderrmgsantrag Arnstadt und einem Antrag Löbe betreffend Beschleunigung der laud-toirtschaftlicheu Tnriftcrirngt angenommen.

Es folgt die dritte Lesung der Reichsabgaben« orbnit ng.

Abg. Dr. Düringer (Deutschnatl.): Der Gesetzent­wurf ist ein die Reichsverfassung abändern« des Gesetz. Wir beantragen deshalb bei der Abstim­mung über das Gesetz, daß diese in den Formen vor sich geht, die für die VerfassungsSickernng vorgesehen sind. Von einer Weitersühning der finanziellen Rettung unsere- Vaterlandes seit dem Sommer, von welcher der Abg. Wirth gesprochen hat, ist keine Red«. Wir haben nach tote vor die schwersten Bedenken gegen den Gesetz­entwurf. Wir finden ihn unpolitisch und unmoralisch« Der Entivurf entyält die schärfsten Bestimmungen gegen Schieberei und müblosen Gewinn, aber die Zufälli­ge win ne von Millionen, welche die Spar- Prämienanleihe verheißt, werden davon nicht betroffen. Die Steuerunmoral fördern Sie mit diese« Gesetz, nicht die Steuermoral. Wir lehnen das Gesetz ad.. (Beifall rechts.)

____,____ (Schluß

Deutsche Hilfe für Wien.

Berlin, 27. Nov. Da- Reichskabimtt hat, de«! Boss. Zeitg." zufolge, eine umfassende Hilfsaktion für, Wien beschlossen. Für Dezember sollen von jeder Brot­karte in Deutschland 50 Gramm weniger ausge» geben werden und die gesamte Ersparnis es kommen' ruick 40 Millionen Nichtselbstversorger, also Brotkav-' teninhaber, in Betracht von 2 Millionen Kilogramm in der Woche sollen den Wienern zur Verfügung gestellt werden. Sämtliche Parteien der Nationalversammlung haben ihre Zustimmung erteilt, mit Ausnahme der Unab­hängigen, die zwar auch eine solche Mehlmenge zur Ver­fügung stellen, ober keinen Abzug von d-r Brotkarte zulassen wollen. Ml« Fraktionen, mit Ausnahme der Unabhängigen, werden in der Nationalversammlung die Hilfsattion beantrage«. Daneben soll durch Veranstaltung von Sammlungen unter Führung der ReichSregierung so viel als möglich geholfen werden.

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i tvb. Wien, 26. Nov. Die Blätter melden, daß der holländische LebenSmittelzug bei seiner Ankunft in Wien nicht ausgeladen werden konnte, weil Bahnbcdienstete ver­suchten, einig« Wagen diese- Zuge- für sich zu b«halten unb an ihrem Vorhaben nur durch den vor gehaltenen Re­volver der Führer- de- Zuger, des Oberleutnants Haul- mann, daran verhindert merken konnten.

Wien, 25. Nov. Blättermeldungen zufolge kauft» der sozialdemokratisch« PrSsckent S e i tz, der ehedem völlig mittellos gewesen ist, daS MngstraßenpalaiS für sieb« Millionen Kwnen.-

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Ungarn.

Die Ermorhml, Graf Ttfza» ex* zweier Geiseln.

wb. Budapest, 27. «ov. Die Untersuchung üb« die Ermordung d«S Grafen Tisza erzielte mit bet Vernehmung bei Oberleutnants Alexander Hurtt« «er, der ei» umfassend« Geständnis ablegte, einen

Deutsche Svar-PrSmieuanlethe 1919

ihr Besitz erleichtert Deine Stenern!