Einzelbild herunterladen
 

3fo

K

U

i# K AG .X

irlt dem Kreisblatt für den Kreis Marburg

TugLszeitlmg für (das früher kurhessifche) Overhessen

M 277

DieOb erd ess? Icke Zeituna" erscheint sechsmal wSckentlich. Der Bezugspreis detränt monatlich 1.60 jfl. frei in* Hau«; durch die Poft 1.75 *. »dnr BeKeSyeld Verlag »on Dr T. Hitzeratd. Druck der Univ - Bnchdr. von I o h. A u g. Koch. 9? jtft 21/23. Fernsprecher 55.

Marburq

Donnerstag, 27 November

1919

*wvw»-

Der Anzeigenpreis beträgt für die Sgel» Zeile SO 4 a to»), reuerunq»-,uk»I 1 e « 45 >, amtl che tl. auswärtige üü Reklamezetle 1.60 Jt. Jeder Rabatt gilt I als Varrabatt. Bei Auskunft durch die Geschäftsstelle w. Vermittlung der1 Angebote 25 4 LanbergebSdr. Postscheckkanto: 9ti. 5015 Amt Frankfurt j. St.

WMRM Vtt die AÄUgllSli «Ild 3aräfiol!M!iO irr 8ri«sätiniititi.

| I* Paris, 25. Nov. (Havas.) Der Präsident deutschen Friedensabordnung richtete am 21. No- »ember folgendes Schreiben an den Generalsekretär der Ariedeaskonferenz Dutasta:

Nufere Besprechung vom Montag hat Derrn v.Sim- f»« Lberzenat .daß er vor jeder weiteren Diskussion f, der Frage des Inkrafttretens des Friedensvertrages He« Regierung einen Bericht unterbreiten muß. umfo- Ulche al» für das zu schließende Uebereinkommen die Abstimmung der Nationalversammlung notwendig sei. Herr V. Simson wird daher morgen Abend nach Berlin ebmfat. Jch^che mich außerdem veranlaßt. Sie davon nr kkemltnis-Ml setzen, daß ich mit aller Energie gegen die neuerliche Verquickung der Hcimschasfung der Znlernierten und Kriegsgefangenen mit dem Jnkrast- totks des Friedensvertragcs protestierte. Die Ge- : ßmgenensrage ist von der Frage des Inkrafttretens des FkiÄ.en'oertrages getrennt worden, und wenn nun des diesbezügliche Versprechen heute keinen Wert mehr habe« sott, so kann die deutsch? öffentliche Meinung auch iu das Versprechen, das uns die französische Regierung m Aussicht stellt, kein Vertrauen setzen. Zum Schluß «tchtk ich Sie auf den in derPresse de Paris" erschiene- uni Artikel über die Auslieferung der Schuldigen auf» «erkssiA machen.

Derr v Lersner richtete am 23. November ein AoeileS Schreiben an Dutasta, durch das er die Ver-- schieb-uuU der durch ein Schreiben vom 22. November ««gezeigten Sitzung bis nach der Rückkehr Simsous und der iHv begleitenden Experten beantragt.

klein enccau antwortete u. a.: Ihre Mitteilung ! veranlaßt mich, daran zu zweifeln, ob die Unterzeich- »M des Ratisikationsprotokolls, zu der die alliierten Ack assoziierten Mächte bereit sind, zum festgef^ten Jeitbnnkt am 1. Dezember erfolgen kann, trotzdem die deutsche Regierung schon seit dem 1. November im Be­tz >« Note der Verbündeten und des ihr beigcfügten Tealokolls ist. Eine Verzögerung in der Ratifikation ist MU« bedauerlicher, als sie an der Aufrichtigkeit der katsche», Absichten bezüglich der Erfüllung der durch des Waffenstillstandsvertrag und Friedensvertrag ein- UzavKknen Verpflichtungen Ztveifel aufkommen läßt. Es siheist jedoch im allgemeinen und besonders im Interesse DeuffchHnds zu liegen, Nvenn der Friedensvertrag mög- ; hchß schnett in Kraft tritt zur baldigen Herbeiführung des Friedens und der Ermöglichung des Wiederauf- havs, brie er der ganzen Welt bringt. Die Unterzeichnung des >i«tifikationsprotokol!s setzt außerdem noch den Seit« für di« Heimschaffung der deutschen Gesangenen fest. I« diesem Zusammenhang möchte ich noch die uu* Wuae Behauptung rügen, die Sie in Ihrem gestrigen kcheeiLeu wiederholen, daß Frankreich Versprechungen tze«acht habe, die es nicht gehalten habe. Die Wahr- - ^eit sieht ganz anders ans. Der Oberste Rat hat am A. A,gust iner Erklärung zugestimmt, die darauf «isgi«,, xm Zeitpunkt der Ratifikation vorzngreifeu ü» Jnleresse der HeimschWung der Gefangenen Dieser ^rfchiuß vurde sofort zur Ausführung gebracht und mit bet' Heimschaffung begonnen. So sind im Ein- mit Frankreich die von England, Amerika und ^machten Gefangenen nach Deutschland zu« - ^ckbesörd.rt worden. Der Beschluß setzt aber ausdrücklich n, daß die Fortsetzung dieser wohlwollenden Politik kt Erfüllung der der deutschen Regierung und dem putschen Volk zufalleuden Verpflichtungen abhäugt. Die daß diese Note erst jetzt aügeht, betveist die der' Berbündeten, die sie gegenüber Deutschland

18 deu Lag legen, um ihm Zeit zu geben, seine Ver- I glicht!'ogen zu ersüklcn, konstatiert aber zu gleicher . daß Deutschland ihnen in einer Reihe sehr toid?» ^Str Punkte nicht nachgekommen ist. Die Folge dieser ^ichterfvllung konnte nur der Beschluß sein, sich streng : tii den Wortlaut des Vertrages zu halten, der den oeilpvukt der Heünschaffung der Gefangenen an des Wrcftlrefvn des Venrages bindet. Es hängt als» w«e von brr deutschen Regierung ab, daß die Ratifi- *tWK nixrhalb einer Frist von acht Tagen unterzeichnet ^rck und die Gefangenen b.-imketzren können. Es ge- 1*6t daß di« verbündeten und die deutschen Kommissare «me neue Differenzen die Aussührungsbestimmungen be- ivzlich der östlichen Territorien und das der Note vom l *1-, November brigegebeitt Protokoll, das die völlig« ^iolguug der Wassenstillstaudsbedingungeu sichert und die ^vukiiouen für die Verletzung dieses Vertrages regelt, j *vierz->chnen.

kiu Postkriptum vom 24. November fügt bei: Die *«e Tatsache, die dem Obersten Rat durch Ihr Schreiben

23. November zur Kenntnis gebracht wirb, ist ?(br1'i}e v. Simsons mit den ihn begleitenden Sach« «rrstäudigen. Der Oberste Rat war lebhaft überrascht L die Abreise der deutschen Delegierten und kann ^sich nur so auslegen, daß Deutschland die noch nötigen ^«ioeff-rkchungen, die zum Austausch der Ratifikationen - nötig sind, bi nausschieben will. Diese Tat-

N' ivirst ein schiefes Lickt auf die Absichten der beut« [*« N-'gjernng. Tex Oberste Rat wünscht die rascheste

Erledigung der Angelegenheit und schreibt der beut» scheu Negierung bic Verantwortung für die Verzögerung der Herbeiführung des Friedenszustandes zu.

e » e

Clemenceau geht am Kernpunkt vorbei, wenn er sagt, es hänge nur vom Belieben der deutschen Regierung ab, daß die Gefangenenfrage binnen acht Tagen erledigt sei. Die Frage ist vielmehr die: Annahme neuer erpresseri­scher Forderungen ober Zurückhaltung der Gefangenen.

e

Ter Papst für Heimsenbung der bett ff dien Gefangenen.

wb. München, 25. Nov. Die Korrespondenz Hoff­mann meldet amtlich: Nach Mitteilung des Kardinal- Staatssekretärs an die hiesig« päpstliche Nuntiatur hat sich der Heilige Stuhl in nachdrücklichster Weise dafür verwendet, von Frankreich die Heimbeförderung der deutschen Gefangenen bis zum kommenden Weihnachts­fest zu erwirken.

Die Werftarbeiter gegen die Auslieferung der Docks und Bagger. -

wb. Berlin, 22. Nov. Beim Reichskanzler er­schienen heute Arbeiter von der Germaniawerft und der Reichswerft in Kiel, von derVulkanwerft, Howaldtwerft und der Tecklenborgwerft in Geestemüd« usw., die auf Grund einer Konferenz der an allen deutschen See« schifsswerften beschäftigten Arbeiter dringende Vor­stellungen gegen die Ablieferung der geforderten Docks. Hebezeuge und Bagger erhoben. Sie stellten besonders die den Arbeitern drohenden Schäden eindringlich dar und überreichten eine entsprechend« Enffchließung.

Die Opposition des amerikanischen Senats gegen die Ratifizierung.

wb. Washington, 25. Nov. Die Zeitungen ver­öffentlichen einen an di« Amerikaner gerichteten Appell der Liga zur Aufrechterhaltung des Friedens, der zu einer beschleunigten Ratifizierung des Friedensver­trages durch eine Verständigung der verschiedenen Grup­pen des Senats auffordert. Der Appell ist von Taft und Hoover unterzeichnet. Er hebt die schweren Schädigungen hervor, bi« im Fall« der Verwerfung nicht, nur für di« Vereinigten Staaten, sondern für die ganze Welt entstehen.

wb. Amsterdam, 26. Nov. LautTelegraas" meldet-der Pariser Korrespondent derNewyork Sun" in englischen Kreisen mache sich «ine Bewegung geltend. Deutschland aufzufordern, unverzüglich dem Völkerbund beizutreten und zwar als Antwort auf den Beschluß des amerikanischen Senats, den Friedens vertrag nicht zu ratifizieren. Lord Robert Cecil soll dieser L .wegung nicht fernstehen. Er hab« auf Be fragen erklärt, er sei jederzeit dafür eingetreten, daß Deutschland sobald wie möglich dem Völkerbund beitritt.

Ehurchist warnt.

wb. Rotterdam, 25. Rod. Laut9H«utoe Rotterd Courant" schreibt Churchill imSundah Herald". es müsse die Politik Englands sein, das deutsche Volk nicht zur Verzweiflung zu treiben, und zu verhindern, daß ihm nur di« Hoffnung bleibe, einst wie­der an das Sckwert zu appellieren. E» sei keine gute Politik, Deutschland von Westen abzuschneiden imb ibm nur noch die Entwickelung und Wiederherstellungsmög« lichkeit nach Osten hin übrig zu lassen. Deuffchland könne bei Rußland alles finden, was eS nötig habe, und zwar nicht nur für die Wiederherstellung seiner WirffchaftSkraft, sondern seiner Weltmacht. Wenn Deutschland mit Rußland gemeinsache Sache mache, würde die Gefahr von 1914 wieder aufleben. Man würde zwei Völkerbünde bekonimen, einen Bund der siegreichen und einen Bund der unterlegenen Nationen.

Die Besetzung von Danzig, Memel und Oberschlesien.

wb. Amsterdam, 26. Nov. LautTelegraas" teilte Churchill im englischen Unterhause in Erwiderung auf eine Anfrage mit, daß der Oberste Rat den Vor­schlag gemacht habe, daß die englischen Truppen in Danzig und Memel ein Jahr verweilen und in Ober­schlesien bis zu 2 6 M 0 n a t e n.

Aus dem besetzte» Gebiet.

Berlin. 25. Nov. Als gestern abend in Köln be­kannt wurde, daß sich der au« den Sonderbundsbestre­bungen bekannte Dr. Dorten in der Stadt aufhalte, sammelten sich große Massen vor seinem Quartier. Die Arbeiter der Zentraleisenbahnwerkstätten legten die Ar­beit nieder und zogen geschloffen dorthin. Unter Hoch­rufen auf die deutsche Republik wurde die Auslieferung Dorieus gefordert. Erst in später Nachtstunde konnte die Menge von deutscher und britischer Polizei, die zum Schuhe DortenS aufgeboten toaren, zerstreut werben.

wb. Mainz, 26. Nov. Der Westdeutsche ZcitungS- dienst meldet: Der in den hiesigen Zeitungen veröffent­lichte Steckbrief des Frankfurter Ersten Staatsanwalts gegen den Mechaniker, bisherigen Hilfspolizeibeamten Stickelinann hatte prompten Erfolg. Bereits vorgestern gelang der hiesigen Kriminalpolizei die Festnahme des Gesuchten. Bald nach der Verhaftung erschienen mehrere höhere französische Offiziere bei dem Polizeidirektor

Vohmann und verlangten di« Freilassung Stickel­manns. Da der Beamte dieses Verlangen ablehnte, wurde er kurzerhand seines Amtes entsetzt und der dienstälteste Polizeiinspektor mit der Führung der Ge­schäfte des Polizeiamtes Mainz betraut. Ter fran­zösische Administrator setzte nun gestern Polizeidirektor Vohmann wieder in sein Amt ein, und Stickelmsnn wurde der Polizei zugeführt.

Frankreich.

wb. Paris, 25. Nov. (HavaS.) In der heutigen Atzung des Ministerrats haben die bei den Kammer- Wahlen nicht wieder gewählten Minister und Nnt-rstaats« sckretäre Clemcncean ihren Rücktritt überreicht. Ihre Nachfolger sollen im Laufe des nächsten Ministerrats bezeichnet werden. Bis dahin erledigen die im Aus­scheiden begriffenen Minister die Geschäfte.

Wegen der Kohlennot sind in Paris alle Tanz - lustbarkeiten bis auf weiteres verboten worden

NnAand.

Eine Berschwörung gegen die Räterepublik entdeckt.

wb. London, 26. Nov. (Havas.) Ein Nadiotcle- gramm aus Moskau meldet, daß die Bolschewisten eine Verschwörung entdeckt haben, die aus Anhängern der ehemaligen Negierung gebildet war. Die Organisation war mit allen Generalstäben in Verbindung und lieferte an General Judenitsch die Einzelh.-ften der militärischen Operationen durch die Vermittlung des GeneralstabchesS der zweiten Armee. Alle Führer der Organisation wur­den verhaftet.

Der Aufstand in Wladiwostok.

Berlin, 27. Nov.Daily Herald" will aus eigener Quelle eine Bestäiigung der. Nachricht erhalten haben, daß in Wladiwostok ein Aufstand gegen Kolischak anSge- brochen sei. Dieser sei weniger auf bolschewistische Um­triebe, als auf die allgemeine Unzufriedenheit mit Kol- ischaks mikitärischLU Rückschlägen zurückzuführen. In Wladiwostok stehen japanische und amerikanische Trup­pen. Wie da ein Aufstand ausbrechen konnte, ist einst­weilen nicht klar.

Tie Neutralen und die Blockierung Sowjetrusiland.

wb. London, 26. Rov. (Reuter. Unterhaus.) Ein Verireter des Auswärtigen Amtes teilte in einer schriftlichen Erklärung den lvesentlichen Inhalt der Ant> Wort der neutralen Regierungen auf die Note deS Obersten Rates betreffend die Blockade Sowjetrußiands mit. In den Antworten wird im allgemeinen gesagt, daß die von den neutralen Ländern bereits ergriffenen Maßnahmen sich mit den vom Obersten Rat ausge­sprochenen Absichten in Uebereinstimmung befinden. Die Niederländische Regierung erklärt, sie stehe in keiner Beziehung zu Sowjetrußland, und jeglicher Handel mit diesem Lande sei eingestellt.

------

Die Riilkmimfl der baltischen Gebiete.

Berlin, 26. Nov. lieber die Lage im Baltikum wird berichtet: Die Letten haben von ihrem Oberkom­mando den Befehl zur Einstellung der Angriffe erhalten, es ist aber trotzdem zu kleineren Angriffen gekommen, die aber abgewiesen wurden. Im allgemeinen nur Patrouillenkämpse. Vier Flüchtlingszüge mit 1900 Flüchtlingen, 435 verwundeten und 225 unverwundeten Militärpersonen find in Deutschland «ingetroffcn. Da? frühere bei Libau stehende Detachement P l e h w e . 600 Mann stark, hat mit 100 Mann den deutschen Boden be­treten. Die geschloffenen Transporte werden in deutsche Garnisonen weitergeleitet, um dort demobilisiert zu wer­den, die Versprengten kommen in ein Lager westlich der Weichsel, die Zivilisten in das Lager Heilsberg.

wb. Kowno, 26. Nov. Die litauischen Truppen sind auf die Demarkationslinie zurückgegangen. Radzi- wilischki ist geräumt. Dort und in Sckaulen befinden sich Mitglieder der Ententekommisfion. Es besteht nun­mehr Aussicht, daß die Räumung ohne weitere Zwischen­fälle erfolgt.

260 000 Deutsche in Todesnot.

DieDtsch. Allg. Ztg." schreibt unter der Ueber- schrift200 000 Deutsche in Todesnot":Die Deutsch­balten stehen vor dem Untergang! 200 000 Menschen echt deutschen Stammes find dabei, von den Letten und Bol­schewisten buchstäblich ermordet zu werden! Eben­sowenig wie wir die Teutsch-Oesterreicher aufgeben, dürfen wir die Deutsch-Balten aufgeben. Wir geben uns der festen Ueberzeugung hin, daß die Regierung in tiefer Stunde sofort die Grenze öffnet und die Deutsck-Balten vor dem Untergänge, der ihnen sonst un- ioeigerlich droht, errettet sonst entfachen die kurländi­schen Massen noch einen schlimmeren Brand, der Ost­preußen und das Übrige Teutkchland^n Asch« verwandeln kann."

Wie Blätter aus Oberschlesien melden, hat sich die Marinebrigade Löwenfeld mit der Bitte an den Reichswehrminister gewandt, zur Unterstützung der be­

drohten Kameraden nach dem Baltenland entsandt z« werden.

Sie Amdm, Kn DWhM segn die

vom 24. Oktober 1919.

Von Negierungsrat Dr. H 0 l f e l d-

Die oben genannte Verordnung brflimmt, daß Zins, oder Gewinnanteilscheine sowie ausgeloste, ge­kündigte oder zur Rückzahlung fällige Stücke von in* ländisihen Wertpapieren nur solchen Banken, Spar­kassen, Kreditgenossenschaften sowie solchen Personen oder Unternehmungen, die geschäflSmSßig Bank- oder Bankieraefchäfte betreiben, zur Einlösung. Beleihung oder Gutschrift übergeben und nur von solchen der ge­nannten Institute zu diesen Zwecken angenommen wer­den dürfen, bei denen das ganze Wertpapier oder de« Jins« oder Grwinnanteilscheinbvgen mit dem Erneue- rungsscheine hinterlegt sind. Diese Vorschrift soll keine Anwendung finden, wenn der Eigentümer von Wert­papieren dem für ihn zuständigen Finanzamt ein Ver­zeichnis seines Besitzes an Wertpapi-ren unter'Angabe des 9< inwertn'., der Gattung und der üblichen Uu« terschnd- nc,sm! finale in dopp.l er Ausfertigung ein­reicht. Das Finanzamt hat das eine dieser Ver­zeichnisse mit einem Bestätigungsvermerke über die erfolgte Anmeldung zu versehen und cs dem Eigen­tümer zurückzugeben; das andere Verzcichnis wird zu den Akten des Anmeldenden genommen. Das mit dem Veftätigungsvermer*« versehene Verzeichnis berechtigt den Eigentümer die Zins- oder Gewinnanteile bei einer Bank oder einer zur Einlösung oder Zahlung von Zins- oder Eewinnanteilicheinen bestimmter Wertpa­piere berechtigien oder verpflichteten Stelle auch ohne die .Hinterlegung der Wertpapiere einzulösen.

Diese sie (de n ' H a:'t 15 e fi i nnn ungo iC 6 c r Verordnung-----*

haben viele Unruhe in den beteiligten Kreisen hervor- geruscn. Dazu liegt nicht die geringste Veranlas­sung vor.

Zunächst ist die Angelegenheit nicht so bringen!) eilig, wie sie vielfach angesehen wird. Es steht nichts davon in der Verordnung, daß die Wertpapiere bis zum 1. Dezember bei den Banken pp. deponiert wer­den oder die Verzeichnisse bis zu diesem Tage beim Finanzamt eingereicht sein müssen. Wenn in der Ver­ordnung bestimmt wird, daß sie mit dem 1. Dezember 1919 in Kraft treten solle, so soll damit nur gesagt sein, daß die Banken pp. von diesem Tage an, die Koupons- oder Gcwinnantcilscheine nur noch einlösen dürfen, wenn die Mäntel bei ihnen deponiert sind, oder die Anmeldung der Wertpapiere beim Finanz­amt erfolgt und bestätigt ist. Dringend ist die An­meldung oder die Deponierung von Wertpapieren daher nur daun, wenn die Koupons bereits sättig sind oder zunl 1. Dezember fällig werden und der Eigentümer den Kouponerlös dringend braucht. Diejenigen, bei denen diese Voraussetzungen nicht vorliegen, können di« Angelegenheit in aller Ruhe in Ordnung bringen. So­dann toird vielsach die Meinung vertreten, daß «S nunmehr unbedingt nötig sei, die Wertpapiere und die Zinsscheine bei den Banken zu deponieren. ^Da­von ist ebenfalls in der Verordnung nicht die Rede, ich glaube auch nicht, daß der Gesetzgeber diese Maß­nahme mit der Verordnung bezweckt hat Die Ver­ordnung hat lediglich Kontrollzwccke für die Steuer im Auge, die Finanzämter sollen in der Lage sein, festzustellen, ob die Eigentümer von Wertpapieren diese und das Einkommen aus ihnen versteuern. Dieser Zweck wird vollkommen erreicht, wenn die Wertpa­piere beim Finanzamt angemeldet werden und im übrigen da liegen bleiben, wo sie bisher gelegen haben. Es ist sogar viel praktischer, sich nicht aus die Ein­lösung der Koupons bei einer bestimmten Bank fest­zulegen, wozu man gezwungen wäre, wenn die An­meldung beim Finanzamt unterbliebe. Dagegen kann mit dem vom Finanzamt bestätigten Anmeldevor- zeichnis jede Bank oder Kasse um Einlösung ersucht werden, wo sie auch sei. Das ist zweifellos ein gro- / ßer Vorteil, und ich möchte glauben, daß deshalb die in der Verordnung vorgesehene Ausnahme zur Regel werden wird.

Was nun das in doppelter Ausfertigung auszustel­lende Verzeichnis der Wertpapiere anbelangt, so emp­fehle ich folgendes zu beachten:

Zunächst kommen nur inländisch« Wertpapiere iw Frag«. Sodann ist es nicht nötig, daß alle Wert­papiere in einem Verzeichnis aufgesührt werden; das ist nicht der Sinn der Serotbming, es können selbst-

Tkutf'he Tpar-Krämieuattleihe 1919

Hanvtffewtune

jährlich 10 mal 1.000.000 Mark

Erste Gewiuaziehuug im März

19 20