mit dem Kreisblatt für den KrekS Marburg
Tageszeitung für (das früher kurheMche) Oberheffett
Der Injeigenntet« »etrigt fit »te Sgeta. Zeil, 80 y u. 6O*|, teu,tuno«iufcbL e j - 45'1, «mtttche M. euiwirtigt 65 Rekl,me,eile 1.60.4. Je*et gilt 04.
1919
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UntersuchunaSauSschusseS, dessen demokratischen Blättern in der beurteilt wird, sind, soweit sic
«bitterste!, Feinde Wilson, ermöglichte, sich unter der Flagge „Peace and Welfare" (Frieden unb Wohl
fahrt) wieder wählen zu lassen, er mithin seine er «nie Präsidentschaft, die unsere Neichstagsmehrheit bekan»t'?ch als großen politischen Erfolg buchte, der ° «vn der Ailhelmstraße verfolgten Politik verdankte.
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haltm» Mvaltigen Versenkungsziffern wirkt es geradezu ko tusichcrr z«ifch, jreun immer davon geredet wird, daß nicht
Ms waren zu dem damaligen Zeitpunkte all« Ma- f MeautoritScen, vom Flottench.s herunter bi» znm U» Rootskomn-andanten, darin einig, daß der «neinge-
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gei zu entwirren."
Die Mitglieder deS Arbeit von führeitden wicdergcgebencn Weise
irgendwelche substantiierten glaubwürdigen Quellen. Die Sucht der Ausschußmitglieder, die Glaubwürdigkeit der deutschen Zeugen im Vergleich tu Angaben von feindlicher Seite in Zweifel zu ziehen, geißelt die „Voss. Ztg." wie folgt: „Schließlich ist der parlamentarische llnter- snchungrauSschuß doch eine Angelegenheit del Deutschen Reiches, und in Deutschland sollten doch deutsche Quellen, wenn sich gegen ihre Glanbwürdigkeit nicht» ein- wenden läßt, mindesten» aber, wenn ihre Glaubwürdigkeit durch nichts zu erschüttern ist, immer noch mehr gelten, als irgendwelche englischen Angaben. Bor altem aber: Mitglieder eines deutschen Untersuchungsausschusses haben doch kein Interesse, einen Deutschen vor dem Auslände zu diskreditieren und um jeden Preis als unglaubwürdig hinzustellcn." Neber die parteipolitischen Beweggründe der Inquisitoren heißt er dann: „Einzelne Per- söu lichtesten scheinen so sehr unter dem Zwange deS parteipolitischen Fanatismus zu stehen, daßsie über dem Befttcben, einem parteipolitischen Gegner unbequem zu werden, oft vergessen ,daß eS bei der Arbeit de» Ausschusses in erster Linie unb einzig sich darum handelt, in einer Weise, die der objektiven Wahrheit möglichst nahe kommt, die verwickelten Geschehnisse de» .Eric-
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2. Als am 1. Februar 1917 der eingeschränkte U Esoilrieg endlich einscke, konnte man, auf Grund sehr fergfältigen Erhebungen hoffen, in etwa einem halben
Lloyd George unter dem Eindruck der verheerende« Wirkung des U-Bootkrieges im Begriff stand, mit
tob. Wien, 9. Nov. Nach den Blättern muß bk Gemeinde die letzte Brenuholzrücklagc schon jetzt an di» Bevölterung abgeben. 1
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.fithugenb U Boote vorhanden gewesen seien. Auch die istrberlegungen und Berechnungen der namhaftesten
rung bei der sibirischen Bevölkerung. Sine fttife droht. Die Lust zu« Kampfe gegen die Bolschewisten ist in Sibirien nicht besonders groß.
ungskampf. Wie dem auch sei, die Tatsache bleibt bestehen, daß die Juliresolution, sicherlich entgegen dem Willen derer, die ihr zustimmten, die militärischen und wirtschaftlichen Erfolge des U Booikrieges politisch ge- radezu vernichtete. Nach dem Ausspruch Winston LhnrchiiiS hing da» Schicksal des Kriege» an einem kleinen dünnen gefährlichen Fädchen, und der „Erono- mist", eine der ernsthaftesten englischen Zeitungen schrieb am 7. September 1918: „Einmal waren die Deutschen dem Gewinn des Kriege- meßbar nahe, nicht Frühjahr 1918, sondern Frühjahr 1917. Die Deutschen an der Somme geschlagen, hatten die Hin- yenbatglinie eingenommen. Rußland war noch ein Faktor im Kriege. Die Aussichten zu Lande schienen günstig. Und doch war dies Frühjahr 1917 tatsächlich die kritischste unb tödlichste Zeit seit Kriegsbeginn."
Wann die U Bootkriegführung die Erwartungen, die die Marine nach reisiichster Ueberlegung auf sie setzen konnte, nicht erfüllte, so waren nicht, wie man es fetzt hinterher darzustellen versucht, militärische Fehler daran schuld, sondern der U-Bootkrieg hat sein Ziel nicht erreicht, wen er im Frühjahr 1916 Amerika zuliebe nicht angesetzt wurde und seine AuS- wirkung im Sommer 1917 durch die Veröffentlichung de» Czerninschen Briefes uub durch die Begründung zur Juliirfolulion uub diese selbst sabotiert wurde.
Eiu tiirkWer Staatsstreichversuch.
wb. Konstantinopel, 10. Ao». Ein Staat»« streich zum Sturze de» Sultan» wurde vereitelt. Dte innere Lage der Türkei ist lebe ernst.
al, Sarradatt. — Bei Auskunft durch die »eichikttsstelle u.'tzermtttluna »er Angebote 35 4 «onderzebstbr. — Postscheckkonto: Ar. 5015 Amt Frankfurt x »
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Ans dein besetzten Gebiet.
Köln, 8. Nov. Die „Köln. Ztg." meldet attt'lh»** lenz: Nach Mitteilung des britischen Militärgouverneur» in Köln hat die britische Militärbehörde mit Wirkung .M;' öom 6. Siotu'mber an einen Teil des bisher von ihr besetzten rheinischen Gebietes an die belgische und französische Militärbehörde übergeben. Bo« den belgischen Truvve« werden besetzt die Gemeinden Hahn, Hilden, Benrath, die britischen Truppen besetzten Teile der Kreise Grevenbroich und Neuß, fratljösifche Truppen werden besehe« die Kreise Montjoie, Schleiden, Durren, Euskirchen «nd Rheinbach.
wb. Köln, 11. Nov. Die englische Behörde ließ heute Vormittag 11 Uhr den hiesigen Straßenbahnverkehr zur Erinnerung an den Wafftnstillstand auf' 2 Minuten unterbrechen.
•tat »en Dr. C. Hitzer »th. — Druck »er r. Koch. Markt 21/23. — FernsPrech-r 55.
iVirtschafrZpolitiker schienen sich als richtig zu erroei- jfta Wir wissen, aus dem Munde des gewiß un-
Hiu Z i e l, den Vernichtungswitten unserer Gegner $3 brechen, erreicht haben würde. Daß die Anf-- zabe des 11 Bootlrikge? im Frühjahr 1916 es unserem
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Rkqa in der Hand der Letten.
Rotterdam, 11. Rov. Der Kamps um Riga ist Gunsten der Lette« entschieden. Die Außenviertel
Judenitsch» Rückzug.
tu. London, 9. Nov. .Doilq Telegraph" »et« nimmt an» HelsingforS: Der R'ückzug auf der Krönt Judenitsch» nimmt weiter zu. Seine Lage wird sehr kritisch beurteilt. Feindliche Kavallerie operiert Al' feinem Rücken, und es wird auch ein Flankenangriff erwartet.
Judenitsch ist nicht in der Lage, sich genügend z« decken unb sucht sich mit mögllichst wenig Verlusten zurückzuziehen. Bei der Eisenbahnlinie Jamburg—Gat- schina geht der Rückzug in eine übereilt« Flucht über. Da» Fori Blelja hat sich ergeben. ' .
ster Wahrscheinlichkeit
Koltschak» Aehlschlop.
I* Amsterdam, 8. Rov. Dem „Keleßtaaf* zu- folge meldet der .Time»'-Korrespondent im Auftrage Koltschakr vom 8. November: Die Ereignisse der letzten Doch« haben Me Lage ganz verändert. Die linke Flanke der 8. Arme» ist auSeiTvrndergetrieben. Petropawlowsk mußt» aufgegtben werden. Di« Bolschewisten verfüge» über CM 000 Man» neuer Truppen. Die forte wLhvette« FeLlschlLge und die politische Schwäche der Regierung Kvttfchatt schad« dem Ansehen dieser Regie-.
bschaft
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wb. Versailles, 9. Nov In Paris wurde gestern in einem Konzert zum ersten Male össentlich Wagner gespielt unb zwar das Vorspiel zu den „Meistersingern". Der Veranstalter deS Konzertes hatte während der letzten drei Konzerte eine Abstimmung unter dem Publikum veranstaltet, bei der sich 4 983 Besucher für und 213 gegen Wagner aussprachen.
wb. Versailles, 9. Nov. Wie die „Ageneia Amerieana" aus Rio be Janeiro meldet, hat die Kammer von Brasilien den Friedensvertrag von Versailles tati»
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Ei» Gefecht i» Fiume.
wb. Fiume, 9. Rod. Am Mittwoch kam e» zu einem lebhaften Gefecht zwischen italienischen Regierungstruppen und d'Annunzio» Truppen, das mehrere Opfer forderte.
Die Eu-lLnder in Mesopotamien.
wb. Versailles. 8. Rov. Laut .Lemp»' erklärt in der «Time»" ein Berichterstatter, der sich drei Jahre in Mesopotamien aufgehalten hat, eS sei notwendig. eine parlamentarische Kontrolle über die brittschen ExpansionSpläne in Mesopotamien auszuüben. ®« sei nicht wahr, daß die Bevölkerung Mesopotamien» die Anwesenheit der Engländer wünsche. Der Berichterstatter stellt fest, daß die Bevölkerung unzufrieden sei. — DaS ist seltsam; denn die Anwesenheit der Engländer, ist doch überall zum Glück und Wohlergehen der Ren», schcn erforderlich. j
Erzberger und die deutsche Valuta.
Im .TempS" schreibt A. de Guillerville: Da» ne* Regime in Deutschland gleicht einem schlechtverpflanzte« Baume, der den starken und heftigen Windstößen nur einen schwachen Widerstand zu leisten imstande ist. Dte, von den Regierende« begangenen Fehler haben sichtlich Millionen von Wählern gegen die deutsche Republik vor«, eingenommen gemacht, und der Umstand, daß Srz« berger noch immer da» Finanzministerium in Händen hat, verursachte und wird auch in Zukunft nicht wieder gutzumachende» Unheil anrichte«, Erzberger könnte sich da? Patent eine» Bcnsse-Speftr». lauten erwerben, so sehr steht sein Tun im Zusammen« Hang mit dem beständigen Sinken der Mart. i
Die Friedensvorschliigtder Eowjetregiernnls.
Wb. Amsterdam, 8. Nov. Dem „Nieuwe Rotter- damsche Courant zufolge verössintlicht der sozialistische Londoner „Daily Herold" den Text der Fri?densvorschläge der russischen Sowietregierung, die Oberst Matone aus Rußland mitgebracht hat. Danach sollte der Wafsenstill- ftarck ans zunächst vierzehn Tage abgeschlossen werden. Keine der Parteien darf ihn zum Transport von Truppen ober Kriegsmaterial benutzen. Die Bürger der russischen Sowjetrepublik sollen freien Zugang zu den Ländern der Verbündeten unb allen den Ländern erhalte«. die au» dem Gebiet deS früheren russischen Reiches entstanden sind. Sie sollen freien «ufentbalt und Ver- kehr haben und Schutz genießen, solange sie sich in die innere« Angelegenheiten dieser Länder nicht einmischen. Dasselbe soll für die Untertanen dieser Län- der Rußland gegenüber gelten. Die Sowjetregierung er- kennt die finanziellen Berpflichtunge« des früheren rnssi- scheu Reiche« gegenüber de« fremde« Ländern, die den Friedensvertrag unterzeichnen, an. Die Friedenskonferenz soll in eineni neutralen Land stattfinde«. Die russische Sowietregierung erklärt sich zur Annahme der von ihr gemachten Vorschläge bereit, wenn diese von den Verbündeten nicht später als Ml »nm 16. November
der B» Jahre den Vcrnichttntgswillen der Entente zu brechen. 1, Marine hatte sich gewissermaßen verpflichtet
i Aa'A iiOüOCO Tonnen pro Monat zu versenken. Es ist be- d gemÄ -Lunt, frag sie diese ihre Zusage, nicht nur eingelöst, auismck weit übertroffen hat. Gegenüber den
Constiqe Meldunsteu.
Die Rumänen wollen vudapest verlassen.
wb Budapest, 10. Rov. DaS rumänische Oberkommando erklärte sich zum Abzug au» Budapest bereit.
Marburg
Titnskg, 11. November
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Winterkteibun« unb LebenSmiltet für die Kriegs gefangene« in Frankreich.
Berlin, 11. Nov. Da die französische Regierung die Versorgung der deutschen KriegsgefangeiM mit warmer Kleidung keineswegsgeregelt hat, wird das Reich in umfangreicher Meise tun, was in seinen Kräften liegt. Die Kriegsgefangenen sollen mit warmen Strümpsen und Unterhosen versorgt, ferner 5 Wagen mit Rauchwaren int Werte von rund 4 Millionen unb 30000 Wogen mit Lebensrnittel geschickt werden. Die dafür auSgeworsene Summe beläuft sich ans 20 Millionen Mark.
Straßburg di« zweitstärkste französische Festung.
Straßburg, 11. Nov. Bei seinem letzten Besuch in Straßburg äußerte sich Glemenceau bei Besichtigung dec Befestigungen, daß zur Sicherheit von künsttgen Zeiten Straßburg nach Belfort die stärkste französische Festung werden müsse.
Bevorstehende Heimkehr Mackensen».
wb. Pari», 10. Rov. Der Oberste Rat beschloß' Mackensen mit Rücksicht auf Alter und Gesundheit aus Saloniki heimkehren zu lassen. — Tie oberschlessischen Gemeindewahle» beeichrret der Rot für null und nichtig.
Kilt Ml ilB MlMtftitt
[ - Von Konteradmiral a. D. Brüninghaus.
। ®ie Rechandlunsen im Nntersuchunasausfchuß über teu U Booikriez haben lediglich die Auffassungen be- die in den Kreisen, die sich wirklich eingehend der ganzen Materie besaßt hatten, von jeher als 'Xe richtigen erkannt worden waren. Wenll man den fent au? drm viele» Drum unb Dran, das durch die ^etsänZftch-!^^-«<M dec Cohn, David, Sinzheimer, «ochei» rtsw. tnkstärrden ist, herauLschäll, so ergibt sich folgendes:
l\i t. Unsere Uitterserbsot-rüftuuz war im Früh- fahr 1916, als Tirpitz gehen mußte, bereits so staek, daß wir mit voller Aussicht auf Er- Nß i" bett unriugeschränkteu U-Bootskrieg hätten »intreten können. Die geringere Zahl von U- geoten gegenüber 1917 wurde ausgewogen dadurch, daß die Boote außer ihrer Torpedoarmierunq ßl Weitem Umfange auch von ihrer ArlillerieausrÜsd Utg hätten 6-ebrauch machen können. Die Annierung der Hmtdelsdampser, durch die dir Verwendung der Uttilleciewafse für die U-Boote nahezu ausgeschlossen Wrb-, war damals erst in den ersten Aufängen tegrissen. Auch dem größten Laien in Marinefragen Wird e» ohne weiteres einleckchteu, daß ein U-Boot, Welches neben feinen Torpedos die verhältttismäßi-' starke Artillerie zur Wirkung bringen kann, erh-blick Hf er bewertet werde» muß, als ein U-Boot, daß für Mr Krtegsührung lediglich auf die doch sehr kirine >n;ahi von Torpedos angewiesen ist. Hinzu kam, Laß auch die sonstigen Abtoehrmaßnahmen unserer Geg- «r no ch in den K i u d e r s ch u he n steckten. Jrden-
Aiuerika.
wb. New York, 8. Nov. (Reuter.) Infolge der Haussuchungen bei radikalen Agitatoren wurden in New- pork 50 Personen, darunter acht Frauen, tierbaftel. unb Werkstätten für Bomben und Banknotenfälschung,; ansrübrerische Literatur, rote Fahnen und Feuerwaffe« gefunden.
besonders hecvorgetrete» sind, dir Abgvardneten Cohn (Unabh.), Sinz Heimer (Soz.), Go t Hein (Dem.), S ch ü ck i u g (Dem.).
tnbc-'teil »dim französischen Minister des Aeußern Ribot nach qröxete Italien zu fahren, um gemeinsam mit Sonuino an mi »Be evisio n der Kriegsziele herauzutreien.
-nstr.-ir ,El«fstegeöen wurde diese Reise, als in London und
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Demokratische Urteile über den !lntersuch«n»S»u»fchuß.
Ter Unterausschuß des 2. parlnmentarisckMl Untersuchungsausschusses, der am 21. Oktober zusommenge- treten ist, hat die Aufgabe die Frsidensmöglichkeiten, die während des Krieges bestanden Habri: oder bestanden 'boten sollen, unb ob unb wie sie ausgenürt oder wicht susgenützt worden sind, zu untersuchen, b. 6. Tatsachen sestziistellen, um Viaterial für den zu biweichen Staat?» -terichtsbof zu jckmffen. Mit jeder der bisherigen Sitzungen ist cs ober deutlicher zutage getreten, daß eS den Mitgliedern des Ausschusses znm grüßten T-ik nicht daraus ankommt, die ihnen zugewiesene Nusgabe zu erfüllen, son Hern daß sie selbst eine Art StantSgerichtsbof im Kleinen spi-len und die als Zeugen boraeladeuen Männer (Bcrü manu SoIItreg, Zimmermann, Admiral Koch usto.) in eiu Kreuzverhör nehmen, als hätten sie Angeklagte vor sich. ES ist mehrfach in bet Presse der Rechten ans diese parteipolitischen Zwecken dienstbare, den deutschen Jntevessen schädliche Art der Berhondlung hingewiesen worden. Jetzt wird es auch demokratischen Blättern zu bunt. (AlS solche muß man die „Bossische Zeitung" uub die „Frankfurter Zeitung" aus jeden Fall bezeichnen, auch wenn aus der Mitte der demokratischen Partei diese Blätter als nicht maßgebend für die demokratische Politik abgclehnt werden.)
Die „Franks. Zeitg." rügt ein immer wieder sest- zustellendes „Abirren von dem scharf umrissenen Beweis- thcina". Der Ausschuß Mtliere sich in Dinge (vor allem bei der Vernehmung deS ?ldrniratS Koch), die absolut nichts mit der Frage der FriedensmSglichkeit zn tun hätten (Reichweite der Geschütze, Schnelliskeit der deutschen Kriegsschiff, Technik des 11 BootkriegeS u. ä.). Weiter schreibt das Blatt: „Gerade die Bernebmung deS WmiralS Koch hat mit erschreckender Deutlichkeit das Unvermögen der Ausschußmitglieder zu sachgemäßen unb präzisen Fragen erkennen lassen. Die Autorität des Untersuchungsausschusses leidet, wenn eines seiner Mitglieder sich so peinliche Blößen gibt wie am Freitag Herr Dr. Sinzheimer. Er mußte sich doch selbst sagen, daß er in marinetechnischen Fragen erprobten Seeofsizieren nicht gewachsen sei. Daß er sein Sachverständnis auch auf die technischen Möglichkeiten der Funkentelegraphie anSdehnen wollte, hat ihn der L ä cherlich ke i t der Zubörer des Untersuchungsausschusses preis- gegeben. Solche Fälte sind nicht vereinzelt. Immer wieder hat man daS Gefühl, daß die Mitglieder des Unter- suchnngsansschusses in die zur Verhandlung stehenden Fragen, in die großen politischen Probleme, nichtgenügenbeingedrnngen sind." Die „Frkf. Zeitg." rät dann dem Ausschuß, sich ans Grund der ülkten besser vorzubereiten, anstatt daß vor aller Oeffentlichkett mti allzu großer Geschäftigkeit — man kann fast sagen Gespreiztheit —einzelne seiner Mitglieder schlechte Figur machen." Der Untersuchungsausschuß solle nicht zum Tribunal werden, seine Ausgabe sei nicht die eine» StaatSgerichtShoseS. Der objektiven Wahrheü solle er bienen und daher entspreche eS nicht seiner Würde, „wenn einzelne seiner Mftglieder zu advokatorischen Trick» greifen, als ob sie einen verstockten Verbrecher vor sich hätten." Endlich gibt das Blatt selbst zu, die Anllage rechtsstehender Blätter sei „nicht ohne weitere- vo« der Hand zu toetfen", daß die Parteipolitik de« Ausschuß beelx- flusse.
Die „Bossische 'ßeitune" betont besonder» den Reinfall de» demokrattschen Abgeordneten Gothel», der an den amtlichen mit dem U-Bootkrie, zusammen- hängenden Ziffern „herumkrüisierte" «nd ans die Litte eines Marineossizier» nach Bekanntgabe der Zabien, aus die sich Gothei« stütze, zugebe« mußte, daß er gar keine Zahlen besitze, daß er sie irgendwan« mb irgendwo in der Zeitung gelesen habe. Abgesehen davon, daß noch immer große Verteidigung»- «fetz Anvagerede« von Vertretern der Regierung <Dr. David) gehakten würden, sei es doch ei« unmöglicher Zustand, daß ‘ne Mitglieder des Ausschusses Fragen stelle«, die sich nicht aus Talsachen und Akrenkenntrn- stützen »der aber ecf
k» Wst sie U'Bootskrieg mit g
werben noch von einigen deutschen flbtettaegee verteidigt. Der Hauptteil der deutsche« und ruftikche« Truppen ist auf Surtenhof an der Düna zurückge- gausen. Auch aus den Mitauer Borftädten find die Deutsche» vertrieben. Die Kriegsschiffe der verbündete« sind in den Hafen eingelaufen.
fescheiW» »an»? feT
853 »ick» stets eine der größten Ironien der Welt- .. . Vichichte bleiben. Ich stimme durchaus dem Grasen berg 15 Eecnsto-ff, dessen politische Auffassung ich sonst nicht —-—* teile, bei, wenn er in Magdeburg sagte: „Ich kann F Seestehe», daß man de« U-Booiskrieg machte, aber , Bunt, daß man ein Jahr lang nicht wußte, was machen sollte", und betrachte seine Aeußernng cks ein erfreuliches Zeichen beginnender politischer Er- kmntuis auch im demokratischen Lager, wohin uns die, ton dem ja damals schon bestehenden schwarz-rot- tzokdeuen Block stark beeinflußte auswärtige Politik teSpenb des Krieges geführt hat.
^aris der Czerninsche Bericht an den Kaiser 8tti bklaunt wurde, in dem die Lage Oesterreichs in dustersten Farben geschildert wurde. Daß dieser _ unseren Feinden nun auf dem Umwege SSt fEber Deutschland zur Kenntnis kam, ist allge- n bekannt. Wenn schon dieser Bericht dem durch H”'* U Vootkrieg ins Wanken gekommenen Vernich- ll«-.-willen unserer Feinde neu stärkte- wieviel mehr v daß durch bir* mit dem Fehlschlag des U-Boot- »ilges durch Erzberger begründete FriedenSreso- 11 o n von Juli 1917 der Fall gewesen. Nach mei- Kenntnis der Dinge hat damals eine ganze Reche Abgeordneten aus innerpolitischen Grün- geglaubt, ihre Stimme für diese verhängnisvolle iPkMtiiion abgeben zu müssen. Man wollte, wie es 7*^3 hieß, die Sozialdemokratie bei dec Stange hal- «u, Zxtzjxxx mar, nachdem eins ihrer Hauptkriegs- Vernichtung des zaristischen Rußlands war, nur noch mit einem sehr kleinen Bruchteil Seele bei dem uns ailfgezwungenen Verteidig-
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