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mit dem Krctsblatt für den Kreis Marburg

Tageszeitung für (das früher kurheffifche) Oberhessen

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Deuifche Spar - Prämienanleihe 1919

* 10. bis 26. D o d e m 6 e r

I DieOberhessiick, e Zeitung" erscheint sechsmal Wöchentlich. Der Bezugspreir beträgt monatlich 1.60 A. frei int Hau«; durch die Post 1.75 6, ebne BefteSgeld Verleg »ex Dr. C. Hitzerstd. Druck »er Unit» »Buchdr. von Iah. Ang. Koch. Markt 21/23. Fernsprecher 55.

""Sll MktzkS.

Die neuen Forderungen der Westmächte.

t#6. Berlin, 8. New. Gegenüber der neuen Mte bet Westmächte, mit der sich da» Kabinett «ch heute noch nicht beschäftigt hat, da die Vor- gcheiteu noch nicht abgeschlosien sind, wird darauf hingewiesrn. daß in vielen Punkten die Westmächte chrerseiis die Waffenstillstandsbednrgungen nicht »Ml haben. Bisher wurden von der deutschen Wiffensiillftandskommission 30 00 Protest- eotf-n wegen Verletzung des Waffsnsttllstands- shkmnmcns übergeben.

Wb. B r men, 8. Nov. Handelskammer und Bätet der Stadt Bremen baten in Telegrammen «t den Reichskanzler unter Hinweis auf die ernsten Folgen der neuen Forderungen der West- «Lhte diese abzulehnen, andernfalls würden die Folgen Lleichbedeutend fein mit bet Ermor - bNHfl des deutschen Volkes durch die syste- «ttsche Abschnürung aller Wege zum wirischaft- lsthen Wiederaufbau.

Die Ablieferung bet Milchkühe.

' Bettln, 7.9(00. Wie eine Korrespondenz neidet, beabsichtigt die deutsche Regierung den X ^Kestmächten Vorschläge zu unterbreiten, auf die Mieser»ng der 140 000 Milchkühe zu vs tzich- ttn und für deutsches Geld Milchvieh in Svd- smerikx für die Verbündeten aufzukaufen. Be­gründet wird dieses Vorgehen mit der Fleisch- und KiMwot in Deutschland, dir bei Abgabe so zahl-

« Viehes zu einer Katastrophe und zu großer Säuglingssterblichkeit führen muß.

Die Ostseesperre.

w6. Berlin,?. Nov. sAmtlich.) Die inter- Eierte Matine-Wafsenstillstandskommisston hat freie Fahrt für Leichter an der deutschen Küste zu- Wanden, jedoch nur für den wechselseitigen Ver­ehr zwischen den deutschen Häfen.

Die Besetzung der westpre-.-zischen Abstimmungs­gebiete.

Wb. Bern, 8. Non. Der Präsident der Ab- Dmmnngskommisfion für Marienwerder wird ein Fialiener sein. Die Desatzungstrnppen selbst in Sterte von 5 Bataillonen unterstehen dem ita- Lenifchen General Cavalieri.

Die Hungersnot-Konferenz für Aenderung des Frieden-lnerteages.

. London, 7. Nov. Die Konferenz zur Bekamp- PW her Hungersnot nahm eine Entschließung an, in v% heißt: Der Kongreß befindet sich trotz aller Mertennnng für die Mitarbeit des Obersten Rote? B!ito dem Eindruck der Tatsache, daß keine pe« Wgatben Schritte erfolgten, um dieser schrecklichen zu begegnen nnb daß diese auch eine Gefahr für England und alle anderen Länder, daß . England Unkenntnis darüber herrscht und daß so- Maßnahmen getcosfen werden müssen, um diese ^stechen bekannt zu geben. Der Kongreß ist der sticht, daß die industrielle Reorganisation der nicht energisch begonnen werden kann, bevor ^"8tau d in den Stand gefegt wird, sein wirtschaft- Leben wieder auszurichten und seine gewaltigen S^Äsucllen an Nahrungsmitteln und Rohstoffen der zur Verfügung zu stellen. Der Kongreß ist der beicht, daß der erste Schritt dazu die Einstellung Eingriffes durch Zwangsmittel fremder Mächte muß. Der Kongreß ist der Ansicht, daß die Mrt'chastlichen B e st i m u n g e n £t8 Frie- -n-dertrages hauptsächlichschuld sind S1 der Desorganisation der Produktion, unserer Kre- und an der Gefahr, welche die Welt bedroht durch st^voliilion und Hungersnot und daß dir Lebens- aller Länder es notwendig machen, daß leh Lest NtINungen s o schnell wie m ö g - e 1* geändert werden.

Eine serbische Rusliefernugslifte.

. wb. A vr ft e r b a m, 7. Nov. DieTimes" mel- l 1 3*:; Belgrad, daß die serbische Liste der Per- j-11 feindlicher Länder, die sich gegen die Kricgs- t.e:ga».oen habe», außer einer Anzahl beut» r bulgarische und GOO österreichische Namen lh:t:r'den Deutschen befindet sich auch WErcEseiduurtschall v. Mackensen.

L u ne, 8. Nov. DieEpoca" «fährt aus öc' :n kl-z-am schwere Zusammenstöße zwi- .... v: j Sechen staltsaude«.

Cine deutsche Kriesssefangeneu-Note.

wb. Berlin. 10. Nov. Die deutsche Regie­rung hat in einer Note in Paris darauf hingewie­sen, daß trotz des französischen Versprechens die deutschen Kriegsgefangenen in Franrkreich noch nicht freigegeben werden, obwohl die Ratifi- kation des Friedens erfolgt ist. Die deutsche Re­gierung habe sich bis zur Grenze des Möglichen be­müht, den schweren Friedensbedingungen zu ent­sprechen und sei aufs Weiteste entgegengekommen mit Rücksicht auf die deutschen Kriegsgefangenen. Sie erwartet mit »ollem Recht, daß diese der Hei­mat ohne Aufschub roiebergegebtN werden.

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vtt il'MMg.

Sitzung deS Untersuchungsausschusses vom 7. November.

In der sorige fetzten Sitzung erklärt auf eine Bemerkung orS Reichsministers Dr. David, er könne die Ansicht gewisser Moriuekreise nicht verstehen, daß die Friedens­resolution des Reichstages den RrifbtnSnntfcn Englands beeinträchtigt haben sollte, Admiral Koch: Da? ist meine Volte Ueherzeugimg. Hätten wir dauernd gezeigt, daß wir die Stärkeren sind, daß wir mit allen Mitteln durchhalten wollen, so hätten wir unser Ziel erreicht.

Dr. David: Haben die Engländer gesehen, daß wir durÄtzaltcn wollen?

Admiral Kock: Nein. Sie Haben vielmehr er­lab r e u , daß unsere Bundesgenossen nicht mehr auS- holten konnten. DaS hat bewirkt, daß sie alles daran- tetzten, uns marode ;u machen, was ihnen auch gelun­gen ist.

Aüg. G o t h e i n : Wieviel U-Boot» waren an der A-r»nt? Welches ist die VersenkungS»iffer? Wie hock waren unsere Verluste?

Admiral Koch: An der Front waren im, Februar lSl7 103 U-Boote, im März 121, im Avril 124, im Mai 128, in: Juni 130, im Juli 131, im August 132, im Sep­tember 133 und im Oktober 134. Versenkt wurden: Im Februar 731 500 Tonnen, im März 885 000, im April 109! 000, im Mai 869 000, im Juni 1016 009, im Juli 811 000. im August 808 000, im September 672000 und int Oktober 874 000 Tonnen. Unsere Verluste betru­gen: Im Februar?, im März 6, im April 2, im Mai 7, im Juni 3. int- Juli 7, im August 1, im September 9 und int Oktober 9 U-Boote.

Fregattenkapitän Bartenbach wird als Sachver­ständiger über technische Fragen vernommen. Zuerst bestanden gegen die U-Boote keine brauchbaren Gegen­mittel. Erst im Lause der Zeit wurden Wwebrntittel ein- aesübrt: Minen, Füeger, bewaffnete Handelssckisie, U- Boote der Gegner und das Horckverfahren. Die Lei­stungsfähigkeit der technischen Reparatnrstrllen ließ nach. Die vol^e Ausnutzung der N-Boote war am besten dadurch gewährleistet, daß man sie möglichst früh eiusehte.

Dr. Heisser ich: Nach englischen Angaben wurden versenkt weit über 8 000 000 Tonnen, schwer havariert weit über 7 000 000 Tonnen. Diese 15 bis 16 000 000 Tonnen gingen weit hinaus über das, was von uns als versenkt gemeldet wurde.

Admiral Koch: Unser Schätzungsversabren war so zuverlässig, tote es nur der gewissenhafteste Deutsche machen kann. Die Engländer hätten das nicht so getan.

Dr. Siuzheimer: Graf Czernin soll durch einen Bericht an den Kaiser von Oesterreich die Frie-- densgeneigtheit Englands gestört haben. Glaubt der Zeuge nicht, daß England auch ohne diesen Bericht über die Zustände in Oesterreich durch Tausende von Agenten unterrichtet toar?

Admiral Koch: Das fattn ich mit lebhaft vorstellen. Aber ein amtlicher Bericht bei Ministers des «enge­ren an seinen Kaiser ist mehr wert als Tausende von Agenten.

Abg. Dr. Spahn: Wann war die U-Bootwaffe tech­nisch so ausgebildet, daß wir den U-Böotkrieg hätten et« olgreich beginnen können?

Kapitän Battenbach: Die Eröffnung des U- Bootkriegs im Februar 1915 war wohl etwas zu früh. Ich hätte den 1. oder 15. April 1915 für den richtigen Zeitpunkt gehalten. Wir besaßen damals etwa 30 Boote.

Hieraus wird Abg. Dr. Struve «Ö Zeuge ve» rrommen über die Angaben, die dem Hausballsaurfchuß des Reichstages vom Adnuralstab und Reichsmarineamt über die U-Bootwasfe gemacht worden sind. Der Zeuge behauptete, daß die Zahl der froutbereiten U-Boote viel geringer gewesen fei, als Admiral v. Capelle angegeben habe. Auch sei die erste KriegSzeit unter Großadmiral v. Tirpitz nicht voll für den U-Bootbau auSgenutzt wo» den. Noch schlimmer sei eS vor dem Kriege gewesen. Tldmirat v. Capelle behält sich weitere Ausführungen 'fit die nächste Sitzung vor, Dees« findet SXatitezg 10 Uhr statt.

Di« Arbeit des Untersuchungsausschusses der Na­tionalversammlung. die schon von Anfang an merkwür­dige Züge aufwies, scheint zu einem ernsten nationalen Schaden zu werden. Der Untersuchungsausschuß be- schästigt sich noch immer mit bet Episode der Wilson- scheu Ftiedensaktion und dem Unterseebootkrieg. Zu erllären ist in dieser Angelegenheit längst nichts mehr: der einfache Tachestand war eigentlich schon durch die Darstellungen, die sich in den Kriegsbüchern und Ber- öffentlichungen Ludendorss» und HelfserichS finden, völlig aufgehellt, und die Vernehmung deS Grafen Bernstorff hat kaum bemerkenswerte neue Tatsachen zur Beurteilung der Situation ans Licht gebracht. Das Gleiche gilt von den Aussage« der Herren v. Bethmonn Hollweg und Zimmermann; sie beleuchten wohl die Psychologie dieser Politikr, aber sie brach­ten nichts wesentlich Neue» in der selbst. Äeht man immer noch nicht ein, daß diese ganze unbegreifliche nationale Selbsterniedrigung und Zerflei chung die Ver­achtung, die man in de« stark national ernpstndenen feindlichen Ländern heute für deutsches Wesen und für das deutsche Volk empfindet, ins Ungemessene steigert? Jeden Tag zeigen uns die Westmächte von neuem, daß sie uns nicht wieder hochkommen lassen wollen; und wir finden in unserer tiefen ErniHrigung nichts Besseres zu tun, als Beweise zu sammeln und nötigenfalls auch gewaltsam zu konstruiere», für unsere eigene Schlechtigkeit und für die Moral und den guten Mllen der Sieger von Versailles.

Aus dein besetzten Gebiet.

Wen» die französischen Kontkollossiziereallen, falls verschwinden" könnten.

tob. Berlin, 7. Nov. Der französische Oberkommis­sar der besetzten. rheinischeu Gebiete T i r a r d äußerte in einer Unterredung mit dem Berichterstatter des ..Petit Parisien" u.a.t Die französischen entroll- offijiere könnten allenfalls verschwinden, wenn die besetzten Länder nach dm Wünschen des Landes selbst verwallbet baren, Hessen durch hessische Beamte, die ?3fat$ durch $fät«r. Solange aber die Behörden dieser Länder durch preußische Beamte gefettet würden, sei cs unmöglich, daß Frankreich um diese Politik sich nicht kümmere, da diese Politik sicherlich alle Mittel anwenden würbe, um der Besetzung entgegeuznwirfen und die Sicherheit der verbündeten Armeen in Gefahr zu bringen.

Hierzu bemerkt dieDeutsche Allg. Ztq.": Das beste Schutzmittel gegen solche Bestrebungen wird in jedem Falle die von Tirard versprochene loyale, wohlwollende A tssührung des Friedensvertrages sein. Der Oberkom­missar kann versichert fein, daß die deutschen Behörden ihm in dieser Hinsicht kein Mistraum entgcgenbringm. Die Nnssührnngen Tirards über die Notwendigkeit, jede Provinz nur durch Beamte verknallen zu lassen, die aus ihr felbst stummen, werden freudig von den französi­sch en Regionalisten begrüßt werden. Es würde in ^rrankveich gewiß als ein großer Fortschritt angesehen -nerden, toemt künftig die bretonischen Gebiete durch Bre­tonen, die lothringischen ditrch Lothringer verivaltet würden.

Täglich« Dampfervetbinduvg zwischen London und Köln.

Köln, 7. Nov Demnächst soll ein direkter täglicher Dampferrwrkeht zwischen London und Köln eingerichtet werden. Der Plan geht von eng­lischen Fabrikanten aus, die den Verkehr im be- etzten Gebiet noch weiter ausdehnen wollen.

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Lloyd George über die Weltlage.

Wb. Amsterdam, 8. November. Wie Reuter mel­det, sprack der Lordntatzor von Londott auf dem Lord- mayors-Felnnahl in der Guild Hall die Hoffnung aus, daß der Völlerbund das Mittel zur Erreichung eines dauernden Friedms sein werde. Lloyd George, der mit lebhaftem Beifall empfangen wurde, fagte, er hoffe trotz aller Schwierigkeiten, daß eine Lösung gefunden iverde, die den Interessen des italienischen Bundesgenossen ge­recht werde. Uchzr die wichtigsten Grundsätze für eine Regelung der Türkei beständen unter den Verbündeten wesentlich Uebereinstimiitung. Alle icien davon überzeugt, daß dir Türkei die von Griechen, Arabern und Armeniern bewohnten Gebiete schlecht verwaltet habe, und dem sei ein Eicke gemacht worden. Man habe sich dahin geeinigt, daß dfe Zugänge »um Schwarzen Meer für alle Völler Tti fein müßten und daß ihre Bewachung nicht längm einer Macht ««vertraut werden dürfe, die das in sie gefetie Vertrauen enttäuschte und diese Zugänge auf Be- ehl Preußens für die Verbündeten schloß, lieber Rußland egte Lloyd George: Wir können leinen Frieden haben, wen« tit Rußkmck kein Friede ist, und die Nussichtm sind nicht günstig. Boe einer Woche hatten Aussichten auf eine rasch» Lösung bestanden, heute weist aber «ilcs auf einen

langen blutigen Kampf hin. Der Angriff auf Peters­burg konnte nicht durchgefetzt werde», und Dnu'kins Vor­marsch auf Moskau ist vorläufig aufgebalten. Er glaube nicht, daß die bolschewistischen Armeen ganz Rußland erobern würden, da die Baitertr dem Bolschewismus feind sich gegenüberständen.

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wb. London, 9. Nov. Im tlnterfjaufe wurde mit überwältigender Mehrheit die russische PolitA bet britischen Regierung gebilligt.

Zwei Minuten-Eebenkseier.

wb. Amsterdam, 7. Nov Reuter meldet aus London, daß bet König von England ein Schreiben <m alle feine Völker richtete, worin er sie auffordert, am 11. November 11 Uhr morgen?, »u der Stunde, in der der Waffenstilkstatck unterzeichnet wurde, jede ge­wohnte Tätigkeit, alle Arbeit, {eben Laut, alte Bewe­gung, jede» Geschäft und Vergnügen zwei Minuten lang einju ft eilen. Der Minister des Innern teilt mit, baß Maßnahmen getroffen wurden, um alle Züge an»uhalten. Die Polizei wird jeden Verkehr auf bet Straße anhalten.

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Dktttsch-Oestkrrkich.

»Republik von Oesterreich".

wb. Paris, 6. Nov. (Hanas.) Der Präsident der österreichischen Abordnung übergab am Mitt­woch dem Generalsekretär der Friedenskonferenz Dutasta die Ratifikationsurkunde des Friedens- Vertrages von St. Germain. Die Bezeichnun- Deutsch-Oesterreich" wird ersetzt durchRepublik von Oesterreich". Ebenso wurde die Klausel ab­geschafft, nach der Deutsch-Oesterreich einen Teil de» Deutschen Reiches bilde.

Die Ortsnamen in Südtirol.

wb. Innsbruck, 6. Nov. Nach hiesigen Blät­termeldungen berichtet derSecolo": Der General- kommissar Credaro entschied, daß im Trentino nut italienische Ortsnamen verwendet werden dürfen, weil die ganze Bevölkerung italienisch sei. Im Ge. biet von Salutn bis Meran sollen die deutschen und italienischen Namen als gleich gestellt ge­braucht werden. Bon Bozen bis zum Brennet, f»- wie von Meran bis Neschen-Scheidegg und zu« Stilfser Joch bleiben die Namen deutsch, doch wird in den Orten, wo früher der italienische Name in Gebrauch stand, diesem der deutsche bei» gesetzt.

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Tschecho-Amaket.

wb. Wien, 8. Nov. Wie eine Parlamentskorre­spondenz auS Prag meldet .wurde gegen den Führer der Deutschen in Böhmen, Dr. Lodgemann, ein Ber- (hüten wegen Hochverrats eingefeitet, weil er bei einer Gedenkfeier für bi: Märzgefallenen in Kunden eine Gedenkrede hielt, die in das Vaterunser auSllang, worin angeblich folgende Sätze vorkamrn:Vergib uns untere Schulden, richte Du untere Peiniger! Erlöse unser Boll tu8 Nacht und Tod, gib ihm wieder fein Reich."

wb. Reichen berg i. Böhmen, 8. Nov. Der All- aemeimnrsstand der gesamten arbeitenden Bevölkerung von Reichenberg wurde für nächsten Montag beschlossen. Der Grund »st baiiptsächlich das Versagen der staatlichen Lebensmittelverforqung im ganze» RciKenberg.'r Bezirk. Es sind keinerlei Vorräte an Brot und Mehl mehr vor- 'banden, sodaß eine Katastrophe bevorsteht, nxnn die Prager Regierung nicht sorort Abhi^e schasst.

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NrrßlMd.

Der Kamff nsi Riga.

wb. London, 8. Nov. (Ncuter. Amtlich.) Die Letten sind unter dem Schutze einer Beschie­ßung durch die Geschwader der Verbündeten west­lich der Dwina längs der c-unzen Front 10 Meilen vorgerückt und haben die Truppen Vermonts aus den Vorstädten Rigas z>nückgettieben.

Denikin von den -»trarnetN gefchls*en?

wb. Bern, 8. Nov. Nach ein«: Meldung des Ukrainischen Presiebiiros ist die Schlacht ?o.olchen der ukrainischen Natiaralarruee und Teuidin wie­der von neuem entbrannt. Denikin wurde am 4. November geschlagen und über den Tug zu.iick- gebräimt. Ukrainische Abteilungen bedrohen De­nikins Front bei Msmiisrv.

Die afghanische 86»bR«K$ in Mßsknu.

o ck h o l m, 8. Nov. Rach Meldungr:. der scheu Presse traf in Merlau eine afghanische Sefandifchaft ein. Cie xv. 'n mit mitt