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leben der Völker ständig von Umwälzungen

, Sa Leitet ist, die nur nicht immer sich in Revolu- 9 n2: tienen äuhern. Gerade ein verlorener Krieg ist

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Md ähnlicher Ereignisse bezweifeln. Auch was -Dir aus Rußland hören und aus Ungarn nun wis­sen. dürfte im nichtkommunistischen Deutschland den

Austritt

Pressedienst der nationalliberale

tu. Zürich, 7. nicht, jedenfalls ist

rechtigt. Wir hatten bei der Oberste'' e Anhaltspunkte über die gute W i .

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äußerst brennend getvorden sei. Man sei totetrffitbtiii* je« nötigt, das Saloniki-Unternehmew ebubte» chen. Tas bedeute die Preisgabe von Griechenland «x Hl Zentralmächte, die dadurch neue U-Bootstühr-snste grete* neu würden und so den Mittelmeerverbehr MM-gW machen filmte. !

Der

Der

Zustimmung.

Rov. Ob Amerika ratifiziert oder der Oberste Rat entschlossen, den

Realen Theorie sondern danach zu messen, was ße iti diesem realen Leben für Zustände mit sich trachte.

tob. Berlin, 8. Nov. Hindenburg und hendorff dürsten nicht vor Donnerstag 'vor Untersuchunasaussthuß vernommen luerben.

bad)), rftnnfe,

diesem Sinye d. h. ihrer geschichtlichen Bedeutung ftr das weitere Leben unseres Volkes zu ziehen, ist

Die Gemeindewahle« i« Oberfchlesie«.

tob. B e r l i n, 8. Nov. Die deutsche Regierung Hai gegenüber dem Berlangen der Verbündeten nach Hin­ausschiebung der Gemeindewahlen in Oberschlesien in einer m Paris übereichten Note daran festgehalten, daß die Wahlen jetzt schon ftattfinden müssen.

MS Sachverständiger iw landwirtschaftüchen Fräsen wird der Abgeordnete Dusche (T. BolkSp.) im Bereich ReichSarbeitsmiMjirriums «nf Wunsch des Minister»

Schlicke tätig sei«. , .

Da» nationale WitzblattPbosvbor" ist in dem ww den Franrosen besetzten Gebiet dauernd verboten Word«,

Der Wnietgewwreie betragt fit die 8gell Zeile 80 4 «. 50*f» tew

45 amtliche m. «uswirHqe 55 -*t Zirklskzettr-

al* «arrabatt. - Sei Xwehmft durch »le »e,chSttostelle «.Bermittt«, brr Angsbate 85 4 «»udergebühr. Po»iche«,nt»: Xe. 5015 Amt Frankfurt a. R.

eil Zeile 80 4 «. 501. Teuminü«$m»LIKi

Mef lamejeile* .50X. Feder Rabatt giltst- ------- - ---------- 1919

kauf en q ! liste

men, dass Deutschland ducchhalten könne und Nach der Veröffentlichung de» Admirals ©tnv wir dazu auf dem besten Wege. Lloyd George u waren schon im Begriff nach Rom zu reisen u über einen Berständigungsfrieden zu beteten.

Friedensvertrag in Kraft treten zu lassen, und ztoar etwa um den 20. November. Bei dieser Entscheidung soll es dann auch bleiben, wenn Wilson durch die Oppo­sition genötigt wird, den Vertrag zurückzuziehen. Die Laufzeit für den Beitritt zum Völkerbund wird am 20. Januar zu Ende gehen.

Die Hamburger Reeder gegen fee« neue« Erpressung»- versuch.

tob. Hamburg, 8. stob. Ter Verein Hamburger Reeder und der deutsche »eeiahrtsausschuss fordert di« Neicksregicrung zum äußersten Widerstand gegen ta6 Auslirferungsbegehre« der Verbündeten bett. Abgabe von Schiffen usw. auf, da sonst der wittschastliche Wie­deraufbau unmöglich 'ei.

Marburg, 8. November.

Bezirk»ko»mand«. Lb stlt. | T.

bruch, Korn. de» Landw. Bez. Marburg, wurde beut Mil. Woch-rnbl." zufolge, von feiner Dienststelle ent* hoben und zu beu mit Pension veraLschirdete, Offi* zieren übergeführt. Zu seinem Nachfolger wurde CberftlL v. Barteuwerffer (bei Ari g?begt»n iM Inf. Sieg. 44) unter Stellung zur Tlspvsi.isn nur by gesetzl- Pension ernannt.

tob. Flensburg ,8. Nov. Die zur Vorbereitung der englischen Besetzung der Stadt hier eingettosfenen englischen Offiziere nahmen von der Ausführung ihres Auftrages Abstand und reisten ab.

tob. Hamburg, 8. Nov. In argentinischen Häfen liegen deutsche Dampfer mit Maschinenschäden auf, die demnächst'nach Hamburg und Bremen zurückgeschlevpt werden. Sie bringen wichtige Rohstoffe und Lebens­mittel mit.

wb. Berlin, 6. Nov. Die Reichszenttalstelle für Kriegs -und Zivilgefangene teilt mit: Mit den Heimkeh­rern ans Aegvvten treffen in Bruusbüttclkoog der Dampferltzaldjemal" voraussichtlich am 10. November, der DampferChristian Nebe" voraussichtlich am 13. November und der DampferAtdenis" voraussichtlich am 15. November ein. Der DampferGuldjemal" hat äusser 226 Offizieren 1100 Ostafrikakämpser, 129 Mann von der Valästinafrout, 80 Mann von der Besatzung des kleine» KreuzersBreslau" und 307 Zivilisten an Bord. Der DampferChristian Nebe" bringt 2371 Personen mit, darunter 30 Offiziere und 25- Mann von der Besatzung des KreuzersBreslau", 2302 Mann von der Paläsiina- sront und 14 Ostafrikakämpser. Mit dem DampferAk- denis" kommen 41 Offiziere und 1823 Mann sowie 122 Zivilisten an.

ift von einer Ilmwälzung begleitet, wie sie nach WS die Stein-Hardenbergschen Reformen z. B. «iuleiten. Ein Fazit bet Revolution von 1918 in

n Cai hr«te noch nicht möglich, dazu stehen wir noch zu foul»! ttr mitt nbritt, aber auch noch zu sehr unter den b s( ««mittelbaren Folgeerscheinungen des verlorenen

Krieges.

Wohl aber kai-n unb mutz man bie Frage stel-

UuHigc Hoffnungsfreudigkeit ging, zeigten bie F Ei' lbnnaen, auf englischen Schiffen wehe bie rote bahne, Revolution in Frank^kich u. 8. Die Er- iuichterung des Maffensiillstandes nützte nichts, ^rr Frieden wirb ganz anders aussehen, wilsonisch, w oersicherte man. Run, nicht erst seit gestern wis- rER wir, dass bas deutsche Volk grausam getäuscht

Deutsches Keich.

au« der demokratische» Partei.

Deutschen Bolkspartst teilt mit:

irgend einen unglücklichen Umstand fiel der Entente <Kubt ? su dieser Zett ein düster gefärbter Bericht des (Berte Czernin in die Hand und erregte grosses Aullebe», Nus diesem Bericht bat man geföhnt .dass auch Deutsch« land vor dem Zusammenbruch stehe. Der ®erftM* gungsgedanke wurde definitiv fallen gelassen. Des U-Bootkrieg war kein va banaue-Spiel. Der ttn* zige Fehler war, dass er nicht früher be« gönnen wurde.

Oberst v. Mertz als Vertreter bei Kriegsmttttstr- riums: Minister Dr. David be^neifeffe, ob Sims bfe Realie täten klar gemeldet hat und meint, dass er ans politischen Gründen gefärbt hat. Dieser Zweifel ist durchaus wrte«

seinen Austritt aus der demokratischen Partei und seine Auflösung beschlossen. Sämtliche Vorstandsmitglieder bis auf zwei und zahlreiche Mitglieder erklärten sich für den Anschluss an di« Deutsche Bolkspartei, darunter der frühere Landtagsabgcordnete Kommerzienrat Vogel in Frankfurt a. O. und der Vorsitzende Justizrat Sch in k-, der auf der Vorschlagliste der demokratischen Partei für die Nationalversammlung steht. Der Vorsitzende der demokratischen Landtagsfraktion in Baden, Rechtsan­walt Fr. König in Mannheim, hat sein Mandat nie­dergelegt. Als Grund führt er in einer Erklärung im ..Mannh. Gen.-Anz." an, daß er die politische Haltung der Fraktion nicht länger mitmache, besonders in der fortgesetzten Bewilligung von Teuerungszulagen. Das sei eine Schraube ohne Ende. Herr König ist der lang- iährige Führer der Mannheimer Nationalliberalen ge­wesen. Ausserdem haben auch die Abgeordneten Muser und Göring von der demokratischen Frattion der Parteileitung mitgeteilt, dass sie entschlossen seien, ihre Mandate zum badischen Landtag niederzulegeu. Muser ist der alte Führer der Fortschrittspartei. Göhring ge­hörte der früheren Nationalliberale» Partei m Baden an. Vor einiger Zeit hat auch der demokratische Ab­geordnete zur Rationalversammlung, Handelskammer- Präsident Engelhard - Mannheim, auch ein ehemals Nationlliberaler, sein Mandat niedergelegt.

Wiedereintritt in den Staatsdienst. Nach de« Bayerischen Kurier' treten demnächst zwei hohe frühere Staatsbeamte in den aktiven Staatsdienst zurück. Der ehemalige Ministerpräsident v. D a n d l wird al» San« dösfinanzamtspräsident in Würzburg unb der frühere bayerische Finanzmnnfier V. «re uni g wird al» Se­natspräsident an den Reichsfinanzhof nach München, be­rufen.

Der gestrige kommunistische Jahrestag der russi­schen Revolution hat mtt einem Mißerfolg geendet.

0 3.t

Durch

Marburg

Sonnabend. 8 November

schäften waren über (eben Zweifel erbeben. Bedeutungs­voll war chass England gewaltsam die neutrale Schisiabtt in seine Dienste zwang und damtt seine Lücken teitaraf» aussüllte. Den Zweck. England -uSzubungern, hab« MT nie verfolgt. Wir wollten eS durch ScknffSraumvertn»i ju der Ueberzeugnng bringen, dass die Zett gegen Eng» land arbeite. England musste zu der Ueberzeugung fr**

Die Oderheli'lche Zeitung" erscheint sechsmal wöchentlich. - Der

" ; beträgt monatlich 1.60 x. fre: m» Hau«; feur* bie

..._____Beste«geld - Beriag oou Dr L. fiifeeratfe. Druck Ser

Univ - Buchdr. von I o h. « u a. tt o ch. Mark. 21/23. - K.ms»rech°r ko.

tob Berlin, 7. Nov. Bor dem varlamemarstchen Untersuchungsausschuss werden in der kommenden Wochg Staatsftlrctär a.D. v.Jagow und der frühereMeick»» kanzler Michaelis vernommen werden. Auch bet ehe­malige Botschafter in Loudon Fürst Lichnotoskgtzeht auf der Liste der noch zu Verhörenden.

Zm 9. AsgMn.

An diesen Tagen ist ein Jahr verflosien seit der «otzen Umwälzung, bie am Ausgang des Krieges «sser Volk erschütterte. Wenn bie Erinnerung an gie große französische Revolution vor 130 Fahren B85 nicht veranlaßte, innere Umwälzungen mehr fget minder in ihrer Form zu denken, so müßte «an festst eilen, daß bet Unterschieb zwischen Revo-- und Evolution nickt gar so groß ist, ja, baß

fen, ob bie Revolution bas geleistet hat, was sie

Der S'Misskikg.

Sitzung des Untersuchungsausschusses vom 6. November.

Nach der Vereidigung Dr. Helsferichs wird von Wmiral v Capelle daraus verwiesen, daß eine genaue Angabe über die Zahl der zur Verfügung stehenden XX« Boote für alle, die nicht mitten drin standen, außer- v'-dentlich schwierig war, da wir bis zu zehn Typen ge­habt hätten, solche die für den Torpckokrieg und solche, die für den Mineukrieg bestimmt gewesen seien. Dr. Sinzheimer stellte fest, dass nach den Akten Beth- mann Hollweg monatelang käinpsen musste, um eine zwei selsfreie Auskunft über die U-Bootstärke zu bekommen, Wmiral v. Holtzendorff stand aus dem Standvuntt, dazu sei er nicht verpflichtet. Heber die Wirkung des U- Bootkrieges führte Admiral Koch weiter aus: Holtzen- dorsf war zu der Ueberzeugung gelangt, dass der U-Boot- krieg England in fünf Monaten niederzwingen würde. Wir hofften auch auf physische und moralische Wir­kungen des U-Bootkrieges. Die U-Boote haben uns nicht im Stich gelassen. Sie haben mehr versenkt, als wir berechnet hatten. Auch wirkungslos war der U-Bootkrieg nicht ,da nach dreimonatiger Dauer Wmiral Sims zu Jellicoe sagte, Deutschland würde den Krieg gewinnen. Die englischen Schisssverluste waren viermal so gross, als die englische Presse sie mel­deten. Abschließend bemerkt Wmiral Koch, daß vom Ad­miralstab die mUitärische Bedeutung des Krieges mit Amerika niemals unterschätzt worden sei. Abg. Dr. Cohn verweist auf die englischen Angaben, wonach die Ziffer der transportierten amerikanischen Mannschaften 1800 000 gewesen sei. v. Capelle: Von der See- kriegsleitung wurde immer die Ansicht vertreten, daß der rücksichtslose U-Bootkrieg innerhalb fünf ober sechs Mo­naten die Beendigung des Krieges herbeiführen werde Dieser Gedanke zieht sich wie ein roter Faden durch alle Denkschriften und Aeußcrungen, auch durch die Ver­handlungen im Hauptausschuß.

In der Sitzung vorn 7. November bat der Vorsitzende Abg. Warmnth den Wmiral Koch, sich darüber zu äußern, was die Marinebebörden zn der Auffassung berechtigte, daß ein am 1. Februar eingesetzter rücksichtsloser U-Bootkrieg nach Ablauf von 3 Monaten etwa den Erfolg haben müßte, England zur Friedensbereitschaft zu zwingen.

Admiral Koch: Ter erhoffte Erfolg des U-Boot- kriegeS ist nicht eingetreten. Im rein militärischen Sinne sind die Erfahrungen indessen übertroffen worden. Ein Versagen auf dem Arbeitsgebiet der Marine kann ich nicht sestsiellen. Führung und Opfcrfteudirkcü der Mann-

in^eo! . - -

ärztfK VU wurde, daß sie sogar auf den letzten Avider- vedaM

gut *

te&en » Doeifel an der Möglichkeit dieser Heilslehre Marx- S-ai» Hen Kepräges gesteigert haben. Ist man doch in Erutfchland geneigt, eine Idee nicht an ihrer

iit, $1« -was bedeutete, daß die Revolution noch nicht be- % Mkdet sei, wie cs auch die Kommunisten behaupten.

Nazi end«

_ 98

mit dem Kreisblatt für den Kreis Marburg _

Tageszeitung für (das früher kurhesiische) Oberhesieit

drk Fried?«.

Inkrafttreten de» Friedensvertrage» auch ahne Amerikas

stinni, [gart,

- J ®ts lastete, nicht Zweifelhaft. Trat doch auch die >71 i sf-vsiut ion mit dem Anspruch auf, kraft ihres demo- ttotifiben Ursprungs die Liquidation des Krieges , besser vollziehen zu können, als die durch ihrean- iAtrioniftifche und imperialistische Vergangenheit

X ^kompromittierte alte Regierung." Wilsons 14 i Sen Rurrkte, Pazifisierung, Völkerbund! Deutschland

93 Miete ab und glaubte in feiner Wehrlosigkeit ge- -" fiiitzi auf die Ideen Wilsons die beste Waffe für imlf künftigen Frieden zu haben. Wieweit die da-

tr^chmM ßer, wenn auch in den Augen der Nevolutionsmän- M nach so starken Mißstände wäre, so sagen sie mit echt, durch die im Zuge befindliche Demokratisie- unseres politischen Lebens von selbst erfolgt. Co bliebe nur die Auffassung, daß die tragende : Kee der Revolution doch der Kommunismus sei,

Tke RüttMttna der battlschen Gebiete.

tob. Paris, 6. Rov. DasJournal" meldet, dass ber Rat der Fünf die Instruktionen der Mission Nieisel festgesebt bat. Diese Instruktionen haben einen ausschliess­lich militärischen Charakter und beziehen sich auf bie Kontrolle der Räumung der baltischen Provinzen durch die deutschen Truppen.

tob. Gens, 7. NovLibre Parole" bringt bereits eine längere Auslassung von Forderungen der Verbündete!! nach Auslieferung weiteren Flottenmaterials, falls die Baltikum-Untersuchung nicht zu Gunsten Deutsch­lands ausfällt.

tob Berlin, 7. Nov. Am Mittwoch wurde ein durch Berlin kommender Urlanberzng der Eisernen Divi­sion angehalten und der Transportführer verhaftet. Tie Mannschaften find über die allgemeine politische Lage vollkommen falsch orientiert. Sie glauben -daß bie Ame­rikaner die Baltikum-Operationen unterstützten.

Judenitsch eingeschlossen.

tob. Amsterdam, 6. Nov. Siner Wireleß-Vretz- mcldung zufolge wird drahtlos aus Moskau berichtet, daS Heer d s General» Judenitsch sei vor den rettn Truppen vollständig umzingelt worden.

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krieges. Ein aufgefangener Fmrkfpr: spricht von ber verheerenden Wirkung des tt-Bootkrteqes und lässt erkennen, daß die Lebensmittelirage in CFnaUrt

Das alles ist einfach f e st z u st e l l e n. Nicht darauf kommt es fetzt an, bie Fragen um bie bas deutsche Lebensinieresie geht, zum Streitobjekt ber Parteien zu machen. Im Gegenteil wirb man so­viel als möglich auch in dem bittersten was uns umgibt unb noch bevorsteh', endlich einmal wieber ohne parteipolit sche Scheuklappen brutsch zu emp- inben lernen müssen. Es wäre ein kleines am einzelnen festzsistellen, baß auch bie inner- politische Bilanz bes ersten Jahres deutscher Republik einer Prüfung nicht stanbhölr. Sie hat zweifellos den Kampf aller gegen alle de- günstigt, der dem beritschen Volkscharakter an sich schon nahe liegt, sie hat bas Parteiwesen in üppigster Blüte erstehen lassen, unb wie bas Aus­land über uns benkt, zeigt cs in feiner Bewertung unseres (Selbes. Wieviel von bem Wirrwarr, ber uns umgibt, auf Rechnung bes verlorenen Krieges kommt, ist freilich schwer zu sagen, wenn man mit unvoreingenommener Meinung an diese Prüfung herantritt. Es ist nicht bie Absicht bieser Zeilen, nolMssch bie fetzigen Zustände zu beleuchten. Jeder einzelne weiss, in welchem Hexenkessel voll Reid, Missgunst, Elend unb Vergnügungssucht, brutaler Eewinnsucht, gewissenlosem Schiebrrtum sübrigens die Begleiterscheinung fast feder Revo hition), öde Projektemackerei und Mangel an all den Eigenschaften, die Deutschland gross gemacht haben, wir leben. Man braucht gar nicht weit zu greifen. DerVorwärts" selbst also bas Re- gierungsergan, schreibt zu dem Erlass über die Reichsflagge:Wie uns von massgebender Seite mitgeteilt wirb, find noch folgende Flaggen in Vorbereitung: Reichsfinanzflaggs mit Pleite­geier, ReichsernLhrungsflagge mit Marme­ladenkübel, Reichsverkehrsflagge mit der gol­denen Inschrift:Alle Röder st e h e n st i I V*. Von einer Reichskolonialflagge wirb vorläufig Abstand genommen."

Diese Selbstironie würde jeder Zusatz nur ver­wässern. DerVorwärts" hat Recht! Auch nach innen also alles vernichtet. Freilich kann man hier nicht in gleicher Weise von Schuld berRegierung" sprechen. Jedes Volk hat eben die Regierung, bie es »erbient; bisse hat bas deutsche Volk sich noch bazu selb st gewählt Die üble Angewohnheit, auf eine Regierung zu schimpfen, bie an allem schuld sei, wird sinnlos in einem Lande, das sich durch die Wahlen diese Re­gierung selbst setzt: unb wie stolz sind doch bie DeiLscken, dass sie jetzt das demokratischste Land der Welt find. Rein, bas Volk selbst h a t versagt, insbefenbere bas Bürgertum, bas sich noch immer treiben lässt, bas noch immer nicht ebr sehen will, dass es sich nicht mit wirtschaftlichen Sorgen allein beschäftigen mutz, dass es nicht da­rauf ankommt zu schimpfen und zu klagen, sondern einen politischen Willen zu zeigen^ sich nicht durch politische Versprechungen oder Hetzereien in Stel­lungnahmen brängen zu lassen, bie seine Interessen schädigen, seine Macht in den Winkel stellen.

Wenn wir also nach dieser Richtung etwas aus der Revolution gelernt hätten, so wäre das aufs höchste zu begrüssen. Ob bei der jetzigen geistigen, moralischen, wirtschaftlichen Verfassung des deut­schen Volkes darauf zu hoffen ist, dass es bald wieder aufwärts geht, darf füglich bezweifelt wer­den. Wer aber davon überzeugt ist, dass der Kern des deutschen Volkes gesund unb zukunftskräftig ist und das wird doch kaum jemand bezweifeln, der unser Bürgertum und auch unsere Arbeiter­schaft in Wahrheit kennt, wirb mit Vertrauen an bie Zukunft blicken trotz allem, was wir erleben und was uns bie nächste Zukunft bringen mag. Erst wenn ber Einzelne wieber lernt, sich seiner 1 Verantwortung gegen bas Ganze bewusst zu wer­ben, ist freilich ber Boden dafür gegeben.

narb Mit als re nächste Aufgabe ansah. Darüber ist Hulli $8 wohl auch unter den Beteiligten kein Zweifel, 16 M tsß die Revolution eine grosse Idee nicht l'lMHtboren hat. Demokratische unb selbst sozial- tzttnskratische Führer haben das ausgesprochen, dass die Revolution scheinbar zu einer Lohnbewegung tn grossen Stiles ansgeartet fei. Das Abstellen einb

Borbcn ist. Alle Versprechungen finb in nichts zer- b nitiü ; Rattert Der Ccheidemann-Frieden, ben wir er- felten haben, ist, wie so oft vorausgesagt, nichts Ipf *Aet geworden als bie Versklavung unseres Vol- ----s. und der Völkerbund soll nichts anderes wer- ün« 9 als die weltgeschichtliche Besiegelung dieses jdvstandes für alle Zeiten. Die Regierung war

J-3t so fest davon überzeugt, daß ihre demokra- Eche Gestalt einenVerständigungsfrieden" brin-

Die deutsche Revolution von 1918 war, wie heute wohl nicht mehr bezweifelt wird, von soziali- > ^Mscher Seite von langer Hand vorbereitet. Ihr i U r Erfolg war bei der allgemeinen Erschlaffung nach aeifc küi verlorenen Krieg und allem, was damals auf

der organisiert werden konnte, verzichtete, hat unter der Herrschaft ihrerIdee" Deuttch- «v.b wahrlos gemacht. Heute wissen wir, was bie Eheste einem wehrlosen Deutschland zumutete, es Est kein Zweifel, dass sie einem Deutschland, bas t nur einigen Widerstand hätte leisten können, ^ches nicht zugemutet hätte. Die'aussenpoli- E'sche Bilanz der Revolution ist ver. 3>L1$teiib. Auch das demokratischste Land der . ."-lt, das Deutschland jetzt ist, hat die Ansprüche ^serer Feinde (bas find sie heute ja mehr gts je * ihrer eignen Ansicht!) nicht gemildert, sie im ^enteil ins Ungemessene gesteigert.

Stein« freilich unser deutsches Volk wie das russische caß-« W derartigen Experimenten geeignet ist, darf man gea. 1 Uglich angestchts der Münchener, Braunschweiger