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MMWWWMWW^WWWWWWWWWWWWWWWWWWUWW 1; _ JOffi kehrsarbeiter und Eisenbahner zur höchste« Leistungsfähigkeit während der Bahnsperre auf.

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5« Fszll her ArssWim.

Ei« soziakdemokratische» Urteil.

Rm 9. November will die Tvziaide^notratie iw Versammlungen, Feiern und sonstigen Beranstalrungn» die Bilanz der Revolution ziehen. Sre gedenkt dabei offenbar ein Aktivsaldo zu erzickn. Wie nachdenkliche Leute in den eigenen Reihen über das Fazit di^rS einen Jahres denke«, zeigen folgende Ausführungen Heinrich C u no w S in der sojialdemokcaiijchenNeuen Beit:"

Die vor dem ReichSzulammenbruch verkündete Mär von den westlichen Demokratien, die, sobald Militarismus und KaiserismuS in Deutschland gebrochen seien, kein In­teresse daran hätten, daS deutsche Bolk zu vergewaltigen, dieser namentlich von den UnabbSngige« verbreitete, aber in unseren Reihen vielfach geteilt« naive Glaube« wurde schon durch daS Bekannnverden der Dasftnstill- standsbedingungen abgetan: aber nun hieß ti wieder, die eigentlichen FricdenSbedingungen würden um so günstiger ausfallen chafür würde schon der ehrliche - Demokrat Wilson sorge», der daS von ihm aufgestellte Friedensprogramm nicht verleugnen könne uni) dessen Be­mühungen überdies sicher durch die Maßnahmen der gro­ße« Arbeiterinternationale unterstützt werde« würden. Dir revolutionäre Gärung habe bereits auch England und Frankreich erfaßt: die Weltrevolntio» »rohe auf diese Länder überzugreifen, und schon diese Ge­fahr wett>e die leitenden Staatsmänner in London und Baris bestimmen, den Bogen nicht zu übersvannen. 8* , dem hätte der VölkerbundSgedanke dir Nationen in seinen Bann gezogen. BaÜ> werde dieser Bund alle großen Nationen umspannen uub zu wirtschaftlicher Zu­sammenarbeit vereinen, und in diesem Bund« werd« stch dann auch die Gehyrnheit bieten »etwas« übertriebene Friedensvertragsvergflichtungen zn ermäßigen und' mit Unterstützung deS Bunde» an die Wiederherstellung unfc- reS Handelsverkehrs mit dem AuSlande zu geben. Sch 6 n e Illusionen, die noch vor fünf, sechs Monaten sich, mit rhetorischen FloSkeln reichlich gespickt, in einem große» Test unserer Barteipresse breitmachten und von Mil­lionen geglaubt wurden! Und beute? Die FriedenS- bch>iugungen find härter ausgefallen, al» selbst die ärgsten Pessimisten angenommen haben eine völlig« Versklavung deS deutschen Volke», eine Bolksknechtung, für dir e» kein Beispiel in der bis­herigen Staatengeschichte gibt, und weder die Inter­nationale noch die französischen und die englischen S» ziallstrn haben sich zu irgendwelchen auch nur einiger« maßen wirkungsvollen Protestaktionen veranlaßt gesübtt. Befremdender und noch gefährlicher als diese Selbst­täuschungen in bezug auf die EntwicklungSrichtung d« Weltpolitik ist die tigenartige Ansicht, die man in sozia­listischen Kreisen über unsere Finanzlage, die Mög­lichkeiten unseres wirtschaftlichen Wiederaufbaus und der Erfüllung der uns durch den Berfailler Friedensvertta, aufgezwungenen Verpflichtungen findet. Weil die Ernäh- rungsverbältnisfe in letzter Zeit etwa? besser geworden sind, wird von vielen geschlossen, nun seien wir über die schwierigste« Zeiten deS wirtschaftlichen Druckes und der Entbehrungen hinweg; nach und nach würde sich die Ge- s schäfts- und die Lebenslage deS deutschen Volkes immer besser gestalten, und wir so wieder in einigermaßen bebag- liehe Wirtschaftsverhaltnisse hineinwachsen. Daß das, Wal heute verzehrt wird, nicht mit Arbeitserträgen bezahll! wird, daß vielmehr heute schon gedankenlos Werte ver­braucht werden, die erst noch erarbeitet werd«« sollen, und daß zudem die Zeit herannaht, wo die Entent« die uns aufgezwungenen Schuldverpflichtungen einforbet« wird, Verpflichtungen, die wir in unserer FinanzlaM s e l b st bei schärfster Anziehung der Steuerschraube nicht erfüllen können daran wird nicht gedacht. Der beste Deweis dafür ist, daß fortgesetzt neue sogenannte kultur« und sozialpolitische Pläne auSge- heckt werden ,die Milliardensummen erfordern, und de«« Erfüllung selbst in Zeiten höchster wirtschaftlicher Pro­sperität nicht möglich wäre. Es findet geradezu ei« Wettrennen auf dem Gebiete der Proiekienmache- re i statt, als kranke unsere Zeit nicht an dem Mangel ma­terieller Mittel zur Befriedigung des NahrungSbedarss sowie zur Wiederausnahme der Produktionstätigkeit und des Verkehrs, sondern nur an dem Mangel an schöne» kostspieligen Resormprofekten. Tatsächlich liegt die Sache so, daßauchnichtderzehuteTeil dieser Vorschläge Aussicht auf Verwirklichung hat ganz einfach, well die dazu erforderlichen Mittel fehlen. Selbst manche der bereits in der Reich «versa ff u ng oder in Landesgesetzen verankerten Lullurpläne werden sich ans diesem B runde meines Erachtens nicht durch?ähren lassen. Shel wahr­scheinlicher al» die Verwirklichung all der .schonen S*- zialifierungS-, Schul- und Kunstresormpläae ist, daß die Entente, sobald wir den uns durch den Friedensvertratz anfgebärdeten Verpflichten ^ea na^,zukommen ver­mögen, unbekümmert UM ade Einsprüche, dir gesamte Finauzverwaltung de» Reiche» wie der Einzel st aalen unter Kuratel stellt und dann die Etatkanchstellungen nach ihrem Belieben korrigiert."

Naiver Glauben",schöne Jllusflouen",völlige Bersklavnng",Proiekwnmacherei"... Äo urteill es Scziaidcmokrat über die Revolution, dir an sre ge» knüpften tzoffnunge« und 6t« wirklicheu Folgen. Säe Anlaß v..Feiern"?

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Der «njetgeaurei» Metrigt fit di« Sgele Zeile 80 4 m. 50»k leuenmaliufdiL - 1 cv-t-* - 45*, amtliche a. «uiwirtioe 55 <*, Aeklamezette 1,60.4. Zeder Maiett eilt VC»3» al» Barra datt. Set »»«tunst durch die 6e|*ift»W«üe n. Vermtttlnng der <niQ »nzed»te 26 4 6»x>ergeW6r. Postscheckkonto: Xt. 5016 Xmt Frankfurt a. St.

Die

,Oderbess > sÄe Zeitung" erscheint sechsmal »Schentlich. Der

Stud, i# tzdezagrprei» beträot we

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Monatlich 1.60 X. frei Ink Hou«; dnrch die Pest

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- Berlaq aex Dr E. Sitzerath. Druck der llnio -»uchdr. von Iah. »ug. Koch. Werft 21/58. Ieaasprech« 66.

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mit dem Kreisblatt für den KrelS Marburg

Tageszeitung für (Las früher kurhessische) Oberhessen

mietet meten.

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Marburg

Mittwoch, 5. November

L: Ht IhWmi d-- W««iiWeik!i.

P ftiMbutung Bethmann HoSiveg» und Zimmermann».

bsrn wl>. Berlin, 4. Nou. Der zwei le Uni-raurrchuß ti parlamentarischen Nntirfirch inz!., s^chus'eS setzt' 0[fe «ch dreitägiger Pause die Berbandlungsn heute mit __ « 8«r«chmiing de? früheren N-iibskanzfers u. Beth-

[91 ,ann Hollweg fort. Dec Voditzcnde W a r m u t h rti. ** eine Reihe Fragen an Beihmann Holliveg mb bat ihn, ^ftee Aussagen vom Freitag -u ergänzen. . ** l Btihmqu« Hollmeg erklärte' Der Rücktritt BrhanS

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stlbsiverständlich unter den politt,ch:n Umständen, denen er erfolgt ist, von nttc nach :cbcr Rich- g hin beobachtet worden. Se>n Eindruck uuf mich lediglich die Skepsis, di« sich im weiteren ersaufe bei mir gebildet hatte, verstärkt. Was Mitteilung konkreter Friedensbedingungen an Ge- betrifft, so erklärte ich schon, ba'gf 'ch' rlm konkret« stden-Ledingungen niemals mitgeteilt habe. Hier- r lag für mich keine Veranlassung vor. Abg Dr. tp.aheimer fragt: Ist Bunan mitgeteilt wo-don, Graf Bernstorfs instn-ktzrt ist, einen Fried-ns- .l! Wils 'N? herbeiMkLären? v. Bethmann oliw-'g antwortet: Ich möchte darauf aufmerksrm biß Bundesgenossen geaenübrr solche genaue ieuliernng über di? Ausführung dessen, was wir

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der I nedenSeklion betrieb, gleichzeitig uuf' en U-Bootkci g

»saktion der Vorwurf eines Toppe spiels ich t gemacht werden könne. DirS hätte nut ge- tfeu können, wenn er, während er die Wti,onsche

9rv(iten, nicht gebräuchlich zu sein pflegte. Mir ebü G si»t du? Entscheidende zu sein, daß Bnrian nach mttr I dseren ?nrerredunge>l völlig i>n Klaren darüber sein tzchle daß mir und der deutschen Politik «in Frie--

tiig laufenden Betreibu>lg einer qin.rika si'che.l Fc'.e--

' * 3« der weiteren Verhandlung führt Herr v. Botst-

ifniin H llweg des Näheren ans, »ast chm bei der ktreibilng unseres Friedensangebots >,nd der g'eich-

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(habe tm Gegenteil seine ganze Arbeit darauf gerich- > 4>cn drohenden U-Dootkr eg durch Herbeiführung l?c rechizeitigen Friedensakliou unmd i. i ch zu

u «rz eaeaAeitet hätte. Tas habe er aber nicht getan.

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H««Sworth verneinte dies.

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stu einer Gegenüberstellung des Grasen Seen« r f f und des früheren Reick^'a-z'-'ts kam e? bei der ochoerständigen Pro'es'vr. H'oetzsch, vb Botschafter Gerard über die Absichten seiner Ne-

Lord I e a t y, der neuernannte Erste Seelorb, hat am 'November die Geschäfte der englischen Admiralität übec-

*. Mo in Londoner Marinekreisen verlautet, er-

MWjjenuifl nicht genügend informiert gewesen sei. Hierbei i3rten beide übereinstimmend, daß Herr Gerard bis

u Antritt seiner Reise nach Amerika nicht orten« war, und Herr v. Bethmann fügte hinzu, daß Gerard auf seine Frage mit einem g wissen Ton Rorwurfs gegen fein: Regierung gesagt habe: ,Lch ckeinerlei Informationen."

Die Derhandlung wandte sich dann der Verneh« deL Staatssekretärs a D. Z i m m ermann zu. iejEpuadjc kam insbesondere auf d'e Tepartitt'on belgischen Arbeiter. Hie: erklärten sowohl Sti.ü-3« ti.k 0. D. Zimmermann als auch der frühere ick:skanz!er v. Bethmann Hellweg, daß tijntn vom MfchkN Standpunkt aus diese D.p.'r.a.'ion in Hoch- Grade unerwünscht war. Sie ie: aber als mili- sische Notwendigkeit begründet worden, um das Hin- chne--Vrogramm ausführen zu können, v. Beth- *ta Hollweg führte weiter aus, er habe selbstverständ- gewünscht, daß unser Friedensangebot und die Wil- üch - Aktion nicht durch andere Vorkommnisse des icges durchkreuzt würden und fuhr unter star'er 83c» _ i-tiig fort:Wollen wir immer nur v 0 n d e n itze n e n Sünden und vötkerrechllich.n Anomalien cchen, wo wir einer völkerrechtlichen Anomalie ge» DerssehenwiederBlockadedurtzEngl ant, krch dir unser Bo!? auf Generationen ter llrndrt ist." dann noch die deutschen und östecreichtschen ledenöb''dingungeu zur Sprache gekommen waren, rd«z die Verhandlungen auf Mittwoch vormittag } Uhr vertagt.

llvv. L 0 DU, 3. Nov. (Svü-itr.; Cm »vywwnna ® *Ste, »6 die niederländische Regierung den englischen oder du ^ii'ibeten Regierungen irgendwelche Zusicherungen E»rn der für die Bewachung des ehemaligen Kaisers

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Wct tr.«t von ihm «ine grundlegend« Umgestaltung der v Mschen Kottc, und zivar fußend auf Steuerungen Miys, daß nach seinen Erfahrungen im Well kriege 6gl * Kxie^chiff der Zukunft das Unterfee- *4 la chi - chi 7 s sein iccrbe.

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Sie Haltung des Senats.

. teb. Waftz>-«Lton, 4. Nov. (HavaS.s Die Re- W^ung arbtisrf Km Entwurf eines Beschlüsse» au», der M Senat vs»«t«st, sich diese Woche endgültig zur Statt- p-'-fn Les HtikdeurvertrageS zu äußern. _

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Die EfBfi NrHestümM für TkötschlssS.

Hüiniimi m Jraiüilnlin.

wb. Paris. S. Nos. Sine der deutsch«« Frie» devuaroednans in Part« zugesaudte Note bee Oberste« Rate» führt au», daß. nachdem die drei verbLadete« Zuuxtmitchte de« Vertrag ratifiziert habe«, der i« den Schl-tzbesiimmunge« de» Frie» denssertraze» »orgeseheue Zeitp»«kt zur Aufstel­lung des Protokolls gekommen fei. Die deutsch« Regieruag wirb gebeten, daran teilzunehmen. Der Dberfte Rat habe aber beschlossen, da» Protokoll erst dan» «ufzustellen, wenn die Anssühruug der Deuischland auferlegten Wasfeustillstands- bediuguuge« genau in einem zweite« Protokoll festgestellt seien. Es seien noch Lokomotiven und Wagen z« liefern. Die auf ruMschem Gebiet 6e« findlichen deutsche« Truppen seien noch nicht z«- riiSgez»Ve». Die vollständige« Berzeichuisse der von Dentschland beschlagnahmten Gelder und Werte seien «och nicht übergebe«. Ma« hab« die deutschen Schiffe in S-apa Flo« zerstört. Auch in anderen PNnkte« hab« Dentschlasd seine Pflicht nicht oder doch nicht voll erfüllt. Der Oberste Rat hat infolzsdeffen eine Reihe von Strafbefti«, M««gen anfgestellt. dornuter die Auslieferung son S leichten Kreuzern und 490 069 Tonnen an SchäsimAdoS», Kröhne«, Schlepper« uwb Baggern. Auch «erbe die Besatzung der i« Seapa Flow ver­nichtetes Kriegsschiffe zurückgehalten wer. den. Für den Fall der Weigerung sind Zwangsmaßnahmen «»gedroht. Ferner

stud bi« zum 11. November bevollmächtigte Per, tretet «ach Pari« zu entsende«, die mit den Ver­treter« der Berbündete« die mit dem Jnkraft- , treten des Friedensvertrages erforderlich werben.

de« Uebergangsbrstimmungen für die Abtretungs­gebiete zu regel« habe«.

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wb. Pari«, 5. Nov. Die verbündeten Re­gierungen werden die Ratifikationsurkunde nicht vor dem 20. November niederlegen, in der Hoff­nung, daß die Vereinigten Staaten bis "dahin ratifiziert haben.

Die Vesktzunq der AbstimsiinttgSlsebrete.

' b Wb. P a r i s, 4. Nov. (HabaS.) Der Oberste Rat beschloß- den Sih der AbstimmuirgSkommission und die Kommando» der interalliierten Besatzungtruppen fol- grndermaßen zu regeln: Sllenstei n an Groß­britannien, Di arienwerder an Italien, Ober - schlesien an Frankreich, Leschen an die Vereinigten Staaten bezw. provisorisch an Frankreich bi» zur Rati­fikation deS Friedensvertrage» durch Amerika.

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Die Kommission für btt baltischen Gebiete.

tob. Berlin, 4. Rov. Am 7. November trifft hier die interalliierte Kommission für da» Baltikum ein. Sie besteht aus 25 Offizieren und 50 Unteroffizieren .und Mannschaften. Die Kommission will sich hier zwecks Information einige Tage aufhalten -um dann möglichst umgehend nach dem Baltikum abzureifen.

Sie»! iw« MttMO.

Da» Kampf uni Petersburg.

'wb. Helsingsor», 4. Nov. Die Bolschetuisten griffen au5 bet Richtung Pleskau mit starken Kräften an unter Benutzung von Panzerantomobilen. Die Rord- westarmee räumte Luga und Gatschtna. Heftige Kämpfe dauern an der ganzen Front an. Die Lage der weißen Truppen ist schwer. Eine große Hilfe für die Bolschewisten bedeuten die herangeschafften Tank». Ton deutschfeindlicher Seite wurde ausgestreut, daß die Tanks deutscher Herkunft seien. Nunmehr meldet der Berichterstatter desHufvud Dazbladet", baß die bol­schewistischen Tanks z!veifelöfrei von der französi­schen Garnison in Odessa herrühre». Die Cnttnk» truppen wurden eiligst auö Od.fln abtransportiert, Iwobei Tanks und viel anderes Kriegsmaterial den Bolsche­wisten überlasten iverben mußten.

tob. Reval, 4. Rov. lHava?.) Bericht do» Großen Hauptquartiers: Unsere Offensive gegen KraSnoje Sselo geht erfolgreich weiter. Wir machten eine große Anzahl Gefangener und erbeuteten Kanonen und Munition. Auf unserem linken Flügel rückten die lettischen Trup­pen weiter vor. Südlich Krasnofe Gorka haben wir ebenfalls Gefangene gemacht und Kanonen erbeutet. Am Freitag wurden in Kronstadt und in den Batterien von Krasnofa Gorka zahlreiche Explosionen vernommen, wobei Feuersbrünste bemerkt wurden. Man vermutet, daß die Bolschewisten einige Fort» in die Luft gesprengt haben. Diese beiden Meldungen stehen in einigem Widerspruch zu einander, waS allerdings hier nichts Sel- tciK» ist.

Bor einer finnischen Offensive.

wb. London, 4. Nov. (HavaS.) Die .Morninq Post" vernimmt aus Reval, daß zwischen Koltschak nnd der finnischen Regierung ein Abkommen getroffen wurde, in dem sich Finnland verpflichtet, in allernächster Seil eine starke Offensive gegen die Bolschewisten zn beginnen.

Reife Renners nach Rügland.

St 0 ckh 0 lm, 4. Rod. (Priv.-Tel. der .Köln. Mg.") DemSvenfla Dagblad" wird au» Men gemeldet: Renner ist m einer besonderen politischen Mission nach Rußland gereift, um den Anschlmß aller demokrati­schen Elemente zum Kampfe gegen da» Bolschewikentum unter der Parole der Errichtung einer russischen fördern- tiven Republik dorznbereften.

tob. Omfk, 4. Rod. i Ha»a».) Laut Rachrichten au» bolschewistischer Quelle wurden in SRotian 19 Ver­treter der Konsumgesellschaften erschossen und etwa 100 festgenommen. Ein Erlaß der Sowjetregiernng for- bere diese Genoffenschaften auf, sich in Verpflegung«- organifationen umzuwandeln. Diejenigen Angestellten, die binnen einem Monat der Kommission bettreten, wer­den ihre Stelle behalten Ermen.

Aus dem besetzte« Gebiet.

Berlin, 4. Nov. Die .Tägl. Rnndschan" berichtet: Die französischen Behörden verlangten von de» Bürger­meisteramt Ludwigshafen binnen 48 Stnnden die Erklärung, daß die Stadtverwaltung bereit fei, für zwei Bataillone Kasernen zu bauen, anbrntfafi» würden die 2000 Mann Besatznngstrupp« in Bürgerquartiereu untergebracht werden, T^e StadwerwalttaW mußte sich

schweren Herzens entschließen, dem rücksichtslosen Ver­langen Folge zu leisten. Ihr Vorschlag, die Kasernen so zu bauen, daß sie spater al» Schulen benutzt werden könnten, wurde von den Franzosen verworfen. Die Kosten der Besatzung, die bisher schon sechs Millionen Mark erreichen, drohen für die Gemeinde zur Kata­strophe zu werden.

Ivb. Mainz, 4. Nov. Wie die Zeitungen berichten, wird eine vollständige Einstellung de» Personenzugver­kehrs im besetzten Rheinland vorläufig nicht Eintreten. Obwohl die interalliierte Kommission in Trier sich im Prinzip mit der Einstellung auch im besetzten Deutsch­land einverstanden erklärt hat, soll erst die Entscheidung des Marschalls F«h gehört werden. Jedenfalls werde eine fo weitgehende Einschränkung wie im unbesetzten Deutschland im linksrheinischen Gebiet nicht erfolgen und auf den Hauptstrecken ein beschränkter Personenzug- Verkehr aufrecht erhalten iverden.

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Bit dm WmeiMMd.

tob. Brrlin, 4. Nov. Der Verband Berlin« Metafl- ;übi:%re[Ier beschloß, aui stiarm Standpunkt zu verharren, baß die Wieberausnab.nL der Arbeit in den Fabriken auf Grund der am letzten Samstag mit den Arbeitern cchoifenen Vereinbarung ;u erfolgen hat.

DerB. Z." zufolge ist damit das Ultimatum der Gei»er..lve,sarn»lung der Vertrauensleute der Metall­arbeiter ab gelehnt. Die Voraussetzung für den A l lge mr i ::au sst a nd i» der Metallindustrie ist ge­geben, der heute mittag bcgi;i;uu soll. Unter den Metall arbeitet scheint keine besonders große Lust vorhanden zu lein, dem AusstandSbefchlui Folge zu leisten. Nament- lid) bei Siemens ist der Andrang Arbeitswilliger sehr groß

tob. Sei litt, 4. Nov. Etwa lOVO Arbeiter in her Hauptwerkftttten der Grei'n Beriin.'r Straßenbahn stell­te« heute vormittag die Arbeft ein. Nach Mitteilung der Direktion her Großen Berliner Straßenbahn handett cs sich um einen Sympathieausstand im Anschluß an die Metallarbeiierbewegung. Störungen deS Straßenbahn- Verkehrs sind vorläufig nicht zu befürchten.

Berlin, 5. Nov. Zum Allgemtinausstatü) fordern die Unabhängigen uub kommunistischen Arbefterräte und Funktionä« in Berlin auf. Die BrrkehrSangestellten verhalte« sich ablehnend.

«ch. Brauufchweig, 4.Nov. In dner Arbei­te rverfanuuürug, die von über 4000 Personen besucht war. wurde, denVraunschweiz. Neuest. Nachr." zufolge, gestern Abend eine Entschließung angenommen, in der der Metall- arbeiter<xtbanb aufgtforberi wird, dem Verein der braun- schweigifchen Metalleadn,striellen ein Ultimatum zuzu- stelleu Dahingehend, daß biS zum 6. November sämtliche Arbeiter der F::am H. Büsiing wieder eiugejttllt werden müssen, andernsallS werde im ganzen Freistaat Braun­schweig am 7« November der Allgcmemausstand prokla- mied,

Nnfrnf Ebert» uub Bauers.

Bevit«, 6. Nov. Präsident Ebert unb Reichsk-wzler Baser ruft« anläßlich der Kohlen» not n«M der Notwendigkrtt einer gerejeTten Kar- toffeloerforgung die Beqrlrute, Landwirte, Bsr-