Einzelbild herunterladen
 

mit dem Kreisblatt für den KrciS Marburg

Tageszeitung für (das früher knrhefsifche) Oberhessen

' f* «x-<7 Aerrrg»»r»i» betriiet wenetti* 1.60 A. frei in» $Q'(*; Mt W»t !v,*i ÄSi 2*)7 1.75 ». »Mwe WteleeU Berta, »» vr^L. bitz«r»ttz. Druck der m(L Uni# . Sochdr. oen Loh. «ug. Nach, »«ft 21/2». F.r-'orecher öS.

nd fk

1919

gatt»

inb-tt

eaMe

schm.

Zwei deutsche Sloten.

L

Vom

Czersk- j.wlich Tllchelsüdlich Könitz.

L

IS-

i

en

B?.

zur

f i

"tatteit \ lieft.

befinden, die die Festnahme der ««»»«liefern­de r Personen überwache» sott.

wb. London, 2. Nov. Mac Kinder wurde zum besonderen Oberkommissar für Rutzlandrr- nannt. V

ru:::«t ir bl. 6riitn nnere,

Geltet 6eha» i> fa;i» mttoit ne, ü

die initiierten beut« tia tt iocibc't.

et.

in» mb bn ter, ich

3t)

t. M3

i«, iUf ee- 148 15.

zur in?« ich« nn, )e(.

elf« :fe» 5.

Berlin, 1.Nov. Als Oberbefehlshaber in den Mar­ken verbot Reichswehrminister Roske jede Unterstützung der im Baltikum besindlichen Regierung und Truppen, insbesondere durch Anwerbung, Lieferung von Material icwie durch Propaganda. L- - ...langen werden mit Gefängnis bestraft. Die Abendblätter melden: Zur Bekämpfung des baftische« Werbertums wurde auf Befehl Noskes eine besondere Polizeitruppe geschaffen,mit der Aufgabe, die Werber frstzunehmen und die Werbe­büros aufzuheben. LautBoss. Zeitg." gelang es bereits mehrere derartige Werbelokalc zu schließen. Tie Leiter wurden verhaftet.

TU. Kopenhagen, 1. Nov. Einem Telegramm auS Helstngfor» zufolge ist der französische General Mangin dort angekommen, um dir Leitung der ver­bündeten Mission in bot baltischen Provinzen zu über­nehmen.

Poluisch-lettifch-litauifch«, AbSomme» gegen Bermout.

wb. Helsingfors, 1. Ro». Nach einer Meldung aus Riga schlossen Pole«, Lettland und Litauen ei« Abkommen ab, zur Bekämpfung der Truppen Vermonts. Der Vertrag zwifch«r Est­land und Lettland kam nicht zustande.

DieOberdess.schr Zeitig" erschoiut f^om«! »-cheniNch. - Der

r*--rt DampferAtsiev' erhielt die E nach Kopenhagen und Amsterdam.

Marburg

Montag, 3. November

442

Str Kmvl mtn MtWsild.

Erneute Offensive Judenitsch«.

wb. Reval, 1. Nov. Aus dem Hauptquartier Judenitschs wird gemeldet: Der bolschewistische Gegenangriff westlich von Krasnoje Sselo kann als beendet angesehen werden. Wir haben die Offen­sive wieder eröffnet und 2000 Gefangene gemacht. Der Vormarsch dauert an.

wb. Helsingfors, 2. Nov. An der Peters­burger Front machte die Nordwestarmee westlich Krasnoje Sselo kleine Fortschritte. Die estnische Armee besetzte die Bahnstation Marinenhausen und machte 200 Gefangene. An der karelischsM Front nahm die Eefechtstätigkit zu.

wb. London, 2. Nov. Aus Helsingfors wird derMorning Post" gemeldet: Die Kapitulation von Krasnaja Gorka ist bevorstehend. Es geht das Gerücht, dag die Stadt bereits in den Händen der britischen Truppen sei.

wb. Amsterdam, 2. Nov. LautTelegraaf" meldet dieTimes" aus Helsingfors vom 30. Okt.: Der Präsident der nordwestrussischen Regierung, Lianosow, erklärte in einer Unterredung mit dem Korrespondenten derTimes": Man brauche an dem schließlichen Ausgang des Kampfes nicht zu zweifeln. Die Zustände in Peterburg seien hoff­nungslos. Die Bevölkerung sterbe buchstäblich vor Hunger. Zn Eatschina habe man Menschen gefun­den, die in den letzten Tagen vor der Einnahme der Stadt von Gras gelebt hätten.

wb. P a r i s, 1. Nov. (Harms.) Herr v. L e r s - er lieh am 29. Oktober dem Sekretariat der Frie- «skoufrrenz zwei Noten zukommen. Die eilte ngt von den Verbündeten die Abreise der Mission zu beschleunigen, die für die liebet« ng der. Räumung der baltischen Provin- a bestimmt ist. Die andere verlangt die Fest­ung des Zeitpunktes der Verhandlungen in ttotßn, bevor der Friedensvertrag in Kraft getre- ten ssl, ferner die Festsetzung der Räumungsmoda- Ü5*«t für die deutschen Truppen in O b e r s ch l e - fen und die Festsetzung der notwendigen Mah- «chms« zur Aufrechterhaltung der- Ordnung im läettbe vor Beginn der Funktion der interalliierten

« en n War. me h«j er doch -chreiz. t Misti, ist ei, isfmift, Herri» ttoaß», durch erschi«.

-en

13. bis 16. Tage wird das Land 6i9 nördlich Berent von den Polen besetzt und zwischen dem 16. und 19. Tage da°> übtt2' Abtretniigsgrbiet bis z«m Meere.

* _ - Ksr'Äy ~v- v

Str grirtti.

Meatsche Delegierte zur Regelung des Jukraft- treten« de» Fried«n«»ertrages.

Wb, Paris, 1. Nov. (Havas.j Per Oberste et hat beschlossen, eine Note abgehen zu lassen, die deutsche Negierung einladet, binnen tut» Delegierte nach Paris zu entsenden, um mit Vertretern der Verbündeten und mit dem alliierten Generalstab die Einzelheiten des kraft-tretens des Vertrages von Versailles zu (n, wobei mitgetettt wird, dah die Delegierten Inkrafttreten des Vertrages ein Protokoll reffend die Nichterfüllung gewisser Waffenstill- trdsbedingungen zu unterzeichnen haben.

Nach demTemps" ist es unmöglich, die iistkationsurkunden am 11. November auszu-

i bv-n äntentekommifswiirn für Berlin wird fick, -KreLzzsitung" zuverlässig erfährt, auch eine solche

f .»n#n-v.. > r-..d

A1 es..,!' al

Der A«retge«»rei» beträgt fit die dgel» Zeile »0 4 « TeuenmQ«N*(L 54 - 45 -» «»tttche «.«irtia* to Reklamezetl« 1.10 A, Zeder Retett gut 6

ei« »«riebatt Set ««»fünft durch »i» SeitüttfUen« u. ker»ittluns der «wtebete » 4 Ss«d«rgebihr. - HostschetNento: Ät. SCI» Amt Fraukfurt a. M.

Letzte Mahnung an die Truppen in den baltischen Gebieten.

wb. B r rl i n, 1. Nov. Die Reichsregierung sandte an V.t Truppen im Baltikum, die sich weigern, dem Befehl zur RüMhr Folge zu leisten, eine letzte Mahnung, in der es heißt:

Die Reichsregierung hat gegen die noch im Baltikum letzenden Truppen ,die sich bis heute weigern, das fremde Land zu räumen, notgedrungen die schärfsten Maßnahmen rusgesprocheu. Jeder, der nicht bis zum 11. Nov. die deutsche Grenze überschritten bat, wird als Fahnen­flüchtiger feiner deutschen Staatsangehörigkeit für vertustig erklärt. Die ?leichsregierung weiß, daß die ver- tterflichsten Irreführungen angewandt wurden, um die Truppen im Brtrt7..:u von der Rückkehr abzuhalten und weitere HeereSangehöriae herbeizulocien. Es gibt nur eine einzige Polllik der Reichsregierung in den Ostfragen, die brtßt: Heraus aus dem Baltikum! Alles andere sieht sie als verbrecherische Abentrnerrrpolisik an, die jetzt schon das ganze deuis he Volk in die schlimmsten Bedroünisse geführt hat unb drauf und dran ist, weitere unendliche Schwierigkeiten und Gefahren herauszubeschwören. Des- halb hat sie zu den letzten, unerbittlich^.» .^itteln ge­griffen, um die irregeführten B rleiteten in letzter Stunde tut* Besinnung zu bringen. Jeder, der die Rückkehr ver­weigert, geht seiner sämtlichen ^-"'orgnngsausprüchr in Tcutschbrnd verlustig. Er bekommt weder militärisch«' Zuzüge irgendwelcher Art, noch Invaliden- und Alters­rente. und hat keine Ansprüche auf Unter mtzung, wenn er verwundet oder krank wirb. Wenn er nach Deutschland zurückkeyr.r will, gilt er als Landfremd" "nd wird wegen Fahnenflucht bestraft. Im Ausland« ist er den Maß- , nahmen der fremden Regierungen preisgegeben, ohne daß ine Regierung sich seiner Auch seine jetzige

oder zukünftige Frau und seine Kinder sind keine Dent­su . mehr oder werden es nicht. Auch sie verlieren jeden Anspruch aus irgendwelche Fürsorge von deutscher Seite Ncch einmal, ehe daS Schlimmste k-mmt: Heraus aus den. Baltikum! Zurück in die Heimat!

Die Bolfchewiften in Zentralasien.

wb. Amsterdam, 1. Nov. Die ,^ime»w meldet aus Omsk, dass die weihen Truppen sich «n» ter dem Druck einer großen bolschewistischen lieber, macht zurückziehen. Die Bolschewistenführer scheinen ihr Hauptquartier In Zentralasie« aufzuschlagen, wenn Europa für sie verloren geht.

Eine afghanische Abordnung M Lenin.

wb, Bern, 1. Nov. Nach demIcurnal de Lausanne" meldet ein bolschewistisches Radiotele» gramm die Ankunft einer Abordnung aus Afgha­nistan bei Lenin und Tschitscherin. Der Abordnung wurde ein überaus herzlicher Empfang bereitet. In den gegenseitigen Ansprachen wurde der Sturz de» britischen Imperiums i«k Osten gefeiert.

ui, an birztt S1

Aus dem besetzten Gebiet.

Die französische« KoutroSofftziere bleibe».

wb Bersailles, 2.Nov. In einer Unterredung mit einem V-richtuHatter desStüt ^arifien" erklärte der Ol-erkommissar für die besetzten rheinischen Gebiete, Tirard, er sei nicht der Ansicht, dast mit Inkraft­treten des FriedensvertrageS die sisamte Verwallung des besetzten Gebietes in die Hände ixt denischen Berwaltung übergehe. BiS zum Tage der Ratistzierung habe bei it.tn Laud.at ein Offizier die Berwaltunasmaßnahmr n der deutschen Barmten überwacht, die mit Recht <t! verdächtig gezo..,» hätten, loeil sie nicht nur Deutsche, fordern Preußen oder Bayern geiorsen srie.,1, ix h. Fremde im Rheinland und ergebene Diener des Zeuimlorganlsmus vor. Berlin oder München. Er FHfs sich deshalb die Frage, ob mit Inkrafttreten des Frieden»vertrage? die sranzösifchen «.wuuiliomiiirt verschwinden sollen. So- fangt die Behörden bei Landes durch fremde T.emte ge­leitet werden, >ei c- urrmöglrth, daß Frankreich sich um diese Politik ni(vt lummere, die einen ausgesprochen Vreu- ß'fchen Charaktcr trage, und die sicher alle Mittel an» wende« werde, der B-srtzung entgegen',uwirkrn und bi' Sicherheit der verendeten Armeen in Gefahr zu bringen. Ter FrÄensvertrag enthalt', übrigens einen z.,rn, der der französischen Militäraükorität das-Ltecht geb., über ihre eigene Sicherheit z» wachen. Auch die wirtschaftlichen Settionen, die französische Offiziere ge­bildet hätten, sollten beibehalten werden.

Saarkohle n«r für Frankreich.

Berlin, 1. Nov. Nach demBerl. Lokalanz." wurde aus Anordnung des Obersten Bcrwalters des Saargebietes die KohlenauSfuhr aus dem Saargebict nach Deutschland, den neutralen und verbündeten Län­dern eingestellt. Die franzöfifchen Behörden fordern die Bergarbeiter zu Neberstunden auf und wollen auch durch Verdoppelung der Kohlenzüge die Zufuhr aus dem Saargebiet nach Frankreich vermehren

Energische» Borgehen der Amerikaner gegen, das Schiebertnm.

Koblenz, 3.Nov. Unter dem Eiusrua des cuergi- Eingrrtie.!s der amerikauischen Behörden, die gegen- l-ler dem Schieber- nnL Lönchertum mehr Entschlossenheit b-ioeilen al? die hiesige Verwaltung ,hat eine fluchartige . reise der in: hfesigeir Gajr- uno iraszeehäuser bevölkern^ len Schieber eiug:sitzt. An der Absassung der Schieber waren auch Berliner Kriminalpolizistm beteiligt. In dem Lager eines einzigen Berhasleien wurden allein für nngesähr ^Millionen geschobener Waren, meist Schoko­lade und 3if-: rt.i.Ä, beschlagnahmt.

Der Oberbürgermeister von Wiesbaden abgesetzt und ausgewiesen.

Wiesbaden; 31. Okt. Der Oberbefehls­haber der verbündeten Armee hat den Oberbürger­meister von Wiesbaden Dr. Elässing seines Amtes enthoben und ihn aus dem besetzten Gebiet ausgewiesen. Es wird Dr. Elässing von französi­scher Seite als Schuld zur Last gelegt, daß er durch schlechte Verwaltung und Unvorsichtigkeit viel zu t$r schlimmen Lage in der Kohlenversorgung Wies­badens bcigetragen habe. Außerdem soll er noch die französischen Behörden ^oon Zuständen, die die Tätigkeit der hiesigen Dienstzweige und die össent- liche Ordnung hätten gefährden können, erst spät in Kenntnis gesetzt haben. Der wahre Grund für diese neue Eewaltmaßnahme ist die aufrechte Haltung Dr. Elässings gegenüber der Besehungs- macht.

Die Räumung der an Polen abgetretenen Gebiete.

Berlin, 1.Ro». Am 24. >. Mts. ist die Frage der militärischen Räumung der an Polen abgetretenen Ge­biet« durch die deuls5 :n Truppen bertw>f**t geregelt wor­den. Das Abkommen, dessen Inkrafttreten davon ab- hängig ist, ba& der Gcsamtvertrag mit Polen zustande kommt, ist in Berlin durch btt beiden Vorsitzenden der deutsch- polnischen mllitänsck,en Nnterkommission: für Deutschland durch Major Michelis, Chef der Heere», sriedeirs-Kommission im Reichswehrminisiertum, für Palm durch Generalmajor Gras L a m e z a n '.nsieozeichnet wor­den. Die wichtigsten Bestiurmunren des Abkommen» sind n.cs derB. A." folgende: Der polnische Vor­marsch beginnt erst am siebenten Tage nach Nsiderfigung des Protokolls über die Rafifikation de? Friidensvertrages durch die Hauptmächte in Paris. Diesert Tag gilt als erster. Räumungstag, von dem ab die nach- filgeud angegcbrnn» Termine rechiten: Tbom wird am Mittag des zweiten Tgoes ,ze' ä mt. Zwischen dem vier- kn und siebenten Tage toirb das gesamte Abtretung-- gebiet östlich der Weichsel besetzt, 'nr.j.v..r Kulm am sichsten, 6Gaudenz ast siebeut-n Westlich der 'Weich­

sel weichen im gleichen 3ei trennt Bromberg (am vierten Tage), Rakel, Ttrotfchin unb Wirsitz unb da» fianb nörd­lich davon bi» zur Linie Kulm nördlich Zempelburg '»sitzt. Der achte Tage ist allgemeiner vtutzrtag. Znnschen den iKu;:k:t unb zwölften Tage werden wir daS Crbiet bis zur Shrie südlich Dirscha« n»d 8---'usii'ch-Stargard

I..W&. Äs.ßerbam, 1 Nov.Netvyork Times" mel-

8t:a dr Janeiro: 1340 interniert: deutsche Offizsi e LL.'«rvst.. jtttd in Freiheit gesetzt worden.

Aeru, 1. Nov. Die schweizerische G.sandtschaft Man? drahtet, das; noch einer Mitteilung des Mim- M-rtv des L:"rn die französische unb belgische Regte-

MNMN $OllWtO Btt dm MMMV- MM

Herr v. Bethmann Hollweg hat sich am Freitag vor dem p.irlamen'an'ch n Urter'« l'unq'a.iöschast be­müht, feine Krieq?-Peli!lk zu rechtfert'c'en, ''urft die Frieder.ZmSalichkeiten im Jahre 1916 und der lTBoot- kriep in Betracht kommen. Es wirb ihm vorg»morren, in Bezug auf Wi'sons Friede"Sok ioir zwe-'^ei Poli­tik getrieben zu haben, und Gras Bernstorfs- haben diese Vorwürfe bekräftigt: durch da» deutsche FriedenZangebot von Ende 1,916, die von Deutschland anoer g:e Fri densaktion Wil'eus burchirenzt z» haben. Herr v. Bethmann Hollweg nannte daszwei E'sen im Feuer haben." Er hat aber mit ihnen nut sich und dem deutschen Volke die Fino.er verbrannt. Wenn er davon überzeugt war, wie aus fein r Darleg­ungen hervorpeht, daß e8 ntem a!3 ein: sichere Mig» lichkeii gab, durch amerikanisch« SBtrmiltlung an bfX Fr'.ebenstisch zu gelangen, weshalb unb wozu wurde bann Wilton zu einem Bermittsimg-v 'rsuch anpr-gt? Vom U Rootkrieq hat Herr v. Bethmann von An°anß' an geglaubt, daß er zur Katastrophe führen toerde. Aber die Heeresleitung und die Me' rheit des Volke» hab: ihn gewünscht und er sei nur auf seinem ^ost» gebtieben, am keinen Rist und Jwic'nald. auikonme« zu lassen. Sein Bleiben verbreiterte jedoch g> rade den Riß und vertiefte den Zwiespalt, an dem unsere ganze Kriegführung krankte. Here v. Bethma«« hat sie dnrch sein Bleiben krBik erhalten, und es steht ihm nicht gut an, jetzt alle Schuld auf Heeresleitung und Reichstag zu schieben. Zutreffend ist e» allerdings daß die Politik des damaligen Reichskanzlers im all­gemeinen getragen wurde von der Mehrheit des Reichs­tage», zu der die Rechte auch damals nicht gehört^ die vielmehr Bethmann HollwegS Poli.ik wegen (einet Halbheit, Schwachheit und Systemlofigkeit bekämpft hat. Und es muß in der jetzigen schnell vergessende» Zeit, wo täglich neue Eindrücke dre Erim:erung art vergangene Tatsachen leicht verwischen, besonders und intmer wieder betont werden, daß Herr v. Bethmann Hollweg, dem jetzt auch Die Presse der Linksparteien der Nusähigkeit und des Mangels an Tatkrust und Ideen zeiht, ehemals der Mann jener Par­teien war, die diejenigen alsNcakt'wnäre",All­deutsche",Kr'egsverlängerer" und it rzl. bezrich 'ten, Ke Zweifel an der Eignung Herrn v. Bethmann Holl­wegs zum Leiter eines Reiches in der Lage Deutsch­lands hegten und daher seinen Rücktritt forberien. Jetzt freilich kann die Presse der (damaligen und jefci- gen) Regierungsmeürhei! nicht umhin, Herrn v. B:th- mann .Hollweg preiszugeben, wenn such in diplomati­scher Form. DerVorwärts" wio) sogar recht deut­lich und spricht von demsogenannten Leiter btt Politik, der sich die Hände wundrang" und denbet große Haufen der Unvernünftigen linls liegen ließ", tml aa: der anderen Seite (Heeresleitung)doch we­nigstens ein Wille war."

Es ist verfrüht, jetzt schon über die Vernehmung bei Herrn v Bethmann Hollweg ein abschließendes Urteil zu fällen. Aber man darf doch lchon seststellcn, daß das Bild des ehemaligen Reichskanzlers an guten Zü­gen durch die Vernehmung nicht gewonnen hat. 6l wird den Gegnern sicher willkomen sein, aus dies«» Munde ihre alte Behauptung wiederholen unb bekräf­tigen zu hören, daß der Milüartsmus auf Mts all Tyrann gelastet habe. Tabet vermag Herr v. Beth­mann Hollweg mit allen noch so scharfsiua'gen Dop» legungen nicht darüber hinwegzuräuichen, daß fei» Mangel an Tatcnsreude unb Verantwortlichleitsgesühl allein ben Eindruck hat aufkommen lassen, als wiegt Vas militänjche Eltmtnt vor. Auf diestr Stile wat in der Tat das vorhanden, was Htrrn v. Beth­mann Hsllweg fehlte unb deshalb war tS eine setbft« vetsiäudlichkect, daß bu Pleyrheü des deutschen BolteH nicht chusi fondexn oei Heere-ttüllAL wo- l

i Der Oberste Rat au Rumänien unb Serbien.

wb. Paris, 1. Nov. LaulEcho de Paris" hat jkk Oberste Nat vor zwei Tagen an die rumäni'che

die serbische Regierung eine bestimm', gehaltene Sbte gerichtet, welche diese auffordcrt, ben Vertrag von ft Germain in den in Frage kommenden Klauseln | unterzeichnen und den bulgarischen Vertrag vor- ft noch nicht zu unterzeichnen.

Admiral v. Reuter.

fiu der Meldung derSchics. Bolksztg." über die «tfi<T6a(tiiii g Admiral v.Reuters unbcitri X Offiziere (Nr. 255 dDOberh. Ztg.) schreibt uns eilst A len-Weit Lager zu rückgekehrter Offizier:

f Es ist bereits das ganze OffizierSlazer mit Drhonnan- & übtratlZporiiert und in die Heimat' zurückgekehrt.

nur sie sind zurückgeblieben! Dies schamlose Ber- 'Wta der Engländer, die genau wissen, daß das Recht »temlisch und rein praktisch völlig auf Seiten des Ad- viral« ist, empört sämtliche jetzt heimgekehrten Offi- Vtek des Lagers umso mehr, als der Admiral unter der inuchörten Nervenspannung außerordentlich leidet unb B zum (eitlen Angeuvrick absichtlich von dem eng-1 litchen Kriegsamt im Unklaren gelassen wurde, ob er mit- - tfc.i-2 oder nicht. Der seelische Zustand der allein Zurück- ' Dlsi-benen ist so, daß es zum Mindesten erforderlich wäre, ifciii Aufklärung über ihr weiteres Schicksal über ben W- " rtcnkt ihrer Aburteilung zu geben. Diese scheint wider I * Recht von ben Englänbern beabsichtigt, da keine I

Gründe für die Zurückhaltung bei Abtransport Mnikicher anderen Lagerinsassen denkbar sind. Das ^Kusche Volk unb die Regierung sollte mit allen Mitteln sofortige Auslieferung der Offiziere unb Mannschaften X- Seapa Flow-Flotte verlangen unb darauf bringen, die engl. Regierung ihre Absichten mit ben Zurück- . ^rsienen klar aussprtcht unb sie zum Mindesten von den-'

erfstn der Ungewißhji befreit. Eine amtliche eng- Mc Best"l'-'ing kann seGstverstättdlich nicht vorliegen, da

enUlischc Kriegsministerium noch nicht einmal die un- Eels« Betroffenen über ihre Absichten aufgeklärt hat. *Me Verschleierung bis zum letzten Augenblick bei äusser- -ich krrrrtter Behandlung ist eben die größte Gemeinhett: M: ei« Schwerverbrecher hat doch Anspruch daraus, un-1

*'S&ar nach feiner Tat gehört unb verurteilt zu werden.

>vb Paris, 1. Nov. (Haeas.l DasPetit Journal" 'REt daß cs ans gut unterrichteter französischer Quelle F Eokläru^.g ermächtigt toirb, daß über die Zuteilung ? öt Seapa b'icro v rbliebenen deutschen Flotte und der i Lbrtu,si.ÜM noch keine Entscheidung ge- 'wurde.

>vh. Haag, 1.Nov. DieNewNork Sun" meldet ^Buenos Aires: Tie deutschen Schiffe, die sich äugen- Jjckllch in Argentinien besiuben, müssen ben Ber- aus geliefert werben.

. ♦tb- Berlin, 1. Nov. Der Betrieb bc. . tschen WEhrr rt' ....emünde -Giedser ist t-ilwrise gestattet. Der