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M. Ä»34 1.75 #. »bitt «tjttljtl* - Verl«« »ex Dr. C. Hitz,rot». Druck der Univ . Bnchdr. von I o h. v u g. Koch. Markt 21/23. Ktrxs»recher 55.

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Marburg

Tonnerstog. 30. Oktober

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ntU dem Krelsblatt für den KrelS Marburg

Tageszeitung für (bas früher kurheffifche) Oberhessen

Der Uuzeigenpret» beträgt fit die 8gel». Zeile 80 4 u. 50»/, Teuerunq»zuswl- r * Q«fir<T - 45^, «mtl'che M. «M»w«rtiae 55 < Keflemegetlf 1.50,4. Jeder Rabatt,ilt *i4-

«U Barrabatt. Bei Iwitunft durch die veichaitrstelle u. Vermittlung der intQ >«ged»t« 25 4 ^««dergedthr. Postscheckkonto: Xr. 5015 Amt Frankfurt a. M. I«' l»

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Die Ostfeesperre.

tob. Königsberg, 29. Olt. Die angebliche Er­leichterung der Ostsecblockade durch Freigabe der Ho- beitrgcivässer für die Küstenschiffahrt wirb hier als

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/ jp| M die deutsche Negierung bei dem notorischen Mangel 1** Tertilwaren und an Fußbekleidungen für die Be- *blkert ng zu dieser Angelegenheit stellt.

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Wie dieD. Tagesztg." mittcilt, hat die lettische Ne­hrung in diesen Tagen große Käufe an Heerckaus- ^stungsstücken in Deutschland getätigt. ES handelt sich , m der Hauptsache um WoilachS, Stiefel, Brotbeutel, i ^ldslasch^n usw.< insgesamt für über 20 Millionen Das Blatt sagt dazu: Es wäre interessant, wie

Dke der baltischen Gebiete.

w Die neberwachungskommissto«.

tob. Paris, 29. Okt. Die interalliierte Kommission, mr mit der Ueberwachung der Räumung des Baltikums beauftragt ist, setzt sich wie folgt zusammen: Vorsitzender: General N i e s s e l für Frankreich, General Turner Nr England, General Cacneh für die Vereinigten Staaten. General Marietti für Italien, General Takeda für Japan. Die Kommission wird nächstens Abreisen.

Deutsche HeeresanSrüftungsstücke für die Setten,

MMWs $5M bch'Mih.

Wb. Hclsingfo rS, 28. Okt. Tie Lage der Rord- «st.umee unter Judenitsch ist trotz einiger äetlichen 6tf»(a? bedrohlich Sämtii'he Alarmt: tchrichten

Berkin, 30. Okt. Von den in Dänemark auge- ; kauften Kartoffeln sind gestern etwa 20 000 Zent-

Str Mdki.

Elemenceau« Forderungen zur Durchführung deS FriedenSvertrage».

tt». Paris, 29. Okt. '(Havas.s DaSEcho de

betrachtet. Hiesige Schiff­sofortige Aufhebung der Blok- Erwriternng der Freizone auf

tie Aafforberung zur Teilnahme au der Blockes Eslv/etrußlands ist gestern nachmittag altgegangen unt ; wird, wie dieDeutsche ALg. Zcg." mitteilt, veröffeut licht lucrben, sobald sie übergeben ist.

und . Jade" sind weitere. ?, Segelschiffe

Mig unzureichend ftchrtskreisc verlangen die fttbe oder wenigstens eine L19 Seemeilen.

tob. Kopenhagen.

mtb um Petersburg.Herren der Lagt mit* ziehen Uliler tzkkssnlicher Leitung Trotzfis Elitetruvpe» nach Peters keg. Tie Baschkiren Kava-le ieckLi i,-on ist bereit- le Peie'sLurg «ingetrosfen Weitere Basthk'r.'n In- Nitterle-Divrjiotten sind im Anrollen begriffen. Tiefe Hrranzithnug von Kerntruppen nach Petersburg be» Setfl, daß die Bolschewisten Petersburg nicht nur b>I Ml A Up ersten verteidigen wollen, sondern auch die Itofidfl haben, zum Gegenschlag auszuholen.

Ae,;e-Bucht verschleppt morden.

Die deutsche Antwort auf die Ltocksdenote.

Berti«, 30. Okt. Die deutsche AuNvortnote

Weitere Fortschritte Denilcns.

tot. Amsterdam, 29. Okt. Rach englischen Blöt- ktn berichtet der Ehef der britischen Militärkommission fei Denikin vom 24. Oktober, daß auf der 700 Meilen ' ^ugen Front von Jariziu bis Siciu heftige Kämpfe ent«

t w-'.nnt sind, und daß Denikin in der Richtung auf Mps« -a« neue Fortschritte erzielte.Einer draht- «fen Meldung zufolge wurde General Stanke« ditsch, ein Offizier des alten Regimes, der int bolsche- Mischen Heer Dienste lut, von ben Truppen Denikins fefangen genommen, kriegsgerichtlich verurteilt und fttrch den Strang hingerichtet.

Seine englische Unterstützung mehr für Kults,hak?

tob. Amsterdam, 29. Okt. Laut Preßbäro Radio

: tocldet dieNewhork Tribüne" aus London, daß Groß- kitaunien Koltschak seine Unterstützung entzieht.

3af' FraEekch.

k Fach Präsidentschaftskandidat^

rrt 3^ Aetotzork. 29. Okt. Die Blätter melden att5 Paris, 698 *4 ^Marschall Fach als Kandidat für feie französische "Mtzrntschaftrwahl aufgestellt wird. .

T . s Krr Erfolge und die beoorftehtudr ffeoberimg Peters - '',3 Wrg' bestätigen sich nicht. Nach zuverlässigen Nachrichten sind die Bolschewisten nach wie vor in

Olt 1805 Paris" sagt, daß Clemenerau mit dem Ansuchen an den Serlflfm kHersten Rat getreten ist, die repräsentative Militär- . 3an$ scltung der verbündeten Mächte solle besteheu bleiben, pttt die militärischen Bestimmungen des Vertrages in Hrer Durch,führung zu überwachen und füt die verschie- henen Kontrollkommissionen und für die Besatzungs- touppen gemeinsame Richtlinien zu ziehen und diejenigen zt» a n g s m a ß n a h m e n zu ergreifen, die für die xurchfübrung des Vertrages notwendig sind.

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fuß- ta fr.

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England.

Ein englisches Urteil über Völkerbund und BerfdÄer Konferenz.

Wb. Amsterdam, 29. Okt. DerManchester Otuardian" meldet, daß der Herzog von Northumberland in einer in Cambridge gehaltenen Rede erklärte, ter Völkerbund sei weder auf ethischer noch auf morali­scher ober religiöser Grundlage aufgebaut. Die vom Wiener Kongreß erzielte Lösung sei in keiner Hinsicht verderblicher getvesen, als das Ergebnis der Versailler Konferenz. Ter einzige Unterschied fei der, daß der Wiener Kongreß ehrlich gewesen sei.

Erneuerung deS englisch-japanische« Bündnisvertrages?

lob. Amsterdam, 30. Okt. Nach einer Meldung des Preßbüro Radio aus Lhon gibt die japanische Re- üerung bekannt, daß sie mit England in Verhandlungen gveckS Erneuerung des englisch-japanischen BündniSver- rageS eintreten wird.

wb. Amsterdam, 28. Oki. DemTelegraas" wird auS London gemeldet chast das Unterhaus zwei Anträge gnuabm, wodurch die Rechte der englischen O rau e «rrtoeitert Serben. Danach sollen künftig verhei­ratete fytauen für Richterämter ernannt werden können und die Inhaberinnen der Peerswürde im Oberhause die­selben Rechte genießen ,wie dir männlichen Peers.

Telegrast" meldet aus London, daß eine Einladung an Sie deutsche»und österreichischen Intellektuellen vom eng« AschenVerein zur Bekämpfung der Hungersnot' ergan- i-ii fei. DaS Ziel des Londoner Besuches ist, über die Minderung bn Rot in Deutschland und Oesterreich zu beraten.

Ei« Hindu- und Mohammedanerbund.

lob. Amsterdam, 29. Okt. DieTimes" bringt Csinzelheitcn zu der Meldung an? Bombay, daß am 17. Oktober die Mohammedaner in Indien für die Beibe­haltung der weltlichen Macht deS Kalifen stimmten. Danach wurde in Bombay nach dem Gebet in der Haupt- moschce eine, öffentliche Perfaunnlüüg dsr Moham- ntebartcr abgehalten, wobei die Besorgens und Ent­rüstung über fcic drohende Zerstückelung der Türkei und über die Beseitigung der Kontrolle deS Kalifen über die heiligen Plätze des Islams ausgedrückt wurde. Wie die Times" weiter meldet tourde die Gelegenheit von bett Hindus ergriffen, um das Band, das die Moham­medaner und Hindus verbindet, noch enger zu knüpfen. Tic Hindus itnirbcn aufgefordert, zu fasten und zu beten, um so einheiliges Siegel" auf den Hindu- und Mohiimmedaurr-Bund zu setzen.

tob. Kairo, 29. Okt. fReuter.) In Alerandrien kam es zu einem ernsten Zusammenstoß ztnischen der aufrührerischen Volksmenge und der Polizei, wobei der Pöbel mit Stöcken und Steinen auf die Polizei loSging. 27 Polizisten lvurden verletzt. Da es der Polizei nicht gelang, die Menschenmenge aukeinanderzutreibeu, wur­den Truppen aufgeboten, die auf die Volksmenge feuerten. Zwei Personen wurden getötet und 10 verwundet.

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An'kM

wb. Versailles, 29. Olt. Nach derChicago Tribüne" aus Washington hätten einige demokratisch- Senatoren erklärt, der Präsident des demokratischen Na­tionalrates werde in den ersten Januartaoen ankündigen, daß Wilson sich nicht mehr als Präsidentschaftskandidat präsentieren werde.

wb. Washington, 29. Okt. Wie das Repräsen- tantenhgus, so hat auch der Senat, trotz de? Vetos Wilsons, das Verkaufsverbot für Alkohol gutgeheißen.

wb. Amsterdam, 29. Okt. DerTelegraas" mel­det aus Newhork: In Brooklyn fanden infolge Wieder­aufnahme der Arbeit durch eine Gruppe Dockarbeiter ernste Unruhen statt: es gab Tote und Verwundete. 20000 Arbeiter streiken noch, 30000 sollen die Arbeit inieber ausgenommen haben.

Reuter messet aus Newhork, daß der oberste GerichtS- hoi die Ausführung von Opern in deutscher Sprache untersagt hat.

Fiume.

Amerika lehnt die italienischen Borschtäze ab.

!vb. Versailles, 29. Okt. Wie dieLiberte" initteitt, bestätigen gut unterrichtete Kreise, daß, Amerika die Vorschläge TittoniS bctr. Fiume nicht angenommen fiat. Lansings Antwort sei ablehnend. Frankreich und England würden sich jedoch bemühen ein Kompromiß herbeizuführen.

wb. Bern, 29. Okt. Nach einer Pariser Meldung desSecolo" hat Polk bei der Ileberrcichung der un­günstigen amerikanischen Note an Tittoni erklär!, Amerika könne die italienischen Vorschläge über Fiume nicht annehme»; dies bedeute aber nicht den Abbruch der Verhandlungen. Obwohl Tittoni am Ende seiner Nachgiebigkeit sei, habe er die Aufforderung auf Fort- s.hung der Verhandlungen nicht abgelebnt, er werde nach Kenntnisnahme der äußersten amerikanischen Kon­zessionen nach Rom zurückkehren und die Entscheidung ;n die Hände der Regierun legen. Italien hatte die Bildung eine? Pnfferstaate; Fiume dorgeschlagen.

wb. Wien, 29. Okt. Wegen Papiermangels dürfen die Wiener Tageszeitungen bis zum 8. November täglich nut zweianch zwei Textfesten umfasse».

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113. Sitzung der Nationalversammlung, vom 29. Oktober.

Am Ministertisch: Roske und Reinhardt. Präsident F eh re nba ch eröffnet bte Sitzung um 9,35 Uhr vormittag». Auf der Tagesordnung steht die Fort- setzung der zweiten Beratung de» Haushalt»:Reich»- wehr.

Abg M a r e tz k y (D. Bpt.): Die Stärke de» Neichs- beerrrä von 100000 Mann ist zu gering. Wir dan­ken dem Heere für feine Tätigkeit zur Atifreck'terhal- tuiifl der Ordnung, besonders dem General Reinhardt. Auch monarchisch gesinnte Offizier« können dec Repu­blik tren dienen. Wenn sie diese zwingt, die Reichs­wehr zu verlassen, so stürzt die Ordnung zu­sammen. Di« U. S. P. D. sieht in der Reichs wehr das letzte Bollwerk der Ordnung. Die Reichs­wehr ist di« einzige Stütze derr Regierung. Die Verpflegung der Mannschaften ist ungenügend, ebenso die Löhnung. (Lärm link». Zuruf: Führer!) Dte Zukunft der Leute ist nicht sichergestellt. Der Gefechts­wert der Truppe ist auf die Hälfte zucückgcgan- ge n, vielleicht auf ein Drittel. Die monarchisch ge­sinnten Offiziere weisen einen monarchischen Putsch weit von sich. Sie erkennen an, datz der Reichswehr- ininister den rechten Willen hat, die Ordnung auf­recht zu erhalten. Im übrigen halten wir ihn für einen überzeugten Sozialisten, also für unseren schärfsten politischen Gegner. Wir halten ihn für g e f ä h r l i ch e r al» die Unabhängigen. (Lärm und Gelächter link».) Präsident Fehrenbach mahnt den Redner zur Sache.

Aba. Stücklen (Soz.): Am besten wäre es, wir könnten auf jedes Heer verzichten. Soweit ist leider die Menschheit noch nicht. Unsere jetzige Reichswehr kostet annähernd so viel, wie das ganz« Heer früher in Friedensstärke. Für die Verteidigung de! Landes kommt ein Söldnerheer kaum in Frage. Im Laude besteht die Gefahr, daß ein Söldnerheer ein Werkzeug der Reaktton wird. (Ahal rechts.- Zwischen den Adeligen und Bürgerlichen im Offizierkorps br- stcht »'n zahlenmäßiges Mißverhältnis. )st bte mili­tärische Intelligenz denn unter dem Bürgertum so ftiten? Die Mehrzahl der Offiziere steht der Regierung feindlich gegenüber. Kein Wunder, wenn die Dis- ziplinft'sigkeit auf die Mannschaft abfäcbt. Ein Heer von Repnblikmtent ist die beste Schntzwebr gegen Spar­takisten und die mit ihnert wesensverwandtrn Alldeut­schen. Die Soldaten der Reichswehr, die zur Zeit nur einen Anzug haben, haben sich freiwillig damit beschirden, damit die Kriegsgefangene» erst mit An­zügen versehen werden können.

Abg. Racken (Zt.): Die Ausgaben für Heer und Marine müssen aus da» unerläßlichste Maß beschränkt werden. Die berarstehendc Einführung eine? «mfassen- den Unterrichts sür die Mannschaften begrüßen wir. Dir Kaserne darf nicht Tummelplatz für Politik wer­den Tie Leute und Offiziere müssen auf deiu Boden der Berfaifung stehen. Der militärische Apparat muß bet Regierung völlig zur Verfügung stehen.

Abg. d. Gräfe (Deutschnatl.): Die alte Armee war die Grundlage unsere» gesamten Vaterlandes, unsercs Teutschttims Gegen sie fanden sich die Feiilde von innen und außen zusammen. E» ist ein tragisches Oftschick daß deutsche Männer so verblendet waren, daß sie mit dem Sieg ihrer Partei doS Va­terland zu Boden streckten. WaS gehört sür ein schlechtes Gewissen dazu, in dem warmherzigen Ar­tikel Lndendorsss, den ich boll billige, Zersetzungs- bestrebnngen gegen die Reichswehr zu wittern! (Lärm links). Die schwarz-iveiß-rote Fahne ist nicht ver­boten. (Lärm links.) Wenn alle monarchisch gesinn­ten Offiziere das Heer verlassen sollen, möchte ich mal .ten traurigen Rest sehen. Sie (nach linkst haben die Armee politisiert. Die Löhne sind ungenügend. Wenn die Leute schlechter stehen als Arbeiter, so werfen sie das ganze Geld für die Reichswehr zum Fenster hinaus. Wo sind denn die 7 Millionen Uniformen der Armee geblieben? Ob das Reich die Kosten für die Reichswehr tragen kann, darüber n:ag die Re- gierrung sich den Kopf zerbrechen. Der ReichSwehr- ir'nifter spricht zu den Offizieren anders als zu den Sozialisten, und beide glauben ihm. Aber wir haben nur den Schein einer aitsrecht erhaltenen Ordnung. In der Handhabung der Zensur als Oberbefehlshaber in den Marken war Herr Noske v i e l p a r t e i l i ch e r als einer feiner Vorgänger. Wer seine Berst-rech- ungcn nicht halten kann, der soll die Konsequenzen daraus ziehen wie Herr Scheidemann. Das hat Präsi- bc.it Ebert nicht getan. Und darauf soll die Pre.sc nicht h'nweifen dürfen?i W»-bleibt das Recht der freien Meinung ,toenn man das nicht sagen darr. Ich zweifele nicht, daß der ReichSwebrminifter in Herr- sicher H-ldenpose g'gen unS den Gummifitiipxrl schwingen wird. (Beifall recht». Zischen und Pfeifen links.)

Minister Noske: Herrn v. Gräfes Rede war Selbstmordpolitik. Unser Heep nnd unser Vvlk brach

zusammen unter der Last einer vielfachen Uebermacht, und es ist eh-enhaft daraus hervorgwangen. Di« Reib"ngen mit den Litauern werden sich durck Ver­handlungen beseitigen lassen. Der Rücktransport ist schwierig Vielleicht wird unS ein teilweiser Trans­port zur See bewilligt. Es ist nichtswürdig, der Reich sregierung vorzuwerfen, sie verschließe sich den Ansprüchen der Reichswehv. Aber es fehlt an Roh­stoffen und an Geld. Gesund wird die Truppe wer­den, wenn unser Bolk wieder ganz gesundet ist. Der Münhener Geiselmord war furchtbar Wer diese Dinge aSwenden will, sorge dafür ,daß' wir die Ord­nung aufrecht erhalten können. Die Verringer.'.ng des Heeres ist langsmner gegangen, weil der Fried« immer noch nicht ratifiziert ist. Eine beträchtliche Der- mitchen^ng der Truppen geht vonstatten. Die Gene­rale sind soweit entlafien, baß wir nur noch die wirk­lich in Dienst stehenden haben. Ich frage L.'ieman- den nach seinem p-litischen Glaubensbeke-intnis. Die Farben schwarz-weiß-rot sind nicht die Reichsfarben, und es darf nicht damit demonstriert werdeiu Gän« Reihe von verdienten Unteroffizieren ist bereit» zu Offizieren befördert worden. In der Marine sind be­reits 50«/» aller Stellen für den Nachschub auS den Mattnschaste» frei gehalten. Wir werden im allgemein die Leute mit 18 Fahren einstellen. Wer mit 30 Fahren dann austritt, muß, wenn er nicht Offizier g«v ord-n ist, wissen, was et werden kann. Wir w-rden ihm also einen Zipil"erforgnngssch?in geben mssi'en. Die ReichStvehr muß so gestaltet werden, daß sie den: Reiche Halt gewährt auf seinem Wege zu neuem A'si- blühei. Wer will, daß man Gefühl und Respekt haben soll vor den im Eril lebenden Angehörigen ehemaliger deutscher Dtznastien, der muß auch Re­spekt haben vor der jetzigen Regierrlng. Im hensigen Deutschland kann man mit Resnekt und Ge'ühlsbu^e- leien keine Politik machen. DaS deutsche Volk ist keine Leiche, wie Herr v. Gräfe meint. Es blutet aus 100O Wunden, aber es lebt, und wir hoffen eS inieber blühend zu sehen. An denrokrattschen Stammtischen kann man gut reden, aber bei dem Schicki al ^on 60 Millionen steht mehr auf dem Spiel. Da? Reich darf lieber durch Tollheiten von rechts, noch durch Narrheiten von links gefährdet werden. Jeder Bstr- gerkrirg ist zu verhindern, lZuruf rechts' November', Zuruf links: Wo waren Sie denn im November?) Ich weiche jeden Putschversuch von rechts g iiau so bedenken, wie den von links. Je kleiner die Tnipp^, desto schärfer wird sie» zupacken. Vorwärts und Aus­wärts i (Lebhafter Beifall bei der Mehrheit^.

Minister David: Am 4. AuguF 19H sand sich das Bol* zusammen in dem Glauben, es gelte HauS und Hof zu schützen. Wer hat diese Einheit inner­lich zermürbt? Diejenigen, die dem Belke beit Glau­ben genauen haben, eS gelte nur der Verteidigung. Die Niederlage als Folge der Revolution darzustellen, ist eint bodenlose Entstellung der Tatsachen, und nun schleudert Herr v. Gräfe seine Anklagen g'si-n die, dir den Frieden unterzeichnen mußten. (Zuruf rechts: Warum hat denn Scheidemann nicht unterzeichnet'tz Si» ke^ien die Beweggründe. Es gab teilte andere Rettung.

Abg. Dr. Haas (Dem.): Wir sind besiegt worden!/vn Deutschen, von denen, die un» durch den U-Bootkcieg Amerika auf den Hal» gehetzt haben. Gegen eine Welt von Feinden hätten wir standgchakteit. Standbalten war schon Sieg. Lud-ndorsf wagt es, den Mehrheitspa.irieu ;n unterstellen, sie hätten den Verlust des Heeres mit Genugtuung gesehen. Die in Betracht kommender. Stel­le« im Zivichienst müssen sestgestellt werden, die de« abgehenden Wehrmännern freistehen.

Abg. Koenen (U.S.): Wenn Herr David bJe Politik der RechtSsozialisten mit einem Glorienschein umgebe» iviff, so muß gesagt werden, daß sie genau so am Kriege die Schuld haben wie die Rechtsparteien. Millionen wer­den gefordert für die Militärpoltz«. Für den reaktionären Geist in der Reichswehr liegen zwingende Beweise vor. Tie Generale sind monarchisch bis aus die Knochen. Herr Noske und in Preußen Herr Heine arbeiten ganz im deutschnaiionalen Sinne. In der Republik von No'ke» Gnaden werden Streikverbote und BeisgerungszustandS- i)ercrt>nungen erlassen. Nicht einmal der Verband ehe­maliger Unteroffiziere ist mit Noske mehr einverstanden. (Präsident Fehreubuch mahnt den Redner zur Kürze. Als der Redner aus Hörsing und dessen Verbot einer unabhängigen Zeitung zu sprechest kommt, mahnt ihn Prä­sident Fehrenbach zur Sache und erinnert ihn daran, daß er bereits zwei Stunden spreche.) Wie stark sind dir Zeit-Freiwilligenregimenter? Das widerspricht den Fried: nsbedingungen. (Andauernde Schlußruse. Rust rechts: Hochverräter.) Für den neuen Krieg brauchen Sie eine neue Armee. Verräter de-? Volkes sind Sie. Wenn Noske noch eine Weile am Ruder bleibt, so fließt in Deutschland mehr Blut im Bürgerkrieg, als der Krieg 1870/71 tollet hat.

Minister Noske: In sterlui sind im März über 1000 Tote zu beklagen gewesen. Es gibt keine Zeit-Frri- willigenregimenter. Es gibt Listen, in die sich Freiwillige eintragen lassen für Zeiten der Not. Der Friedensvenrag wird von der Negierung loyal erfüllt werden. Auf di« französische So,iDemokratie ist nicht viel zu rechnen« Die Reisttoreh: wird anständig versorgt und bezahlt wer- . de«, aber sie Zurß bedin^uagsstrses Werkten« in ter 1