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mit dem Kreisblatt für dm Kreis Marburg

Tageszeitung für (das früher kurhessische) Oberhessen

1919

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fühning der Räumung der baltischen Provinzen du die deutschen Truppen beauftragt wird. General Man« gin wird Paris diese Woche verlassen und wahrschein- lich in Berlin Aufenthalt nehmen.

Keine Anerkennung der mestrussische« llegiernng.

wb. Berlin, 21. Okt. Im Hinblick auf die Meldung, daß die westrussische Regierung einen dip­lomatischen Vertreter in Berlin bestellt habe, erfahren einige Abendblätter, daß die Rcichsregiernng jede.An- erkennung der westrussischen Republik und des neuen Zentralrates für Westrußland ablehnt und auch den westrussischen Vertreter nicht anerkennen würde.

Da» sagte Oberst Hous« ihm im Auftrag de» Präsi­denten. Schließlich führte Sinzheimer eit»: Ich stelle als Ergebnis der heutigen Sitzung fest, fassen Sie Ihre Instruktion in dem Sinne auf, baß Sie Wilson oder Oberst House ermuntern oder beeinflussen sollten, eine Friedensaktion zu unseren Gunsten zu unterneh­men? Bernstorff: Ja. (Bewegung.) Sinz- Heimer: War Wilson bereit, diesen Wünschen Rech­nung zu tragen? Bernstorfs: Ja^.Sinzhei- m e r: War innerhalb dieses Rahmens, der Ihnen gefleckt war, Wilson bereit, auf eine Friedenskonferenz mit internationaler Grundlage emzugehen auch ohne konkrete Friedensvorschläge unsererseits? Bern- st o r s f: Ja.

Die Vernehmung wurde darauf auf Mittwoch ver­tagt.

Marburg

Mittwoch, 22. Oktober

Die Rmmmng der ballischen (Miete.

Der bedrohte Rücktransport der deutschen Truppen.

Berlin, 21. Okt. Die Verbindung mit Gene­ral v. Eberhardt, der inSaniny sein Ha> ptgnartier hat, ist nach Miteilungen von zuständiger Stelle unterbrochen. Die Litauer schieben ihre Trurpen immer näher an die für den Rücktran-^ ort wichtige Bahnlinie RadziwilischkiLangszargen heran, so daß diese Truppenbewegung einer Bedrohung des deutschen Rücktransports gleichkommt.

General Maugiu Chef der Kontrollkommission.

Wb. Pari-, 20. Okt. (Havas.) Es bestätigt sich, baß General Maugin mit der Kontrolle der Durch-

Str Samjl gtgtn dir BoWHtn.

Abweisung eines neue« Friedensangebote»?

Rotterdam, 21. Okt. Pariser Blätter mel­den, daß über Stockholm ein neues Friedensange- bot der Russen in Paris eingetraffen ist, oom Ober­sten Rat aber zurückgewiefen worden sei.Homme Libre" schreibt: Zn Gemäßheit der Erklärung Cl6- menceaus in der Kammer im Januar d. Z. werden die Verbündeten die Auslieferung der ver­brecherischen Machthaber in Moskau an einen interalliierten Gerichtshof verlangen.

Die Lage vor Petersburg.

wb. Helsingfors, 21. Okt. Die Nordwest- armee besetzte den Vorort Pulkowo südwestlich von Petersburg. Der Stab Zudenitschs siedelte nach Zarskoje Sselo über. Heftige Kämpfe sanden statt zwischen der englischen Flotte und Kronstadt sowie Krasnaja Eorka. Oranienbaum br«M. Elle Bol- schewiki halten nur noch die Bahnstrecke Peters­burgWitebsk. In der Richtung auf Pleskau macht die weiße Armee Fortschritte-. Die Bolschewik! ziehen sich südlich des Peipus-Sees hinter den Welikaja-Fluß zurück.

Funkspruch Oberst Vermonts.

wb. R e v a l, 21. Okt. Auf den Funkspruch des ältesten englischen Seeoffiziers von Libau, in dem die Räumung von Dünamünde und Thorerrsberg durch die russischen Truppen gefordert wurde, ant­wortete der Oberbefehlshaber der russischen West- armee in einem Funkspruch, daß er nach erfolgter Sicherung einer strategischen Basis für eine Offen­sive gegen die Bolschewisten den Letten bereits am 10. 10. einen Waffenstillstand angeboten habe und ersuchte um Unterstützung seiner dahingehenden Bemühungen. Weiter ersuchte er um Entsendung bevollmächtigter Vertreter zur Beratung geeigne­ter Maßnahmen, um weiteres Blutvergießen zu vermeiden.

In einem FunkspruchAn Alle" wendet sich Oberst Awalow-Vermont an die'Völker der gesam­ten Welt mit der Bitte, unverzüglich auf die frühe­ren Bundesgenossen Rußlands einzuwirken, denen er bereits seine Bereitwilligkeit zu Verhandlungen erklärt habe.

Südrugland. Kiew den Rätetruppen wieder entrissen.

wb. London, 21. Okt. (Havas.) Der Kriegs- Minister teilte über die Operationen in Südrußland nut: Die Kosaken schlugen die 14. bolschewistische Divi­sion in die Flucht, machten 5000 Gefangene und er« beuteten 27 Kanonen, sowie zahlreiche Maschineuoe- wehre. Der Kamp? geht östlich von Woronesch iveiter, ebenso östlich von Orel, wo die Freiwilligen bestän­dig vorrückcn. Südöstlich von Orel wurde eine feind- lirbc Kolonne Wn 10000 Mann umzingelt, darunter mich chinesische Regimenter, und aufger-ebm. Der Rest flüchtete nach Norden. Die Bolschewisten, ver­stärkt durch eine Division, die der polnischen Front entnommen war, griffen am 15. Oktober plötzlich Kiew an. Es gelang ihnen vorübergehend, die Stadt zu besetzen. Die verstärkten Freiwilligen warfen spätec den Feind aus der Stadt wieder zurück, mit Ausnahme der westlichen und nordwestlich«!! Bor­orte.

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Berlin, 21. Okt. DieDeutsch« Mg. Zeitgck' weist die Ansicht derLiberte, daß die in sranzösifcher Gefangenschaft befindlichen deutschen Soldat«« als Geiseln für die Innehaltung dec Friedensbeding- ungen durch Deutschland z»rückbehalten werden müßten, als unglaubliche Gefühlsrohheit zurück. Sie betont nachdrücklich, daß die französische Negierung durch eine offizielle Note sich verpflichtet habe, die Gefangenen sofort nach der Ratifizierung zu ent» kaffen und diese feierliche Zusage unmöglich brechen kann.

wb. Berlin, 21. Oki. Bezüglich der Abstimmung in Schleswig drang die deutsche Regierung bei der französischen Regierung erneut darauf, daß die deut­schen Kriegs- und Zivilgefangenen, die aus Schleswig stammen, unverzüglich entlassen werden, damst sie ihr Aöstimmungsrccht ausüben Bunten. Die französische Negierung antwortete, daß diesbezügliche Maßregeln bereits ergriffen und daß mehrere tausend Krieg?- tmb Zivilgtsangene heimgeschasst seien.

5eill6t MimlnrlWMW.

104. Sitzung vom 21. Sitzung.

Präsident Fehrenbach eröffnet die Sitzung am 1 Uhr 20 Mm. Auf der Tagesordnung stehen zunächst ' keine Anfragen.

Eine Anfrage Fra« Weber (Ztr.) wegen Notstands-' Maßnahmen zur Beschaffung von Kleidung und Wäsche, für kinderreich« Familien wirt» regierungsseitig dahin' boaulivorlet, daß beträchtliche Menge« jetzt berrikgestM worden sind. /- \

Auf «ine Anfrage Bergmann (Ztr.) wegen un­erlaubter Ausfuhr von Brotgetreide nachHol»' land und von schwarrgefchlachtetem Fleisch nach Belgien wird geaniworiet, daß die Strafbestimmungen verschärft worden sind, daß aber eine Aenderung erst zu erwarten fei, wenn die alten Zollgrenzen wieder hcrgeflelll seien.

Ans eine Anfrage Schiele (dentschnall.) wegen Er­mordung der Frau Biurch in Mainz durch einen fran­zösischen Soldaten wird geantwortet, daß eine Antwort Franlnicks noch nicht vorliege.

Hierauf wird die Beratung des RcichshausyaltS M der Abteilung Reichsschatzministerium fortgesetzt,

ReichsschatzmiDWr-Dr. Mayer: Die Verwaltung de»' im Kriege rntstaüdenai großen industriellen Unterneh-i mimgen unk' Beteiligung des Reiches (Sllckstosf, Alu­minium, ElektiizitÄ) 'macht nicht mehr viel Arbeit, da. sie in Gesellschaftsform übergeführt wurden. Die finan­zielle Kontrolle der Kriegsnürtschast bezüglich der Buch- sührvng und HandelSabschlnsse größerer Finanz geschäfte wird uns nicht mehr allzulange beschäftigen. Tie größte Arbeit liegt in der Verwaltung und Verwertung der entbehrlich gewordenen mobilen und immobilen Heeres- güter. An die Verjoaltung der mobilen HcereSgüter muß­ten wir herantreten ohne Kenntnis der Bestände, ohne jede Inventur und in beständigem Kampfe mit dem Diebstahl. Zur Zeit haben wir 3000 Hcereslager und 1000 weitere Stellen, wo sich Heerrsgnt befindet, fest in der Hand. Eine vollständige Inventur ist jetzt, durchgesührt. 150 Millionen für entwendete- Gut sind zurückgeslossen. Von weiteren 4 00 Millionen Mark ist es zu hoffen. 05 Prozent der Vorwürfe gegen das Rcichsverwertungsauit sind gegenstandslos. Drei Milliarden sind auS dem mobilen Hccrcsgut erlöst worden. In der ersten Hälfte des nächsten Jahres wird das Reichsverwertungsamt seine Tätigkeit im wesentliche» beendet haben. Die Hecreobetriebe sollen in Friedens- bctriebe umgewandell werden und so toeitci betrieben wer­den, vorausgesetzt, daß sie sich rentieren. Diese Betrieb« ziisammen werden den größten I nd n striekon- zern der Welt bilden. ES waren die- alles Betrieb«, die mit dem äußersten Raffinement zu militärische» Zwecken ausgebaut Wochen waren. Um so schwieriger ist ihre Umstellung für die Friedenszwecke. Tic Pulver»' sabrikcn sind nicht zu verwerten. Im Kriege wurde« 240 000 Arbeiter beschäftigt, jetzt nur noch 45 000. Für die Arbeiter und Angestellten muß gesorgt werden übet die Verpflichtung des Reiche? hinaus. Ein diesbezüglicher YZesetzentwurf ist in Vorbereitung. Tie Akkordarbeit ist überall durchgestthrt worden, wo cs angängig wat. Wir wollen in iniftrtn Betrieben das Eisen vom Roheise» biS zum Fcitigfabrikat verarbeiten. Nur so ist eine Ren­tabilität möglich. Strenge Disziplin und Durchhal- tung nach kaufmännischen Gesichtspunkten und Verbind­lichkeiten sollen unsere Betriebe zn M u fterbttriebe» macken. Eine eingehende Denkschrift wird Ihnen zugehen. Tem An« erwachsen aber auch noch neue Aufgaben durch die Uebecuahme der gejaulten Reichsbauverivallnng unb der gesamten affinen Militärverwaltung. (Bauwesen, Versorgung des Heeres und Marine, Konfeivenfabrikeu, Schlächtereien, Bäckereicii.) Die Verpflegung der Be- satziingstruppcn, Nebcrwachungskon-mission ujto. der Al­liierten werden pro Javr 2H'. Milliarde erfordern. Da­ist unerschwinglich (Sehr richtig.) Tab^ken- nen wir noch immer nicht die genaue Zahl der gruppen. Der BegriffVerpflegung" wird so weit ausgedehnt eil es über bau Pt nur möglich ist. Dazu kommen noch bi« Requisitionen. Ti' 7vanz»>ea haben bis setz!

für !i0G Millionen requiriert.

Die beiden in Berlin zu erwartenden Utberwachungl- kommisfionen weiden die Berllner Hotels überschwemmen. Eine Verminderung ihres Umfanges wurde abgclehnt. (Hört, hört!) Im besetzten Gebiet erfordert der Neubau von Offtzürswohnungen und Kasernen 300 Millionen Mark. Da? ist nicht zum ertragen. Die Fortsetzung die'-? O'ebtckren? wäre eir Anssaugnirgsakt der Enkntk, der schließlich dieser selbli schade!i wird. Unmittelbar nach Friedensschliiß müssen die Bejadmigstnippen ver­mindert werden. (Lebhafter Beifall.)

Abg. Giebel (Soz.): Der Bericht über die Militär« Werkstätten zeigt ein trostloses Bild. Die Arbeiterschaft hat ein volles Verständnis dafür, daß die Produktioul- mögtichkeit gehoben werden muß: daher erscheint ihr

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Graf Bernftsrff vor dem Untersuchungsausschuß.

wb. Berlin, 21. Okt. Im Reichstag trat heute der zweite Unterausschuß des parlamentarischen Un« tersnch'.tngsa'.isschusscs, der sich mit den Friedensmög­lichkeiten beschäftigt, zur ersten öffeiillichrn Sitzung unter dem Vorsitz des deutschnationalen Abgeordneten Warmuth zusammen. Der frühere Reichskanzler v. Bei ii m a n n Hollweg, der Vizekanzler a. D. H c l f f e r i ch und der My'chaftet a. D. Graf Bern­storf f waten anwesend. Als Sachverständige wa­ren geladen die Professoren Bonn, Hötzsch und Die lei ch Schäfer. Der Vorsitzende eröffnete die Sitz­ung mit einleitenden Worten über die Aufgaben des Ausschusses. Nach Vereidigung der Sachverständigen erstattete Dr. Sinzhei m e-r (Soz.) das Referat. Er führte n. a. aus: In Erfüllung der Ausgabe-i des Ausschusses ist Gegenstand der Beratung zunächst die waenann!« Friedensaktion Wilsons. Dem Ausschuß standen sämtlich; Oleheimalten des Auswär­tigen Amtes zur Verfügung. Die Akten des Admiral- siab-s, des Kriegsministeriums und des Gencralftabs werden in einem späteren Stadium der Verhandlungen herauaezogen werden. Es wird eine der Hauptfragen it/n, mit denen wir uns zu beschäftigen haben, in weichem Verhältnis die Friedensakuon vom 18. Dezem­ber mit der von uns angeregten und auch von Wil­son in Aussicht gestellten Friedensaktion steht. Das wesentliche in dem BermutlungTangebot Wilsons war die Bitt;,- die konkreten Friedensbrdinguugen mitzu­teilen. Die Antwort des Staatssekretärs Zimmer­mann enthielt indessen keinerlei Andentimg darüber. Gleichzeitig teilte eine neutrale Macht mit, daß ein Friedensappell Wilsons in Aussicht stehe, der äußerst ernst zu nehmen sei. Dieser amtliche Schritt einer neutralen Macht war bereits am 18. Dezember in Berlin bekannt. Am 26. Dezember erfolgte die Ant-- wort de? Staatssekretärs Zimmecmann, daß-rr auf die Forderung, konkret« Friedenebedingungen abzugeben, nicht eingehe. Es wird hier namentlich sestzustellen scin, welche konkreten Fricd.nsbediugungen unfern Friedensabsichten vom 12. Dezember zugrunde lagen Graf Bernstorfs machte wiederholt energisch den Ver­such, wenigsten? vertraulich von der Reichsregieruicg die Friedensbedingungen nach Washington zu erhal ten. Staatssekretär Zimmermann bat ihn, am 7. Januar die Frage der Friedensdedingungen dilatorisch zu behandeln. Darauf wurde am 9. Januar der rück­sichtslose U-Bootkrieg beschlossen.

Darauf führte Graf Bernstorff u a. au?: Wil­son versuchte Anfang August sofort nach Kriegsaus^ bruch die erste Friedensvermitilung. Im S pi mbtr ließ er einen zweiten Versuch machen, der daran scheiterte, daß die Entente garnicht antwortete. Al? ich eine Audienz bei Wilson bekam, sagte er, wir sollten durch Nachgeben im U-Bootkrieg einen Appell an die Moral richten, da nur durch eine Verständigung nicht mehr durch die Waffen der Krieg endgültig ent­schieden werden könnte. Würden wir den U-Bootkrieg ausgeben, so würde er auf die Aufhebung der englischen Aushungerung drängen. Tas englische Kabinett werde darauf eingehen. Er hoffe, daß damit der Anfang gemacht sei für eine Friedensaktion im großen Stil. Das war am 2. Juni 1915. Nach dem Eintritt Ru­mäniens in den Krieg teilte Oberst House dem Gra­fen Bernstorff mit, daß eine Vermittlung Wilsons jetzt unmöglich sei, weil die Entente völlig fiegt sgewiß geworden wäre und Wilson daher ab- weifen würde.

Nach ergänzenden Ausführungen des Vorsitzenden des Unterausschusses und des Referenten Sinzheimer zn den Mitteilungen Bernstorfs- erllärte diefer auf eine Frage des Abgeordneten Katzen stein, daß das deutsche Friedensangebot vom 12. Dezember von der amerikanischen Negierung als eine Gefährdung ihrer Friedensaktion aufgefaßt wurde, weil es als eint Schwäche Deutschlands arisgelezt wurde.

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Koch bestimmt den Zeitpunkt de« Inkrafttretens des Friedeneverirages.

wb. Varis, 21. Okt. (Havas.) DasEcho de Pari?" schreibt, daß der Oberste Rat beschlossen habe, km Oberkommando der Verbündeten das Datum des Inkrafttreten? des Friedensvertrages anznvertraueu. Nach Prüfung des Text'? hat der Oberste Rat erkannt, daß der aiisführende Rat des Völkerbundes nst nach dem Inkrafttreten des Vertrages cinberufen »erden kann. Indessen hat er die amerikainsche Ab­ordnung gebeten, Wilson mitznteilen, er möge sich jereithalten, die Instruktionen anszuüben, die ihm her Vertrag in dieser Richtung zngewies.m hat.

«ch. Paris, 21. Okt. (Reuter.) Der Ausschuß stlr Entwürfe unterbreitete dem Obersten Rat den Ent­wurf für ein Schreiben, in dem zum Zusammentritt des Völkerbundes in Paris unverzüglich nach brr Ratifizierung des Friedens aufgefordert wird.

Teilnahme Deutschlands an der Arbeiterfchntza konftrtnz in Washington.^

v wb. Berlin, 21. Okt. Wegen der Entsendung deutscher und österreichischer Delegierter zu der Was- hingtoner Arbeiterschutzkonferenz Haler sowohl von Re gitruuzsfeite wie von den GtwerkschaftsrerbLndtn wei­tere Verhandlungen stallgesunden. Nach den Ergeb- Bifftn dieser Verhandlungen erscheint es au gängig, von der bisber ablehnenden Hallung gegenüber der Frage der Beschickung der Konferenz durch deutsche BtrtfCier abzusehen. Dem Deutschen Ge rer^schaftS- tzerband ist durch neutrale Vermi-telüng die Erklär- Ung zugegangen, daß der Oberste Rat dir Zalas- |u n g der deutschen und österreichischen Delegierten als vollberechtigte Mitglieder zu der Ko-isereuz empsoh-- len bat, sodaß auf diese Zulassung in der ersten Sitz- «ug der Konferenz mit Sicherheit zu rechnen ist. Diel ist dem Vorsitzenden der deutschen Fciede'il-abocd Rung in Paris bestätigt worden. Die deutsche Re­gierung hat unter diesen Umstände« in Üebtrein» stiunnnng mit der Auffassung des Deutschen Gewerk- fchüftSverbande-s sich entschlossen, Delegierte nach Was­hington zu entsenden. Außer den 2 Negi-r-ingsvtr- Krkertt und je einem Vertreter der Arbeiter und Ar­beitgeber werden der deutschen Merdnung eine An- zahl Sachverständige angehören. Die Abreise wird tzorauösichtlich gemeinschaitlich mit den ösieneichischen Delegierten Ende dieser Woche erfolgen. Da der Beginn der Konferenz, der ursprünglich auf den 29. 10. angesetzt worden war, voraussichtlich um einige Tage verschoben werden wird, steht zu erwarten, daß I di: deutschen und österreichischen Delegierten poch rechtzeiiig zum Anfang der sachlichen VerhanduWen in Washington eintrcffen werden.

tob. Versailles, 21. Oki. Nach Meldungen «us Tokio tuirb der Mikado gegen Monatsende den Friedensvertrag von Versailles ratifizieren.

wb. V e r s a i l l e s, 21. Okt. Vom 16. bis 18. Ok­tober besuchten deutsche Forstsachverständige unter Führung französischer Forstverwaltungsbeamter typi- Re Punkte der zerstörten Forsigebicte in den Departements Maas und Aisne. Es zeigte sich dabei, daß in den ü-sichligtcn Gebieten sehr erhebliche Auf- räumn'.igs- unb Ausforstungsarbeiten zu leisten sinb, die jedoch nur int Zusammenhang mit den anderen Vttd.ch.rstePings- und Aufbauarbeiien vorgenommen ibrrden können.

Dke Rückkehr der KriegSgefanFtnen.

wb. Berlin, 21. Okt. Im Haushaltsansschnß

Nationalversmiimluitz; erklärte der Minister des Auswärtigen nach einer tihm jüngst aus der Schweiz l^gegang-nep Melbung sei damit zu rechnen, daß ^3 Weihnachten der größte Teil der.Gefaiigenrn aus Dran;>-ich zurückgefandt werbe. . ,

Anierika.

W Haag, 21. Okt.Nieuwe Eourant" mel- Üti aus Washington, das amerikanische auswärtige Amt habe mitgeleilt, daß die Vereinigten Staaten toi keinem Ausschuß, der infolge des Friedensver­trages mit Deutschland einzusetzen sei, vertreten Jein könnten, bevor der amerikanische Senat den onedensvertrag ratifiziert habe.

mb. Washington, 21. Okt. (Reuter.) Driegssekretcir Baker teilt mit, daß amerikanische Truppen zu Polizeizwecken in Schlesien oder in trgenb einem anderen Lande, für das eine Bolks- Ebsfimmung geplant sei, nicht verwandt werden, "devor der Senat den Friedensvertrag vfln Ver- -kailles vatifiziert habe.

tob. Ncwhork, 21. Okt. Di« Firma Morgan Mt den Abschluß einer britischen Anleihe von 250 Millionen Dollars bekannt.

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